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16.01.2013

Astronomie Roboter sollen Wasser auf dem Mond suchen.

Wissenschaftler des "Deutschen Forschungszentrums für Künstliche Intelligenz" in Bremen haben den Prototyp eines Roboter-Duos entwickelt. Bei einer zukünftigen Mondmission könnte der vierrädrige Rover "Sherpa" den Kletterroboter "Crex" an Kratern des Mond-Südpols absetzen, in denen dieser dann nach gefrorenem Wasser sucht. Die Forscher testeten die Roboter erfolgreich in einer knapp 300 Quadratmeter großen Halle mit künstlicher Mondlandschaft. Gefrorenes Wasser auf dem Mond könnte Atemgas für bemannte Raumfahrten liefern. Hinweise auf Wasser in den Kratern gibt es seit dem Jahr 2009. [lp]

Quelle: DFKI

Biologie Ältere Krabben werben ausdauernder um Weibchen.

Das haben Biologen bei Winkerkrabben in afrikanischen Mangroven beobachtet. Wie sie im Fachmagazin "Biology Letters" schreiben, winken ältere Krabben früher und länger, sobald sie ein Weibchen neben ihrem Erdbau entdecken. Junge Krabben investierten weniger Energie in die Balz, weil das Wachstum bei ihnen oberste Priorität hat, vermuten die australischen Forscher. Je größer die Tiere, desto geringer sei die Gefahr, von Vögeln erbeutet zu werden. Obwohl die älteren Krabben ausdauernder warben, winkten alle Männchen mit derselben Frequenz. Die Biologen erklären das so: Weibchen bevorzugen eine bestimmte Winkgeschwindigkeit, an die sich alle Männchen anpassen. [lp]

Quelle: Biology Letters, doi: 10.1098/rsbl.2012.1078

Biologie Der Nährstofffluss im Stamm bestimmt die Blattgröße von Bäumen.

Die Blätter kleiner Bäume sind in ihrer Größe sehr variabel. Große Bäume haben dagegen relativ einheitliche Blätter von etwa 15 Zentimetern Länge. Entscheidend dafür sei, wie weit die Nährstoffe im Baum transportiert werden müssen, schreiben amerikanische Biologen in den "Physical Review Letters". Die bei der Fotosynthese erzeugte Zuckerlösung fließt durch ein Kanalsystem von den Blättern Richtung Wurzeln. Je größer die Blätter, desto schneller strömt die Lösung in ihnen. Im Stamm wird sie jedoch abgebremst. Bei großen Bäumen ist dem Modell der Forscher zufolge diese Bremswirkung so stark, dass die Blattgröße die Geschwindigkeit fast nicht mehr beeinflusst. Eine Mindestgröße müssen sie aber haben, um den Nährstofffluss in Gang zu halten. Die Wissenschaftler schreiben, dass viele der nach dem Modell vorhergesagten Blattgrößen mit denen existierender Baumarten übereinstimmen. [lp]

Quelle: DOI: 10.1103/PhysRevLett.110.018104

Physik Schmelzwassertümpel lassen das Eis der Arktis schneller schwinden.

Das berichten Forscher des Alfred-Wegener-Instituts für Polar- und Meeresforschung in den "Geophysical Research Letters". Die arktische Meereisdecke besteht demnach zur Hälfte aus glattem, einjährigen Eis, auf dem sich großflächig Schmelzwasser sammelt. An diesen Stellen dringe mehr Sonnenlicht ins Eis und erwärme es. Die Wissenschaftler hatten die Lichtdurchlässigkeit der arktischen Eisdecke an etwa 6000 Messpunkten mit einem Tauchroboter untersucht. Das dünne Eis unter Schmelzwassertümpeln ließ dreimal mehr Licht passieren als altes, dickes Eis. Gleichzeitig absorbiere es doppelt so viel Sonnenstrahlung und schmelze von innen. Die Meereisphysiker weisen auch darauf hin, dass der stärkere Lichteinfall das Ökosystem im Wasser unter dem Eis verändere. [lp]

Quelle: Geophysical Research Letters, Volume 39, Issue 24, DOI: 10.1029/2012GL053738

Biologie Bei der Fortpflanzung sind Entenmuscheln erfinderisch.

Seit Darwin haben Forscher gedacht, dass sich die unbeweglich am Meeresboden festsitzenden Tiere selbst befruchten oder mit ihrem Nachbarn fortpflanzen. Jetzt beschreiben kanadische Biologen eine dritte Variante im Fachmagazin "Proceedings B" der britischen Royal Society: Entenmuscheln fischen auch Spermien weit entfernter Artgenossen aus dem Wasser. Die Forscher sammelten befruchtete Eier von isoliert oder in Zweier-Gruppen lebenden Tieren und untersuchten deren Erbgut: Die DNA vieler Embryos unterschied sich von der der vermeintlichen Eltern. Ob die Tiere gezielt Spermien für Distanz-Befruchtungen ins Wasser abgeben, ist noch unklar. Entenmuscheln sind mit einem Stiel im Boden verankert und ernähren sich von Plankton, das sie aus dem Wasser filtrieren. Trotz ihres Muschel-ähnlichen Aussehens zählen die Tiere zu den Krebsen. Bei ihnen ist der Rumpfpanzer schalenartig umgebildet. [lp]

Quelle: doi: 10.1098/rspb.2012.2919 Proc. R. Soc. B

Umwelt Ruß belastet das Klima doppelt so stark, wie bisher gedacht.

Das legt die Veröffentlichung eines internationalen Forscherteams im "Journal of Geophysical Research" nahe. Demnach hat Ruß den weltweit zweitgrößten Treibhauseffekt nach Kohlendioxid. Ruß entsteht bei der Verbrennung von fossilen Brennstoffen und Holz. Für das Klima problematisch sind dabei vor allem die so genannten "Black Carbon"-Partikel. Sie absorbieren das Sonnenlicht und erwärmen so die Atmosphäre. Auf diese Weise lassen die Kohlenstoffteilchen auch Eis und Schnee schneller schmelzen. Eine Verringerung des Rußausstoßes könnte die globale Erwärmung um ein halbes Grad senken. Auf lange Sicht sei es aber dennoch entscheidend, Kohlendioxidemissionen zu reduzieren, betonen die Wissenschaftler. [kw, lp]

Quelle: Journal of Geophysical Research: Atmospheres, 15 Januar 2013, DOI: 10.1002/jgrd.

15.01.2013

Medizin Akupunktur könnte sich positiv auf Sportler auswirken

Und zwar sowohl auf physiologische Vorgänge während des Trainings als auch auf die Erholungsphase danach, wie australische Biomediziner im "Journal of Alternative and Complementary Medicine" berichten. Die Forscher werteten die Befunde mehrerer Studien der vergangenen Jahre aus. In denen trugen die Versuchsteilnehmer entweder kurz vor oder auch während einer Trainingseinheit – zum Beispiel auf dem Laufband – Akupunkturnadeln am Körper. Die Mediziner fanden Hinweise darauf, dass sich die Akupunktur bei der Bewegung positiv auf Kraft und Blutdruck der Probanden auswirkte und dass diese sich danach schneller erholten. Allerdings seien weitere systematische Studien nötig, um die Ergebnisse abzusichern. //[lp]//

Zoologie Skorpionstiche tun Grashüpfermäusen nicht weh

Rindenskorpione sind trotz ihrer Giftstachel eine häufige Beute für Grashüpfermäuse. Die Nagetiere überleben den Stich der Skorpione nicht nur, das Gift verursacht ihnen auch keinerlei Schmerzen. Verantwortlich dafür ist ein Protein in den Schmerzrezeptoren der Mäuse, das die vom Gift ausgelösten Schmerzsignale blockiert. Das berichteten amerikanische Wissenschaftler auf einer Fachtagung in San Francisco. Grashüpfermäuse sind die einzigen ausschließlich fleischfressenden Nagetiere in Nordamerika. Bekannt sind sie vor allem durch ihr Territorialverhalten: Um die Grenzen ihres Reviers zu markieren, stellen sich die Nager auf die Hinterbeine und stoßen ein schrilles Geräusch aus. //[lp]//

Gesundheit/Ernährung Erdbeeren und Heidelbeeren schützen vor Herzinfarkten

Das gilt zumindest für Frauen, wie Mediziner im Journal "Circulation" der "American Heart Association" schreiben. Die Beeren enthalten große Mengen Anthocyane. Diese Pflanzenfarbstoffe schützen demnach die Blutgefäße vor Ablagerungen, die zu Infarkten führen können. Forscher aus Harvard werteten Daten von knapp 94.000 Frauen aus, die über 18 Jahre Fragebögen zu ihrer Ernährung ausgefüllt hatten. Etwa 400 Frauen erlitten während der Studienzeit einen Herzinfarkt. Die Analyse zeigte: Der regelmäßige Konsum der Beeren, senkte das Infarktrisiko um ein Drittel. Die Ergebnisse sind unabhängig vom Alter, Gewicht, Drogenkonsum oder der familiären Krankengeschichte der Frauen. Die Mediziner konzentrierten sich auf Erd- und Heidelbeeren, weil diese in den USA sehr beliebt sind. Die positiven Effekte könnten aber auch für weitere Beeren gelten. //[lp]//

Quelle: Journal of the American Heart Association - DOI: 10.1161/CIRCULATIONAHA.112.1224

Zoologie Affen kommunizieren im selben Rhythmus wie Menschen

Das berichten Forscher im Fachblatt "PNAS". Die Biologen untersuchten das Kommunikationsverhalten von elf Rhesusaffen. Die Tiere nutzen dazu rhythmische Gesichtsbewegungen wie Lippenschmatzen. Die Forscher präsentierten den Affen zwei computeranimierte Artgenossen. Einer der Avatare schmatzte mit einer natürlichen Frequenz von sechs Hertz, der andere deutlich schneller oder langsamer. Das Ergebnis: Die Tiere schauten wesentlich länger auf den Avatar mit dem natürlichen Rhythmus. Studien haben gezeigt, dass auch die menschliche Sprache am besten verständlich ist, wenn die Silben in einem gleichmäßigen Rhythmus zwischen drei und acht Hertz geäußert werden. Die Wissenschaftler schlussfolgern daraus, dass die menschliche Sprache aus der rhythmischen Mimik ursprünglicher Primaten hervorgegangen sein könnte. //[lp]//

Quelle: PNAS - doi -10.1073pnas.1214956110

Psychologie/Neurowissenschaft Ob Kiffen dumm macht, bleibt umstritten

Eine neuseeländische Studie hatte im vergangenen Jahr nachgewiesen, dass der Konsum von Cannabis den Intelligenzquotienten verringert. Wie ein weiterer Forscher jetzt aufzeigt, wurde dabei allerdings der sozioökonomische Hintergrund der Studienteilnehmer nicht berücksichtigt. Dieser liefert eine alternative Erklärung für den sinkenden IQ. Demnach leben die Jugendlichen aus sozial schwächeren Verhältnissen oft in einem Umfeld, in dem ihre geistigen Fähigkeiten weniger gefördert werden und verkümmern. Außerdem greifen sie früher zu Cannabis. Der Zusammenhang zwischen Rauschmittel und IQ sei daher mit der ursprünglichen Studie nicht eindeutig zu belegen, schlussfolgert der Forscher im Fachmagazin "PNAS".

Quelle: PNAS - Doi: 10.1073/pnas.1215678110

14.01.2013

Paläontologie Forscher rekonstruieren Skelett der ersten Landwirbeltiere

Bei dieser Arbeit entdeckte das internationale Team aus Biologen und Paläontologen Hinweise darauf, dass sich die Tiere ähnlich heutigen Seehunden mit den Vordergliedmaßen nach vorn zogen, anstatt auf allen vier Beinen zu laufen. Die Wissenschaftler machten mithilfe von Röntgenstrahlen Scans von Ichthyostega-Fossilien und fertigten so detaillierte Abbildungen des Skeletts an. Der Befund: Die Forscher fanden erste Brustbeinknochen. Das weise darauf hin, dass das Tier bei der Fortbewegung an Land viel Gewicht auf die Brust gelegt habe, schreiben die Forscher im Fachblatt "Nature". Zudem waren die Wirbel in anderer Weise miteinander verschmolzen als bislang angenommen. Ichthyostega gilt als eines der ersten Tiere, das vor etwa 360 Millionen Jahren den Landgang erprobte. //[lp]//

Quelle: "Nature": Vertebral architecture in the earliest stem tetrapods. DOI: 10.1038/na

Medizin Reaktive Sauerstoffverbindungen lassen Gewebe nachwachsen

Einige Tiere wie Frösche können abgetrennte Körperteile regenerieren. Im Fachmagazin "Nature Cell Biology" berichten Forscher nun, dass Kaulquappen mit amputiertem Schwanz verstärkt Wasserstoffperoxid produzieren, während der Schwanz nachwächst. Hielten die Forscher die Konzentration des Stoffs niedrig, bildeten die Kaulquappen kein neues Gewebe aus. Wasserstoffperoxid zählt wie die sogenannten freien Radikale zu den reaktiven Sauerstoffverbindungen. Diese Verbindungen verursachen im Körper oxidativen Stress. Bislang galt diese Stoffklasse daher als schädlich für Zellen. //[lp]//

Quelle: "Nature Cell Biology" - doi:10.1038/ncb2659

Medizin Rauchen löst nicht nur Blasenkrebs aus, sondern beeinflusst auch den Verlauf der Erkrankung

Raucher haben demnach ein höheres Risiko an Blasenkrebs zu sterben, weil sich bei ihnen Tumore häufiger aggressiv entwickeln. Die Studie erscheint im Fachmagazin "Cancer". Mediziner aus den USA untersuchten den Verlauf der Blasenkrebserkrankung von mehr als 200 Patienten. Die Ergebnisse legen nahe, dass sich die negativen Effekte des Rauchens mit zunehmendem Zigarettenkonsum schrittweise verstärken. Weitere Faktoren, die die Überlebenswahrscheinlichkeit beeinflussten, waren das Alter der Patienten, chirurgische Kriterien und die Art der Begleittherapie. Generell konnten die Mediziner zeigen, dass besonders aggressive Tumore neun veränderte Proteine aufwiesen. Anhand dieser Eiweiße ließen sich belastbare Prognosen zum Krankheitsverlauf machen, schreiben die Forscher. //[lp]//

Quelle: Cancer, DOI: 10.1002/cncr.27763

Biologie DNA-Test verrät Haar- und Augenfarbe noch nach Jahrhunderten

Auf Gemälden wird der 1943 verstorbene polnische General Wladislaw Sikorski mit blauen Augen und blondem Haar dargestellt. Dass das stimmt, konnten Wissenschaftler jetzt anhand der DNA-Analyse eines Zahnes nachweisen. Wie die Forscher im Journal "Investigative Genetics" beschreiben, nutzten sie einen Test aus der modernen Forensik. Dieser wird etwa eingesetzt, um aus Blutspuren Informationen über das Aussehen eines Straftäters zu gewinnen. Wie sich zeigte, lieferte die Nachweismethode auch für bis zu 800 Jahre alte Zahn- und Knochenproben zuverlässige Ergebnisse. Der Test analysiert 24 Genvarianten, die die Farbe von Augen und Haaren beeinflussen. //[lp]//

Klima Hitzerekorde nehmen weltweit zu

Die Erderwärmung lässt die Zahl der monatlichen Hitzerekorde dramatisch ansteigen. Das hat ein deutsch-spanisches Forscherteam im Fachjournal "Climatic Change” berechnet. Jedes dieser Temperaturextreme sei danach mit 80-prozentiger Wahrscheinlichkeit auf den Klimawandel zurückzuführen.Für ihre Studie werteten die Klimaforscher Daten aus gut 130 Jahren von 12.000 Messpunkten der NASA rund um den Globus statistisch aus. Setzt sich die Erderwärmung fort, wird die Anzahl der Hitzerekorde in 30 Jahren zwölfmal höher liegen als ohne Klimawandel, schreiben die Wissenschaftler. //[lp]//

Quelle: Global increase in record-breaking monthly-mean temperatures. Climatic Change. d

Umwelt Ozongehalt über dem Meer reguliert sich selbst

Iodhaltige Gase zersetzen Ozon in erdnahen Luftschichten, wo es gesundheitsschädlich ist und als Treibhausgas wirkt. Im Fachmagazin "Nature Geoscience" berichten Wissenschaftler nun über eine neu entdeckte Quelle für die erhöhte Iod-Konzentration über der Meeresoberfläche. Bisher waren Forscher davon ausgegangen, dass das Iod aus organischen Verbindungen stammt. Die neuen Ergebnisse legen aber nahe, dass Ozon mit im Meerwasser gelöstem Iodid zu anorganischem Iod reagiert. Dadurch reguliert sich der Ozongehalt selbst: Je mehr Ozon vorhanden ist, desto mehr iodhaltige Gase werden gebildet. //[lp]//

Quelle: Nature Geoscience - doi:10.1038/ngeo1687

11.01.2013

Hygiene Hinweisschilder auf Toiletten haben einen Effekt.

Männer waschen sich nach dem Austreten häufiger und gründlicher die Hände, wenn sie durch entsprechende Schilder im Waschraum dazu aufgefordert werden. Das berichten Forscher der Michigan State University im Fachblatt "Human Communication Research". Die Forscher beobachteten das Verhalten von etwa 250 männlichen Studenten nach dem Toilettengang. Ohne Hinweisschild wuschen sich etwa drei Viertel aller Männer die Hände. Durch eine Tafel mit Ermunterung und Tipps zum richtigen Säubern stieg der Prozentsatz auf circa 85. Mit Hinweisschild ließen die Männer zudem das Wasser länger laufen, reinigten die Hände also intensiver. Gründliches Händewaschen kann die Übertragung vieler Krankheiten verhindern. Die Ergebnisse seien daher relevant für das Gesundheitswesen, argumentieren die Wissenschaftler.//[lp]//

Astronomie Eine Weltraum-Kollision hat eine riesige Galaxie hervorgebracht.

Ein internationales Forscherteam hat die größte bekannte Spiralgalaxie entdeckt. Sie ist etwa fünfmal größer als die Milchstraße, berichteten die Wissenschaftler auf dem Treffen der "American Astronomical Society". In den Rändern der etwa 212 Millionen Lichtjahre entfernten Galaxie findet sich eine große Menge junger Sterne. Sie scheinen durch einen Zusammenstoß mit einer benachbarten Galaxie entstanden zu sein. Die Astronomen vermuten, dass solche Kollisionen der Ursprung vieler Spiralgalaxien sein könnten.//[lp]//

Quelle: BBC

Physiologie Viagra könnte beim Abspecken helfen.

Das legt eine Studie von Wissenschaftlern der Universität Bonn nahe, die im Fachmagazin der "Federation of American Societies for Experimental Biology" erscheint. Die Pharmakologen verabreichten Mäusen sieben Tage lang das Potenzmittel. Das Ergebnis: Der Wirkstoff verwandelte verstärkt weiße Fettzellen der Nager – die auch beim Menschen für die Bildung von Fettpolstern verantwortlich sind – in beige Zellen. Diese setzen überschüssige Energie in Wärme um, schmelzen das Fett sozusagen ein. Der Effekt beruht darauf, dass Viagra den Botenstoff cGMP beeinflusst, der wiederum die Umwandlung von weißem in braunes Fettgewebe antreibt. Die Forscher hoffen, mit Hilfe der Entdeckung irgendwann ein Medikament gegen Fettleibigkeit bei Menschen zu entwickeln.//[lp]//

Quelle: DOI: 10.1096/fj.12-221580

Physik Forscher messen die Zeit mit Hilfe von Materiewellen.

Physiker der University of California haben eine Uhr entwickelt, die auf der Masse einzelner Atome beruht. Die Forscher nutzten dafür ein quantenmechanisches Phänomen: Demnach kann jedem Teilchen auch eine Materiewelle zugeordnet werden. Je nach der Masse des Teilchens hat diese Welle eine bestimmte Frequenz, die als Taktgeber zur Zeitmessung dienen kann. Im konkreten Fall verwendeten die Wissenschaftler Cäsium-Atome. Umgekehrt kann die Methode auch dazu genutzt werden, aus der Frequenz die Masse des taktgebenden Teilchens zu berechnen. So könnte es möglich sein, in Zukunft das Kilogramm neu zu definieren. Die Physiker beschreiben ihre Ergebnisse im Fachjournal "Science". //[lp]//

Quelle: DOI: 10.1126/science.1230767

Medizin Ein Atemtest könnte bald zur Diagnose von Infektionen reichen.

Einem Team amerikanischer Forscher ist es gelungen, Bakterien in der Lunge von Mäusen anhand der ausgeatmeten Luft zu identifizieren. Die Studie erscheint im "Journal of Breath Research". Im Labor untersuchten die Forscher die flüchtigen organischen Bestandteile der Nager-Atemluft. So konnten sie genaue Rückschlüsse auf die in der Lunge präsenten Bakterienarten und sogar unterschiedliche Stämme desselben Bakteriums ziehen. Die Wissenschaftler hoffen, mit Hilfe der Ergebnisse eine Methode zu entwickeln, um Lungeninfektionen wie Tuberkulose innerhalb weniger Minuten zu diagnostizieren. //[lp]//

Quelle: <a href="http://iopscience.iop.org/1752-7163/7/1/016003 ">Journal of Breath Rese

Chemie Ein Polymerfilm erzeugt Energie aus Wasserdampf.

Ein neues Material ändert seine Form, wenn es geringe Mengen Wasserdampf absorbiert und wieder freisetzt. Auf diese Weise gewinnt es mechanische Energie aus dem Wassergradienten der Umgebungsluft, berichten Forscher im Fachmagazin "Science". Sie entwickelten ein Netzwerk von zwei unterschiedlichen Polymeren. Absorbiert die Folie Wasserdampf, beispielsweise über einer nassen Oberfläche, rollt sie sich auf. Anschließend gibt sie die Feuchtigkeit an die trockene Umgebungsluft ab und entspannt sich wieder. Diese Bewegung könnte beispielsweise als Antrieb für kleine Roboter oder zur Stromerzeugung für nanoelektronische Geräte genutzt werden. //[lp]//

Quelle: DOI: 10.1126/science.1230262

10.01.2013

Biologie Schwimmt ein Feind vorbei, stellen sich Haifisch-Babys tot.

Auf diese Weise minimieren die Embryos des Braungebänderten Bambushais verräterische Bewegungen in ihrem Ei. Sie orten potentielle Fressfeinde dabei über Sinneszellen, die elektrische Spannung wahrnehmen. Das berichten Biologen der University of Western Australia im Fachmagazin "PLoS One". Die Wissenschaftler zogen elf Haibabys in ihren Eihüllen im Labor heran. Währenddessen setzten sie die Tiere unterschiedlich starken elektrischen Feldern aus, die in der Natur von Fressfeinden der Haie erzeugt werden. Die Reaktion: Die Embryos stoppten die Bewegung ihrer Kiemen und fielen in eine Schockstarre, bis der elektrische Reiz aufhörte. Bislang war nur bekannt, dass erwachsene Haie ihren Elektrosinn einsetzen, um ihrerseits Beutetiere aufzuspüren. //[lp]//

Quelle: <a href="http://www.plosone.org/article/info:doi/10.1371/journal.pone.0052551">

Onkologie Auch die Unterbrechung einer Therapie kann gegen Tumoren helfen.

Das gilt für Hautkrebszellen, die eine Resistenz gegen den Wirkstoff "Vemurafenib" entwickelt haben. Mediziner aus den USA und der Schweiz haben herausgefunden, dass diese Zellen geradezu abhängig von dem Medikament werden und es zum Wachsen brauchen. Unter diesen Umständen führen regelmäßige Pausen in der Behandlung mit dem Wirkstoff dazu, dass resistente Tumoren schrumpfen, berichten die Forscher im Fachblatt "Nature". Sie experimentierten mit Mäusen, die unter schwarzem Hautkrebs litten. Die Krebsart gilt als hochgradig aggressiv und bildet schnell Metastasen. Die Studie zeigte auch, dass eine diskontinuierliche Dosierung bereits der Entwicklung einer Medikamenten-Resistenz vorbeugen kann. //[lp]//

Quelle: DOI: 10.1038/nature11814

Astronomie Wissenschaftler beschreiben die am weitesten entfernte Supernova.

Amerikanische Forscher haben ein zehn Milliarden Lichtjahre entferntes Ereignis als Supernova des Typs 1a identifiziert. Die "Mingus" genannte Supernova ist damit die am weitesten entfernte, die bisher beobachtet wurde. Supernovae des Typs 1a sind für die Astronomie von besonderer Bedeutung, da sie zur Entfernungsmessung im All dienen. Durch den Vergleich von "Mingus" mit anderen Supernovae erhoffen sich die Forscher neue Erkenntnisse über die dunkle Materie. Diese Kraft beeinflusst die Ausdehnung des Universums. Das Weltraumteleskop Hubble hatte "Mingus" bereits im Jahr 2004 fotografiert. Allerdings lieferte erst vor kurzem eine zusätzliche Kamera die notwendigen Daten, um die Bilder auswerten zu können. Die Studie erscheint im "Astrophysical Journal". //[lp]//

Quelle: Arxiv.org

Geologie Gletscher bereiten den Weg für neue Gletscher.

Dort, wo bereits einmal ein Gletscher die Erdoberfläche erodiert hat, sammeln sich auch danach wieder schnell große Eismengen an. Das geht aus einer Studie skandinavischer Forscher in der Fachzeitschrift "Nature" hervor. Die Geowissenschaftler analysierten Gebirgszüge in Spanien und den USA und berechneten Computermodelle. Demnach schaffen die Gletscher der ersten Generation U-förmige Täler und große Hochflächen im Gebirge. Dort sammeln sich später leicht Schnee und Eis, und neue Gletscher entstehen. In Gebieten, die zuvor nicht glazial geformt wurden, führe dagegen erst eine wesentlich stärkere Klimaänderung zur Bildung neuer Gletscher, schreiben die Forscher. //[lp]//

Quelle: DOI:10.1038/nature11786

Neurowissenschaften Wiederhergestellte Haarzellen bringen das Gehör zurück.

Zum ersten Mal ist es Forschern gelungen, die abgestorbenen Haarzellen im Ohr von tauben Mäusen nachwachsen zu lassen. Die Tiere gewannen dadurch ihr Gehör teilweise zurück. Das berichtet die Fachzeitschrift "Neuron". Die im Innenohr sitzenden Haarzellen wandeln Schallwellen in Nervenimpulse um. Sterben sie ab, werden bei Säugetieren keine neuen Haarzellen nachgebildet, und das Hörvermögen nimmt ab. Verantwortlich dafür ist das Protein "Notch". Es verhindert, dass sich neue Haarzellen ausbilden. Die Wissenschaftler behandelten die Mäuse mit einer Substanz, die dieses Protein hemmt. Daraufhin übernahmen unspezialisierte Zellen in der Nähe von abgestorbenen Haarzellen deren Funktion. //[lp]//

Quelle: DOI: 10.1016/j.neuron.2012.10.032

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