Vor allem Sachbeschädigung
Mehr als 280 Straftaten gegen Gedenkstätten in diesem Jahr

Historische Gedenkstätten sind in Deutschland in diesem Jahr bislang mehr als 280 Mal Ziel von Straftaten gewesen. Das zeigt eine Antwort der Bundesregierung auf eine Anfrage der Grünen-Bundestagsfraktion, die dem Evangelischen Pressedienst vorliegt. Am häufigsten kam es demnach zu Sachbeschädigungen.

    Berlin: Ein Hakenkreuz und ein durchgestrichener Davidstern sind an einer Gedenkstätte zu sehen. Antisemitische Vorfälle werden aus Sicht der Agentur der Europäischen Union für Grundrechte (FRA) in Europa nach wie vor nur lückenhaft dokumentiert.
    Ein Hakenkreuz und ein durchgestrichener Davidstern sind an einer Gedenkstätte zu sehen (Archivbild) (Daniel Reinhardt/dpa)
    Im abgefragten Zeitraum zwischen dem 1. Juli 2024 und dem 31. Oktober 2025 kam es insgesamt zu mehr als 460 gemeldeten Übergriffen auf Gedenkstätten. Jahresvergleiche sind nach Auskunft der Bundesregierung nur schwer möglich.
    In der deutlichen Mehrheit der Fälle - über 60 Prozent - wurden die Straftaten dem rechten Spektrum zugeordnet. In acht Prozent der Fälle wurde eine ausländische, darunter auch eine islamistische, Ideologie vermutet. In knapp 14 Prozent der Fälle war die Tat den Angaben zufolge links motiviert.
    Die Aufklärungsquote der Straftaten ist gering. Für die Fälle aus dem Jahr 2024 belief sie sich den Angaben zufolge auf knapp fünf Prozent, bei den Fällen aus dem Jahr 2025 auf knapp sieben Prozent.
    Die Grünen-Bundestagsabgeordnete Schönberger forderte in Deutschlandfunk Kultur, die Gedenkstätten stärker zu unterstützen. Sie kritisierte, dass das Bundeskriminalamt nicht zwischen Mahnmalen zur NS-Zeit und anderen Denkmalen und Gedenkorten unterscheidet.
    Diese Nachricht wurde am 29.11.2025 im Programm Deutschlandfunk gesendet.