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MedienberichtMax-Planck-Direktorin Singer tritt nach Mobbingvorwürfen zurück

Das Leipziger Max-Planck-Institut für Kognitions- und Neurowissenschaften (picture alliance / dpa / Peter Endig)
Das Leipziger Max-Planck-Institut für Kognitions- und Neurowissenschaften (picture alliance / dpa / Peter Endig)

Nach Mobbingvorwürfen ist die Direktorin des Max-Planck-Instituts für Kognitions- und Neurowissenschaften, Singer, einem Medienbericht zufolge zurückgetreten.

Elf frühere und aktuelle Mitarbeiter des Leipziger Instituts hatten der Direktorin unter anderem vorgeworfen, sie habe Doktoranden massiv unter Druck gesetzt und schwangere Mitarbeiterinnen unfair behandelt. Zudem soll sie ihr Team angehalten haben, "hypothesenkonform" zu arbeiten - also vorher festgelegte Thesen zu bestätigen, statt ergebnisoffen zu forschen. Über die Vorwürfe hatten das Wissenschaftsmagazin "Science" und das Portal "Buzzfeed" berichtet.

"Buzzfeed" schreibt nun, das Institut habe sich mit Singer darauf geeinigt, dass sie ihre Leitungsfunktion "von sich aus niederlegt", um eine weitere Eskalation des Konflikts zu vermeiden. Eine interne Untersuchungskommission sei zu dem Schluss gekommen, dass "erhebliches Führungsfehlverhalten" vorliege.

Expertin für Empathie

Das Max-Planck-Institut bestätigte dem Deutschlandfunk den Rücktritt Singers, wollte sich aber nicht zu den Gründen äußern. Der Institutshomepage zufolge befindet sich die Wissenschaftlerin "on sabbatical leave".

Singer gilt unter anderem als Expertin für menschliches Sozialverhalten und Empathie. Die Vorwürfe ihrer Mitarbeiter hatte sie im Sommer als haltlos zurückgewiesen. Zwar habe die Arbeit an ihrer aktuellen Studie sie schwer belastet, was zu "Schwierigkeiten auf kommunikativer Ebene" geführt habe. Wissenschaftlich habe sie sich jedoch nichts vorzuwerfen.