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StartseiteCorsoDie Beastie Boys als Inspiration für die Arbeit11.02.2014

Mein KlassikerDie Beastie Boys als Inspiration für die Arbeit

Der Berliner Zeichner, Buchillustrator und Kunstprofessor Georg Barber alias ATAK hört bei der Arbeit gerne Musik: Und sein Klassiker sind hierbei die Beastie Boys, die ihm Energie geben.

Von Anette Selg

Hallo! Ich heiße Georg Barber, arbeite unter dem Pseudonym ATAK als Comiczeichner und Illustrator und meine Klassiker sind die Beastie Boys.

Musik - Beastie Boys: Fight for your right

Warum die Beastie Boys? Muss man überlegen, wo man anfängt. Beim Arbeiten höre ich sehr viel Musik und eigentlich ständig laufen auch die Beastie Boys. Das ist ja so eine amerikanische Hip-Hop-Band, die ersten weißen, die eigentlich diese schwarze Musik des Hip-Hops für sich benutzt haben. Und was die aber bei ihrer Musik immer schaffen und bei ihren Produktionen und ihren ganzen Platten, dass sie halt immer Spaß dabei haben.

Musik - Beastie Boys: Jimmy James

Bei der "Check your head", gleich der erste Titel "Jimmy James": Das ist so ein Zitat auch noch von Jimi Hendrix, wo sie den Basslauf nehmen. Das basiert total auf dem Bass. Dann kommt der Rhythmus. Und der könnte bei mir den ganzen Tag laufen, immer nur der Rhythmus und dann schreien die da drauf. Das ist schon so ein Titel, der mir Energie gibt.

Der Rhythmus und die Kraft von den Beastie Boys, die kitzeln etwas bei mir hervor. Weil ich manchmal auch sehr melancholisch oder ein bisschen düster bin. Aber da kommt auf einmal so eine andere Kraft. Und dann merkt man, ja darum geht's.

Musik - Beastie Boys: Intergalactic

Man merkt, das ist das Allererste: Spaß bei der Sache zu haben. Und man macht dann ein Video, man setzt sich da Perücken auf und man persifliert das. Aber es ist nicht ein Konstrukt. Das ist einfach so, weil man irgendwie von allem was nimmt, aber das zusammenführt. Und das ist auch, was dann bei meiner Arbeit – obwohl ich visuell arbeite –, aber vom Hip-Hop dann doch beeinflusst ist. Man nimmt von etwas, mixt es zusammen und dann kommt es im Prinzip wie so eine andere Energie raus.

Musik - Beastie Boys: Namasté

Ich kann mich erinnern, dass ich mal geträumt habe. Dann saß ich mit zwei Beastie Boys in so einem Café und dachte im Traum: Also, das ist jetzt nicht echt, das ist nicht echt! Und ich wusste, dass die auch an Comics interessiert sind und haben auch ein eigenes Magazin und hatten viele Freunde, die auch Comics gezeichnet haben. Und man hat sich so unterhalten. Das war alles im Traum, so vollkommen real.

Und dann kam plötzlich – was ja manchmal so abends, wenn man im Café sitzt –, dann kamen auf einmal diese Fotografen. Und ich weiß, wie ich im Traum überlegt habe: Lass ich jetzt mich fotografieren mit MC A, und habe das dann als so ein Polaroid für immer, für die Ewigkeit? Und dann dachte ich, es ist aber eigentlich uncool. Man macht sich dann so zu einem Fan-Nerd und hatte ja gerade so eine freundschaftliche Beziehung aufgebaut.

Über Georg Barber
Der Berliner Zeichner und Illustrator Georg Barber alias ATAK beschäftigt sich seit vielen Jahren mit Comics. Schon als Kind hat er sich eigene Comic-Geschichten ausgedacht. In der DDR hat Barber eine Lehre als Schrift- und Grafikmaler bei der DEWAG absolviert – der "Deutschen Werbe- und Anzeigengesellschaft". Für die DEWAG hat er Wanderkarten illustriert, Aufsteller für den Berliner Vergnügungspark Plänterwald entworfen, aber auch offizielle Transparente für 1.-Mai-Kundgebungen gezeichnet. 1989 hat ATAK das Berliner Comic-Magazin "Renate" mitgegründet. Das Heft existiert noch heute – und außerdem die "Renate"-Comicbibliothek in der Berliner Tucholskystraße, mit über 10.000 Bänden.
Heute arbeitet ATAK als Buchillustrator und freier Künstler. Seine Bilder werden in Austellungen in Paris, Berlin, Stockholm oder Helsinki gezeigt. 2013 hat er Mark Twains letzte Erzählung "Der geheimnisvolle Fremde" neu illustriert und interpretiert. Im Herbst ist sein farbenprächtiges Bilderbuch "Der Garten" erschienen. Zur Zeit malt er an einem Kinderbuch über die letzte Wandertaube Martha, das im Frühjahr 2014 erscheinen wird. Professor für Illustration ist er auch, an der Kunsthochschule Burg Giebichenstein bei Halle.

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