Freitag, 30.10.2020
 
09.01.2012

Umwelt Öl-Ausfluss bei Containerschiff "Rena" geringer als befürchtet

Nach dem Auseinanderbrechen des Containerschiffs "Rena" vor Neuseeland ist offenbar weniger Öl ins Meer geflossen als zunächst angenommen. Der Ölteppich habe sich bis auf drei Kilometer von dem Wrack entfernt ausgebreitet, teilte die neuseeländische Schifffahrtsbehörde heute mit. In dem havarierten Schiff befänden sich nun vermutlich weniger als 100 Tonnen Treibstoff. Das Schiff war Anfang Oktober auf ein Riff aufgelaufen. Damals flossen rund 400 Tonnen Schweröl ins Meer. 20.000 Seevögel kamen ums Leben. Danach waren rund 1100 Tonnen Schweröl aus dem Schiff abgepumpt und fast 400 Container geborgen worden. Am Wochenende war der Frachter auseinandergebrochen. Dabei gingen rund 150 Container über Bord. Heute warnten die Behörden die Bevölkerung erneut vor an Land gespülter Fracht. Offenbar hatten Menschen Säcke mit Milchpulver eingesammelt und mitgenommen. Von dem Strandgut, so die Behörden, könne aber eine Gesundheitsgefahr ausgehen. //[mawi]//

Psychologie Wenn Eltern ihr Brustkrebs-Risiko testen lassen, besprechen sie das Ergebnis meist mit ihren Kindern

Das zeigt eine in der Fachzeitschrift "Cancer" erschienene US-Studie. Ein Forscherteam befragte dazu mehr als 250 Eltern – gut einem Drittel von ihnen hatte der Test ein erhöhtes Risiko bescheinigt. 66 Prozent der Kinder erfuhren vom Testergebnis ihrer Eltern, und zwar umso häufiger, je älter sie waren. Doch auch bei den 10- bis 13-Jährigen wusste noch gut die Hälfte Bescheid. Am wahrscheinlichsten war ein Gespräch mit den Kindern, wenn das Testergebnis negativ ausfiel; also keine Gen-Mutationen gefunden worden waren, die Brustkrebs wahrscheinlicher machen. Die meisten Eltern glaubten, dass das Wissen ihr Kind nicht sehr stark belaste. Ausnahme waren die Eltern mit positivem Testergebnis, und Eltern mit Kindern unter zehn Jahren. //[mawi]//

Quelle: "CANCER"

Zoologie Forscher haben eine große Gruppe von Irawadi-Delfinen entdeckt

Im Mekongdelta im Süden Vietnams sind Forschern des Instituts für tropische Biologie bei einer Expedition gleich 20 Irawadi-Delfine vor das Boot geschwommen. Es handele sich um eine ungewöhnlich große Schule dieser vom Aussterben bedrohten Säugetiere. Die Zahl der Irawadi-Delfine, die in Buchten, Flüssen und Flussmündungen leben, wird im Mekong auf nur 85 Exemplare geschätzt. //[mawi]//

Medizin Lungenkrebse von Rauchern und Nichtrauchern unterscheiden sich sehr

Forscher vom Translational Genomics Research Institute in Phoenix/Arizona haben die genetischen Besonderheiten von Lungenkrebs-Zellen von Menschen untersucht, die nie geraucht haben. Sie entdeckten dabei, dass genetische Veränderungen, die für Adeno-Karzinome von Rauchern typisch sind, nicht zu finden sind. Bei Nichtrauchern seien Mutationen in den EGFR, KRAS oder EML/ALK –Genen selten. Stattdessen überwögen Defekte in schützenden Genen, den sogenannten Tumor-Suppressor-Genen. Die Forscher hoffen, neue Ansatzpunkte für gezielt wirkende Medikamente zu finden. Nur etwa zehn Prozent der Lungenkrebserkrankungen betreffen Nichtraucher. //[mawi]//

Klima Klimawandel verändert europaweit Vegetation in den Bergen

Das berichtet ein internationales Forscherteam unter Leitung der Österreichischen Akademie der Wissenschaften im Fachblatt "Nature Climate Change". Die Biologen sammelten auf 60 europäischen Berggipfeln Proben von Pflanzen und verglichen, wie sich die Vegetation zwischen 2001 und 2008 veränderte. Dabei stießen sie 2008 auf deutlich mehr wärmeliebende Pflanzen, die sich in allen Gebirgslagen durchgesetzt und kälteliebende Pflanzen zunehmend verdrängt hatten. In tieferen Gebirgslagen waren durch die heißeren Sommer sogar ganze Alpenwiesen verschwunden. Zwar traf es alle Länder gleichermaßen – weiter nördlich gelegene Länder ebenso wie südliche – doch in Regionen mit größeren Temperaturanstiegen in den vergangenen Jahren war der Effekt am stärksten. //[mawi]//

Quelle: Nature Climate Change

06.01.2012

Biologie Die ersten Affen mit zwölf Eltern sind zur Welt gekommen

Das berichten Forscher des Oregon National Primate Research Centre in "Cell“. Die ungewöhnliche Zahl der Eltern ergibt sich aus der Art und Weise, wie die Wissenschaftler die Embryos haben entstehen lassen: Sie nahmen Zellen aus sechs Affen-Embryos in einem sehr frühen Stadium der Entwicklung, klebten diese regelrecht zusammen zu Zellhaufen und implantierten diese Affenweibchen. Die Wissenschaftler sehen ihre Arbeit als Grundlagenforschung an, die neue Perspektiven zum Beispiel für die Medizinforschung eröffne. [gä]

Quelle: Cell/BBC

Physik Das Ohmsche Gesetz gilt auch für atomfeine Kabel

Das berichten Forscher aus Australien und der Schweiz in „Science“. Die Wissenschaftler hatten ein winziges Kabel konstruiert, das nur eine Atomlage breit und vier Atomlagen hoch ist. Physiker hatten bislang vermutet, dass in so kleinen Leitern die Gesetze der Quantenpyhsik einen kontrollierten Stromfluss unmöglich machen würden. Insbesondere gab es Hinweise darauf, dass der Widerstand im Leiter exponentiell ansteigt, was ein großes Hindernis für die Konstruktion noch leistungsfähigerer Chips als heute wäre. Das Forscherteam konnte nun jedoch zeigen, dass die Leiter aus Silizium, Wasserstoff-Atomen und Phosphor trotz schwankender Dicke Strom im Versuch stets gleich gut leiteten. Sie folgern daraus, dass die physikalischen Gesetze auch in atomfeinen Kabeln gelten können – und das sich noch wesentlich kleinere Schaltungen als heute entwickeln lassen. [gä]

Quelle: Science

Paläontologie Quecksilber und das Massenaussterben vor 250 Millionen Jahren

Vor 250 Millionen Jahren starben so viele Lebewesen auf der Erde aus wie nie zu vor und bis heute nicht: Fast alle Meeres- und viele Landbewohner verschwanden. Paläontologen vermuten unter anderem, dass massive Vulkanausbrüche zum Aussterben geführt haben. Wissenschaftler der University of Calgary in Kanada fügen jetzt zu dieser These ein Detail hinzu: Die Forscher sind überzeugt, dass bei diesen Vulkanausbrüchen Quecksilber in großen Mengen in die Meere gelangte. Das Schwermetall könnte bis zu 30-mal höhere Anteile erreicht haben als heute - und so dazu geführt haben, dass 95 Prozent aller Arten in den Ozeanen zugrunde gingen, schreiben die Forscher in "Geology“. [gä]

Quelle: eurekalert

Medizin Dreidimensionale Aufnahmen von Zellen helfen, Brustkrebs früh zu erkennen

Davon sind Forscher der Arizona State University in den USA überzeugt. Im Fachblatt „PLoS ONE“ präsentieren sie ein bildgebendes Verfahren mit der Bezeichnung „Zellen-Computertomographie“. Dabei wird die zu untersuchende Zelle in einen Geltropfen eingebracht. Das Instrument erzeugt mit Hilfe von Photonen Hunderte von zweidimensionalen Aufnahmen in einer immer neuen Ebene. Ein Rechner setzt diese anschließend zu einer unverzerrten, dreidimensionalen Aufnahme zusammen. Darauf lassen sich sehr frühe Spuren von Krebs erkennen, so die Forscher weiter. [gä]

Quelle: PLoS One

Medizin Schneller Fahren schadet der Gesundheit

In Großbritannien plant die Regierung von David Cameron, das gültige Tempolimit von umgerechtet 112 Kilometern pro Stunde auf knapp 130 anzuheben. Die Regierung argumentiert unter anderem, die Zahl der Toten sei bereits um 75 Prozent in den vergangenen 55 Jahren gefallen, und Großbritannien habe heute eine der niedrigsten Raten von Todesopfern im Straßenverkehr weltweit. Forscher der London School of Hygiene and Tropical Medicine fürchten allerdings im „British Medical Journal“, dass bei einem höheren Tempolimit die Zahl der Verkehrstoten wieder steigen werde. Die Wissenschaftler verweisen auf Erfahrungen aus den USA: In den neunziger Jahren hoben die Behörden das Tempolimit vergleichbar an. 16,66 Prozent mehr Menschen starben danach bei Unfällen. Die Wissenschaftler führen weiter an, dass schnelleres Fahren mehr Abgase erzeuge, was mehr Krankheiten auslöse. Sie pochen auf einem wissenschaftlichen Nachweis, ob der mit schnellerem Fahren möglicherweise verbundene volkswirtschaftliche Nutzen die Schäden überwiegt. [gä]

Quelle: bmj

05.01.2012

Medizin Impfstoff gegen Genitalkrankheit wirkt schlechter als angenommen

Ein Impfstoff, der Frauen vor einer Infektion mit Genitalherpes schützen soll, wirkt deutlich schlechter als von Experten bisher angenommen. Die Vakzine zeigt nur Erfolge gegen den Herpes Simplex 1 Virus, HSV-1, aber kaum gegen Typ 2. Das berichten Mediziner aus den USA heute im "New England Journal of Medicine". An der Studie haben über 8.000 Frauen teilgenommen, die zu Beginn der Untersuchung nicht infiziert waren. Ein Teil von ihnen wurde mit dem Impfstoff behandelt, der eine Substanz enthielt, die an der Oberfläche von HSV-2 gefunden wird. Die Kontrollgruppe erhielt einen Impfstoff gegen Hepatitis A. Nach zwanzig Monaten zeigte sich jedoch, dass die Herpesimpfung wenig effektiv war – obwohl sie in vorangegangenen Studien vielversprechende Resultate erbracht hatte. Weshalb sie in der Praxis versagt hat, möchten die Mediziner nun erforschen. //[reu]//

Quelle: Nature News, Eurekalert, NEJM

Klima Unterschiede im Luftdruck verdünnen einen Teil des Polarmeeres

Die Arktische Oszillation ist die Ursache dafür, dass drei russische Flüsse ihr Wasser in einen entlegenen Teil des Polarmeers strömen lassen. Das berichten heute Forscher der NASA und der Universität von Washington im Fachblatt Nature. Die Arktische Oszillation ist ein Phänomen, in dem sich die Variationen des Luftdrucks zwischen den arktischen und den mittleren Breiten ausdrücken. Diese Druckunterschiede haben das Flusswasser zwischen den Jahren 2005 und 2008 vom Eurasischen Becken weg gelenkt hin zum Kanadischen Becken. Dort wurde so das Salzwasser messbar verdünnt. Die genaue Kenntnis der Frischwasserströme sei für das Klimageschehen sehr wichtig, schreiben die Forscher. Denn das Oberflächenwasser könne eine Isolationsschicht zwischen dem Meereseis und Ozeanwasser aufbauen. //[reu]//

Quelle: Eurekalert, Nature

Geologie Seltenes Mondmineral erstmals auf der Erde entdeckt

In uraltem Gestein aus Westaustralien haben Forscher der Curtin University erstmals ein Mineral entdeckt, das man bisher nur in Proben von Mondgestein und Mond-Meteoriten gefunden hatte. Das rotbraune Mineral mit dem Namen Tranquillityit ist ein Silikat, das die Elemente Eisen, Titan und Zirkonium enthält. Benannt wurde es nach dem Fundort auf dem Mond, dem Mare Tranquillitatis. Auf der Erde ist es üblicherweise nicht über lange Zeit stabil, denn unter hohem Druck und hohen Temperaturen verwandelt es sich in andere Mineralien. Veröffentlicht wurden die Funde im Fachmagazin "Geology." //[reu]//

Quelle: Science now, Geology

Raumfahrt In wenigen Tagen wird Phobos-Grunt in Richtung Erde stürzen

Teile der russischen Marssonde könnten nach Einschätzung der Raumfahrtabteilung der Armee am 15. Januar auf der Erde einschlagen. Das endgültige Datum könne sich aber noch bedingt durch äußere Faktoren ändern. Der unbemannte Flugkörper war Anfang November gestartet. Phobos-Grunt sollte im Rahmen einer zweijährigen Mission Bodenproben vom Mars entnehmen. Aber offenbar wegen eines Programmierfehlers war die Sonde noch in der Umlaufbahn der Erde hängen geblieben. Bereits im Dezember hatten die russischen Behörden erklärt, etwa 200 Kilogramm des rund 13 Tonnen schweren Flugkörpers würden beim Wiedereintritt in die Erdatmosphäre voraussichtlich nicht verglühen.

Quelle: Agenturen

Biologie Frösche meinen ihre Warnfarben ernst

Bei einer bestimmten Art von Pfeilgiftfröschen aus Panama lässt sich die Giftigkeit der Amphibien direkt am Äußeren erkennen: Je auffälliger das Erscheinungsbild der Frösche für das Auge eines Vogels ist, desto tödlicher ist ihre Giftwirkung. Das berichtet ein Team von niederländischen und US-amerikanischen Forschern im Fachblatt "The American Naturalist". Die Biologen hatten insgesamt zehn Froschpopulationen untersucht und ermittelt, wie das farbige Muster der Frösche von ihren wichtigsten Fressfeinden, den Vögeln, wahrgenommen wird. Die Wissenschaftler glauben daher, dass das Muster eine verlässliche Warnung darstellt und die Frösche optimal schützen soll. //[reu]//

Quelle: Eurekalert, The American Naturalist

04.01.2012

Medizin Mediziner beklagen mangelnde Transparenz bei US-Medikamenten-Tests.

In den USA sei es zwar seit 2007 Pflicht, über alle von der Regierung geförderten Forschungsprojekte binnen zwölf Monaten zu berichten, in der Realität kommen viele Experten diesen Vorgaben jedoch kaum nach. Diesen Vorwurf erheben Forscher im "British Medical Journal". Demnach würde die US-amerikanische Pharmaindustrie nur mangelhaft über Forschungen im Anfangsstadium informieren. 2009 seien nur bei gut 20 Prozent der Experimente, die bei der zuständigen US-Zulassungsbehörde FDA registriert gewesen sein, innerhalb eines Jahres Ergebnisse publiziert worden. Zudem würden viele Forschungsberichte nicht den formalen Kriterien entsprechen und würden zum Teil unvollständig abgeliefert. Die mangelnde Transparenz führt den Studienautoren zufolge zu unnötigen Kosten im Gesundheitssystem. [mst]

Quelle: Eurekalert!/BMJ

Paläontologie Paläontologen entdecken einen "zähen" Fischsaurier.

Acamptonectes densus, was zu deutsch ungefähr "starrer Schwimmer" bedeutet, lebte vor rund 130 Millionen Jahren in der Unterkreide-Zeit. Damit hat diese Spezies im Gegensatz zu vielen anderen Fischsaurierarten die Jura-Kreide-Grenze überlebt, die als großes Aussterbeereignis der Urzeit gilt, schreiben Paläoontologen aus England, Belgien und Deutschland im Fachblatt Public Library of Science. Das drei Meter lange Fossil wurde bereits 2005 von einem Privatsammler in Niedersachsen entdeckt - auf einer Autobahnbaustelle bei Cremlingen, konnte jedoch jetzt erst wissenschaftlich analysiert und beschrieben werden. [mst]

Quelle: PLoS ONE (doi:10.1371/journal.pone.0029234)

Biologie Tiefseeforscher filmen Tausende Yeti-Krabben.

Mit einem ferngelenkten U-Boot hat ein internationales Wissenschaftlerteam in den Tiefen des Ozeans vor der Antarktis ein bislang unbekanntes Ökosystem untersuchen können. In 2,4 Kilometern Tiefe stießen die Wissenschaftler auf heiße Quellen, aus denen Wasser mit einer Temperatur von rund 380 Grad Celsius strömt und die Grundlage des dortigen Lebens bildet. In der näheren Umgebung dieser sogenannten Schwarzen Raucher bedeckten unzählige Yeti-Krabben lückenlos den dortigen Meeresboden, heißt es im Fachblatt "PLoS Biology". Von diesen Krebsen, die ihren Namen ihrer weißen Erscheinung und Borsten an den Gliedmaßen zu verdanken haben, war bislang nur eine Spezies bekannt. Ebenso konnten die Forscher eine vermutlich bislang unbekannte farblose Oktopus-Art fotografieren, zudem einen räuberisch lebenden siebenarmigen Seestern beobachten. [mst]

Quelle: PLoS Biology (doi:10.1371/journal.pbio.1001234)

Biologie Fliegen könnten das Bienensterben verursacht haben.

Der Kollaps zahlreicher Bienenvölker in den USA in den vergangenen Jahren könnte nicht nur durch ein Virus und einen Pilz verursacht worden sein, sondern möglicherweise auch durch eine parasitäre Fliegenart. Davon zeigen sich Biologen der San Francisco State University im Fachblatt "PLoS One" überzeugt. Demzufolge nisten sich die Schmarotzer auf noch unbekanntem Weg in den Honigbienen ein. Nach dem Befall verlassen die Bienen ihren Stock, brechen zu einem unkontrollierten Flug auf und sterben abrupt. Bislang konnten die Forscher die Fliege Apocephalus borealis in Kalifornien und South Dakota nachweisen. Auf welche Art und Weise der Parasit das Verhalten der Bienen beeinflusst, sei noch nicht klar. Vermutlich verändert er den Tag-Nacht-Rhythmus des Wirtes, so die Forscher. [mst]

Quelle: PLoS ONE (doi:10.1371/journal.pone.00296389)

Umwelt Viele Klimaprognosen sind fehlerhaft.

Denn in ihnen wird oftmals der Wettkampf vieler Tier- und Pflanzenarten erheblich unterschätzt. Das mahnen US-Ökologen der Universität von Connecticut in den "Proceedings B der britischen Royal Society" an. Zwar gehen herkömmliche Klimamodelle in der Regel von negativen Entwicklungen für die Flora und Fauna im Zuge der globalen Erwärmung aus. Der permanente Konkurrenzkampf zwischen vielen Spezies, die gleiche ökologische Nischen besetzen, werde dabei aber nicht ausreichend berücksichtigt. Als Beispiele führen die Studienautoren Fälle an, in denen Tiere aufgrund stetig steigender Temperaturen in höhere Lagen flüchten müssen. Bei dieser Migration seien einzelne Arten vermutlich schneller als andere. Diese könnten sich dann früher in dem neuen Ökosystem etablieren, sich an die Umgebung optimal anpassen und schließlich später eintreffende Populationen konkurrierender Spezies vertreiben. Dies gelte vor allem in kleinen ökologischen Nischen, wie sie in den Tropen typisch sind. Daher müssen solchen Faktoren bei zukünftigen Klimamodellen zwingend mit einberechnet werden, fordern die Wissenschaftler. [mst]

Quelle: Proc.R.Soc.B (doi:10.1098/rspb.2011.2367)

Medizin Fischöl schützt nicht vor dicken Kindern.

Ob das Gewicht eines Kindes bereits im Mutterleib festgelegt wird, haben Mediziner der Technischen Universität München untersucht. Bisher galt die Annahme, dass die Aufnahme so genannter schlechter Fette in der Schwangerschaft die Bildung kindlicher Fettzellen erhöht, so genannte gute Omega-3-Fettsäuren hingegen sollen vor Übergewicht schützen. In ihrer Studie mit mehr als 200 Frauen konnten die Forscher eine solche fötale Programmierung jedoch nicht bestätigen, schreiben sie im "American Journal of Clinical Nutrition". Frauen, die während der Schwangerschaft und Stillzeit regelmäßig Fischölkapseln und Fischmahlzeiten und damit gezielt mehr Omega-3-Fettsäuren zu sich genommen hatten, bekamen Kinder, deren Körpergewicht sich nicht signifikant von denen der Kontrollgruppe unterschied, deren Mütter sich normal ernährt hatten. Auch nach zwölf Monaten konnten die Mediziner keinen Effekt im Fettgewebe der untersuchten Kinder feststellen. Laut Robert-Koch-Institut sind 15 Prozent der drei- bis 17-Jährigen in Deutschland übergewichtig. Fettleibigkeit im Kindesalter ist eine Ursache von Typ-2-Diabetes und erhöht das Risiko für Herz-Kreislauf-Erkrankungen oder Krebs. [mst]

Quelle: Am J Clin Nutr, DOI: 0.3945/ajcn.111.022590

Biologie Ein molekularer Doppelschalter taktet die innere Uhr.

In Schimmelpilzen schaltet ein "morgenspezifisches Uhrenprotein" noch vor Sonnenaufgang etwa 400 Gene ein. Eine dieser nun entdeckten Erbeinheiten bewirkt die schnelle Herstellung eines Gen-Repressors, der wiederum eine andere Gruppe von etwa 800 "abendspezifischen Genen" am Morgen abschaltet. Das haben Forscher aus Heidelberg herausgefunden und stellen ihre Ergebnisse im Fachblatt "Molecular Cell" vor. Die Forscher hatten den Schimmelpilz Neurospora crassa untersucht, der als Modellorganismus zur Erforschung der inneren Uhr auf molekularer Ebene dient. Demnach wird im Laufe eines Tages allmählich das morgenspezifische Uhrenprotein inaktiviert und der Repressor abgebaut. Dieser molekulare Doppelschalter erklärt die optimale Anpassung der Pilze an Tag und Nacht. Die tageszeitabhängige Aktivierung von Genen war bislang nicht verstanden. [mst]

Quelle: idw-online.de

03.01.2012

Medizin Neue Erkenntnisse um die Billig-Brustimplantate der französischen Firma PIP

Die Silikonkissen seien nicht mit medizinischem Kunststoff gefüllt worden. Stattdessen habe man in ihnen Industriechemikalien gefunden, darunter den Schmierstoff Baysilone, ein Material, dass als Dichtungsmasse in der Baubranche eingesetzt werde. Auch wurden die Stoffe Silopren und Rhodorsil entdeckt, die in der Kautschuk-Industrie verwendet werden. Das berichtete gestern der französische Radiosender RTL. Bei zahlreichen Kissen sind inzwischen Risse aufgetreten – das Industriesilikon soll sich in den Körpern der betroffenen Frauen verteilt haben. Weltweit wurden 400.000 Frauen die Brustimplantate der Firma PIP eingesetzt. Wie viele davon in Deutschland, ist noch nicht klar. Bestätigt ist hingegen, dass der deutsche Chemikalienhändler Brenntag Industrie-Silikon an PiP geliefert hat. //[tj]//

Geologie Loch Ness schwappt im Gleichschritt mit den Gezeiten

Obwohl die Nordsee nicht in den schottischen See fließt, folgt Loch Ness den Gezeiten. Für die Schwankungen des Wassers im Tide-Rhythmus haben Geoforscher nun eine Erklärung gefunden: Das Auflaufen der Wassermassen bei Flut dellte den Untergrund der Nordsee etwas ein, die Entlastung bei Ebbe lässt ihn wieder zurückfedern. Diese Veränderungen machen sich landeinwärts im Loch Ness bemerkbar. Dabei werde der See wie die Blase in einer Wasserwage zum Schwappen gebracht. Und während der Wasserspiegel auf der einen Seite des Sees steigt, geht er am anderen zurück. Das berichtete ein internationales Forscherteam Ende vergangenen Jahres im "Journals of Geophysical Research". Die Pegelmessungen hätten ergeben, dass die Wasserhöhe von Loch Ness im Rhythmus der Gezeiten um 1,5 Millimeter schwankt. Dieser Effekt sei erstmals an einem europäischen See nachgewiesen worden. //[tj]//

Quelle: Geophysical Redearch Letters

Zoologie Haie scheinen sich an den Klimawandel anzupassen

Vor der australischen Küste haben Wissenschaftler weltweit zum ersten Mal hybride Haie entdeckt. Die Paarung des örtlichen australischen Schwarzspitzenhais mit dem in anderen Teilen der Welt anzutreffenden, größeren Schwarzspitzenhai werde sich auf alle Haie auswirken. Davon gehen Forscher der Universität Queensland aus. Ihren ersten Studien zufolge seien die hybriden Haie relativ robust und könnten sich reproduzieren. Während der australische Schwarzspitzenhai nur in tropischen Gewässern überlebensfähig sei, wurden seine hybriden Nachkommen 2000 Kilometer weiter südlich in wesentlich kälteren Gewässern gesichtet. Offenbar würden sich die Haie dem Klimawandel anpassen und ihren natürlichen Lebensraum ausweiten. //[tj]//

Psychologie Arbeitslosigkeit der Eltern kann sich auf die Größe der Kinder auswirken

Forscher der Universität Tübingen haben zusammen mit dem Landesgesundheitsamtes Brandenburg untersucht, ob der soziale Status von Eltern oder ihre Arbeitslosigkeit Einfluss nimmt auf die körperliche Entwicklung der Kinder. Sie werteten die Daten von mehr als 250.000 Kindern aus und fanden tatsächlich: Kinder von arbeitslosen Eltern sind im Schnitt kleiner als andere. Das geringe Einkommen scheint dabei kaum eine Rolle zu spielen. Wichtiger sei vielmehr der psychologische Stress und die Frustration der Eltern. Dies – so vermuten die Forscher – könne dazu führen, dass die Kinder weniger gut versorgt werden. //[tj]//

Biologie Wer körperlich aktiv ist, schneidet in der Schule besser ab

Das ergab jetzt eine systematische Auswertung von zwölf früheren Studien in den Vereinigten Staaten, Kanada und Südafrika. Der positive Zusammenhang zwischen körperlicher Aktivität und akademischen Leistungen sei mehr als deutlich und es zeige sich: je aktiver ein Kind oder ein Jugendlicher, desto besser schneidet er in der Schule ab. In einem JAMA-Journal versuchen die beteiligten Forscher aus den Niederlanden eine Erklärung: Körperliche Bewegung erhöhe den Blut- und Sauerstoffzufluss im Gehirn und begünstige den Ausstoß von Glückshormonen, was Stress abbaue. Außerdem würden mehr Wachstumsfaktoren produziert und dadurch könnten neue Nervenzellen entstehen und synaptische Verbindungen. //[tj]//

Quelle: Archives of Pediatrics&Adoscent Medicine JAMA

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