Forschung Aktuell

Donnerstag, 18. Juli 2013

Genetik Das für das Down-Syndrom verantwortliche Chromosom läßt sich abschalten.

Das hat ein internationales Forscherteam im Labor gezeigt. Beim angeborenen Downsyndrom haben Menschen ein überzähliges Chromosom: neben den üblichen zwei Exemplaren des Chromosoms 21 haben sie noch ein drittes . Dadurch kommt es zu körperlichen und geistigen Behinderungen. Im Fachmagazin "Nature" schildern die Forscher nun, wie es ihnen gelang, die überzählige dritte Kopie des Chromosoms 21 in menschlichen Zellen außer Gefecht zu setzen. Sie nutzten dafür ein Prinzip, das in den Zellen weiblicher Säugetiere wirkt. Während männliche Säugetiere die Geschlechtschromosomen XY tragen, besitzen Weibchen zwei X-Chromosomen. Eines davon schaltet sich selbst aus und zwar mit Hilfe des sogenannten XIST-Gens. Dieses Gen führt dazu, dass das gesamte Chromosom dicht von Proteinen umhüllt wird, damit die Gene darauf nicht mehr abzulesen sind. Als die Forscher ein XIST-Gen in eine der Kopien des Chromosom 21 einschleusten, passierte, was sie vermutet hatten: das überzählige Chromosom war weitgehend inaktiv geworden. Ob diese Technik im Tierversuch erfolgreich ist, solle jetzt erforscht werden. Von einer Therapie für Menschen mit Down-Syndrom sei man allerdings noch sehr weit entfernt. [tj]

(Quelle: Nature)

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