Forschung Aktuell

Donnerstag, 27. Februar 2014

Wissenschaftsethik Heute sorgt vor allem eine Nachricht des Fachmagazins "Nature" für Kopfschütteln.

Offenbar ist es Forschern nämlich wieder mal gelungen, komplett unsinnige wissenschaftliche Artikel in Fachmagazinen unterzubringen. In den Jahren 2008 bis 2013 wurden in Fachzeitschriften für Informatik mehr als 100 Artikel veröffentlicht, deren Sätze von einem Zufallsgenerator zusammengewürfelt wurden - ihr Inhalt also war reiner Nonsens. Das hat ein Informatiker der Universität Grenoble herausgefunden.

Eigentlich soll in Fachverlagen ein Expertengremium prüfen, ob eingereichte Arbeiten seriös sind und fachlich richtig. Erst wenn dem so ist und die wissenschaftlichen Methoden kritisch hinterfragt wurden, sollen die Arbeiten veröffentlicht werden. Dieses Peer Review genannte Verfahren aber scheint nach wie vor nicht eingehalten zu werden. 

Der Informatiker, der jetzt in Nature berichtet, Cyril Labbé, - hatte schon 2012 gefälschte Wissenschaftsartikel entdeckt und dem US-amerikanischen Informatikerverband gemeldet. Der hatte Besserung gelobt, aber erst im Dezember vergangenen Jahres entdeckte Labbé wieder einen Fakeartikel. Nach wie vor fehlt es also an einer funktionierenden Kontrolle. Und das ist nicht nur die Erfahrung dieses Forscher - im vergangenen Herbst hatte der Biologe John Bohannon ähnliche Erfahrungen vermeldet. Er reichte ein unsinniges Manuskript bei 300 Zeitschriften ein und - man höre und staune - 180 haben den Quatsch veröffentlicht. [tj]

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