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16.01.2007

Psychologie Amnesiepatienten leben nur in der Gegenwart...

...denn sie sind weder in der Lage, sich an vergangene Ereignisse zu erinnern, noch können sie Pläne für die Zukunft schmieden. Das haben jetzt Neurologen des University College in London herausgefunden. Wie sie heute in den Proceedings der US-Akademie der Wissenschaften schreiben, haben sie Patienten, die aufgrund einer Beschädigung am Hippocampus unter Gedächtnisschwund leiden, gebeten, sich ein Ereignis in der Zukunft auszumalen und dieses zu beschreiben. Dabei sahen sie, dass keiner der Amnesiepatienten in der Lage war, zukünftige Ereignisse wie etwa den nächsten Geburtstag in einem zusammenhängenden Szenario zu sehen. Die Forscher folgern aus ihren Beobachtungen einen Mechanismus gefunden zu haben, der sowohl für das Erinnern als auch für das Planen zuständig ist. //[mst]//

Quelle: PNAS

Soziologie Nobelpreise lohnen sich...

....und dass nicht nur, weil die Ehrung aus Stockholm Ruhm und Geld mit sich bringt, sondern auch zusätzliche Lebenszeit. Das haben Forscher der englischen Universität Warwick herausgefunden. Demnach lebten die 135 Preisträger der Jahre 1901 bis 1950 in den Kategorien Physik und Chemie im Schnitt knapp anderthalb Jahre länger als ihre Konkurrenten, die bloß in der engeren Auswahl standen, dann aber leer ausgingen. Entscheidend für die höhere Lebenserwartung ist nach Ansicht der Forscher vor allem die Tatsache, dass durch das Preisgeld der soziale Status steigt. //[mst]//

Quelle: Agenturen

Physik Schall ist schneller als Licht.

Das konnten Physiker von der Universität Middle Tenesse im Fachblatt Applied Physics Letters beweisen. Aus einem Filter und PVC-Rohren hatten die Forscher eine Schleife konstruiert, in der das Schallsignal aufgespaltet wurde und dann entlang zweier unterschiedlich langer Wege lief. Danach wurden beide Signale wieder zusammengeführt. Ihre Überlagerung erzeugte eine Kopie des ursprünglichen Schallimpulses, die sich aufgrund von Absorptionseffektes schneller als mit Lichtgeschwindigkeit bewegte. Dieses Phänomen wurde bereits theoretisch vorhergesagt und kann auch bei Licht beobachtet werden. Die in der Schallwelle gespeicherte Information bewegte sich dabei aber nicht schneller als laut Albert Einstein erlaubt. //[mst]//

Quelle: spektrumdirekt

Medizin Antikörper kommen bald aus dem Kräutergarten.

Zumindest wenn es nach belgischen Forschern der Universität Gent geht. Wie sie heute im Fachblatt PNAS schreiben, haben sie Pflanzen der Ackerschmalwand gentechnisch so verändert, dass zehn Prozent der Samen Antikörper produzieren. Diese Pflanzenantikörper unterscheiden sich zwar in einigen Details von menscheneigenen Antikörpern, lassen sich jedoch genauso gut zur Behandlung von Hepatitis A verwenden wie konventionell hergestellte Antikörper. Die Forscher gehen davon aus, dass diese Methode die Produktion von auf Antikörpern basierenden Arzneien um das zehn- bis hundertfache billiger machen könnte. //[mst]//

Quelle: PNAS

Anthropologie Der älteste Europäer zeigt sein Gesicht.

Dank des Fundes eines nahezu vollständigen Schädels in Rumänien. Er gehörte einem Individuum, das vor rund 40.000 Jahren lebte und macht es Forschern aus der Schweiz, England, Amerika und Rumänien nun erstmals möglich, die Gesichtsform unserer Vorfahren in Europa zu beschreiben. Bislang waren aus dieser Zeit nur Schädelfragmente oder Knochen vom übrigen Skelett bekannt. Wie die Paläoanthropologen heute im Fachmagazin PNAS berichten, weist der vor zwei Jahren ausgegrabene Schädel nicht nur moderne anatomische Merkmale auf, sondern auch noch einige ältere Kennzeichen. Diese könnte auf eine Vermischung von Neandertalern und anatomisch modernen Menschen hindeuten. Diese Interpretation wird von anderen Forschergruppen jedoch kritisch gesehen. //[mst]//

Quelle: PNAS

Biologie Fleischfresser haben ihre Grenzen.

Zumindest hinsichtlich ihrer Körpergröße. Forscher der Zoologischen Gesellschaft in London berichten im Fachblatt PLoS, dass Fleisch fressende Säugetiere maximal 1100 Kilogramm wiegen können, danach kann ihr Körper nicht mehr genügend Energie aufnehmen, um große Beutetiere jagen zu können. Der hohe Energieverbrauch sei auch der Grund, warum Löwen oder Eisbären häufig Nickerchen machen, da sie auf diese Weise ihren Kalorienbedarf verringern, schreiben die Forscher. Für Dinosaurier hat diese Vorgabe jedoch nicht gegolten. Die urzeitlichen Raubtiere wie Tyrannosaurus Rex hatten wahrscheinlich eine wesentlich geringere Stoffwechselrate, die eine Körpermasse von bis zu neun Tonnen ermöglichte. //[mst]//

Quelle: news@nature.com

15.01.2007

Raumfahrt Japan will vorerst doch nicht zum Mond

Die japanische Raumfahrtbehörde JAXA hat heute die Streichung einer schon mehrfach verschobenen eigenen Mondmission empfohlen. Das für den Einsatz geplante Raumschiff sei vor zehn Jahren gebaut worden und inzwischen schrottreif. Ein neues Raumschiff solle nicht gebaut werden. Ursprünglich war die Mission für August 2004 geplant. Die endgültige Entscheidung über das Projekt soll Anfang Februar fallen. //[mawi]//

Quelle: Agenturen

Raumfahrt Ein NASA-Satellit hat "Pathfinder" wieder gefunden

Am 4. Juli 1997 landete die Pathfinder-Sonde auf dem Mars - und lieferte spektakuläre Bilder des Planeten. Jetzt hat die US-Raumfahrtbehörde NASA die Sonde auf Fotos entdeckt. Die hoch auflösende Kamera an Bord des "Mars Reconnaissance Orbiter" hat aus 297 Kilometer Höhe das Landegebiet fotografiert. Auf den Aufnahmen sind der Pathfinder zu erkennen, sein Landefallschirm sowie die Airbags, die damals für eine sanfte Landung gesorgt hatten. In unmittelbarer Nähe von Pathfinder ist der erste Mars-Rover Sojourner zu sehen. Ende Dezember hatten NASA-Experten auf Aufnahmen bereits die beiden Viking-Sonden geortet, die 30 Jahre zuvor auf dem Mars gelandet waren. //[mawi]//

Quelle: NASA

Medizin Pflanzen-Extrakte machen Herpesviren gefährlich aktiv

Das Herpesvirus HHV-8 verursacht eine bestimmte Form von Hautkrebs. Besonders häufig kommt dieses Kaposi-Sarkom in Afrika - südlich der Sahara vor. Krebsforscher der US-amerikanischen Nationalen Gesundheitsinstitute NIH haben jetzt herausgefunden, dass bestimmte Pflanzenextrakte bei infizierten Menschen den Ausbruch der Krankheit befördern können. Sie hatten 4.500 Naturstoffe aus verschiedenen Kontinenten untersucht. Über 220 - also rund fünf Prozent der Stoffe - waren in der Lage, das Herpes-8-Virus in latent infizierten Zellen zu reaktivieren. Sie enthielten besonders viele pflanzliche Phorbol-Ester. Am ausgeprägtesten war der Effekt bei Pflanzen aus Afrika, so die Forscher im "International Journal of Cancer". //[mawi]//

Quelle: DKFZ, idw-Ticker

Medizin Ohne Natrium-Pumpe entwickelt sich das Herz nicht richtig

Forscher am Max-Delbrück-Zentrum haben eine neue Funktion der Natrium-Kalium-Pumpen in Herzzellen entdeckt. Bislang ging man davon aus, dass die Ionen-Pumpen nur eine wichtige Rolle spielen bei der Steuerung des Herzschlags. Bislang unbekannt war, dass ihnen auch bei der Embryonalentwicklung eine Schlüsselrolle zukommt. So sorgen sie dafür, dass die Herzmuskelzellen einen Verbund bilden und dass sie sich an ihrer Ober- und Unterseite unterscheiden, berichten die MDC-Forscher im "Journal of Cell Biology". Möglicherweise wirken sich Defekte in den Natrium-Kalium-Pumpen auch negativ auf die Entwicklung der Blut-Hirn-Schranke sowie der Netzhaut im Auge aus. Damit könnte der Ionenpumpe eine bedeutende Rolle bei der Entwicklung unterschiedlicher Gewebeformen zukommen. //[mawi]//

Quelle: Journal of Cell Biology, Bd. 176, S. 2

Medizin Lebensrettende Proteine kommen aus dem Hühner-Ei

Schottische Wissenschaftler haben genetisch veränderte Hühner gezüchtet. Die Hühner legen Eier, die ein spezielles Protein enthalten: einen Antikörper mit Namen miR24 zur Behandlung von Hautkrebs. Die Eier anderer Hühner enthielten menschliches Interferon b, mit dem sich die Vermehrung von Viren in Zellen behindern lässt. Das Roslin Institut in Edinburgh teilte mit, es habe inzwischen fünf Generationen dieser Tiere gezüchtet. Die neue Technik eröffne langfristig die Möglichkeit, Medikamente kostengünstig herzustellen. Am Roslin-Institut war auch das Klon-Schaf Dolly geschaffen worden. //[mawi]//

Quelle: BBC, Agenturen

12.01.2007

Medizin Trichomoniasis könnte sich künftig leichter bekämpfen lassen.

Trichomoniasis wird durch einen Einzeller ausgelöst, der sich in einer Harnröhre oder einer Vagina festsetzt. Dort erhöht er zum Beispiel das Risiko, an Krebs zu erkranken. Rund fünf Prozent der Erreger sind gegen gängige Medikamente immun. Ein internationales Forscherteam hat jetzt das Erbgut des Erregers entziffert. Es besteht aus rund 60.000 Genen, mehr als doppelt so viele wie das Erbgut des Menschen. Bereits diese Analyse /at erste Hinweise auf Gründe für die Resistenzen geliefert, schreiben die Wissenschaftler in "Science". Die Forscher entdeckten ferner auf dem Erreger Proteine, gegen die es bereits wirksame Medikamente gibt. Die Wissenschaftler hoffen daher, dass sich die Trichomoniasis schon bald besser behandeln lassen wird. Jedes Jahr infizieren sich weltweit rund 170 Millionen Menschen mit dem Erreger Trichomonas vaginalis. //[gä]//

Quelle: science/bbc/eurekalert

Raumforschung Ein falsches Programm hat die Raumsonde Mars Global Surveryor lahm gelegt.

Mehr als neun Jahre lang schickte die Raumsonde zuverlässig Bilder und Daten zur Erde, dann brach der Kontakt plötzlich ab. Experten der NASA rätselten, was die Sonde verstummen ließ. Eine Untersuchung deutet jetzt darauf hin, dass der Mars Global Surveryor im Sommer vergangenen Jahres /fehlerhafte Programmteile erhalten hat. In der Folge sind die Batterien der Sonde zu heiß geworden und der Mars-Satellit schaltete ab. Der Direktor des NASA Mars Programms, Doug McCuistion, bestätigte einen entsprechenden Bericht, bezeichnete ihn aber als nur eine von mehreren Möglichkeiten. Der Direktor bezweifelte jedoch, dass die NASA die Sonde wieder finden werde. Vor dem Upload des verhängnisvollen Programms war die Mission vom Mars Global Surveyor um zehn Jahre verlängert worden. //[gä]//

Quelle: Spiegel-online

Physik Abhörsichere Datenleitungen sind möglich.

In der Theorie lassen sich mit quantenmechanisch gekoppelten Lichtteilchen Informationen absolut abhörsicher übertragen. Das Problem in der Praxis ist jedoch, dass zum Versenden dieser Botschaften zuerst ein Schlüssel vom Sender zum Empfänger übertragen werden muss. Die Übertragung dieses Schlüssels konnte bis jetzt unter bestimmten Bedingungen abgehört werden. Drei Forschergruppen aus China, München und den USA haben nun ein Verfahren entwickelt, diesen Schlüssel abhörsicher über eine Distanz von mehr als 100 Kilometern zu versenden. Diese Strecke würde ausreichen, um niedrig kreisende Satelliten zu erreichen. Die Wissenschaftler hoffen daher, dass es gelingen wird, absolut abhörsichere Daten weltweit per Satellit zu übertragen. //[gä]//

Quelle: prophysik.de

Astrobiologie Die Viking-Sonden suchten das falsche Leben auf dem Mars.

Davon sind Astrobiologen aus den USA und Deutschland überzeugt. Wie die Wissenschaftler auf dem Jahrestreffen der Amerikanischen Astronomischen Gesellschaft darlegten, suchten die Experimente an Bord der Viking-Sonden nach irdischem Leben. So wurden Bodenproben vom Mars in einer Wasser-Nährstoff Lösung getränkt. Die dabei gewählte Menge hätten Mars-Mikroben jedoch unter Umständen ertränkt. Danach wurde die Bodenprobe gekocht, um organische Reste zu finden. Wenn Mars-Mikroben in ihrem Inneren aber tatsächlich aus einer Mischung aus Wasser und Wasserstoff-Peroxyd bestehen, wie es Forscher vermuten, würden ihr organisches Material durch Kochen vollständig zerstört. //[gä]//

Quelle: ap/cnn/foxnews

Medizin In China breitet sich die Syphilis wieder aus.

Dank der rigiden Gesundheitspolitik der Kommunistischen Partei hatten sich zwischen den 60er und 90er Jahren nur noch sehr wenige Menschen mit dieser Geschlechtskrankheit angesteckt. Zwi-chen 2000 und 2005 stieg die Zahl der Infektionen jedoch wieder deutlich an, berichten Forscher vom Nationalen Zentrum für Geschlechtskrankheiten in Najing im Fachblatt "The Lancet". Die Wissenschaftler sehen darin eine Folge der Veränderung Chinas. Es gebe mehr Prostituierte als noch vor wenigen Jahren, außerdem entstehe ein neues Proletariat, und das Gesundheitssystem habe sich verschlechtert. Die Forscher fürchten, dass die Syphilis die Ausbreitung des HI-Virus erleichtern werde. //[gä]//

Quelle: the lancet/dpa/bbc

11.01.2007

Umwelt Klimawandel fördert den Schwalbennachwuchs.

Über einen Zeitraum von 35 Jahren haben dänische Forscher mehr als 2700 Brutpaare der Rauchschwalbe beobachtet. Sie notierten, wann die Schwalben wie viele Eier gelegt und wie viele Küken großgezogen haben – ihren Abschlußbericht haben sie im Fachjournal „Behavioral Ecology“ veröffentlicht. Danach brütet etwa zwei Drittel aller Schwalbenpaare zweimal im Jahr. Zwischen 1971 und 2005 sei die durchschnittliche Temperatur in Dänemark um 2,2 Grad Celsius gestiegen. Dies habe zur Folge gehabt, dass sich der Zeitpunkt der ersten Brut nach vorne verschoben habe. Mittlerweile lägen zwischen den zwei Bruten etwa 8 Tage mehr als vor 35 Jahren. Die Schwalbeneltern – so resümieren die Forscher – haben jetzt mehr Zeit sich ihrem Nachwuchs zu widmen. Entsprechend hätten auch mehr Jungvögel das Nest verlassen. //[tj]//

Quelle: Behavioral Ecology, Band 18, Seite 62

Medizin Jährlich erleiden 300 Kinder einen Schlaganfall.

Eine Langzeitstudie, die bereits seit zehn Jahren Schlaganfälle bei Kindern und Jugendlichen untersucht, kommt zu einem vorläufigen Ergebnis: Jährlich erleiden rund 300 Kinder in Deutschland einen Schlaganfall, ein Drittel trägt bleibende Schäden wie Lähmungserscheinungen oder epileptische Anfälle davon. Als mögliche Ursache nennen die Mediziner des Universitätsklinikums Münster Gerinnungsstörungen, Herzfehler Gefäßverletzungen oder Gefäßentzündungen. //[tj]//

Biologie Eine angeblich ausgestorbene Schildkrötenart ist wieder aufgetaucht.

Seit 1982 steht die Batagur-Schildkröte auf der Roten Liste der Weltnaturschutzunion. In Bangladesch und Indien gilt die Art als äußerst bedroht, in Thailand galt sie als bereits ausgestorben. Jetzt ist ein Exemplar der 50 Zentimeter großen und 28 Kilogramm schweren Batagur-Schildkröte an der Andaman-Küste in Thailand entdeckt worden. Umweltschützer fordern nun, dass der natürliche Lebensraum, in dem die Schildkröte gefunden wurde, erhalten wird. //[tj]//

Geologie Schwarze Diamanten stammen aus dem Weltall.

Die Herkunft der mysteriösen Carbonado-Diamanten, die nur in Zentralafrika und Brasilien zu finden sind, scheint geklärt: Das schreiben nordamerikanische Forscher in den „Astrophysical Journal Letters“. Die schwarzen Diamanten, deren Oberfläche so dunkel ist wie Kohle, sind offenbar im interstellaren Raum entstanden. Das fanden die Forscher heraus, als sie das Absorptionsspektrum von Carbonado-Diamanten mit dem von kosmischen Nanodiamanten und präsolaren Diamanten in Meteoriten verglichen. Wahrscheinlich seien die Carbonado-Diamanten durch einen Meteoriteneinschlag auf die Erde gekommen, sie könnten abgesplitterte Teile eines Riesendiamanten sein, der sich im Innern eines Kohlenstoff-Planeten oder eines kristallinen weißen Zwerges gebildet hatte. //[tj]//

Quelle: Astrophysical Journal Letters, Band 653, Seite L153

Medizin Gonorrhoe erhöht das Krebsrisiko.

Eine Studie der Harvard School of Public Health kommt zu dem Ergebnis, dass die sexuell übertragbare Krankheit Gonorrhoe – umgangssprachlich auch Tripper genannt – das Risiko für Blasenkrebs verdoppelt. Die Verbindung von Gonorrhoe und Blasenkrebs war schon in vorangegangenen Studien vermutet worden. Allerdings handelte es sich dabei um Untersuchungen, bei denen erst nach einer Krebsdiagnose die Vorerkrankungen berücksichtigt wurden. Bei dieser Studie sind erstmals Patienten ab Beginn einer Gonorrhoe weiterbeobachtet worden. Im „British Journal of Cancer“ äußern die amerikanischen Mediziner die Vermutung, dass die durch das Gonorrhoe-Bakterium hervorgerufene Entzündung oder die Begleitsymptome zur Entstehung von Blasenkrebs führen könnten. Eine weitere Studie soll dies nun klären. Die Tripper-Erkrankung nimmt seit den 90er Jahren weltweit wieder zu. Die Weltgesundheitsorganisation geht von 60 Millionen Neuerkrankungen pro Jahr aus. //[tj]//

Preisverleihung Der deutsche Physiker Peter Grünberg und der Franzose Albert Fert erhalten den renommierten Japan Preis, mit dem Wissenschaftler für bahnbrechende Leistungen ausgezeichnet werden.

Das teilte die japanische Stiftung für Wissenschaft und Technik heute in Tokio mit. Grünberg und Fert werden für die Entdeckung des so genannten Riesen-Magnetowiderstands , kurz GMR-Effekt geehrt. Dieser Effekt, den beide Forscher unabhängig voneinander 1988 entdeckten, ermöglicht die Entwicklung neuer Leseköpfe in kleinen Computerfestplatten. Dadurch konnte die Speicherkapazität der Laufwerke nicht nur für PCs, sondern auch für Videorekorder und MP3 Player in den Gigabyte-Bereich gesteigert werden. //[tj]//

Physik Künstlich erzeugte Kugelblitze glühten mehrere Sekunden lang.

Brasilianischen Physikern ist es gelungen, die bis dato langlebigsten Kugelblitze zu erzeugen. Die Feuerkugeln hielten sich bis zu acht Sekunden im Labor, berichten die Forscher der Pernambuco-Universität im Fachmagazin „New Scientist“. Kugelblitze sind bislang nicht völlig geklärt. Erklärungsversuche reichen von glühenden Plasmabällen bis zu kleinen Schwarzen Löchern. Die Brasilianer wollten nun eine Theorie überprüfen, nach der gewöhnliche Blitze in den Boden einschlagen und Kieselerde verdampfen. Daraus sollen sich dann Siliziumdampfbälle bilden, die aufgrund ihrer elektrischen Ladung kugelförmig zusammengehalten werden, an der Luft oxidieren und dadurch leuchten. Die Forscher verdampften im Labor dünne Siliziumscheiben mit einer Starkstromentladung von 140 Ampere zwischen zwei Elektroden. Sie erhielten Kugelblitze in Tischtennisballgröße, die mehrere Sekunden lang Bestand hatten. //[tj]//

Quelle: New Scientist, Nummer 2586, Seite 12

Medizin Das kleinste Kunstherz wurde erstmals in Deutschland implantiert.

Das kleinste Kunstherz der Welt ist vor einer Woche zum ersten Mal einem deutschen Patienten implantiert worden. Die Operation wie auch die Zeit danach seien komplikationslos verlaufen, berichteten die Ärzte der Medizinischen Hochschule Hannover heute. Bei dem Kunstherz handelt es sich um eine Neuentwicklung mit dem Namen „Heart Ware“. Es wird an der Herzspitze in die linke Herzkammer des Patienten eingesetzt. Das Blut aus der Lunge strömt in diese Kammer und wird dort in die Maschine gesaugt. Ein neuentwickelter Motor pumpt es dann um das Herz herum und in die Körperschlagader. Der so genannte Impeller transportiert das Blut mit 3500 Umdrehungen in der Minute. Da der Impeller mit Hilfe eines Magnetfeldes im Blut schwebt, braucht er keine Lager und keine Aufhängung. Es gibt also keine Maschinenteile die mechanisch abnutzen können. Das neue Kunstherz soll deshalb bis zu zehn Jahren halten. //[tj]//
10.01.2007

Meteorologie 2006 war das wärmste Jahr in den USA seit Beginn der Wetteraufzeichnungen Ende des 19. Jahrhunderts.

Nach Angaben des Nationalen Klimadatenzentrums in Washington lag die mittlere Temperatur um 1,2 Grad über dem Durchschnitt des vergangenen Jahrhunderts. Vor allem der Dezember sei wärmer gewesen als üblich. Eine der Ursachen dafür sei das Wetterphänomen El Nino, welches das Wasser im Pazifik erwärmt. Aber auch die langfristige Aufheizung der Erdatmosphäre durch Klimagase wie Kohlendioxid und Methan. Weltweit gesehen habe es seit den Klimaaufzeichnungen allerdings schon fünf Jahre gegeben, die wärmer gewesen seien als 2006, so die Forscher. //[ar]//

Biologie Ein großes Gehirn kann Leben retten.

Davon sind spanische Ornithologen überzeugt. Sie hatten die Sterblichkeiten untersucht von rund 200 Vogelarten auf der ganzen Welt und dabei festgestellt: Je schwerer das Gehirn eines Vogels im Vergleich zu seinem Gesamt-Gewicht, desto höher sind seine Überlebens-Chancen. Die Forscher schließen daraus, dass Vögel mit einem großen Gehirn sich flexibler auf neue Situationen einstellen können und insgesamt schneller reagieren. Die Beobachtung der Wissenschaftler können zum Beispiel erklären, weshalb Fasane, die nur ein kleines Gehirn besitzen, öfters von Autos überrollt werden, als Elstern, deren Gehirn deutlich größer ist. //[ar]//

Quelle: NewScientist, Proceedings of the Royal Society B

Medizin Protein-Menge im Blut verrät Risiko von Herzversagen.

Mit einem einfachen Bluttest wollen Mediziner aus San Francisco bestimmen, wie hoch die Gefahr eines Patienten ist, einen Schlaganfall oder ein Herzversagen zu erleiden. Ablesen lasse sich das an der Konzentration einer bestimmten Eiweißverbindung. Je höher der Gehalt des Eiweißes, desto stärker werde das Herz beansprucht und desto größer sei das Risiko, schreiben die Forscher im Medizin-Fachblatt JAMA. Sie hoffen nun, einen Schnelltest entwickeln zu können, der den Ärzten helfen kann, eine geeignete Therapie für den Patienten zu wählen. //[ar]//

Raumfahrt Indische Test-Rakete ist erfolgreich gestartet.

Indien hat heute eine Raumkapsel ins All geschossen, mit der sich das Land vorbereiten will auf eine zukünftige bemannte Weltraum-Mission. Die 44 Meter lange Rakete ist von einer Basis im Süden des Landes gestartet und hat die Kapsel sowie drei Satelliten ausgesetzt. Zwei bis vier Wochen lang soll die Kapsel nun um die Erde kreisen. Und dann in der Bucht von Bengalen ins Meer stürzen. Man wolle dabei Daten gewinnen über die Navigation, Steuerung und Kontrolle der Fähre bei der Wiedereintrittsphase, teilte die indische nationale Raumfahrtagentur mit. Der Versuch gilt als erster Schritt für Indiens Raumprogramm: 2008 will das Land eine erste unbemannte Sonde zum Mond schicken. Bis 2013 eine Mission zum Mars. Danach sind bemannte Flüge geplant. //[ar]//

Biologie Farbenblinde Affen sehen besser.

Zumindest wenn es darum geht, getarnte Insekten zu entdecken. Das haben Wissenschaftler aus Kanada beobachtet. An Kapuzineräffchen in Costa Rica. Die Verhaltensforscher waren den Affen neun Monate lang gefolgt und hatten dabei aufgezeichnet, wovon die Tiere sich ernährt haben. Farbenblinde Affen versuchten viermal öfters, ein getarntes Insekt zu fangen als ihre Artgenossen ohne diese Einschränkung. Die Forscher glauben, dass die farbenblinden Affen stärker auf Formen und Kontraste achten. Damit ist zum ersten mal belegt, dass es biologisch von Vorteil sein kann, wenn man Farben nicht erkennt. So die Wissenschaftler im Fachblatt "Animal Behaviour". //[ar]//

Quelle: sciencenow

Raumfahrt Auch die Briten wollen ins All.

Und zwar im Alleingang. Erste Pläne dafür hat ein Privatunternehmen entwickelt. Im Auftrag des britischen Astronomie-Forschungs-Beirates. So sei es möglich, im Jahr 2010 vier Projektile mit Messinstrumenten auf den Mond zu schießen. Von einer Raumsonde aus, berichtete heute der Sender BBC. Einige Jahre später könne dann sogar eine Sonde auf dem Mond landen. Bei den Plänen handelt es sich noch nicht um einen offiziellen Vorschlag an die Regierung. //[ar]//

Stammzellen Regierung will am Stammzellgesetz festhalten.

Das Bundeskabinett hat heute den zweiten Bericht zum Stand der Stammzellforschung in Deutschland verabschiedet. Das Stammzellgesetz habe sich bewährt, sagte eine Sprecherin des Bundesgesundheitsministeriums. Sowohl mit embryonalen als auch mit adulten Stammzellen seien neue und wichtige Erkenntnisse gewonnen worden. Die Deutsche Forschungsgemeinschaft, DFG, hatte im vergangenen Jahr gefordert, das Stammzellgesetz zu ändern. Die DFG hatte kritisiert, dass den deutschen Forschern nur veraltete Zell-Linien zur Verfügung stünden. Das Gesetz schreibt vor, dass die Wissenschaftler nur dann mit embryonalen Stammzellen arbeiten dürfen, wenn diese aus dem Ausland stammen und vor dem 1. Januar 2002 gewonnen worden sind. //[ar]//
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