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Montag, 18. Juli 2011

Biologie Wir sind alle ein bisschen Neandertaler

Ein internationales Forscherteam hat über 6000 genetische Proben von Menschen aus aller Welt analysiert. Sie entdeckten dabei, dass Gen-Sequenzen auf dem menschlichen X-Chromosom, die vom Neandertaler stammen, weit verbreitet sind. Einzig bei Menschen, die in Afrika südlich der Sahara leben, seien die genetischen Varianten nicht zu finden, berichten die Forscher im Fachblatt "Molecular Biology and Evolution". Der Neandertaler gilt nicht als direkter Vorfahre des modernen Menschen. Im Nahen Osten lebten er und Homo sapiens wahrscheinlich mehrere zehntausend Jahre im gleichen Gebiet und hatten auch gemeinsame Nachfahren. Die Daten, so die Forscher, belegten, dass die Einkreuzung sich sehr früh in der Ausbreitung des Menschen ereignet haben müsse. Möglicherweise seien es sogar solche Genzugaben gewesen, die den Erfolg des Homo sapiens bei der Besiedelung der Welt gefördert hätten. Bereits 2010 hatten deutsche Forscher berichtet, dass der Anteil von Neandertaler-DNA in heutigen Europäern und Asiaten bei ein bis vier Prozent liegt. //[mawi]//

(Quelle: Molecular Biology and Evolution;DOI:10.1093/molbev/msr024)

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