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16.01.2012

Raumfahrt Teile von "Phobos-Grunt" sind offenbar in den Pazifik gestürzt

Die defekte russische Raumsonde war am Sonntag unkontrolliert abgestürzt. Einige Teile gingen nach Angaben des russischen Verteidigungsministeriums im Pazifischen Ozean nieder. Berechnungen zufolge lag die Absturzstelle rund 1250 Kilometer östlich der Insel Wellington. Phobos-Grunt war Anfang November gestartet, um auf dem größten Marsmond Phobos Bodenproben zu sammeln. Wegen technischer Probleme verfehlte die Sonde aber die vorgesehene Flugbahn zum Mars. Die russische Raumfahrtbehörde Roskosmos äußerte sich zunächst nicht. Den russischen Streitkräften oblag die Kontrolle der letzten Phase des Absturzes. Bis zuletzt war unklar, wo genau die Fragmente auf die Erde treffen würden. Roskosmos hatte ihre Berechnungen mehrfach korrigiert. //[mawi]//

Archäologie Im Tal der Könige finden Archäologen das Grab einer Frau

Ägyptische und Schweizer Archäologen stießen nach eigenen Angaben zufällig bei Reinigungsarbeiten auf das Grab einer Frau, die offenbar nicht zur Königsfamilie gehörte. Die Mumie stamme aus der Zeit der 22. Dynastie und sei rund 3000 Jahre alt, teilte Mohammed Ibrahim, der ägyptische Staatsminister für antike Funde mit. Eine Inschrift auf einer Holztafel gebe den Namen der Frau mit Nehmes Bastet an. Offenbar war sie Sängerin im Tempel von Karnak in der Nähe von Luxor und Tochter eines Hohen Priesters des Gottes Amun. Bislang waren im Tal der Könige nur Gräber von Mitgliedern der ägyptischen Königsfamilien gefunden worden. //[mawi]//

Geschichte Die alten Sumerer tranken vergorenen Gerstensaft

Aber das war möglicherweise gar kein Bier. Zu diesem Schluss kommen Forscher des Max-Planck-Instituts für Wissenschaftsgeschichte in Berlin. Keilschrifttafeln und Gefäße aus der Zeit bezeugten zwar, dass vor über 4000 Jahren bereits in Mesopotamien vergorener Getreidesaft getrunken wurde. Auch die Grundzutaten sind bekannt: Gerste und Emmer – eine Weizenart – Gerste oder Malz. Die Feinheiten des Herstellungsprozesses oder gar Rezepte zum Nachbrauen seien aber nicht überliefert und ließen sich so nicht rekonstruieren. Unklar sei zudem auch, ob das Gebräu Alkohol enthalten habe - oder nicht. //[mawi]//

Medizin Forscher verstehen jetzt besser, wie die Zuckerkrankheit entsteht

Insulin produzierende Zellen kontrollieren den Blutzucker-Spiegel im Körper. Bisher wussten Wissenschaftler zwar, dass beim Typ 1 Diabetes Zellen des Immunsystems, sogenannte Killerzellen fälschlicherweise die eigenen Insulinzellen zerstören. Aber, wie genau das funktioniert, war bislang unbekannt. Britische Forscher fanden nun heraus, dass die Killerzelle sich mit einem ungewöhnlichen Bindungsmechanismus die Insulinzelle sucht und an sie heftet. Dadurch ist die Zelle, die sich gegen Attacken sonst sehr wohl wehren kann, machtlos. Die Wissenschaftler veröffentlichten ihre Studienergebnisse dazu im Fachblatt "Nature Immunology". //[mawi]//

Quelle: Nature Immunology

Wissenschaft Ein US-Professor soll in fast 150 Fällen Daten manipuliert haben

Zu diesem Urteil kommt jetzt ein Untersuchungsbericht der Universität von Connecticut in Farmington. Dort war der Wissenschaftler fast 30 Jahre lang tätig, zuletzt als Direktor des Kardiovaskulären Forschungszentrums in der Klinik der Universität. Die Hochschulleitung hat nach eigenen Angaben alle Forschungsgelder für das Labor des Biochemikers eingefroren und will ihm kündigen. Die Fälschung von Daten betreffe über 20 Artikel in elf verschiedenen Fachzeitschriften und einen Zeitraum von 7 Jahren. Manipuliert worden seien vor allem die Ergebnisse von Experimenten zum Nachweis von Proteinen. Der Institutsdirektor forschte intensiv über Rotwein und das darin enthaltene "Resveratrol" – einen Stoff, der als gesund für das Herz gilt. An der positiven Einschätzung dieses Wein-Inhaltsstoffes ändere der Fälschungsskandal aber nichts, heißt es in ersten Stellungnahmen anderer Wissenschaftler. Jedes Jahr erschienen rund 6000 Studien über "Resveratrol". //[mawi]//

Quelle: University of Connecticut

13.01.2012

Technik Der Tricorder aus der Fernsehserie Star Trek soll Wirklichkeit werden.

Das will die X-Preis Stiftung erreichen. Sie hat am Rande der Elektronikmesse CES in Las Vegas den Qualcomm-Tricorder-X-Prize in Höhe von zehn Millionen Dollar ausgelobt. Die Summe soll demjenigen zufallen, dem es gelingt, einen tragbaren Medizin-Detektor zu entwickeln. Ganz genau wie der Tricorder aus Star Trek wird das Gerät allerdings nicht funktionieren müssen. So soll die Analyse der Daten auf einer mobilen Plattform erfolgen und 30 Nutzer in drei Tagen eine Diagnose liefern. Außerdem ist der Kreis der Krankheiten auf 15 begrenzt. Auch das 60er-Jahre-typische Geräusch bei der Erfassung der Daten ist offenbar nicht unbedingt erforderlich. Ziel dieses Gerätes sei es, jedem Menschen einen einfachen Überblick über die eigene Gesundheit zu gewähren. Der X-Preis hat in der Vergangenheit bereits neue Entwicklungen angestoßen, etwa die Entwicklung privater Raumfahrzeuge. //[gät]//

Quelle: Agenturen

Raumfahrt Phobos-Grunt wird voraussichtlich am Sonntag abstürzen.

Russische Raumfahrtingenieure rechnen damit, dass die Sonde über Argentinien in die Lufthülle eintritt. Dabei dürften sich 20-30 Fragmente von der Sonde lösen und zur Erde stürzen, voraussichtlich in den Atlantik. Der Treibstoff der Sonde, so die von der Agentur Interfax angeführten Experten, werde beim Eintritt in die Atmosphäre verbrennen. Phobos Grunt sollte zum Marsmond Phobos fliegen und Bodenproben zur Erde schicken. Nach dem Start am 9. November zündeten jedoch die Triebwerke für den Weiterflug nicht, und die Sonde reagierte nicht auf Funkbefehle. //[gät]//

Quelle: Agenturen

Physik Reibung verursacht ein Drittel des Benzin-Verbrauchs.

Das berichten Forscher aus Finnland und den USA. Die Wissenschaftler hatten berechnen wollen, welcher Anteil des Benzinverbrauchs tatsächlich der Fortbewegung dient. Dabei zeigte sich, dass mechanische Verluste durch Getriebe, Reifen, an Zylindern gleitenden Kolben oder Lagern ein Drittel des Verbrauchs verursachen. Ein Elektroauto muss dagegen nur die Hälfte an Reibungsenergie überwinden. Die Forscher regen an, durch neue Materialien, bessere Schmierung, oder andere Oberflächenstrukturen in den Motoren die mechanischen Verluste zu reduzieren. Mehr als die Hälfte der Energie entweichen ungenutzt aus dem Auspuff oder dem Kühler, fünf Prozent benötigt das Auto, um den Luftwiderstand zu überwinden, und nur 21,5 Prozent der Treibstoff-Energie werden tatsächlich in Bewegung umgesetzt. //[gät]//

Quelle: Eurekalert

Umwelt Der Klimawandel läßt sich einfach bremsen.

Forscher haben im Fachblatt "Science" 14 Maßnahmen zusammengetragen, die bis 2050 die Klimaerwärmung um ein halbes Grad verringern könnten. Die Idee dabei ist, nicht Kohlendioxid zu bekämpfen, sondern stattdessen Methan und Ruß. Diese beiden Substanzen tragen ebenfalls zur globalen Erwärmung bei, verbleiben jedoch nicht so lange in der Atmosphäre wie CO2. Um den Methanausstoß zu verringern, schlagen die Experten unter anderem vor, entweichendes Erdgas einzufangen - etwa beim Bergbau, der Öl- und Gasförderung sowie aus Mülldeponien. Andere recht einfache Maßnahmen wären, Löcher in großen Gasleitungen zu stopfen oder das Gas aus der Tierhaltung stärker einzudämmen. Der Ausstoß von Ruß ließe sich vermindern, indem alte Autos von den Straßen verbannt und Dieselautos mit Abgasfiltern ausgerüstet werden. Es würde ebenfalls helfen, Agrarland nicht mehr abzubrennen und holzbefeuerte Kochstellen zu modernisieren, so die Wissenschaftler weiter. Die Vorschläge der Experten hätten weitere Vorteile: Die Luftverschmutzung und damit die Zahl der Atemwegserkrankungen würde zurückgehen und Ernteerträge würden sich erhöhen. //[fj]//

Quelle: DOI:10.1126/science.1210026

Verhaltensforschung Weniger Frauen verführen Männer zur Verschwendung.

Davon sind Forscher der University of Minnesota überzeugt. Sie ließen Männer Zeitungsberichte über ihren Wohnort lesen. Stand dort, dass mehr Männer als Frauen in der Gegend lebten, wurden die Herren in finanziellen Entscheidungen großzügig: Sie wollten monatlich deutlich weniger Geld sparen und sich mehr Geld für spontane Ausgaben leihen als Männer, denen ein anderes Geschlechterverhältnis präsentiert worden war. In einem zweiten Experiment funktionierte das sogar dann, wenn Männer lediglich mehr Frauen als Männer auf einem Bildschirm sahen. Frauen dagegen ließ das Geschlechterverhältnis bei ihren finanziellen Entscheidungen unbeeindruckt. Allerdings erwarteten sie von Männern mehr finanziellen Einsatz, wenn Frauen-Knappheit herrschte. //[gät]//

Quelle: DOI:10.1037/a0024761

Mikrobiologie Eine neue Technik ermöglicht den Blick in das Innere von Viren.

Bislang konnten Wissenschaftler mithilfe der Elektronen-Mikroskopie nur die äußere Struktur von Viren untersuchen. Forschern der National Institutes of Health gelang es jetzt, mit Hilfe von Elektronenmikroskopen auch das Innere der Viren abzulichten. Zunächst nutzen sie eine schwache Strahlendosis, um die äußere Hülle eines Virus darzustellen. Danach bestrahlten sie es mit einer hohen Dosis. Dadurch explodierten zwar geradezu die inneren Strukturen des Virus in blasenähnliche Elemente. Diese Blasen ließen jedoch Rückschlüsse auf die innere Struktur des Virus zu, schreiben die Forscher in "Science". Als die Wissenschaftler schließlich beide Bilder übereinander legten, ließ sich so ein dreidimensionales Bild des gesamten Virus konstruieren. Die Forscher hoffen, dass diese Methode zur Entwicklung neuer Medikamente beitragen kann. Sie nennen das Verfahren "bubblegram imaging". //[gät]//

Quelle: DOI:10.1126/science.1214120

Medizin Chronischer Schmerz könnte sich im Keim ersticken lassen.

Das hoffen Forscher der Universität Wien. Die Wissenschaftler hatten im Tierversuch Ratten hohe Dosen an Morphium-ähnlichen Schmerzmitteln, so genannten Opioide, verabreicht. Dabei stellten sie fest, dass diese Substanzen offenbar einen Lerneffekt im Hirn rückgängig machen, der chronische Schmerzen verursacht: Wird eine bestimmte Stelle des Körpers öfter gereizt, steigert das die Erregungsfähigkeit der zuständigen Nervenzelle – sie feuert bei folgenden Berührungen schneller. Dieser Kreis wird durch die Opioide unterbrochen, weil sie bestimmte Moleküle, die die leichtere Erregbarkeit der Nervenzelle auslösen, wieder entfernen, so die Wissenschaftler in "Science". Die Forscher hoffen, einen Weg zur Bekämpfung von chronischen Schmerzen gefunden zu haben. Sie weisen jedoch darauf hin, dass im Tierversuch dieser Mechanismus nur in der Anfangsphase von chronischem Schmerz, in den ersten sechs Stunden, überprüft sei. //[gät]//

Quelle: DOI:10.1126/science.1211726

12.01.2012

Medizin Die Zahl der Organspenden in Deutschland ist gesunken.

Das meldet die Deutsche Stiftung Organtransplantation DSO. 4054 Menschen hierzulande konnte im Jahr 2011 mit einer Transplantation von Organen geholfen werden. Das entspricht einem minus von sieben Prozent im Vergleich zum Vorjahr. Ein Grund für den Rückgang der Organspende ist nach Einschätzung der DSO die wachsende Zahl der Patientenverfügungen. Die Organentnahme setzt zuvor in der Regel den Einsatz von intensivmedizinischen Maßnahmen voraus. Wenn Patienten diese ablehnen, kommen sie als Organspender kaum noch infrage. Bundesweit warten rund 12.000 kranke Menschen auf ein Spenderorgan. //[luh]//

Quelle: Agenturen

Neurologie Alkohol wirkt wie Opium.

Beim Trinken von Alkohol werden im Gehirn des Menschen körpereigene Endorphine freigesetzt wie beim Konsum von Kokain oder anderen Drogen. Das haben Forscher aus den USA jetzt erstmals direkt nachgewiesen – mit Hilfe von tomographischen Gehirnscans. Die opium-ähnlichen Botenstoffe stimulieren das Belohnungssystem des Gehirns und führen zu Glücksgefühlen. Damit sei dieser Mechanismus die Triebkraft für die Alkoholsucht, berichten die Wissenschaftler im Fachmagazin "Science Translational Medicine". Die Erkenntnisse könnten helfen, neue Behandlungsstrategien gegen die Alkoholsucht zu entwickeln. Die Basis dafür wären Wirkstoffe, die bestimmte Rezeptoren für die Endorphine blockieren. //[luh]//

Quelle: DOI:10.1126/scitransmed.3002902

Technik Terahertz-Sender erzielt Frequenzrekord.

Forscher der Technischen Universität Darmstadt haben den derzeit kleinsten Sender der Welt für Terahertz-Strahlung entwickelt. Die Sende-Diode erzeugt zudem die höchste Frequenz, die jemals mit einem elektronischen Halbleiterelement im Terahertz-Band erreicht wurde, berichten die Forscher im Fachblatt "Applied Physics Letters". Die Wellenlänge von Terahertz-Strahlen liegt zwischen der von Mikrowellen und von infrarotem Licht. Sie erlaubt die Durchleuchtung von Materialien, ohne diese zu beschädigen. Die Miniaturisierung der Sendetechnik könnte der Terahertz-Strahlung ganz neue Anwendungsfelder im Alltag eröffnen. //[luh]//

Quelle: DOI:10.1063/1.3667191

Tierschutz Ein Markt für Walfleisch könnte den Schutz der Meeressäuger erleichtern.

Tierschützer geben laut Schätzungen jedes Jahr 20 Millionen Euro für ihre Kampagnen zum Schutz der Wale aus, unter anderem für den Einsatz von Schiffen zum Abfangen der Waljäger. US-Forscher haben nun errechnet, dass Wale mit diesem Geld effektiver geschützt werden könnten, wenn offiziell ein begrenzter Handel mit Walfleisch erlaubt würde. In einem Kommentar im Magazin "Nature" schlagen sie ein System von Kontingenten vor. Tierschützer könnten dann den Walfängern die Rechte zum Schießen eines Wals abkaufen. Die Walfänger hätten so ein Auskommen und die Tiere blieben am Leben. Mit Blick auf die Profite der Walfänger schätzen die Forscher, dass die Preise derzeit bei rund 10.000 Euro für einen Minkwal und 60.000 Euro für einen Finnwal liegen würden. //[luh]//

Quelle: DOI:10.1038/481139a

Biologie Das kleinste Wirbeltier der Welt ist ein Frosch.

Bisher galt ein Fisch aus Indonesien als das kleinste Wirbeltier der Welt. Jetzt haben US-Forscher im Regenwald von Papua-Neuguinea einen Frosch als neuen Rekordhalter entdeckt. Das Tier wird nur knapp acht Millimeter groß. Der winzige Frosch lebt im feuchten Laub des Tropenwaldes. Er ist vor allem morgens und abends aktiv und stößt insektenähnliche Töne aus. Erst im Dezember hatten andere Forscher gemeldet, den angeblich kleinsten Frosch der Welt gefunden zu haben. Dieser maß allerdings neun Millimeter. Nun geht auch dieser Titel an den neu entdeckten Minihüpfer. Von der Entdeckung berichten die Wissenschaftler im Fachblatt "PLoS One". //[luh]//

Quelle: <a href="http://www.plosone.org/article/info:doi/10.1371/journal.pone.0029797">

Astronomie Exoplaneten umkreisen Doppelsterne.

US-Astronomen haben mit dem Weltraumteleskop Kepler gleich zwei neue Exoplaneten aufgespürt, die jeweils einen Doppelstern umkreisen. Ein Doppelstern besteht aus zwei sonnenähnlichen Sternen die sich eng um ein gemeinsames Schwerezentrum drehen. Die Umlaufbahn der Exoplaneten wiederum verläuft außen um beide Sterne herum. Beide Planeten mit den Katalognummern Kepler-34b und Kepler 35-b sind gasförmig und deshalb für Leben ungeeignet, berichten die Forscher im Magazin Nature. Da sich die Doppelsterne durch ihre Drehung vorübergehend gegenseitig verdecken, schwankt ihre Strahlung stark. Erst im September hatten Forscher zum ersten Mal einen Exoplaneten mit einer Doppelsonne nachgewiesen. Die neuen Funde gelten als Hinweis, dass diese neue Klasse von Planetensystem viel häufiger vorkommt als anfangs gedacht. //[luh]//

Quelle: DOI:10.1038/nature10768

11.01.2012

Medizin Frauen nach den Wechseljahren sollten ihr Vitamin D aufstocken.

Auf diese Empfehlung einigten sich Experten der "European Menopause and Andropause Society". Zu niedrige Vitamin D-Werte führen besonders bei Frauen nach der Menopause zu einem erhöhten Risiko für Osteoporose und Knochenbrüche. Eine Nahrungsergänzung mit Vitamin D würde ihnen zu besserer Fitness, Muskelstärke und Balance verhelfen, schreiben die Forscher im Fachblatt Maturitas. Sie empfehlen Frauen bis 70 Jahren täglich 600 internationale Einheiten einzunehmen, danach sogar 800 pro Tag. Mehr als die Hälfte aller Europäer hat zu wenig Vitamin D im Blut. Das begünstigt unter anderem die Entwicklung von kardiovaskulären Erkrankungen, Diabetes und Krebs. [mst]

Quelle: Maturitas (doi: 10.1016/j.maturitas.2011.11.002)

Biologie Sex verbessert das Immunsystem.

Max-Planck-Forscher sind der Frage auf den Grund gegangen, warum sich die überwiegende Mehrheit der mehrzelligen Lebewesen mittels Geschlechtsverkehr fortpflanzt. Wie die Evolutionsbiologen aus Plön nun im Fachblatt Nature Communications schreiben, stärkt die sexuelle Fortpflanzung die Organismen erheblich im Kampf gegen Infektionskrankheiten. Belegen konnten die Forscher diese These mithilfe von Experimenten mit Stichlingen. Bei den Fischen sahen die Forscher, dass sich durch die sexuelle Fortpflanzung von Generation zu Generation Gene, die bei der Immunabwehr eine wichtige Rolle spielen, bei Bedrohung durch Infektionskrankheiten schneller anpassen. Diese Individuen bekommen dann häufiger Nachkommen, die ebenso resistent gegenüber dem Erreger sind. Die Forscher folgern daraus, dass Organismen, die häufig mit Parasiten in Kontakt kommen, eine größere Variabilität dieser sogenannten MHC-Gene aufweisen als jene, die nur wenig Kontakt mit Krankheitserregern haben. [mst]

Quelle: Nature Communications

Geophysik Forscher entdecken die tiefsten bislang bekannten Geysire.

Sie befinden sich in den Tiefseegräben vor den Kaimaninseln in der Karibik in einer Tiefe von 4960 Metern. Dort schleudern die heißen Quellen Fontänen von Kupferreichem Wasser empor, die eine Temperatur von mehr als 450 Grad Celsius aufweisen. Das Wasser, das bis zu tausend Meter nach oben schießt, müsste eigentlich verdampfen, schreiben die Forscher im Fachblatt NATURE Communications. Sie vermuten jedoch, dass der hohe Druck in fast fünf Kilometern Tiefe dies verhindert. Die Studienautoren erhoffen sich dank dieser Entdeckung neue Erkenntnisse über das Verhalten von Flüssigkeiten unter derartigen Extrembedingungen. [mst]

Quelle: Nature Communications (doi:10.1038/ncomms1636)

Biologie Schmutz stresst Stare.

Haben die Vögel keine Gelegenheit ihr Gefieder zu säubern, fühlen sie sich eher bedroht als saubere Artgenossen. Denn mit einem verdreckten Federkleid können sie im Falle einer Bedrohung schlechter fliehen. Das haben Forscher aus Newcastle herausgefunden und stellen ihre Ergebnisse in den Biology Letters vor. Bei ihren Experimenten hatten sie einer Vogelgruppe Wasser zum Reinigen zur Verfügung gestellt, für die Tiere der zweiten Gruppe hingegen gab es drei Tage lang keine Möglichkeit zum Waschen. Anschließend spielten die Biologen den Tieren einen Alarmruf eines Artgenossen vor, der vor einem Feind warnte. Danach brauchten die schmutzigen Tiere länger, bis sie wieder zur Ruhe kamen und zu fressen begannen als die sauberen Stare, zudem waren sie deutlich wachsamer. [mst]

Quelle: Biology Letters (doi:10.1098/rsbl.2011.1200)

Geophysik In Indonesien bebte die Erde.

Nach Angaben der US-Erdbebenwarte hatte das Beben vor Sumatra eine Stärke von 7,3 auf der Richterskala, nach indonesischen Angaben waren es 7,1. Das Beben ereignete sich gestern um Mitternacht. Meldungen von Schäden oder Verletzten liegen offiziellen Angaben zufolge nicht vor. Nach dem Erdbeben hatten die Behörden eine Tsunamiwarnung gegeben. Diese wurde eine Stunde später wieder aufgehoben. [mst]

Medizin Chirurgen operieren am besten im Alter zwischen 35 und 50 Jahren.

Das ist das Ergebnis einer Studie, die Mediziner aus Lyon im British Medical Journal vorstellen. Sie hatten ein Jahr lang die Leistungen von Ärzten bei knapp 3600 Schilddrüsenoperationen in verschiedenen französischen Krankenhäusern untersucht. Demnach hat es vermehrt Komplikationen gegeben, wenn die Ärzte über weniger als fünf Jahre Berufserfahrung verfügten. Aber Erfahrung allein reicht nicht aus, um Höchstleistungen zu bringen. So traten Nervenlähmungen an der Schilddrüse häufiger nach Operationen von Ärzten auf, die bereits mehr als 20 Jahre praktizierten. Die Studienautoren empfehlen daher Zertifizierungsprogramme für ältere Chirurgen, in denen die Leistung und die Leistungsfähigkeit regelmäßig überprüft werden. [mst]

Quelle: Eurekalert!

Biologie Laufkäfer achten auf eine ausgewogene Ernährung.

Wenn diese Insekten die Wahl haben, kombinieren sie Proteine und Fette in ihrer Nahrung so, dass sie möglichst viele Eier legen können. Das hat ein internationales Forscherteam bei Experimenten herausgefunden, bei denen die Käfer beides gleichzeitig angeboten bekommen hatten. Gaben die Wissenschaftler den kleinen Raubtieren hingegen nur proteinreiches oder nur fettiges Futter, legten diese deutlich weniger Eier, heißt es in den Proceedings B der britischen Royal Society. Bisher gingen Forscher davon aus, dass die Käfer lediglich versuchen, so viele Kalorien wie möglich aufzunehmen - egal aus welcher Quelle. Angesichts der neuen Erkenntnisse sei es denkbar, dass auch andere Raubtiere beim Jagen nicht nur auf Quantität, sondern auch auf Qualität achteten. [mst]

Quelle: Proc.Roy.Soc.y B (doi:10.1098/rspb.2011.2410)

10.01.2012

Zoologie Manche Bienen bewachen den Stock

Bei einer Bienenart aus Brasilien gibt es einzelne Insekten, die sich durch ihren Körperbau von den anderen Tieren unterscheiden. Sie sind deutlich größer und haben längere Beine. Daher übernehmen sie im Bienenstaat bevorzugt die Rolle von Wächtern. Über Tage hinweg positionieren sie sich am Eingang zum Bienenstock und wehren zum Beispiel Raubbienen ab. Das berichten Biologen aus England in Fachblatt "PNAS". Normalerweise kommt es selten vor, dass eine Biene nur eine einzige Aufgabe übernimmt. Typischerweise wechselt sie zwischen verschiedenen Rollen, die sie für maximal einen Tag übernimmt. //[reu]//

Quelle: PNAS-doi: 10.1073/pnas.1113398109

Botanik Pflanze fängt Fadenwürmer mithilfe unterirdischer Blätter

Eine brasilianische Pflanze aus der Familie der Wegerich-Gewächse ernährt sich von Fadenwürmern, die sie mit unterirdischen, klebrigen Blättern einfängt. Das berichten Forscher aus dem Bundesstaat São Paulo im Fachmagazin "PNAS". Ihnen war aufgefallen, dass das Gewächs mit Namen //Philcoxia minensis// anderen fleischfressenden Pflanzen in Form und Aufbau ähnelt. Dass das Gewächs tatsächlich Nährstoffe aus Beutetierchen aufnimmt, konnten die Wissenschaftler zeigen, indem sie die Würmer markierten, - und zwar mit einem schweren Stickstoff-Isotop – und danach an die Pflanzen verfütterten. Erhebliche Mengen dieses Stickstoffes konnten die Wissenschaftler anschließend in den Blättern der Pflanze nachweisen. Das zeigt nach Angabe der Forscher, dass die Pflanzen die Würmer verdaut haben. //[reu]//

Quelle: PNAS - doi: 10.1073/pnas.1114199109

Astronomie Ferne Galaxien werfen Licht auf dunkle Materie

Ein britisch-kanadisches Forscherteam hat nach eigenen Angaben die bislang umfangreichste Karte von dunkler Materie im Universum gezeichnet. Vorgestellt haben sie diese Arbeit auf der Jahrestagung der Amerikanischen Astronomischen Gesellschaft, die zurzeit in Austin, Texas, stattfindet. Die Forscher stützen sich dabei auf Beobachtungen und Daten, die von zehn Millionen Galaxien stammen. Die Astronomen haben untersucht, wie das Licht dieser Sternhaufen auf seinem Weg zur Erde von der geheimnisvollen Substanz verzerrt wird. Das Ergebnis ist laut den Forschern ein komplexes kosmisches Netz aus herkömmlichen Galaxien und dunkler Materie. Diese ist unsichtbar und soll etwa ein Viertel des Universums ausmachen. //[reu]//

Biologie Chromosomen-Enden sagen die Lebenserwartung voraus

Je länger die Kappen sind, welche die Enden der Erbgut-Moleküle schützen, desto länger lebt deren Besitzer. Zumindest für Zebrafinken stimmt diese Aussage, wie Forscher aus Schottland nun zeigen konnten. Ein Zusammenhang zwischen der Länge der DNA-Schutzkappen, der sogenannten Telomere, und der individuellen Lebenserwartung war bereits öfters von Experten vermutet worden. Vorangegangen Studien stützten sich jedoch immer nur auf maximal zwei Messwerte im Laufe eines Lebens. In diesem Zeitraum nimmt die Länge der Schutzkappen jedoch ständig ab. Die schottischen Forscher haben nun wesentlich mehr Daten erhoben. Die höchste Vorhersagkraft für die Lebenserwartung hatte die Telomerlänge, die bei den Finken im Alter von 25 Tagen gemessen wurde, schreiben die Forscher im Fachblatt "PNAS". //[reu]//

Quelle: PNAS - doi: 10.1073/pnas.1113306109

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