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StartseiteCorso"Damals hat Common eine Afro-Beat-Macke gehabt"05.05.2015

Mein Klassiker"Damals hat Common eine Afro-Beat-Macke gehabt"

Fritz Kalkbrenner ist Sänger, Musikproduzent, Journalist und der kleinere Bruder von Techno-DJ Paul Kalkbrenner. Gemeinsam produzierten sie den Soundtrack zum Film "Berlin Calling", als Solist mixt Fritz Technobeats mit Gitarrensamples, Funk oder Soul und singt dazu eigene Texte. Seine Wurzeln liegen im Hip-Hop, sein Klassiker dort: das Album "Like Water for Chocolate" von Common.

Aufgezeichnet von Winfried Hammelmann

Der Plattenspieler (Turntables) einer Musikanlage, aufgenommen am 14.04.2005 (picture-alliance/ ZB / Andreas Lander)
"'Like Water for Chocolate' - das ist großartig produziert, sehr homogen, wirklich knackig" (picture-alliance/ ZB / Andreas Lander)
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Hallo, hier ist Fritz Kalkbrenner und mein Klassiker ist Common mit "Like Water for Chocolate" - das ist eine Hip-Hop-Platte vom besagten Künstler Common, die kam so 2000 raus. Zu dem Zeitpunkt hat Common eine ganz große - na, ich sag mal - Afro-Beat-Macke gehabt.

Ist ein ganz großartiges Album. Für mich sogar - na ja - Top 3 - die besten Hip-Hop-Alben. Und das war so in der Zeit - wie alt werde ich da gewesen sein? - so 18, 19, da gehört einem ja angeblich die Welt. Das war eine sehr sehr schöne Zeit und das war ein schöner Begleiter. Und die ist immer noch taufrisch nach diesen 15 Jahren.

Da gibt's natürlich den Titel, der am meisten sozusagen da aus der Reihe tanzt, weil: Es ist natürlich eine Hip-Hop-Platte. Die letzte Nummer auf dem Album. Common hat zur der Zeit auf verschiedenen Alben das immer beherzigt: Er hat seinen Vater - ein ehemaliger Black-Panther-Aktivist - sozusagen sprechenderweise resümieren lassen. Und von den verschiedenen Alben ist immer die letzte Nummer mit seinem Vater, und auf dem Album ist es - wie ich finde - musikalisch wie inhaltlich die beste davon.

Ich bin in der Zeit von der Schule geflogen. Hab nicht viel gemacht. Hab in einem leeren Haus gewohnt als einziger. War auch schwierig, aber war auch eine schöne Zeit, von daher ... na ja, so die letzten Züge der Jugend.

Weitere Anspieltipps sind natürlich der Opener "Time travelin'": Das sind so sechs Minuten, wobei die ganze Zeit die Stimme sozusagen durch einen FM-Filter, also so wie man das durch eine kleine Radio-Box kennt - ist auch sehr nett.

Und natürlich die damalige Single, die war von Premier produziert: "The 6th Sense".

"Thelonius" ist auch eine sehr gute Nummer auf dem Album; die ist dann auch von J Dilla produziert worden, und der hat da ganz großartig so ein Herbie-Hancock-Piano-Loop zerschnippelt. Ich habe bis heute nicht begriffen, wie er es gemacht hat. Also, das ist ein sehr schönes Stück.

Common: "Like Water for Chocolate" - das ist großartig produziert, sehr homogen, das ist wirklich knackig damals ausgearbeitet worden. Heutzutage weiß ich genau, wie da was funktioniert hat und so. Und das sind Dinge, die man nicht wiederholen kann, also nicht zurückholen kann.

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