Sonntag, 08.12.2019
 
Seit 19:05 Uhr Kommentar
10.01.2013

Biologie Schwimmt ein Feind vorbei, stellen sich Haifisch-Babys tot.

Auf diese Weise minimieren die Embryos des Braungebänderten Bambushais verräterische Bewegungen in ihrem Ei. Sie orten potentielle Fressfeinde dabei über Sinneszellen, die elektrische Spannung wahrnehmen. Das berichten Biologen der University of Western Australia im Fachmagazin "PLoS One". Die Wissenschaftler zogen elf Haibabys in ihren Eihüllen im Labor heran. Währenddessen setzten sie die Tiere unterschiedlich starken elektrischen Feldern aus, die in der Natur von Fressfeinden der Haie erzeugt werden. Die Reaktion: Die Embryos stoppten die Bewegung ihrer Kiemen und fielen in eine Schockstarre, bis der elektrische Reiz aufhörte. Bislang war nur bekannt, dass erwachsene Haie ihren Elektrosinn einsetzen, um ihrerseits Beutetiere aufzuspüren. //[lp]//

Quelle: <a href="http://www.plosone.org/article/info:doi/10.1371/journal.pone.0052551">

Onkologie Auch die Unterbrechung einer Therapie kann gegen Tumoren helfen.

Das gilt für Hautkrebszellen, die eine Resistenz gegen den Wirkstoff "Vemurafenib" entwickelt haben. Mediziner aus den USA und der Schweiz haben herausgefunden, dass diese Zellen geradezu abhängig von dem Medikament werden und es zum Wachsen brauchen. Unter diesen Umständen führen regelmäßige Pausen in der Behandlung mit dem Wirkstoff dazu, dass resistente Tumoren schrumpfen, berichten die Forscher im Fachblatt "Nature". Sie experimentierten mit Mäusen, die unter schwarzem Hautkrebs litten. Die Krebsart gilt als hochgradig aggressiv und bildet schnell Metastasen. Die Studie zeigte auch, dass eine diskontinuierliche Dosierung bereits der Entwicklung einer Medikamenten-Resistenz vorbeugen kann. //[lp]//

Quelle: DOI: 10.1038/nature11814

Astronomie Wissenschaftler beschreiben die am weitesten entfernte Supernova.

Amerikanische Forscher haben ein zehn Milliarden Lichtjahre entferntes Ereignis als Supernova des Typs 1a identifiziert. Die "Mingus" genannte Supernova ist damit die am weitesten entfernte, die bisher beobachtet wurde. Supernovae des Typs 1a sind für die Astronomie von besonderer Bedeutung, da sie zur Entfernungsmessung im All dienen. Durch den Vergleich von "Mingus" mit anderen Supernovae erhoffen sich die Forscher neue Erkenntnisse über die dunkle Materie. Diese Kraft beeinflusst die Ausdehnung des Universums. Das Weltraumteleskop Hubble hatte "Mingus" bereits im Jahr 2004 fotografiert. Allerdings lieferte erst vor kurzem eine zusätzliche Kamera die notwendigen Daten, um die Bilder auswerten zu können. Die Studie erscheint im "Astrophysical Journal". //[lp]//

Quelle: Arxiv.org

Geologie Gletscher bereiten den Weg für neue Gletscher.

Dort, wo bereits einmal ein Gletscher die Erdoberfläche erodiert hat, sammeln sich auch danach wieder schnell große Eismengen an. Das geht aus einer Studie skandinavischer Forscher in der Fachzeitschrift "Nature" hervor. Die Geowissenschaftler analysierten Gebirgszüge in Spanien und den USA und berechneten Computermodelle. Demnach schaffen die Gletscher der ersten Generation U-förmige Täler und große Hochflächen im Gebirge. Dort sammeln sich später leicht Schnee und Eis, und neue Gletscher entstehen. In Gebieten, die zuvor nicht glazial geformt wurden, führe dagegen erst eine wesentlich stärkere Klimaänderung zur Bildung neuer Gletscher, schreiben die Forscher. //[lp]//

Quelle: DOI:10.1038/nature11786

Neurowissenschaften Wiederhergestellte Haarzellen bringen das Gehör zurück.

Zum ersten Mal ist es Forschern gelungen, die abgestorbenen Haarzellen im Ohr von tauben Mäusen nachwachsen zu lassen. Die Tiere gewannen dadurch ihr Gehör teilweise zurück. Das berichtet die Fachzeitschrift "Neuron". Die im Innenohr sitzenden Haarzellen wandeln Schallwellen in Nervenimpulse um. Sterben sie ab, werden bei Säugetieren keine neuen Haarzellen nachgebildet, und das Hörvermögen nimmt ab. Verantwortlich dafür ist das Protein "Notch". Es verhindert, dass sich neue Haarzellen ausbilden. Die Wissenschaftler behandelten die Mäuse mit einer Substanz, die dieses Protein hemmt. Daraufhin übernahmen unspezialisierte Zellen in der Nähe von abgestorbenen Haarzellen deren Funktion. //[lp]//

Quelle: DOI: 10.1016/j.neuron.2012.10.032

09.01.2013

Biolgie Mäuseweibchen fordern väterliche Fürsorge ein.

Weibliche Mäuse äußern Rufe im Ultraschallbereich, die ihre Männchen dazu bringen, sich um den gemeinsamen Nachwuchs zu kümmern. Das berichtet ein japanisch-britisches Forscherteam im Fachblatt "Nature Communications". Die Wissenschaftler trennten die Mäuseeltern für zehn Minuten von ihrem Nachwuchs. War der Vater dabei im selben Käfig wie die Mutter, kümmerte er sich anschließend fürsorglich um die Babys. War er allein im Extrakäfig, ging er danach nachlässiger mit seinen Jungen um. Wie die Forscher in weiteren Experimenten zeigten, lösen neben Rufen im Ultraschallbereich auch Duftstoffe der Mäuseweibchen das fürsorgliche Verhalten der Väter aus. [lp]

Quelle: Nature Communications, doi: 10.1038/ncomms2336

Biolgie Schrumpelfinger greifen besser.

Nasse Gegenstände lassen sich mit aufgeweichten, verschrumpelten Fingern schneller greifen und besser transportieren als mit trockenen. Das berichten Forscher der britischen Newcastle University in den "Biology Letters". Bei trockenen Gegenständen konnten sie keinen Unterschied zwischen schrumpeligen und trockenen Fingern feststellen. Untersuchungen haben gezeigt, dass das vegetative Nervensystem die Bildung der Schrumpelhaut kontrolliert. Der Effekt könnte damit gezielt die Funktion erfüllen, das Wasser besser abzuleiten und so die Haftfähigkeit der Haut zu erhöhen. Bislang hatten Wissenschaftler angenommen, dass Hände und Füße verschrumpeln, weil die oberste Hautschicht im Wasser aufquillt. [kw]

Quelle: Royal Society Biology Letters, 9. Januar 2013, DOI: 10.1098/rsbl.2012.0999

Neurowissenschaften Zweisprachige Menschen sind gedanklich schneller.

Das gilt zumindest für ältere Personen, die seit ihrer Kindheit bilingual aufgewachsen sind, wie Wissenschaftler der University of Kentucky im "Journal of Neuroscience" berichten. Im Labor mussten die 60- bis knapp 70-jährigen Versuchsteilnehmer flexibel zwischen zwei Denkaufgaben wechseln. Alle Teilnehmer bestanden die Tests. Diejenigen, die zweisprachig aufgewachsen waren, konnten gedanklich allerdings schneller umschalten. Zudem zeigte ihr Gehirn dabei ein anderes Aktivitätsmuster. Bei jungen Versuchsteilnehmern hatte Zweisprachigkeit keinen Effekt. Der lebenslange Wechsel zwischen zwei Sprachen stimuliere das Gehirn. Dadurch bleibe die geistige Flexibilität auch im Alter hoch, schreiben die Forscher. [lp]

Quelle: Lifelong Bilingualism Maintains Neural Efficiency for Cognitive Control in Aging

Paläontologie Die vermeintliche Massenpanik war eine Flussüberquerung.

In Australien gibt es einzigartige fossile Spuren, die bislang einer flüchtenden Dinosaurierherde zugeschrieben wurden. Eine Studie im "Journal of Vertebrate Paleontology" legt allerdings die Vermutung nahe, dass es sich nicht um die Abdrücke einer Massenflucht handelt, sondern um Spuren schwimmender Saurier. Paläontologen der University of Queensland fiel auf, dass viele der Spuren wie lang gezogene Furchen oder Zehenspitzenabdrücke aussehen. Diese Formen seien entstanden, als schwimmende Dinosaurier sich mit den Hinterbeinen vom Boden eines Gewässers abstießen. Die Forscher vermuten, dass das Fundgebiet der Spuren vor etwa 95 Millionen Jahren das Bett eines flachen Flusses war. Diesen mussten zahlreiche kleinere Dinosaurierarten schwimmend oder watend durchquert haben. [lp/mst]

Quelle: Reevaluation of the Lark Quarry dinosaur Tracksite, Journal of Vertebrate Paleon

Umwelt Weltklimarat räumt zweites Datenleck ein.

Im Internet sind erneut Teile des vorläufigen Sachstandsberichts des UNO-Klimarates veröffentlicht worden. Es handelt sich um 661 Dateien der zweiten Arbeitsgruppe des IPCC, die sich mit den Folgen des Klimawandels für Mensch und Natur beschäftigt. Eine kanadische Bloggerin, die seit Jahren als Kritikerin des Klimarates gilt, hatte USB-Sticks mit den vertraulichen Dokumenten eine Woche vor Weihnachten aus bislang unbekannter Quelle erhalten. Jetzt veröffentlichte sie die Dateien auf ihrer Internetseite. Im vergangenen Dezember waren bereits vorläufige Teile des Berichts im Internet aufgetaucht. Sie behandelten die wissenschaftlichen Grundlagen des Klimawandels. [lp]

Quelle: IPCC Statement, Blog "No frakking consensus"

Genetik Das Gewicht liegt in den Genen.

Zumindest entscheidet die genetische Veranlagung darüber, wie stark das Körperfett bei einer bestimmten Ernährungsweise zunimmt. Das ist das Ergebnis einer Studie im Fachblatt "Cell Metabolism". Die Forscher aus Kalifornien untersuchten den Zusammenhang von Ernährung, Fettleibigkeit und Genaktivität an über hundert Mausstämmen. Die Tiere erhielten wochenlang fett- und zuckerhaltiges Futter. Während einige Mausstämme dabei bis zu 600 Prozent Körperfett zulegten, hielten andere ihr Ausgangsgewicht. Die meisten Mäuse nahmen nur in den ersten vier Wochen zu und hatten dann ihr Maximalgewicht erreicht. Dies weise auf eine genetisch festgelegte Körperfett-Grenze hin, schreiben die Forscher. Die Ergebnisse könnten auch auf den Menschen übertragbar sein. [kw/mst]

Quelle: Cell Metabolism 17,DOI: 08 January 2013, doi:10.1016/j.cmet.2012.12.007 bif09.0

08.01.2013

Umwelt Havarierte Bohrinsel Kulluk in sichere Bucht geschleppt

Während der zwölfstündigen Fahrt in die geschützte Kiliuda Bay im Golf von Alaska sei keine Flüssigkeit ausgetreten, teilte der Einsatzleiter des Shell-Konzerns mit. Jetzt wollen Experten die Plattform eingehend auf Schäden untersuchen. Die Höhe der Bergungskosten, die Shell komplett übernehmen will, ist noch unklar. Die "Kulluk" hatte sich vergangene Woche bei schwerer See von einem Schiff losgerissen, das sie nach Seattle schleppen sollte. Anschließend lief sie in der Nähe der Kodiak-Insel auf Grund. Die Plattform hat 45.000 Liter Öl und Hydraulikflüssigkeit sowie etwa 550.000 Liter Diesel an Bord. //[lp/gä]//

Raumfahrt Marsreisen machen träge

Das ist das Ergebnis einer simulierten Marsreise, die Wissenschaftler jetzt ausgewertet haben. Etwa 17 Monate hatten sechs Astronauten zwischen 2010 und 2011 in einem nachgebauten Raumschiff in der Nähe von Moskau verbracht und einen Flug zum Mars simuliert. Die Forscher analysierten währenddessen Aktivität und Stimmung der "Raumfahrer". Das Ergebnis: Im Lauf der Reise bewegten sich die Crewmitglieder immer weniger und schliefen schlechter. Die Forscher vermuten, dass Reizarmut und veränderte Lichtverhältnisse für diese Beobachtung ausschlaggebend sind. Ähnliche Probleme träten auch bei Polarexpeditionen auf. Raumfahrer müssten daher unbedingt einen normalen Tagesrhythmus beibehalten. Das halte sie gesund und arbeitsfähig. //[lp/gä]//

Quelle: PNAS - DOI: 10.1073/pnas.1212646110

Raumfahrt Marsreisen machen träge

Das ist das Ergebnis einer simulierten Marsreise, die Wissenschaftler jetzt ausgewertet haben. Etwa 17 Monate hatten sechs Astronauten zwischen 2010 und 2011 in einem nachgebauten Raumschiff in der Nähe von Moskau verbracht und einen Flug zum Mars simuliert. Die Forscher analysierten währenddessen Aktivität und Stimmung der "Raumfahrer". Das Ergebnis: Im Lauf der Reise bewegten sich die Crewmitglieder immer weniger und schliefen schlechter. Die Forscher vermuten, dass Reizarmut und veränderte Lichtverhältnisse für diese Beobachtung ausschlaggebend sind. Ähnliche Probleme träten auch bei Polarexpeditionen auf. Raumfahrer müssten daher unbedingt einen normalen Tagesrhythmus beibehalten. Das halte sie gesund und arbeitsfähig. //[lp/gä]//

Quelle: PNAS - DOI: 10.1073/pnas.1212646110

Psychologie Wird es zu kompliziert, handeln Menschen chaotisch

Diese Überzeugung vertreten Forscher aus Großbritannien in "PNAS". Die Wissenschaftler stützen sich auf Simulationen mit Gesellschaftsspielen. Dabei hatten sie einen Rechner so programmiert, dass er das Verhalten von Menschen in unterschiedlichen Spielen simulierte. Je komplizierter die Spiele wurden, desto schwerer taten sich die virtuellen Spieler damit, die optimale Strategie zu finden. Am Ende wurde ihr Spielverhalten gar chaotisch. Die Forscher vermuten, dass sich dieses Ergebnis auch auf das Verhalten real existierender Menschen übertragen lässt. Dann könnten ähnliche Effekte zum Beispiel im Börsengeschäft eine Rolle spielen. Ökonomen nehmen meist an, dass Anleger rational handeln. Der Finanzmarkt sei aber so komplex, dass viele Beteiligte irrational entscheiden, argumentieren die Forscher. //[lp/gä]//

Quelle: PNAS - DOI: 10.1073/pnas.1109672110

Paläoanthropologie Hobbits hatten alte Hände

Archäologen haben in Indonesien weitere Knochen der nur knapp einen Meter großen Frühmenschenspezies Homo floresiensis entdeckt. Wie sie im "Journal of human Evolution" schreiben, handelt es sich um mehrere Handwurzelknochen. Die Knochen zeigen ursprüngliche Merkmale, wie sie vor allem von Frühmenschen wie Australopithecus bekannt sind. Ähnlichkeiten mit späteren Arten wie Neandertaler oder Homo sapiens seien hingegen nicht erkennbar. Dies unterstütze die These, dass sich die auch als Hobbits bezeichneten Vertreter von Homo floresiensis sehr früh in der menschlichen Evolution abgespalten haben, zeigen sich die Forscher überzeugt. Ob es sich bei diesen Menschen tatsächlich um eine eigene Art handelte, ist unter Wissenschaftlern umstritten. Viele Experten sehen in ihren Vertretern lediglich eine krankhaft veränderte Form des Homosapiens. //[lp/gä]//

Quelle: Journal of Human Evolution dx.doi.org/10.1016/j.jhevol.2012.10.003

Biologie Staatliche Förderung für Forschung an embryonalen Stammzellen in den USA ist rechtmäßig

Der oberste Gerichtshof der Vereinigten Staaten hat eine Klage gegen die Förderung abgewiesen. Die National Health Institutes N I H dürfen daher weiterhin Forschungsprojekte finanzieren, die Stammzellen aus menschlichen Embryonen verwenden. Das Gericht beendete damit einen mehr als dreijährigen Rechtsstreit. Zwei Forscher, die mit adulten Stammzellen arbeiten, hatten die Klage eingereicht, nachdem die N I H 2009 ihre Förder-Richtlinien an die neue Stammzellenpolitik von Präsident Barack Obama angepasst hatte. Die Förderung deckt die Forschung an 195 Stammzelllinien ab, nicht gefördert wird jedoch das Gewinnen von Stammzellen aus überschüssigen Embryonen. //[kw/gä]//

Quelle: Nature Doi:10.1038/nature.2013.12171

07.01.2013

Medizin Zwischen Migräne und Epilepsie besteht ein genetischer Zusammenhang

Epilepsie-Patienten haben ein deutlich erhöhtes Migräne-Risiko. Forscher an der US-amerikanischen Columbia University in New York haben nun erstmals nachgewiesen, dass es eine genetische Verbindung zwischen beiden Erkrankungen gibt. Für die Studie werteten die Forscher Daten von über 500 Familien aus, in denen mehr als ein Mitglied unter Epilepsie leidet. Die Ergebnisse zeigen: Patienten, in deren Familie das Anfallsleiden bei weiteren drei oder mehr nahen Verwandten auftritt, sind mehr als doppelt so anfällig für eine Migräne mit Aura. Bei dieser Form der Migräne gehen den Kopfschmerzen visuelle oder sensorische Wahrnehmungsstörungen voraus. Sowohl Migräne als auch Epilepsie werden durch genetische Faktoren beeinflusst. Bisher war allerdings unbekannt, ob beide Krankheiten den- oder dieselben genetischen Auslöser haben können. //[kw]//

Biologie Muttermilch kann mehr als 700 Arten von Bakterien enthalten

Das berichten spanische Gesundheitswissenschaftler im "American Journal of Clinical Nutrition". Sie hatten mittels DNA-Tests die Mikroben in der Milch von 18 Müttern untersucht. Welche Bakterien die Milch enthielt, war allerdings von Fau zu Frau unterschiedlich. So wies die Milch übergewichtiger Mütter eine geringere Vielfalt an Mikroorganismen auf. Weniger Bakterienarten fanden sich auch, wenn die Mutter ihr Kind per Kaiserschnitt zur Welt gebracht hatte. Verantwortlich dafür seien Unterschiede im physiologischen Stress und hormonelle Signale bei der Geburt, vermuten die Forscher. Die Bakterien der Muttermilch beeinflussen vermutlich das Immunsystem der Neugeborenen. Ihre Funktion zu verstehen, könnte helfen, neue Methoden zur Vorbeugung oder Behandlung von Allergien oder Autoimmunerkrankungen zu entwickeln. //[lp]//

Technologie Japanische Forscher entwickeln elektronischen Rettungsschwimmer

Das System beruht auf einem am Körper des Badenden angebrachten Drucksensor. Dieser erkennt mit Hilfe einer Software panisches Verhalten im Wasser. Wissenschaftler der Universität Tokio testeten ihre Entwicklung mit Hilfe eines menschlichen Rettungsschwimmers, der die typischen Arm- und Beinbewegungen von Ertrinkenden nachahmte. Das System konnte die so entstehenden Druckwellen zuverlässig von normalem Schwimmen unterscheiden. Im Notfall bläst sich ein Schwimmkissen auf und hilft, über Wasser zu bleiben. Mit dem System könnten vor allem Kinder an unbewachten Badestellen geschützt werden. Die Forscher stellen ihre Ergebnisse am kommenden Wochenende auf einer Fachkonferenz in Las Vegas vor. //[lp]//

Quelle: New Scientist, Conference on Consumer Electronics in Las Vegas, Nevada

Botanik Mais schützt Sonnenblumen vor Mitessern

Einige Maissorten verhindern die Ausbreitung der parasitären Sonnenblumen-Sommerwurz, indem sie die Pflanze regelrecht in den Selbstmord treiben. Das zeigt eine Studie der chinesischen Northwest A&F Universität. Die Sommerwurz besitzt kein Chlorophyll und ist daher vollständig von ihrer Wirtspflanze abhängig. Aus deren Wurzeln saugt sie Wasser und Nährstoffe ab. Bestimmte Maisorten bringen die Sommerwurzsamen zum Auskeimen, bieten ihnen aber keine weitere Angriffsfläche. Die Keimlinge können sich nicht festsetzen und sterben ab. Befällt die Sommerwurz ein Sonnenblumenfeld, kann sich der Ertrag halbieren. Die Forscher weisen darauf hin, dass Mais anzupflanzen eine besonders kostengünstige Methode sei, das Unkraut abzufangen und so die Sonnenblumen zu schützen. Das Getreide könne anschließend geerntet und als Viehfutter verwendet werden. //[kw]//

Quelle: Crop Science, 53, 260-270, November 26, 2012, doi: 10.2135/cropsci2012.03.0197

Paläontologie Schon die Ur-Vögel hatten ihr Lieblingsfutter

Viele der fossilen Vorfahren heute lebender Vögel hatten Zähne. Paläontologen haben nun herausgefunden, dass diese Zähne mitunter hoch spezialisiert waren auf bestimmte Nahrungsquellen. Die Wissenschaftler untersuchten die Anatomie einer kürzlich entdeckten Vogelart aus der Kreidezeit: Die Zähne waren ungewöhnlich robust und auf der Oberfläche gefurcht, was ihre Stabilität zusätzlich erhöhte. Von diesen Merkmalen leiteten die Forscher ab, dass sich diese Vögel vermutlich gezielt von hartschaligen Insekten und Krebsen ernährten.Die ökologische Vielfalt sei bereits bei den Vorfahren der heutigen Vögel beträchtlich gewesen, schlussfolgern die Forscher im "Journal of Vertebrate Paleontology". Die fossilen Überreste der Vogelart mit dem Namen "Sulcavis geeorum" waren in China entdeckt worden. //[lp]//

Quelle: Journal of Vertebrate Paleontology 33

Zoologie Wespen markieren zukünftige Partnerinnen

Ein Stüber mit den Antennen genügt: Auf diese Weise reservieren Männchen japanischer Wespen sich jungfräuliche Weibchen, wie ein amerikanisches Forscherteam in der Zeitschrift "Behavioural Processes" berichtet. Bei der Wespenart schlüpfen die Geschlechter gleichzeitig, und die Weibchen legen nur einmal in ihrem Leben Eier. Dadurch konkurrieren die Wespen stark um die Fortpflanzung. Einige Männchen paaren sich sofort, andere nutzen eine besondere Taktik: Sie paaren sich einmal und markieren danach so viele jungfräuliche Weibchen wie möglich mit Pheromonen. Die markierten Weibchen warten danach treu auf das Männchen, bis es zurückkommt. Eventuell halten die Weibchen das schnellste Männchen auch für das beste und warten deshalb, vermuten die Forscher. //[lp]//

Quelle: Behavioural Processes

04.01.2013

Entwicklungsbiologie Die Sesamstraße erlaubt Einblicke in die geistige Entwicklung.

Die Figuren Ernie, Bert, Tiffy und Samson bringen nicht nur Kindern Buchstaben und Zahlen näher. Sie helfen auch Neurowissenschaftlern bei ihrer Arbeit. Amerikanische Forscher berichten im Fachblatt "PLoS Biology", dass Messungen der Hirnaktivität von Kindern, während sie die Sesamstraße schauen, viel über deren geistige Entwicklung verraten. In Versuchen schauten Kinder und Erwachsene die Fernsehsendung im Labor. Dabei scannten die Wissenschaftler die Gehirne der Probanden mittels Kernspintomographie. Anschließend wurden die geistigen Fähigkeiten der Kinder getestet. Anhand der Hirnscans konnten die Forscher vorhersagen, ob die Kinder eher sprachlich oder mathematisch begabt waren. Zudem schnitten Kinder, deren Gehirn beim Fernsehen eine ähnliche Aktivität wie das eines Erwachsenen zeigte, bei den Tests deutlich besser ab. Die Ergebnisse deuten darauf hin, dass die Entwicklung des Gehirns klaren Regeln folgt und messbar ist, schlussfolgern die Forscher. //[lp]//

Quelle: DOI:10.1371/journal.pbio.1001463, 10.1371/journal.pbio.1001462

Onkologie Künstlich vermehrte Immunzellen sollen Krebs bekämpfen.

T-Lymphozyten sind spezialisierte Immunzellen des Menschen, die spezifisch Tumoren oder Viren angreifen. Sie treten allerdings meist nur in geringer Zahl auf. Japanische Forscher haben eine Methode entwickelt, um T-Lymphozyten künstlich zu vermehren. Die Wissenschaftler programmierten T-Lymphozyten zuerst in pluripotente Stammzellen um. Dieser Zelltyp kann sich häufig teilen und beliebige Gewebe bilden. Die Stammzellen nutzten sie wiederum zur Produktion einer großen Zahl der gewünschten Immunzellen. In Laborversuchen griffen viele der so erzeugten T-Lymphozyten die gleichen Krebs- und Virustypen an wie die ursprünglichen Immunzellen. Klinische Tests an Patienten stehen noch aus. Die Ergebnisse sind in zwei Studien im Fachmagazin "Cell Stem Cell" erschienen. //[lp]//

Quelle: DOI: 10.1016/j.stem.2012.11.002, 10.1016/j.stem.2012.12.006

Paläontologie Manche Dinos nutzten Federn für die Balz.

Viele Vögel versuchen Partner mit ihren Schwanzfedern zu beeindrucken. Eine Studie amerikanischer Paläontologen im Fachblatt "Acta Palaeontologica Polonica" legt nun nahe, dass auch einige Dinosaurierarten diese Strategie verfolgten. Die Wissenschaftler untersuchten Fossilien der Gattung Oviraptor und fanden heraus, dass bei diesen Dinosauriern die letzten Schwanzwirbel miteinander verwachsen waren. Diese anatomische Besonderheit wird die Pygostyl genannt. Sie tritt sonst nur bei Vögeln auf. Die Forscher fanden auch fossile Hinweise auf Schwanzfedern. Eine digitale Rekonstruktion der Muskulatur am Pygostyl deutet darauf hin, dass Oviraptoren ihre Schwanzfedern fächerartig bewegen konnten – vergleichbar mit den heute lebenden Pfauen und Truthähnen im Paarungsspiel. //[lp]//

Quelle: DOI:10.4202/app.2012.0093

Planetologie Ein Meteorit aus der Marskruste enthält ungewöhnlich viel Wasser.

Ein vor zwei Jahren in Afrika gefundener Marsmeteorit hat eine einzigartige Zusammensetzung. Laut der Analyse eines amerikanisch-chinesischen Forscherteams besteht der Gesteinsbrocken aus Basalt, Feldspat und Pyroxen und ist vermutlich vulkanischen Ursprungs. Das Gestein enthält zehnmal so viel Wasser wie andere Marsmeteoriten. Das könnte bedeuten, dass es Kontakt hatte mit Flüssigkeit aus Magma oder von auftreffenden Kometen, schreiben die Forscher im Fachmagazin "Science". Der Basalt entspricht Fundstücken von Marsrovern der Nasa und weist darauf hin, dass der Meteorit – im Gegensatz zu anderen Marsmeteoriten – aus der Kruste des Roten Planeten stammt. //[lp]//

Quelle: DOI:10.1126/science.1228858

Klimaforschung "El Niño" lässt der Treibhauseffekt kalt.

Die globale Klimaerwärmung lässt Gletscher schmelzen und beeinflusst den Monsun. Dass sie sich auch auf das Wetterphänomen "El Niño" auswirkt, lässt sich bisher allerdings nicht nachweisen. Das berichten Klimaforscher im Fachblatt "Science". Die Wissenschaftler rekonstruierten "El Niño"-Ereignisse anhand fossiler Korallen aus dem tropischen Pazifik. Das Ergebnis: In den vergangenen 7000 Jahren gab es kein klares Muster. Zwar trete das Phänomen in letzter Zeit variabler auf. Das sei aber historisch nicht einzigartig. Eine Verbindung zum Klimawandel könne nicht gezogen werden, schreiben die Forscher. Das Wetterphänomen "El Niño" tritt alle paar Jahre auf. Dabei erwärmt sich die Oberfläche des Pazifiks entlang des Äquators. Das wirkt sich weltweit auf die Niederschläge aus. //[lp]//

Quelle: DOI:10.1126/science.1228246

Psychologie Die Menschen unterschätzen, wie sehr sie sich in Zukunft verändern werden.

Das zeigt eine Studie amerikanischer Psychologen im Fachblatt "Science". Die Wissenschaftler untersuchten die Persönlichkeit von etwa 20.000 Menschen zwischen 18 und 68 Jahren. Dabei befragten sie die Probanden auch, wie sehr sie sich nach eigener Einschätzung in den vergangenen zehn Jahren verändert hatten und wie sehr sie sich in der kommenden Dekade verändern würden. In jeder Altersstufe glaubten die Befragten, früher deutlich anders gewesen zu sein, sich in Zukunft aber kaum noch zu verändern – so als ende die eigene Entwicklung in der Gegenwart. Doch diese Überzeugung sei falsch, geben die Psychologen zu Bedenken. //[lp]//

Quelle: DOI:10.1126/science.1229294

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