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Seit 11:05 Uhr Gesichter Europas
22.01.2013

Wissenschaft Forscher fälschen Forschungen weit öfter als Forscherinnen

Sie wurden in den USA deutlich häufiger für Plagiate, Verfälschungen oder Erfindungen bestraft als es ihrem Anteil am Personal entsprechen würde. Das berichtet ein US-Wissenschaftlerteam. Was das Team dabei besonders überraschte war der Umstand, dass weit mehr arrivierte Wissenschaftler Ergebnisse schönten als Nachwuchswissenschaftler. Sie vermuten, dass dieser Umstand der starken Konkurrenz unter Akademikern geschuldet ist. Warum aber mehr Männer als Frauen fälschen, sei wissenschaftlich nicht geklärt. Die Forscherinnen und Forscher regen an, Ethik-Training nicht nur Nachwuchswissenschaftlern vorzuschreiben, sondern auch den Professoren angedeihen zu lassen. //[gä]//

Biologie Holz dient Tiefseebewohnern als "Arche Noah"

Das belegte ein deutsch-französisches Forscherteam mit einem Experiment: Die Wissenschaftler versenkten im Mittelmeer Baumstämme in eine Tiefe von rund 1700 Metern. Nach einem Jahr kehrten die Forscher an diese Stelle zurück und fanden zahlreiche Tiefseebakterien, Muscheln oder Würmer, die sich auf dem Holz angesiedelt hatten. Für die Wissenschaftler war dies überraschend: Einige dieser Tiefseebewohner benötigen für ihr Überleben besonders energiereiche Gasverbindungen wie Methan oder Schwefelwasserstoff. Keine davon war hier vorhanden. Die Forscher vermuten daher, dass einige der Tiefsee-Bakterien aus dem Holz Schwefelwasserstoff freisetzen. Der könne anderen Organismen als Energiequelle dienen. //[gä]//

Paläoanthropologie Die frühen Chinesen und die Ureinwohner Amerikas sind verwandt

Davon sind Forscher des Max-Planck-Instituts für evolutionäre Anthropologie in Leipzig und Kollegen der Akademie der Wissenschaften in China überzeugt. Die Wissenschaftler hatten das Erbgut eines Menschen untersucht, der vor 40 tausend Jahren in der Region um Peking lebte. Dabei konnten sie mit Hilfe eines neu entwickelten Verfahrens ausschießen, dass Verunreinigungen durch das Erbgut von Bakterien das Menschen-Erbgut verfälschten. So konnten sie nachweisen, dass der nach seinem Fundort Tianyuan – Mensch genannte Vorfahr und die Ureinwohner Amerikas eine gemeinsame Herkunft haben. Von den Vorfahren Europas hatten sich die Urahnen von Peking aber bereits getrennt. Gleichzeitig konnten die Forscher nachweisen, dass der Mensch vor 40 tausend Jahren genauso viel Erbgut-Spuren vom Neandertaler im Genom hat wie die Menschen heute. Sie schließen daraus, dass sich die beiden Menschenarten vorher vermischt hatten. //[gä]//

Kosmologie Zusammenprall im All könnte kosmische Strahlung hochgetrieben haben

Vor rund 1200 Jahren traf die Erde ein Ausbruch ungewöhnlich starker kosmischer Strahlung. Das hatten Astrophysiker durch eine Analyse von Baumringen im vergangenen Jahr entdeckt. Woher die Strahlung kam, konnten sie jedoch nicht erklären. Forscher aus Jena hoffen nun, dieses Rätsel gelöst zu haben: Sie vermuten, dass zwei Neutronensterne, auch Weiße Zwerge genannt, zusammen geprallt sind, oder zwei schwarze Löcher. Die Kollision könnte einen kurzen Anstieg oder einen Blitz kosmischer Strahlung ausgelöst haben. Auf der Erde wäre das durch eine Analyse von Kohlenstoffisotopen in Baumringen nachweisbar. Die Wissenschaftler vermuten, dass der Zusammenstoß weiter als 3000 Lichtjahre entfernt statt fand. Wäre er näher an der Erde erfolgt, hätte die Strahlung das Leben auf der Erde gefährden können. Unter Umständen hätte sogar ein Massensterben ausgelöst werden können. Die Wissenschaftler regen daher an, nach weiteren Spuren zu suchen, um die Wahrscheinlichkeit dieser Zusammenstöße berechnen zu können. //[gä]//

Medizin Goldpartikel hungern Krebszellen in Lymphknoten aus

Das berichten Forscher aus den USA im Fachblatt "PNAS". Die Wissenschaftler nutzten den Cholesterinhunger von Lymphomzellen, um den Krebs zu bekämpfen: Sie entwickelten künstliche Lipo - Proteinpartikel mit einem winzigen Goldkern. Lipoproteinteilchen transportieren im Körper fettähnliche Substanzen und versorgen die Krebszellen mit Cholesterin. Die künstlichen Partikel docken wie die natürlichen an eine Krebszelle an. Das Goldkörnchen jedoch blockiert die Aufnahme von Cholesterin und geht sogar noch weiter: die poröse Oberfläche des Goldes saugt sogar Cholesterin aus der Zelle heraus. Auf gesunde Zellen haben die Partikel keinen Effekt, schreiben die Wissenschaftler. Sie halten eine Bekämpfung von Lymphdrüsenkrebs ohne Chemotherapie für möglich. //[gä]//
21.01.2013

Medizin In menschlichen Zellen ist eine viersträngige Helix entdeckt worden

Das Erbmolekül DNA ist in der Regel als doppelsträngige Helix organisiert. Forscher der britischen Universität Cambridge haben jetzt in menschlichen Zellen viersträngige Helix-DNA-Strukturen entdeckt. Diese so genannten G-Quadruplexe enthielten besonders viel von einem der vier Grundbausteine, der Nukleinbase Guanin, schreiben die Forscher im Fachblatt "Nature Chemistry". Solche viersträngigen Komplexe waren zwar bereits im Labor hergestellt, aber noch nicht in lebenden menschlichen Zellen nachgewiesen worden. Besonders häufig gebe es sie in Zellen, die sich schnell teilten, etwa in Krebszellen. Möglicherweise, so die Forscher, eigneten sich die G-Quadruplexe als Ansatzpunkt für neuartige Krebsmedikamente, die allerdings noch entwickelt werden müssten. //[mawi]//

Quelle: Nature Chemistry

Physik Seltene Erden lassen Wasser abperlen

Diese Eigenschaft beschreiben Wissenschaftler des MIT im Fachmagazin "Nature Materials". Die Ingenieure setzten die Oxide der seltenen Erden Temperaturen von 1000 Grad Celsius aus und unterzogen sie Abrieb-Tests. Selbst unter solch extremen Bedingungen blieben die Metalle wasserabweisend. Als Grund nennen die Forscher deren einzigartige Elektronenstruktur. Diese verhindere, dass sich elektrostatische Bindungen zwischen der Oberfläche und den Wassermolekülen bilden. Als Beschichtung könnten die Metalle dadurch in Zukunft etwa verhindern, dass die Tragflächen von Flugzeugen vereisen. Seltene Erden spielen bereits eine wichtige Rolle in zahlreichen High-Tech-Branchen. Sie werden beispielsweise für die Produktion von Mobiltelefonen, Computern und Elektromotoren eingesetzt. //[mawi]//

Biologie Einzellige Algen gehen nicht zimperlich miteinander um

Forscher der Universität von Arizona haben das Sozialleben von einzelligen Algen der Art //Prymnesium parvum// untersucht. Die vor allem in Meeren lebenden Algen bilden Giftstoffe, mit denen sie Konkurrenten um Nährstoffe und Licht abtöten. Die Forscher entdeckten, dass manche Stränge der Algen schummeln. Sie bilden selbst keine Giftstoffe, profitieren aber von der Toxin-Produktion ihrer Nachbarn. Dafür vermehren sie sich schneller. Dennoch gewinnen die schummelnden Algen nicht die Überhand. Sobald die Nährstoffe knapp werden richten die Toxinbildner ihre Gift-Waffen gegen ihre schummelnden Artgenossen. Sie lähmen sie zunächst und fressen sie dann auf, berichten die Forscher im Fachblatt "Evolution". Ähnliche Phänomen sind von Bakterien, die als soziale Gemeinschaft im Biofilm leben, bereits bekannt. Warum die einen Algen-Stämme das Toxin bilden, die anderen nicht, ist noch unklar. Die Forscher vermuten, dass Gene, die mit der Bewältigung von Zell-Stress zu tun haben, unterschiedlich reguliert sind. Das Erbgut der Algen ist zwar bereits bekannt, die Funktion zahlreicher Gene aber ist noch unbekannt. //[mawi]//

Gesundheit/Umwelt Quecksilber soll nach und nach aus dem Verkehr gezogen werden

Die Verwendung und Emission des hochgiftigen Quecksilbers soll weltweit reduziert werden. Darauf haben sich am Wochenende in Genf mehr als 140 Staaten geeinigt. Nach Angaben des UN-Umweltprogramms, Unep, sieht der Vertrag die schrittweise Abschaffung von quecksilberhaltigen Haushaltsgeräten vor. Dazu zählen Thermometer und Energiesparlampen. Außerdem sollen die Quecksilber-Emissionen durch Kohlekraftwerke und Zementwerke reduziert werden. Die Nutzung von Quecksilber bei der Goldgewinnung soll untersagt werden. Bevor das Abkommen in Kraft tritt, muss es von 50 Staaten ratifiziert werden. Nach Einschätzung der Unep kann dies drei bis fünf Jahre dauern. //[mawi]//

Astronomie Astronomen lichten "Seekuh-Nebel" im All ab

Der Nebel im Sternbild Adler ist vor rund 20.000 Jahren entstanden, als dort ein Stern in einer Supernova explodiert ist. Forscher am US-Radioastronomie-Observatorium NRAO in Charlottesville im US-Bundesstaat Virginia haben dem Explosionsnebel W50 wegen seiner ungewöhnlichen Form den Spitznamen "Seekuh-Nebel" gegeben. Die ungewöhnliche Form verdanke der Seekuh-Nebel einem Schwarzen Loch in seinem Zentrum, dem Überrest der Supernova-Explosion. Der Nebel W50 ist seit längerem bekannt. Die rund 18.000 Lichtjahre entfernte Formation hat am irdischen Nachthimmel einen vierfach größeren Durchmesser als der Vollmond, ist aber im sichtbaren Licht kaum zu sehen. Stattdessen leuchtet der Nebel hell im Bereich der Radiowellen. //[mawi]//
18.01.2013

Physik Die Physik schlägt zurück.

In den Star Wars-Filmen reisen Han Solo und Luke Skywalker annähernd mit Lichtgeschwindigkeit durch den Weltraum. In dem Moment, in dem ihr Raumschiff Tempo aufnimmt, erscheinen die Sterne als langgezogene Lichtstreifen im All. Dass diese Darstellung nicht stimmen kann, haben vier britische Studenten im "Journal of Physics Special Topics" berechnet. Demnach müssten die Raumfahrer nur eine einzelne zentrale Lichtscheibe sehen, schreiben die angehenden Physiker. Der Grund dafür sei der sogenannte Doppler-Effekt. Er bewirkt, dass sich die Wellenlänge von Licht für einen Beobachter verkürzt, wenn er sich auf die Quelle zubewegt. Beim Tempo des Raumschiffs wäre der Effekt so stark, dass das Licht der Sterne in den Bereich unsichtbarer Röntgenstrahlung übergehen würde. Die zentrale Lichtscheibe würde erscheinen, weil kosmische Mikrowellenstrahlung durch denselben Effekt ins sichtbare Spektrum rückt. //[reu]//

Datenschutz Forscher aus dem US-Bundesstaat Massachusetts bemängeln den Umgang mit persönlichen Daten von Probanden einer großangelegten Genomstudie.

Den Wissenschaftlern war es gelungen, fünfzig Teilnehmer des Projektes ausfindig zu machen – allein mit öffentlich zugänglichen Mitteln. Eine Debatte über den Datenschutz bei Erbgutanalysen sei dringend erforderlich, schreiben die Forscher im Fachblatt "Science". Untersucht hatten sie die Daten des 1000-Genom-Projektes. Seit dem Jahr 2008 werden darin die Genome von rund 2500 Teilnehmern analysiert, um die Variationen im Erbgut zu bestimmen. Für mehr als 1000 Testpersonen sind die Ergebnisse bereits veröffentlicht – und zwar ohne Namensnennung. Die US-Forscher haben diese Informationen nun abgeglichen mit anderen Gen-Datenbanken, die öffentlich zugänglich sind, zum Beispiel für die Ahnenforschung. Auf diese Weise konnten sie den Genomen Nachnamen zuordnen. Das sei deshalb brisant, weil sich aus den Daten Hinweise auf Erbkrankheiten und Gesundheitsrisiken ablesen ließen, mahnen die Wissenschaftler. //[reu]//

Quelle: Science

Biologie Wachteln sind Meister der Tarnung.

Japanische Wachteln legen ihre Eier dort ab, wo sie am besten getarnt sind. Die Vögel wählen einen Untergrund, der zu der Farbe und dem Muster der Eier passt. Das konnten Forscher aus Schottland zeigen, die Versuche mit den Wachteln angestellt hatten. Üblicherweise brütet diese Vogelart auf dem Boden, ohne ein Nest zu bauen. Im Experiment boten die Forscher den Wachteln vier verschiedene Sandböden an. Weibchen, deren Eier stark gefleckt waren, entschieden sich dabei für einen Ablageplatz, dessen Farbe mit den Flecken am besten übereinstimmte. Die Forscher gehen davon aus, dass die Wachteln um das Aussehen ihrer Eier wissen. Ob das beschriebene Verhalten auch die Überlebenschancen der Küken erhöhe, müssen noch untersucht werden, schreiben die Forscher im Fachmagazin "Current Biology". //[reu]//

Quelle: Current Biology

Medizin Die Masern fordern immer weniger Todesopfer.

Die Zahl der Menschen, die durch Masern gestorben sind, ist in den vergangenen Jahren deutlich gesunken. Das teilte die Weltgesundheitsorganisation WHO in Genf mit. Nach Angaben der WHO ging die Zahl der Masern-Toten vom Jahr 2000 bis zum Jahr 2011 um rund siebzig Prozent zurück. Die Neuinfektionen seien im gleichen Zeitraum um rund sechzig Prozent gesunken. Allerdings habe die Organisation ihr Ziel verfehlt, die Masern-Sterblichkeit weltweit um 90 Prozent zu reduzieren. Das liege daran, dass der Impfschutz in vielen Länder der Dritten Welt noch immer mangelhaft sei, heißt es in dem Bericht der WHO. //[reu]//

Quelle: Agenturen

Chemie Forscher aus Bremen konnten nachweisen, dass Schwermetalle der Seltenen Erden das Wasser im Rhein belasten.

So fanden sie erhöhte Konzentrationen des Elements Gadolinium, das in medizinischen Kontrastmitteln verwendet wird. Erstmals konnten die Forscher zeigen, dass auch messbare Mengen von Samarium in den Fluss gelangen. Es stammt offenbar aus den Abwässern einer Firma in der Nähe von Worms, die Katalysatoren herstellt. In der Nähe der Einleitungsstelle liege die Konzentration des Samariums in einer Größenordnung, bei der Auswirkungen auf die Umwelt zu erwarten seien, schreiben die Forscher im Fachblatt "Earth and Planetary Science Letters". Die Autoren befürchten, dass die Konzentrationen der Seltenen Erden in deutschen Flüssen in Zukunft noch stärker zunehmen könnte. Denn diese Elemente seien in vielen Hochtechnologie-Produkten zu finden. Die Forscher empfehlen daher, das Auftreten dieser Metalle in der Umwelt stärker zu überwachen. //[reu]//

Quelle: Earth and Planetary Science Letters

17.01.2013

Biologie Krustentiere sind nicht schmerzfrei...

…auch wenn dies so mancher dachte. Die Studie eines Forscherteam von der Queen's University in Belfast legt diesen Schluss nahe. Bei einem Experiment wurden 90 Strandkrabben in ein Aquarium gesetzt, in dem es zwei Unterschlupfmöglichkeiten gab. In einer der Höhlen, erhielten sie Elektroschocks. Die Krabben lernten schnell, wo ihnen Schmerzen zugefügt wurden und mieden den Unterschlupf, berichten die Forscher im "Journal of Experimental Biology". Berücksichtige man auch frühere Studien mit Krustentieren dann könne man nicht mehr davon ausgehen, dass diese schmerzfrei seien. //[tj]//

Quelle: <a href="http://jeb.biologists.org/content/216/3/i.1">Journal of Experimental Bi

Philologie Heidelberger Forscher entziffern unbekannte Passagen des Gilgamesch-Epos.

Die Texte finden sich auf Tontafeln aus dem 7. Jahrhundert vor Christus. Bei Ausgrabungen in den Ruinen der ehemaligen assyrischen Königsresidenz Assur im heutigen Irak waren die Tafeln schon 1979 sichergestellt worden. Doch erst jetzt entziffern Forscher der Universität Heidelberg die in altorientalischer Keilschrift verfassten Texte. Sie sollen in einer arabisch-deutschen Edition erscheinen. Das Gilgamesch-Epos zählt zu den ältesten Werken der Weltliteratur. Einzelne Texte reichen mindestens bis ins 18. Jahrhundert, vermutlich sogar bis ins 24. Jahrhundert vor Christus zurück. //[tj]//

Quelle: Pressemitteilung Uni Heidelberg

Chemie Ein neues Beschichtungsmaterial lässt fast alle Flüssigkeiten abprallen.

Das berichten amerikanische Materialwissenschaftler im "Journal of the American Chemical Society". Der Stoff bestehe aus gummiartigen Plastikpartikeln und aus Würfeln in Nanogröße, die Kohlenstoff, Silizium, Fluor und Sauerstoff enthalten. Um die Beschichtung aufzutragen, nutzen die Forscher das Electrospinning-Verfahren: sie legen ein elektrisches Feld an den ursprünglich flüssigen Stoff um feinste Festpartikel zu erhalten. Dabei entsteht eine Beschichtungsstruktur, die zu mehr als 95 Prozent aus Lufteinschlüssen besteht. Treffen nun Flüssigkeiten auf die Beschichtung, so haben sie nur wenig Berührungspunkte mit dem Material: Es prallt ab. Und das gilt nicht nur Flüssigkeiten wie Kaffee, Sojasauce oder Öl. Auch giftige oder ätzende Säuren tropfen einfach ab. Mit dem Material beschichtete Kleidung könnte bei Laborarbeiten, militärischen Einsätzen oder in der Seefahrt eingesetzt werden. //[tj]//

Quelle: DOI: 10.1021/ja310517s

Biologie Bei den Roten Feuerameisen müssen Volk und Königin genetisch zusammenpassen...

…ansonsten wird die Königin umgebracht. Ob eine Ameise Königin wird, bestimmt ein großer Erbgut-Abschnitt. Dieser Abschnitt bestehe aus 616 Genen und mache etwas mehr als die Hälfte des Chromosoms der Tiere aus. Dieses "soziale Chromosom" – wie Schweizer Forscher es im Fachjournal "Nature" nennen – liege in zwei Varianten vor: B und b. Jede weibliche Ameise habe in ihren Zellen zwei Chromosomensätze – und damit entscheidet offenbar die Kombination aus B und b, welche soziale Struktur die Kolonie haben wird. – Vergleichbar sei das mit den Geschlechtshormonen X und Y beim Menschen, die entscheiden ob der Nachwuchs männlich oder weiblich wird. Die Schweizer untersuchten mehr als 500 Rote Feuerameisen aus mehreren Kolonien und kommen zu folgendem Ergebnis: Wenn alle Ameisen einer Kolonie in ihrem Erbgut die Kombination BB trugen, dann akzeptieren sie nur eine einzige Königin, die auch ebendiese Kombination aufweist. Wenn in einer Kolonie dagegen zusätzlich Bb- Ameisen leben, dann sind mehrere Königinnen möglich - aber sie müssen eine Bb- Kombination tragen – ansonsten werden sie sofort getötet. //[tj]//

Quelle: Nature

Technik Der Dreamliner von Boeing darf vorerst nicht fliegen.

Wegen brennender Batterien an Bord hatte die US-Luftfahrbehörde gestern ein weltweites Flugverbot und eine entsprechende Untersuchung angeordnet. In Japan war ein Langstrecken-Dreamliner der japanischen Fluggesellschaft Ana mit Problemen an Elektrik und Batterie notgelandet. Aus den Batterien war brennbare Flüssigkeit und Rauch ausgetreten und die Batterien selbst wiesen Hitzeschäden auf. Die genaue Ursache sei aber noch nicht geklärt – bis zu einem Untersuchungsergebnis könne es Wochen dauern, hieß es. Das Unternehmen Boeing baut in den Dreamliner Lithium-Ionen Batterien des japanischen Unternehmens GS Yuasa ein. Diese Batterien sind leichter und leistungsfähiger als herkömmliche Nickel-Cadmium-Batterien. Allerdings können sie auch leicht heiß werden und Feuer fangen. //[tj]//

Quelle: Agenturen

Physiologie Lichtmangel könnte die Ursache für Augenkrankheiten bei Säuglingen sein.

Das vermuten Forscher aufgrund einer Studie mit Mäusen. Danach brauchen die Augen dieser Tier schon während der Embryonalentwicklung Lichtreize, um normal zu wachsen. Im Fachmagazin "Nature" schildern US-amerikanische Wissenschaftler, dass sie bei Mäusen einen entscheidenden Signalweg entdeckt haben: Photonen, also Lichtteilchen, aktivieren offenbar ein bestimmtes Protein direkt im Fötus. Die Lichtreaktion reguliere dann die Bildung von Blutgefäßen im Auge und Neuronen in der Netzhaut. Wenn Mäuse-Embryos zu wenig Licht ausgesetzt waren, weil die Muttertiere komplett im Dunkeln gehalten wurden, dann entwickelten sich die Augen nicht normal. Ob das Ergebnis auch auf den Menschen übertragbar ist, wird von den Forscher derzeit noch überprüft. //[tj]//

Quelle: Nature

16.01.2013

Astronomie Roboter sollen Wasser auf dem Mond suchen.

Wissenschaftler des "Deutschen Forschungszentrums für Künstliche Intelligenz" in Bremen haben den Prototyp eines Roboter-Duos entwickelt. Bei einer zukünftigen Mondmission könnte der vierrädrige Rover "Sherpa" den Kletterroboter "Crex" an Kratern des Mond-Südpols absetzen, in denen dieser dann nach gefrorenem Wasser sucht. Die Forscher testeten die Roboter erfolgreich in einer knapp 300 Quadratmeter großen Halle mit künstlicher Mondlandschaft. Gefrorenes Wasser auf dem Mond könnte Atemgas für bemannte Raumfahrten liefern. Hinweise auf Wasser in den Kratern gibt es seit dem Jahr 2009. [lp]

Quelle: DFKI

Biologie Ältere Krabben werben ausdauernder um Weibchen.

Das haben Biologen bei Winkerkrabben in afrikanischen Mangroven beobachtet. Wie sie im Fachmagazin "Biology Letters" schreiben, winken ältere Krabben früher und länger, sobald sie ein Weibchen neben ihrem Erdbau entdecken. Junge Krabben investierten weniger Energie in die Balz, weil das Wachstum bei ihnen oberste Priorität hat, vermuten die australischen Forscher. Je größer die Tiere, desto geringer sei die Gefahr, von Vögeln erbeutet zu werden. Obwohl die älteren Krabben ausdauernder warben, winkten alle Männchen mit derselben Frequenz. Die Biologen erklären das so: Weibchen bevorzugen eine bestimmte Winkgeschwindigkeit, an die sich alle Männchen anpassen. [lp]

Quelle: Biology Letters, doi: 10.1098/rsbl.2012.1078

Biologie Der Nährstofffluss im Stamm bestimmt die Blattgröße von Bäumen.

Die Blätter kleiner Bäume sind in ihrer Größe sehr variabel. Große Bäume haben dagegen relativ einheitliche Blätter von etwa 15 Zentimetern Länge. Entscheidend dafür sei, wie weit die Nährstoffe im Baum transportiert werden müssen, schreiben amerikanische Biologen in den "Physical Review Letters". Die bei der Fotosynthese erzeugte Zuckerlösung fließt durch ein Kanalsystem von den Blättern Richtung Wurzeln. Je größer die Blätter, desto schneller strömt die Lösung in ihnen. Im Stamm wird sie jedoch abgebremst. Bei großen Bäumen ist dem Modell der Forscher zufolge diese Bremswirkung so stark, dass die Blattgröße die Geschwindigkeit fast nicht mehr beeinflusst. Eine Mindestgröße müssen sie aber haben, um den Nährstofffluss in Gang zu halten. Die Wissenschaftler schreiben, dass viele der nach dem Modell vorhergesagten Blattgrößen mit denen existierender Baumarten übereinstimmen. [lp]

Quelle: DOI: 10.1103/PhysRevLett.110.018104

Physik Schmelzwassertümpel lassen das Eis der Arktis schneller schwinden.

Das berichten Forscher des Alfred-Wegener-Instituts für Polar- und Meeresforschung in den "Geophysical Research Letters". Die arktische Meereisdecke besteht demnach zur Hälfte aus glattem, einjährigen Eis, auf dem sich großflächig Schmelzwasser sammelt. An diesen Stellen dringe mehr Sonnenlicht ins Eis und erwärme es. Die Wissenschaftler hatten die Lichtdurchlässigkeit der arktischen Eisdecke an etwa 6000 Messpunkten mit einem Tauchroboter untersucht. Das dünne Eis unter Schmelzwassertümpeln ließ dreimal mehr Licht passieren als altes, dickes Eis. Gleichzeitig absorbiere es doppelt so viel Sonnenstrahlung und schmelze von innen. Die Meereisphysiker weisen auch darauf hin, dass der stärkere Lichteinfall das Ökosystem im Wasser unter dem Eis verändere. [lp]

Quelle: Geophysical Research Letters, Volume 39, Issue 24, DOI: 10.1029/2012GL053738

Biologie Bei der Fortpflanzung sind Entenmuscheln erfinderisch.

Seit Darwin haben Forscher gedacht, dass sich die unbeweglich am Meeresboden festsitzenden Tiere selbst befruchten oder mit ihrem Nachbarn fortpflanzen. Jetzt beschreiben kanadische Biologen eine dritte Variante im Fachmagazin "Proceedings B" der britischen Royal Society: Entenmuscheln fischen auch Spermien weit entfernter Artgenossen aus dem Wasser. Die Forscher sammelten befruchtete Eier von isoliert oder in Zweier-Gruppen lebenden Tieren und untersuchten deren Erbgut: Die DNA vieler Embryos unterschied sich von der der vermeintlichen Eltern. Ob die Tiere gezielt Spermien für Distanz-Befruchtungen ins Wasser abgeben, ist noch unklar. Entenmuscheln sind mit einem Stiel im Boden verankert und ernähren sich von Plankton, das sie aus dem Wasser filtrieren. Trotz ihres Muschel-ähnlichen Aussehens zählen die Tiere zu den Krebsen. Bei ihnen ist der Rumpfpanzer schalenartig umgebildet. [lp]

Quelle: doi: 10.1098/rspb.2012.2919 Proc. R. Soc. B

Umwelt Ruß belastet das Klima doppelt so stark, wie bisher gedacht.

Das legt die Veröffentlichung eines internationalen Forscherteams im "Journal of Geophysical Research" nahe. Demnach hat Ruß den weltweit zweitgrößten Treibhauseffekt nach Kohlendioxid. Ruß entsteht bei der Verbrennung von fossilen Brennstoffen und Holz. Für das Klima problematisch sind dabei vor allem die so genannten "Black Carbon"-Partikel. Sie absorbieren das Sonnenlicht und erwärmen so die Atmosphäre. Auf diese Weise lassen die Kohlenstoffteilchen auch Eis und Schnee schneller schmelzen. Eine Verringerung des Rußausstoßes könnte die globale Erwärmung um ein halbes Grad senken. Auf lange Sicht sei es aber dennoch entscheidend, Kohlendioxidemissionen zu reduzieren, betonen die Wissenschaftler. [kw, lp]

Quelle: Journal of Geophysical Research: Atmospheres, 15 Januar 2013, DOI: 10.1002/jgrd.

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