Markt und Medien

Samstag, 26. März 2011

Fernsehen Tabubrüche sind im Fernsehen Taktik

Zu diesem Ergebnis kommt eine Studie, die im Auftrag der Landesmedienanstalt in Nordrhein-Westfalen erstellt wurde. Wissenschaftler hatten 418 Fernsehformate des Genres "Reality TV", die zwischen 2000 und 2009 gesendet worden waren, untersucht. Zwar habe es keine generelle Steigerung der Skandalisierung gegeben, bezogen auf einzelne Sendungen wie "Deutschland sucht den Superstar" jedoch schon, erklärt Margreth Lünenborg, Journalistikprofessorin an der Freien Universität Berlin. ##"Wir sehen, dass gezielt Protagonisten gecastet werden, die dann auch ausgestellt werden als "Looser" in extremer Form. Dass also eine gewisse Fallhöhe hergestellt werden muss, vor der nachher auch Sieger als strahlende Sieger dastehen können. Das gehört ganz offenkundig zum dramaturgischen Setting. Und auch eine Jury wird so zusammengesetzt, dass es darin die Bösen, die ganz Bösen und die Lieben gibt. Das ist auch ein Stück Dramaturgie, das ist ein Stück Aufregung, die mit solchen Formaten provoziert wird."## RTL dagegen argumentiert, dass in den Sendungen das dargestellt werde, was auch im normalen Leben stattfinde. Ein Argument, das Prof. Lünenborg, eine der Autorinnen der Studie, nicht gelten lässt. ##"Das ist ein bisschen naives Verständnis vom richtigen Leben. Fernsehen ist nie das richtige Leben. Fernsehen liefert uns eine professionell aufbereitete, dramaturgisch gestaltete Medienwirklichkeit. Das bildet nichts ab. Das tun keine Nachrichten, das tut keine Super Nanny und das tut noch viel weniger ein Juror bei Deutschland sucht den Superstar. Das sind redaktionelle und dramaturgische Entscheidungen. Ich kann Glocken laut wummern lassen, wenn eine Frau mit mehr Körperfülle sich bewegt oder ich kann das lassen. Das sind ganz bewusst dramaturgische Entscheidungen, da wird nichts abgebildet."##

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