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19.01.2007

Medizin Folsäure kann die Gedächtnisleistung verbessern.

Das berichten Forscher der niederländischen Universität Wageningen im Fachblatt THE LANCET. Wissenschafter haben bereits seit längerem vermutet, dass eine nachlassende Leistung des Gedächtnisses im Alter mit einem niedrigen Folsäurewert zusammen hängt. Das führe zum Anstieg eines für die Erinnerung schädlichen Eiweißes, und die Gedächtnisleistung nimmt ab, so die Vermutung. Dieser Prozess lässt sich offenbar auch umkehren, berichten die Holländischen Forscher. Sie teilten eine Gruppe von 818 Menschen in zwei Testgruppen auf, und ließen die eine drei Jahre lang täglich 800 Mikrogramm Folsäure einnehmen. Bei Tests zur Wahrnehmung und Reaktion schnitten die Teilnehmer dieser Gruppe deutlich besser ab als die Teilnehmer der zweiten Gruppe. [gä]

Quelle: the lancet

Medizin Die weltweite Impfkampagne gegen Masern zeigt Erfolg.

Starben im Jahr 1999 noch jedes Jahr 873.000 Menschen weltweit an Masern, waren es 2005 noch 345 tausend. Das berichten Forscher der internationalen Maserninitiative im Fachblatt THE LANCET. Die Weltgesundheitsorganisation WHO und das UN-Kinderhilfswerk UNICEF hatten im Jahr 2000 eine Strategie zur Masernimpfung und deren Überwachung ins Leben gerufen. In 45 am stärksten betroffenen Ländern wurden Kinder geimpft und Masern gezielt bekämpft. Vor allem in Asien und Afrika sanken daraufhin die Krankheitsfälle um mehr als zwei Drittel. Die Initiative hofft, die Zahl der Masernfälle bis 2010 auf ein Zehntel zu senken und die Krankheit in Europa auszurotten. [gä]

Quelle: eurekalert

Psychologie Langweilt sich das Gehirn, wandern die Gedanken.

Zu diesem Schluss kommen Forscher aus den USA im Fachblatt SCIENCE. Die Wissenschaftler hatten Testpersonen unter ein Magnetresonanztomographen gebeten und ihnen dann schwierige oder monotone Aufgaben gestellt. Dabei entdeckten die Forscher einen Bereich im Gehirn, der besonders aktiv war, wenn die Testpersonen die monotonen Aufgaben lösen sollten. Je aufwändiger die Aufgabe war, desto weniger aktiv war dieser Teil des Hirns. Aus den Befragungen der Testpersonen und ihren Beobachtungen schließen die Wissenschaftler, dass dieser Teil des Hirns für das Abschweifen der Gedanken verantwortlich ist. Welchen biologischen Sinn diese Tagträume haben könnten, ist den Wissenschaftlern allerdings noch unklar. Es sei sogar denkbar, dass es gar keinen Sinn gäbe, so die Forscher: Das Gehirn träume einfach in den Tag, weil es das kann. [gä]

Quelle: science

Physik Physiker bauen Schrödingers Katze aus Photonen.

Forschern aus China und Innsbruck ist es gelungen, zum ersten Mal sechs Photonen quantenmechanisch miteinander zu verschränken. Die Wissenschaftler koppelten die Lichtteilchen zunächst paarweise, und dann, mit Hilfe komplexer Spiegel, die Paare miteinander. Auf diese Weise sei ein Quantenzustand entstanden, der dem Paradoxon von Schrödingers Katze entspricht. Der Physiker Erwin Schrödinger hatte in einem Gedankenexperiment festgestellt, dass der Zustand einer Katze, die in einer Kammer zusammen mit einer Giftflasche eingesperrt ist, die durch radioaktiven Zerfall innerhalb von einer Stunde geöffnet wird, nicht mehr eindeutig vorherzusagen ist. Nach den Gesetzen der Wahrscheinlichkeit ist das Tier gleichzeitig tot und lebendig. Eine vergleichbaren Schwebezustand zwischen zwei einander widersprechenden Zuständen nahmen die sechs Photonen ein. [gä]

Quelle: nature physics/wissenschaft.de

Biologie Norwegens Elche werden immer dicker.

Das sagten Wissenschafter des Norwegischen Instituts für Naturforschung der Tagezeitung Dagbladet. Üblicherweise fänden die Tiere in schneereichen Wintern nur magere Äste zu fressen - und nähmen daher ab. Dank der milderen Winter infolge des Klimawandels jedoch könnten sich die Tiere auch mit gehaltvollerem versorgen, wie zum Beispiel Blaubeeren. Dadurch werden die Tiere eher zu- als abnehmen, vermuten die Forscher. [gä]

Quelle: science

18.01.2007

Astronomie L-Chondrite stammen von Asteroiden-Kollision vor 470 Millionen Jahren

Ein Viertel aller Meteoriten, die heute auf die Erde treffen, haben ihren Ursprung in einer gewaltigen Asteroiden-Kollision vor 470 Millionen Jahren. Das schreiben Astronomen vom Mineralogischen Institut in Heidelberg in ihrer Fachzeitschrift. An der Grenze zwischen äußerem und innerem Sonnensystem seien damals zwei vermutlich einige hundert Kilometer große Asteroiden zusammengestoßen. Danach fielen für einige Millionen Jahre etwa hundert mal so viele Meteoriten auf die Erde wie in der Neuzeit. Die heute noch auf die Erde treffende Meteoriten-Gruppe – die so genannten L-Chondrite – stammten immer noch von einem der vor 470 Millionen Jahren auseinandergerissenen Kleinplaneten. Das, so berichten die Astronomen, hätten sie jetzt mit einer neuen radiometrischen Datierungsmethode nachgewiesen.

Quelle: Quelle: Agenturen

Labortechnik Neue Technik zum Trennen von Blut nutzt Einsteins Teeblatt-Idee

Schon 1926 erklärte Albert Einstein einen physikalischen Mechanismus: Nach dem Rühren eines frisch aufgebrühten Tees bewegen sich die Teeblätter in einer spiralförmigen Bewegung zum Tassenboden. Diesen Gedanken nutzten jetzt australische Wissenschaftler für eine Blut-Trenn-Technik. Dazu gaben sie Blut in ein zylindrisches Gefäß mit nur vier Millimeter Durchmesser. Mit einem ausgeklügelten Verfahren setzten sie ausschließlich die Flüssigkeitsoberfläche in eine rotierende Bewegung. Neben den nach außen ausgerichteten Zentrifugalkräften entstanden weitere Kräfte, die die Blutkörperchen in die Gefäßmitte und dann nach unten zogen. Während sich so die festen Bestandteile am Boden des Gefäßes sammelten, blieb das Blutplasma in einer reinen Flüssigkeitsschicht darüber. In Versuchen dauerte dieses Trennverfahren nur drei Minuten, berichten die Wissenschaftler. Das Verfahren sei somit schneller und preiswerter als gängige Labormethoden. Auch lasse es sich in einem tragbaren Analysegerät verwenden.

Quelle: Quelle: wissenschaft.de

Physik Schnellere Raster-Elektronenmikroskope scheinen möglich

Ein deutsch-israelisches Forscherteam hat die bislang hellsten und schnellsten Szintillatoren aus Zinkoxid entwickelt. Damit lässt sich eine neue Generation von Raster-Elektronenmikroskopen herstellen. Sie reagieren auf das Eintreffen schneller Elektronen mit der Aussendung von Licht. Dieses wird dann weiterverarbeitet und gibt über seine Intensität eine Information über die Zahl der auftreffenden Elektronen. Die Wissenschaftler haben für die Szintillatoren Zinkoxid wegen seiner Lichtintensität gewählt. Zinkoxid ist ein Halbleiter. Dadurch wird das Licht sehr schnell, innerhalb weniger als einer Milliardstel Sekunde nach Eintreffen des Elektrons ausgesendet und erlaubt so eine schnelle Antwort. Mit den neuen Zinkoxid-Szintillatoren können jetzt Raster-Elektronenmikroskope hergestellt werden, die mit wesentlich schnelleren Rastergeschwindigkeiten arbeiten.

Quelle: Quelle: idw

Medizin Fast-Verlust des Arbeitsplatzes führt häufig zu Depressionen

Britische Forscher haben untersucht, wie sich Umstrukturierungsmaßnahmen in einer Firma auf die Gesundheit der Arbeitnehmer auswirkt. Sie verglichen die Daten von 5000 Arbeitnehmern, die nach Personaleinsparungen in ihrer Firma verbleiben konnten, mit 4000 Menschen, die ihren Arbeitsplatz verloren. Während bei den plötzlich Arbeitslosen über 64 Prozent an Stresskrankheiten litten und einen Arzt aufsuchten, um sich Schlafmittel oder Antidepressiva verschreiben zu lassen, sah es bei den Weiterbeschäftigten auch nicht sehr viel besser aus: Jeder zweite hatte Angstzustände und fragte seinen Arzt nach einer medikamentösen Therapie.

Quelle: Quelle: BBC

Medizin Napoleon starb an Magenkrebs

Diese These erhärtet jetzt eine US-amerikanische Studie. Das berichten Forscher aus Texas im Fachmagazin „Nature Clinical Practice“. Die Auswertung des Autopsieberichtes von Napoleons Leibarzt und englischen Medizinern habe ergeben, dass der Verstorbene ein mehr als zehn Zentimeter langes Geschwür an der Magen-Innenwand gehabt habe. Vermutlich sei es durch das Bakterium Helicobacter pylori verursacht worden. Über die Todesursache von Napoleon Bonaparte streiten Historiker seit Jahrzehnten. In den Haaren des Toten hatten Wissenschaftler im Jahr 2001 eine anormal hohe Konzentration von Arsen nachgewiesen. Dies hatte Verschwörungstheorien Vorschub geleistet, denen zufolge der gestürzte Kaiser ermordet worden sei. Die US-Forscher weisen dies zurück. Den Giftfund führen sie auf die Praxis der damaligen Winzer zurück, ihre Weinfässer mit Arsen zu reinigen.

Quelle: Quelle: Nature Clinical Practice

17.01.2007

Geophysik Neue Missionen zur Erdbeobachtung gefordert.

Die Amerikanische Akademie der Wissenschaften hat die US-Regierung aufgefordert, in den nächsten Jahren siebzehn neue Missionen zur Erdbeobachtung zu starten. Wenn das nicht geschehe, so könnten wichtige Daten zum Klimawandel nicht erhoben werden. Und das über Jahre hinweg, warnte ein Komitee hochrangiger Forscher. Denn ein großer Teil der NASA-Satelliten, welche zum Beispiel die Polkappen im Fokus haben, seien bereits jetzt schon überaltert. Nach Angaben der Experten fehlt Geld für die Erdbeobachtung, weil die Regierung unter Präsident Bush andere Prioritäten gesetzt hat. Nämlich bemannte Missionen zum Mond und zum Mars zu schicken. [ar]

Quelle: nature.com

Psychologie Wonach Frauen die Attraktivität von Männern beurteilen

Das glauben nun Forscher aus Schottland zu wissen. Nämlich nach der Aufmerksamkeit, welche andere Geschlechtsgenossinnen den Männern entgegenbringen. Wird ein Mann von einer Dame angelächelt, so steigt damit seine Anziehungskraft auf andere Frauen, die das Lächeln gesehen haben. So deuten die Wissenschaftler einen Versuch, an dem sich insgesamt 28 Frauen beteiligt hatten. Sie sollten die Attraktivität von Männergesichtern beurteilen. Auf Fotografien flankiert von weiblichen Gesichtern, die die Männer entweder lächelnd, neutral oder abwertend anschauten. Tatsächlich schnitten die Männergesichter am besten ab, die angelächelt wurden. Die Forscher vermuten, dass dieses Nachahmungsverhalten Zeit und Energie bei der Partnersuche sparen soll. Es sei bereits aus der Tierwelt bekannt, und zwar von Guppie- und Zebrafinkenweibchen. Veröffentlich wurde die Publikation im renommierten britischen Fachblatt Proceedings of the Royal Society B. [ar]

Quelle: Newscientist

Medizin MS-Patienten profitieren von Parasiten.

Eine Infektion mit Darmwürmern kann vermutlich dabei helfen, dass Menschen mit Multipler Sklerose seltener unter Schüben der Krankheit leiden. So das Ergebnis einer argentinischen Studie, veröffentlicht in den Annals of Neurology. Die Forscher vermuten, dass die Parasiten in das Immunsystem ihrer Wirte eingreifen. Und damit die Körperabwehr dämpfen. So dass die MS-typischen Attacken des Immunsystems auf die körpereigenen Nervenzellen ausbleiben. Für die Untersuchung hatten Mediziner aus Buenos Aires 36 Personen vier Jahre lang überwacht. Bei dieser niedrigen Zahl der Probanden ist das Ergebnis allerdings mit einer gewissen Unsicherheit behaftet. Die Forscher wollen daher jetzt nach den Botenstoffen suchen, mit denen die Parasiten das Immunsystem in Schach halten. [ar]

Quelle: wissenschaft.de, newscientist

Stammzellen Der Bundestag beschäftigt sich wieder mit embryonalen Stammzellen.

Der Forschungsausschuss des Parlaments hat eine Expertenanhörung zur Stammzellforschung beschlossen. Es gehe dabei darum, ob das deutsche Stammzellgesetz revidiert werden müsse, sagte eine Sprecherin des Ausschusses heute in Berlin. Die Anhörung solle im Frühjahr stattfinden. Hintergrund ist eine Empfehlung der Deutschen Forschungsgemeinschaft, DFG. Sie hatte kritisiert, nach der aktuellen Regelung stünden deutschen Forschern nur veraltete Zelllinien zur Verfügung. Weil sie nur solche embryonalen Stammzellen benutzen dürfen, die vor dem 1. Januar 2002 im Ausland gewonnen wurden. [ar]

Umwelt Der deutsche Wald erholt sich nur langsam.

Trotz geringfügiger Verbesserungen bleibt der deutsch Wald schwer geschädigt. Der Anteil kranker Bäume sei nur unwesentlich zurück gegangen. Das zeichnet sich nach Informationen der Deutschen Presseagentur dpa beim neuen Waldschadensbericht 2006 ab. Mehr als zwei von drei Bäumen bleiben demnach weiter geschädigt. [ar]

Raumfahrt Wenn die Müllabfuhr ins Meer stürzt ...

... dann stammt der Abfall von der Internationalen Raumstation ISS. Die hat mit Hilfe einer russischen Raumkapsel Müll und gebrauchte Ausrüstung entsorgt. Die Kapsel ist heute gezielt in den Pazifik gestürzt, ungefähr 4000 Kilometer östlich von Neuseeland. Vorher war bereits ein Teil von ihr in der Erdatmosphäre verglüht. Bereits morgen soll eine neue Raumkapsel ins All starten, um den Astronauten an Bord der ISS Nachschub zu liefern. [ar]
16.01.2007

Psychologie Amnesiepatienten leben nur in der Gegenwart...

...denn sie sind weder in der Lage, sich an vergangene Ereignisse zu erinnern, noch können sie Pläne für die Zukunft schmieden. Das haben jetzt Neurologen des University College in London herausgefunden. Wie sie heute in den Proceedings der US-Akademie der Wissenschaften schreiben, haben sie Patienten, die aufgrund einer Beschädigung am Hippocampus unter Gedächtnisschwund leiden, gebeten, sich ein Ereignis in der Zukunft auszumalen und dieses zu beschreiben. Dabei sahen sie, dass keiner der Amnesiepatienten in der Lage war, zukünftige Ereignisse wie etwa den nächsten Geburtstag in einem zusammenhängenden Szenario zu sehen. Die Forscher folgern aus ihren Beobachtungen einen Mechanismus gefunden zu haben, der sowohl für das Erinnern als auch für das Planen zuständig ist. //[mst]//

Quelle: PNAS

Soziologie Nobelpreise lohnen sich...

....und dass nicht nur, weil die Ehrung aus Stockholm Ruhm und Geld mit sich bringt, sondern auch zusätzliche Lebenszeit. Das haben Forscher der englischen Universität Warwick herausgefunden. Demnach lebten die 135 Preisträger der Jahre 1901 bis 1950 in den Kategorien Physik und Chemie im Schnitt knapp anderthalb Jahre länger als ihre Konkurrenten, die bloß in der engeren Auswahl standen, dann aber leer ausgingen. Entscheidend für die höhere Lebenserwartung ist nach Ansicht der Forscher vor allem die Tatsache, dass durch das Preisgeld der soziale Status steigt. //[mst]//

Quelle: Agenturen

Physik Schall ist schneller als Licht.

Das konnten Physiker von der Universität Middle Tenesse im Fachblatt Applied Physics Letters beweisen. Aus einem Filter und PVC-Rohren hatten die Forscher eine Schleife konstruiert, in der das Schallsignal aufgespaltet wurde und dann entlang zweier unterschiedlich langer Wege lief. Danach wurden beide Signale wieder zusammengeführt. Ihre Überlagerung erzeugte eine Kopie des ursprünglichen Schallimpulses, die sich aufgrund von Absorptionseffektes schneller als mit Lichtgeschwindigkeit bewegte. Dieses Phänomen wurde bereits theoretisch vorhergesagt und kann auch bei Licht beobachtet werden. Die in der Schallwelle gespeicherte Information bewegte sich dabei aber nicht schneller als laut Albert Einstein erlaubt. //[mst]//

Quelle: spektrumdirekt

Medizin Antikörper kommen bald aus dem Kräutergarten.

Zumindest wenn es nach belgischen Forschern der Universität Gent geht. Wie sie heute im Fachblatt PNAS schreiben, haben sie Pflanzen der Ackerschmalwand gentechnisch so verändert, dass zehn Prozent der Samen Antikörper produzieren. Diese Pflanzenantikörper unterscheiden sich zwar in einigen Details von menscheneigenen Antikörpern, lassen sich jedoch genauso gut zur Behandlung von Hepatitis A verwenden wie konventionell hergestellte Antikörper. Die Forscher gehen davon aus, dass diese Methode die Produktion von auf Antikörpern basierenden Arzneien um das zehn- bis hundertfache billiger machen könnte. //[mst]//

Quelle: PNAS

Anthropologie Der älteste Europäer zeigt sein Gesicht.

Dank des Fundes eines nahezu vollständigen Schädels in Rumänien. Er gehörte einem Individuum, das vor rund 40.000 Jahren lebte und macht es Forschern aus der Schweiz, England, Amerika und Rumänien nun erstmals möglich, die Gesichtsform unserer Vorfahren in Europa zu beschreiben. Bislang waren aus dieser Zeit nur Schädelfragmente oder Knochen vom übrigen Skelett bekannt. Wie die Paläoanthropologen heute im Fachmagazin PNAS berichten, weist der vor zwei Jahren ausgegrabene Schädel nicht nur moderne anatomische Merkmale auf, sondern auch noch einige ältere Kennzeichen. Diese könnte auf eine Vermischung von Neandertalern und anatomisch modernen Menschen hindeuten. Diese Interpretation wird von anderen Forschergruppen jedoch kritisch gesehen. //[mst]//

Quelle: PNAS

Biologie Fleischfresser haben ihre Grenzen.

Zumindest hinsichtlich ihrer Körpergröße. Forscher der Zoologischen Gesellschaft in London berichten im Fachblatt PLoS, dass Fleisch fressende Säugetiere maximal 1100 Kilogramm wiegen können, danach kann ihr Körper nicht mehr genügend Energie aufnehmen, um große Beutetiere jagen zu können. Der hohe Energieverbrauch sei auch der Grund, warum Löwen oder Eisbären häufig Nickerchen machen, da sie auf diese Weise ihren Kalorienbedarf verringern, schreiben die Forscher. Für Dinosaurier hat diese Vorgabe jedoch nicht gegolten. Die urzeitlichen Raubtiere wie Tyrannosaurus Rex hatten wahrscheinlich eine wesentlich geringere Stoffwechselrate, die eine Körpermasse von bis zu neun Tonnen ermöglichte. //[mst]//

Quelle: news@nature.com

15.01.2007

Raumfahrt Japan will vorerst doch nicht zum Mond

Die japanische Raumfahrtbehörde JAXA hat heute die Streichung einer schon mehrfach verschobenen eigenen Mondmission empfohlen. Das für den Einsatz geplante Raumschiff sei vor zehn Jahren gebaut worden und inzwischen schrottreif. Ein neues Raumschiff solle nicht gebaut werden. Ursprünglich war die Mission für August 2004 geplant. Die endgültige Entscheidung über das Projekt soll Anfang Februar fallen. //[mawi]//

Quelle: Agenturen

Raumfahrt Ein NASA-Satellit hat "Pathfinder" wieder gefunden

Am 4. Juli 1997 landete die Pathfinder-Sonde auf dem Mars - und lieferte spektakuläre Bilder des Planeten. Jetzt hat die US-Raumfahrtbehörde NASA die Sonde auf Fotos entdeckt. Die hoch auflösende Kamera an Bord des "Mars Reconnaissance Orbiter" hat aus 297 Kilometer Höhe das Landegebiet fotografiert. Auf den Aufnahmen sind der Pathfinder zu erkennen, sein Landefallschirm sowie die Airbags, die damals für eine sanfte Landung gesorgt hatten. In unmittelbarer Nähe von Pathfinder ist der erste Mars-Rover Sojourner zu sehen. Ende Dezember hatten NASA-Experten auf Aufnahmen bereits die beiden Viking-Sonden geortet, die 30 Jahre zuvor auf dem Mars gelandet waren. //[mawi]//

Quelle: NASA

Medizin Pflanzen-Extrakte machen Herpesviren gefährlich aktiv

Das Herpesvirus HHV-8 verursacht eine bestimmte Form von Hautkrebs. Besonders häufig kommt dieses Kaposi-Sarkom in Afrika - südlich der Sahara vor. Krebsforscher der US-amerikanischen Nationalen Gesundheitsinstitute NIH haben jetzt herausgefunden, dass bestimmte Pflanzenextrakte bei infizierten Menschen den Ausbruch der Krankheit befördern können. Sie hatten 4.500 Naturstoffe aus verschiedenen Kontinenten untersucht. Über 220 - also rund fünf Prozent der Stoffe - waren in der Lage, das Herpes-8-Virus in latent infizierten Zellen zu reaktivieren. Sie enthielten besonders viele pflanzliche Phorbol-Ester. Am ausgeprägtesten war der Effekt bei Pflanzen aus Afrika, so die Forscher im "International Journal of Cancer". //[mawi]//

Quelle: DKFZ, idw-Ticker

Medizin Ohne Natrium-Pumpe entwickelt sich das Herz nicht richtig

Forscher am Max-Delbrück-Zentrum haben eine neue Funktion der Natrium-Kalium-Pumpen in Herzzellen entdeckt. Bislang ging man davon aus, dass die Ionen-Pumpen nur eine wichtige Rolle spielen bei der Steuerung des Herzschlags. Bislang unbekannt war, dass ihnen auch bei der Embryonalentwicklung eine Schlüsselrolle zukommt. So sorgen sie dafür, dass die Herzmuskelzellen einen Verbund bilden und dass sie sich an ihrer Ober- und Unterseite unterscheiden, berichten die MDC-Forscher im "Journal of Cell Biology". Möglicherweise wirken sich Defekte in den Natrium-Kalium-Pumpen auch negativ auf die Entwicklung der Blut-Hirn-Schranke sowie der Netzhaut im Auge aus. Damit könnte der Ionenpumpe eine bedeutende Rolle bei der Entwicklung unterschiedlicher Gewebeformen zukommen. //[mawi]//

Quelle: Journal of Cell Biology, Bd. 176, S. 2

Medizin Lebensrettende Proteine kommen aus dem Hühner-Ei

Schottische Wissenschaftler haben genetisch veränderte Hühner gezüchtet. Die Hühner legen Eier, die ein spezielles Protein enthalten: einen Antikörper mit Namen miR24 zur Behandlung von Hautkrebs. Die Eier anderer Hühner enthielten menschliches Interferon b, mit dem sich die Vermehrung von Viren in Zellen behindern lässt. Das Roslin Institut in Edinburgh teilte mit, es habe inzwischen fünf Generationen dieser Tiere gezüchtet. Die neue Technik eröffne langfristig die Möglichkeit, Medikamente kostengünstig herzustellen. Am Roslin-Institut war auch das Klon-Schaf Dolly geschaffen worden. //[mawi]//

Quelle: BBC, Agenturen

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