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MedizinNeuer Ansatz für HIV-Impfstoff

Das HI-Virus in einer Darstellung (imago stock&people)
Das HI-Virus in einer Darstellung (imago stock&people)

Wissenschaftler sind möglicherweise einer Impfung gegen das HI-Virus näher gekommen.

Es handelt sich um einen Impfstoff nach dem "Mosaik-Prinzip", der gegen mehrere HIV-Typen immun machen soll. In dem Stoff wurden Bestandteile verschiedener HIV-Viren kombiniert, um eine Immunreaktionen gegen eine breites Spektrum von Virus-Stämmen hervorzurufen. Die Entwicklung einer Immunisierung ist deshalb so schwierig, weil HIV-Typen genetisch sehr unterschiedlich sind und zudem mutieren können.

Für ihre klinische Studie, die im Fachjournal The Lancet veröffentlicht wurde, haben die Forscher fast 400 freiwillige gesunde Erwachsene in Ostafrika, Südafrika, Thailand und den USA geimpft. Insgesamt bekam jeder vier Impfungen im Zeitraum von 48 Wochen. Im Blut der Freiwilligen konnten anschließend Antikörper gegen HIV nachgewiesen werden. Außer leichten Kopf- und Muskelschmerzen gab es kaum Nebenwirkungen. Parallel testeten die Forscher den Impfstoff an Rhesusaffen. Zwei Drittel der Affen blieben gesund, auch nachdem sie sechs Mal mit HIV infiziert wurden.

Die Autoren der Studie warnen allerdings vor zu großem Optimismus. Ob der nachgewiesene Schutz bei Affen auch beim Menschen wirkt, sei noch nicht geklärt. In einer zweiten Folgestudie soll der Impfstoff nun im südlichen Afrika an 2.600 Frauen mit HIV-Risiko getestet werden.

Weltweit leben fast 37 Millionen Menschen mit einer HIV-Infektion oder der Immunschwächekrankheit AIDS, jedes Jahr kommen etwa 1,8 Millionen Neuinfektionen hinzu. An einer Impfung gegen das Virus wird schon seit der Entdeckung des Virus Anfang der 1980er Jahre geforscht. Bislang schafften es nur vier Impfstoffe für Menschen bis in die letzte Studienphase. Allerdings erwies sich die Wirksamkeit als so gering, dass keine der Impfungen für den Markt weiterentwickelt wurde.

Diese Nachricht wurde am 10.07.2018 im Programm Deutschlandfunk gesendet.