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03.01.2013

Neurochemie Für das Langzeitgedächtnis gibt es wohl doch kein Schlüsselmolekül.

Ein bestimmtes Enzym – mit Namen PKM-zeta – sorgt dafür, dass Nervenverbindungen erhalten bleiben und sich verfestigen. Hirnforscher haben daher vermutet, dass dieses Enzym eine Art Schlüsselmolekül ist, um Gedächtnisinhalte langfristig zu speichern. Dies scheint jedoch nicht der Fall zu sein. Das ergab eine Studie, die im Fachblatt "Nature" nachzulesen ist. Amerikanische Neurowissenschaftler hatten bei Mäusen das PKM-zeta gentechnisch ausgeschaltet. Trotzdem funktionierte das Langzeitgedächtnis der Tiere weiterhin gut. Wahrscheinlich – so die Schlussfolgerung – seien mehrere Moleküle für die langfristige Merkfähigkeit zuständig. Die Forscher belegten dies durch einen zweiten Versuch. Normalerweise löscht ein Eiweiß – das Protein ZIP – Erinnerungen. Wäre das Langzeitgedächtnis nur von dem lange vermuteten Schlüsselenzym abhängig, dann dürfte die Erinnerung bei Mäusen mit blockiertem Enzym nicht schwinden. Sie tut es jedoch. //[lp]//

Quelle: DOI: 10.1038/nature11802

Biologie Quallen werden mal mehr und mal weniger.

Viele anekdotische Berichte haben in den vergangenen Jahren den Eindruck erweckt, dass Quallen zu einer zunehmenden Plage werden. Die Veröffentlichung eines internationalen Forscherteams in der Zeitschrift "PNAS" befasst sich nun erstmals systematisch mit dem Phänomen und kommt zum Schluss: Die Zahl der Quallen in den Weltmeeren nimmt in regelmäßigen Zyklen zu und ab. Die Wissenschaftler sichteten Daten zum Quallenaufkommen aus der ganzen Welt. Sie berechneten, dass die Zahl der Tiere globalen, periodischen Schwankungen unterliegt, die sich etwa alle 20 Jahre wiederholen. Warum die Quallenzahl in den Weltmeeren mal zu- und mal abnimmt, ist noch unbekannt. Absolut genommen habe die Zahl der Tiere seit 1970 nur schwach zugenommen, schreiben die Forscher. //[lp]//

Quelle: PNAS

Biologie Bonobos teilen ihre Nahrung mit fremden Artgenossen.

Und das auch dann, wenn sie die Möglichkeit hätten, einem Bekannten etwas von ihrem Futter abzugeben. Offenbar versuchen die Tiere, ihr soziales Netzwerk auszubauen, berichten Wissenschaftler der amerikanischen Duke Universität im Fachblatt "PLoS One". Die Primatologen führten verschiedene Experimente mit insgesamt 14 Bonobos durch. Die Mehrzahl der Tiere gewährte einem unbekannten Affen allerdings nur dann Zutritt zum Futter, wenn sie danach direkten Körperkontakt mit ihm haben konnten. Der soziale Austausch sei die Belohnung für ihr großzügiges Verhalten, argumentieren die Forscher. //[lp]//

Quelle: <a href="http://www.plosone.org/article/info:doi/10.1371/journal.pone.0051922">P

Arbeitssicherheit Laborforscher leben gefährlich.

Den meisten von ihnen allerdings ist das gar nicht bewusst. Das hat eine Umfrage im Auftrag der University of California in Los Angeles ergeben. Etwa 2400 Forscher aus den USA, Europa, Japan und China beantworteten den Fragebogen. Etwa 85 Prozent von ihnen fühlten sich in ihrem Labor sicher. Dabei hatte knapp die Hälfte von ihnen schon mindestens einmal einen Unfall am Arbeitsplatz - darunter Verbrennungen, Nadelstiche oder Bisse durch Versuchstiere. Die Ergebnisse sollen helfen, das Risikobewusstsein von Laborforschern zu schärfen. Vor vier Jahren war eine wissenschaftliche Mitarbeiterin in einem Chemielabor der Universität in Los Angeles zu Tode gekommen. Dies war auch der Auslöser für die Studie, die heute im Fachmagazin "Nature" erscheint. //[lp]//

Quelle: <a href="http://www.nature.com/news/safety-survey-reveals-lab-risks-1.12121">Nat

Medizin Wissenschaftler feiern Erfolge im Kampf gegen die Schlafkrankheit.

Das ist eine besonders gute Nachricht für Afrika, wo etwa 60 Millionen Menschen an der Krankheit leiden. Parasiten befallen das zentrale Nervensystem - ohne Behandlung sterben die Betroffenen. Molekulargenetiker der Technischen Universität Darmstadt haben jetzt einen Blutschnelltest mit Mikroelektroden entwickelt. Damit kann die Schlafkrankheit bereits vor ihrem Ausbruch nachgewiesen werden. Der Test sei einfach und kostengünstig, berichten die Forscher. Die Organisation "Ärzte ohne Grenzen" begrüßte die neue Nachweismethode. Die Schlafkrankheit sei bislang vernachlässigt worden, da die Pharmaindustrie mit der Bekämpfung nicht viel Geld verdienen könne. Erst vor kurzem hatte ein deutsch-englisches Forscherteam auch einen neuen Therapieansatz für die Schlafkrankheit im "Journal of Biological Chemistry" vorgestellt. Dabei wird ein Protein im Stoffwechsel des Parasiten ausgeschaltet und damit seine Lebensgrundlage. //[lp]//

Quelle: DOI:10.1074/jbc.M112.404699

Katastrophenschutz 2012 gab es weniger Naturkatastrophen.

Jedes Jahr wertet der weltweit größte Rückversicherer "Münchener Rück" die Folgen zurückliegender Naturkatastrophen aus. Die jüngste Analyse liegt vor. Demnach beliefen sich die volkswirtschaftlichen Schäden durch Dürren, Hochwasser und Stürme im vergangenen Jahr auf weltweit 120 Milliarden Euro. Damit liegen die Kosten deutlich unter den gut 300 Milliarden Euro im Jahr 2011. Für diese waren damals unter anderem die schweren Erdbeben in Japan und Neuseeland verantwortlich. //[lp]//

Quelle: Agenturen

02.01.2013

Medizin Die kosmische Strahlung kann Alzheimer fördern.

Dass die kosmische Strahlung Gesundheitsprobleme wie etwa Krebs auslösen kann, war bereits bekannt. Nun haben Forscher aus New York herausgefunden, dass zumindest Mäuse Gedächtnisstörungen und Alzheimer-Symptome entwickeln, wenn sie einer simulierten kosmischen Strahlung ausgesetzt sind. Wie die Wissenschaftler im Fachblatt PLOS ONE schreiben, hatten sie die Versuchstiere energiereichen Eisenpartikeln ausgesetzt, wie sie beispielsweise bei Sternenexplosionen vorkommen. Diese können selbst dicke Schutzwände eines Raumschiffs leicht durchdringen. Mäuse, die der Bestrahlung ausgesetzt waren, schnitten in Gedächtnistests deutlich schlechter ab als nicht bestrahlte Kontrolltiere. Im Gehirn der bestrahlten Nager fanden die Forscher zudem Anzeichen für veränderte Gefäße und viele Amyloid-Ablagerungen, sogenannte Plaques. Diese gelten als einer der Hauptindikatoren für Alzheimer. [mst]

Quelle: PLOS ONE (doi:10.1371/journal.pone.0053275)

Pädagogik Immer weniger chinesische Kinder lernen das Lesen der Schriftzeichen.

Grund dafür sind digitale Lernmethoden, die an vielen Schulen das traditionelle Nachmalen der Schriftzeichen mit der Hand verdrängt haben. Das zeigt eine Studie an mehr als 6.000 chinesischen Schulkindern der dritten bis fünften Klasse. Wie Forscher der Universität von Hongkong im Fachblatt PNAS berichten, hatten demnach ein Drittel bis über die Hälfte der Schüler schwerwiegende Leseschwierigkeiten. Mitte der 1990er Jahre habe der Anteil von Kindern mit Leseproblemen der Schriftzeichen nur zwischen zwei und acht Prozent gelegen. Grund sei eine auf Computern basierende Lernmethode, bei der die Schüler auf einer lateinischen Tastatur den Laut eines Wortes eintippen und eine Auswahl an Schriftzeichen erhalten, die derart ausgesprochen werden. Aus diesen wählen sie dann das korrekte Zeichen aus. Durch diese Technik lernen die Kinder nicht mehr, die grafischen Formen, aus denen die komplexen Zeichen zusammengesetzt sind, zu schreiben und visuell-räumlich zu analysieren, monieren die Forscher. [mst]

Quelle: PNAS (doi: 10.1073/pnas.1213586110)

Medizin Die Staatsanwaltschaft untersucht den Organspendenskandal.

Im Zusammenhang mit den Manipulationsvorwürfen bei Lebertransplantationen an der Universitätsklinik Leipzig hat die zuständige Staatsanwaltschaft ein Prüfverfahren eingeleitet. Die Klinik hatte gestern bereits den Direktor des Transplantationszentrums und zwei Oberärzte von ihren Aufgaben entbunden. Sie sollen in den Jahren 2010 bis 2012 Daten von Patienten gefälscht haben, um diese auf der Warteliste für Transplantationen nach oben rücken zu lassen. [mst]

Quelle: Uniklinikum Leipzig

Biologie Bochumer Forscher lüften ein frostiges Geheimnis.

Larven des Käfers Dendroides canadensis können Temperaturen bis zu minus 30 Grad Celsius trotzen. Möglich wird dieser Kälteschutz durch Interaktionen zwischen Frostschutzproteinen und Wassermolekülen, schreiben Wissenschaftler der Ruhr-Universität Bochum in den Proceedings der US-Akademie der Wissenschaften - PNAS. Bislang galt die Lehrmeinung, dass der Frostschutz-Effekt nur über den direkten Kontakt der Proteine mit Eiskristallen erreicht wird. [mst]

Quelle: PNAS/idw

Anthropologie Frühmenschen gingen aufrecht durch die Bäume.

Obwohl sich der permanente aufrechte Gang bei der Lucy-Spezies Australopithecus afarensis vor mehr als drei Millionen Jahren bereits etabliert hatte, könnten diese Menschenvertreter noch gute Kletterer gewesen sein. Das postulieren Forscher aus New Hamshire im Fachmagazin PNAS. Sie hatten Völker aus Uganda und den Philippinen untersucht, die regelmäßig hoch in Bäumen Honig sammeln. Demnach können diese Kletterer ihre Füße besonders gut biegen, weil die Wadenmuskeln extrem lange Fasern aufweisen. Ähnliches sei auch für die Australopitecinen denkbar, die damit trotz eines steifen Knöchels und eines Fußgewölbes noch hervorragende Kletterer gewesen sein könnten. [mst]

Quelle: PNAS

Genetik Genetiker beweisen blutige Vergangenheit.

Nachdem König Ludwig der 16. während der Französischen Revolution 1793 in Paris öffentlich geköpft wurde, wurde ein Tuch mit seinem Blut getränkt. Dass auf dem Tuch, welches sich im Besitz einer italienischen Familie befindet, tatsächlich königliches Blut klebt, konnten spanische Genetiker aus Barcelona nun nachweisen. Sie hatten die DNA mit dem Erbgut aus dem mumifizierten Kopf Heinrich des Vierten abgeglichen, der fast 200 Jahre zuvor ermordet wurde und ein Verwandter Ludwig des 16. war. Im Fachblatt "Forensic Science International" schreiben die Forscher, dass beide Proben eine seltene, familiär gehäuft auftretende, genetische Eigenheit aufweisen. Da die Proben zudem eine enge Verwandtschaft zeigen, ist es den Forschern zufolge sehr wahrscheinlich, dass sowohl der Kopf als auch das Blut am Tuch authentisch sind. [mst]

Quelle: FSI Journal

28.12.2012

Umwelt Meeresspiegel steigen deutlich schneller als vom Weltklimarat angenommen

Das ist das Ergebnis einer Studie eines internationalen Forscherteams, die heute im Fachblatt „Environmental Research Letters“ erscheint. Die Wissenschaftler haben einen Anstieg des Meeresspiegels ermittelt, der bei 3,2 Millimetern pro Jahr liegt. Im vierten Sachstandsberichten des IPCC aus dem Jahr 2007 waren die Experten des Weltklimarates von maximal zwei Millimetern pro Jahr ausgegangen. Die Autoren der heute veröffentlichten Studie stützen sich auf Satellitenmessungen des Meeresspiegels. Diese Daten seien wesentlich aussagekräftiger als Messungen des Gezeitenpegels. Der mache nämlich nur eine Aussage über die Wasserspiegel in Küstennähe. Die Datenerfassung vom Satelliten aus zeichne hingegen ein nahezu globales Bild, erläutern die Forscher. //[reu]//

Geologie Forscher warnen vor Erdbeben im Himalaya

Ein internationales Team von Geowissenschaftlern hat Belege dafür gefunden, dass der zentrale Himalaya in den Jahren 1255 und 1934 von gewaltigen Erdbeben erschüttert wurde. Die Magnituden der Beben lagen nach Abschätzungen der Forscher bei 8 bis 8,5. Sie seien so stark gewesen, dass über eine Länge von 150 Kilometern hinweg die Erdoberfläche aufgebrochen sei. Bisher waren Geologen davon ausgegangen, dass es sich bei beiden Ereignissen um sogenannte „stille Erdbeben“ gehandelt habe, bei denen die Erdoberfläche nicht auseinander gerissen sei. Dieser Ansicht widersprechen nun die Forscher im Fachblatt „Nature Geoscience“. Sie stützen sich darauf, dass sie geologische Formationen, die sich bei den Beben gebildet haben, aufgrund verbesserter Bestimmungsmethoden nun genauer datieren können. Sie betonen, dass Erdbeben einer ähnlichen Stärke in Zukunft weiterhin im Himalaya möglich seien. //[reu]//

Quelle: Nature Geoscience

Biologie Staphylokokken mögen Hautproteine

Forscher aus Dublin beschreiben im Fachblatt „PLOS Pathogens“ einen Mechanismus, mit dem Bakterien der Art //Staphylococcus aureus// Nasenschleimhäute besiedeln. Entscheidend dafür ist ein Protein, das typisch ist für Hautzellen, wie sie auch im Inneren der Nase vorkommen. An dieses Protein können die Bakterien mithilfe bestimmter Kontaktstellen andocken, um sich so in der Nase festzusetzen. Mit Nasentropfen, die das Protein aus der Haut enthielten, konnte die Besiedlung mit Staphylokokken vermindert werden – zumindest im Tierversuch. Die Forscher glauben, dass das Protein aus den Tropfen die Kontaktstellen an den Bakterien belegt, so dass weniger Bindungen zu den Zellen der Schleimhaut entstehen. Rund 20 Prozent aller Menschen sind mit Staphylococcus aureus besiedelt – auf der Haut oder in der Nase. Üblicherweise stellen die Bakterien keine akute Gefahr dar. Eine Besiedlung erhöht jedoch das Risiko, dass die Bakterien in den Körper gelangen und dort eine Infektion hervor rufen. //[reu]//

Quelle: Nature Geoscience

Physik Laserlicht bewegt Graphit

Eine dünne Scheibe aus Graphit, einer Form des Kohlenstoffs, haben japanische Forscher mit Hilfe eines Laserstrahls bewegt. Die Graphit-Scheibe schwebte über einem starken Permanentmagneten. Das ist deshalb möglich, weil Graphit zu den stärksten diamagnetischen Stoffen gehört. Diese werden von einem hohen Magnetfeld abgestoßen. Durch die Bestrahlung mit dem Laser erhöhte sich die Temperatur der Scheibe. Dadurch veränderten sich die diamagnetischen Eigenschaften des Graphits, und die Scheibe sank ab, wie die Japaner im „Journal of the American Chemical Society“ berichten. Mit einem speziellen Versuchsaufbau, bei dem die Graphitscheibe nur auf einer Seite angestrahlt wurde, versetzten die Forscher sie in eine Drehbewegung. Die Wissenschaftler glauben, dass sie auf diese Weise ein System konstruieren können, das Sonnenlicht in mechanische Energie umwandelt. //[reu]//

Quelle: Nature Geoscience

Biologie Mikroben beeinflussen Weinbouquet

Der Duft und Geschmack von Wein kann deutlich variieren, selbst wenn die Trauben von ein und demselben Weinberg stammen. Das konnten Forscher aus Südafrika zeigen. Eine unterschiedliche Besiedlung der Reben mit Hefepilzen könne dazu führen, dass der Geschmack von Gebinde zu Gebinde schwanke. Die Wissenschaftler hatten Trauben untersucht, die von drei Standorten stammten, die unterschiedlich bewirtschaftet wurden. Je weniger die Weinstöcke chemisch behandelt wurden, desto vielfältiger war die Gemeinschaft der Hefepilze auf den Trauben. Auch leichte Schwankungen des Sonneneinfalls innerhalb eines Standortes führten dazu, dass sich die Besiedlung deutlich veränderte, schreiben die Forscher im Fachmagazin "PLOS ONE". //[reu]//

Quelle: PLOS ONE

27.12.2012

Geologie Britische Polarforscher brechen Bohrungen ab

Die Bohrarbeiten am antarktischen Lake Ellsworth sind für diesen Winter eingestellt worden. Das teilte heute das britische Polarforschungsprogramm BAS mit, das für die Leitung des Projektes zuständig ist. Die beteiligten Forscher hatten den See, der sich unter einer Eisschicht von rund drei Kilometern Dicke befindet, noch in diesem Jahr anbohren wollen. Sie erhoffen sich davon Erkenntnisse über bakterielles Leben unter extremen Temperaturen. In der vergangenen Woche jedoch versagte ein Wassererhitzer seinen Dienst, den die Forscher brauchen, um zwei Bohrlöcher ins das Eis zu schmelzen. Das Gerät konnte repariert werden, aber unter dem Zeitdruck gelang es den Forschern nicht mehr, die beiden Bohrlöcher wie vorgesehen miteinander zu vereinen. Das Projekt soll nach Angaben des BAS nun in der kommenden Saison fortgesetzt werden. //[reu]//

Biologie Chinas Aufschwung lässt Korallen sterben

China hat in den vergangenen 30 Jahren rund 80 Prozent seiner Korallenriffe verloren. Das ist das Ergebnis einer Studie, die in der Fachzeitschrift „Conservation Biology“ erschienen ist. Die Autoren der Studie, Wissenschaftler aus China und Australien, machen dafür vor allem die Überfischung und die Verschmutzung der Küstengewässer durch den Wirtschaftsboom verantwortlich. Zwar seien einige Schutzparks geschaffen worden, diese seien aber zu klein, um das Problem der schwindenden Korallenriffe aufzuhalten, schreiben die Forscher. //[reu]//

Quelle: Conservation Biology

Paläontologie Amerikanische Säbelzahntiger sind nicht ausgestorben, weil sie keine Beutetiere mehr fanden

Das ist das Ergebnis einer Studie von US-Wissenschaftlern, die im Fachmagazin "PLOS ONE" erschienen ist. Die Forscher hatten die Zähne der Tiere auf mikroskopische Spuren hin untersucht. In Zeiten von Futterknappheit nagen Großkatzen auch das letzte Fleisch von den Knochen ihrer Beutetiere. Dadurch entstehen typische Abnutzungserscheinungen auf der Oberfläche ihrer Zähne. Fossile Gebisse von Säbelzahntigern, die in Kalifornien gefunden wurden, zeigten kein derartiges Muster – unabhängig davon, aus welcher Zeit die Fossilien stammten. Die Forscher schließen daraus, dass sich das Fressverhalten der Tiere bis zum Zeitraum ihres Aussterbens nicht verändert hat. Säbelzahntiger lebten vor über 30.000 Jahren im heutigen Kalifornien. Vor rund 12.000 Jahren verschwanden sie wieder. Als Ursache für ihr Aussterben werden Klimaveränderungen und die Ankunft des Menschen diskutiert. Abschließend klären kann die aktuelle Studie diese Frage jedoch auch nicht. //[reu]//

Quelle: PLOS ONE

Zoologie Zoologen entdecken neuen Geruchsrezeptor bei Primaten

Ein internationales Forscherteam hat Hinweise darauf gefunden, dass auch Feuchtnasenaffen den Duft bestimmter Eiweißverbindungen wahrnehmen können. Diese Fähigkeit haben nur solche Tierarten, die einen Typ2-Geruchsrezeptor besitzen, wie etwa die meisten Nagetiere. Bei Primaten einschließlich des Menschen wurden jedoch bisher nur intakte Typ1-Rezeptoren gefunden. Diese sind dafür zuständig, kleinere Duftstoff-Moleküle zu binden. Im Genom des Grauen Mausmakis, einer Lemurenart aus Madagaskar, konnten die Forschen nun aber zwei intakte Gene nachweisen, die den Bauplan für einen Typ2-Rezeptor tragen. Ferner konnten sie zeigen, dass im Riechorgan der Tiere diese Gene auch tatsächlich abgelesen werden. Da die Mausmakis nachtaktiv leben, seien sie auf einen guten Geruchssinn angewiesen, schreiben die Zoologen im Fachblatt „Biology Letters“.//[reu]//

Quelle: Biology Letters

21.12.2012

Meteorologie Meteorit bricht kosmischen Geschwindigkeitsrekord

Ein Meteorit, der im vergangenen April über der Sierra Nevada in Kalifornien nieder gegangen war, dürfte einen kosmischen Geschwindigkeitsrekord gebrochen haben. Der Gesteinsbrocken legte rund 30 Kilometer pro Sekunde zurück, als er in die Erdatmosphäre eintrat und dort in kleinere Teile zerbrach. Das berichtet ein internationales Forscherteam im Fachblatt „Science“. Den Wissenschaftlern ist es außerdem gelungen, die ungefähre Flugbahn des Meteoriten zu rekonstruieren. Demnach stammt er aus dem Asteroidengürtel zwischen Mars und Jupiter. Er gehört zu den „kohligen Chondriten“. Das ist eine Klasse von Meteoriten, die aus Staub und sehr altem Material aus der Urzeit des Sonnensystems bestehen. Die chemische Zusammensetzung des Boliden ist nach Angaben der Forscher ungewöhnlich komplex. //[reu]//

Quelle: eurekalert, Nature News, Spiegel Online

Atomenergie Probebohrung in der Asse soll tiefer gehen

Die erste Probebohrung im maroden Atommülllager Asse soll fünf Meter weiter in die Tiefe gehen als ursprünglich geplant. Eine erneute Radarmessung soll die Lage der Decke von Kammer 7 feststellen. Das teilte die Asse-GmbH heute mit. Eine erste Messung in knapp 30 Metern Bohrtiefe hatte ergeben, dass sich die Decke um circa drei Meter gesenkt hat. Deshalb hatte die Bohrmannschaft den angepeilten Hohlraum in der Kammer zunächst verfehlt. //[reu]//

Bakteriologie Forscher finden eine Schwachstelle von Bakterien

Einen neuen Ansatzpunkt für Antibiotika haben Forscher aus Göttingen entdeckt. Sie vermuten, dass etwa Salmonellen und Coli-Bakterien deutlich in ihrer Wirkung eingeschränkt sind, wenn ihnen der sogenannte Elongationsfaktor P fehlt, kurz EF-P. Das ist ein Enzym, das den Bakterien hilft, lange Proteinketten herzustellen, meistens also lebenswichtige Verbindungen. Die Forscher fanden heraus, dass rund 270 der gut 4.000 Proteine von E. Coli mit Hilfe von EF-P hergestellt werden. Ein Wirkstoff, der das Enzym blockiert, könnte demnach die Bakterienzelle lahm legen, schreiben die Forscher im Fachblatt „Science“. Auch menschliche Körperzellen nutzen EF-P, aber dieses unterscheidet sich in wichtigen Details von dem bakteriellen Enzym. //[reu]//

Quelle: Science

Biologie Mit der Rente kommt die Bettruhe

Die subjektive Schlafqualität nimmt bei Menschen zwischen 18 und 60 Jahren deutlich ab. Danach, im Rentenalter, verbessert sie sich – zumindest für ein paar Jahre. Das ergab eine Studie von Forschern aus Deutschland und der Schweiz. Ausgewertet hatten die Experten Daten des deutschen sozio-ökonomischen Panels, kurz SOEP. Der Grund für die Verbesserung der Schlafqualität im Rentenalter könne sein, dass der Stress des Berufslebens wegfällt. Etwa im Alter von 66 Jahren verschlechtere sich die Güte des Schlafes wieder. Das liege daran, dass im Alter gesundheitliche Beschwerden zunehmen und die Schlaftiefe abnehme, schreiben die Forscher im Fachmagazin „The Journals of Gerontology Series B“. //[reu]//

Quelle: idw

Medizin Erster Alzheimerfall der Medizingeschichte ist geklärt

Die Patientin, an der Alois Alzheimer vor über einhundert Jahren zum ersten mal das Krankheitsbild beschrieb, hatte eine relativ seltene Mutation, die zu dem Leiden führen kann. Das berichten Forscher aus Gießen und Sydney im Medizinjournal „The Lancet Neurology“. Sie hatten Gewebeproben der Frau, die im Jahr 1906 gestorben war, genetisch untersucht. Die Mutation, die sie dabei fanden, verändert die Funktion eines Enzymkomplexes. Der spaltet normalerweise die Eiweißmoleküle, die zur Bildung der Plaques führen können. Heutzutage stellt Morbus Alzheimer ein großes Problem in Industriegesellschaften dar. Alleine in Deutschland sind zur Zeit 1,3 Millionen Menschen daran erkrankt. Global werden für das Jahr 2050 mehr als 100 Millionen Demenzkranke erwartet. Die meisten davon dürften an Alzheimer leiden. //[reu]//

Quelle: The Lancet Neurology, idw

Biologie Ein Fisch hält den Beißrekord

Die Beißkraft eines Schwarzen Piranhas im Verhältnis zu seinem Körpergewicht ist stärker als die eines Weißen Hais eines Alligators und sogar des prähistorischen Tyrannosaurus Rex. Das berichten Forscher aus den USA, Ägypten und Brasilien im Fachblatt "Scientific Reports". Die Wissenschaftler hatten 15 Schwarze Piranhas aus dem brasilianischen Amazonasbecken gefangen. Sie ließen die Fische in ein Testgerät beißen. Die Bisskraft lag bei rund 320 Newton. Das entspricht ungefähr der dreißigfachen Gewichtskraft des Piranha-Körpers. Aus der Größe der Kiefermuskeln schlossen die Forscher auch auf die Beißkraft des Mega-Piranhas, der vor rund fünf Millionen Jahren ausgestorben ist. Dieser habe mit gut 4.800 Newton zubeißen können – und somit auch Schildkröten zermalmen. //[reu]//
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