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Mehr Sparsamkeit für die Umwelt

Technik. - Nach den Plänen der EU-Kommission sollen die Autohersteller den CO2-Ausstoß von Neuwagen bis 2012 auf 130 Gramm pro Kilometer senken, rund 30 Gramm weniger als der aktuelle Durchschnitt. Verbesserungen an allen Bereichen eines Autos - Lenkung, Motoren und Getriebe - sollen helfen, die neuen Grenzwerte zu erreichen.

Von Sönke Gäthke | 07.02.2007

    Pim van der Jagd: " Hier eine komplette Vorderachse von das Focus-Chassis, und für die Nachfolger Arbeit sie sehen hier mit viel Aluminium. Das spart natürlich Gewicht, das hat direkt Einfluss auf den Spritverbrauch. "

    Der Entwickler van der Jagd steht in der großen Halle des Ford Forschungszentrum in Aachen, zeigt auf ein flaches, schmales Stück schwarzen Metalls. Die Enden sind abgewinkelt, ein kleiner schwarzer Kasten hängt an einer Seite - und an der anderen eine kleine Mechanik.

    " Das ist das Lenkgetriebe, das geht zum Lenkrad, und hier hab ich einfach eine Hilfsmotor, die unterstützt. Hier ist noch eine kleine Block, dass messt einfach die Lenkmomente, und wenn die Lenkung Unterstützung braucht, dann gibt er ein Unterstützungsmoment. "

    Dieser Elektromotor soll den Verbrauch des ganzen Autos senken. Denn normalerweise greift dem Autofahrer beim Lenken eine Hydraulik unter die Arme. Deren Motor läuft aber immer mit - ob der Fahrer sein Volant nun schön gerade hält oder zwecks Kurvenfahrt an ihm dreht. Der Elektromotor dagegen packt nur dann zu, wenn der Wagen einer Biegung folgen soll - und verbraucht nur dann Strom. Je nachdem wie viele Kurven auf dem Weg des Kraftfahrers liegen, lässt sich so Benzin sparen.

    " Man kann um die drei Prozent Sprit sparen - das kommt nicht direkt in dem Verbrauchszyklus raus, weil das immer geradeaus auf die Rolle ist, aber für die Kunde, speziell die Kunde, die viel im Stadtverkehr fahre, hat das deutlich immer auch bis sechs Prozent Spritersparnis. "

    Mehr Benzin wollen die Entwickler durch genügsamere Motoren einsparen. Ob sie dabei Erfolg haben, testen die Ingenieure auf dem Motorenprüfstand.

    Der Kontrollraum. Helle Tische, Computer, links eine große Sichtscheibe. Dahinter ein Wust von Kabeln, Schläuchen und Metall - ein Motor. Vor einem Rechner sitzt ein Entwickler und steuert ihn.

    " Was machen Sie gerade? "

    Horst Schulte leitet die Entwicklung der Motoren und Getriebe.

    " Hierbei geht's um eine Dieselmotorische Verfahrensabstimmung, der Dieselmotor hat da auch noch Potentials, auch wenn sie, was den Kraftstoffverbrauch betreffen, nicht so groß sind, aber Möglichkeiten gibt's da auch. "

    Benzinmotoren dagegen lassen sich noch deutlich genügsamer konstruieren. So haben Ingenieure gerade erst damit begonnen, den Treibstoff - Benzin - direkt in den Zylinder zu spritzen, wie beim Dieselmotor. Ein viel versprechender Weg, ist Horst Schulte überzeugt.

    " Wenn ich jetzt an den Otto-Motor denke, da können wir also sehr gut noch 15, vielleicht sogar noch mehr Prozent Verbrauchseinsparung realisieren. "

    Damit könnte das Unternehmen allein durch die Motor-Entwicklung die EU-Vorgabe von 130 Gramm CO2 pro Kilometer erreichen. Dazu gehörte aber nicht nur die Direkteinspritzung von Benzin, sondern auch ein Diät-Programm für Motoren - sie sollen leichter werden. Nicht nur der große Block, sondern auch die kleinen Teile.
    " Gut, Sie sehen hier zum Beispiel Prototypen von Ventilen."

    Jürgen Wesemann, Materialforscher des Unternehmens, hält den das Ventil zwischen Daumen und Zeigefinger - ein knopfgroßer Teller mit dem langen Stift daran. Es ist aus Aluminium statt Stahl, und damit deutlich leichter.

    " Der Vorteil ist, das Sie dadurch zu einer Reibungsreduzierung, und damit zu reduzierten Emissionen und reduziertem Verbrauch kommen. "

    Weniger Reibung will der Entwickler auch durch spezielle Beschichtungen in den Zylindern erreichen - das soll den Kolben die Arbeit erleichtern.

    Aber auch die Karosserie kann noch schlanker werden. Jürgen Wesenmann setzt dafür auf neue Produktionsmethoden und die Kombination von Kunststoff und Stahl. Den geforderten CO2 Grenzwert sollten Unternehmen wie Ford also bis 2012 einhalten können.