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10.01.2007

Meteorologie 2006 war das wärmste Jahr in den USA seit Beginn der Wetteraufzeichnungen Ende des 19. Jahrhunderts.

Nach Angaben des Nationalen Klimadatenzentrums in Washington lag die mittlere Temperatur um 1,2 Grad über dem Durchschnitt des vergangenen Jahrhunderts. Vor allem der Dezember sei wärmer gewesen als üblich. Eine der Ursachen dafür sei das Wetterphänomen El Nino, welches das Wasser im Pazifik erwärmt. Aber auch die langfristige Aufheizung der Erdatmosphäre durch Klimagase wie Kohlendioxid und Methan. Weltweit gesehen habe es seit den Klimaaufzeichnungen allerdings schon fünf Jahre gegeben, die wärmer gewesen seien als 2006, so die Forscher. //[ar]//

Biologie Ein großes Gehirn kann Leben retten.

Davon sind spanische Ornithologen überzeugt. Sie hatten die Sterblichkeiten untersucht von rund 200 Vogelarten auf der ganzen Welt und dabei festgestellt: Je schwerer das Gehirn eines Vogels im Vergleich zu seinem Gesamt-Gewicht, desto höher sind seine Überlebens-Chancen. Die Forscher schließen daraus, dass Vögel mit einem großen Gehirn sich flexibler auf neue Situationen einstellen können und insgesamt schneller reagieren. Die Beobachtung der Wissenschaftler können zum Beispiel erklären, weshalb Fasane, die nur ein kleines Gehirn besitzen, öfters von Autos überrollt werden, als Elstern, deren Gehirn deutlich größer ist. //[ar]//

Quelle: NewScientist, Proceedings of the Royal Society B

Medizin Protein-Menge im Blut verrät Risiko von Herzversagen.

Mit einem einfachen Bluttest wollen Mediziner aus San Francisco bestimmen, wie hoch die Gefahr eines Patienten ist, einen Schlaganfall oder ein Herzversagen zu erleiden. Ablesen lasse sich das an der Konzentration einer bestimmten Eiweißverbindung. Je höher der Gehalt des Eiweißes, desto stärker werde das Herz beansprucht und desto größer sei das Risiko, schreiben die Forscher im Medizin-Fachblatt JAMA. Sie hoffen nun, einen Schnelltest entwickeln zu können, der den Ärzten helfen kann, eine geeignete Therapie für den Patienten zu wählen. //[ar]//

Raumfahrt Indische Test-Rakete ist erfolgreich gestartet.

Indien hat heute eine Raumkapsel ins All geschossen, mit der sich das Land vorbereiten will auf eine zukünftige bemannte Weltraum-Mission. Die 44 Meter lange Rakete ist von einer Basis im Süden des Landes gestartet und hat die Kapsel sowie drei Satelliten ausgesetzt. Zwei bis vier Wochen lang soll die Kapsel nun um die Erde kreisen. Und dann in der Bucht von Bengalen ins Meer stürzen. Man wolle dabei Daten gewinnen über die Navigation, Steuerung und Kontrolle der Fähre bei der Wiedereintrittsphase, teilte die indische nationale Raumfahrtagentur mit. Der Versuch gilt als erster Schritt für Indiens Raumprogramm: 2008 will das Land eine erste unbemannte Sonde zum Mond schicken. Bis 2013 eine Mission zum Mars. Danach sind bemannte Flüge geplant. //[ar]//

Biologie Farbenblinde Affen sehen besser.

Zumindest wenn es darum geht, getarnte Insekten zu entdecken. Das haben Wissenschaftler aus Kanada beobachtet. An Kapuzineräffchen in Costa Rica. Die Verhaltensforscher waren den Affen neun Monate lang gefolgt und hatten dabei aufgezeichnet, wovon die Tiere sich ernährt haben. Farbenblinde Affen versuchten viermal öfters, ein getarntes Insekt zu fangen als ihre Artgenossen ohne diese Einschränkung. Die Forscher glauben, dass die farbenblinden Affen stärker auf Formen und Kontraste achten. Damit ist zum ersten mal belegt, dass es biologisch von Vorteil sein kann, wenn man Farben nicht erkennt. So die Wissenschaftler im Fachblatt "Animal Behaviour". //[ar]//

Quelle: sciencenow

Raumfahrt Auch die Briten wollen ins All.

Und zwar im Alleingang. Erste Pläne dafür hat ein Privatunternehmen entwickelt. Im Auftrag des britischen Astronomie-Forschungs-Beirates. So sei es möglich, im Jahr 2010 vier Projektile mit Messinstrumenten auf den Mond zu schießen. Von einer Raumsonde aus, berichtete heute der Sender BBC. Einige Jahre später könne dann sogar eine Sonde auf dem Mond landen. Bei den Plänen handelt es sich noch nicht um einen offiziellen Vorschlag an die Regierung. //[ar]//

Stammzellen Regierung will am Stammzellgesetz festhalten.

Das Bundeskabinett hat heute den zweiten Bericht zum Stand der Stammzellforschung in Deutschland verabschiedet. Das Stammzellgesetz habe sich bewährt, sagte eine Sprecherin des Bundesgesundheitsministeriums. Sowohl mit embryonalen als auch mit adulten Stammzellen seien neue und wichtige Erkenntnisse gewonnen worden. Die Deutsche Forschungsgemeinschaft, DFG, hatte im vergangenen Jahr gefordert, das Stammzellgesetz zu ändern. Die DFG hatte kritisiert, dass den deutschen Forschern nur veraltete Zell-Linien zur Verfügung stünden. Das Gesetz schreibt vor, dass die Wissenschaftler nur dann mit embryonalen Stammzellen arbeiten dürfen, wenn diese aus dem Ausland stammen und vor dem 1. Januar 2002 gewonnen worden sind. //[ar]//
09.01.2007

Medizin Industriefinanzierte Getränke-Studien verzerren die Ergebnisse.

Zu diesem Ergebnis kommen Mediziner des Kinderkrankenhauses in Bosten im Fachblatt "PLoS Medicine". Sie hatten mit Unterstützung der US-Verbraucherorganisation Center for Science in the Public Interest über 500 Studien der Jahre 1993 bis 2002 über Limonaden, Saft und Milch ausgewertet. Über die Hälfte der Studien, die einen positiven Effekt mit dem Konsum eines Getränks auf die Gesundheit ausmachten, wurden von der Industrie finanziert. Damit stellten die Autoren eine Tendenz fest, dass Studien, die komplett von der Industrie gesponsert werden, vier bis acht Mal wahrscheinlicher den Auftraggebern positive Ergebnisse bringen als bei einer neutral finanzierten Untersuchung. //[Mst]//

Quelle: PLoS Medicine

Biologie Tropenfische finden ihr Heimriff per Duftspur.

Das berichten Forscher von Marinen Biologischen Labor in Woods Hole in Massachusetts im Fachblatt PNAS. Sie wollten herausfinden, warum Fischlarven, die leicht von Strömungen abgetrieben werden und sich daher oft im Plankton weit entfernt von ihrem Riff aufhalten, immer wieder zum gleichen Riff zurückkehren. Bei ihren Experimenten hatten die Forscher die Tropenfische in Wasserproben von verschiedenen Riffen schwimmen lassen und sahen dabei, dass die Fische das Wasser ihres Heimriffes bevorzugten. Wie genau die Tiere ihr Riff riechen können, wissen die Biologen noch nicht. Sie vermuten, dass jedes Riff einen charakteristischen Duft besitzt, der sich aus den dort lebenden Tieren zusammensetzt. //[mst]//

Psychologie Wer denkt, verliert.

Zumindest wenn es um spontane Entscheidungen geht. Das schreiben heute Psychologen des University College in London im Fachblatt "Current Biology". Bei ihren Versuchen hatten sie Freiwilligen auf einem Bildschirm 650 identische Symbole gezeigt, von denen eins verkehrt herum hing. Hatten die Probanden weniger als eine Sekunde Zeit, das eine Symbol zu bestimmen, lagen sie zu 95 Prozent richtig. Hatten sie dagegen anderthalb Sekunden Zeit, lag ihre Trefferquote nur noch bei 70 Prozent. Die Forscher vermuten, dass nach einer Sekunde höhere kognitive Funktionen im Gehirn einsetzen, die anfangs kontraproduktiv sind. Nach einer Beobachtungszeit von mehr als vier Sekunden fanden jedoch wieder fast alle Probanden das entsprechende Symbol. //[mst]//

Entwicklungsbiologie Winzige Zellwimpern bestimmen den Sitz des Herzens.

Und geben schon in einem wenige Tage altem Embryo an, welche Organe, die nur einmal vorhanden sind, wo im Körper angelegt werden. Wie Zoologen der Universität Hohenheim in der aktuellen Ausgabe des Fachblatts "Current Biology" schreiben, haben sie bei Mäusen, Fröschen und Kaninchen Zellen entdeckt, die schon in frühen Stadien an ihren Seiten feine Wimpern, so genannte Cilien, tragen, die synchron im Kreis schlagen. Dabei ragen die Wimpern aber nicht bei allen Zellen mittig heraus, sondern bei einigen Zellen leicht seitlich. Dadurch wird in dem Embryo ein Flüssigkeitsstrom umgelenkt, der dem Körper signalisiert, die Gene für die Ausprägung eines Organs nur auf einer Seite anzuschalten. Dieses Startzeichen bestimmt, dass etwa das Herz nur einmal auf der linken Seite ausgebildet wird. //[mst]//

Quelle: idw-online

Medizin Schwarzer Tee schützt Herz und Kreislauf.

Aber nur, wenn er ohne Milch getrunken wird. Das ist das Ergebnis einer Studie von Medizinern der Berliner Charitè, die jetzt im Fachblatt "European Heart Journal" erscheint. Für ihre Studie hatten sie die Unterarm-Arterien mit Ultraschall von Freiwilligen untersucht, die einen halben Liter schwarzen Tee, Tee mit Milch oder nur heißes Wasser tranken. Dabei sahen sie, dass die arterienschonende Wirkung des Tees blockiert wurde, sobald die Probanden den Tee mit Milch tranken. Drei Kaseine in der Milch behindern die gefäßschützende Wirkung des Tees, die auf eine erhöhte Stickstoffmonoxidproduktion zurückgeht, die die Adern entspannt. //[mst]//

Quelle: Agenturen

Astronomie Hubble beobachtet eine Planetengeburt.

Astronomen der Universität von Kalifornien in Berkeley haben mit dem Weltraumteleskop eine Wolke aus kosmischen Staub beobachtet, aus der sich Planeten bilden. Das berichteten die Forscher auf der Konferenz der Amerikanischen Astronomischen Gesellschaft in Seattle. Sie hatten die 32 Lichtjahre entfernte scheibenförmige Staubwolke beobachtet, die den Stern AU Microscopii umhüllt. Dabei sahen sie, dass die Bestandteile der Wolke größer waren als die sonst bekannten Staubpartikel im Weltall. Die als flockenförmig beschriebenen Partikel könnten durch Zusammenstöße entstanden sein, die aus einem Ring von kosmischen Material stammen. Stetige Kollisionen aus diesem Ring lassen poröse Staubteilchen entstehen, die vom Sonnenlicht nach außen getrieben werden und sich dort zu Planeten zusammenschließen, vermuten die Astronomen. //[mst]//

Quelle: wissenschaft.de

Paläogenetik Frisch ausgegrabene Knochen liefern die besten Erbgutanalysen.

Das schreiben französische Paläogenetiker aus Paris im Fachblatt "Proceedings of the National Academies of Sciences". Für ihre Untersuchungen an alter DNA hatten sie die 3200 Jahre alten Knochen von einem Auerochsen untersucht, die einmal 1947 und bei einer zweiten Ausgrabung 2004 geborgen wurden. Obwohl die Knochen der ersten Grabung optimal gelagert wurden, konnten die Forscher weit weniger altes Erbgut analysieren als bei den frisch ausgegrabenen Knochen. Zudem untersuchten die Paläogenetiker auch knapp 250 Knochenproben, die zwischen 600 und 50.000 Jahre alt waren. Auch dabei sahen sie, dass je mehr Zeit seit der Ausgrabung bis zur genetischen Laboranalyse vergangen war, desto geringer die Erfolgschancen waren, analysierbares Erbgut aus den Knochen zu bekommen. //[mst]//
08.01.2007

Veterinärmedizin In den USA gibt es Hilfe für dicke Hunde.

Die amerikanische Gesundheitsbehörde FDA hat grünes Licht gegeben für einen Appetitzügler, speziell für Hunde. Das neue Präparat Slentrol drosselt nach Angaben des Herstellers den Appetit von Hunden und vermindert im Darm die Aufnahme von Fett. Als Nebenwirkungen drohen allerdings: Erbrechen, Durchfall, Müdigkeit und Appetitverlust. Fünf von 100 amerikanischen Hunden gelten als fettleibig, weitere 20 bis 30 Prozent sind zu dick. Dicke Haustiere leiden unter gesundheitlichen Problemen wie Gefäßschäden oder Diabetes. Der Appetitzügler sei nur für Hunde zugelassen und keinesfalls für Menschen geeignet, betonte die Behörde FDA. //[mawi]]//

Meteorologie Das Eis in der Ostsee kommt mit Verspätung.

Etwa acht Wochen später als üblich beginnt sich auf der nördlichen Ostsee Eis zu bilden - vor allem im nördlichen Teil der Bottenvik und im östlichen Teil des finnischen Meerbusen. Das teilte das Bundesamt für Seeschifffahrt und Hydrographie (BSH) heute in Rostock mit. Mit Eis an der deutschen Ostseeküste sei allerdings wegen der anhaltenden milden Witterung in naher Zukunft nicht zu rechnen. //[mawi]]//

Medizin Krebs bildet sich wahrscheinlich aus Stammzellen.

Einen weiteren Beleg für diese Annahme haben israelische und US-amerikanische Forscher gefunden. Gene, die typischerweise in Stammzellen vorübergehend ausgeschaltet sind, sind häufig auch in Krebszellen ausgeschaltet, berichten die Forscher im Fachblatt "Nature Genetics“. Von 177 in embryonalen Stammzellen vorübergehend ausgeschalteternGenen waren 77 Gene auch in Darmkrebszellen ausgeschaltet. Hier allerdings dauerhaft. Ausgeschaltet sind vor allem Gene, die dafür sorgen, dass Zellen sich ausdifferenzieren, also nur noch spezielle Aufgaben übernehmen können. Wenn Stammzellen sich in Krebszellen verwandeln, vermuten die Forscher, werden die vorübergehend ausgeschalteten Gene dauerhaft stumm geschaltet, mit Hilfe eines speziellen Mechanismus, der so genannten Methylierung. //[mawi]]//

Medizin Forscher in Taiwan packen Insulin in Nano-Tabletten.

Forscher der Tsing-Hua-Universität Taiwan haben mit Chitosan aus Garnelen-Schalen winzige Nanopartikel konstruiert, die Insulin aufnehmen können. Die Nanopartikel sollen dafür sorgen, dass das Insulin unbeschadet den sauren Magen passieren kann und erst über den Darm ins Blut gelangt. In ersten Tests an zuckerkranken Mäusen haben sich die Nanopartikel bewährt. Die Blutzuckerwerte der Tiere ließen sich gut regulieren. Tests an Menschen stehen noch aus. //[mawi]]//

Quelle: Biomacromolecules Online

Medizin Resistente Aids-Viren leuchten grün.

Forscher der Duke University im US-amerikanischen Durham haben einen neuartigen Test entwickelt. Mit ihm lassen sich im Blut von HIV-Patienten Viren aufspüren, die resistent sind gegen gängige Aids-Medikamente. Für den Test haben die Forscher farbige Sonden entwickelt. Sie heften sich an typische Stellen im Virus-Erbgut., die Gene für die so genannte reverse Transkriptase sowie für die Protease. An die normale unveränderte Form der Gene heften sich rot leuchtende Sonden, an veränderte Gene grün leuchtende Sonden. Ist die Zahl der grünen Markierungen in einer Blutprobe groß, bedeutet das: Medikamente, die sich gegen die reverse Transkiptase oder die Protease des Virus richten, wirken nur noch schlecht, schreiben die Forscher in der Online-Ausgabe von "Nature Methods“. Die Therapie muss dann umgestellt werden auf andere Anti-Virus-Medikamente. Da der Test sehr empfindlich sei, könne der Erfolg einer Behandlung frühzeitig vorhergesagt werden, so die Forscher. //[mawi]]//

Stammzellforschung US-amerikanische Forscher finden auch im Fruchtwasser Stammzellen.

Im Fruchtwasser schwangerer Frauen, so berichten Forscher der Wake Forest University im Fachblatt "Nature Biotechnology", lassen sich Stammzellen gewinnen, aus denen sich verschiedenen Zelltypen züchten lassen, unter anderen Muskel-, Knochen-, Gefäß-, Nerven- und Leberzellen. Die fötalen Zellen ließen sich vor oder während einer Geburt leicht aus dem Fruchtwasser gewinnen und anschließend tiefgekühlt in Zellbanken aufbewahren. Bei vier Millionen Geburten im Jahr in den USA, so die Vision der Wissenschaftler, könnten große Stammzellen-Vorräte für medizinische Zwecke angelegt werden. //[mawi]]//
05.01.2007

Medizin Nabelschnurblut ist kein Allheilmittel.

Nach den Berichten über die Behandlung eines leukämiekranken Kindes mit seinem eigenen Nabelschnurblut warnen Ärzte vor überzogenen Hoffnungen. Das heute sechsjährige Mädchen, das vor zwei Jahren Stammzellen aus seinem eigenen Nabelschnurblut bekam, hätte sich möglicherweise auch ohne diese Transplantation erholt, sagte die Geschäftsführerin der Gesellschaft für Kinderkrebskunde, Professor Ursula Creutzig, in Hannover. Welchen Beitrag die Transplantation geleistet habe, lasse sich nicht feststellen. Der Oberarzt Volker Weisbach von der Nabelschnurblutbank an der Universität Erlangen nannte in der Zeitung „Die Welt“ das Vorgehen der behandelnden US-Ärzte „ethisch fragwürdig“. Eigenes Nabelschnurblut von Leukämie-Patienten berge das Risiko, den Blutkrebs erneut auszulösen, weil es bereits Leukämiezellen enthalten könne. Das US- Ärzteteam stellt die nach seinen Angaben weltweit erste Behandlung eines leukämiekranken Kindes mit dem eigenen Nabelschnurblut im Fachblatt „Pediatrics“ vor. //[dk]//

Medizin Zähne lassen in den Knochen blicken.

Osteoporose könnte künftig durch Röntgenaufnahmen der Zähne entdeckt werden. Ein Computerprogramm, das die Kieferknochendichte anhand dieser Röntgenbilder ermittelt und den Zahnarzt auf kritische Werte aufmerksam macht, haben jetzt britische Wissenschaftler laut einem Bericht der Fachzeitschrift „Bone“ entwickelt. Nach Meinung der Forscher sei dieses Verfahren eine kostengünstige Möglichkeit, eine Routineuntersuchung auf Osteoporose durchzuführen, da Röntgenaufnahmen bei Zahnärzten weit verbreitet seien. Allein in Deutschland leiden etwa sieben Millionen Menschen an Knochenschwund. //[dk]//

Neurologie Armut lässt die Intelligenz verkümmern.

Wegen ihrer Armut können weltweit mehr als 200 Millionen Kinder unter fünf Jahren ihr geistiges Potenzial nicht voll ausschöpfen. Das berichten Forscher vom University College in London im Medizinjournal „The Lancet“. Geldmangel führe unter anderem zu schlechter Gesundheit und Mangelernährung. Diese benachteiligten Kinder seien wahrscheinlich schlechter in der Schule, hätten deswegen später ein geringes Einkommen, versorgten ihre Kinder schlechter und trügen die Armut über die Generationen weiter, so die Forscher. Die Forscher schätzen die Zahl der betroffenen Kinder auf insgesamt 219 Millionen. //[dk]//

Quelle: The Lancet, Band 369, Seite 60

Biologie Zuviel Wärme raubt Fischen den Atem.

Wärmere Temperaturen in den Sommermonaten bedrohen die Fische der Nord- und Ostsee. Das haben Forscher vom Alfred-Wegener-Institut für Polar- und Meeresforschung in Bremerhaven nachgewiesen und berichten darüber im Wissenschaftsmagazin „Science“. Die Forscher verglichen Daten aus dem deutschen Wattenmeer mit Laboruntersuchungen an Aalmuttern //Zoarces viviparus//. Diese Art gilt als so genannter Bioindikator und erlaubt auch Rückschlüsse auf andere Fischarten der Nord- und Ostsee. Die Forscher fanden ein geringeres Wachstum und höhere Sterblichkeit der Aalmuttern in warmen Sommern mit Wassertemperaturen von mehr als 17 Grad Celsius. Von 21 Grad Wassertemperatur an konnten die Fische nur noch kurzzeitig überleben, berichten die Forscher. Der Grund: Warmes Wasser bindet weniger Sauerstoff. Die Forscher zeigen damit erstmals einen direkten Zusammenhang zwischen steigenden Temperaturen und den Auswirkungen auf die Fischbestände auf. //[dk]//

Quelle: Science, Band 315, Seite 95

Biologie Eisen lässt Einzeller leben.

Forscher aus Braunschweig und Madrid haben entdeckt, dass das Bakterium //Ferroplasma acidiphilum// seine Energie aus dem Abbau von Eisen gewinnt. Damit zeige der Einzeller eine biochemische Ausstattung, die ihn von allen anderen bislang bekannten Lebewesen unterscheide, so die Forscher, denn //Ferroplasma acidiphilum// nutzt das Eisen für den Aufbau seiner Proteine, in denen zu 80 Prozent Eisen enthalten ist. Möglicherweise hat der Mikroorganismus diese Eigenschaft aus den Frühzeiten der Evolution konserviert. Ihre Erkenntnisse beschreiben die Forscher in der jüngsten Ausgabe der Zeitschrift „Nature“. //Ferroplasma acidiphilum// gehört zu den Archaebakterien, also Mikroorganismen, die in sehr ungewöhnlichen, extremen Lebensräumen existieren können. Ferroplasma lebt an Standorten mit eisenhaltigen Erzen und auch in säurehaltigen Abflüssen aus dem Bergbau. Eine derzeit diskutierte Theorie über die Entstehung des Lebens besagt, dass die frühesten biologischen Moleküle auf Oberflächen mit viel Eisen und Schwefel entstanden sein könnten. //[dk]//
04.01.2007

Medizin Leicht Übergewichtige leben länger.

Männer mit leichtem Übergewicht haben offenbar bessere Aussichten darauf länger zu leben als Schlanke. Zu dieser überraschenden Schlussfolgerung kommt eine Langzeitstudie aus Israel. Über vier Jahrzehnte hinweg waren mehr als 10.000 israelische Männer über vierzig Jahren untersucht worden. Das Ergebnis: wer einen so genannten Body Mass Index von 25 bis 27 hatte, lebt am längsten. Schlechtere Aussichten hatten alle, die über einem Body Mass Index von 27 oder unter 20 lagen. //[tj]//

Medizin Gingko biloba hilft vermutlich kaum bei Demenz.

Ein heute veröffentlichter Vorbericht kommt zu dem Resümee, dass Patienten mit Alzheimer-Demenz wahrscheinlich nicht von Medikamenten profitieren, die Gingko-biloba-Extrakt enthalten. Derzeit verfügbare Studien lieferten widersprüchliche Ergebnisse schreibt das Institut für Qualität und Wirtschaftlichkeit im Gesundheitswesen. Einigen älteren Studien zufolge konnten Demenz-Patienten nach 16wöchiger Behandlung den Alltag besser bewältigen als unbehandelte Patienten. Der Unterschied sei jedoch nur gering und zudem in jüngeren Studien nicht mehr reproduzierbar gewesen, hieß es. //[tj]//

Medizin Leukämiebehandlung mit Nabelschnurblut war erfolgreich.

Weltweit ist zum ersten Mal ein an Leukämie erkranktes Kind erfolgreich mit dem eigenen Nabelschnurblut behandelt worden. Das berichten deutsche und amerikanische Ärzte in der aktuellen Ausgabe der Fachzeitschrift „Pediatrics“. Das Kind war im Alter von drei Jahren an einer akuten lymphoblastischen Leukämie erkrankt. Ein erster Behandlungsversuch mittels Chemotherapie schlug fehl. Vier Monate später erfolgte eine zweite Chemotherapie mit anschließender Infusion von Nabelschnurblut. Heute, zwei Jahre nach dieser Behandlung sei das Kind frei von Leukämiezellen. //[tj]//

Biologie Laubheuschrecke zirpt rekordverdächtig in Ultraschallfrequenz.

Eine bislang unbekannte Heuschreckenart aus dem kolumbianischen Regenwald zirpt außergewöhnlich hoch. Ihre Balzgesänge ertönen in Ultraschallfrequenzen, die noch nie zuvor bei einem Insekt gemessen wurden. Es sind Töne mit einer Frequenz von fast 130 Kilohertz – das sind 130.000 Schwingungen pro Sekunde. Ein Mensch kann dieses Gezirpe nicht mehr wahrnehmen. Kanadische Forscher berichten über ihre Entdeckung im Fachmagazin „Journal of Experimental Biology“. Wie die Laubheuschrecken die hohen Töne produzieren, ist noch nicht ganz klar. Die Forscher vermuten, dass die Tiere einen Flügel hinter den anderen spannen und ihn dann schnell wieder loslassen. Die beiden Flügel könnten dabei wie eine Geige funktionieren, wobei der „Geigenbogen“ an einem besonders biegsamen Stück Haut befestiget ist und beim verbiegen elastische Energie speichern kann. Der andere Flügel hat an der Unterseite eine mit Zähnchen besetzte Schrillkante über die der Bogen zurückspringt und so den hochfrequenten Ton entstehen lässt. //[tj]//

Planetologie Auf dem Saturnmond Titan gibt es mehr als 75 Flüssiggas-Seen.

Aus Radarbildern der Raumsonde „Cassini“ schließen Astronomen, dass es auf dem Titan zahlreiche eiskalte Seen aus Flüssiggas gibt. Wie sie im Fachjournal „Nature“ berichten, haben sie mehr als 75 Seen mit drei bis 70 Kilometern Durchmesser entdeckt. Vermutlich bestehen die Seen aus Methan. Methan ist eines von sehr wenigen Molekülen, das unter den Bedingungen auf der Titanoberfläche bei minus 180 Grad Celsius flüssig sein kann und Hauptbestandteil der Titan-Atmosphäre ist. Ähnlich dem Wasserkreislauf auf der Erde könnte es einen Methan-Flüssigkeitskreislauf auf dem Titan geben, vermuten die Forscher. //[tj]//

Geschichte Ein Klimawandel hat zum Untergang der Tang-Dynastie in China beigetragen.

Im Fachmagazin „Nature“ berichten Wissenschaftler vom Geoforschungszentrum Potsdam von klimatischen Veränderungen zwischen 700 und 900 nach Christus. In dieser Phase war der Monsun im Winter stark und im Sommer schwach, was zu einer kalten, trockenen Witterung und langen Dürreperioden führte. Missernten, Bauernaufstände und schließlich das Ende der Tang-Herrschaft waren die Folge. Basis der Forschung waren Sediment-Proben aus dem Huguangyan-See in Südostchina. Ihre magnetischen Eigenschaften und der Titangehalt geben Hinweise auf die Stärke der Winde des ostasiatischen Monsun-Systems. Höchstwahrscheinlich habe es Veränderungen im tropischen Niederschlag auch auf der anderen Seite des Pazifiks gegeben. Die Forscher verweisen darauf, dass damals auch die so genannte klassische Periode der Maya-Zivilisation endete. //[tj]//
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