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Startseite@mediasresZeitungskrise21.11.2017

Medien-ABCZeitungskrise

Die dominierenden Erlösquellen für Zeitungshäuser waren traditionell der Zeitungs- sowie der Anzeigenverkauf. Doch mit der zunehmenden Digitalisierung gerieten die Verlage wirtschaftlich unter Druck. Die Zeitungskrise und ihre Folgen.

Von Sören Brinkmann

Frische Tageszeitungen (dpa / picture alliance / Sven Hoppe)
Die Auflage vieler Zeitungen nimmt seit Jahren ab. (dpa / picture alliance / Sven Hoppe)
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Unter Zeitungskrise wird die Krise von Zeitungs- und Zeitschriftenverlagen verstanden, die sich aus dem zunehmenden wirtschaftlichen Druck infolge von Auflagenrückgang und sinkenden Werbeeinnahmen ergibt. Viele Verlagshäuser haben im Zuge der Zeitungskrise ihre Geschäftsbereiche umstrukturiert und zum Teil verkleinert. In diesem Zusammenhang wird auch vom Zeitungsterben gesprochen.

Besonders betroffen sind die Tageszeitungen, die teilweise mehr als die Hälfte ihrer verkauften Auflage eingebüßt haben. Nach Angaben der ivw (Informationsgemeinschaft zur Feststellung der Verbreitung von Werbeträgern) ist die Auflage der Tageszeitungen in Deutschland insgesamt zwischen 1997 und 2017 um 40 Prozent eingebrochen.

Umbau der Geschäftsbereiche

Unter dem wirtschaftlichen Druck haben etliche Verlage Teile ihres Geschäfts umgebaut. So wurden beispielsweise Beteiligungen an Zeitungen im Ausland verkauft, aber auch in Deutschland Redaktionen zusammengelegt oder ganz geschlossen. Vielfach übernehmen inzwischen gemeinsame Mantelredaktionen große Teile der regionalen und überregionalen Berichterstattung.

Sinkende Verkaufszahlen und geringere Werbeeinnahmen gelten als die Hauptgründe für die Zeitungskrise. Im Zuge der Digitalisierung sind heute viele Informationen jederzeit und kostenfrei im Internet verfügbar, auch auf den Online-Seiten der großen Zeitungen und Zeitschriften. Hier gehören "Spiegel-Online" und "Bild.de" zu den meistgenutzten Angeboten. Allerdings war es vielen der Verlage über Jahre nicht gelungen ein Bezahlsystem zu etablieren, um so die geringeren Einnahmen zu kompensieren.

Bezahlschranken im Netz

Inzwischen haben jedoch viele Verlage Bezahlschranken für ihre Angebote im Netz eingerichtet, die teilweise sehr unterschiedlich ausgestaltet sind. So ist bei manchen Zeitungen eine bestimmte Zahl von Artikeln frei verfügbar, bei anderen ist die Bezahlung freiwillig, bei wieder anderen ist aber auch grundsätzlich ein Abo nötig.

Auf dem Werbemarkt stellt sich die Situation noch schwieriger dar, da hier durch die Vielzahl der Betreiber von Online-Plattformen die Konkurrenz enorm gewachsen ist. Vor allem Google dominiert dabei das Anzeigengeschäft.

Einige Medienexperten werfen den Verlagen allerdings auch vor, mitverantwortlichen zu sein für ihre Misere. Jahrzehntelang seien sie mit hohen Gewinnmargen verwöhnt worden und hätten deshalb die Zeichen der Zeit zu spät erkannt.

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