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12.01.2012

Medizin Die Zahl der Organspenden in Deutschland ist gesunken.

Das meldet die Deutsche Stiftung Organtransplantation DSO. 4054 Menschen hierzulande konnte im Jahr 2011 mit einer Transplantation von Organen geholfen werden. Das entspricht einem minus von sieben Prozent im Vergleich zum Vorjahr. Ein Grund für den Rückgang der Organspende ist nach Einschätzung der DSO die wachsende Zahl der Patientenverfügungen. Die Organentnahme setzt zuvor in der Regel den Einsatz von intensivmedizinischen Maßnahmen voraus. Wenn Patienten diese ablehnen, kommen sie als Organspender kaum noch infrage. Bundesweit warten rund 12.000 kranke Menschen auf ein Spenderorgan. //[luh]//

Quelle: Agenturen

Neurologie Alkohol wirkt wie Opium.

Beim Trinken von Alkohol werden im Gehirn des Menschen körpereigene Endorphine freigesetzt wie beim Konsum von Kokain oder anderen Drogen. Das haben Forscher aus den USA jetzt erstmals direkt nachgewiesen – mit Hilfe von tomographischen Gehirnscans. Die opium-ähnlichen Botenstoffe stimulieren das Belohnungssystem des Gehirns und führen zu Glücksgefühlen. Damit sei dieser Mechanismus die Triebkraft für die Alkoholsucht, berichten die Wissenschaftler im Fachmagazin "Science Translational Medicine". Die Erkenntnisse könnten helfen, neue Behandlungsstrategien gegen die Alkoholsucht zu entwickeln. Die Basis dafür wären Wirkstoffe, die bestimmte Rezeptoren für die Endorphine blockieren. //[luh]//

Quelle: DOI:10.1126/scitransmed.3002902

Technik Terahertz-Sender erzielt Frequenzrekord.

Forscher der Technischen Universität Darmstadt haben den derzeit kleinsten Sender der Welt für Terahertz-Strahlung entwickelt. Die Sende-Diode erzeugt zudem die höchste Frequenz, die jemals mit einem elektronischen Halbleiterelement im Terahertz-Band erreicht wurde, berichten die Forscher im Fachblatt "Applied Physics Letters". Die Wellenlänge von Terahertz-Strahlen liegt zwischen der von Mikrowellen und von infrarotem Licht. Sie erlaubt die Durchleuchtung von Materialien, ohne diese zu beschädigen. Die Miniaturisierung der Sendetechnik könnte der Terahertz-Strahlung ganz neue Anwendungsfelder im Alltag eröffnen. //[luh]//

Quelle: DOI:10.1063/1.3667191

Tierschutz Ein Markt für Walfleisch könnte den Schutz der Meeressäuger erleichtern.

Tierschützer geben laut Schätzungen jedes Jahr 20 Millionen Euro für ihre Kampagnen zum Schutz der Wale aus, unter anderem für den Einsatz von Schiffen zum Abfangen der Waljäger. US-Forscher haben nun errechnet, dass Wale mit diesem Geld effektiver geschützt werden könnten, wenn offiziell ein begrenzter Handel mit Walfleisch erlaubt würde. In einem Kommentar im Magazin "Nature" schlagen sie ein System von Kontingenten vor. Tierschützer könnten dann den Walfängern die Rechte zum Schießen eines Wals abkaufen. Die Walfänger hätten so ein Auskommen und die Tiere blieben am Leben. Mit Blick auf die Profite der Walfänger schätzen die Forscher, dass die Preise derzeit bei rund 10.000 Euro für einen Minkwal und 60.000 Euro für einen Finnwal liegen würden. //[luh]//

Quelle: DOI:10.1038/481139a

Biologie Das kleinste Wirbeltier der Welt ist ein Frosch.

Bisher galt ein Fisch aus Indonesien als das kleinste Wirbeltier der Welt. Jetzt haben US-Forscher im Regenwald von Papua-Neuguinea einen Frosch als neuen Rekordhalter entdeckt. Das Tier wird nur knapp acht Millimeter groß. Der winzige Frosch lebt im feuchten Laub des Tropenwaldes. Er ist vor allem morgens und abends aktiv und stößt insektenähnliche Töne aus. Erst im Dezember hatten andere Forscher gemeldet, den angeblich kleinsten Frosch der Welt gefunden zu haben. Dieser maß allerdings neun Millimeter. Nun geht auch dieser Titel an den neu entdeckten Minihüpfer. Von der Entdeckung berichten die Wissenschaftler im Fachblatt "PLoS One". //[luh]//

Quelle: <a href="http://www.plosone.org/article/info:doi/10.1371/journal.pone.0029797">

Astronomie Exoplaneten umkreisen Doppelsterne.

US-Astronomen haben mit dem Weltraumteleskop Kepler gleich zwei neue Exoplaneten aufgespürt, die jeweils einen Doppelstern umkreisen. Ein Doppelstern besteht aus zwei sonnenähnlichen Sternen die sich eng um ein gemeinsames Schwerezentrum drehen. Die Umlaufbahn der Exoplaneten wiederum verläuft außen um beide Sterne herum. Beide Planeten mit den Katalognummern Kepler-34b und Kepler 35-b sind gasförmig und deshalb für Leben ungeeignet, berichten die Forscher im Magazin Nature. Da sich die Doppelsterne durch ihre Drehung vorübergehend gegenseitig verdecken, schwankt ihre Strahlung stark. Erst im September hatten Forscher zum ersten Mal einen Exoplaneten mit einer Doppelsonne nachgewiesen. Die neuen Funde gelten als Hinweis, dass diese neue Klasse von Planetensystem viel häufiger vorkommt als anfangs gedacht. //[luh]//

Quelle: DOI:10.1038/nature10768

11.01.2012

Medizin Frauen nach den Wechseljahren sollten ihr Vitamin D aufstocken.

Auf diese Empfehlung einigten sich Experten der "European Menopause and Andropause Society". Zu niedrige Vitamin D-Werte führen besonders bei Frauen nach der Menopause zu einem erhöhten Risiko für Osteoporose und Knochenbrüche. Eine Nahrungsergänzung mit Vitamin D würde ihnen zu besserer Fitness, Muskelstärke und Balance verhelfen, schreiben die Forscher im Fachblatt Maturitas. Sie empfehlen Frauen bis 70 Jahren täglich 600 internationale Einheiten einzunehmen, danach sogar 800 pro Tag. Mehr als die Hälfte aller Europäer hat zu wenig Vitamin D im Blut. Das begünstigt unter anderem die Entwicklung von kardiovaskulären Erkrankungen, Diabetes und Krebs. [mst]

Quelle: Maturitas (doi: 10.1016/j.maturitas.2011.11.002)

Biologie Sex verbessert das Immunsystem.

Max-Planck-Forscher sind der Frage auf den Grund gegangen, warum sich die überwiegende Mehrheit der mehrzelligen Lebewesen mittels Geschlechtsverkehr fortpflanzt. Wie die Evolutionsbiologen aus Plön nun im Fachblatt Nature Communications schreiben, stärkt die sexuelle Fortpflanzung die Organismen erheblich im Kampf gegen Infektionskrankheiten. Belegen konnten die Forscher diese These mithilfe von Experimenten mit Stichlingen. Bei den Fischen sahen die Forscher, dass sich durch die sexuelle Fortpflanzung von Generation zu Generation Gene, die bei der Immunabwehr eine wichtige Rolle spielen, bei Bedrohung durch Infektionskrankheiten schneller anpassen. Diese Individuen bekommen dann häufiger Nachkommen, die ebenso resistent gegenüber dem Erreger sind. Die Forscher folgern daraus, dass Organismen, die häufig mit Parasiten in Kontakt kommen, eine größere Variabilität dieser sogenannten MHC-Gene aufweisen als jene, die nur wenig Kontakt mit Krankheitserregern haben. [mst]

Quelle: Nature Communications

Geophysik Forscher entdecken die tiefsten bislang bekannten Geysire.

Sie befinden sich in den Tiefseegräben vor den Kaimaninseln in der Karibik in einer Tiefe von 4960 Metern. Dort schleudern die heißen Quellen Fontänen von Kupferreichem Wasser empor, die eine Temperatur von mehr als 450 Grad Celsius aufweisen. Das Wasser, das bis zu tausend Meter nach oben schießt, müsste eigentlich verdampfen, schreiben die Forscher im Fachblatt NATURE Communications. Sie vermuten jedoch, dass der hohe Druck in fast fünf Kilometern Tiefe dies verhindert. Die Studienautoren erhoffen sich dank dieser Entdeckung neue Erkenntnisse über das Verhalten von Flüssigkeiten unter derartigen Extrembedingungen. [mst]

Quelle: Nature Communications (doi:10.1038/ncomms1636)

Biologie Schmutz stresst Stare.

Haben die Vögel keine Gelegenheit ihr Gefieder zu säubern, fühlen sie sich eher bedroht als saubere Artgenossen. Denn mit einem verdreckten Federkleid können sie im Falle einer Bedrohung schlechter fliehen. Das haben Forscher aus Newcastle herausgefunden und stellen ihre Ergebnisse in den Biology Letters vor. Bei ihren Experimenten hatten sie einer Vogelgruppe Wasser zum Reinigen zur Verfügung gestellt, für die Tiere der zweiten Gruppe hingegen gab es drei Tage lang keine Möglichkeit zum Waschen. Anschließend spielten die Biologen den Tieren einen Alarmruf eines Artgenossen vor, der vor einem Feind warnte. Danach brauchten die schmutzigen Tiere länger, bis sie wieder zur Ruhe kamen und zu fressen begannen als die sauberen Stare, zudem waren sie deutlich wachsamer. [mst]

Quelle: Biology Letters (doi:10.1098/rsbl.2011.1200)

Geophysik In Indonesien bebte die Erde.

Nach Angaben der US-Erdbebenwarte hatte das Beben vor Sumatra eine Stärke von 7,3 auf der Richterskala, nach indonesischen Angaben waren es 7,1. Das Beben ereignete sich gestern um Mitternacht. Meldungen von Schäden oder Verletzten liegen offiziellen Angaben zufolge nicht vor. Nach dem Erdbeben hatten die Behörden eine Tsunamiwarnung gegeben. Diese wurde eine Stunde später wieder aufgehoben. [mst]

Medizin Chirurgen operieren am besten im Alter zwischen 35 und 50 Jahren.

Das ist das Ergebnis einer Studie, die Mediziner aus Lyon im British Medical Journal vorstellen. Sie hatten ein Jahr lang die Leistungen von Ärzten bei knapp 3600 Schilddrüsenoperationen in verschiedenen französischen Krankenhäusern untersucht. Demnach hat es vermehrt Komplikationen gegeben, wenn die Ärzte über weniger als fünf Jahre Berufserfahrung verfügten. Aber Erfahrung allein reicht nicht aus, um Höchstleistungen zu bringen. So traten Nervenlähmungen an der Schilddrüse häufiger nach Operationen von Ärzten auf, die bereits mehr als 20 Jahre praktizierten. Die Studienautoren empfehlen daher Zertifizierungsprogramme für ältere Chirurgen, in denen die Leistung und die Leistungsfähigkeit regelmäßig überprüft werden. [mst]

Quelle: Eurekalert!

Biologie Laufkäfer achten auf eine ausgewogene Ernährung.

Wenn diese Insekten die Wahl haben, kombinieren sie Proteine und Fette in ihrer Nahrung so, dass sie möglichst viele Eier legen können. Das hat ein internationales Forscherteam bei Experimenten herausgefunden, bei denen die Käfer beides gleichzeitig angeboten bekommen hatten. Gaben die Wissenschaftler den kleinen Raubtieren hingegen nur proteinreiches oder nur fettiges Futter, legten diese deutlich weniger Eier, heißt es in den Proceedings B der britischen Royal Society. Bisher gingen Forscher davon aus, dass die Käfer lediglich versuchen, so viele Kalorien wie möglich aufzunehmen - egal aus welcher Quelle. Angesichts der neuen Erkenntnisse sei es denkbar, dass auch andere Raubtiere beim Jagen nicht nur auf Quantität, sondern auch auf Qualität achteten. [mst]

Quelle: Proc.Roy.Soc.y B (doi:10.1098/rspb.2011.2410)

10.01.2012

Zoologie Manche Bienen bewachen den Stock

Bei einer Bienenart aus Brasilien gibt es einzelne Insekten, die sich durch ihren Körperbau von den anderen Tieren unterscheiden. Sie sind deutlich größer und haben längere Beine. Daher übernehmen sie im Bienenstaat bevorzugt die Rolle von Wächtern. Über Tage hinweg positionieren sie sich am Eingang zum Bienenstock und wehren zum Beispiel Raubbienen ab. Das berichten Biologen aus England in Fachblatt "PNAS". Normalerweise kommt es selten vor, dass eine Biene nur eine einzige Aufgabe übernimmt. Typischerweise wechselt sie zwischen verschiedenen Rollen, die sie für maximal einen Tag übernimmt. //[reu]//

Quelle: PNAS-doi: 10.1073/pnas.1113398109

Botanik Pflanze fängt Fadenwürmer mithilfe unterirdischer Blätter

Eine brasilianische Pflanze aus der Familie der Wegerich-Gewächse ernährt sich von Fadenwürmern, die sie mit unterirdischen, klebrigen Blättern einfängt. Das berichten Forscher aus dem Bundesstaat São Paulo im Fachmagazin "PNAS". Ihnen war aufgefallen, dass das Gewächs mit Namen //Philcoxia minensis// anderen fleischfressenden Pflanzen in Form und Aufbau ähnelt. Dass das Gewächs tatsächlich Nährstoffe aus Beutetierchen aufnimmt, konnten die Wissenschaftler zeigen, indem sie die Würmer markierten, - und zwar mit einem schweren Stickstoff-Isotop – und danach an die Pflanzen verfütterten. Erhebliche Mengen dieses Stickstoffes konnten die Wissenschaftler anschließend in den Blättern der Pflanze nachweisen. Das zeigt nach Angabe der Forscher, dass die Pflanzen die Würmer verdaut haben. //[reu]//

Quelle: PNAS - doi: 10.1073/pnas.1114199109

Astronomie Ferne Galaxien werfen Licht auf dunkle Materie

Ein britisch-kanadisches Forscherteam hat nach eigenen Angaben die bislang umfangreichste Karte von dunkler Materie im Universum gezeichnet. Vorgestellt haben sie diese Arbeit auf der Jahrestagung der Amerikanischen Astronomischen Gesellschaft, die zurzeit in Austin, Texas, stattfindet. Die Forscher stützen sich dabei auf Beobachtungen und Daten, die von zehn Millionen Galaxien stammen. Die Astronomen haben untersucht, wie das Licht dieser Sternhaufen auf seinem Weg zur Erde von der geheimnisvollen Substanz verzerrt wird. Das Ergebnis ist laut den Forschern ein komplexes kosmisches Netz aus herkömmlichen Galaxien und dunkler Materie. Diese ist unsichtbar und soll etwa ein Viertel des Universums ausmachen. //[reu]//

Biologie Chromosomen-Enden sagen die Lebenserwartung voraus

Je länger die Kappen sind, welche die Enden der Erbgut-Moleküle schützen, desto länger lebt deren Besitzer. Zumindest für Zebrafinken stimmt diese Aussage, wie Forscher aus Schottland nun zeigen konnten. Ein Zusammenhang zwischen der Länge der DNA-Schutzkappen, der sogenannten Telomere, und der individuellen Lebenserwartung war bereits öfters von Experten vermutet worden. Vorangegangen Studien stützten sich jedoch immer nur auf maximal zwei Messwerte im Laufe eines Lebens. In diesem Zeitraum nimmt die Länge der Schutzkappen jedoch ständig ab. Die schottischen Forscher haben nun wesentlich mehr Daten erhoben. Die höchste Vorhersagkraft für die Lebenserwartung hatte die Telomerlänge, die bei den Finken im Alter von 25 Tagen gemessen wurde, schreiben die Forscher im Fachblatt "PNAS". //[reu]//

Quelle: PNAS - doi: 10.1073/pnas.1113306109

09.01.2012

Umwelt Öl-Ausfluss bei Containerschiff "Rena" geringer als befürchtet

Nach dem Auseinanderbrechen des Containerschiffs "Rena" vor Neuseeland ist offenbar weniger Öl ins Meer geflossen als zunächst angenommen. Der Ölteppich habe sich bis auf drei Kilometer von dem Wrack entfernt ausgebreitet, teilte die neuseeländische Schifffahrtsbehörde heute mit. In dem havarierten Schiff befänden sich nun vermutlich weniger als 100 Tonnen Treibstoff. Das Schiff war Anfang Oktober auf ein Riff aufgelaufen. Damals flossen rund 400 Tonnen Schweröl ins Meer. 20.000 Seevögel kamen ums Leben. Danach waren rund 1100 Tonnen Schweröl aus dem Schiff abgepumpt und fast 400 Container geborgen worden. Am Wochenende war der Frachter auseinandergebrochen. Dabei gingen rund 150 Container über Bord. Heute warnten die Behörden die Bevölkerung erneut vor an Land gespülter Fracht. Offenbar hatten Menschen Säcke mit Milchpulver eingesammelt und mitgenommen. Von dem Strandgut, so die Behörden, könne aber eine Gesundheitsgefahr ausgehen. //[mawi]//

Psychologie Wenn Eltern ihr Brustkrebs-Risiko testen lassen, besprechen sie das Ergebnis meist mit ihren Kindern

Das zeigt eine in der Fachzeitschrift "Cancer" erschienene US-Studie. Ein Forscherteam befragte dazu mehr als 250 Eltern – gut einem Drittel von ihnen hatte der Test ein erhöhtes Risiko bescheinigt. 66 Prozent der Kinder erfuhren vom Testergebnis ihrer Eltern, und zwar umso häufiger, je älter sie waren. Doch auch bei den 10- bis 13-Jährigen wusste noch gut die Hälfte Bescheid. Am wahrscheinlichsten war ein Gespräch mit den Kindern, wenn das Testergebnis negativ ausfiel; also keine Gen-Mutationen gefunden worden waren, die Brustkrebs wahrscheinlicher machen. Die meisten Eltern glaubten, dass das Wissen ihr Kind nicht sehr stark belaste. Ausnahme waren die Eltern mit positivem Testergebnis, und Eltern mit Kindern unter zehn Jahren. //[mawi]//

Quelle: "CANCER"

Zoologie Forscher haben eine große Gruppe von Irawadi-Delfinen entdeckt

Im Mekongdelta im Süden Vietnams sind Forschern des Instituts für tropische Biologie bei einer Expedition gleich 20 Irawadi-Delfine vor das Boot geschwommen. Es handele sich um eine ungewöhnlich große Schule dieser vom Aussterben bedrohten Säugetiere. Die Zahl der Irawadi-Delfine, die in Buchten, Flüssen und Flussmündungen leben, wird im Mekong auf nur 85 Exemplare geschätzt. //[mawi]//

Medizin Lungenkrebse von Rauchern und Nichtrauchern unterscheiden sich sehr

Forscher vom Translational Genomics Research Institute in Phoenix/Arizona haben die genetischen Besonderheiten von Lungenkrebs-Zellen von Menschen untersucht, die nie geraucht haben. Sie entdeckten dabei, dass genetische Veränderungen, die für Adeno-Karzinome von Rauchern typisch sind, nicht zu finden sind. Bei Nichtrauchern seien Mutationen in den EGFR, KRAS oder EML/ALK –Genen selten. Stattdessen überwögen Defekte in schützenden Genen, den sogenannten Tumor-Suppressor-Genen. Die Forscher hoffen, neue Ansatzpunkte für gezielt wirkende Medikamente zu finden. Nur etwa zehn Prozent der Lungenkrebserkrankungen betreffen Nichtraucher. //[mawi]//

Klima Klimawandel verändert europaweit Vegetation in den Bergen

Das berichtet ein internationales Forscherteam unter Leitung der Österreichischen Akademie der Wissenschaften im Fachblatt "Nature Climate Change". Die Biologen sammelten auf 60 europäischen Berggipfeln Proben von Pflanzen und verglichen, wie sich die Vegetation zwischen 2001 und 2008 veränderte. Dabei stießen sie 2008 auf deutlich mehr wärmeliebende Pflanzen, die sich in allen Gebirgslagen durchgesetzt und kälteliebende Pflanzen zunehmend verdrängt hatten. In tieferen Gebirgslagen waren durch die heißeren Sommer sogar ganze Alpenwiesen verschwunden. Zwar traf es alle Länder gleichermaßen – weiter nördlich gelegene Länder ebenso wie südliche – doch in Regionen mit größeren Temperaturanstiegen in den vergangenen Jahren war der Effekt am stärksten. //[mawi]//

Quelle: Nature Climate Change

06.01.2012

Biologie Die ersten Affen mit zwölf Eltern sind zur Welt gekommen

Das berichten Forscher des Oregon National Primate Research Centre in "Cell“. Die ungewöhnliche Zahl der Eltern ergibt sich aus der Art und Weise, wie die Wissenschaftler die Embryos haben entstehen lassen: Sie nahmen Zellen aus sechs Affen-Embryos in einem sehr frühen Stadium der Entwicklung, klebten diese regelrecht zusammen zu Zellhaufen und implantierten diese Affenweibchen. Die Wissenschaftler sehen ihre Arbeit als Grundlagenforschung an, die neue Perspektiven zum Beispiel für die Medizinforschung eröffne. [gä]

Quelle: Cell/BBC

Physik Das Ohmsche Gesetz gilt auch für atomfeine Kabel

Das berichten Forscher aus Australien und der Schweiz in „Science“. Die Wissenschaftler hatten ein winziges Kabel konstruiert, das nur eine Atomlage breit und vier Atomlagen hoch ist. Physiker hatten bislang vermutet, dass in so kleinen Leitern die Gesetze der Quantenpyhsik einen kontrollierten Stromfluss unmöglich machen würden. Insbesondere gab es Hinweise darauf, dass der Widerstand im Leiter exponentiell ansteigt, was ein großes Hindernis für die Konstruktion noch leistungsfähigerer Chips als heute wäre. Das Forscherteam konnte nun jedoch zeigen, dass die Leiter aus Silizium, Wasserstoff-Atomen und Phosphor trotz schwankender Dicke Strom im Versuch stets gleich gut leiteten. Sie folgern daraus, dass die physikalischen Gesetze auch in atomfeinen Kabeln gelten können – und das sich noch wesentlich kleinere Schaltungen als heute entwickeln lassen. [gä]

Quelle: Science

Paläontologie Quecksilber und das Massenaussterben vor 250 Millionen Jahren

Vor 250 Millionen Jahren starben so viele Lebewesen auf der Erde aus wie nie zu vor und bis heute nicht: Fast alle Meeres- und viele Landbewohner verschwanden. Paläontologen vermuten unter anderem, dass massive Vulkanausbrüche zum Aussterben geführt haben. Wissenschaftler der University of Calgary in Kanada fügen jetzt zu dieser These ein Detail hinzu: Die Forscher sind überzeugt, dass bei diesen Vulkanausbrüchen Quecksilber in großen Mengen in die Meere gelangte. Das Schwermetall könnte bis zu 30-mal höhere Anteile erreicht haben als heute - und so dazu geführt haben, dass 95 Prozent aller Arten in den Ozeanen zugrunde gingen, schreiben die Forscher in "Geology“. [gä]

Quelle: eurekalert

Medizin Dreidimensionale Aufnahmen von Zellen helfen, Brustkrebs früh zu erkennen

Davon sind Forscher der Arizona State University in den USA überzeugt. Im Fachblatt „PLoS ONE“ präsentieren sie ein bildgebendes Verfahren mit der Bezeichnung „Zellen-Computertomographie“. Dabei wird die zu untersuchende Zelle in einen Geltropfen eingebracht. Das Instrument erzeugt mit Hilfe von Photonen Hunderte von zweidimensionalen Aufnahmen in einer immer neuen Ebene. Ein Rechner setzt diese anschließend zu einer unverzerrten, dreidimensionalen Aufnahme zusammen. Darauf lassen sich sehr frühe Spuren von Krebs erkennen, so die Forscher weiter. [gä]

Quelle: PLoS One

Medizin Schneller Fahren schadet der Gesundheit

In Großbritannien plant die Regierung von David Cameron, das gültige Tempolimit von umgerechtet 112 Kilometern pro Stunde auf knapp 130 anzuheben. Die Regierung argumentiert unter anderem, die Zahl der Toten sei bereits um 75 Prozent in den vergangenen 55 Jahren gefallen, und Großbritannien habe heute eine der niedrigsten Raten von Todesopfern im Straßenverkehr weltweit. Forscher der London School of Hygiene and Tropical Medicine fürchten allerdings im „British Medical Journal“, dass bei einem höheren Tempolimit die Zahl der Verkehrstoten wieder steigen werde. Die Wissenschaftler verweisen auf Erfahrungen aus den USA: In den neunziger Jahren hoben die Behörden das Tempolimit vergleichbar an. 16,66 Prozent mehr Menschen starben danach bei Unfällen. Die Wissenschaftler führen weiter an, dass schnelleres Fahren mehr Abgase erzeuge, was mehr Krankheiten auslöse. Sie pochen auf einem wissenschaftlichen Nachweis, ob der mit schnellerem Fahren möglicherweise verbundene volkswirtschaftliche Nutzen die Schäden überwiegt. [gä]

Quelle: bmj

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