Montag, 26.10.2020
 
Seit 00:05 Uhr Fazit
19.01.2012

Umwelt An kleinen Flüssen wächst die Hochwassergefahr.

Das haben Klimaforscher des Karlsruher Instituts für Technologie berechnet. Ihrer heute vorgestellten Studie zufolge, werden starke Niederschläge, die Hochwasser verursachen, in den nächsten Jahrzehnten deutlich zunehmen. Die Forscher haben anhand der Flüsse Ruhr, Ammer und Mulde ein Modell erstellt, das zukünftige Tendenzen aufzeigt. Im Gegensatz zu Elbe, Rhein oder Donau könnte starker Regen bei den mittleren und kleineren Flüssen zu einem sehr schnellen Anstieg und reißenden Fließgeschwindigkeiten führen. //[tj]//

Quelle: Pressemitteilung KIT

Umwelt Die positive CO2-Bilanz der Amazonasregion kippt.

Bislang galt das Amazonasgebiet als Bollwerk gegen den Klimawandel. Doch die Region stößt selbst immer mehr umweltschädliche Treibhausgase aus. Zu diesem Ergebnis kommt eine Studie US-amerikanischer Forscher. Im Fachmagazin "Nature" nennen sie die Gründe für die Trendwende: Bevölkerungswachstum und die damit einhergehende Abholzung. Vor 50 Jahren lebten in der Amazonasregion sechs Millionen Menschen, heute sind es 25 Millionen – weite Landflächen werden deshalb für Landwirtschaft und Hausbau benötigt. Bei der Brandrodung von Waldflächen wird der in den Pflanzen gespeicherte Kohlenstoff als Kohlendioxid in die Atmosphäre freigesetzt. Aber dies ist nicht der einzig Grund für die sich wandelnde CO2-Bilanz. Auch durch den Klimawandel und Wetterveränderungen könnte ein Teil des Kohlenstoff-Speichers Regenwald freigesetzt werden. //[tj]//

Quelle: Nature

Botanik Botaniker fürchten um den Ur-Apfel.

Der Urapfel – also der Vorfahr aller heutigen Äpfel - stammt aus den Bergen Kasachstan. Es gibt auch heute noch mehr als 6000 Arten des Apfels. Diese genetische Vielfalt bringt dem //Malus sieversii// – wie er im Fachterminus heißt – einen deutlichen Vorteil: er ist kaum anfällig für Krankheitserreger, die andere Äpfel befallen. Botaniker sehen hier eine Chance: durch Kreuzung der heutigen Apfelsorten mit dem genetischen Material des kasachischen Urapfels könnten Sorten entstehen, die resistent gegen Krankheiten und Insekten sind, so dass in Zukunft kaum oder gar keine Pestizide mehr eingesetzt werden müssten. Allerdings ist der Urapfel bedroht – die zunehmende Urbanisation in Kasachstan sei hierfür verantwortlich. Durch Abholzung – so kasachische Experten – seien mittlerweile bereits 70 Prozent der Ur-Apfelbäume vernichtet worden. //[tj]//

Quelle: Agenturen

Biologie Orang Utans haben Plumploris zum Fressen gern.

Zwar gelten Orang- Utans eigentlich als Vegetarier, aber wenn pflanzliche Nahrung knapp wird, verspeisen sie auch tierische Kost. Entsprechende Beobachtungen haben niederländische Biologen im Urwald von Indonesien gemacht. Sie filmten Orang-Utans dabei, wie sie Plumploris – also kleine Äffchen - aus dem Geäst eines Baumes schüttelten und anschließend fraßen. Diese Entdeckung ist neu. Von Schimpansen hingegen ist bekannt, dass sie gelegentlich kleine Affenarten zum Munde führen. //[tj]//

Quelle: International Journal of Primatology

Biologie Mistkäfer tanzen, um sich zu orientieren.

Mistkäfer vertilgen den Kot größerer Tiere. Um sich einen Vorrat anzulegen, formen sie aus Dung eine große Kugel, die sie dann in ein Versteck rollen. Bevor sie die fertige Kugel jedoch bewegen, klettern sie auf diese hinauf und tanzen um ihre eigene Achse. Schwedische Forscher haben nun die Erklärung für diese artistische Übung: Der Tanz scheint den Käfern dabei zu helfen, eine gerade Richtung beizubehalten, wenn sie die Dungkugel wegrollen. Werden die Mistkäfer bei ihrem Tanz auf der Kugel gestört, so versuchen sie den Tanz erneut – berichtet das Fachjournal "PLoS One". //[tj]//

Quelle: <a href="http://www.plosone.org/article/info:doi/10.1371/journal.pone.0030211">P

Genetik Die Gene lassen den Geist schwächeln, oder auch nicht.

Die geistigen Fähigkeiten verändern sich im Laufe des Lebens. Britische Forscher haben nun untersucht, inwiefern die Gene am geistigen Verfallsprozess beteiligt sind. Dafür wurden Daten von über 2000 Personen überprüft, deren Intelligenzleistungen im Alter von elf Jahren und später im Alter von 65, 70 und 79 Jahren erneut festgehalten worden waren. Dabei zeigte sich, dass genetische Faktoren dafür verantwortlich sind, wie stabil die intellektuellen Leistungen im Leben bleiben. Die Studie ist auf der Webseite des Fachmagazins "Nature" nachzulesen. Welche Gene wie beteiligt sind an der geistigen Leistungsfähigkeit, dass müssen weitergehende Studien ergeben. //[tj]//

Quelle: Nature

Astronomie Das Vista-Teleskop liefert einen scharfen Blick auf den Helixnebel.

Das Vista-Teleskop der Europäischen Südsternwarte in Chile hat ein außergewöhnliches Bild des Helixnebels geliefert, der etwa 700 Lichtjahre von uns entfernt ist. Die Infrarotaufnahme zeigt Fasern aus kaltem Gas, die bei Aufnahmen im sichtbaren Licht verborgen bleiben. Dieses Gas verklumpt sich zu Filamenten, die vom Zentrum des Nebels nach außen verlaufen und deren Anblick an ein kosmisches Feuerwerk erinnere, teilt das Max-Planck-Institut für Astronomie mit. Es seien Stränge aus molekularem Wasserstoff – die auch kometenartige Knoten genannt werden. Sie sähen auf den Bildern zwar winzig aus, seien aber so groß wie unser gesamtes Sonnensystem. Wie solche kometenartigen Knoten entstehen, ist noch nicht genau klar. //[tj]//

Quelle: Pressemitteilung Eso

18.01.2012

Klimaforschung Kälte begünstigt Ozonlöcher.

Dieser Nachweis gelang Meteorologen des Karlsruher Instituts für Technologie am Beispiel des Ozonlochs über dem Nordpol. Wie sie in den Geophysical Research Letters schreiben, treibt die Abkühlung der Ozonschicht deren Zerstörung voran. Demnach werden bei Temperaturen von weniger als -78 Grad Celsius die Chlorverbindungen chemisch so umgewandelt, dass sie die Ozonschicht angreifen und zerstören. Für den Abbau der Ozonschicht machen die Forscher den erhöhten Kohlendioxid-Ausstoß verantwortlich. Der führt zwar zu einer Erwärmung der unteren Luftschichten, bewirkt aber auch eine Abkühlung der höheren Sphären, da ein Teil der Wärme reflektiert wird. Daher sei in Zukunft mit weiteren Ozonlöchern über der Arktis zu rechnen, warnen die Forscher. [mst]

Quelle: KIT

Medizin Ein Gipsarm verändert das Gehirn schon nach zwei Wochen.

Wenn Rechtshänder wegen eines Armbruchs ihre rechte Hand nicht benutzen können, dann lassen sich bereits nach 16 Tagen im Gehirn deutliche Veränderungen nachweisen. Das schreiben Mediziner aus Zürich im Fachmagazin Neurology. Sie hatten zehn Rechtshänder untersucht, die einen Gips oder eine Armschlinge trugen. Mithilfe der Magnet-Resonanz-Tomografie nahmen die Forscher zweimal die Gehirnstruktur der Testpersonen auf: einmal 48 Stunden nach der Verletzung und dann noch einmal nach 16 Tagen. Dabei sahen sie, dass sich vor allem die Hirnareale verändern, die für Bewegungen und für Wahrnehmung verantwortlich sind. Die Hirnsubstanz der linken Areale, welche für die rechte Hand zuständig sind, nehmen ab, während die Areale auf der rechten Hirnseite wachsen. Diese Erkenntnisse könnten helfen, die Therapie von Schlaganfallpatienten zu verbessern, bei denen eine Körperhälfte gelähmt ist, hoffen die Studienautoren. [mst]

Quelle: Eurekalert!

Raumfahrt Dragon bleibt vorerst am Boden.

Das Privatunternehmen SpaceX hat einen für Februar geplanten Flug seiner unbemannten Raumkapsel Dragon zur Internationalen Raumstation (ISS) auf unbestimmte Zeit verschoben. Wie das Unternehmen mitteilte, seien in einigen Bereichen technische Verbesserungen notwendig, um die Sicherheit und die Erfolgschancen der Mission zu verbessern. Die Kapsel soll als erstes privates Raumschiff an der ISS andocken. Das Unternehmen erhält von der US-Raumfahrtbehörde NASA finanzielle Zuwendungen, um Fracht und später Astronauten zur Internationalen Raumstation zu befördern. [mst]

Quelle: www.spacex.com

Biologie Mehrere Millionen Fledermäuse sind am Weißnasen-Syndrom gestorben.

Die Zahl der verendeten Tiere in den USA und Kanada beläuft sich auf mindestens 5.7 Millionen, es könnten jedoch auch bis zu 6.7 Millionen sein. Das teilte die US-Bundesbehörde für Fischfang und Wildtiere (FWS) mit. In Teilen der 16 betroffenen nordöstlichen Bundesstaaten sind demnach mittlerweile fast komplette Populationen verschwunden, da die Sterblichkeit durch die Pilzkrankheit einen Wert nahe einhundert Prozent erreicht. Bei dem Weißnasen-Syndrom handelt es sich um einen weißen Pilz, der die Tiere meist in der Nasenregion befällt. Die Krankheit wurde erstmals 2007 im Bundesstaat New York festgestellt. Die Bundesbehörde warnt vor weitreichenden finanziellen Auswirkungen auf die Landschaft, da Fledermäuse wichtig im Kampf gegen Schädlinge sind. [mst]

Quelle: us.vocuspr.com

Ingenieurwissenschaften Autos erkennen das Gesäß des Halters.

Japanische Ingenieure in Tokio arbeiten eigenen Angaben zufolge an einer neuartigen Wegfahrsperre auf Basis der Biometrie. Neben den Iris-Merkmalen oder dem Fingerabdruck gilt auch die Anatomie des Hinterteils als unverwechselbares körperliches Kennzeichen. Dieses kann ein Sensor exakt identifizieren. Auf dem Fahrersitz eines Wagens könnte er den autorisierten Fahrer erkennen und bei exakter Übereinstimmung den Wagen starten. Ein solcher gesäßabtastender Sitz besteht aus mehr als 360 Sensoren, die die Daten von 39 Charakteristika des Pos überprüfen, etwa Druckmuster, und die Maße, und mit den gespeicherten Profilen abgleichen. In 98 Prozent der Fälle arbeite das Gerät korrekt. Fehlermeldungen gebe es, da die Sensoren noch verschieden auf unterschiedliche Stoffe reagieren, so die Forscher. [mst]

Astronomie Astronomen entdecken einen Gasring aus Kohlenmonoxid.

Forscher des Leibniz-Instituts für Astrophysik in Potsdam haben den Ring um den Stern V1052 Cen im Sternbild Centaurus entdeckt. Zwar wird Kohlenmonoxid häufig in der Umgebung von jungen Sternen detektiert, jedoch verteilt sich das Gas in der Regel über eine ausgedehnte Scheibe um den Stern. Der nun entdeckte Ring ist hingegen scharf abgegrenzt und hat eine sehr geringe Breite, heißt es im Fachblatt Astronomy and Astrophysics. Nicht klar ist bislang, welche Kraft den Ring stabilisiert. Eine Erklärung könnte seine Verortung in einem starken Magnetfeld sein, eine andere die, dass er durch Begleit-Planeten in seine Form gezwungen wird - ähnlich wie die Ringe des Saturns, vermuten die Astronomen. [mst]

Quelle: idw-online

Astronomie In Marokko ist vergangenes Jahr Marsgestein niedergegangen.

Das hat ein internationales Forscherteam, darunter auch Chemiker der US-amerikanischen Raumfahrtbehörde NASA, bestätigt, nachdem es die Meteoritenstücke untersucht hat. Dies sei erst das fünfte Mal, dass Experten in chemischen Tests nachweisen konnten, dass Marsgestein auf die Erde gefallen war. Zuletzt gelang das 1962. Der größte Brocken der erst vor Kurzem eingesammelten knapp sieben Kilogramm schweren Meteoritenstücke wiegt rund ein Kilogramm. Die Wissenschaftler gehen davon aus, dass sich nach einem Einschlag auf dem Roten Planeten vor vielen Millionen Jahren Gestein gelöst hat, sich seither durch das Sonnensystem bewegte und schließlich vergangenes Jahr auf die Erde niederging. [mst]
17.01.2012

Raumfahrt Radarstrahlen könnte die Marssonde Phobos Grunt außer Gefecht gesetzt haben

Russische Experten ziehen in Erwägung, dass die Strahlung eines US-Radars auf den Marshall-Inseln die Weltraum-Sonde beeinträchtigt hat. Das meldet die Moskauer Zeitung "Kommersant". Ein Megawatt-starker Radarimpuls könne zum einem Ausfall in der Elektronik geführt haben, zitiert das Blatt einen Experten der staatlichen Untersuchungskommission. Die amerikanische Station habe im fraglichen Moment die Flugbahn eines Asteroiden verfolgt. Mit einem aufwendigen Experiment soll die These nun überprüft werden. Messgeräte, wie sie auch an Bord von Phobos Grunt waren, wollen russische Experten nun im Labor testweise einer vergleichbaren Radarstrahlung aussetzen. //[reu]//

Biologie Ein einzelnes Gen mach Fett geschmackvoll

Ob menschliche Zungen den Geschmack von Fett intensiv wahrnehmen können, darüber entscheiden die Erbanlagen. Wissenschaftler aus den USA haben nun entdeckt, welcher DNA-Abschnitt dafür verantwortlich ist. Menschen mit einer bestimmten Variante des Gens CD36 sind besonders empfindlich, wenn es um die Wahrnehmung von Fett geht. Ihr Körper produziert hohe Mengen einer Eiweißverbindung, die an Fettmoleküle binden und dieses Signal an den Körper weiter leiten kann. Bisher waren die Experten davon ausgegangen, dass Fette und Öle in Lebensmitteln vor allem durch ihre Konsistenz wahrgenommen werden. Die Entdeckung eines Fettrezeptors auf der Zunge könnte dabei helfen, übergewichtigen Menschen das Abnehmen zu erleichtern, schreiben die Forscher im Journal of Lipid Research. //[reu]//

Quelle: Journal of Lipid Research

Zoologie Das Fingertier muss erst zum Aufwärmen

Der lange und schmale Mittelfinger, mit dem der Lemur aus Madagaskar nach Insekten angelt, ist normalerweise deutlich kälter als der übrige Körper. Erst wenn das Tier tatsächlich den Finger bei der Nahrungssuche benutzt, wärmt er sich um rund sechs Grad auf. Das schreiben Wissenschaftler aus New Hampshire im "International Journal of Primatology". Mit einer Wärmebildkamera hatten sie die Primaten in freier Wildbahn auf Madagaskar beobachtet. Die Forscher glauben, dass der kalte Finger dem Energiesparen dient. Denn ein Körperglied in dieser lang gestreckten Form verliert verhältnismäßig viel Wärme. Daher sei der Finger deaktiviert, wenn der Lemur ihn nicht brauche, argumentieren die Biologen. //[reu]//

Quelle: International Journal of Primatology

Meteorologie Wetterphänomen La Niña kann Ausbreitung von Grippeviren begünstigen

Denn es verändert die Route von Zugvögeln, welche die Erreger mit sich tragen. Das fördere die Entstehung von neuen, gefährlichen Stämmen, schreiben Forscher aus New York und Boston im Fachblatt "PNAS". Untersucht hatten die Wissenschaftler vier schwere Grippe-Epidemien, die zwischen den Jahren 1918 und 2009 stattgefunden haben. In jedem Fall war der Krankheitswelle ein besonders ausgeprägtes La Niña-Phänomen voraus gegangen. Das äußert sich üblicherweise in intensiven Passatwinden und starken Regenfällen. Dadurch hätten die Zugvögel ihre Routen geändert und so einen Austausch von Genmaterial zwischen vorher isolierten Grippestämmen möglich gemacht. Nicht jedes La Niña-Jahr sei jedoch Ursache einer Epidemie gewesen, geben die US-Forscher zu bedenken. Das Wetterphänomen erhöhe jedoch die Wahrscheinlichkeit, dass es zu einem Ausbruch komme. //[reu]//

Quelle: PNAS - doi/10.1073/pnas.1107485109

Geologie Geologe findet Fossilien von Charles Darwin wieder

Ein britischer Wissenschaftler hat in einer Schublade an einem geologischen Institut in der Nähe von Nottingham wertvolle Fossilien von Charles Darwin gefunden. Das berichtet der Sender BBC. Es stellte sich heraus, dass es sich um ein fossile Stücke Holz handelte, die zur Betrachtung unter einem Mikroskop bearbeitet worden waren. Die Funde stammen vermutlich aus Chile und wurden von Darwin auf seiner Fahrt mit dem Schiff Beagle gesammelt. Nach derzeitigen Erkenntnissen geriet die Sammlung in Vergessenheit, weil Darwins Kollege Joseph Hooker es nicht mehr geschafft hatte, die Fundstücke rechtzeitig zu erfassen, bevor er zu einer Himalaja-Expedition aufbrach. //[reu]//
16.01.2012

Raumfahrt Teile von "Phobos-Grunt" sind offenbar in den Pazifik gestürzt

Die defekte russische Raumsonde war am Sonntag unkontrolliert abgestürzt. Einige Teile gingen nach Angaben des russischen Verteidigungsministeriums im Pazifischen Ozean nieder. Berechnungen zufolge lag die Absturzstelle rund 1250 Kilometer östlich der Insel Wellington. Phobos-Grunt war Anfang November gestartet, um auf dem größten Marsmond Phobos Bodenproben zu sammeln. Wegen technischer Probleme verfehlte die Sonde aber die vorgesehene Flugbahn zum Mars. Die russische Raumfahrtbehörde Roskosmos äußerte sich zunächst nicht. Den russischen Streitkräften oblag die Kontrolle der letzten Phase des Absturzes. Bis zuletzt war unklar, wo genau die Fragmente auf die Erde treffen würden. Roskosmos hatte ihre Berechnungen mehrfach korrigiert. //[mawi]//

Archäologie Im Tal der Könige finden Archäologen das Grab einer Frau

Ägyptische und Schweizer Archäologen stießen nach eigenen Angaben zufällig bei Reinigungsarbeiten auf das Grab einer Frau, die offenbar nicht zur Königsfamilie gehörte. Die Mumie stamme aus der Zeit der 22. Dynastie und sei rund 3000 Jahre alt, teilte Mohammed Ibrahim, der ägyptische Staatsminister für antike Funde mit. Eine Inschrift auf einer Holztafel gebe den Namen der Frau mit Nehmes Bastet an. Offenbar war sie Sängerin im Tempel von Karnak in der Nähe von Luxor und Tochter eines Hohen Priesters des Gottes Amun. Bislang waren im Tal der Könige nur Gräber von Mitgliedern der ägyptischen Königsfamilien gefunden worden. //[mawi]//

Geschichte Die alten Sumerer tranken vergorenen Gerstensaft

Aber das war möglicherweise gar kein Bier. Zu diesem Schluss kommen Forscher des Max-Planck-Instituts für Wissenschaftsgeschichte in Berlin. Keilschrifttafeln und Gefäße aus der Zeit bezeugten zwar, dass vor über 4000 Jahren bereits in Mesopotamien vergorener Getreidesaft getrunken wurde. Auch die Grundzutaten sind bekannt: Gerste und Emmer – eine Weizenart – Gerste oder Malz. Die Feinheiten des Herstellungsprozesses oder gar Rezepte zum Nachbrauen seien aber nicht überliefert und ließen sich so nicht rekonstruieren. Unklar sei zudem auch, ob das Gebräu Alkohol enthalten habe - oder nicht. //[mawi]//

Medizin Forscher verstehen jetzt besser, wie die Zuckerkrankheit entsteht

Insulin produzierende Zellen kontrollieren den Blutzucker-Spiegel im Körper. Bisher wussten Wissenschaftler zwar, dass beim Typ 1 Diabetes Zellen des Immunsystems, sogenannte Killerzellen fälschlicherweise die eigenen Insulinzellen zerstören. Aber, wie genau das funktioniert, war bislang unbekannt. Britische Forscher fanden nun heraus, dass die Killerzelle sich mit einem ungewöhnlichen Bindungsmechanismus die Insulinzelle sucht und an sie heftet. Dadurch ist die Zelle, die sich gegen Attacken sonst sehr wohl wehren kann, machtlos. Die Wissenschaftler veröffentlichten ihre Studienergebnisse dazu im Fachblatt "Nature Immunology". //[mawi]//

Quelle: Nature Immunology

Wissenschaft Ein US-Professor soll in fast 150 Fällen Daten manipuliert haben

Zu diesem Urteil kommt jetzt ein Untersuchungsbericht der Universität von Connecticut in Farmington. Dort war der Wissenschaftler fast 30 Jahre lang tätig, zuletzt als Direktor des Kardiovaskulären Forschungszentrums in der Klinik der Universität. Die Hochschulleitung hat nach eigenen Angaben alle Forschungsgelder für das Labor des Biochemikers eingefroren und will ihm kündigen. Die Fälschung von Daten betreffe über 20 Artikel in elf verschiedenen Fachzeitschriften und einen Zeitraum von 7 Jahren. Manipuliert worden seien vor allem die Ergebnisse von Experimenten zum Nachweis von Proteinen. Der Institutsdirektor forschte intensiv über Rotwein und das darin enthaltene "Resveratrol" – einen Stoff, der als gesund für das Herz gilt. An der positiven Einschätzung dieses Wein-Inhaltsstoffes ändere der Fälschungsskandal aber nichts, heißt es in ersten Stellungnahmen anderer Wissenschaftler. Jedes Jahr erschienen rund 6000 Studien über "Resveratrol". //[mawi]//

Quelle: University of Connecticut

13.01.2012

Technik Der Tricorder aus der Fernsehserie Star Trek soll Wirklichkeit werden.

Das will die X-Preis Stiftung erreichen. Sie hat am Rande der Elektronikmesse CES in Las Vegas den Qualcomm-Tricorder-X-Prize in Höhe von zehn Millionen Dollar ausgelobt. Die Summe soll demjenigen zufallen, dem es gelingt, einen tragbaren Medizin-Detektor zu entwickeln. Ganz genau wie der Tricorder aus Star Trek wird das Gerät allerdings nicht funktionieren müssen. So soll die Analyse der Daten auf einer mobilen Plattform erfolgen und 30 Nutzer in drei Tagen eine Diagnose liefern. Außerdem ist der Kreis der Krankheiten auf 15 begrenzt. Auch das 60er-Jahre-typische Geräusch bei der Erfassung der Daten ist offenbar nicht unbedingt erforderlich. Ziel dieses Gerätes sei es, jedem Menschen einen einfachen Überblick über die eigene Gesundheit zu gewähren. Der X-Preis hat in der Vergangenheit bereits neue Entwicklungen angestoßen, etwa die Entwicklung privater Raumfahrzeuge. //[gät]//

Quelle: Agenturen

Raumfahrt Phobos-Grunt wird voraussichtlich am Sonntag abstürzen.

Russische Raumfahrtingenieure rechnen damit, dass die Sonde über Argentinien in die Lufthülle eintritt. Dabei dürften sich 20-30 Fragmente von der Sonde lösen und zur Erde stürzen, voraussichtlich in den Atlantik. Der Treibstoff der Sonde, so die von der Agentur Interfax angeführten Experten, werde beim Eintritt in die Atmosphäre verbrennen. Phobos Grunt sollte zum Marsmond Phobos fliegen und Bodenproben zur Erde schicken. Nach dem Start am 9. November zündeten jedoch die Triebwerke für den Weiterflug nicht, und die Sonde reagierte nicht auf Funkbefehle. //[gät]//

Quelle: Agenturen

Physik Reibung verursacht ein Drittel des Benzin-Verbrauchs.

Das berichten Forscher aus Finnland und den USA. Die Wissenschaftler hatten berechnen wollen, welcher Anteil des Benzinverbrauchs tatsächlich der Fortbewegung dient. Dabei zeigte sich, dass mechanische Verluste durch Getriebe, Reifen, an Zylindern gleitenden Kolben oder Lagern ein Drittel des Verbrauchs verursachen. Ein Elektroauto muss dagegen nur die Hälfte an Reibungsenergie überwinden. Die Forscher regen an, durch neue Materialien, bessere Schmierung, oder andere Oberflächenstrukturen in den Motoren die mechanischen Verluste zu reduzieren. Mehr als die Hälfte der Energie entweichen ungenutzt aus dem Auspuff oder dem Kühler, fünf Prozent benötigt das Auto, um den Luftwiderstand zu überwinden, und nur 21,5 Prozent der Treibstoff-Energie werden tatsächlich in Bewegung umgesetzt. //[gät]//

Quelle: Eurekalert

Umwelt Der Klimawandel läßt sich einfach bremsen.

Forscher haben im Fachblatt "Science" 14 Maßnahmen zusammengetragen, die bis 2050 die Klimaerwärmung um ein halbes Grad verringern könnten. Die Idee dabei ist, nicht Kohlendioxid zu bekämpfen, sondern stattdessen Methan und Ruß. Diese beiden Substanzen tragen ebenfalls zur globalen Erwärmung bei, verbleiben jedoch nicht so lange in der Atmosphäre wie CO2. Um den Methanausstoß zu verringern, schlagen die Experten unter anderem vor, entweichendes Erdgas einzufangen - etwa beim Bergbau, der Öl- und Gasförderung sowie aus Mülldeponien. Andere recht einfache Maßnahmen wären, Löcher in großen Gasleitungen zu stopfen oder das Gas aus der Tierhaltung stärker einzudämmen. Der Ausstoß von Ruß ließe sich vermindern, indem alte Autos von den Straßen verbannt und Dieselautos mit Abgasfiltern ausgerüstet werden. Es würde ebenfalls helfen, Agrarland nicht mehr abzubrennen und holzbefeuerte Kochstellen zu modernisieren, so die Wissenschaftler weiter. Die Vorschläge der Experten hätten weitere Vorteile: Die Luftverschmutzung und damit die Zahl der Atemwegserkrankungen würde zurückgehen und Ernteerträge würden sich erhöhen. //[fj]//

Quelle: DOI:10.1126/science.1210026

Verhaltensforschung Weniger Frauen verführen Männer zur Verschwendung.

Davon sind Forscher der University of Minnesota überzeugt. Sie ließen Männer Zeitungsberichte über ihren Wohnort lesen. Stand dort, dass mehr Männer als Frauen in der Gegend lebten, wurden die Herren in finanziellen Entscheidungen großzügig: Sie wollten monatlich deutlich weniger Geld sparen und sich mehr Geld für spontane Ausgaben leihen als Männer, denen ein anderes Geschlechterverhältnis präsentiert worden war. In einem zweiten Experiment funktionierte das sogar dann, wenn Männer lediglich mehr Frauen als Männer auf einem Bildschirm sahen. Frauen dagegen ließ das Geschlechterverhältnis bei ihren finanziellen Entscheidungen unbeeindruckt. Allerdings erwarteten sie von Männern mehr finanziellen Einsatz, wenn Frauen-Knappheit herrschte. //[gät]//

Quelle: DOI:10.1037/a0024761

Mikrobiologie Eine neue Technik ermöglicht den Blick in das Innere von Viren.

Bislang konnten Wissenschaftler mithilfe der Elektronen-Mikroskopie nur die äußere Struktur von Viren untersuchen. Forschern der National Institutes of Health gelang es jetzt, mit Hilfe von Elektronenmikroskopen auch das Innere der Viren abzulichten. Zunächst nutzen sie eine schwache Strahlendosis, um die äußere Hülle eines Virus darzustellen. Danach bestrahlten sie es mit einer hohen Dosis. Dadurch explodierten zwar geradezu die inneren Strukturen des Virus in blasenähnliche Elemente. Diese Blasen ließen jedoch Rückschlüsse auf die innere Struktur des Virus zu, schreiben die Forscher in "Science". Als die Wissenschaftler schließlich beide Bilder übereinander legten, ließ sich so ein dreidimensionales Bild des gesamten Virus konstruieren. Die Forscher hoffen, dass diese Methode zur Entwicklung neuer Medikamente beitragen kann. Sie nennen das Verfahren "bubblegram imaging". //[gät]//

Quelle: DOI:10.1126/science.1214120

Medizin Chronischer Schmerz könnte sich im Keim ersticken lassen.

Das hoffen Forscher der Universität Wien. Die Wissenschaftler hatten im Tierversuch Ratten hohe Dosen an Morphium-ähnlichen Schmerzmitteln, so genannten Opioide, verabreicht. Dabei stellten sie fest, dass diese Substanzen offenbar einen Lerneffekt im Hirn rückgängig machen, der chronische Schmerzen verursacht: Wird eine bestimmte Stelle des Körpers öfter gereizt, steigert das die Erregungsfähigkeit der zuständigen Nervenzelle – sie feuert bei folgenden Berührungen schneller. Dieser Kreis wird durch die Opioide unterbrochen, weil sie bestimmte Moleküle, die die leichtere Erregbarkeit der Nervenzelle auslösen, wieder entfernen, so die Wissenschaftler in "Science". Die Forscher hoffen, einen Weg zur Bekämpfung von chronischen Schmerzen gefunden zu haben. Sie weisen jedoch darauf hin, dass im Tierversuch dieser Mechanismus nur in der Anfangsphase von chronischem Schmerz, in den ersten sechs Stunden, überprüft sei. //[gät]//

Quelle: DOI:10.1126/science.1211726

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