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MeinungsforscherKlimapolitik "kann neue soziale Spaltung bringen"

Demonstration von Schülerinnen und Schülern der weltweiten Bewegung "FridaysForFuture"-Bewegung mit Seifenblasen und einem Schild, auf dem "Save The World Now" steht, aufgenommen am 22. März 2019 in Berlin (imago images / IPON)
Demonstration der "FridaysForFuture"-Bewegung (imago images / IPON)

Nach Ansicht des Meinungsforschers Klaus-Peter Schöppner hat die Klimapolitik das Potenzial, eine soziale Spaltung in Deutschland herbeizuführen.

Derzeit könne sich Deutschland das Thema angesichts der guten Konjuktur leisten, sagte Schöppner im Deutschlandfunk. "Das kann aber umschlagen, wenn aus dem sozial gewünschten Thema ein Kosten- und Aufwandsthema entsteht." Deutschland stehe möglicherweise vor einer Rezession. Dann könnten die Kosten für die Verkehrs- und Energiewende in eine neue soziale Spaltung münden. Nichts sei schlimmer als einseitige politische Fokussierung, die die wirtschafliche Situation außen vor lasse, betonte Schöppner.

Die Grünen hätten es in der Klimapolitik vor den Europawahlen geschafft, als die Partei zu gelten, die sich um Inhalte kümmere. "Ein gelungener Kontrast", sagte Schöppner. Denn SPD und CDU hätten sich in den Augen der Öffentlichkeit vorrangig um eigene Personalien gekümmert. Die Proteste von Schülerinnen und Schülern bei "Fridays for Future" hätten zudem Eindruck bei älteren Menschen hinterlassen und die allgemeine Zustimmung für den Klimaschutz erhöht - für 75 Prozent spiele das Thema bei der Wahlentscheidung eine Rolle. Noch nie habe sich eine jüngere Generation politisch so engagiert.

Schöppner fügte hinzu, 50 Prozent der Menschen würden derzeit sagen, dass sie ihr Flugverhalten zugunsten des Klimas einschränken wollten - die Passagierzahlen würden dies aber nicht belegen.