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12.01.2007

Medizin Trichomoniasis könnte sich künftig leichter bekämpfen lassen.

Trichomoniasis wird durch einen Einzeller ausgelöst, der sich in einer Harnröhre oder einer Vagina festsetzt. Dort erhöht er zum Beispiel das Risiko, an Krebs zu erkranken. Rund fünf Prozent der Erreger sind gegen gängige Medikamente immun. Ein internationales Forscherteam hat jetzt das Erbgut des Erregers entziffert. Es besteht aus rund 60.000 Genen, mehr als doppelt so viele wie das Erbgut des Menschen. Bereits diese Analyse /at erste Hinweise auf Gründe für die Resistenzen geliefert, schreiben die Wissenschaftler in "Science". Die Forscher entdeckten ferner auf dem Erreger Proteine, gegen die es bereits wirksame Medikamente gibt. Die Wissenschaftler hoffen daher, dass sich die Trichomoniasis schon bald besser behandeln lassen wird. Jedes Jahr infizieren sich weltweit rund 170 Millionen Menschen mit dem Erreger Trichomonas vaginalis. //[gä]//

Quelle: science/bbc/eurekalert

Raumforschung Ein falsches Programm hat die Raumsonde Mars Global Surveryor lahm gelegt.

Mehr als neun Jahre lang schickte die Raumsonde zuverlässig Bilder und Daten zur Erde, dann brach der Kontakt plötzlich ab. Experten der NASA rätselten, was die Sonde verstummen ließ. Eine Untersuchung deutet jetzt darauf hin, dass der Mars Global Surveryor im Sommer vergangenen Jahres /fehlerhafte Programmteile erhalten hat. In der Folge sind die Batterien der Sonde zu heiß geworden und der Mars-Satellit schaltete ab. Der Direktor des NASA Mars Programms, Doug McCuistion, bestätigte einen entsprechenden Bericht, bezeichnete ihn aber als nur eine von mehreren Möglichkeiten. Der Direktor bezweifelte jedoch, dass die NASA die Sonde wieder finden werde. Vor dem Upload des verhängnisvollen Programms war die Mission vom Mars Global Surveyor um zehn Jahre verlängert worden. //[gä]//

Quelle: Spiegel-online

Physik Abhörsichere Datenleitungen sind möglich.

In der Theorie lassen sich mit quantenmechanisch gekoppelten Lichtteilchen Informationen absolut abhörsicher übertragen. Das Problem in der Praxis ist jedoch, dass zum Versenden dieser Botschaften zuerst ein Schlüssel vom Sender zum Empfänger übertragen werden muss. Die Übertragung dieses Schlüssels konnte bis jetzt unter bestimmten Bedingungen abgehört werden. Drei Forschergruppen aus China, München und den USA haben nun ein Verfahren entwickelt, diesen Schlüssel abhörsicher über eine Distanz von mehr als 100 Kilometern zu versenden. Diese Strecke würde ausreichen, um niedrig kreisende Satelliten zu erreichen. Die Wissenschaftler hoffen daher, dass es gelingen wird, absolut abhörsichere Daten weltweit per Satellit zu übertragen. //[gä]//

Quelle: prophysik.de

Astrobiologie Die Viking-Sonden suchten das falsche Leben auf dem Mars.

Davon sind Astrobiologen aus den USA und Deutschland überzeugt. Wie die Wissenschaftler auf dem Jahrestreffen der Amerikanischen Astronomischen Gesellschaft darlegten, suchten die Experimente an Bord der Viking-Sonden nach irdischem Leben. So wurden Bodenproben vom Mars in einer Wasser-Nährstoff Lösung getränkt. Die dabei gewählte Menge hätten Mars-Mikroben jedoch unter Umständen ertränkt. Danach wurde die Bodenprobe gekocht, um organische Reste zu finden. Wenn Mars-Mikroben in ihrem Inneren aber tatsächlich aus einer Mischung aus Wasser und Wasserstoff-Peroxyd bestehen, wie es Forscher vermuten, würden ihr organisches Material durch Kochen vollständig zerstört. //[gä]//

Quelle: ap/cnn/foxnews

Medizin In China breitet sich die Syphilis wieder aus.

Dank der rigiden Gesundheitspolitik der Kommunistischen Partei hatten sich zwischen den 60er und 90er Jahren nur noch sehr wenige Menschen mit dieser Geschlechtskrankheit angesteckt. Zwi-chen 2000 und 2005 stieg die Zahl der Infektionen jedoch wieder deutlich an, berichten Forscher vom Nationalen Zentrum für Geschlechtskrankheiten in Najing im Fachblatt "The Lancet". Die Wissenschaftler sehen darin eine Folge der Veränderung Chinas. Es gebe mehr Prostituierte als noch vor wenigen Jahren, außerdem entstehe ein neues Proletariat, und das Gesundheitssystem habe sich verschlechtert. Die Forscher fürchten, dass die Syphilis die Ausbreitung des HI-Virus erleichtern werde. //[gä]//

Quelle: the lancet/dpa/bbc

11.01.2007

Umwelt Klimawandel fördert den Schwalbennachwuchs.

Über einen Zeitraum von 35 Jahren haben dänische Forscher mehr als 2700 Brutpaare der Rauchschwalbe beobachtet. Sie notierten, wann die Schwalben wie viele Eier gelegt und wie viele Küken großgezogen haben – ihren Abschlußbericht haben sie im Fachjournal „Behavioral Ecology“ veröffentlicht. Danach brütet etwa zwei Drittel aller Schwalbenpaare zweimal im Jahr. Zwischen 1971 und 2005 sei die durchschnittliche Temperatur in Dänemark um 2,2 Grad Celsius gestiegen. Dies habe zur Folge gehabt, dass sich der Zeitpunkt der ersten Brut nach vorne verschoben habe. Mittlerweile lägen zwischen den zwei Bruten etwa 8 Tage mehr als vor 35 Jahren. Die Schwalbeneltern – so resümieren die Forscher – haben jetzt mehr Zeit sich ihrem Nachwuchs zu widmen. Entsprechend hätten auch mehr Jungvögel das Nest verlassen. //[tj]//

Quelle: Behavioral Ecology, Band 18, Seite 62

Medizin Jährlich erleiden 300 Kinder einen Schlaganfall.

Eine Langzeitstudie, die bereits seit zehn Jahren Schlaganfälle bei Kindern und Jugendlichen untersucht, kommt zu einem vorläufigen Ergebnis: Jährlich erleiden rund 300 Kinder in Deutschland einen Schlaganfall, ein Drittel trägt bleibende Schäden wie Lähmungserscheinungen oder epileptische Anfälle davon. Als mögliche Ursache nennen die Mediziner des Universitätsklinikums Münster Gerinnungsstörungen, Herzfehler Gefäßverletzungen oder Gefäßentzündungen. //[tj]//

Biologie Eine angeblich ausgestorbene Schildkrötenart ist wieder aufgetaucht.

Seit 1982 steht die Batagur-Schildkröte auf der Roten Liste der Weltnaturschutzunion. In Bangladesch und Indien gilt die Art als äußerst bedroht, in Thailand galt sie als bereits ausgestorben. Jetzt ist ein Exemplar der 50 Zentimeter großen und 28 Kilogramm schweren Batagur-Schildkröte an der Andaman-Küste in Thailand entdeckt worden. Umweltschützer fordern nun, dass der natürliche Lebensraum, in dem die Schildkröte gefunden wurde, erhalten wird. //[tj]//

Geologie Schwarze Diamanten stammen aus dem Weltall.

Die Herkunft der mysteriösen Carbonado-Diamanten, die nur in Zentralafrika und Brasilien zu finden sind, scheint geklärt: Das schreiben nordamerikanische Forscher in den „Astrophysical Journal Letters“. Die schwarzen Diamanten, deren Oberfläche so dunkel ist wie Kohle, sind offenbar im interstellaren Raum entstanden. Das fanden die Forscher heraus, als sie das Absorptionsspektrum von Carbonado-Diamanten mit dem von kosmischen Nanodiamanten und präsolaren Diamanten in Meteoriten verglichen. Wahrscheinlich seien die Carbonado-Diamanten durch einen Meteoriteneinschlag auf die Erde gekommen, sie könnten abgesplitterte Teile eines Riesendiamanten sein, der sich im Innern eines Kohlenstoff-Planeten oder eines kristallinen weißen Zwerges gebildet hatte. //[tj]//

Quelle: Astrophysical Journal Letters, Band 653, Seite L153

Medizin Gonorrhoe erhöht das Krebsrisiko.

Eine Studie der Harvard School of Public Health kommt zu dem Ergebnis, dass die sexuell übertragbare Krankheit Gonorrhoe – umgangssprachlich auch Tripper genannt – das Risiko für Blasenkrebs verdoppelt. Die Verbindung von Gonorrhoe und Blasenkrebs war schon in vorangegangenen Studien vermutet worden. Allerdings handelte es sich dabei um Untersuchungen, bei denen erst nach einer Krebsdiagnose die Vorerkrankungen berücksichtigt wurden. Bei dieser Studie sind erstmals Patienten ab Beginn einer Gonorrhoe weiterbeobachtet worden. Im „British Journal of Cancer“ äußern die amerikanischen Mediziner die Vermutung, dass die durch das Gonorrhoe-Bakterium hervorgerufene Entzündung oder die Begleitsymptome zur Entstehung von Blasenkrebs führen könnten. Eine weitere Studie soll dies nun klären. Die Tripper-Erkrankung nimmt seit den 90er Jahren weltweit wieder zu. Die Weltgesundheitsorganisation geht von 60 Millionen Neuerkrankungen pro Jahr aus. //[tj]//

Preisverleihung Der deutsche Physiker Peter Grünberg und der Franzose Albert Fert erhalten den renommierten Japan Preis, mit dem Wissenschaftler für bahnbrechende Leistungen ausgezeichnet werden.

Das teilte die japanische Stiftung für Wissenschaft und Technik heute in Tokio mit. Grünberg und Fert werden für die Entdeckung des so genannten Riesen-Magnetowiderstands , kurz GMR-Effekt geehrt. Dieser Effekt, den beide Forscher unabhängig voneinander 1988 entdeckten, ermöglicht die Entwicklung neuer Leseköpfe in kleinen Computerfestplatten. Dadurch konnte die Speicherkapazität der Laufwerke nicht nur für PCs, sondern auch für Videorekorder und MP3 Player in den Gigabyte-Bereich gesteigert werden. //[tj]//

Physik Künstlich erzeugte Kugelblitze glühten mehrere Sekunden lang.

Brasilianischen Physikern ist es gelungen, die bis dato langlebigsten Kugelblitze zu erzeugen. Die Feuerkugeln hielten sich bis zu acht Sekunden im Labor, berichten die Forscher der Pernambuco-Universität im Fachmagazin „New Scientist“. Kugelblitze sind bislang nicht völlig geklärt. Erklärungsversuche reichen von glühenden Plasmabällen bis zu kleinen Schwarzen Löchern. Die Brasilianer wollten nun eine Theorie überprüfen, nach der gewöhnliche Blitze in den Boden einschlagen und Kieselerde verdampfen. Daraus sollen sich dann Siliziumdampfbälle bilden, die aufgrund ihrer elektrischen Ladung kugelförmig zusammengehalten werden, an der Luft oxidieren und dadurch leuchten. Die Forscher verdampften im Labor dünne Siliziumscheiben mit einer Starkstromentladung von 140 Ampere zwischen zwei Elektroden. Sie erhielten Kugelblitze in Tischtennisballgröße, die mehrere Sekunden lang Bestand hatten. //[tj]//

Quelle: New Scientist, Nummer 2586, Seite 12

Medizin Das kleinste Kunstherz wurde erstmals in Deutschland implantiert.

Das kleinste Kunstherz der Welt ist vor einer Woche zum ersten Mal einem deutschen Patienten implantiert worden. Die Operation wie auch die Zeit danach seien komplikationslos verlaufen, berichteten die Ärzte der Medizinischen Hochschule Hannover heute. Bei dem Kunstherz handelt es sich um eine Neuentwicklung mit dem Namen „Heart Ware“. Es wird an der Herzspitze in die linke Herzkammer des Patienten eingesetzt. Das Blut aus der Lunge strömt in diese Kammer und wird dort in die Maschine gesaugt. Ein neuentwickelter Motor pumpt es dann um das Herz herum und in die Körperschlagader. Der so genannte Impeller transportiert das Blut mit 3500 Umdrehungen in der Minute. Da der Impeller mit Hilfe eines Magnetfeldes im Blut schwebt, braucht er keine Lager und keine Aufhängung. Es gibt also keine Maschinenteile die mechanisch abnutzen können. Das neue Kunstherz soll deshalb bis zu zehn Jahren halten. //[tj]//
10.01.2007

Meteorologie 2006 war das wärmste Jahr in den USA seit Beginn der Wetteraufzeichnungen Ende des 19. Jahrhunderts.

Nach Angaben des Nationalen Klimadatenzentrums in Washington lag die mittlere Temperatur um 1,2 Grad über dem Durchschnitt des vergangenen Jahrhunderts. Vor allem der Dezember sei wärmer gewesen als üblich. Eine der Ursachen dafür sei das Wetterphänomen El Nino, welches das Wasser im Pazifik erwärmt. Aber auch die langfristige Aufheizung der Erdatmosphäre durch Klimagase wie Kohlendioxid und Methan. Weltweit gesehen habe es seit den Klimaaufzeichnungen allerdings schon fünf Jahre gegeben, die wärmer gewesen seien als 2006, so die Forscher. //[ar]//

Biologie Ein großes Gehirn kann Leben retten.

Davon sind spanische Ornithologen überzeugt. Sie hatten die Sterblichkeiten untersucht von rund 200 Vogelarten auf der ganzen Welt und dabei festgestellt: Je schwerer das Gehirn eines Vogels im Vergleich zu seinem Gesamt-Gewicht, desto höher sind seine Überlebens-Chancen. Die Forscher schließen daraus, dass Vögel mit einem großen Gehirn sich flexibler auf neue Situationen einstellen können und insgesamt schneller reagieren. Die Beobachtung der Wissenschaftler können zum Beispiel erklären, weshalb Fasane, die nur ein kleines Gehirn besitzen, öfters von Autos überrollt werden, als Elstern, deren Gehirn deutlich größer ist. //[ar]//

Quelle: NewScientist, Proceedings of the Royal Society B

Medizin Protein-Menge im Blut verrät Risiko von Herzversagen.

Mit einem einfachen Bluttest wollen Mediziner aus San Francisco bestimmen, wie hoch die Gefahr eines Patienten ist, einen Schlaganfall oder ein Herzversagen zu erleiden. Ablesen lasse sich das an der Konzentration einer bestimmten Eiweißverbindung. Je höher der Gehalt des Eiweißes, desto stärker werde das Herz beansprucht und desto größer sei das Risiko, schreiben die Forscher im Medizin-Fachblatt JAMA. Sie hoffen nun, einen Schnelltest entwickeln zu können, der den Ärzten helfen kann, eine geeignete Therapie für den Patienten zu wählen. //[ar]//

Raumfahrt Indische Test-Rakete ist erfolgreich gestartet.

Indien hat heute eine Raumkapsel ins All geschossen, mit der sich das Land vorbereiten will auf eine zukünftige bemannte Weltraum-Mission. Die 44 Meter lange Rakete ist von einer Basis im Süden des Landes gestartet und hat die Kapsel sowie drei Satelliten ausgesetzt. Zwei bis vier Wochen lang soll die Kapsel nun um die Erde kreisen. Und dann in der Bucht von Bengalen ins Meer stürzen. Man wolle dabei Daten gewinnen über die Navigation, Steuerung und Kontrolle der Fähre bei der Wiedereintrittsphase, teilte die indische nationale Raumfahrtagentur mit. Der Versuch gilt als erster Schritt für Indiens Raumprogramm: 2008 will das Land eine erste unbemannte Sonde zum Mond schicken. Bis 2013 eine Mission zum Mars. Danach sind bemannte Flüge geplant. //[ar]//

Biologie Farbenblinde Affen sehen besser.

Zumindest wenn es darum geht, getarnte Insekten zu entdecken. Das haben Wissenschaftler aus Kanada beobachtet. An Kapuzineräffchen in Costa Rica. Die Verhaltensforscher waren den Affen neun Monate lang gefolgt und hatten dabei aufgezeichnet, wovon die Tiere sich ernährt haben. Farbenblinde Affen versuchten viermal öfters, ein getarntes Insekt zu fangen als ihre Artgenossen ohne diese Einschränkung. Die Forscher glauben, dass die farbenblinden Affen stärker auf Formen und Kontraste achten. Damit ist zum ersten mal belegt, dass es biologisch von Vorteil sein kann, wenn man Farben nicht erkennt. So die Wissenschaftler im Fachblatt "Animal Behaviour". //[ar]//

Quelle: sciencenow

Raumfahrt Auch die Briten wollen ins All.

Und zwar im Alleingang. Erste Pläne dafür hat ein Privatunternehmen entwickelt. Im Auftrag des britischen Astronomie-Forschungs-Beirates. So sei es möglich, im Jahr 2010 vier Projektile mit Messinstrumenten auf den Mond zu schießen. Von einer Raumsonde aus, berichtete heute der Sender BBC. Einige Jahre später könne dann sogar eine Sonde auf dem Mond landen. Bei den Plänen handelt es sich noch nicht um einen offiziellen Vorschlag an die Regierung. //[ar]//

Stammzellen Regierung will am Stammzellgesetz festhalten.

Das Bundeskabinett hat heute den zweiten Bericht zum Stand der Stammzellforschung in Deutschland verabschiedet. Das Stammzellgesetz habe sich bewährt, sagte eine Sprecherin des Bundesgesundheitsministeriums. Sowohl mit embryonalen als auch mit adulten Stammzellen seien neue und wichtige Erkenntnisse gewonnen worden. Die Deutsche Forschungsgemeinschaft, DFG, hatte im vergangenen Jahr gefordert, das Stammzellgesetz zu ändern. Die DFG hatte kritisiert, dass den deutschen Forschern nur veraltete Zell-Linien zur Verfügung stünden. Das Gesetz schreibt vor, dass die Wissenschaftler nur dann mit embryonalen Stammzellen arbeiten dürfen, wenn diese aus dem Ausland stammen und vor dem 1. Januar 2002 gewonnen worden sind. //[ar]//
09.01.2007

Medizin Industriefinanzierte Getränke-Studien verzerren die Ergebnisse.

Zu diesem Ergebnis kommen Mediziner des Kinderkrankenhauses in Bosten im Fachblatt "PLoS Medicine". Sie hatten mit Unterstützung der US-Verbraucherorganisation Center for Science in the Public Interest über 500 Studien der Jahre 1993 bis 2002 über Limonaden, Saft und Milch ausgewertet. Über die Hälfte der Studien, die einen positiven Effekt mit dem Konsum eines Getränks auf die Gesundheit ausmachten, wurden von der Industrie finanziert. Damit stellten die Autoren eine Tendenz fest, dass Studien, die komplett von der Industrie gesponsert werden, vier bis acht Mal wahrscheinlicher den Auftraggebern positive Ergebnisse bringen als bei einer neutral finanzierten Untersuchung. //[Mst]//

Quelle: PLoS Medicine

Biologie Tropenfische finden ihr Heimriff per Duftspur.

Das berichten Forscher von Marinen Biologischen Labor in Woods Hole in Massachusetts im Fachblatt PNAS. Sie wollten herausfinden, warum Fischlarven, die leicht von Strömungen abgetrieben werden und sich daher oft im Plankton weit entfernt von ihrem Riff aufhalten, immer wieder zum gleichen Riff zurückkehren. Bei ihren Experimenten hatten die Forscher die Tropenfische in Wasserproben von verschiedenen Riffen schwimmen lassen und sahen dabei, dass die Fische das Wasser ihres Heimriffes bevorzugten. Wie genau die Tiere ihr Riff riechen können, wissen die Biologen noch nicht. Sie vermuten, dass jedes Riff einen charakteristischen Duft besitzt, der sich aus den dort lebenden Tieren zusammensetzt. //[mst]//

Psychologie Wer denkt, verliert.

Zumindest wenn es um spontane Entscheidungen geht. Das schreiben heute Psychologen des University College in London im Fachblatt "Current Biology". Bei ihren Versuchen hatten sie Freiwilligen auf einem Bildschirm 650 identische Symbole gezeigt, von denen eins verkehrt herum hing. Hatten die Probanden weniger als eine Sekunde Zeit, das eine Symbol zu bestimmen, lagen sie zu 95 Prozent richtig. Hatten sie dagegen anderthalb Sekunden Zeit, lag ihre Trefferquote nur noch bei 70 Prozent. Die Forscher vermuten, dass nach einer Sekunde höhere kognitive Funktionen im Gehirn einsetzen, die anfangs kontraproduktiv sind. Nach einer Beobachtungszeit von mehr als vier Sekunden fanden jedoch wieder fast alle Probanden das entsprechende Symbol. //[mst]//

Entwicklungsbiologie Winzige Zellwimpern bestimmen den Sitz des Herzens.

Und geben schon in einem wenige Tage altem Embryo an, welche Organe, die nur einmal vorhanden sind, wo im Körper angelegt werden. Wie Zoologen der Universität Hohenheim in der aktuellen Ausgabe des Fachblatts "Current Biology" schreiben, haben sie bei Mäusen, Fröschen und Kaninchen Zellen entdeckt, die schon in frühen Stadien an ihren Seiten feine Wimpern, so genannte Cilien, tragen, die synchron im Kreis schlagen. Dabei ragen die Wimpern aber nicht bei allen Zellen mittig heraus, sondern bei einigen Zellen leicht seitlich. Dadurch wird in dem Embryo ein Flüssigkeitsstrom umgelenkt, der dem Körper signalisiert, die Gene für die Ausprägung eines Organs nur auf einer Seite anzuschalten. Dieses Startzeichen bestimmt, dass etwa das Herz nur einmal auf der linken Seite ausgebildet wird. //[mst]//

Quelle: idw-online

Medizin Schwarzer Tee schützt Herz und Kreislauf.

Aber nur, wenn er ohne Milch getrunken wird. Das ist das Ergebnis einer Studie von Medizinern der Berliner Charitè, die jetzt im Fachblatt "European Heart Journal" erscheint. Für ihre Studie hatten sie die Unterarm-Arterien mit Ultraschall von Freiwilligen untersucht, die einen halben Liter schwarzen Tee, Tee mit Milch oder nur heißes Wasser tranken. Dabei sahen sie, dass die arterienschonende Wirkung des Tees blockiert wurde, sobald die Probanden den Tee mit Milch tranken. Drei Kaseine in der Milch behindern die gefäßschützende Wirkung des Tees, die auf eine erhöhte Stickstoffmonoxidproduktion zurückgeht, die die Adern entspannt. //[mst]//

Quelle: Agenturen

Astronomie Hubble beobachtet eine Planetengeburt.

Astronomen der Universität von Kalifornien in Berkeley haben mit dem Weltraumteleskop eine Wolke aus kosmischen Staub beobachtet, aus der sich Planeten bilden. Das berichteten die Forscher auf der Konferenz der Amerikanischen Astronomischen Gesellschaft in Seattle. Sie hatten die 32 Lichtjahre entfernte scheibenförmige Staubwolke beobachtet, die den Stern AU Microscopii umhüllt. Dabei sahen sie, dass die Bestandteile der Wolke größer waren als die sonst bekannten Staubpartikel im Weltall. Die als flockenförmig beschriebenen Partikel könnten durch Zusammenstöße entstanden sein, die aus einem Ring von kosmischen Material stammen. Stetige Kollisionen aus diesem Ring lassen poröse Staubteilchen entstehen, die vom Sonnenlicht nach außen getrieben werden und sich dort zu Planeten zusammenschließen, vermuten die Astronomen. //[mst]//

Quelle: wissenschaft.de

Paläogenetik Frisch ausgegrabene Knochen liefern die besten Erbgutanalysen.

Das schreiben französische Paläogenetiker aus Paris im Fachblatt "Proceedings of the National Academies of Sciences". Für ihre Untersuchungen an alter DNA hatten sie die 3200 Jahre alten Knochen von einem Auerochsen untersucht, die einmal 1947 und bei einer zweiten Ausgrabung 2004 geborgen wurden. Obwohl die Knochen der ersten Grabung optimal gelagert wurden, konnten die Forscher weit weniger altes Erbgut analysieren als bei den frisch ausgegrabenen Knochen. Zudem untersuchten die Paläogenetiker auch knapp 250 Knochenproben, die zwischen 600 und 50.000 Jahre alt waren. Auch dabei sahen sie, dass je mehr Zeit seit der Ausgrabung bis zur genetischen Laboranalyse vergangen war, desto geringer die Erfolgschancen waren, analysierbares Erbgut aus den Knochen zu bekommen. //[mst]//
08.01.2007

Veterinärmedizin In den USA gibt es Hilfe für dicke Hunde.

Die amerikanische Gesundheitsbehörde FDA hat grünes Licht gegeben für einen Appetitzügler, speziell für Hunde. Das neue Präparat Slentrol drosselt nach Angaben des Herstellers den Appetit von Hunden und vermindert im Darm die Aufnahme von Fett. Als Nebenwirkungen drohen allerdings: Erbrechen, Durchfall, Müdigkeit und Appetitverlust. Fünf von 100 amerikanischen Hunden gelten als fettleibig, weitere 20 bis 30 Prozent sind zu dick. Dicke Haustiere leiden unter gesundheitlichen Problemen wie Gefäßschäden oder Diabetes. Der Appetitzügler sei nur für Hunde zugelassen und keinesfalls für Menschen geeignet, betonte die Behörde FDA. //[mawi]]//

Meteorologie Das Eis in der Ostsee kommt mit Verspätung.

Etwa acht Wochen später als üblich beginnt sich auf der nördlichen Ostsee Eis zu bilden - vor allem im nördlichen Teil der Bottenvik und im östlichen Teil des finnischen Meerbusen. Das teilte das Bundesamt für Seeschifffahrt und Hydrographie (BSH) heute in Rostock mit. Mit Eis an der deutschen Ostseeküste sei allerdings wegen der anhaltenden milden Witterung in naher Zukunft nicht zu rechnen. //[mawi]]//

Medizin Krebs bildet sich wahrscheinlich aus Stammzellen.

Einen weiteren Beleg für diese Annahme haben israelische und US-amerikanische Forscher gefunden. Gene, die typischerweise in Stammzellen vorübergehend ausgeschaltet sind, sind häufig auch in Krebszellen ausgeschaltet, berichten die Forscher im Fachblatt "Nature Genetics“. Von 177 in embryonalen Stammzellen vorübergehend ausgeschalteternGenen waren 77 Gene auch in Darmkrebszellen ausgeschaltet. Hier allerdings dauerhaft. Ausgeschaltet sind vor allem Gene, die dafür sorgen, dass Zellen sich ausdifferenzieren, also nur noch spezielle Aufgaben übernehmen können. Wenn Stammzellen sich in Krebszellen verwandeln, vermuten die Forscher, werden die vorübergehend ausgeschalteten Gene dauerhaft stumm geschaltet, mit Hilfe eines speziellen Mechanismus, der so genannten Methylierung. //[mawi]]//

Medizin Forscher in Taiwan packen Insulin in Nano-Tabletten.

Forscher der Tsing-Hua-Universität Taiwan haben mit Chitosan aus Garnelen-Schalen winzige Nanopartikel konstruiert, die Insulin aufnehmen können. Die Nanopartikel sollen dafür sorgen, dass das Insulin unbeschadet den sauren Magen passieren kann und erst über den Darm ins Blut gelangt. In ersten Tests an zuckerkranken Mäusen haben sich die Nanopartikel bewährt. Die Blutzuckerwerte der Tiere ließen sich gut regulieren. Tests an Menschen stehen noch aus. //[mawi]]//

Quelle: Biomacromolecules Online

Medizin Resistente Aids-Viren leuchten grün.

Forscher der Duke University im US-amerikanischen Durham haben einen neuartigen Test entwickelt. Mit ihm lassen sich im Blut von HIV-Patienten Viren aufspüren, die resistent sind gegen gängige Aids-Medikamente. Für den Test haben die Forscher farbige Sonden entwickelt. Sie heften sich an typische Stellen im Virus-Erbgut., die Gene für die so genannte reverse Transkriptase sowie für die Protease. An die normale unveränderte Form der Gene heften sich rot leuchtende Sonden, an veränderte Gene grün leuchtende Sonden. Ist die Zahl der grünen Markierungen in einer Blutprobe groß, bedeutet das: Medikamente, die sich gegen die reverse Transkiptase oder die Protease des Virus richten, wirken nur noch schlecht, schreiben die Forscher in der Online-Ausgabe von "Nature Methods“. Die Therapie muss dann umgestellt werden auf andere Anti-Virus-Medikamente. Da der Test sehr empfindlich sei, könne der Erfolg einer Behandlung frühzeitig vorhergesagt werden, so die Forscher. //[mawi]]//

Stammzellforschung US-amerikanische Forscher finden auch im Fruchtwasser Stammzellen.

Im Fruchtwasser schwangerer Frauen, so berichten Forscher der Wake Forest University im Fachblatt "Nature Biotechnology", lassen sich Stammzellen gewinnen, aus denen sich verschiedenen Zelltypen züchten lassen, unter anderen Muskel-, Knochen-, Gefäß-, Nerven- und Leberzellen. Die fötalen Zellen ließen sich vor oder während einer Geburt leicht aus dem Fruchtwasser gewinnen und anschließend tiefgekühlt in Zellbanken aufbewahren. Bei vier Millionen Geburten im Jahr in den USA, so die Vision der Wissenschaftler, könnten große Stammzellen-Vorräte für medizinische Zwecke angelegt werden. //[mawi]]//
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