Markt und Medien

Samstag, 20. September 2014

Internes Papier Der ARD-Programmbeirat kritisiert Ukraine-Berichterstattung

Vereinzelte Sendungen, sollen seiner Meinung nach wenig differenziert gewesen sein. In dem Dokument des Programmbeirats, aus dem „Heise Online" zitiert, heißt es: Die Berichterstattung habe teilweise den Eindruck der Voreingenommenheit erweckt und sei tendenziell gegen Russland und die russischen Positionen gerichtet gewesen.

Weiter heißt es: Titel von Talk-Shows hätten antirussische Tendenzen erkennen lassen, viele Sendungen seien fragmentarisch und es habe an umfassender Berichterstattung gemangelt. So urteilt der Programmbeirat. Er selbst war für eine Stellungnahme nicht zu erreichen. Ein Sprecher der ARD-Programmdirektion sagte gegenüber "Markt und Medien", dass solche Dokumente streng vertraulich seien und nicht zur Veröffentlichung bestimmt.

Der ARD-Chefredakteur Thomas Baumann nimmt die Kritik des Beirats zwar sehr ernst, weist sie aber zurück.

Er sagte gegenüber „Markt und Medien":

"Unsere Berichterstattung in Sachen Ukraine-Russland ist sicherlich russlandkritisch, aber nicht russlandfeindlich. Wir haben in praktisch in allen Gesprächsendungen, auch Leute gehabt, die die russische Position vertreten haben – also nicht fragmentarisch. Wir haben ein Gesamtbild gegeben und wir sind nicht einseitig. Wir haben durchaus auch westliche Positionen, etwa zum EU-Assoziierungsabkommen mit der Ukraine und zur NATO-Osterweiterung kritisch beleuchtet."

Der ARD-Programmbeirat soll die gesellschaftlichen Interessen vertreten und dafür sorgen, dass der Programmauftrag des öffentlich-rechtlichen Rundfunks umgesetzt wird. Seine Einschätzungen haben dabei einen eher "empfehlenden Charakter".

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