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08.01.2007

Veterinärmedizin In den USA gibt es Hilfe für dicke Hunde.

Die amerikanische Gesundheitsbehörde FDA hat grünes Licht gegeben für einen Appetitzügler, speziell für Hunde. Das neue Präparat Slentrol drosselt nach Angaben des Herstellers den Appetit von Hunden und vermindert im Darm die Aufnahme von Fett. Als Nebenwirkungen drohen allerdings: Erbrechen, Durchfall, Müdigkeit und Appetitverlust. Fünf von 100 amerikanischen Hunden gelten als fettleibig, weitere 20 bis 30 Prozent sind zu dick. Dicke Haustiere leiden unter gesundheitlichen Problemen wie Gefäßschäden oder Diabetes. Der Appetitzügler sei nur für Hunde zugelassen und keinesfalls für Menschen geeignet, betonte die Behörde FDA. //[mawi]]//

Meteorologie Das Eis in der Ostsee kommt mit Verspätung.

Etwa acht Wochen später als üblich beginnt sich auf der nördlichen Ostsee Eis zu bilden - vor allem im nördlichen Teil der Bottenvik und im östlichen Teil des finnischen Meerbusen. Das teilte das Bundesamt für Seeschifffahrt und Hydrographie (BSH) heute in Rostock mit. Mit Eis an der deutschen Ostseeküste sei allerdings wegen der anhaltenden milden Witterung in naher Zukunft nicht zu rechnen. //[mawi]]//

Medizin Krebs bildet sich wahrscheinlich aus Stammzellen.

Einen weiteren Beleg für diese Annahme haben israelische und US-amerikanische Forscher gefunden. Gene, die typischerweise in Stammzellen vorübergehend ausgeschaltet sind, sind häufig auch in Krebszellen ausgeschaltet, berichten die Forscher im Fachblatt "Nature Genetics“. Von 177 in embryonalen Stammzellen vorübergehend ausgeschalteternGenen waren 77 Gene auch in Darmkrebszellen ausgeschaltet. Hier allerdings dauerhaft. Ausgeschaltet sind vor allem Gene, die dafür sorgen, dass Zellen sich ausdifferenzieren, also nur noch spezielle Aufgaben übernehmen können. Wenn Stammzellen sich in Krebszellen verwandeln, vermuten die Forscher, werden die vorübergehend ausgeschalteten Gene dauerhaft stumm geschaltet, mit Hilfe eines speziellen Mechanismus, der so genannten Methylierung. //[mawi]]//

Medizin Forscher in Taiwan packen Insulin in Nano-Tabletten.

Forscher der Tsing-Hua-Universität Taiwan haben mit Chitosan aus Garnelen-Schalen winzige Nanopartikel konstruiert, die Insulin aufnehmen können. Die Nanopartikel sollen dafür sorgen, dass das Insulin unbeschadet den sauren Magen passieren kann und erst über den Darm ins Blut gelangt. In ersten Tests an zuckerkranken Mäusen haben sich die Nanopartikel bewährt. Die Blutzuckerwerte der Tiere ließen sich gut regulieren. Tests an Menschen stehen noch aus. //[mawi]]//

Quelle: Biomacromolecules Online

Medizin Resistente Aids-Viren leuchten grün.

Forscher der Duke University im US-amerikanischen Durham haben einen neuartigen Test entwickelt. Mit ihm lassen sich im Blut von HIV-Patienten Viren aufspüren, die resistent sind gegen gängige Aids-Medikamente. Für den Test haben die Forscher farbige Sonden entwickelt. Sie heften sich an typische Stellen im Virus-Erbgut., die Gene für die so genannte reverse Transkriptase sowie für die Protease. An die normale unveränderte Form der Gene heften sich rot leuchtende Sonden, an veränderte Gene grün leuchtende Sonden. Ist die Zahl der grünen Markierungen in einer Blutprobe groß, bedeutet das: Medikamente, die sich gegen die reverse Transkiptase oder die Protease des Virus richten, wirken nur noch schlecht, schreiben die Forscher in der Online-Ausgabe von "Nature Methods“. Die Therapie muss dann umgestellt werden auf andere Anti-Virus-Medikamente. Da der Test sehr empfindlich sei, könne der Erfolg einer Behandlung frühzeitig vorhergesagt werden, so die Forscher. //[mawi]]//

Stammzellforschung US-amerikanische Forscher finden auch im Fruchtwasser Stammzellen.

Im Fruchtwasser schwangerer Frauen, so berichten Forscher der Wake Forest University im Fachblatt "Nature Biotechnology", lassen sich Stammzellen gewinnen, aus denen sich verschiedenen Zelltypen züchten lassen, unter anderen Muskel-, Knochen-, Gefäß-, Nerven- und Leberzellen. Die fötalen Zellen ließen sich vor oder während einer Geburt leicht aus dem Fruchtwasser gewinnen und anschließend tiefgekühlt in Zellbanken aufbewahren. Bei vier Millionen Geburten im Jahr in den USA, so die Vision der Wissenschaftler, könnten große Stammzellen-Vorräte für medizinische Zwecke angelegt werden. //[mawi]]//
05.01.2007

Medizin Nabelschnurblut ist kein Allheilmittel.

Nach den Berichten über die Behandlung eines leukämiekranken Kindes mit seinem eigenen Nabelschnurblut warnen Ärzte vor überzogenen Hoffnungen. Das heute sechsjährige Mädchen, das vor zwei Jahren Stammzellen aus seinem eigenen Nabelschnurblut bekam, hätte sich möglicherweise auch ohne diese Transplantation erholt, sagte die Geschäftsführerin der Gesellschaft für Kinderkrebskunde, Professor Ursula Creutzig, in Hannover. Welchen Beitrag die Transplantation geleistet habe, lasse sich nicht feststellen. Der Oberarzt Volker Weisbach von der Nabelschnurblutbank an der Universität Erlangen nannte in der Zeitung „Die Welt“ das Vorgehen der behandelnden US-Ärzte „ethisch fragwürdig“. Eigenes Nabelschnurblut von Leukämie-Patienten berge das Risiko, den Blutkrebs erneut auszulösen, weil es bereits Leukämiezellen enthalten könne. Das US- Ärzteteam stellt die nach seinen Angaben weltweit erste Behandlung eines leukämiekranken Kindes mit dem eigenen Nabelschnurblut im Fachblatt „Pediatrics“ vor. //[dk]//

Medizin Zähne lassen in den Knochen blicken.

Osteoporose könnte künftig durch Röntgenaufnahmen der Zähne entdeckt werden. Ein Computerprogramm, das die Kieferknochendichte anhand dieser Röntgenbilder ermittelt und den Zahnarzt auf kritische Werte aufmerksam macht, haben jetzt britische Wissenschaftler laut einem Bericht der Fachzeitschrift „Bone“ entwickelt. Nach Meinung der Forscher sei dieses Verfahren eine kostengünstige Möglichkeit, eine Routineuntersuchung auf Osteoporose durchzuführen, da Röntgenaufnahmen bei Zahnärzten weit verbreitet seien. Allein in Deutschland leiden etwa sieben Millionen Menschen an Knochenschwund. //[dk]//

Neurologie Armut lässt die Intelligenz verkümmern.

Wegen ihrer Armut können weltweit mehr als 200 Millionen Kinder unter fünf Jahren ihr geistiges Potenzial nicht voll ausschöpfen. Das berichten Forscher vom University College in London im Medizinjournal „The Lancet“. Geldmangel führe unter anderem zu schlechter Gesundheit und Mangelernährung. Diese benachteiligten Kinder seien wahrscheinlich schlechter in der Schule, hätten deswegen später ein geringes Einkommen, versorgten ihre Kinder schlechter und trügen die Armut über die Generationen weiter, so die Forscher. Die Forscher schätzen die Zahl der betroffenen Kinder auf insgesamt 219 Millionen. //[dk]//

Quelle: The Lancet, Band 369, Seite 60

Biologie Zuviel Wärme raubt Fischen den Atem.

Wärmere Temperaturen in den Sommermonaten bedrohen die Fische der Nord- und Ostsee. Das haben Forscher vom Alfred-Wegener-Institut für Polar- und Meeresforschung in Bremerhaven nachgewiesen und berichten darüber im Wissenschaftsmagazin „Science“. Die Forscher verglichen Daten aus dem deutschen Wattenmeer mit Laboruntersuchungen an Aalmuttern //Zoarces viviparus//. Diese Art gilt als so genannter Bioindikator und erlaubt auch Rückschlüsse auf andere Fischarten der Nord- und Ostsee. Die Forscher fanden ein geringeres Wachstum und höhere Sterblichkeit der Aalmuttern in warmen Sommern mit Wassertemperaturen von mehr als 17 Grad Celsius. Von 21 Grad Wassertemperatur an konnten die Fische nur noch kurzzeitig überleben, berichten die Forscher. Der Grund: Warmes Wasser bindet weniger Sauerstoff. Die Forscher zeigen damit erstmals einen direkten Zusammenhang zwischen steigenden Temperaturen und den Auswirkungen auf die Fischbestände auf. //[dk]//

Quelle: Science, Band 315, Seite 95

Biologie Eisen lässt Einzeller leben.

Forscher aus Braunschweig und Madrid haben entdeckt, dass das Bakterium //Ferroplasma acidiphilum// seine Energie aus dem Abbau von Eisen gewinnt. Damit zeige der Einzeller eine biochemische Ausstattung, die ihn von allen anderen bislang bekannten Lebewesen unterscheide, so die Forscher, denn //Ferroplasma acidiphilum// nutzt das Eisen für den Aufbau seiner Proteine, in denen zu 80 Prozent Eisen enthalten ist. Möglicherweise hat der Mikroorganismus diese Eigenschaft aus den Frühzeiten der Evolution konserviert. Ihre Erkenntnisse beschreiben die Forscher in der jüngsten Ausgabe der Zeitschrift „Nature“. //Ferroplasma acidiphilum// gehört zu den Archaebakterien, also Mikroorganismen, die in sehr ungewöhnlichen, extremen Lebensräumen existieren können. Ferroplasma lebt an Standorten mit eisenhaltigen Erzen und auch in säurehaltigen Abflüssen aus dem Bergbau. Eine derzeit diskutierte Theorie über die Entstehung des Lebens besagt, dass die frühesten biologischen Moleküle auf Oberflächen mit viel Eisen und Schwefel entstanden sein könnten. //[dk]//
04.01.2007

Medizin Leicht Übergewichtige leben länger.

Männer mit leichtem Übergewicht haben offenbar bessere Aussichten darauf länger zu leben als Schlanke. Zu dieser überraschenden Schlussfolgerung kommt eine Langzeitstudie aus Israel. Über vier Jahrzehnte hinweg waren mehr als 10.000 israelische Männer über vierzig Jahren untersucht worden. Das Ergebnis: wer einen so genannten Body Mass Index von 25 bis 27 hatte, lebt am längsten. Schlechtere Aussichten hatten alle, die über einem Body Mass Index von 27 oder unter 20 lagen. //[tj]//

Medizin Gingko biloba hilft vermutlich kaum bei Demenz.

Ein heute veröffentlichter Vorbericht kommt zu dem Resümee, dass Patienten mit Alzheimer-Demenz wahrscheinlich nicht von Medikamenten profitieren, die Gingko-biloba-Extrakt enthalten. Derzeit verfügbare Studien lieferten widersprüchliche Ergebnisse schreibt das Institut für Qualität und Wirtschaftlichkeit im Gesundheitswesen. Einigen älteren Studien zufolge konnten Demenz-Patienten nach 16wöchiger Behandlung den Alltag besser bewältigen als unbehandelte Patienten. Der Unterschied sei jedoch nur gering und zudem in jüngeren Studien nicht mehr reproduzierbar gewesen, hieß es. //[tj]//

Medizin Leukämiebehandlung mit Nabelschnurblut war erfolgreich.

Weltweit ist zum ersten Mal ein an Leukämie erkranktes Kind erfolgreich mit dem eigenen Nabelschnurblut behandelt worden. Das berichten deutsche und amerikanische Ärzte in der aktuellen Ausgabe der Fachzeitschrift „Pediatrics“. Das Kind war im Alter von drei Jahren an einer akuten lymphoblastischen Leukämie erkrankt. Ein erster Behandlungsversuch mittels Chemotherapie schlug fehl. Vier Monate später erfolgte eine zweite Chemotherapie mit anschließender Infusion von Nabelschnurblut. Heute, zwei Jahre nach dieser Behandlung sei das Kind frei von Leukämiezellen. //[tj]//

Biologie Laubheuschrecke zirpt rekordverdächtig in Ultraschallfrequenz.

Eine bislang unbekannte Heuschreckenart aus dem kolumbianischen Regenwald zirpt außergewöhnlich hoch. Ihre Balzgesänge ertönen in Ultraschallfrequenzen, die noch nie zuvor bei einem Insekt gemessen wurden. Es sind Töne mit einer Frequenz von fast 130 Kilohertz – das sind 130.000 Schwingungen pro Sekunde. Ein Mensch kann dieses Gezirpe nicht mehr wahrnehmen. Kanadische Forscher berichten über ihre Entdeckung im Fachmagazin „Journal of Experimental Biology“. Wie die Laubheuschrecken die hohen Töne produzieren, ist noch nicht ganz klar. Die Forscher vermuten, dass die Tiere einen Flügel hinter den anderen spannen und ihn dann schnell wieder loslassen. Die beiden Flügel könnten dabei wie eine Geige funktionieren, wobei der „Geigenbogen“ an einem besonders biegsamen Stück Haut befestiget ist und beim verbiegen elastische Energie speichern kann. Der andere Flügel hat an der Unterseite eine mit Zähnchen besetzte Schrillkante über die der Bogen zurückspringt und so den hochfrequenten Ton entstehen lässt. //[tj]//

Planetologie Auf dem Saturnmond Titan gibt es mehr als 75 Flüssiggas-Seen.

Aus Radarbildern der Raumsonde „Cassini“ schließen Astronomen, dass es auf dem Titan zahlreiche eiskalte Seen aus Flüssiggas gibt. Wie sie im Fachjournal „Nature“ berichten, haben sie mehr als 75 Seen mit drei bis 70 Kilometern Durchmesser entdeckt. Vermutlich bestehen die Seen aus Methan. Methan ist eines von sehr wenigen Molekülen, das unter den Bedingungen auf der Titanoberfläche bei minus 180 Grad Celsius flüssig sein kann und Hauptbestandteil der Titan-Atmosphäre ist. Ähnlich dem Wasserkreislauf auf der Erde könnte es einen Methan-Flüssigkeitskreislauf auf dem Titan geben, vermuten die Forscher. //[tj]//

Geschichte Ein Klimawandel hat zum Untergang der Tang-Dynastie in China beigetragen.

Im Fachmagazin „Nature“ berichten Wissenschaftler vom Geoforschungszentrum Potsdam von klimatischen Veränderungen zwischen 700 und 900 nach Christus. In dieser Phase war der Monsun im Winter stark und im Sommer schwach, was zu einer kalten, trockenen Witterung und langen Dürreperioden führte. Missernten, Bauernaufstände und schließlich das Ende der Tang-Herrschaft waren die Folge. Basis der Forschung waren Sediment-Proben aus dem Huguangyan-See in Südostchina. Ihre magnetischen Eigenschaften und der Titangehalt geben Hinweise auf die Stärke der Winde des ostasiatischen Monsun-Systems. Höchstwahrscheinlich habe es Veränderungen im tropischen Niederschlag auch auf der anderen Seite des Pazifiks gegeben. Die Forscher verweisen darauf, dass damals auch die so genannte klassische Periode der Maya-Zivilisation endete. //[tj]//
03.01.2007

Chemie Forscher bauen Nanowürfel in Serie.

An der University of Minnesota hat ein Team einen neuen Ansatz für die Herstellung nanoskopischer Würfel und Kugeln aus Siliziumoxid entwickelt. Darüber berichtet die Zeitschrift "Angewandte Chemie": Die meisten der herkömmlichen Herstellungsmethoden für poröse Siliziumoxid-Nanopartikel kranken daran, dass die wachsenden Partikel sehr leicht verklumpen, so dass eine einheitliche Größe nur sehr schwer zu erzielen ist. Die Forscher in Minnesota wählten daher den umgekehrten Weg und erzeugten zunächst eine Gitterstruktur aus Siliziumoxid auf, die sie dann gezielt wieder abbauten. Die so gewonnenen Nanowürfel und - kugeln gelten als zukünftiges Transportmittel für Medikamente im menschlichen Körper. //[dk]//

Quelle: Angewandte Chemie

Medizin Ein Glas in Ehren hilft bei Bluthochdruck.

Forscher der niederländischen Universität Wageningen empfehlen Hochdruckpatienten mäßigen Alkoholkonsum. Ein bis zwei Gläser Bier oder Wein am Tag täten dem Herzen gut, vor mehr Alkohol warnen die Forscher in ihrem Bericht in der Fachzeitschrift "Annals of Internal Medicine" allerdings. Sie konnten bei männlichen Bluthochdruckpatienten einen positiven Effekt von moderatem Alkoholkonsum auf das Herz-Kreislauf-System beobachten. Die Wissenschaftler analysierten dazu Daten von knapp 12.000 Männern mit Bluthochdruck, die in den Jahren von 1986 bis 2002 gesammelt worden waren. Wer nur alle zwei bis drei Tage etwas trinke, profitiere nicht von dem positiven Effekt, so die Forscher. //[dk]//

Quelle: Annals of Internal Medicine, Band 146, Seite 10

Medizin Gendefekt stört das Immunsystem.

Forscher aus Innsbruck, Hannover und Freiburg haben eine genetische Ursache für die Störung der Signalweiterleitung in Zellen entdeckt. Das Fehlen eines zellulären Adapters führe dabei zu Unordnung in der Zelle, die Weiterleitung von Signalen finde nicht mehr zur rechten Zeit am rechten Platz statt, so die Wissenschaftler. Für betroffene Menschen resultiert daraus eine komplexe Störung des Immunsystems. Die Entdeckung ist von allgemeiner Bedeutung, da Zellzyklus- und Differenzierungsstörungen bei vielen Krankheiten, wie zum Beispiel Krebs, eine entscheidende Rolle spielen. Die Forscher untersuchten vor allem, wie die Signale in der Zelle räumlich und zeitlich verteilt werden und stießen bei Patienten darauf, dass der Zelladapter p14 nur in ganz geringen Mengen vorhanden war. Aufgrund dieses Gendefektes waren die weißen Blutkörperchen der betroffenen Patienten verringert und in ihrer Funktion gestört, schreiben die Forscher in der Fachzeitschrift "Nature Medicine". //[dk]//

Quelle: idw

Medizin Mittel gegen Aids lassen sich rascher testen.

Am Universitätsklinikum Heidelberg haben Wissenschaftler erstmals transgene Ratten zur raschen Testung von Anti-HIV-Wirkstoffen eingesetzt. Damit steht ein Tiermodell zur Verfügung, an dem sich auch mögliche Impfstoffe in großer Menge testen lassen, bevor sie am Menschen getestet werden. Die Ratten waren durch gezielte Veränderung ihres Erbmaterials für eine Infektion mit HIV empfänglich gemacht worden. Grundsätzlich sind Mäuse und Ratten nicht für HIV anfällig, darum eigneten sich diese kostengünstigen und in großer Menge verfügbaren Tiere bisher nicht für die Aids-Forschung. Wirksamkeitsuntersuchungen in den wenigen bisher verfügbaren HIV-Tiermodellen waren daher technisch extrem aufwendig, sehr teuer und langwierig. Ihre Arbeit haben die Forscher jetzt in der Online-Ausgabe der Fachzeitschrift "Proceedings of the National Academy of Sciences" veröffentlicht. //[dk]//

Quelle: pnas

Medizin Angriff auf das Bindegewebe.

Rostocker Forschern ist es gelungen, mit bestimmten Substanzen gegen Bindegewebe vorzugehen, das im Laufe von Krebserkrankungen entsteht und Tumoren vor Medikamenten schützt. Die Forscher untersuchten dabei die Entstehung des schwer heilbaren Bauchspeicheldrüsenkrebses. Auch bei der chronischen Entzündung der Bauchspeicheldrüse lagert sich krankhaftes Bindegewebe an, das das Organ nach und nach stilllegt. Die Rostocker Forscher vermuten, dass Tumoren systematisch den Aufbau des Bindegewebes einleiten, um sich zu schützen. Hier liege ein möglicher Weg für die Krebstherapie, so die Wissenschaftler. //[dk]//

Quelle: idw

Meteorologie Temperaturunterschied der Weltmeere bestimmt die Hurrikan-Häufigkeit.

Wissenschaftler vom Kieler Forschungsinstitut IfM-Geomar haben dazu eine neue Hypothese entwickelt, die im Fachblatt "Geophysical Research Letters" veröffentlicht wird. Die Studie zeigt auf, dass der Temperaturunterschied zwischen dem tropischen Nordatlantik und dem tropischen Indischen und Pazifischen Ozean die Hurrikanaktivität über dem Atlantik stark beeinflusst. Der Temperaturunterschied kontrolliert laut den Forschern die vertikale Windscherung, das ist die Änderung des Windes mit der Höhe, über dem Atlantik. Eine schwache Windscherung begünstigt die Entstehung von Hurrikanen, während eine starke Windscherung ihre Entwicklung behindert. Im Jahr 2006 gab es darum so wenige Tropenstürme, nachdem 2005 ein verheerendes Jahr war. Die Forscher hoffen, dank dieser Erkenntnisse künftig Hurrikan-Stürme besser vorhersagen zu können. //[dk]//

Quelle: idw

Medizin Genschaden erhöht Brustkrebsrisiko.

Einem zweimal höherem Brustkrebsrisiko unterliegen Frauen, die einen bestimmten Gendefekt aufweisen. Das haben Wissenschaftler vom Britischen Institut für Krebsforschung herausgefunden. Zudem vermuten die Mediziner, dass in diesem speziellen Genschaden auch eine der Ursachen für die Fanconi-Anämie liegt, einer sehr seltenen, oft tödlich verlaufenden Blutkrankheit bei Kindern. Das betroffene Gen sorgt im Normalfall für die Reparatur mutierter DNA. Fällt es aus, sammeln sich bei betroffenen Menschen immer mehr fehlerhafte Zellen an und erhöhen die Krebsanfälligkeit. //[dk]//
02.01.2007

Neurologie Traumata verringern das Schmerzempfinden.

Das geht aus einer Studie des Militärkrankenhauses im niederländischen Utrecht hervor, die heute im Fachblatt „Archives of General Psychiatry“ veröffentlicht wird. Die Psychologen hatten Kriegsveteranen mit posttraumatischen Belastungsstörungen auf ihr Schmerzempfinden untersucht. Diese mussten ihre Hand auf einen Hitzeblock legen, der zwischen 40 und 48 Grad Celsius heiß war. Eine Kontrollgruppe führte die gleichen Tests durch, bei denen alle Freiwilligen zusätzlich mit einem Magnetresonanztomographen untersucht wurden. Dabei sahen die Forscher, dass die Veteranen nicht nur subjektiv ein geringeres Schmerzempfinden bei den anschließenden Befragungen beschrieben, sondern auch, dass die Hirnregionen, die für das Schmerzempfinden zuständig sind, weniger aktiviert waren als bei den Freiwilligen der Kontrollgruppe. //[mst]//

Medizin Pillen sollen Diabetikern die Insulinspritzen ersparen.

Forscher vom chinesischen Zentrum für Medikamentenentwicklung in Shanghai haben das Molekül Boc5 in Tablettenform bereits erfolgreich bei Tieren getestet. Ähnlich wie das Darmhormon GLP-1, das bei Menschen auf natürliche Weise den Blutzuckerspiegel reguliert, könnte der Wirkstoff langfristig Diabetes-kranken Patienten helfen. Wie die Forscher heute in den Proceedings der US-Akademie der Wissenschaften schreiben, liegt der große Vorteil des Wirkstoffs darin, dass das Medikament oral verabreicht werden kann und nicht wie Insulin gespritzt werden müsste. Die Tests am Menschen stehen allerdings noch aus. //[mst]//

Genforschung Forscher klonen BSE-freie Rinder.

Zumindest besitzen die gentechnisch veränderten Tiere keine natürlichen Prionen-Proteine mehr, die als Erreger der Rinderseuche BSE gelten. Wie die Forscher aus Japan und den USA jetzt im Fachblatt „Nature Biotechnology“ schreiben, erkrankten zumindest in ersten Tests die prionenfreien Zellkulturen nicht an BSE, als die Forscher ihnen Erreger der Rinderseuche beimischten. Die 20 Monate alten geklonten prionenfreien Rinder wurden jetzt mit den BSE-Erregern infiziert. Ob sie tatsächlich gegen die Rinderseuche immun sind, können die Forscher aber erst in einigen Monaten sicher wissen. Auch wenn die Rinder keine Prionen besitzen, scheinen sie völlig gesund zu sein. //[mst]//

Medizin Surfen ist sicherer als Fußballspielen.

Das ist das Ergebnis einer Studie von Medizinern der Brown Medical School in Rhode Island, die heute im Fachblatt „American Journal of Sports Medicine“ vorgestellt wird. Die Forscher hatten medizinische Daten von Surfunfällen ausgewertet, die seit den 60er Jahren systematisch bei Wettkämpfen gesammelt wurden. Demnach verletzt sich ein Durchschnittsurfer, wenn er seinen Sport 100 Stunden ausübt, nur 6,6 Mal. Bei Sportarten mit hartem Untergrund, wie beispielsweise Fußball dagegen, liegt das Verletzungsrisiko mehr als doppelt so hoch. //[mst]//

Raumfahrt Die Nasa produziert noch mehr künstlichen Mondstaub.

Damit will die amerikanische Weltraumbehörde ausreichend Material haben, um Geräte und Maschinen zu testen, die in Zukunft auf dem Mond benutzt werden sollen. Wie die Nasa am Wochenende mitteilte, ist die Herstellung des Mondgesteins schwierig, da die winzigen Körner eine bizarre Form aufweisen müssen. Ursache ist die fehlende Atmosphäre des Mondes, auf dessen Oberfläche Massen von kleinen Meteoriten prasseln, die das Gestein zum Teil anschmelzen. Insgesamt 16 Tonnen Mondstaub wollen die Weltraumforscher herstellen, der dann in Zementsäcken abgepackt an die einzelnen Forscherteams verschickt wird. Als Material soll eine Mischung verschiedener Minerale aus mehreren Regionen der Erde dienen. Bereits in den 90er Jahren produzierte die Nasa 25 Tonnen des künstlichen Mondstaubs, die mittlerweile jedoch aufgebraucht sind. //[mst]//

Fortpflanzungsbiologie Mutter mit 67.

Mit ihren neugeborenen Zwillingen gilt eine Spanierin nun als älteste Gebärende weltweit. Die Babys kamen am Sonntag in einer Klinik in Barcelona per Kaiserschnitt auf die Welt und sind wohlauf, müssen allerdings noch einige Zeit im Brutkasten verbringen. Die Mutter hatte sich in den USA einer künstlichen Befruchtung unterzogen. //[mst]//Mutter mit 67.
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