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14.01.2013

Paläontologie Forscher rekonstruieren Skelett der ersten Landwirbeltiere

Bei dieser Arbeit entdeckte das internationale Team aus Biologen und Paläontologen Hinweise darauf, dass sich die Tiere ähnlich heutigen Seehunden mit den Vordergliedmaßen nach vorn zogen, anstatt auf allen vier Beinen zu laufen. Die Wissenschaftler machten mithilfe von Röntgenstrahlen Scans von Ichthyostega-Fossilien und fertigten so detaillierte Abbildungen des Skeletts an. Der Befund: Die Forscher fanden erste Brustbeinknochen. Das weise darauf hin, dass das Tier bei der Fortbewegung an Land viel Gewicht auf die Brust gelegt habe, schreiben die Forscher im Fachblatt "Nature". Zudem waren die Wirbel in anderer Weise miteinander verschmolzen als bislang angenommen. Ichthyostega gilt als eines der ersten Tiere, das vor etwa 360 Millionen Jahren den Landgang erprobte. //[lp]//

Quelle: "Nature": Vertebral architecture in the earliest stem tetrapods. DOI: 10.1038/na

Medizin Reaktive Sauerstoffverbindungen lassen Gewebe nachwachsen

Einige Tiere wie Frösche können abgetrennte Körperteile regenerieren. Im Fachmagazin "Nature Cell Biology" berichten Forscher nun, dass Kaulquappen mit amputiertem Schwanz verstärkt Wasserstoffperoxid produzieren, während der Schwanz nachwächst. Hielten die Forscher die Konzentration des Stoffs niedrig, bildeten die Kaulquappen kein neues Gewebe aus. Wasserstoffperoxid zählt wie die sogenannten freien Radikale zu den reaktiven Sauerstoffverbindungen. Diese Verbindungen verursachen im Körper oxidativen Stress. Bislang galt diese Stoffklasse daher als schädlich für Zellen. //[lp]//

Quelle: "Nature Cell Biology" - doi:10.1038/ncb2659

Medizin Rauchen löst nicht nur Blasenkrebs aus, sondern beeinflusst auch den Verlauf der Erkrankung

Raucher haben demnach ein höheres Risiko an Blasenkrebs zu sterben, weil sich bei ihnen Tumore häufiger aggressiv entwickeln. Die Studie erscheint im Fachmagazin "Cancer". Mediziner aus den USA untersuchten den Verlauf der Blasenkrebserkrankung von mehr als 200 Patienten. Die Ergebnisse legen nahe, dass sich die negativen Effekte des Rauchens mit zunehmendem Zigarettenkonsum schrittweise verstärken. Weitere Faktoren, die die Überlebenswahrscheinlichkeit beeinflussten, waren das Alter der Patienten, chirurgische Kriterien und die Art der Begleittherapie. Generell konnten die Mediziner zeigen, dass besonders aggressive Tumore neun veränderte Proteine aufwiesen. Anhand dieser Eiweiße ließen sich belastbare Prognosen zum Krankheitsverlauf machen, schreiben die Forscher. //[lp]//

Quelle: Cancer, DOI: 10.1002/cncr.27763

Biologie DNA-Test verrät Haar- und Augenfarbe noch nach Jahrhunderten

Auf Gemälden wird der 1943 verstorbene polnische General Wladislaw Sikorski mit blauen Augen und blondem Haar dargestellt. Dass das stimmt, konnten Wissenschaftler jetzt anhand der DNA-Analyse eines Zahnes nachweisen. Wie die Forscher im Journal "Investigative Genetics" beschreiben, nutzten sie einen Test aus der modernen Forensik. Dieser wird etwa eingesetzt, um aus Blutspuren Informationen über das Aussehen eines Straftäters zu gewinnen. Wie sich zeigte, lieferte die Nachweismethode auch für bis zu 800 Jahre alte Zahn- und Knochenproben zuverlässige Ergebnisse. Der Test analysiert 24 Genvarianten, die die Farbe von Augen und Haaren beeinflussen. //[lp]//

Klima Hitzerekorde nehmen weltweit zu

Die Erderwärmung lässt die Zahl der monatlichen Hitzerekorde dramatisch ansteigen. Das hat ein deutsch-spanisches Forscherteam im Fachjournal "Climatic Change” berechnet. Jedes dieser Temperaturextreme sei danach mit 80-prozentiger Wahrscheinlichkeit auf den Klimawandel zurückzuführen.Für ihre Studie werteten die Klimaforscher Daten aus gut 130 Jahren von 12.000 Messpunkten der NASA rund um den Globus statistisch aus. Setzt sich die Erderwärmung fort, wird die Anzahl der Hitzerekorde in 30 Jahren zwölfmal höher liegen als ohne Klimawandel, schreiben die Wissenschaftler. //[lp]//

Quelle: Global increase in record-breaking monthly-mean temperatures. Climatic Change. d

Umwelt Ozongehalt über dem Meer reguliert sich selbst

Iodhaltige Gase zersetzen Ozon in erdnahen Luftschichten, wo es gesundheitsschädlich ist und als Treibhausgas wirkt. Im Fachmagazin "Nature Geoscience" berichten Wissenschaftler nun über eine neu entdeckte Quelle für die erhöhte Iod-Konzentration über der Meeresoberfläche. Bisher waren Forscher davon ausgegangen, dass das Iod aus organischen Verbindungen stammt. Die neuen Ergebnisse legen aber nahe, dass Ozon mit im Meerwasser gelöstem Iodid zu anorganischem Iod reagiert. Dadurch reguliert sich der Ozongehalt selbst: Je mehr Ozon vorhanden ist, desto mehr iodhaltige Gase werden gebildet. //[lp]//

Quelle: Nature Geoscience - doi:10.1038/ngeo1687

11.01.2013

Hygiene Hinweisschilder auf Toiletten haben einen Effekt.

Männer waschen sich nach dem Austreten häufiger und gründlicher die Hände, wenn sie durch entsprechende Schilder im Waschraum dazu aufgefordert werden. Das berichten Forscher der Michigan State University im Fachblatt "Human Communication Research". Die Forscher beobachteten das Verhalten von etwa 250 männlichen Studenten nach dem Toilettengang. Ohne Hinweisschild wuschen sich etwa drei Viertel aller Männer die Hände. Durch eine Tafel mit Ermunterung und Tipps zum richtigen Säubern stieg der Prozentsatz auf circa 85. Mit Hinweisschild ließen die Männer zudem das Wasser länger laufen, reinigten die Hände also intensiver. Gründliches Händewaschen kann die Übertragung vieler Krankheiten verhindern. Die Ergebnisse seien daher relevant für das Gesundheitswesen, argumentieren die Wissenschaftler.//[lp]//

Astronomie Eine Weltraum-Kollision hat eine riesige Galaxie hervorgebracht.

Ein internationales Forscherteam hat die größte bekannte Spiralgalaxie entdeckt. Sie ist etwa fünfmal größer als die Milchstraße, berichteten die Wissenschaftler auf dem Treffen der "American Astronomical Society". In den Rändern der etwa 212 Millionen Lichtjahre entfernten Galaxie findet sich eine große Menge junger Sterne. Sie scheinen durch einen Zusammenstoß mit einer benachbarten Galaxie entstanden zu sein. Die Astronomen vermuten, dass solche Kollisionen der Ursprung vieler Spiralgalaxien sein könnten.//[lp]//

Quelle: BBC

Physiologie Viagra könnte beim Abspecken helfen.

Das legt eine Studie von Wissenschaftlern der Universität Bonn nahe, die im Fachmagazin der "Federation of American Societies for Experimental Biology" erscheint. Die Pharmakologen verabreichten Mäusen sieben Tage lang das Potenzmittel. Das Ergebnis: Der Wirkstoff verwandelte verstärkt weiße Fettzellen der Nager – die auch beim Menschen für die Bildung von Fettpolstern verantwortlich sind – in beige Zellen. Diese setzen überschüssige Energie in Wärme um, schmelzen das Fett sozusagen ein. Der Effekt beruht darauf, dass Viagra den Botenstoff cGMP beeinflusst, der wiederum die Umwandlung von weißem in braunes Fettgewebe antreibt. Die Forscher hoffen, mit Hilfe der Entdeckung irgendwann ein Medikament gegen Fettleibigkeit bei Menschen zu entwickeln.//[lp]//

Quelle: DOI: 10.1096/fj.12-221580

Physik Forscher messen die Zeit mit Hilfe von Materiewellen.

Physiker der University of California haben eine Uhr entwickelt, die auf der Masse einzelner Atome beruht. Die Forscher nutzten dafür ein quantenmechanisches Phänomen: Demnach kann jedem Teilchen auch eine Materiewelle zugeordnet werden. Je nach der Masse des Teilchens hat diese Welle eine bestimmte Frequenz, die als Taktgeber zur Zeitmessung dienen kann. Im konkreten Fall verwendeten die Wissenschaftler Cäsium-Atome. Umgekehrt kann die Methode auch dazu genutzt werden, aus der Frequenz die Masse des taktgebenden Teilchens zu berechnen. So könnte es möglich sein, in Zukunft das Kilogramm neu zu definieren. Die Physiker beschreiben ihre Ergebnisse im Fachjournal "Science". //[lp]//

Quelle: DOI: 10.1126/science.1230767

Medizin Ein Atemtest könnte bald zur Diagnose von Infektionen reichen.

Einem Team amerikanischer Forscher ist es gelungen, Bakterien in der Lunge von Mäusen anhand der ausgeatmeten Luft zu identifizieren. Die Studie erscheint im "Journal of Breath Research". Im Labor untersuchten die Forscher die flüchtigen organischen Bestandteile der Nager-Atemluft. So konnten sie genaue Rückschlüsse auf die in der Lunge präsenten Bakterienarten und sogar unterschiedliche Stämme desselben Bakteriums ziehen. Die Wissenschaftler hoffen, mit Hilfe der Ergebnisse eine Methode zu entwickeln, um Lungeninfektionen wie Tuberkulose innerhalb weniger Minuten zu diagnostizieren. //[lp]//

Quelle: <a href="http://iopscience.iop.org/1752-7163/7/1/016003 ">Journal of Breath Rese

Chemie Ein Polymerfilm erzeugt Energie aus Wasserdampf.

Ein neues Material ändert seine Form, wenn es geringe Mengen Wasserdampf absorbiert und wieder freisetzt. Auf diese Weise gewinnt es mechanische Energie aus dem Wassergradienten der Umgebungsluft, berichten Forscher im Fachmagazin "Science". Sie entwickelten ein Netzwerk von zwei unterschiedlichen Polymeren. Absorbiert die Folie Wasserdampf, beispielsweise über einer nassen Oberfläche, rollt sie sich auf. Anschließend gibt sie die Feuchtigkeit an die trockene Umgebungsluft ab und entspannt sich wieder. Diese Bewegung könnte beispielsweise als Antrieb für kleine Roboter oder zur Stromerzeugung für nanoelektronische Geräte genutzt werden. //[lp]//

Quelle: DOI: 10.1126/science.1230262

10.01.2013

Biologie Schwimmt ein Feind vorbei, stellen sich Haifisch-Babys tot.

Auf diese Weise minimieren die Embryos des Braungebänderten Bambushais verräterische Bewegungen in ihrem Ei. Sie orten potentielle Fressfeinde dabei über Sinneszellen, die elektrische Spannung wahrnehmen. Das berichten Biologen der University of Western Australia im Fachmagazin "PLoS One". Die Wissenschaftler zogen elf Haibabys in ihren Eihüllen im Labor heran. Währenddessen setzten sie die Tiere unterschiedlich starken elektrischen Feldern aus, die in der Natur von Fressfeinden der Haie erzeugt werden. Die Reaktion: Die Embryos stoppten die Bewegung ihrer Kiemen und fielen in eine Schockstarre, bis der elektrische Reiz aufhörte. Bislang war nur bekannt, dass erwachsene Haie ihren Elektrosinn einsetzen, um ihrerseits Beutetiere aufzuspüren. //[lp]//

Quelle: <a href="http://www.plosone.org/article/info:doi/10.1371/journal.pone.0052551">

Onkologie Auch die Unterbrechung einer Therapie kann gegen Tumoren helfen.

Das gilt für Hautkrebszellen, die eine Resistenz gegen den Wirkstoff "Vemurafenib" entwickelt haben. Mediziner aus den USA und der Schweiz haben herausgefunden, dass diese Zellen geradezu abhängig von dem Medikament werden und es zum Wachsen brauchen. Unter diesen Umständen führen regelmäßige Pausen in der Behandlung mit dem Wirkstoff dazu, dass resistente Tumoren schrumpfen, berichten die Forscher im Fachblatt "Nature". Sie experimentierten mit Mäusen, die unter schwarzem Hautkrebs litten. Die Krebsart gilt als hochgradig aggressiv und bildet schnell Metastasen. Die Studie zeigte auch, dass eine diskontinuierliche Dosierung bereits der Entwicklung einer Medikamenten-Resistenz vorbeugen kann. //[lp]//

Quelle: DOI: 10.1038/nature11814

Astronomie Wissenschaftler beschreiben die am weitesten entfernte Supernova.

Amerikanische Forscher haben ein zehn Milliarden Lichtjahre entferntes Ereignis als Supernova des Typs 1a identifiziert. Die "Mingus" genannte Supernova ist damit die am weitesten entfernte, die bisher beobachtet wurde. Supernovae des Typs 1a sind für die Astronomie von besonderer Bedeutung, da sie zur Entfernungsmessung im All dienen. Durch den Vergleich von "Mingus" mit anderen Supernovae erhoffen sich die Forscher neue Erkenntnisse über die dunkle Materie. Diese Kraft beeinflusst die Ausdehnung des Universums. Das Weltraumteleskop Hubble hatte "Mingus" bereits im Jahr 2004 fotografiert. Allerdings lieferte erst vor kurzem eine zusätzliche Kamera die notwendigen Daten, um die Bilder auswerten zu können. Die Studie erscheint im "Astrophysical Journal". //[lp]//

Quelle: Arxiv.org

Geologie Gletscher bereiten den Weg für neue Gletscher.

Dort, wo bereits einmal ein Gletscher die Erdoberfläche erodiert hat, sammeln sich auch danach wieder schnell große Eismengen an. Das geht aus einer Studie skandinavischer Forscher in der Fachzeitschrift "Nature" hervor. Die Geowissenschaftler analysierten Gebirgszüge in Spanien und den USA und berechneten Computermodelle. Demnach schaffen die Gletscher der ersten Generation U-förmige Täler und große Hochflächen im Gebirge. Dort sammeln sich später leicht Schnee und Eis, und neue Gletscher entstehen. In Gebieten, die zuvor nicht glazial geformt wurden, führe dagegen erst eine wesentlich stärkere Klimaänderung zur Bildung neuer Gletscher, schreiben die Forscher. //[lp]//

Quelle: DOI:10.1038/nature11786

Neurowissenschaften Wiederhergestellte Haarzellen bringen das Gehör zurück.

Zum ersten Mal ist es Forschern gelungen, die abgestorbenen Haarzellen im Ohr von tauben Mäusen nachwachsen zu lassen. Die Tiere gewannen dadurch ihr Gehör teilweise zurück. Das berichtet die Fachzeitschrift "Neuron". Die im Innenohr sitzenden Haarzellen wandeln Schallwellen in Nervenimpulse um. Sterben sie ab, werden bei Säugetieren keine neuen Haarzellen nachgebildet, und das Hörvermögen nimmt ab. Verantwortlich dafür ist das Protein "Notch". Es verhindert, dass sich neue Haarzellen ausbilden. Die Wissenschaftler behandelten die Mäuse mit einer Substanz, die dieses Protein hemmt. Daraufhin übernahmen unspezialisierte Zellen in der Nähe von abgestorbenen Haarzellen deren Funktion. //[lp]//

Quelle: DOI: 10.1016/j.neuron.2012.10.032

09.01.2013

Biolgie Mäuseweibchen fordern väterliche Fürsorge ein.

Weibliche Mäuse äußern Rufe im Ultraschallbereich, die ihre Männchen dazu bringen, sich um den gemeinsamen Nachwuchs zu kümmern. Das berichtet ein japanisch-britisches Forscherteam im Fachblatt "Nature Communications". Die Wissenschaftler trennten die Mäuseeltern für zehn Minuten von ihrem Nachwuchs. War der Vater dabei im selben Käfig wie die Mutter, kümmerte er sich anschließend fürsorglich um die Babys. War er allein im Extrakäfig, ging er danach nachlässiger mit seinen Jungen um. Wie die Forscher in weiteren Experimenten zeigten, lösen neben Rufen im Ultraschallbereich auch Duftstoffe der Mäuseweibchen das fürsorgliche Verhalten der Väter aus. [lp]

Quelle: Nature Communications, doi: 10.1038/ncomms2336

Biolgie Schrumpelfinger greifen besser.

Nasse Gegenstände lassen sich mit aufgeweichten, verschrumpelten Fingern schneller greifen und besser transportieren als mit trockenen. Das berichten Forscher der britischen Newcastle University in den "Biology Letters". Bei trockenen Gegenständen konnten sie keinen Unterschied zwischen schrumpeligen und trockenen Fingern feststellen. Untersuchungen haben gezeigt, dass das vegetative Nervensystem die Bildung der Schrumpelhaut kontrolliert. Der Effekt könnte damit gezielt die Funktion erfüllen, das Wasser besser abzuleiten und so die Haftfähigkeit der Haut zu erhöhen. Bislang hatten Wissenschaftler angenommen, dass Hände und Füße verschrumpeln, weil die oberste Hautschicht im Wasser aufquillt. [kw]

Quelle: Royal Society Biology Letters, 9. Januar 2013, DOI: 10.1098/rsbl.2012.0999

Neurowissenschaften Zweisprachige Menschen sind gedanklich schneller.

Das gilt zumindest für ältere Personen, die seit ihrer Kindheit bilingual aufgewachsen sind, wie Wissenschaftler der University of Kentucky im "Journal of Neuroscience" berichten. Im Labor mussten die 60- bis knapp 70-jährigen Versuchsteilnehmer flexibel zwischen zwei Denkaufgaben wechseln. Alle Teilnehmer bestanden die Tests. Diejenigen, die zweisprachig aufgewachsen waren, konnten gedanklich allerdings schneller umschalten. Zudem zeigte ihr Gehirn dabei ein anderes Aktivitätsmuster. Bei jungen Versuchsteilnehmern hatte Zweisprachigkeit keinen Effekt. Der lebenslange Wechsel zwischen zwei Sprachen stimuliere das Gehirn. Dadurch bleibe die geistige Flexibilität auch im Alter hoch, schreiben die Forscher. [lp]

Quelle: Lifelong Bilingualism Maintains Neural Efficiency for Cognitive Control in Aging

Paläontologie Die vermeintliche Massenpanik war eine Flussüberquerung.

In Australien gibt es einzigartige fossile Spuren, die bislang einer flüchtenden Dinosaurierherde zugeschrieben wurden. Eine Studie im "Journal of Vertebrate Paleontology" legt allerdings die Vermutung nahe, dass es sich nicht um die Abdrücke einer Massenflucht handelt, sondern um Spuren schwimmender Saurier. Paläontologen der University of Queensland fiel auf, dass viele der Spuren wie lang gezogene Furchen oder Zehenspitzenabdrücke aussehen. Diese Formen seien entstanden, als schwimmende Dinosaurier sich mit den Hinterbeinen vom Boden eines Gewässers abstießen. Die Forscher vermuten, dass das Fundgebiet der Spuren vor etwa 95 Millionen Jahren das Bett eines flachen Flusses war. Diesen mussten zahlreiche kleinere Dinosaurierarten schwimmend oder watend durchquert haben. [lp/mst]

Quelle: Reevaluation of the Lark Quarry dinosaur Tracksite, Journal of Vertebrate Paleon

Umwelt Weltklimarat räumt zweites Datenleck ein.

Im Internet sind erneut Teile des vorläufigen Sachstandsberichts des UNO-Klimarates veröffentlicht worden. Es handelt sich um 661 Dateien der zweiten Arbeitsgruppe des IPCC, die sich mit den Folgen des Klimawandels für Mensch und Natur beschäftigt. Eine kanadische Bloggerin, die seit Jahren als Kritikerin des Klimarates gilt, hatte USB-Sticks mit den vertraulichen Dokumenten eine Woche vor Weihnachten aus bislang unbekannter Quelle erhalten. Jetzt veröffentlichte sie die Dateien auf ihrer Internetseite. Im vergangenen Dezember waren bereits vorläufige Teile des Berichts im Internet aufgetaucht. Sie behandelten die wissenschaftlichen Grundlagen des Klimawandels. [lp]

Quelle: IPCC Statement, Blog "No frakking consensus"

Genetik Das Gewicht liegt in den Genen.

Zumindest entscheidet die genetische Veranlagung darüber, wie stark das Körperfett bei einer bestimmten Ernährungsweise zunimmt. Das ist das Ergebnis einer Studie im Fachblatt "Cell Metabolism". Die Forscher aus Kalifornien untersuchten den Zusammenhang von Ernährung, Fettleibigkeit und Genaktivität an über hundert Mausstämmen. Die Tiere erhielten wochenlang fett- und zuckerhaltiges Futter. Während einige Mausstämme dabei bis zu 600 Prozent Körperfett zulegten, hielten andere ihr Ausgangsgewicht. Die meisten Mäuse nahmen nur in den ersten vier Wochen zu und hatten dann ihr Maximalgewicht erreicht. Dies weise auf eine genetisch festgelegte Körperfett-Grenze hin, schreiben die Forscher. Die Ergebnisse könnten auch auf den Menschen übertragbar sein. [kw/mst]

Quelle: Cell Metabolism 17,DOI: 08 January 2013, doi:10.1016/j.cmet.2012.12.007 bif09.0

08.01.2013

Umwelt Havarierte Bohrinsel Kulluk in sichere Bucht geschleppt

Während der zwölfstündigen Fahrt in die geschützte Kiliuda Bay im Golf von Alaska sei keine Flüssigkeit ausgetreten, teilte der Einsatzleiter des Shell-Konzerns mit. Jetzt wollen Experten die Plattform eingehend auf Schäden untersuchen. Die Höhe der Bergungskosten, die Shell komplett übernehmen will, ist noch unklar. Die "Kulluk" hatte sich vergangene Woche bei schwerer See von einem Schiff losgerissen, das sie nach Seattle schleppen sollte. Anschließend lief sie in der Nähe der Kodiak-Insel auf Grund. Die Plattform hat 45.000 Liter Öl und Hydraulikflüssigkeit sowie etwa 550.000 Liter Diesel an Bord. //[lp/gä]//

Raumfahrt Marsreisen machen träge

Das ist das Ergebnis einer simulierten Marsreise, die Wissenschaftler jetzt ausgewertet haben. Etwa 17 Monate hatten sechs Astronauten zwischen 2010 und 2011 in einem nachgebauten Raumschiff in der Nähe von Moskau verbracht und einen Flug zum Mars simuliert. Die Forscher analysierten währenddessen Aktivität und Stimmung der "Raumfahrer". Das Ergebnis: Im Lauf der Reise bewegten sich die Crewmitglieder immer weniger und schliefen schlechter. Die Forscher vermuten, dass Reizarmut und veränderte Lichtverhältnisse für diese Beobachtung ausschlaggebend sind. Ähnliche Probleme träten auch bei Polarexpeditionen auf. Raumfahrer müssten daher unbedingt einen normalen Tagesrhythmus beibehalten. Das halte sie gesund und arbeitsfähig. //[lp/gä]//

Quelle: PNAS - DOI: 10.1073/pnas.1212646110

Raumfahrt Marsreisen machen träge

Das ist das Ergebnis einer simulierten Marsreise, die Wissenschaftler jetzt ausgewertet haben. Etwa 17 Monate hatten sechs Astronauten zwischen 2010 und 2011 in einem nachgebauten Raumschiff in der Nähe von Moskau verbracht und einen Flug zum Mars simuliert. Die Forscher analysierten währenddessen Aktivität und Stimmung der "Raumfahrer". Das Ergebnis: Im Lauf der Reise bewegten sich die Crewmitglieder immer weniger und schliefen schlechter. Die Forscher vermuten, dass Reizarmut und veränderte Lichtverhältnisse für diese Beobachtung ausschlaggebend sind. Ähnliche Probleme träten auch bei Polarexpeditionen auf. Raumfahrer müssten daher unbedingt einen normalen Tagesrhythmus beibehalten. Das halte sie gesund und arbeitsfähig. //[lp/gä]//

Quelle: PNAS - DOI: 10.1073/pnas.1212646110

Psychologie Wird es zu kompliziert, handeln Menschen chaotisch

Diese Überzeugung vertreten Forscher aus Großbritannien in "PNAS". Die Wissenschaftler stützen sich auf Simulationen mit Gesellschaftsspielen. Dabei hatten sie einen Rechner so programmiert, dass er das Verhalten von Menschen in unterschiedlichen Spielen simulierte. Je komplizierter die Spiele wurden, desto schwerer taten sich die virtuellen Spieler damit, die optimale Strategie zu finden. Am Ende wurde ihr Spielverhalten gar chaotisch. Die Forscher vermuten, dass sich dieses Ergebnis auch auf das Verhalten real existierender Menschen übertragen lässt. Dann könnten ähnliche Effekte zum Beispiel im Börsengeschäft eine Rolle spielen. Ökonomen nehmen meist an, dass Anleger rational handeln. Der Finanzmarkt sei aber so komplex, dass viele Beteiligte irrational entscheiden, argumentieren die Forscher. //[lp/gä]//

Quelle: PNAS - DOI: 10.1073/pnas.1109672110

Paläoanthropologie Hobbits hatten alte Hände

Archäologen haben in Indonesien weitere Knochen der nur knapp einen Meter großen Frühmenschenspezies Homo floresiensis entdeckt. Wie sie im "Journal of human Evolution" schreiben, handelt es sich um mehrere Handwurzelknochen. Die Knochen zeigen ursprüngliche Merkmale, wie sie vor allem von Frühmenschen wie Australopithecus bekannt sind. Ähnlichkeiten mit späteren Arten wie Neandertaler oder Homo sapiens seien hingegen nicht erkennbar. Dies unterstütze die These, dass sich die auch als Hobbits bezeichneten Vertreter von Homo floresiensis sehr früh in der menschlichen Evolution abgespalten haben, zeigen sich die Forscher überzeugt. Ob es sich bei diesen Menschen tatsächlich um eine eigene Art handelte, ist unter Wissenschaftlern umstritten. Viele Experten sehen in ihren Vertretern lediglich eine krankhaft veränderte Form des Homosapiens. //[lp/gä]//

Quelle: Journal of Human Evolution dx.doi.org/10.1016/j.jhevol.2012.10.003

Biologie Staatliche Förderung für Forschung an embryonalen Stammzellen in den USA ist rechtmäßig

Der oberste Gerichtshof der Vereinigten Staaten hat eine Klage gegen die Förderung abgewiesen. Die National Health Institutes N I H dürfen daher weiterhin Forschungsprojekte finanzieren, die Stammzellen aus menschlichen Embryonen verwenden. Das Gericht beendete damit einen mehr als dreijährigen Rechtsstreit. Zwei Forscher, die mit adulten Stammzellen arbeiten, hatten die Klage eingereicht, nachdem die N I H 2009 ihre Förder-Richtlinien an die neue Stammzellenpolitik von Präsident Barack Obama angepasst hatte. Die Förderung deckt die Forschung an 195 Stammzelllinien ab, nicht gefördert wird jedoch das Gewinnen von Stammzellen aus überschüssigen Embryonen. //[kw/gä]//

Quelle: Nature Doi:10.1038/nature.2013.12171

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