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02.01.2012

Biologie Manche Menschen können sich an sehr frühe Kindheit erinnern

Die meisten Menschen können sich bewusst nur an Dinge erinnern, die sie im Alter von drei bis vier Jahren erlebt haben. Bei manchen Menschen reichen die Erinnerungen aber noch weiter in die Kindheit zurück. Das berichten neuseeländische Forscher nach der Auswertung einer Langzeitstudie im Fachmagazin "Child Development". Die Forscher hatten 46 zwei- bis vierjährigen Kindern den Umgang mit einer "Magischen Verkleinerungsmaschine" gezeigt. Wenn sie einen Gegenstand auf einen Kasten legten und dann einen Hebel betätigten, läutete eine Glocke. Öffnete das Kind dann eine Klappe, lag darin der gleiche Gegenstand - nur eben in verkleinerter Form. Wer den Umgang mit der Maschine gelernt hatte, bekam ein buntes Abzeichen. Sechs Jahre später konnten neun der 46 Kinder noch von ihren Erlebnissen mit der Verkleinerungsmaschine berichten - das entspricht 20 Prozent. Das Experiment belege, dass auch Kleinkinder im Alter ab zwei Jahren einzigartige Ereignisse für lange Zeit behalten. Das, so die Autoren, habe Bedeutung für medizinische und rechtliche Untersuchungen. Denn häufig sei es dabei wichtig zu wissen, ob eine bestimmte Erinnerung aus einer Zeit tatsächlich real sein könne. //[mawi]//

Zoologie Der Dorschbestand in der Ostsee hat sich erholt

Insbesondere in der östlichen Ostsee schwimmen wieder so viele Dorsche wie vor 20 Jahren. Mehrere stärkere Jahrgänge sowie ein Rückgang der illegalen Fänge hätten für eine überraschend schnelle Erholung der Bestände gesorgt, sagte der Rostocker Fischereiexperten Christopher Zimmermann. Die Größe der Population betrage rund 400.000 Tonnen. Es gebe aber auch bedenkliche Effekte. So ballten sich die Fische auf einem sehr viel geringeren Raum als vor 20 Jahren. Eine Folge dieser Konzentration: Die Sprotten, eine Lieblingsspeise des Dorsches, werden in diesem Gebiet - zum Ärger schwedischer Fischer langsam knapp. Wegen eines eingeschränkten Nahrungsangebots in der östlichen Ostsee seien die Dorsche auch sehr mager, sagte Zimmermann. So mager, dass sie durch die Schlacht- und Filetiermaschinen der Fischverarbeiter durchrutschten. //[mawi]//

Medizin Erstmals seit 18 Monaten wieder Mensch an Vogelgrippe gestorben

Am Samstag starb ein mit dem H5N1-Virus infizierter 39-jähriger Busfahrer aus Shenzhen an Lungen-, Herz- und Leberversagen, teilten die chinesischen Gesundheitsbehörden mit. Zuletzt war in China im Juni 2010 eine junge schwangere Frau an den Folgen einer H5N1- Infektion gestorben. Wie sich der Mann angesteckt hat, ist noch unklar. Nach Angaben der Behörden handelt es sich aber um ein Virus, das nicht oder nur schwierig von Mensch zu Mensch weitergegeben werden kann. Eine erste genetische Analyse habe ergeben, dass das Virus zu 90 Prozent mit einem Virus übereinstimmt, das im Dezember bei Wildvögeln in Hongkong nachgewiesen wurde. Nachdem auf einem Markt ein infiziertes Huhn entdeckt worden war, wurden 17.000 Hühner gekeult. Kürzlich hatten ein niederländisches und ein US-amerikanisches Forscherteam unabhängig voneinander nachgewiesen, dass kleine Veränderungen des H5N1-Virus ausreichen, um das Virus leichter von Säugetier zu Säugetier also auch von Mensch zu Mensch zu übertragen. Bislang sind solche Übertragungen äußerst selten. //[mawi]//

Medizin Zuckerkranke Kinder schlafen schlechter

US-amerikanische Schlafmediziner haben das Schlafverhalten von gesunden Kindern im Alter von 10 bis 16 Jahren mit dem von Kindern mit Diabetes I verglichen. Bei den zuckerkranken Kindern war der Schlaf über längere Zeit weniger tief, Tiefschlafphasen fielen kürzer aus und waren seltener. Beinahe jedes dritte zuckerkranke Kind hatte Atemaussetzer im Schlaf. Unter einem solchen Schlaf-Apnoe-Syndrom leiden normalerweise vor allem erwachsene Männer mit Übergewicht. Die Schlafstörungen hätten vielfältige Auswirkungen: Die Kinder seien tagsüber müde, in der Schule weniger leistungsfähig. Außerdem hätten sie Probleme, ihre Blutzucker-Werte zu messen und mit Insulinspritzen unter Kontrolle zu halten. //[mawi]//

Raumfahrt Zwillingssonden "Grail" haben den Mond erreicht

Dreieinhalb Monate dauerte die Reise. Am Silvesterabend schwenkte die Forschungssonde "Grail-A" auf eine Mondumlaufbahn ein, einen Tag später, gestern Abend, folgte "Grail-B". Im März würden beide Sonden ihre Arbeit aufnehmen, teilte die US-Raumfahrtbehörde NASA mit. Bis dahin müssen sie noch beschleunigt werden. Derzeit benötigen sie 11,5 Stunden für eine Mondumrundung. Bis März sollen sie nur knapp zwei Stunden für eine Umrundung brauchen. Die Sonden sollen 82 Tage lang Schwankungen im Schwerkraftfeld des Mondes kartieren – und dies 100 bis 1000 Mal genauer als bisher. Die Nasa-Forscher erhoffen sich neue Erkenntnisse über die innere Struktur des Mondes. //[mawi]//
30.12.2011

Raumfahrt Russische Raumfahrtagentur arbeitet Pannenserie auf.

Das Jahr 2011 geht als Pannenjahr in die Geschichte der russischen Raumfahrt ein. Fünf schwere Fehlschläge hat es bei unbemannten Starts gegeben. Jetzt hat der zuständige Vizepremier Dmitri Rogosin von der Raumfahrtagentur Roskosmos verlangt, bis zum 25. Januar einen Bericht über die Gründe der jüngsten Misserfolge vorzulegen. Darin müssen auch konkrete Maßnahmen zur Vermeidung solcher Fehler festgeschrieben werden. Zu den Fehlschlägen zählen die Abstürze von zwei Sojus-Raketen wegen Triebwerksschäden. Zudem erreichten drei Satelliten nicht ihre vorgesehene Bahn, darunter die Mars-Sonde Phobos-Grunt. Sie soll nach jüngsten Berechnungen am 14. Januar über Afghanistan abstürzen und verglühen. //[luh]//

Quelle: Agenturen

Verhaltensforschung Schimpansen warnen einander nur bei Bedarf.

Dabei berücksichtigen sie, ob ihre Artgenossen schon über eine Gefahr Bescheid wissen oder nicht. Das haben Leipziger Forscher des Max-Planck-Instituts für evolutionäre Anthropologie in Experimenten mit einer Horde wildlebender Schimpansen in Uganda beobachtet. Die Forscher platzierten täuschend echt aussehende Attrappen von Giftschlangen im Revier der Tiere und filmten die Reaktion der Schimpansen. Dabei zeigte sich, dass die Affen, die eine Schlange entdeckten, ihre Artgenossen nur dann eindringlich warnten, wenn sie annehmen mussten, dass die anderen die Bedrohung noch nicht wahrgenommen hatten. Die Fähigkeit, fehlende Informationen anderer Gruppenmitglieder zu erkennen und sie bei Bedarf zu vermitteln, sehen die Wissenschaftler als wichtigen Schritt auf dem Weg zur Entwicklung von Sprache. Die Studie ist im Fachblatt "Current Biology" erschienen. //[luh]//

Quelle: DOI:10.1016/j.cub.2011.11.053

Biologie Temperatur beeinflusst das Geschlecht bei Fischen.

Ob sich Fisch-Larven zu Männchen oder Weibchen entwickeln, wird nicht immer nur von ihren Genen beeinflusst. Spanische Forscher haben herausgefunden, dass auch die Umwelt eine Rolle spielt. In Versuchen mit Wolfsbarschen ist es den Wissenschaftlern gelungen, eine rein männliche Population zu züchten, indem sie die Wassertemperatur in einer frühen, kritischen Phase der Entwicklung der Larven kurzzeitig erhöhten. Die Forscher fanden heraus, dass durch den Temperaturreiz ein Gen im Erbgut der Fischlarven ausgeschaltet wird. Dadurch ist die Entwicklung von Eierstöcken und anderer weiblicher Merkmale der Fische unterbunden. Das Gen enthält den Bauplan für das Enzym Aromatase. Ohne Aromatase werden bestimmte Hormone, sogenannte Androgene, nicht mehr in Östrogene umgewandelt. Die Studie ist im Magazin "PLoS Genetics" erschienen. //[luh]//

Geologie Im Roten Meer wächst eine neue Insel.

Durch vulkanische Aktivität ist rund 50 Kilometer vor der Küste Jemens im Roten Meer eine neue Insel entstanden. Kurz vor Weihnachten berichteten Fischer über den Ausbruch eines Unterwasservulkans in der Region. Mittlerweile zeigen neue Satellitenbilder der Nasa, dass die ausgespuckte Lava einen Kegel geformt hat, der sogar über den Meeresspiegel reicht. Derzeit ist die neue Vulkaninsel rund 500 Meter breit und wächst noch weiter. Sie gehört zum sogenannten Mittelozeanischen Rücken, einem Unterseegebirge im Roten Meer. Dort driften die Erdplatten Ostafrikas und Arabiens auseinander. Es bilden sich Spalten, aus denen Lava hervortritt und zu frischer Erdkruste aushärtet. Ob die noch namenlose Insel auch nach dem Ende des Ausbruchs dauerhaft bestehen bleibt, ist unklar. Das Lavagestein ist brüchig und kann leicht von Meereswellen wieder abgetragen werden. //[luh]//

Quelle: Pressemitteilung Nasa

Biologie Das Quaken verrät die genetische Ausstattung von Froschmännchen.

Weibchen einer nordamerikanischen Froschart können allein am Quaken rufender Froschmännchen gewissermaßen erkennen, wie viele Chromosomen diese in ihrem Erbgut besitzen. Das erleichtert ihnen die Paarungsauswahl, haben US-amerikanische Forscher herausgefunden. Vom grauen Baumfrosch gibt es zwei eng verwandte Arten, die völlig gleich aussehen. Ihr einziger Unterschied besteht darin, dass die eine Art 24 Chromosomen in ihren Zellen trägt, die andere 48, also doppelt so viele. Männchen der Art mit dem doppelten Chromosomensatz quaken ihren Paarungsgesang etwas langsamer. Sie werden von Weibchen mit nur 24 Chromosomen gemieden. Als die Forscher allerdings im Experiment bei einigen Weibchen den Chromosomensatz künstlich verdoppelten, folgten diese fortan den langsameren Lockrufen. Die Studie ist in den Proceedings of the Royal Society erschienen. //[luh]//

Quelle: DOI:10.1098/rspb.2011.1968

29.12.2011

Genetik Forscher haben drei neue Risikogene für Neurodermitis entdeckt.

Zwei der Gene tragen dazu bei, dass die natürliche Hautbarriere aufrecht erhalten wird, das dritte gefundene Gen beeinflusst die Immunregulation und die Entstehung von Asthma und Allergien. Das teilte das Helmholtz Zentrum München mit. Es hatte eine internationale Studie initiiert, bei der mehr als 10.000 Neurodermitis-Patienten und 40.000 gesunde Patienten untersucht wurden. Die Forscher hoffen, durch ihren Fund nun die genetischen Ursachen der chronischen Hauterkrankung besser verstehen zu lernen und neue Ansätze zur Behandlung der Neurodermitis entwickeln zu können. //[tj]//

Quelle: Nature Genetics

Technik Neujahrswünsche per SMS könnten sich verspäten.

Die Mobilfunkanbieter in Deutschland rechnen für die Silvesternacht mit 310 Millionen Kurznachrichten. Angesichts des Massentransports von SMS rund um Mitternacht könne es zu Verzögerungen kommen – je nach Anbieter und Andrang auch bis in die Morgenstunden. //[tj]//

Quelle: Agenturen

Bionik Schmetterlingsflügel sind ein Vorbild für Computerchips.

Ein internationales Forscherteam hat sich von den Flügeln des australischen Odysseusfalters inspirieren lassen. Diese Flügel sind extrem wasserabweisend, Tropfen perlen von der Oberfläche ab, ohne Nässe oder andere Spuren zu hinterlassen. Dies liegt am komplexen Aufbau der Flügelschüppchen, bei der winzige Strukturen in mehreren Lagen übereinander angeordnet sind. Um diese Struktur nachzuahmen, haben die Wissenschaftler auf einen Siliziumrohling winzige Kegel, Poren und Gruben geätzt. Diese Oberfläche sei darauf hin genauso wasserabweisend wie das natürliche Vorbild: der Schmetterlingsflügel. Wie das Fachmagazin „Applied Physics Letters“ schreibt, sei die Oberfläche länger als ein Jahr stabil. Sie könne chemische Sensoren, Computerchips und andere Elektronikkomponenten besser als bisher vor schädigenden Umwelteinflüssen schützen und mache sie langlebiger. //[tj]//

Quelle: Applied Physics Letters

Biologie Die Hautflora bestimmt, ob ein Mensch von der Malariamücke gestochen wird.

Für die Malariamücke ist der Geruchssinn entscheidend, denn er navigiert das Insekt zu seinen Opfern. Die Bakterienmischung auf der Haut eines Menschen führt dazu, dass ein bestimmter Geruch ausströmt. Niederländische Forscher haben sich deshalb gefragt, welche Hautflora auf Mücken besonders anziehend wirkt. Das Ergebnis ihrer Studie haben sie im Fachblatt „PLoS One“ veröffentlicht. Demnach stechen Mücken bevorzugt Personen, auf deren Haut viele Mikroben der gleichen Art leben. Wer dagegen eine Hautflora hat, bei der viele unterschiedliche Bakterienarten vorkommen, der ist für Mücken mehr oder weniger uninteressant. //[tj]//

Quelle: PLoS One

Raumfahrt Zum Jahreswechsel sollen zwei US-Raumsonden die Umlaufbahn des Mondes erreichen.

Die Zwillingssonden „Grail A“ und „Grail B“ werden dann mehr als drei Monate gebraucht haben, um an ihr Ziel zu gelangen. Sobald sie am Wochenende in die Umlaufbahn eingetreten sind, sollen sie in einer elliptischen Bahn um den Mond kreisen. Geplant ist, die Geschwindigkeit stetig ansteigen zu lassen, bis die Sonden den Mond in weniger als zwei Stunden umfliegen. Ab März sollen sie dann eine hochauflösende Karte vom Gravitationsfeld des Mondes erstellen. //[tj]//

Quelle: Pressemitteilung Nasa

Physiologie Nährstoffe beeinflussen die kognitiven Fähigkeiten älterer Menschen.

Diese schon häufiger und im Zusammenhang mit der Alzheimer Krankheit geäußerte Vermutung konnte jetzt durch eine ausführliche Studie mit Menschen im Alter von 87 Jahren untermauert werden. Bei ihnen wurden 30 verschiedene Biomarker von Nährstoffen getestet und mit den kognitiven Fähigkeiten verglichen: Am besten schnitten Menschen ab, bei denen hohe Werte für Vitamin B, C, D und E gefunden wurden sowie für Fettsäuren, die von Seefischen stammen. Die schlechtesten kognitiven Leistungen erbrachten jene, die frittiertes Essen, Fastfood oder Margarine bevorzugten. //[tj]//

Quelle: Eurekalert

28.12.2011

Energie Fukushima will auf Atomreaktoren verzichten

Der Atombetreiber Tepco und die Zentralregierung in Tokio sollten alle zehn Atomreaktoren in der Provinz abschalten. Das geht aus einem Wiederaufbauplan hervor, der heute von einem Gremium der Präfektur in Fukushima verabschiedet wurde. Sechs Reaktorblöcke befinden sich im schwer beschädigten Atomkraftwerk Fukushima Daiichi, die anderen im AKW Fukushima Daini. Vier Reaktoren im AKW Fukushima Daiichi wurden bei dem schweren Erdbeben und Tsunami am 11. März zerstört. Dabei kam es zu Kernschmelzen, die Umwelt wurde verstrahlt und mehrere zehntausend Bewohner mussten zum Teil für immer ihre Häuser verlassen. Die Regierung und Tepco hatten vor kurzem bekannt gegeben, dass die Reaktoren mittlerweile unter Kontrolle seien. Ihrer Schätzung zufolge wird es rund 40 Jahre dauern, bis die Unglücksreaktoren vollständig abgerissen sind. //[mst]//

Medizin Labortest soll schnelle Herzinfarkt-Diagnose ermöglichen

Davon zeigt sich ein internationales Medizinerteam im Fachblatt "JAMA" überzeugt. Der neue Test soll binnen drei Stunden mit einer Sicherheit von 96 Prozent einen vermuteten Herzinfarkt bei einem Patienten bestätigen. Mithilfe herkömmlicher Tests ist eine solche Aussage erst nach rund acht Stunden möglich. Dann erst herrscht Sicherheit, ob Symptome wie Atemnot und Schmerzen in der Brust tatsächlich durch einen Herzinfarkt bedingt sind oder auf Bluthochdruck oder eine Herzschwäche zurückgehen. Bei dem nun vorgestellten Labortest untersuchen die Forscher die Menge an Troponin im Blut eines Patienten. Dieses Protein wird von einem absterbenden Herzmuskel freigesetzt. Das Verfahren wird derzeit von den zuständigen Behörden in den USA auf eine mögliche Zulassung überprüft. //[mst]//

Biologie Mutterliebe sorgt für schlanken Nachwuchs

Je weniger vertraut und herzlich die emotionale Beziehung zwischen einer Mutter und ihrem Kleinkind ist, desto häufiger wird das Kind im Jugendalter übergewichtig. Das ist das Ergebnis einer Studie, die Mediziner der Universität Ohio im Fachmagazin "Pediatrics" vorstellen. Die US-Forscher hatten die Daten von mehr als 1000 15-Jährigen analysiert, die im Alter von 15, 24 und 36 Monaten beobachtet worden waren, während diese mit ihrer Mutter spielten. Diese Daten verglichen die Ärzte mit dem Body-Mass-Index der Probanden, der die Maßzahl für die Bewertung des Körpergewichts eines Menschen in Relation zu seiner Körpergröße angibt.Dabei sahen die Forscher, dass mehr als ein Viertel der Jugendlichen, die als Kleinkind ein sehr schlechtes Verhältnis zu ihrer Mut ter hatten, übergewichtig war. Jugendliche hingegen, die früher eine intensive Beziehung zu ihrer Muter hatten, waren nur halb so oft übergewichtig. .//[mst]//

Medizin Schichtarbeit soll als Diabetesrisiko anerkannt werden

Das fordern die Herausgeber des Fachblatts "Public Library of Science Medicine" im Vorwort der aktuellen Ausgabe. Grund für den Aufruf an die Politik ist eine aktuelle Studie. Darin hatten Mediziner der "Harvard School of Public Health" in Boston einen Zusammenhang zwischen Schichtarbeit und einem erhöhten Diabetesrisiko nachgewiesen. Als Grund führten die Forscher die unausgewogene Ernährung der Betroffenen an. Im Editorial fordern die Herausgeber daher, dass Schichtarbeit als Risikofaktor für eine Diabetes-Erkrankung anerkannt werden sollte. Sie gehen davon aus, dass in den kommenden Jahren immer mehr Menschen zuckerkrank werden, da Schichtarbeit nicht nur in Industrieländern die Regel ist, sondern vermehrt auch in Schwellenländern üblich sein wird. .//[mst]//

Quelle: PLoS Medicine (doi:10.1371/journal.pmed.1001152)

Geologie In Russland bebte die Erde mehrfach

Gestern hat ein Erdbeben der Stärke 6,7 auf der Richterskala den Osten Russlands erschüttert. Wie die Agentur Interfax meldete, befand sich das Epizentrum etwa 94 Kilometer östlich der sibirischen Stadt Kysyl nahe der Grenze zur Mongolei. Mehrere Nachbeben bis zu einer Stärke von 5,0 haben die dortige Stadtverwaltung veranlasst, rund 1500 Menschen sicherheitshalber zu evakuieren. 10.000 Menschen sind demnach von der Stromversorgung abgeschnitten. Angaben über Opfer liegen nicht vor. Offiziellen Angaben zufolge handelt es sich bei dem Beben um das schwerste der Teilrepublik Tuwa seit Beginn der Aufzeichnungen. Nachbeben seien noch hunderte Kilometer vom Epizentrum entfernt zu spüren gewesen. .//[mst]//

Umwelt Atomkraftgegner zweifeln an der Räumung der Asse

Vor zwei Jahren hatte das Bundesamt für Strahlenschutz versichert, die rund 126.000 Fässer mit schwach- und mittelradioaktiven Abfällen aus dem einsturzgefährdeten Lager Asse bei Wolfenbüttel zu bergen. Nun stellt das Bundesamt diese Entscheidung infrage. In einer Mitteilung hatte es geheißen, es könnten bis Ende 2012 Dinge eintreten, die eine Rückholung des Mülls unmöglich erscheinen ließen. Atomkraftgegner werfen daher Bundesumweltminister Norbert Röttgen (CDU) vor, die Rückholung des Mülls zu verzögern und zu torpedieren. Offensichtlich werde statt der Bergung der Fässer inzwischen eine Flutung des Lagers bevorzugt, kritisierte der sogenannte Asse-Koordinationskreis. Dem Bündnis zufolge ist ein sicherer Verschluss der Asse nicht möglich, eine Rückholung des Atommülls daher ohne Alternative.//[mst]//
27.12.2011

Technologie China hat ein eigenes Satelliten-Navigationssystem in Betrieb genommen

Das Gegenstück zum amerikanischen "Global Positioning System" GPS trägt den Namen Beidou und bietet Dienste wie Positionsbestimmung, Navigation und Zeitbestimmung. Das teilte die zuständige Behörde heute in Peking mit. Es hieß, das System werde chinesischen und ausländischen Unternehmen für Forschung und Entwicklung zur Verfügung stehen. Bis Ende 2012 soll es in weiten Teilen Asiens und des Pazifiks funktionieren – und bis 2020 sogar weltweit. //[reu]//

Biologie Schwefel weist den Weg

Forschern aus Las Vegas ist es zum ersten Mal gelungen, eine Bakterienart zu kultivieren, die sich mithilfe einer magnetischen Schwefelverbindung orientiert. Bisher war das nur mit solchen Einzellern gelungen, die einen Eisenoxid-Kompass besitzen. Gefunden wurden die Schwefel-Bakterien in einer Salzwasser-Quelle im Death Valley. In einer aufwendigen Versuchsreihe war es den Biologen gelungen, die optimalen Wachstumsbedingungen im Labor nachzustellen. Im Inneren bilden die Bakterien magnetische Partikel aus Eisensulfid, schreiben die Forscher im Fachmagazin "Science". Die Zellkulturen könnten nun dabei helfen, die Evolution dieser Bakterien zu untersuchen. Die winzigen Lebewesen könnten außerdem von Nutzen sein, um die magnetischen Eisen-Schwefel-Partikel industriell herzustellen, eventuell als Kontrastmittel für Kernspin-Aufnahmen. //[reu]//

Quelle: Science, DOI: 10.1126/science.1212596

Biologie Lange Gene gehen leichter kaputt

Die Ursache dafür, dass manche DNA-Stränge besonders häufig brechen, haben Wissenschaftler aus Straßburg näher beleuchtet. Zu den Schäden an besonders langen Genabschnitten kann es kommen, weil dort zwei Prozesse gleichzeitig stattfinden: Zum einen das Ablesen der Erbinformation und zum anderen das Vervielfältigen des Erbmaterials, wenn sich die Zelle teilt. Bisher war man davon ausgegangen, dass beide Prozesse in Säugetierzellen niemals zusammen stattfinden. Doch offenbar dauert das Ablesen bestimmter Gene so lange, dass es sich über eine komplette Zellteilungs-Phase erstreckt. Dabei entstehen schlaufenförmige Gebilde aus DNA und RNA, welche das Erbgutmolekül destabilisieren, schreiben die Forscher im Fachmagazin "Molecular Cell". Schäden an den DNA-Strängen, wie etwa diese Brüche, können dazu führen, dass Krebs entsteht. Die französischen Experten hoffen, dass ihre Ergebnisse auf lange Sicht bei der Suche nach neuen Therapien helfen können. //[reu]//

Quelle: alpha galileo, Molecular Cell, doi:10.1016/j.molcel.2011.10.013

Umwelt Auch verhältnismäßig kleine Katastrophen können gefährlich sein

Davon sind US-Forscher überzeugt, die ein Schiffsunglück in der Bucht von San Francisco im Jahr 2007 untersucht haben. Bei einen Zusammenstoß eines Containerschiffes mit einem Brückenpfeiler waren damals rund 200.000 Liter Schweröl ausgetreten. Das Substanzgemisch verseuchte unter anderem die Laichgebiete des Pazifischen Herings in der Bucht. Die Fischbestände wurden damals stärker in Mitleidenschaft gezogen als man aufgrund der Menge des Öls angenommen hatte. Zu Fehlbildungen und einer erhöhten Sterblichkeit bei Fischembryonen sei es deshalb gekommen, weil sich einige Bestandteile des Öls unter der Wirkung des Sonnenlichts in deutlich giftigere Substanzen verwandelt haben, schreiben die amerikanischen Forscher nun im Fachblatt "PNAS". Bisherige Untersuchungen solcher Katastrophen hätten diesen Effekt nicht berücksichtigt. //[reu]//

Quelle: PNAS

Medizin Ein Malaria-Erreger folgte den Sklavenhändlern

Der Parasit //Plasmodium falciparum// gelangte offenbar an Bord von Sklavenschiffen von Afrika nach Südamerika. Das berichten heute Forscher der Universität Montpellier im Fachblatt "PNAS". Die Forscher hatten das Erbgut des Einzellers untersucht, und zwar in Blutproben von Menschen, die in verschiedenen Regionen von Südamerika, Afrika und Asien leben. Aus den Unterschieden in der DNA konstruierten die Forscher einen Stammbaum der Erreger, der die These eines afrikanischen Ursprungs stützt. Bisher herrschte in der Fachwelt Unklarheit darüber, wann die Malaria-Parasiten nach Südamerika gelangten. Eine alternative These besagte, dass sie erst später mit europäischen Auswanderern dorthin reisten. //Plasmodium falciparum// verursacht die lebensgefährliche //Malaria tropica//, die oft mit wiederkehrenden Fieberschüben einhergeht. //[reu]//

Quelle: PNAS

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