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StartseiteCorsoJimmy Somerville liebt "Love To Love You Baby"28.10.2014

Mein KlassikerJimmy Somerville liebt "Love To Love You Baby"

Er kommt aus Glasgow, lebt seit vielen Jahren in London, war der Sänger von Bronski Beat sowie den Communards: Jimmy Somerville. Sein größter Hit "Smalltown Boy" erzählt die Geschichte eines Jungen, der sein Schwulsein feststellt, sich von seinen Eltern nicht verstanden fühlt und sie verlässt. Disco-Pop von 1984 - vor 30 Jahren eine Riesennummer von einem sehr kleinen Mann mit Falsett-Stimme.

Der britische Sänger Jimmy Somerville (picture alliance / dpa / Soeren Stache)
Der britische Sänger Jimmy Somerville (picture alliance / dpa / Soeren Stache)

Jimmy Somerville veröffentlichte nach dem Ende der Communards nur noch sporadisch CDs veröffentlicht und engagierte sich stattdessen für die Rechte schwuler Männer und lesbischer Frauen in Großbritannien. Bald erscheint aber wieder eine neue CD von ihm, eine Disco-CD, wie er "Corso" erzählte.

Somervilles Klassiker ist ein Song aus dem Jahr 1974: Donna Summers "Love To Love You Baby". 

Mein Klassiker: Donna Summer: "Love To Love You Baby"

Mein Name ist Jimmy Somerville, ich bin ein Sänger und ich bin bei einem Klassiker. Momentan höre ich wieder ganz viel Donna Summer, ich habe gerade eine eigene Disco-CD gemacht, und ich habe Disco, den ich seit Jahrzehnten nicht gehört habe, wiederentdeckt - das war ein Vergnügen.

Der erste Song, zu dem ich in einem Erwachsenen-Club je getanzt habe, war Donna Summers Liebes-Trilogie "Love To Love You Baby", 17 Minuten lang, ich tanzte 17 Minuten nonstop, das erste Mal in einem Erwachsenen-Club.

Donna Summer: "Love To Love You Baby"

Ich meine, Donna Summer war US-Amerikanerin, doch sie lebte in Hamburg, um das Musical "Hair" zu machen. Sie traf Giorgio Moroder, den Produzenten, sie gingen nach München, Moroders Firma hieß Musicland Studios, und als Jugendlicher fantasierte ich in meinen Träumen, was Musicland, Musikland, wohl war. Sie jetzt wieder zu hören erinnert mich daran, was ich mochte, als ich jünger war.

Ich war 15, gerade 15, lebte in Glasgow, in Schottland, und war in diesem Club, der hieß "Shuffles".

Das Spezielle für mich an Donna Summer war. Sie war eine schwarze Sängerin und sie hatte einen Gospel-Background, aber sie fiel nicht in Stereotype, sie fiel nicht in Klischees schwarzer Sängerinnen. Und sie experimentierte mit elektronischer Disco-Musik, sie kreierte diesen tatsächlich fremden, wunderbaren Klang. Das beste Beispiel war halt jener Song, als ich ihn das erste Mal hörte, konnte ich nicht glauben, was da passierte. Es war wie: Wow, das Beste, was ich je gehört hatte. Ich habe sie nie getroffen, nein.

Sie hatte nur vier, fünf Jahre an der Spitze, die ganz erfolgreichen LPs erschienen kurz hintereinander, 1977, 1978. Das allerbeste Album war für mich dann "Once Upon A Time", die Arrangements waren speziell. Und der Song darauf ist "Queen For A Day", denn die erste Hälfte dieses Songs ist komplett vom Synthesizer, plötzlich spielt das Klavier ein paar Akkorde und anschließend geht es orchestriert durch den halben restlichen Song. Wirklich fantastisch. Donna Summer. "Queen For A Day".

 

 

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