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24.01.2012

Astronomie Sonnensturm trifft die Erde

Dabei handelt es sich um den stärksten Sturm seit 2005. Er wird noch bis morgen das magnetische Feld der Erde beeinflussen, berichtet das Zentrum für Weltraumwetter-Vorhersagen der Behörde NOAA im US-Bundesstaat Colorado. Die Sonneneruption habe sich am vergangenen Sonntag ereignet. Demnach könnten das solare Plasma und geladene Teilchen in der hohen Atmosphäre unter anderem Telekommunikationssatelliten stören. //[mst]//

Zoologie Frösche kommunizieren auch olfaktorisch

Bislang gingen Forscher davon aus, dass sich die Amphibien nur mithilfe taktiler, akustischer und optischer Signale verständigen. Chemiker der der Universität Braunschweig konnten nun zeigen, dass Frösche auch Pheromone zur Kommunikation verwenden. Wie die Forscher im Fachblatt "Angewandte Chemie" schreiben, scheinen sich Madagaskarfrösche zudem über Peptide und Proteine, die sich leicht im Wasser lösen oder auf der Wasseroberfläche ausbreiten, zu verständigen. Die flüchtigen Verbindungen könnten den extremen Artenreichtum von Fröschen im tropischen Regenwald in Madagaskar erklären. Demnach würde die chemische Arterkennung helfen, Fehlpaarungen mit unpassenden Partnern zu vermeiden und dadurch eher überlebensfähigen Nachwuchs ermöglichen.Ebenso könnten die Pheromone auch einen erheblichen Einfluss auf die Artbildung und die Evolution tropischer Amphibien haben. //[mst]//

Quelle: Angewandte Chemie (DOI: 10.1002/ange.201106592)

Medizin 19 schwerkranke Patienten der Medizinischen Universitätsklinik Heidelberg mit Erkältungsviren infiziert

In drei Stationen, in denen Patienten mit Blutkrebs behandelt werden, wurde demnach zu Jahresbeginn eine ungewöhnliche Häufung von Infektionen mit dem sogenannten RS-Virus festgestellt. Bei drei seit Anfang des Jahres verstorbenen Patienten sei der Erreger ebenso gefunden worden, teilte die Klinik mit. Diese Viren führen bei gesunden Erwachsenen in der Regel zu harmlos verlaufenden Erkältungskrankheiten. Für Risikopatienten mit einem schwachen Immunsystem hingegen können die RS-Viren jedoch lebensbedrohlich werden. Diese werden vor allem über Tröpfchen verbreitet. Trotz umfangreicher Screenings seien die Infektionsquelle beziehungsweise die Übertragungswege bisher jedoch noch nicht bekannt. Das Klinikum habe daher Experten des Robert-Koch-Instituts (RKI) angefordert, die bei der Ursachensuche helfen sollen. Die Infektionswelle wurde auch dem Gesundheitsamt gemeldet, umfangreiche hygienische Maßnahmen seien inzwischen eingeleitet worden. //[mst]//

Quelle: UniversitätsKlinikum Heidelberg

Paläoanthropologie/Archäologie Neandertaler mochten rote Farben

Und zwar schon wesentlich früher als bislang angenommen. Archäologen der Universität Leiden haben ein pulverisiertes Eisenmineral bei einer Ausgrabung im niederländischen Maastricht-Belvédère entdeckt. Die aus dem Mineral Hämatit bestehenden Farbreste wurden auf ein Alter von 250.000 Jahren datiert, schreiben die Forscher im Fachblatt "PNAS". Gegenüber dem Deutschlandfunk sagte Hauptautor Will Roebroecks, dass in der Fundgegend natürlicherweise kein Hämatit vorkommt. Die nächsten Fundstätten habe es erst wieder in der Eifel gegeben. Dies gebe zur Vermutung Anlass, dass die Neandertaler das farbige Material gezielt über weite Strecken transportiert haben. Vor diesem Fund galt die Lehrmeinung, dass die Neandertaler frühestens vor rund 60.000 Jahren Farbstoffe verwendeten. //[mst]//

Quelle: PNAS (doi: 10.1073/pnas.1112261109)

Geologie Winde machen Beulen

Forscher vom University College London haben im Arktischen Ozean eine riesige Süßwasserlache entdeckt und deren Ursache klären können. Wie sie im Fachblatt "Nature Geoscience" schreiben, sind zirkulierende Winde dafür verantwortlich. Dadurch sind Teile des Arktischen Ozeans in den vergangenen Jahren erheblich angeschwollen. So habe sich etwa seit 2002 die Meeresoberfläche in der Beaufortsee nördlich von Alaska um etwa 15 Zentimeter gehoben. Mittlerweile seien mehr als 70.000 Kubikkilometer Süßwasser in den oberen Schichten des Arktischen Ozeans gelagert. Es stammt überwiegend aus Flüssen und geschmolzenem Eis. Grund sei der Wind, der in den vergangenen Jahren häufiger als sonst aus der gleichen Richtung geblasen habe. Erst wenn sich die vorherrschende Windrichtung ändere, würde das Süßwasser aus der Lache laufen und sich im Meer verteilen. //[mst]//

Quelle: Nature Geoscience (doi:10.1038/NGEO1379)

Geologie Kölner Dom schwankt anders als gedacht

Das berichten Geologen der Universität Köln im Fachblatt "Seismological Research Letters". Die Wissenschaftler der Erdbebenstation hatten die Standfestigkeit des Doms im Inneren der Kirche mit fünf Schwingungsmessern überwacht. Bei einem Erdbeben der Stärke 4,4 auf der Richterskala im Februar vergangenen Jahres bei Koblenz, etwa 90 Kilometer von Köln entfernt, zeigten die aufgezeichneten Daten, dass die Kathedrale mit einer anderen Frequenz schwankte als bisher angenommen. Nun müssen die Vorhersagemodelle für das Verhalten der Domtürme bei seismischen Aktivitäten neu berechnet werden, resümieren die Forscher. Mit den neuen Daten kann außerdem ermittelt werden, ob und wann starke Stürme den Dom ins Wanken bringen. //[mst]//

Quelle: Seismological Research Letters (doi: 10.1785/gssrl.83.1.9)

23.01.2012

Medizin Pandemie-Forscher unterbrechen ihre Arbeit am Vogelgrippe-Virus

Wissenschaftler haben freiwillig ihre Forschungen an einem im Labor entwickelten besonders infektiösen H5N1-Virus für 60 Tage unterbrochen. Die Wissenschaftszeitschriften "Nature" und "Science" veröffentlichten jetzt das von 39 Vogelgrippe-Experten aus aller Welt unterschriebene Moratorium. Darin fordern die Unterzeichner ein internationales Forum zur Debatte über die Gefahren des Erregers und angemessene Gegenmaßnahmen. Die Viren waren von Ron Fouchier von der niederländischen Erasmus Universität in Rotterdam und Yoshihiro Kawaoka von der US-amerikanischen Universität von Wisconsin-Madison hergestellt worden. Beide Teams hatten entdeckt, dass es nur weniger genetischer Veränderungen bedarf, damit das H5N1-Virus leichter von Mensch zu Mensch weiter gegeben werden kann. Die USA hatten im Dezember an die Forscher und Fachjournale appelliert, die Daten der Erregervariante unter Verschluss zu halten – aus Sorge, dass Terroristen Biowaffen auf der Basis dieses Virus bauen könnten. Die Weltgesundheitsorganisation WHO hat jetzt Experten und Behörden zu einer Konferenz zu den neuen H5N1-Viren für Ende Februar nach Genf einladen. //[mawi]//

Biologie Kohlendioxid verwirrt Meeresfische

Das berichten Forscher der australischen James Cook University. Demnach stört zu viel CO2 im Wasser die Arbeit eines wichtigen Rezeptors im Gehirn der Fische: den sogenannten GABA-A-Rezeptor. Dadurch wird das gesamte zentrale Nervensystem der Tiere beeinträchtigt – sie können nicht mehr richtig sehen und hören, und verlieren ihren Instinkt, gemeinsam koordiniert im Schwarm zu schwimmen. Diese Änderungen im Verhalten machen die Fische sehr anfällig und gefährden ihr Überleben, schreiben die Wissenschaftler im Fachblatt "Nature Climate Change". Sie vermuten, dass alle Meeresbewohner besonders stark auf Kohlendioxid reagieren, weil ihr Blut von Natur aus weniger CO2 als das anderer Tiere enthält. //[mawi]//

Quelle: Fanny Jimenez, 23.01.2012, aus "Nature Climate Change"

Medizin Eine seltene Krankheit hilft, Bluthochdruck besser zu verstehen

Forscher der Yale Universität haben im Erbgut von Menschen mit einer seltenen Stoffwechselstörung, dem sogenannten Pseudo-Hypo-Aldosteronismus vom Typ II, Veränderungen in zwei Genen gefunden, die auch bei dem viel häufigeren Problem Bluthochdruck eine Rolle spielen könnten. Die Forscher hatten Mitglieder aus 41 betroffenen Familien untersucht. Die veränderten Gene KLHL3 und CUL3 sorgen dafür, dass in den Nieren zu viel Salz wieder aufgenommen wird. Die hohe Salzkonzentration wiederum führt dazu, dass auch zu viel Wasser in die Blutgefäße einströmt. Die Folge: hoher Blutdruck. Der Fund liefere ganz neue Ansatzpunkte für die Entwicklung von Wirkstoffen zur Blutdruck-Regulation, schreiben die Forscher in der Online-Ausgabe des Fachblatts "Nature". Es sind bereits gut ein Dutzend Gen-Varianten bekannt, die das Risiko für Bluthochdruck erhöhen. //[mawi]//

Medizin Eine einzige genetische Veränderung macht Darmkrebs unempfindlich für ein gängiges Medikament

Patienten mit Dickdarmkrebs erhalten nach der Operation häufig ein Medikament mit Namen Cetuximab. Das ist ein sogenannter monoklonaler Antikörper, der gegen eine Struktur auf der Oberfläche der Krebszellen gerichtet ist. Die Blockade dieses EGF-Rezeptors sorgt dafür, dass die Krebszellen sich nicht weiter teilen. Spanische Forscher am Hospital del Mar in Barcelona haben jetzt bei Patienten genetisch veränderte Darmkrebs-Zellen entdeckt. Eine einzige Mutation im EGFR-Gen sorgt dafür, dass die Antikörper-Therapie mit Cetuximab unwirksam wird. Es handele sich um einen neuartigen Resistenzmechanismus, schreiben die Forscher im Fachblatt "Nature Medicine". Bei Dickdarmkrebs-Patienten, bei denen Cetuximab nicht wirke, könnten Mediziner auf ähnlich wirkende alternative Antikörper ausweichen. Daher sei es sinnvoll vor einer Behandlung zu testen, ob die Mutation vorliegt. Die Forscher wollen prüfen, ob die Mutation typisch ist für Darmtumore oder ob auch andere Tumore so auf Antikörper-Therapien reagieren. //[mawi]//

Quelle: Nature Medicine

20.01.2012

Kernenergie Tepco veröffentlicht erste Bilder aus dem Inneren des Sicherheitsbehälters von Block 2 in Fukushima Daiichi.

Auf den Bildern sind unter anderem Rohrleitungen und die Innenwand des Sicherheitsbehälters zu erkennen. Auf den Aufnahmen erscheinen immer wieder weiße Punkten und Striche. Ein Experte der Tokyo University of Technology erklärte, Ursache dafür seien wahrscheinlich Störungen durch die sehr hohe radioaktive Strahlung und Wasserdampf. Nach Angaben des Betreibers Tepco sei kein Kühlwasser zu erkennen gewesen. Ingenieure hatten damit gerechnet, weil aus dem Druckbehälter offenbar Wasser abläuft. Schäden durch das Erdbeben vom 11. März habe man nicht erkennen können. Weder an den Wänden, noch an den Rohrleitungen. Allerdings hätten Hitze und Feuchtigkeit die Wand des Sicherheitsbehälters stark angegriffen. Neben einer endoskopischen Spezialkamera war auch ein Thermoelement in das Innere des Sicherheitsbehälters eingeführt worden. Die Lufttemperatur liegt danach bei 44,7 Grad Celsius. Das entspricht in etwa der Temperatur, die mit Messinstrumenten an der Außenwand des Reaktordruckbehälters gemessen wird. Es war das erste Mal, dass Tepco das Innere eines der beschädigten Reaktoren untersucht hat. Nach der ersten 70-minütigen Messung am Donnerstag sollen auch Bilder aus den zwei weiteren Reaktoren gemacht werden, in denen es zur Kernschmelze kam. //[drö]//

Quelle: JAIF/Tepco/NHK

Astronomie Astronomen haben einen Kometen beim Sturz auf die Sonne beobachtet.

Der Komet gehörte zur Kreutz-Familie und wurde bereits im Sommer 2011 von drei Sonnenbeobachtungs-Satelliten aufgezeichnet. Die Auswertung dieser Daten präsentiert jetzt ein US-Amerikanisch-Britisches Forscherteam in "Science". Demnach handelt es sich bei den Aufnahmen um die erste Beobachtung eines auf die Sonne stürzenden Kometen. Die Forscher konnten die letzten zehn Minuten des Wandelsterns beobachten. Sie errechneten daraus die Größe und Masse des Himmelsbrockens zu Beginn dieser Zeitspanne. Die Astronomen beobachteten, dass der Komet in eine Wolke von kleinen Krümeln zerbrach, bevor er dann endgültig verglühte – bei einer Temperatur von rund 4000 Grad Celsius. Die Forscher hoffen, mehr über die Zusammensetzung der Kometen herausfinden zu können. //[gät]//

Quelle: Science

Medizin Schadhafte Zellwächter könnten Hirntumore verursachen.

Eigentlich hält das Eiweiß p53 die Zellteilung auf, wenn dessen Erbgut beschädigt wird. Die Zelle hat dann Zeit, den Schaden zu reparieren – oder sich selbst zu entleiben, sollte der Schaden irreparabel sein. Biologen nennen daher das Eiweiß auch "Wächter des Genoms". Allerdings kann ein Defekt des Wächtereiweißes diesen Prozess erheblich stören. Das schreiben Forscher des Deutschen Krebsforschungszentrums DKFZ in Heidelberg in "Cell". Sie hatten bei Menschen mit diesem Defekt im Erbgut aggressiver Hirntumore ein Chromosomen-Chaos beobachtet: ganze DNA-Abschnitte fehlten, andere waren vervielfältigt oder in falscher Orientierung eingebaut. Die Forscher vermuten, dass sich durch die Fehlfunktion von p53 das Erbgut der Zelle mit einem Mal explosionsartig umbaut. Menschen mit diesem Gendefekt haben deshalb ein besonders hohes Risiko für bestimmte aggressive Krebstypen, wie Hirntumore oder Leukämie. //[fj]//

Quelle: Cell

Physik Die Schaltsekunde bleibt dem Kalender erhalten.

Teilnehmer eines Expertentreffens der Internationalen Telekommunikations-Union ITU konnten sich nicht auf eine Abschaffung einigen. Sie verschoben daher die Diskussion über die Frage auf das Jahr 2015. Schaltsekunden wurden 1972 eingeführt, weil die Erde sich nicht so exakt dreht wie Atomuhren messen. Den Unterschied zwischen Atomzeit und Erdumdrehung erfasst daher der Internationale Erdrotations-Dienst. Beträgt er 0,9 Sekunden, wird eine Schaltsekunde eingeführt. Vertreter der USA hatten angeregt, diese Sekunde abzuschaffen. Sie könne Navigationssysteme, Finanzdienste oder Flugüberwachungssysteme sehr stören. Britische Vertreter hingegen halten das einem Bericht der BBC zufolge für übertrieben. Würde die Schaltsekunde hingegen abgeschafft, summierte sich der Fehler zwischen Atomuhr-Zeit und Erd-Umdrehung. Mit den Jahren würde dieser Fehler immer größer, die möglichen Folgen müssten erst untersucht werden. Die nächste Schaltsekunde wird nun am 30. Juni 2012 ticken. //[gät]//

Quelle: Pressemitteilung ITU

Psychologie Sensible Nasen gewöhnen sich nicht an Gerüche.

Das berichtet ein Psychologe der schwedischen Umea Universitet. Der Forscher hatte Menschen untersucht, die zwar nicht allergisch auf Gerüche sind, aber dennoch sehr sensibel auf sie reagieren. Sie bekommen zum Beispiel Kopfschmerzen von Parfüm-Duft oder dem Geruch von Reinigungsmitteln. EEG-Aufzeichnungen und Hirnscans zeigten, dass die Gehirnaktivität der Probanden dies widerspiegelte: Während sich das Gehirn unempfindlicher Personen innerhalb einer Stunde an die präsentierten Düfte gewöhnte und deutlich weniger auf sie reagierte, blieb bei den sensiblen Versuchspersonen die Aktivität unverändert hoch. Solche Aktivitätsmuster lassen sich auch bei Menschen mit Schmerzerkrankungen beobachten. //[fj]//

Quelle: Pressemitteilung Uni Umea

19.01.2012

Umwelt An kleinen Flüssen wächst die Hochwassergefahr.

Das haben Klimaforscher des Karlsruher Instituts für Technologie berechnet. Ihrer heute vorgestellten Studie zufolge, werden starke Niederschläge, die Hochwasser verursachen, in den nächsten Jahrzehnten deutlich zunehmen. Die Forscher haben anhand der Flüsse Ruhr, Ammer und Mulde ein Modell erstellt, das zukünftige Tendenzen aufzeigt. Im Gegensatz zu Elbe, Rhein oder Donau könnte starker Regen bei den mittleren und kleineren Flüssen zu einem sehr schnellen Anstieg und reißenden Fließgeschwindigkeiten führen. //[tj]//

Quelle: Pressemitteilung KIT

Umwelt Die positive CO2-Bilanz der Amazonasregion kippt.

Bislang galt das Amazonasgebiet als Bollwerk gegen den Klimawandel. Doch die Region stößt selbst immer mehr umweltschädliche Treibhausgase aus. Zu diesem Ergebnis kommt eine Studie US-amerikanischer Forscher. Im Fachmagazin "Nature" nennen sie die Gründe für die Trendwende: Bevölkerungswachstum und die damit einhergehende Abholzung. Vor 50 Jahren lebten in der Amazonasregion sechs Millionen Menschen, heute sind es 25 Millionen – weite Landflächen werden deshalb für Landwirtschaft und Hausbau benötigt. Bei der Brandrodung von Waldflächen wird der in den Pflanzen gespeicherte Kohlenstoff als Kohlendioxid in die Atmosphäre freigesetzt. Aber dies ist nicht der einzig Grund für die sich wandelnde CO2-Bilanz. Auch durch den Klimawandel und Wetterveränderungen könnte ein Teil des Kohlenstoff-Speichers Regenwald freigesetzt werden. //[tj]//

Quelle: Nature

Botanik Botaniker fürchten um den Ur-Apfel.

Der Urapfel – also der Vorfahr aller heutigen Äpfel - stammt aus den Bergen Kasachstan. Es gibt auch heute noch mehr als 6000 Arten des Apfels. Diese genetische Vielfalt bringt dem //Malus sieversii// – wie er im Fachterminus heißt – einen deutlichen Vorteil: er ist kaum anfällig für Krankheitserreger, die andere Äpfel befallen. Botaniker sehen hier eine Chance: durch Kreuzung der heutigen Apfelsorten mit dem genetischen Material des kasachischen Urapfels könnten Sorten entstehen, die resistent gegen Krankheiten und Insekten sind, so dass in Zukunft kaum oder gar keine Pestizide mehr eingesetzt werden müssten. Allerdings ist der Urapfel bedroht – die zunehmende Urbanisation in Kasachstan sei hierfür verantwortlich. Durch Abholzung – so kasachische Experten – seien mittlerweile bereits 70 Prozent der Ur-Apfelbäume vernichtet worden. //[tj]//

Quelle: Agenturen

Biologie Orang Utans haben Plumploris zum Fressen gern.

Zwar gelten Orang- Utans eigentlich als Vegetarier, aber wenn pflanzliche Nahrung knapp wird, verspeisen sie auch tierische Kost. Entsprechende Beobachtungen haben niederländische Biologen im Urwald von Indonesien gemacht. Sie filmten Orang-Utans dabei, wie sie Plumploris – also kleine Äffchen - aus dem Geäst eines Baumes schüttelten und anschließend fraßen. Diese Entdeckung ist neu. Von Schimpansen hingegen ist bekannt, dass sie gelegentlich kleine Affenarten zum Munde führen. //[tj]//

Quelle: International Journal of Primatology

Biologie Mistkäfer tanzen, um sich zu orientieren.

Mistkäfer vertilgen den Kot größerer Tiere. Um sich einen Vorrat anzulegen, formen sie aus Dung eine große Kugel, die sie dann in ein Versteck rollen. Bevor sie die fertige Kugel jedoch bewegen, klettern sie auf diese hinauf und tanzen um ihre eigene Achse. Schwedische Forscher haben nun die Erklärung für diese artistische Übung: Der Tanz scheint den Käfern dabei zu helfen, eine gerade Richtung beizubehalten, wenn sie die Dungkugel wegrollen. Werden die Mistkäfer bei ihrem Tanz auf der Kugel gestört, so versuchen sie den Tanz erneut – berichtet das Fachjournal "PLoS One". //[tj]//

Quelle: <a href="http://www.plosone.org/article/info:doi/10.1371/journal.pone.0030211">P

Genetik Die Gene lassen den Geist schwächeln, oder auch nicht.

Die geistigen Fähigkeiten verändern sich im Laufe des Lebens. Britische Forscher haben nun untersucht, inwiefern die Gene am geistigen Verfallsprozess beteiligt sind. Dafür wurden Daten von über 2000 Personen überprüft, deren Intelligenzleistungen im Alter von elf Jahren und später im Alter von 65, 70 und 79 Jahren erneut festgehalten worden waren. Dabei zeigte sich, dass genetische Faktoren dafür verantwortlich sind, wie stabil die intellektuellen Leistungen im Leben bleiben. Die Studie ist auf der Webseite des Fachmagazins "Nature" nachzulesen. Welche Gene wie beteiligt sind an der geistigen Leistungsfähigkeit, dass müssen weitergehende Studien ergeben. //[tj]//

Quelle: Nature

Astronomie Das Vista-Teleskop liefert einen scharfen Blick auf den Helixnebel.

Das Vista-Teleskop der Europäischen Südsternwarte in Chile hat ein außergewöhnliches Bild des Helixnebels geliefert, der etwa 700 Lichtjahre von uns entfernt ist. Die Infrarotaufnahme zeigt Fasern aus kaltem Gas, die bei Aufnahmen im sichtbaren Licht verborgen bleiben. Dieses Gas verklumpt sich zu Filamenten, die vom Zentrum des Nebels nach außen verlaufen und deren Anblick an ein kosmisches Feuerwerk erinnere, teilt das Max-Planck-Institut für Astronomie mit. Es seien Stränge aus molekularem Wasserstoff – die auch kometenartige Knoten genannt werden. Sie sähen auf den Bildern zwar winzig aus, seien aber so groß wie unser gesamtes Sonnensystem. Wie solche kometenartigen Knoten entstehen, ist noch nicht genau klar. //[tj]//

Quelle: Pressemitteilung Eso

18.01.2012

Klimaforschung Kälte begünstigt Ozonlöcher.

Dieser Nachweis gelang Meteorologen des Karlsruher Instituts für Technologie am Beispiel des Ozonlochs über dem Nordpol. Wie sie in den Geophysical Research Letters schreiben, treibt die Abkühlung der Ozonschicht deren Zerstörung voran. Demnach werden bei Temperaturen von weniger als -78 Grad Celsius die Chlorverbindungen chemisch so umgewandelt, dass sie die Ozonschicht angreifen und zerstören. Für den Abbau der Ozonschicht machen die Forscher den erhöhten Kohlendioxid-Ausstoß verantwortlich. Der führt zwar zu einer Erwärmung der unteren Luftschichten, bewirkt aber auch eine Abkühlung der höheren Sphären, da ein Teil der Wärme reflektiert wird. Daher sei in Zukunft mit weiteren Ozonlöchern über der Arktis zu rechnen, warnen die Forscher. [mst]

Quelle: KIT

Medizin Ein Gipsarm verändert das Gehirn schon nach zwei Wochen.

Wenn Rechtshänder wegen eines Armbruchs ihre rechte Hand nicht benutzen können, dann lassen sich bereits nach 16 Tagen im Gehirn deutliche Veränderungen nachweisen. Das schreiben Mediziner aus Zürich im Fachmagazin Neurology. Sie hatten zehn Rechtshänder untersucht, die einen Gips oder eine Armschlinge trugen. Mithilfe der Magnet-Resonanz-Tomografie nahmen die Forscher zweimal die Gehirnstruktur der Testpersonen auf: einmal 48 Stunden nach der Verletzung und dann noch einmal nach 16 Tagen. Dabei sahen sie, dass sich vor allem die Hirnareale verändern, die für Bewegungen und für Wahrnehmung verantwortlich sind. Die Hirnsubstanz der linken Areale, welche für die rechte Hand zuständig sind, nehmen ab, während die Areale auf der rechten Hirnseite wachsen. Diese Erkenntnisse könnten helfen, die Therapie von Schlaganfallpatienten zu verbessern, bei denen eine Körperhälfte gelähmt ist, hoffen die Studienautoren. [mst]

Quelle: Eurekalert!

Raumfahrt Dragon bleibt vorerst am Boden.

Das Privatunternehmen SpaceX hat einen für Februar geplanten Flug seiner unbemannten Raumkapsel Dragon zur Internationalen Raumstation (ISS) auf unbestimmte Zeit verschoben. Wie das Unternehmen mitteilte, seien in einigen Bereichen technische Verbesserungen notwendig, um die Sicherheit und die Erfolgschancen der Mission zu verbessern. Die Kapsel soll als erstes privates Raumschiff an der ISS andocken. Das Unternehmen erhält von der US-Raumfahrtbehörde NASA finanzielle Zuwendungen, um Fracht und später Astronauten zur Internationalen Raumstation zu befördern. [mst]

Quelle: www.spacex.com

Biologie Mehrere Millionen Fledermäuse sind am Weißnasen-Syndrom gestorben.

Die Zahl der verendeten Tiere in den USA und Kanada beläuft sich auf mindestens 5.7 Millionen, es könnten jedoch auch bis zu 6.7 Millionen sein. Das teilte die US-Bundesbehörde für Fischfang und Wildtiere (FWS) mit. In Teilen der 16 betroffenen nordöstlichen Bundesstaaten sind demnach mittlerweile fast komplette Populationen verschwunden, da die Sterblichkeit durch die Pilzkrankheit einen Wert nahe einhundert Prozent erreicht. Bei dem Weißnasen-Syndrom handelt es sich um einen weißen Pilz, der die Tiere meist in der Nasenregion befällt. Die Krankheit wurde erstmals 2007 im Bundesstaat New York festgestellt. Die Bundesbehörde warnt vor weitreichenden finanziellen Auswirkungen auf die Landschaft, da Fledermäuse wichtig im Kampf gegen Schädlinge sind. [mst]

Quelle: us.vocuspr.com

Ingenieurwissenschaften Autos erkennen das Gesäß des Halters.

Japanische Ingenieure in Tokio arbeiten eigenen Angaben zufolge an einer neuartigen Wegfahrsperre auf Basis der Biometrie. Neben den Iris-Merkmalen oder dem Fingerabdruck gilt auch die Anatomie des Hinterteils als unverwechselbares körperliches Kennzeichen. Dieses kann ein Sensor exakt identifizieren. Auf dem Fahrersitz eines Wagens könnte er den autorisierten Fahrer erkennen und bei exakter Übereinstimmung den Wagen starten. Ein solcher gesäßabtastender Sitz besteht aus mehr als 360 Sensoren, die die Daten von 39 Charakteristika des Pos überprüfen, etwa Druckmuster, und die Maße, und mit den gespeicherten Profilen abgleichen. In 98 Prozent der Fälle arbeite das Gerät korrekt. Fehlermeldungen gebe es, da die Sensoren noch verschieden auf unterschiedliche Stoffe reagieren, so die Forscher. [mst]

Astronomie Astronomen entdecken einen Gasring aus Kohlenmonoxid.

Forscher des Leibniz-Instituts für Astrophysik in Potsdam haben den Ring um den Stern V1052 Cen im Sternbild Centaurus entdeckt. Zwar wird Kohlenmonoxid häufig in der Umgebung von jungen Sternen detektiert, jedoch verteilt sich das Gas in der Regel über eine ausgedehnte Scheibe um den Stern. Der nun entdeckte Ring ist hingegen scharf abgegrenzt und hat eine sehr geringe Breite, heißt es im Fachblatt Astronomy and Astrophysics. Nicht klar ist bislang, welche Kraft den Ring stabilisiert. Eine Erklärung könnte seine Verortung in einem starken Magnetfeld sein, eine andere die, dass er durch Begleit-Planeten in seine Form gezwungen wird - ähnlich wie die Ringe des Saturns, vermuten die Astronomen. [mst]

Quelle: idw-online

Astronomie In Marokko ist vergangenes Jahr Marsgestein niedergegangen.

Das hat ein internationales Forscherteam, darunter auch Chemiker der US-amerikanischen Raumfahrtbehörde NASA, bestätigt, nachdem es die Meteoritenstücke untersucht hat. Dies sei erst das fünfte Mal, dass Experten in chemischen Tests nachweisen konnten, dass Marsgestein auf die Erde gefallen war. Zuletzt gelang das 1962. Der größte Brocken der erst vor Kurzem eingesammelten knapp sieben Kilogramm schweren Meteoritenstücke wiegt rund ein Kilogramm. Die Wissenschaftler gehen davon aus, dass sich nach einem Einschlag auf dem Roten Planeten vor vielen Millionen Jahren Gestein gelöst hat, sich seither durch das Sonnensystem bewegte und schließlich vergangenes Jahr auf die Erde niederging. [mst]
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