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StartseiteSport AktuellGereizte Reaktionen aus Russland 09.12.2016

McLaren-ReportGereizte Reaktionen aus Russland

Russland reagiert entrüstet auf die neuen Anschuldigungen über systematisches Doping und fordert von Chefermittler McLaren konkrete Beweise. Einzelne Sportler wollen Nachforschungen auch bei anderen Verbänden anstellen.

Von Markus Sambale

Das russische Team für die Olympischen Spiele in London 2012 während der Eröffnungszeremonie. (picture alliance / EPA / Jonathan Brady)
Das russische Team für die Olympischen Spiele in London 2012 während der Eröffnungszeremonie. (picture alliance / EPA / Jonathan Brady)
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Doping Russland zwischen Verharmlosung und Konsequenz

Die Reaktionen in Russland fallen einhellig aus: Wie es zu erwarten war, weisen Politiker und Sportfunktionäre die neuen Doping-Vorwürfe zurück. Das Sportministerium erklärte in einer schriftlichen Stellungnahme, es habe kein systematisches Doping in Russland gegeben.

Der Parlamentsabgeordnete Dmitri Swischtschew sieht eine gegen Russland gerichtete Kampagne: "Alles ist einseitig, alles ist gegen Russland gerichtet. Man sucht immer Schwachstellen. Für die Russen ist Sport eine Leidenschaft, das ist 'unsere Sache'. Und die will man uns wegnehmen." 

Bericht liefert keine Beweise

Der Abgeordnete sagte außerdem, der Bericht des kanadischen Doping-Ermittlers McLaren liefere keine überzeugenden Beweise: 

"Leider haben wir nichts Neues gehört, dabei haben wir lange auf diesen Bericht gewartet. Es hat sich einfach die Zahl multipliziert. Die können gern Tausend… ach… Millionen und Milliarden Russen aufzählen, die in den Skandal verwickelt sein sollen. Es ist einfach absurd, und leider gibt es keine Fakten."

Von Doping-System kann keine Rede sein

Der Tenor hier in Moskau lautet stets: Es habe in Russland kein vom Staat organisiertes Doping gegeben, sondern nur einzelne Doping-Fälle. Für die müsse man die jeweiligen Sportler und Trainer zur Verantwortung ziehen. Von einem Doping-System könne aber keine Rede sein - und deshalb sei auch jeder Ruf nach einer kollektiven Bestrafung russischer Sportler ungerecht.

Swetlana Schurowa, früher selbst Wintersportlerin und jetzt Parlamentsabgeordnete, äußerte den Verdacht, woanders auf der Welt sehe es nicht besser aus: "Meiner Ansicht nach sollte man mit einer Säuberung der Verbände auf internationaler Ebene beginnen, auch in anderen Ländern. Man sollte auch darüber Berichte verfassen. Ich bin mir fast sicher, dass es ähnliche Vergehen auch in anderen Ländern gibt." 

Kreml will russische Sportler schützen

Über seinen Sprecher hatte Präsident Putin schon vor der Veröffentlichung des neuen Doping-Berichts erklären lassen, der Kreml werde die Interessen derjenigen russischen Sportler schützen, die nichts mit Doping zu tun hatten und haben - und zwar bedingungslos und konsequent.

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