Markt und Medien

Samstag, 3. März 2012

Proteste gegen Reformen beim WDR-Hörfunk

Journalisten, Autoren, Künstler und Wissenschaftler aus Nordrhein-Westfalen und darüber hinaus wenden sich in der Initiative Die Radioretter mit einem offenen Brief an WDR-Intendantin Monika Piel. Sie protestieren gegen eine Strukturreform des dritten WDR-Hörfunksenders. In rund einer Woche beteiligten sich bis heute fast 8.000 Bürger an der Protestaktion. Der Sprecher der Initiative, der Philosophie-Professor Hans-Joachim Lenger, gegenüber Markt und Medien: ##"Wir beobachten seit vielen Jahren schon, dass in WDR 3 ein Abbau dessen betrieben wird, was Kulturradio heißt und mit der neuesten Reform sollen diese Maßnahmen zur Transformation, zum Abbau dieses Kulturradios eigentlich abgeschlossen werden. Da wird also beispielsweise eine für Nordrhein-Westfalen sehr bedeutende Sendung wie die Resonanzen de facto in ein Wiederholungsformat umgewandelt. Da wird die politische Information, die politische Debatte, der politische Kommentar abgebaut und so weiter und so fort."## Der Hörfunkdirektor des WDR, Wolfgang Schmitz, wies das Anliegen der „Radioretter“ in einem gleichfalls offenen Brief zurück. Die Initiatoren seien von einem Kulturradio-Begriff der 70er Jahre inspiriert, schrieb Schmitz. Professor Lenger verweist hingegen auf den Protest, der sich innerhalb des Senders gleichfalls formiert habe. ##"Unser begründeter Eindruck ist, dass auch die demokratischen Abstimmungsprozesse innerhalb des WDR gar nicht funktionieren. Die Redaktionsvertretung, die sich vor geraumer Zeit schon zu Wort gemeldet hatte zu diesen Plänen, ist bis heute noch mit keiner Antwort beschieden worden. Es muss also Druck von außen gemacht werden, also von den Hörerinnen und Hörern. Wir werden jedenfalls in den Anstrengungen nicht nachlassen, diese Debatte um die Frage, worin öffentlich-rechtlicher Rundfunk seine Aufgaben findet, was die Aufgaben eines Kulturradios sind, diese Fragen weiterhin zu thematisieren, beispielsweise denken wir daran, eine öffentliche Veranstaltung zu machen, an der sich dann Wissenschaftler, Medienexperten, Hörerinnen und Hörer, Journalisten, usw. beteiligen, um die Grundsatzfrage mal aufzuwerfen, in welche Richtung soll sich eigentlich der Rundfunk entwickeln."## Der Rundfunkrat des WDR hat die Geschäftsleitung des Senders gestern aufgefordert, dem Programmausschuss ein Gesamtkonzept für WDR 3 vorzulegen. Es müsse ein anspruchsvolles Kulturprogramm bleiben.

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