Markt und Medien

Samstag, 5. Oktober 2013

Fernsehen Diskussion um Studie der Otto-Brenner-Stiftung

Die Arbeitsstelle Medienanalyse an der FU Berlin ist in einer vergleichenden Inhaltsanalyse für das Fernsehen von SWR Rheinland-Pfalz und NDR Niedersachsen zu dem Ergebnis gekommen, dass die Programmleistung der Sender stark von Wiederholungen geprägt sei. Die Medienforscher hatten sich u.a. eine Woche im Herbst genauer angesehen, so der Leiter der Untersuchung Professor Joachim Trebbe: "Und da haben wir eben u.a. festgestellt, dass über 40 Prozent der Sendeminuten an so einem durchschnittlichen Sendetag keine Erstsendungen sind, sondern Programme, die am Tag vorher oder am gleichen Tag entweder im gleichen Programm oder in einem anderen Programm der ARD, einem dritten Programm der ARD, schon einmal gelaufen sind." Auch die Art und Weise mit welcher inhaltlichen Gewichtung – also in Richtung Emotion oder Politik - Themen ins Programm genommen wurden, wurde von den Forschern untersucht: "Diese Thematisierungsanalyse haben wir gemacht für die Programme, und dabei haben wir eben festgestellt, dass dieser so genannte Human-Touch-Bereich, also die Berichterstattung über prominente Menschen, Emotionen, Unfälle und Verbrechen, usw. im Vergleich zu ARD und ZDF erhöht ist und damit so in etwa in der Liga von RTL spielt, was so die%anteile an einem durchschnittlichen Sendetag angeht." Wie Professor Joachim Trebbe gegenüber Markt und Medien weiter erklärte, würde er jedoch nicht von einer Boulevardisierung der Dritten Programme sprechen, dafür sei die vergleichende Datenlage zu dünn. Die Otto-Brenner-Stiftung hat dies jedoch getan. Der SWR verwahrte sich in einer Stellungnahme gegen diese Interpretation. Noch einmal Professor Joachim Trebbe: "Aus meiner Sicht ist es so, dass die Otto-Brenner-Stiftung als einer der Finanzierer und auch der Publisher der Studie das Recht hat, diese Daten zu kommentieren und aus einer bestimmten Perspektive zu interpretieren. Ich finde es genauso legitim, dass sich der SWR diese Daten nimmt und sagt: Aber guckt mal, wir haben einen Anteil an politischen Themen von 10 Prozent oder unsere publizistischen Anteile liegen bei 70 Prozent."

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