Dienstag, 19.10.2021
 
Seit 21:05 Uhr Jazz Live
25.01.2007

Biologie Spermien arbeiten manchmal zusammen.

Das Rennen der Samenzellen zur Eizelle ist nicht immer ein Kampf jeder gegen jeden. Das gilt zumindest bei Ratten und Mäusen. Biologen der Universität Sheffield in Großbritannien haben entdeckt, dass Spermien dieser Tiere sich in Gruppen zusammenschließen, um gemeinsam schneller und sicherer zur Eizelle zu gelangen. Erst dann endet die Zusammenarbeit und jedes Spermium versucht in die Eizelle einzudringen. Die Biologen vermuten, dass diese Zusammenarbeit unter Spermien bei solchen Arten vorkommt, die zur Promiskuität neigen, bei denen also die Weibchen von verschiedenen Männchen begattet werden – auch am gleichen Tag. Dann schließen sich die Spermien eines Männchen zusammen und kämpfen gemeinsam als Gruppe gegen die Spermien anderer Männchen. Bei menschlichen Spermien wurde diese Form von Teamwork bisher nicht beobachtet. //[ml]//

Medizin Schimmel-Schutz für Krebspatienten.

Für Krebspatienten und andere Patienten, deren Immunsystem erheblich geschwächt ist, stellen Schimmelpilze ein großes Risiko dar. Immer wieder kommt es durch Pilzinfektionen zu Lungenentzündungen, die lebensbedrohend sein können. Ärzte der Universitätskliniken Köln und Mainz haben deshalb den Anti-Pilz-Wirkstoff Posaconazol in einer Studie getestet. Die Ergebnisse wurden heute im Fachblatt „New England Journal of Medicine“ veröffentlicht. Demnach kann durch eine vorbeugende Behandlung von Leukämie-Patienten mit Posaconazol die Infektionsrate durch Schimmelpilze der Gattung Aspergillus auf ein Siebtel gesenkt werden. Die Sterblichkeit der Patienten sank von 21,5 Prozent auf 14,5 Prozent. //[ml]//

Genetik Waschechte Briten tragen Gene dunkelhäutiger Vorfahren.

Genetiker der Universität von Leicester haben eine britische Familie entdeckt, deren männliches Y Chromosom aus Afrika stammt. Die Familie wusste nichts von afrikanischen Ahnen. Aber es gibt keinen Zweifel. Die Forscher vermuten, dass ein direkter Vorfahre der Familie vor etwa 1800 Jahren als römischer Soldat auf die britische Insel kam. Von der schwarzen Hautfarbe ist jedoch nichts übrig geblieben. Auch keine anderen ethnischen Merkmale. Das verwundert nicht, wenn man bedenkt, dass seitdem etwa 60 bis 80 Generationen vergangen sind. In jeder Generation wurde der afrikanische Anteil des Erbguts halbiert, so dass heute nur ein Bruchteil der Erbinformation von diesem afrikanischen Vorfahren aus der Römerzeit stammt. Das Y-Chromosom ist eine Ausnahme, denn es wird nur in männlicher Linie vom Vater auf den Sohn weiter gegeben. //[ml]//

Biologie Im Urwald von Peru lebt Isothrix Barbarabrownae.

Die neu entdeckten nachtaktiven Nagetiere leben auf Bäumen und sind etwa so groß wie Eichhörnchen. Mit seinem dichten grauen Fell und dem langen Schwanz erinnere das Tier an Baumratten, so Wissenschaftler vom Field Museum in Chikago. Alle Versuche ein Exemplar //Isothrix Barbarabrownae// zu fangen, seien bislang gescheitert. //[ml]//

Umwelt In Berlin ging heute eine Riesensolarwand in Betrieb.

Die Wand aus neuartigen Solarzellen ist acht Meter hoch und 80 Meter lang. Das sind etwa 640 Quadratmeter Fläche. Die über 700 Module bestehen nicht aus dem üblichen Silizium, sondern einer Schicht aus Kupfer, Indium und Schwefel. Die Anlage liefert die gleiche Energiemenge pro Fläche wie Silizium-Module. Dabei ist die energieumwandelnde Schicht hundertmal dünner als bei Solarzellen aus Silizium. Das teilte der Betreiber der Solarwand mit, eine Firma, die als Ausgründung aus dem Berliner Hahn-Meitner-Institut entstanden ist. //[ml]//

Virologie Vogelgrippeviren sind in ostasiatischen Katzen verbreitet.

Indonesische Forscher haben 500 Straßenkatzen auf der Insel Java auf den Vogelgrippe-Erreger H5N1 untersucht. Bei 100 Tieren fanden sie Antikörper gegen das Virus. Eine weitaus größere Zahl von Katzen sei vermutlich an einer Vogelgrippe-Infektion gestorben, so die Forscher gegenüber dem Wissenschaftsmagazin „New Scientist“. Katzen können das Virus untereinander weitergeben und spielen möglicherweise eine wichtiger Rolle als Zwischenwirt. Deshalb bestehe die Gefahr, so die Forscher, dass sich H5N1 nach und nach an Säugetiere anpasst und irgendwann auch von Mensch zu Mensch übertragbar werde. //[ml]//
24.01.2007

Sicherheitsforschung Bundesregierung lässt über Sicherheit forschen

Die Bundesregierung hat ein Förderprogramm für zivile Forschungsprojekte beschlossen, die dem Schutz vor Terrorismus und vor den Gefahren von Naturkatastrophen dienen sollen. In den nächsten vier Jahren bis 2010 werde das Bildungs- und Forschungsministerium dafür zusätzlich 123 Millionen Euro zur Verfügung stellen, teilte Ministerin Annette Schavan heute mit. Industrie, Forschungseinrichtungen, Hochschulen und Behörden sollen in dem Projekt zusammenarbeiten. Dabei geht es um das Auffinden von Sprengstoffen ebenso wie um den Schutz der Stromversorgung und den Schutz vor Angriffen auf den elektronischen Zahlungsverkehr. //[dk]//

Quelle: www.sicherheitsforschungsprogramm.de

Physik Forscher finden das rollende Nanorad

Eine Forschergruppe der Freien Universität Berlin hat mit Wissenschaftern des französischen Forschungszentrums CNRS erstmals gezeigt, wie sich ein einzelnes molekulares Rad auf einer Kupferoberfläche rollen lässt. Die Wissenschaftler haben ihre Forschungsergebnisse im Fachmagazin "Nature Nanotechnology“ veröffentlicht. Bei der Entdeckung handelt es sich um das wahrscheinlich kleinstmögliche Nanorad mit einem Durchmesser von nur 0,8 Nanometern. Das ist 100.000 Mal kleiner als der Durchmesser eines menschlichen Haares und liegt in der Größenordnung atomarer Abstände in Kristallen. Durch das Ergebnis ist es möglich, die molekularen Bewegungen präzise zu kontrollieren und neuartige Nanomaschinen zu entwerfen. Um das Molekül zum Rollen zu bringen, wurde von den Forschern die dünne Spitze eines Rastertunnelmikroskops in einem Abstand von wenigen Atomdurchmessern darüber bewegt. //[dk]//

Quelle: http://idw-online.de/pages/de/news193244

Medizin Der Darm soll seine eigene Apotheke sein

Bei Entzündungen des Darms könnte nach Ansicht britischer Forscher von der Universität Leeds in Zukunft ein Löffel Zucker ausreichen, um Arzneien direkt vor Ort im Körper zu produzieren. Benötigt würden dazu lediglich einige gentechnisch veränderte Darmbakterien, die in Anwesenheit des Zuckers entzündungshemmende Wirkstoffe produzieren und die Produktion einstellen, wenn der Zucker nicht mehr verfügbar ist. Im Labor funktioniert die potenzielle Medikamentenfabrik bereits mit so genannten Xylanen, einer Zuckerart, die unter anderem in der Rinde von Bäumen vorkommt. Die Forscher banden dabei das Enzym, das nur dann aktiv wird, wenn es mit den Zuckern in Kontakt kommt an einen Erbgutabschnitt, der die Information für die Bildung von Zytokinen trägt, einer Gruppe von Proteinen, die Entzündungen eindämmen und helfen, die angegriffene Darmwand zu regenerieren. Bislang existieren die an- und abschaltbaren Bakterien allerdings nur im Labor. //[dk]//

Quelle: http://www.wissenschaft.de/wissenschaft/news/274128.html

Hygiene Weniger Keime in der Küche

Das prophezeien amerikanische Forscher der University of Florida in Gainsville. Herkömmliche Mikrowellenherde sollen die Hygiene im Haushalt verbessern, indem etwa Spülschwämme und ähnliches binnen zwei Minuten sterilisiert werden können. 99 Prozent aller Keime ließen sich laut einer Studie der Forscher so abtöten. //[dk]//

Quelle: http://www.wissenschaft.de/wissenschaft/news/274127.html

Physik Warme Brücken statt Glatteis

Forscher von der Universität der Bundeswehr München haben im Auftrag der Bundesanstalt für Straßenwesen ein Verfahren entwickelt, das die Glatteisgefahr auf Brücken verringert. In die Asphaltdecke integrieren sie Kunststoffrohre, durch die sie in einem geschlossenen Kreislauf warmes Wasser pumpen. Dabei setzen sie auf die Wärmespeicherung im Sommer. Das warme Wasser soll dann in Tiefen bis 250 Meter gespeichert bleiben um im Winter zur Verfügung zu stehen. Durch die gute Leitfähigkeit von Asphalt wird schon bei Wassertemperaturen von zirka zehn bis zwölf Grad Celsius die Vereisung der Brückenoberfläche verhindert. Für den pünktlichen Einsatz des Systems sorgt die Auswertung von Wettervorhersagen, da das Wasser vor Auftreten von Frost zirkulieren muss. Das System lässt sich auch für Bahnsteige, Treppen oder Landebahnen nutzen. //[dk]//

Quelle: http://idw-online.de/pages/de/news193223

Medizin Im Cholesterinstoffwechsel sitzt ein Appetitmacher

Wissenschaftler am Deutschen Institut für Ernährungsforschung in Potsdam-Rehbrücke haben dies nach eigenen Angaben erstmals im Tierversuch nachgewiesen. Demnach spiele das ABCG1-Gen nicht nur für den Cholesterintransport eine Rolle, sondern sei auch an der Regulation des Appetits, des Energiehaushalts sowie der Fettspeicherung beteiligt. Die Forscher wiesen den Zusammenhang an einer transgenen Maus nach, die zur Fettleibigkeit neigt. In ihrem Erbgut lokalisierten sie das Gen und schalteten es gezielt ab, woraufhin die Tiere weniger fraßen und mehr Energie verbrauchten. Da sich die Ergebnisse auf den Menschen übertragen lassen, sehen die Forscher das Gen als Ansatzpunkt einer Therapie gegen Fettleibigkeit und Diabetes 2. //[dk]//

Quelle: http://endo.endojournals.org/cgi/rapidpdf/en.2006-1244v1

23.01.2007

Biologie Die innere Uhr hängt von der Tageslänge ab,

und nicht von der genauen Uhrzeit, obwohl diese den Tagesablauf eines Menschen prägt. Das ist das Ergebnis einer Studie von Forschern der Ludwig-Maximilians-Universität in München an mehr als 21.000 Freiwilligen. Wie die Chronobiologen im Fachblatt Current Biology schreiben, laufen vor allem in ländlichen Gebieten und Kleinstädten die inneren Uhren der Menschen synchron zum natürlichen Tag-Nachtrhythmus. In Großstädten nimmt der Einfluss der Tageslänge ab. Bei ihren Untersuchungen hatten die Forscher die Sonnenauf- und -untergänge mit dem Aufstehverhalten von Bewohnern der gleichen Zeitzone an freien Tagen miteinander verglichen. Dabei sahen sie, dass die Menschen im Osten, bei denen die Sonne früher aufgeht, auch eher aufstanden als ihre Mitbürger im Westen, bei denen es später hell wird. //[mst]//

Quelle: wissenschaft.de

Paläontologie Der Doppeldeckerflug wurde schon vor 125 Millionen Jahren erfunden

Das haben Paläontologen aus den USA und Kanada bei der Rekonstruktion der fossilen Überreste von Microraptor gui, einem Flugsaurier aus der Kreidezeit, herausgefunden. Das Fossil aus China besaß vier Flügel, was Forscher bislang dahingehend interpretierten, dass die Flügel beim Flug hintereinander gestreckt wurden, ähnlich wie bei Libellen. Dem widersprechen die Paläontologen heute im Fachblatt PNAS. Bei ihren Computersimulationen sahen sie, dass der Saurier beim Gleitflug die gefiederten Hinterbeine unter die Vorderflügel in einer Art Doppeldecker gezogen haben muss. //[mst]//

Quelle: PNAS

Internet Die deutsche Google-Domain wurde gekapert

In der vergangenen Nacht war das deutschsprachige Suchmaschinenangebot von Google nicht erreichbar. Wie der Domainbetreiber DENIC heute mitteilte, war die Webseite google.de für mehrere Stunden außer Betrieb. Ursache war die Bestellung der Domain google.de bei dem Mindener Provider Goneo, bei dem die Domain kurzzeitig lag. Da die Umzüge automatisch abgewickelt werden und Google einer Anfrage nicht widersprach, konnte die Domain wechseln, zumal der Kunde angab, Inhaber von google.de zu sein. In den frühen Morgenstunden hatte der neue Provider jedoch DENIC über die Domainentführung informiert. Dort reagierte man, indem man die Domain an einen Wiesbadener Provider weiterreichte. Anscheinend hatte es zwei Domainkaperungen gegeben. Mittlerweile wurden beiden Umzüge rückgängig gemacht. //[mst]//

Quelle: Golem.de/Spiegel.de

Medizin Mütterliche Zellen helfen Kindern bei der Insulinproduktion

Selbst in erwachsenen Individuen sind noch Körperzellen ihrer Mütter nachweisbar. Was dieser als Mikrochimärismus bezeichnete Vorgang bewirkt, haben jetzt Forscher vom Fred Huntchinson Cancer Center in Seattle herausgefunden. Wie sie heute in den Proceedings der US-Akademie der Wissenschaften schreiben, haben sie bei Patienten, die an Diabetes-Typ-1 leiden, mütterliche Körperzellen gefunden, die Insulin produzieren. Bislang gingen Mediziner davon aus, dass dieser Transfer für Autoimmunerkrankungen verantwortlich ist, da zu viele mütterliche Zellen ein Überangebot an Insulin produzierenden Zellen darstellen. Bei ihren Experimenten sahen die Forscher jedoch, dass die mütterlichen Zellen den kindlichen Organismus nicht schädigen, sondern ihn bei Krankheiten unterstützen. Dies sei der Grund, warum Diabetespatienten häufig eine erhöhte Anzahl an mütterlichen Zellen aufweisen. //[mst]//

Quelle: PNAS

Biologie Saatkrähen können Streithähne beruhigen

Biologen der Universität Cambridge haben erstmals bei Vögeln eine Art Krisenmanagement nachweisen können. Bei ihren Beobachtungen einer Volierenkolonie bestehend aus vier Saatkrähenpärchen und zwei Weibchen sahen sie, wie es zu Streitigkeiten bezüglich der Hierarchie, Fortpflanzung oder Futter kam. Während die Kontrahenten nach einem Streit getrennte Wege gingen, beruhigte das jeweilige Weibchen seinen Partner kurze Zeit nach der Auseinandersetzung, indem es das Männchen zärtlich umschnäbelte und ihm Futter anbot. Dabei machte es keinen Unterschied, ob das Männchen Sieger oder Verlierer war, berichten die Forscher im Fachblatt Current Biology. Obwohl es keine Versöhnung zwischen den Kontrahenten gab, hatten die beruhigenden Maßnahmen eine ähnlich positive Auswirkung für die Gruppe. Ein solches Verhalten war bislang nur bei Primaten beobachtet worden. //[mst]//

Quelle: sciencenow

Astronomie Der Saturnmond RHEA besteht zum Großteil aus Wassereis...

... und zwar zu drei Vierteln. Lediglich 25 Prozent sind reines Gestein, berichten Forscher der Global Aerospace Corporation im kalifornischen Altadena im Fachblatt Geophysical Research Letters. Sie hatten die Daten der Raumsonde Cassini ausgewertet, die diese im November 2005 bei einem Vorbeiflug gesammelt hatte. Dabei sahen sie, dass RHEA leichter ist als bislang angenommen: die mittlere Dichte des Saturnmonds beträgt nur ein Fünftel mehr als die von Wasser. Der felsige Anteil ist nicht ins Zentrum gesunken. Somit besitzt der rund 1500 Kilometer große Mond keinen Schalenförmigen Aufbau aus Kern und Mantel, sondern besteht aus einer gleichmäßigen Mischung aus Gestein und Eis. //[mst]//

Quelle: wissenschaft.de

22.01.2007

Psychologie Aus den Ohren, aus dem Sinn

Adoptierte Kinder, die eine neue Sprache ohne Unterricht lernen, durchlaufen dieselben Schritte wie beim Erwerb ihrer Muttersprache – obschon ihr Gehirn aufgrund des fortgeschrittenen Alters weiter entwickelt ist. Das haben Forscher der Harvard-Universität bei in China geborenen Kindern in den USA herausgefunden. Wie sie jetzt im Fachblatt Psychological Science schreiben, ist demnach der Ablauf beim Erlernen der Sprache weniger ein angeborener Automatismus, sondern resultiere vielmehr aus allgemeinen, kognitiven Anforderungen. Zudem beobachteten die Forscher, dass die Kinder ihre ursprüngliche Muttersprache vergessen, sobald sie damit nicht mehr konfrontiert werden. Wahrscheinlich hemmt das Gehirn den Abruf von Wörtern der alten Sprache, um Komplikationen zu vermeiden. //[mst]//

Quelle: sprektrumdirekt

Chemie Chemiker entwickeln Leuchtreklame für Nachtsichtgeräte

Mithilfe eines phosphoreszierenden Platin-Porphyrinkomplex ist es Chemikern der University of Southern California in Los Angeles gelungen, organische Leuchtdioden – so genannte OLEDs- herzustellen, die Licht im nahen Infrarotbereich abstrahlen. Diese Dioden werden für Anzeigen benötigt, die mit Nachtsichtgeräten abgelesen werden sollen, berichtet das Fachblatt Angewandte Chemie. Bislang war es Forschern nicht möglich, einen Dotierstoff zu erzeugen, der es ermöglicht, Licht in genau diesem Farbstoff zu emittieren. //[mst]//

Quelle: Angewandte Chemie: Presseinfo 02/2007

Biologie Papageien können nicht nur nachplappern,

sondern auch bereits gelernte Laute zu neuen Wörtern kombinieren. Das haben Psychologen der Brandeis Universität im US-amerikanischen Waltham herausgefunden. Wie sie in der aktuellen Ausgabe der Fachzeitschrift Language Science schreiben, hat ein 30 Jahre alter Graupapagei beim Erlernen eines neuen Wortes nur einen Teil des neuen Lauts verwendet und ihn mit bereits bekannten und klangähnlichen Worten kombiniert. Diese Erkenntnis könnte eine Hilfe sein, mehr über die Evolution der Sprache zu erfahren. Der Papagei "Alex" erhält seit mehr als 25 Jahren regelmäßig Sprachunterricht und verfügt über ein Repertoire von mehr als 100 Wörtern. Schon früher hatte er seine Sprachtrainer verblüfft, weil der die Bedeutung der Zahl "Null" verstand. //[mst]//

Quelle: wissenschaft.de

Psychologie Neurologen machen Altruismus im Gehirn sichtbar

Forscher des Duke University Medical Center in North Carolina haben erstmals bei Freiwilligen die Region im Gehirn sichtbar gemacht, die für das uneigennützige Verhalten zum Wohle anderer zuständig ist. Wie sie heute im Fachblatt "Nature Neuroscience" schreiben, hatten sie die Gehirne von 45 Patienten mit einem Magnetresonanztomographen untersucht, während diese ein Computerspiel spielten, bei dem im Falle eines Gewinnes der Ertrag einem wohltätigen Zweck zukam. Dabei sahen die Forscher, dass eine Region im temporalen Kortex aktiviert war. Sie gehen davon aus, dass diese Region dafür zuständig sein könnte, ob Menschen in der Lage sind, Emotionen anderer nachvollziehen zu können oder nicht, wie dies etwa bei Autismuspatienten der Fall ist. //[mst]//

Quelle: Nature Neuroscience

Physik Max-Planck-Forscher bauen das erste Synchroton für Moleküle

In dem gerade einmal 80 Zentimeter durchmessenden Synchroton können die Wissenschaftler des Fritz-Haber-Instituts in Berlin Moleküle beschleunigen, abbremsen und auf einer Kreisbahn bündeln. Wie die Max-Planck-Gesellschaft heute in Berlin mitteilte, handelt es sich um einen Speicherring, der statt hochenergetischen Ionen oder Elektronen Moleküle speichert. Da die Energie der Moleküle mit wenigen Mikroelektronenvolt viel niedriger ist als bei Hochenergieteilchen, kommen die Forscher mit dem kleinen Radius aus. Wie sie in der aktuellen Ausgabe des Fachblatts Nature Physics schreiben, wollen sie nun in dem Synchroton Molekülpakete zusammenstoßen lassen, um mehr über die Physik der Moleküle zu erfahren. //[mst]//

Quelle: MPG Presse release

Raumfahrt Die erste indische Raumkapsel ist wieder zu Hause

Wie die indische Raumfahrtagentur ISRO in Bangalore mitteilte, kehrte die erste Raumfahrtkapsel nach ihrem elftägigen Flug heute planmäßig zur Erde zurück. Damit hat die indische Raumfahrt einen großen Schritt in Richtung bemannter Raumfahrt gemacht. Im kommenden Jahr will Indien eine unbemannte Sonde zum Mond schicken, bis 2013 zudem eine zum Mars. //[mst]//

Quelle: Agenturen

19.01.2007

Medizin Folsäure kann die Gedächtnisleistung verbessern.

Das berichten Forscher der niederländischen Universität Wageningen im Fachblatt THE LANCET. Wissenschafter haben bereits seit längerem vermutet, dass eine nachlassende Leistung des Gedächtnisses im Alter mit einem niedrigen Folsäurewert zusammen hängt. Das führe zum Anstieg eines für die Erinnerung schädlichen Eiweißes, und die Gedächtnisleistung nimmt ab, so die Vermutung. Dieser Prozess lässt sich offenbar auch umkehren, berichten die Holländischen Forscher. Sie teilten eine Gruppe von 818 Menschen in zwei Testgruppen auf, und ließen die eine drei Jahre lang täglich 800 Mikrogramm Folsäure einnehmen. Bei Tests zur Wahrnehmung und Reaktion schnitten die Teilnehmer dieser Gruppe deutlich besser ab als die Teilnehmer der zweiten Gruppe. [gä]

Quelle: the lancet

Medizin Die weltweite Impfkampagne gegen Masern zeigt Erfolg.

Starben im Jahr 1999 noch jedes Jahr 873.000 Menschen weltweit an Masern, waren es 2005 noch 345 tausend. Das berichten Forscher der internationalen Maserninitiative im Fachblatt THE LANCET. Die Weltgesundheitsorganisation WHO und das UN-Kinderhilfswerk UNICEF hatten im Jahr 2000 eine Strategie zur Masernimpfung und deren Überwachung ins Leben gerufen. In 45 am stärksten betroffenen Ländern wurden Kinder geimpft und Masern gezielt bekämpft. Vor allem in Asien und Afrika sanken daraufhin die Krankheitsfälle um mehr als zwei Drittel. Die Initiative hofft, die Zahl der Masernfälle bis 2010 auf ein Zehntel zu senken und die Krankheit in Europa auszurotten. [gä]

Quelle: eurekalert

Psychologie Langweilt sich das Gehirn, wandern die Gedanken.

Zu diesem Schluss kommen Forscher aus den USA im Fachblatt SCIENCE. Die Wissenschaftler hatten Testpersonen unter ein Magnetresonanztomographen gebeten und ihnen dann schwierige oder monotone Aufgaben gestellt. Dabei entdeckten die Forscher einen Bereich im Gehirn, der besonders aktiv war, wenn die Testpersonen die monotonen Aufgaben lösen sollten. Je aufwändiger die Aufgabe war, desto weniger aktiv war dieser Teil des Hirns. Aus den Befragungen der Testpersonen und ihren Beobachtungen schließen die Wissenschaftler, dass dieser Teil des Hirns für das Abschweifen der Gedanken verantwortlich ist. Welchen biologischen Sinn diese Tagträume haben könnten, ist den Wissenschaftlern allerdings noch unklar. Es sei sogar denkbar, dass es gar keinen Sinn gäbe, so die Forscher: Das Gehirn träume einfach in den Tag, weil es das kann. [gä]

Quelle: science

Physik Physiker bauen Schrödingers Katze aus Photonen.

Forschern aus China und Innsbruck ist es gelungen, zum ersten Mal sechs Photonen quantenmechanisch miteinander zu verschränken. Die Wissenschaftler koppelten die Lichtteilchen zunächst paarweise, und dann, mit Hilfe komplexer Spiegel, die Paare miteinander. Auf diese Weise sei ein Quantenzustand entstanden, der dem Paradoxon von Schrödingers Katze entspricht. Der Physiker Erwin Schrödinger hatte in einem Gedankenexperiment festgestellt, dass der Zustand einer Katze, die in einer Kammer zusammen mit einer Giftflasche eingesperrt ist, die durch radioaktiven Zerfall innerhalb von einer Stunde geöffnet wird, nicht mehr eindeutig vorherzusagen ist. Nach den Gesetzen der Wahrscheinlichkeit ist das Tier gleichzeitig tot und lebendig. Eine vergleichbaren Schwebezustand zwischen zwei einander widersprechenden Zuständen nahmen die sechs Photonen ein. [gä]

Quelle: nature physics/wissenschaft.de

Biologie Norwegens Elche werden immer dicker.

Das sagten Wissenschafter des Norwegischen Instituts für Naturforschung der Tagezeitung Dagbladet. Üblicherweise fänden die Tiere in schneereichen Wintern nur magere Äste zu fressen - und nähmen daher ab. Dank der milderen Winter infolge des Klimawandels jedoch könnten sich die Tiere auch mit gehaltvollerem versorgen, wie zum Beispiel Blaubeeren. Dadurch werden die Tiere eher zu- als abnehmen, vermuten die Forscher. [gä]

Quelle: science

MO DI MI DO FR SA SO
1 2 3 4 5 6 7
8 9 10 11 12 13 14
15 16 17 18 19 20 21
22 23 24 25 26 27 28
29 30 31 1 2 3 4

Forschung Aktuell

Computer und Kommunikation

Sternzeit

Das könnte sie auch interessieren

Entdecken Sie den Deutschlandfunk