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07.01.2013

Medizin Zwischen Migräne und Epilepsie besteht ein genetischer Zusammenhang

Epilepsie-Patienten haben ein deutlich erhöhtes Migräne-Risiko. Forscher an der US-amerikanischen Columbia University in New York haben nun erstmals nachgewiesen, dass es eine genetische Verbindung zwischen beiden Erkrankungen gibt. Für die Studie werteten die Forscher Daten von über 500 Familien aus, in denen mehr als ein Mitglied unter Epilepsie leidet. Die Ergebnisse zeigen: Patienten, in deren Familie das Anfallsleiden bei weiteren drei oder mehr nahen Verwandten auftritt, sind mehr als doppelt so anfällig für eine Migräne mit Aura. Bei dieser Form der Migräne gehen den Kopfschmerzen visuelle oder sensorische Wahrnehmungsstörungen voraus. Sowohl Migräne als auch Epilepsie werden durch genetische Faktoren beeinflusst. Bisher war allerdings unbekannt, ob beide Krankheiten den- oder dieselben genetischen Auslöser haben können. //[kw]//

Biologie Muttermilch kann mehr als 700 Arten von Bakterien enthalten

Das berichten spanische Gesundheitswissenschaftler im "American Journal of Clinical Nutrition". Sie hatten mittels DNA-Tests die Mikroben in der Milch von 18 Müttern untersucht. Welche Bakterien die Milch enthielt, war allerdings von Fau zu Frau unterschiedlich. So wies die Milch übergewichtiger Mütter eine geringere Vielfalt an Mikroorganismen auf. Weniger Bakterienarten fanden sich auch, wenn die Mutter ihr Kind per Kaiserschnitt zur Welt gebracht hatte. Verantwortlich dafür seien Unterschiede im physiologischen Stress und hormonelle Signale bei der Geburt, vermuten die Forscher. Die Bakterien der Muttermilch beeinflussen vermutlich das Immunsystem der Neugeborenen. Ihre Funktion zu verstehen, könnte helfen, neue Methoden zur Vorbeugung oder Behandlung von Allergien oder Autoimmunerkrankungen zu entwickeln. //[lp]//

Technologie Japanische Forscher entwickeln elektronischen Rettungsschwimmer

Das System beruht auf einem am Körper des Badenden angebrachten Drucksensor. Dieser erkennt mit Hilfe einer Software panisches Verhalten im Wasser. Wissenschaftler der Universität Tokio testeten ihre Entwicklung mit Hilfe eines menschlichen Rettungsschwimmers, der die typischen Arm- und Beinbewegungen von Ertrinkenden nachahmte. Das System konnte die so entstehenden Druckwellen zuverlässig von normalem Schwimmen unterscheiden. Im Notfall bläst sich ein Schwimmkissen auf und hilft, über Wasser zu bleiben. Mit dem System könnten vor allem Kinder an unbewachten Badestellen geschützt werden. Die Forscher stellen ihre Ergebnisse am kommenden Wochenende auf einer Fachkonferenz in Las Vegas vor. //[lp]//

Quelle: New Scientist, Conference on Consumer Electronics in Las Vegas, Nevada

Botanik Mais schützt Sonnenblumen vor Mitessern

Einige Maissorten verhindern die Ausbreitung der parasitären Sonnenblumen-Sommerwurz, indem sie die Pflanze regelrecht in den Selbstmord treiben. Das zeigt eine Studie der chinesischen Northwest A&F Universität. Die Sommerwurz besitzt kein Chlorophyll und ist daher vollständig von ihrer Wirtspflanze abhängig. Aus deren Wurzeln saugt sie Wasser und Nährstoffe ab. Bestimmte Maisorten bringen die Sommerwurzsamen zum Auskeimen, bieten ihnen aber keine weitere Angriffsfläche. Die Keimlinge können sich nicht festsetzen und sterben ab. Befällt die Sommerwurz ein Sonnenblumenfeld, kann sich der Ertrag halbieren. Die Forscher weisen darauf hin, dass Mais anzupflanzen eine besonders kostengünstige Methode sei, das Unkraut abzufangen und so die Sonnenblumen zu schützen. Das Getreide könne anschließend geerntet und als Viehfutter verwendet werden. //[kw]//

Quelle: Crop Science, 53, 260-270, November 26, 2012, doi: 10.2135/cropsci2012.03.0197

Paläontologie Schon die Ur-Vögel hatten ihr Lieblingsfutter

Viele der fossilen Vorfahren heute lebender Vögel hatten Zähne. Paläontologen haben nun herausgefunden, dass diese Zähne mitunter hoch spezialisiert waren auf bestimmte Nahrungsquellen. Die Wissenschaftler untersuchten die Anatomie einer kürzlich entdeckten Vogelart aus der Kreidezeit: Die Zähne waren ungewöhnlich robust und auf der Oberfläche gefurcht, was ihre Stabilität zusätzlich erhöhte. Von diesen Merkmalen leiteten die Forscher ab, dass sich diese Vögel vermutlich gezielt von hartschaligen Insekten und Krebsen ernährten.Die ökologische Vielfalt sei bereits bei den Vorfahren der heutigen Vögel beträchtlich gewesen, schlussfolgern die Forscher im "Journal of Vertebrate Paleontology". Die fossilen Überreste der Vogelart mit dem Namen "Sulcavis geeorum" waren in China entdeckt worden. //[lp]//

Quelle: Journal of Vertebrate Paleontology 33

Zoologie Wespen markieren zukünftige Partnerinnen

Ein Stüber mit den Antennen genügt: Auf diese Weise reservieren Männchen japanischer Wespen sich jungfräuliche Weibchen, wie ein amerikanisches Forscherteam in der Zeitschrift "Behavioural Processes" berichtet. Bei der Wespenart schlüpfen die Geschlechter gleichzeitig, und die Weibchen legen nur einmal in ihrem Leben Eier. Dadurch konkurrieren die Wespen stark um die Fortpflanzung. Einige Männchen paaren sich sofort, andere nutzen eine besondere Taktik: Sie paaren sich einmal und markieren danach so viele jungfräuliche Weibchen wie möglich mit Pheromonen. Die markierten Weibchen warten danach treu auf das Männchen, bis es zurückkommt. Eventuell halten die Weibchen das schnellste Männchen auch für das beste und warten deshalb, vermuten die Forscher. //[lp]//

Quelle: Behavioural Processes

04.01.2013

Entwicklungsbiologie Die Sesamstraße erlaubt Einblicke in die geistige Entwicklung.

Die Figuren Ernie, Bert, Tiffy und Samson bringen nicht nur Kindern Buchstaben und Zahlen näher. Sie helfen auch Neurowissenschaftlern bei ihrer Arbeit. Amerikanische Forscher berichten im Fachblatt "PLoS Biology", dass Messungen der Hirnaktivität von Kindern, während sie die Sesamstraße schauen, viel über deren geistige Entwicklung verraten. In Versuchen schauten Kinder und Erwachsene die Fernsehsendung im Labor. Dabei scannten die Wissenschaftler die Gehirne der Probanden mittels Kernspintomographie. Anschließend wurden die geistigen Fähigkeiten der Kinder getestet. Anhand der Hirnscans konnten die Forscher vorhersagen, ob die Kinder eher sprachlich oder mathematisch begabt waren. Zudem schnitten Kinder, deren Gehirn beim Fernsehen eine ähnliche Aktivität wie das eines Erwachsenen zeigte, bei den Tests deutlich besser ab. Die Ergebnisse deuten darauf hin, dass die Entwicklung des Gehirns klaren Regeln folgt und messbar ist, schlussfolgern die Forscher. //[lp]//

Quelle: DOI:10.1371/journal.pbio.1001463, 10.1371/journal.pbio.1001462

Onkologie Künstlich vermehrte Immunzellen sollen Krebs bekämpfen.

T-Lymphozyten sind spezialisierte Immunzellen des Menschen, die spezifisch Tumoren oder Viren angreifen. Sie treten allerdings meist nur in geringer Zahl auf. Japanische Forscher haben eine Methode entwickelt, um T-Lymphozyten künstlich zu vermehren. Die Wissenschaftler programmierten T-Lymphozyten zuerst in pluripotente Stammzellen um. Dieser Zelltyp kann sich häufig teilen und beliebige Gewebe bilden. Die Stammzellen nutzten sie wiederum zur Produktion einer großen Zahl der gewünschten Immunzellen. In Laborversuchen griffen viele der so erzeugten T-Lymphozyten die gleichen Krebs- und Virustypen an wie die ursprünglichen Immunzellen. Klinische Tests an Patienten stehen noch aus. Die Ergebnisse sind in zwei Studien im Fachmagazin "Cell Stem Cell" erschienen. //[lp]//

Quelle: DOI: 10.1016/j.stem.2012.11.002, 10.1016/j.stem.2012.12.006

Paläontologie Manche Dinos nutzten Federn für die Balz.

Viele Vögel versuchen Partner mit ihren Schwanzfedern zu beeindrucken. Eine Studie amerikanischer Paläontologen im Fachblatt "Acta Palaeontologica Polonica" legt nun nahe, dass auch einige Dinosaurierarten diese Strategie verfolgten. Die Wissenschaftler untersuchten Fossilien der Gattung Oviraptor und fanden heraus, dass bei diesen Dinosauriern die letzten Schwanzwirbel miteinander verwachsen waren. Diese anatomische Besonderheit wird die Pygostyl genannt. Sie tritt sonst nur bei Vögeln auf. Die Forscher fanden auch fossile Hinweise auf Schwanzfedern. Eine digitale Rekonstruktion der Muskulatur am Pygostyl deutet darauf hin, dass Oviraptoren ihre Schwanzfedern fächerartig bewegen konnten – vergleichbar mit den heute lebenden Pfauen und Truthähnen im Paarungsspiel. //[lp]//

Quelle: DOI:10.4202/app.2012.0093

Planetologie Ein Meteorit aus der Marskruste enthält ungewöhnlich viel Wasser.

Ein vor zwei Jahren in Afrika gefundener Marsmeteorit hat eine einzigartige Zusammensetzung. Laut der Analyse eines amerikanisch-chinesischen Forscherteams besteht der Gesteinsbrocken aus Basalt, Feldspat und Pyroxen und ist vermutlich vulkanischen Ursprungs. Das Gestein enthält zehnmal so viel Wasser wie andere Marsmeteoriten. Das könnte bedeuten, dass es Kontakt hatte mit Flüssigkeit aus Magma oder von auftreffenden Kometen, schreiben die Forscher im Fachmagazin "Science". Der Basalt entspricht Fundstücken von Marsrovern der Nasa und weist darauf hin, dass der Meteorit – im Gegensatz zu anderen Marsmeteoriten – aus der Kruste des Roten Planeten stammt. //[lp]//

Quelle: DOI:10.1126/science.1228858

Klimaforschung "El Niño" lässt der Treibhauseffekt kalt.

Die globale Klimaerwärmung lässt Gletscher schmelzen und beeinflusst den Monsun. Dass sie sich auch auf das Wetterphänomen "El Niño" auswirkt, lässt sich bisher allerdings nicht nachweisen. Das berichten Klimaforscher im Fachblatt "Science". Die Wissenschaftler rekonstruierten "El Niño"-Ereignisse anhand fossiler Korallen aus dem tropischen Pazifik. Das Ergebnis: In den vergangenen 7000 Jahren gab es kein klares Muster. Zwar trete das Phänomen in letzter Zeit variabler auf. Das sei aber historisch nicht einzigartig. Eine Verbindung zum Klimawandel könne nicht gezogen werden, schreiben die Forscher. Das Wetterphänomen "El Niño" tritt alle paar Jahre auf. Dabei erwärmt sich die Oberfläche des Pazifiks entlang des Äquators. Das wirkt sich weltweit auf die Niederschläge aus. //[lp]//

Quelle: DOI:10.1126/science.1228246

Psychologie Die Menschen unterschätzen, wie sehr sie sich in Zukunft verändern werden.

Das zeigt eine Studie amerikanischer Psychologen im Fachblatt "Science". Die Wissenschaftler untersuchten die Persönlichkeit von etwa 20.000 Menschen zwischen 18 und 68 Jahren. Dabei befragten sie die Probanden auch, wie sehr sie sich nach eigener Einschätzung in den vergangenen zehn Jahren verändert hatten und wie sehr sie sich in der kommenden Dekade verändern würden. In jeder Altersstufe glaubten die Befragten, früher deutlich anders gewesen zu sein, sich in Zukunft aber kaum noch zu verändern – so als ende die eigene Entwicklung in der Gegenwart. Doch diese Überzeugung sei falsch, geben die Psychologen zu Bedenken. //[lp]//

Quelle: DOI:10.1126/science.1229294

03.01.2013

Neurochemie Für das Langzeitgedächtnis gibt es wohl doch kein Schlüsselmolekül.

Ein bestimmtes Enzym – mit Namen PKM-zeta – sorgt dafür, dass Nervenverbindungen erhalten bleiben und sich verfestigen. Hirnforscher haben daher vermutet, dass dieses Enzym eine Art Schlüsselmolekül ist, um Gedächtnisinhalte langfristig zu speichern. Dies scheint jedoch nicht der Fall zu sein. Das ergab eine Studie, die im Fachblatt "Nature" nachzulesen ist. Amerikanische Neurowissenschaftler hatten bei Mäusen das PKM-zeta gentechnisch ausgeschaltet. Trotzdem funktionierte das Langzeitgedächtnis der Tiere weiterhin gut. Wahrscheinlich – so die Schlussfolgerung – seien mehrere Moleküle für die langfristige Merkfähigkeit zuständig. Die Forscher belegten dies durch einen zweiten Versuch. Normalerweise löscht ein Eiweiß – das Protein ZIP – Erinnerungen. Wäre das Langzeitgedächtnis nur von dem lange vermuteten Schlüsselenzym abhängig, dann dürfte die Erinnerung bei Mäusen mit blockiertem Enzym nicht schwinden. Sie tut es jedoch. //[lp]//

Quelle: DOI: 10.1038/nature11802

Biologie Quallen werden mal mehr und mal weniger.

Viele anekdotische Berichte haben in den vergangenen Jahren den Eindruck erweckt, dass Quallen zu einer zunehmenden Plage werden. Die Veröffentlichung eines internationalen Forscherteams in der Zeitschrift "PNAS" befasst sich nun erstmals systematisch mit dem Phänomen und kommt zum Schluss: Die Zahl der Quallen in den Weltmeeren nimmt in regelmäßigen Zyklen zu und ab. Die Wissenschaftler sichteten Daten zum Quallenaufkommen aus der ganzen Welt. Sie berechneten, dass die Zahl der Tiere globalen, periodischen Schwankungen unterliegt, die sich etwa alle 20 Jahre wiederholen. Warum die Quallenzahl in den Weltmeeren mal zu- und mal abnimmt, ist noch unbekannt. Absolut genommen habe die Zahl der Tiere seit 1970 nur schwach zugenommen, schreiben die Forscher. //[lp]//

Quelle: PNAS

Biologie Bonobos teilen ihre Nahrung mit fremden Artgenossen.

Und das auch dann, wenn sie die Möglichkeit hätten, einem Bekannten etwas von ihrem Futter abzugeben. Offenbar versuchen die Tiere, ihr soziales Netzwerk auszubauen, berichten Wissenschaftler der amerikanischen Duke Universität im Fachblatt "PLoS One". Die Primatologen führten verschiedene Experimente mit insgesamt 14 Bonobos durch. Die Mehrzahl der Tiere gewährte einem unbekannten Affen allerdings nur dann Zutritt zum Futter, wenn sie danach direkten Körperkontakt mit ihm haben konnten. Der soziale Austausch sei die Belohnung für ihr großzügiges Verhalten, argumentieren die Forscher. //[lp]//

Quelle: <a href="http://www.plosone.org/article/info:doi/10.1371/journal.pone.0051922">P

Arbeitssicherheit Laborforscher leben gefährlich.

Den meisten von ihnen allerdings ist das gar nicht bewusst. Das hat eine Umfrage im Auftrag der University of California in Los Angeles ergeben. Etwa 2400 Forscher aus den USA, Europa, Japan und China beantworteten den Fragebogen. Etwa 85 Prozent von ihnen fühlten sich in ihrem Labor sicher. Dabei hatte knapp die Hälfte von ihnen schon mindestens einmal einen Unfall am Arbeitsplatz - darunter Verbrennungen, Nadelstiche oder Bisse durch Versuchstiere. Die Ergebnisse sollen helfen, das Risikobewusstsein von Laborforschern zu schärfen. Vor vier Jahren war eine wissenschaftliche Mitarbeiterin in einem Chemielabor der Universität in Los Angeles zu Tode gekommen. Dies war auch der Auslöser für die Studie, die heute im Fachmagazin "Nature" erscheint. //[lp]//

Quelle: <a href="http://www.nature.com/news/safety-survey-reveals-lab-risks-1.12121">Nat

Medizin Wissenschaftler feiern Erfolge im Kampf gegen die Schlafkrankheit.

Das ist eine besonders gute Nachricht für Afrika, wo etwa 60 Millionen Menschen an der Krankheit leiden. Parasiten befallen das zentrale Nervensystem - ohne Behandlung sterben die Betroffenen. Molekulargenetiker der Technischen Universität Darmstadt haben jetzt einen Blutschnelltest mit Mikroelektroden entwickelt. Damit kann die Schlafkrankheit bereits vor ihrem Ausbruch nachgewiesen werden. Der Test sei einfach und kostengünstig, berichten die Forscher. Die Organisation "Ärzte ohne Grenzen" begrüßte die neue Nachweismethode. Die Schlafkrankheit sei bislang vernachlässigt worden, da die Pharmaindustrie mit der Bekämpfung nicht viel Geld verdienen könne. Erst vor kurzem hatte ein deutsch-englisches Forscherteam auch einen neuen Therapieansatz für die Schlafkrankheit im "Journal of Biological Chemistry" vorgestellt. Dabei wird ein Protein im Stoffwechsel des Parasiten ausgeschaltet und damit seine Lebensgrundlage. //[lp]//

Quelle: DOI:10.1074/jbc.M112.404699

Katastrophenschutz 2012 gab es weniger Naturkatastrophen.

Jedes Jahr wertet der weltweit größte Rückversicherer "Münchener Rück" die Folgen zurückliegender Naturkatastrophen aus. Die jüngste Analyse liegt vor. Demnach beliefen sich die volkswirtschaftlichen Schäden durch Dürren, Hochwasser und Stürme im vergangenen Jahr auf weltweit 120 Milliarden Euro. Damit liegen die Kosten deutlich unter den gut 300 Milliarden Euro im Jahr 2011. Für diese waren damals unter anderem die schweren Erdbeben in Japan und Neuseeland verantwortlich. //[lp]//

Quelle: Agenturen

02.01.2013

Medizin Die kosmische Strahlung kann Alzheimer fördern.

Dass die kosmische Strahlung Gesundheitsprobleme wie etwa Krebs auslösen kann, war bereits bekannt. Nun haben Forscher aus New York herausgefunden, dass zumindest Mäuse Gedächtnisstörungen und Alzheimer-Symptome entwickeln, wenn sie einer simulierten kosmischen Strahlung ausgesetzt sind. Wie die Wissenschaftler im Fachblatt PLOS ONE schreiben, hatten sie die Versuchstiere energiereichen Eisenpartikeln ausgesetzt, wie sie beispielsweise bei Sternenexplosionen vorkommen. Diese können selbst dicke Schutzwände eines Raumschiffs leicht durchdringen. Mäuse, die der Bestrahlung ausgesetzt waren, schnitten in Gedächtnistests deutlich schlechter ab als nicht bestrahlte Kontrolltiere. Im Gehirn der bestrahlten Nager fanden die Forscher zudem Anzeichen für veränderte Gefäße und viele Amyloid-Ablagerungen, sogenannte Plaques. Diese gelten als einer der Hauptindikatoren für Alzheimer. [mst]

Quelle: PLOS ONE (doi:10.1371/journal.pone.0053275)

Pädagogik Immer weniger chinesische Kinder lernen das Lesen der Schriftzeichen.

Grund dafür sind digitale Lernmethoden, die an vielen Schulen das traditionelle Nachmalen der Schriftzeichen mit der Hand verdrängt haben. Das zeigt eine Studie an mehr als 6.000 chinesischen Schulkindern der dritten bis fünften Klasse. Wie Forscher der Universität von Hongkong im Fachblatt PNAS berichten, hatten demnach ein Drittel bis über die Hälfte der Schüler schwerwiegende Leseschwierigkeiten. Mitte der 1990er Jahre habe der Anteil von Kindern mit Leseproblemen der Schriftzeichen nur zwischen zwei und acht Prozent gelegen. Grund sei eine auf Computern basierende Lernmethode, bei der die Schüler auf einer lateinischen Tastatur den Laut eines Wortes eintippen und eine Auswahl an Schriftzeichen erhalten, die derart ausgesprochen werden. Aus diesen wählen sie dann das korrekte Zeichen aus. Durch diese Technik lernen die Kinder nicht mehr, die grafischen Formen, aus denen die komplexen Zeichen zusammengesetzt sind, zu schreiben und visuell-räumlich zu analysieren, monieren die Forscher. [mst]

Quelle: PNAS (doi: 10.1073/pnas.1213586110)

Medizin Die Staatsanwaltschaft untersucht den Organspendenskandal.

Im Zusammenhang mit den Manipulationsvorwürfen bei Lebertransplantationen an der Universitätsklinik Leipzig hat die zuständige Staatsanwaltschaft ein Prüfverfahren eingeleitet. Die Klinik hatte gestern bereits den Direktor des Transplantationszentrums und zwei Oberärzte von ihren Aufgaben entbunden. Sie sollen in den Jahren 2010 bis 2012 Daten von Patienten gefälscht haben, um diese auf der Warteliste für Transplantationen nach oben rücken zu lassen. [mst]

Quelle: Uniklinikum Leipzig

Biologie Bochumer Forscher lüften ein frostiges Geheimnis.

Larven des Käfers Dendroides canadensis können Temperaturen bis zu minus 30 Grad Celsius trotzen. Möglich wird dieser Kälteschutz durch Interaktionen zwischen Frostschutzproteinen und Wassermolekülen, schreiben Wissenschaftler der Ruhr-Universität Bochum in den Proceedings der US-Akademie der Wissenschaften - PNAS. Bislang galt die Lehrmeinung, dass der Frostschutz-Effekt nur über den direkten Kontakt der Proteine mit Eiskristallen erreicht wird. [mst]

Quelle: PNAS/idw

Anthropologie Frühmenschen gingen aufrecht durch die Bäume.

Obwohl sich der permanente aufrechte Gang bei der Lucy-Spezies Australopithecus afarensis vor mehr als drei Millionen Jahren bereits etabliert hatte, könnten diese Menschenvertreter noch gute Kletterer gewesen sein. Das postulieren Forscher aus New Hamshire im Fachmagazin PNAS. Sie hatten Völker aus Uganda und den Philippinen untersucht, die regelmäßig hoch in Bäumen Honig sammeln. Demnach können diese Kletterer ihre Füße besonders gut biegen, weil die Wadenmuskeln extrem lange Fasern aufweisen. Ähnliches sei auch für die Australopitecinen denkbar, die damit trotz eines steifen Knöchels und eines Fußgewölbes noch hervorragende Kletterer gewesen sein könnten. [mst]

Quelle: PNAS

Genetik Genetiker beweisen blutige Vergangenheit.

Nachdem König Ludwig der 16. während der Französischen Revolution 1793 in Paris öffentlich geköpft wurde, wurde ein Tuch mit seinem Blut getränkt. Dass auf dem Tuch, welches sich im Besitz einer italienischen Familie befindet, tatsächlich königliches Blut klebt, konnten spanische Genetiker aus Barcelona nun nachweisen. Sie hatten die DNA mit dem Erbgut aus dem mumifizierten Kopf Heinrich des Vierten abgeglichen, der fast 200 Jahre zuvor ermordet wurde und ein Verwandter Ludwig des 16. war. Im Fachblatt "Forensic Science International" schreiben die Forscher, dass beide Proben eine seltene, familiär gehäuft auftretende, genetische Eigenheit aufweisen. Da die Proben zudem eine enge Verwandtschaft zeigen, ist es den Forschern zufolge sehr wahrscheinlich, dass sowohl der Kopf als auch das Blut am Tuch authentisch sind. [mst]

Quelle: FSI Journal

28.12.2012

Umwelt Meeresspiegel steigen deutlich schneller als vom Weltklimarat angenommen

Das ist das Ergebnis einer Studie eines internationalen Forscherteams, die heute im Fachblatt „Environmental Research Letters“ erscheint. Die Wissenschaftler haben einen Anstieg des Meeresspiegels ermittelt, der bei 3,2 Millimetern pro Jahr liegt. Im vierten Sachstandsberichten des IPCC aus dem Jahr 2007 waren die Experten des Weltklimarates von maximal zwei Millimetern pro Jahr ausgegangen. Die Autoren der heute veröffentlichten Studie stützen sich auf Satellitenmessungen des Meeresspiegels. Diese Daten seien wesentlich aussagekräftiger als Messungen des Gezeitenpegels. Der mache nämlich nur eine Aussage über die Wasserspiegel in Küstennähe. Die Datenerfassung vom Satelliten aus zeichne hingegen ein nahezu globales Bild, erläutern die Forscher. //[reu]//

Geologie Forscher warnen vor Erdbeben im Himalaya

Ein internationales Team von Geowissenschaftlern hat Belege dafür gefunden, dass der zentrale Himalaya in den Jahren 1255 und 1934 von gewaltigen Erdbeben erschüttert wurde. Die Magnituden der Beben lagen nach Abschätzungen der Forscher bei 8 bis 8,5. Sie seien so stark gewesen, dass über eine Länge von 150 Kilometern hinweg die Erdoberfläche aufgebrochen sei. Bisher waren Geologen davon ausgegangen, dass es sich bei beiden Ereignissen um sogenannte „stille Erdbeben“ gehandelt habe, bei denen die Erdoberfläche nicht auseinander gerissen sei. Dieser Ansicht widersprechen nun die Forscher im Fachblatt „Nature Geoscience“. Sie stützen sich darauf, dass sie geologische Formationen, die sich bei den Beben gebildet haben, aufgrund verbesserter Bestimmungsmethoden nun genauer datieren können. Sie betonen, dass Erdbeben einer ähnlichen Stärke in Zukunft weiterhin im Himalaya möglich seien. //[reu]//

Quelle: Nature Geoscience

Biologie Staphylokokken mögen Hautproteine

Forscher aus Dublin beschreiben im Fachblatt „PLOS Pathogens“ einen Mechanismus, mit dem Bakterien der Art //Staphylococcus aureus// Nasenschleimhäute besiedeln. Entscheidend dafür ist ein Protein, das typisch ist für Hautzellen, wie sie auch im Inneren der Nase vorkommen. An dieses Protein können die Bakterien mithilfe bestimmter Kontaktstellen andocken, um sich so in der Nase festzusetzen. Mit Nasentropfen, die das Protein aus der Haut enthielten, konnte die Besiedlung mit Staphylokokken vermindert werden – zumindest im Tierversuch. Die Forscher glauben, dass das Protein aus den Tropfen die Kontaktstellen an den Bakterien belegt, so dass weniger Bindungen zu den Zellen der Schleimhaut entstehen. Rund 20 Prozent aller Menschen sind mit Staphylococcus aureus besiedelt – auf der Haut oder in der Nase. Üblicherweise stellen die Bakterien keine akute Gefahr dar. Eine Besiedlung erhöht jedoch das Risiko, dass die Bakterien in den Körper gelangen und dort eine Infektion hervor rufen. //[reu]//

Quelle: Nature Geoscience

Physik Laserlicht bewegt Graphit

Eine dünne Scheibe aus Graphit, einer Form des Kohlenstoffs, haben japanische Forscher mit Hilfe eines Laserstrahls bewegt. Die Graphit-Scheibe schwebte über einem starken Permanentmagneten. Das ist deshalb möglich, weil Graphit zu den stärksten diamagnetischen Stoffen gehört. Diese werden von einem hohen Magnetfeld abgestoßen. Durch die Bestrahlung mit dem Laser erhöhte sich die Temperatur der Scheibe. Dadurch veränderten sich die diamagnetischen Eigenschaften des Graphits, und die Scheibe sank ab, wie die Japaner im „Journal of the American Chemical Society“ berichten. Mit einem speziellen Versuchsaufbau, bei dem die Graphitscheibe nur auf einer Seite angestrahlt wurde, versetzten die Forscher sie in eine Drehbewegung. Die Wissenschaftler glauben, dass sie auf diese Weise ein System konstruieren können, das Sonnenlicht in mechanische Energie umwandelt. //[reu]//

Quelle: Nature Geoscience

Biologie Mikroben beeinflussen Weinbouquet

Der Duft und Geschmack von Wein kann deutlich variieren, selbst wenn die Trauben von ein und demselben Weinberg stammen. Das konnten Forscher aus Südafrika zeigen. Eine unterschiedliche Besiedlung der Reben mit Hefepilzen könne dazu führen, dass der Geschmack von Gebinde zu Gebinde schwanke. Die Wissenschaftler hatten Trauben untersucht, die von drei Standorten stammten, die unterschiedlich bewirtschaftet wurden. Je weniger die Weinstöcke chemisch behandelt wurden, desto vielfältiger war die Gemeinschaft der Hefepilze auf den Trauben. Auch leichte Schwankungen des Sonneneinfalls innerhalb eines Standortes führten dazu, dass sich die Besiedlung deutlich veränderte, schreiben die Forscher im Fachmagazin "PLOS ONE". //[reu]//

Quelle: PLOS ONE

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