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24.01.2013

Forschungspolitik Welche Hochschulen mit welchen Unternehmen kooperieren, soll nicht mehr geheim bleiben...

…sondern mit einem Internetportal öffentlich gemacht werden. Die Anti-Korruptions-Organisation "Transparency International", die Berliner "tageszeitung" und die Studentenvertretung fzs stehen hinter dem Projekt. Heute starteten sie ihre Seite "hochschulwatch.de". Jeder der Erkenntnisse über Kooperationen von Hochschulen und Unternehmen habe, sei aufgerufen diese zu melden – nach einer Überprüfung gehen sie für alle sichtbar online. Ziel sei es, Kenntnisse über Kooperationen zu erhalten, bei denen die Freiheit und Unabhängigkeit von Forschung und Lehre beeinträchtigt sei. Das Projekt ist zunächst auf ein Jahr angelegt. //[tj]//

Quelle: Agenturen

Neurowissenschaften Magersüchtige haben einen " Verbindungsfehler" im Gehirn.

Das haben jetzt Wissenschaftler der Ruhr-Universität Bochum herausgefunden. Sie beschäftigten sich mit den Hirnregionen, die beim Anschauen von Körperbildern aktiv sind. Bei magersüchtigen Frauen waren diese Regionen schwächer funktionell verbunden als bei gesunden Frauen. Das wurde bei Untersuchungen mit einem Kernspintomographen deutlich. Je massiver dieser Verbindungsfehler war, um so dicker empfanden sich die Frauen. Den Forschern zufolge könne die jetzt gefundene Auffälligkeit im Gehirn erklären, warum sich Frauen mit Magersucht selber als dick wahrnehmen, obwohl sie objektiv untergewichtig sind. Die funktionelle Veränderung bestimmter Gehirnverbindungen könnte eine Erklärung für Magersucht sein. //[tj]//

Quelle: Pressemitteilung Ruhr-Uni Bochum

Archäologie Das Futter machte aus Wölfen Hunde.

Bei der Domestizierung des Hundes spielte stärkehaltiges Futter eine wesentliche Rolle. Das berichtet ein internationales Forscherteam im Fachjournal "Nature". Die Forscher hatten das gesamte Genom von Hunden nach Regionen durchsucht, die auffällig vom Erbgut des Wolfs abweichen. Dabei stießen sie unter anderem auf zehn Genbereiche, die den Stoffwechsel der Tiere regeln und insbesondere die biochemischen Prozesse beim Abbau von Stärke. Sie deuten darauf hin, dass der Hund im Laufe seiner Entwicklung Stärke besser verdauen konnte. Obgleich die Zeit und der genaue Ablauf der Domestizierung noch immer unklar seien, könnte die genetische Veränderung im Stärke-Stoffwechsel bedeuten, dass die frühen wilden Hunde zu Beginn des Ackerbaus zunehmend von landwirtschaftlichen Abfällen des Menschen profitierten. //[tj]//

Quelle: Nature

Physiologie Kleine Bissen machen auch vor dem Fernseher schneller satt.

Niederländische Forscher wollten mit einer Studie zwei wissenschaftliche Erkenntnisse zusammenbringen. Bekannt ist, dass Menschen größere Mengen essen, wenn sie abgelenkt sind – zum Beispiel beim Fernsehen. Zum andern führen kleine Bissen dazu, dass man weniger Nahrung zunimmt. In einem kleinen Versuch durften die Probanden Tomatensuppe zum Film essen. Wer sich bemühte, vor dem Fernsehgerät wenig Suppe pro Löffel zu sich zu nehmen, war deutlich schneller satt und aß 30 Prozent weniger ohne es zu merken. //[tj]//

Fortpflanzungsbiologie Wer treu ist, hat mehr Nachkommen.

Zumindest gilt das für Nachtaffen – wie Forscher im Fachblatt "PLoS One" schreiben. Seit gut 20 Jahren beobachten sie eine Nachtaffen-Population in der argentinischen Chaco-Region. Die Auswertung der Daten ergab, dass Nachtaffen, die monogam als Paar leben, mehr Nachkommen haben, als Männchen, die sich in eine Paarbeziehung einmischen und sich so ein neues Weibchen suchen. In Zahlen ausgedrückt heißt das: Nachtaffen mit nur einer Partnerin bekamen innerhalb von zehn Jahren 25 Prozent mehr Nachwuchs als diejenigen, die zwei oder mehrere Weibchen begatteten. Weshalb das so ist, können die Forscher noch nicht mit Sicherheit sagen. Möglicherweise spiele die Fürsorge für die Nachkommen eine wichtige Rolle, denn bei monogamen Paaren kümmern sich beide Elternteile um die Jungen. //[tj]//

Quelle: <a href="http://www.plosone.org/article/info:doi/10.1371/journal.pone.0053724">P

Polarforschung Wie groß ist die Gefahr durch das Abschmelzens des grönländischen Eispanzers?

Im "Nature" liefern Forscher heute ein Zukunftsszenario, das sich aus der Vergangenheit speist: aus einer Analyse einer 2540 Meter langen Eisstange aus dem grönländischen Eispanzer. Dadurch wurde es möglich Ereignisse der Eem-Warmzeit zu beurteilen, die vor 130.000 Jahren begann und vor 115.000 Jahren endete. Während dieser Warmzeit sei das Grönlandeis um höchstens ein Viertel geschrumpft und das Schmelzwasser habe die Meere um maximal zwei Meter steigen lassen, berichten jetzt Forscher des Alfred-Wegener-Instituts. Dies widerlege alle Schreckensszenarien, denen zufolge der grönländische Eispanzer im Zuge einer Warmzeit im Nu verschwinden und zu einem meterhohen Ozeananstieg führen könne. Allerdings müsse man mit Prognosen vorsichtig sein. Es könne nämlich auch sein, dass sich das Problem nur verlagert habe. Andere Studien hatten gezeigt, das die Pegel der Ozeane im Eem um vier bis neun Meter höher standen als heute – irgendwo muss das Wasser damals hergekommen sein. Die Eismassen der Antarktis könnten dafür verantwortlich gewesen sein. //[tj]//

Quelle: Pressemeldung Awi

23.01.2013

Biologie Die Fitness von Vögeln erkennt man am Gefieder.

Das berichten spanische Evolutionsforscher in den Proceedings B der britischen Royal Society. Sie hatten die Fraktalgeometrie der schwarz-weiß gemusterten Federn von Rothühnern berechnet. Dabei sahen die Biologen, dass die Größe der einzelnen Gefiederflecken mit der Fitness der Tiere korreliert. Je intensiver und größer die Fraktale auf dem Brustgefieder waren, desto besser war das Immunsystem und die körperliche Fitness der Vögel. Um diese These zu überprüfen, kürzten die Wissenschaftler den Hühnern kurzzeitig die Futterration. Die Muster im Gefieder veränderten sich alsbald und eine erneute Berechnung des Brustschmucks ergab einen kleineren Wert für die Fraktalgeometrie. [mst]

Quelle: Proc. Roy. Soc B.

Erziehungswissenschaften Die Universität Düsseldorf prüft die Aberkennung des Doktortitels von Annette Schavan.

Die zuständige Promotionskommission habe entschieden, ein entsprechendes Prüfungsverfahren gegen die Bundesministerin für Bildung und Forschung einzuleiten. Das teilte Dekan Bruno Bleckmann von der Heinrich-Heine-Universität in Düsseldorf mit. 14 Mitglieder des Fakultätsrats hätten bei einer Enthaltung dafür gestimmt. Bleckmann betonte, das Verfahren sei ergebnisoffen. Frau Schavan wird vorgeworfen, in ihrer Dissertation vor mehr als 30 Jahren nicht alle Quellen wissenschaftlich korrekt benannt zu haben. Sie selbst bestreitet die Vorwürfe. Sie habe sich in den vergangenen Monaten intensiv mit dem Text befasst und mit zahlreichen Fachwissenschaftlern gesprochen, erklärte die CDU-Politikerin in Berlin. Sie sehe sich dadurch in ihrer Überzeugung bestärkt, dass ihre Dissertation kein Plagiat sei. [mst]

Quelle: Heinrich-Heine-Universität Düsseldorf, BMBF

Paläontologie Paläontologen gelingt eine Geschlechtsbestimmung bei einem Fossil.

Bei Confuciusornis sanctus handelt es sich um einen Urvogel, der vor rund 125 Millionen Jahren im heutigen China beheimatet war. Zwar sind der Forschung mehrere Hundert versteinerte Exemplare bekannt, eine sichere Geschlechtsbestimmung war den Fossilienforschern bislang nicht möglich. Diese gelang nun einem internationalen Wissenschaftlerteam. Im Fachblatt NATURE Communications schreiben die Forscher, dass eins der untersuchten Vogelexemplare definitiv weiblich war. Denn im Inneren eines Oberarmknochens des Tieres entdeckten die Paläontologen Reste des sogenannten medullären Knochengewebes. Diese schwammartige Struktur aus miteinander verwobenen Knochensträngen gibt es ausschließlich bei weiblichen Vögeln, die sich in ihrer fruchtbaren Lebensphase befinden. Dieses Knochengewebe dient als eine Art Kalziumreserve für die Bildung der Eierschalen. [mst]

Quelle: Nature Communications (10.1038/ncomms2377)

Biologie Ein Hormon sorgt für Kooperation.

Kooperative Tiere haben viele Vorteile gegenüber Einzelgängern. Ihr Nachwuchs besitzt bessere Überlebenschancen, zudem leben sie länger. Bislang konnten Forscher nicht klären, welche Mechanismen Kooperation überhaupt ermöglichen. Wissenschaftlern des Max-Planck-Instituts für evolutionäre Anthropologie in Leipzig ist dieser Nachweis nun gelungen. Demnach ist das Hormon Oxytocin eng mit der Pflege kooperativer Beziehungen bei Schimpansen verbunden, schreiben sie in den Proceedings B der britischen Royal Society. Die Wissenschaftler hatten wilde Tiere in Uganda untersucht. Demnach war der Oxytocinspiegel im Urin der Primaten höher, wenn diese mit einem befreundeten Tier Fellpflege betrieben hatten. Verwandtschaft oder sexuelle Interessen spielten dabei keine Rolle. Möglicherweise hilft das Hormon den Primaten, den Überblick über ihre kooperativen Beziehungen zu mehreren Artgenossen zu behalten. [mst]

Quelle: Proc.B. Roy. Soc

Medizin Ein altersbedingter Hörverlust verschlechtert die Denkleistung.

Auf diesen Zusammenhang machen Forscher der Johns Hopkins University in Baltimore in ihrer Studie im Fachblatt JAMA Internal Medicine aufmerksam. Darin schreiben sie, dass Menschen mit einem altersbedingten Hörverlust ein um 24 Prozent höheres Risiko für eine kognitive Störung haben im Gegensatz zu Gleichaltrigen ohne ein beeinträchtigtes Hörvermögen. Um diese bislang unbekannten Folgen einer Schwerhörigkeit zu mindern, sei es wichtig zu prüfen, ob der frühzeitige Einsatz von Hörhilfen das beschleunigte Nachlassen der Hirnfunktionen aufhalten kann, so die Forscher. [mst]

Quelle: JAMA/Eurekalter!

22.01.2013

Wissenschaft Forscher fälschen Forschungen weit öfter als Forscherinnen

Sie wurden in den USA deutlich häufiger für Plagiate, Verfälschungen oder Erfindungen bestraft als es ihrem Anteil am Personal entsprechen würde. Das berichtet ein US-Wissenschaftlerteam. Was das Team dabei besonders überraschte war der Umstand, dass weit mehr arrivierte Wissenschaftler Ergebnisse schönten als Nachwuchswissenschaftler. Sie vermuten, dass dieser Umstand der starken Konkurrenz unter Akademikern geschuldet ist. Warum aber mehr Männer als Frauen fälschen, sei wissenschaftlich nicht geklärt. Die Forscherinnen und Forscher regen an, Ethik-Training nicht nur Nachwuchswissenschaftlern vorzuschreiben, sondern auch den Professoren angedeihen zu lassen. //[gä]//

Biologie Holz dient Tiefseebewohnern als "Arche Noah"

Das belegte ein deutsch-französisches Forscherteam mit einem Experiment: Die Wissenschaftler versenkten im Mittelmeer Baumstämme in eine Tiefe von rund 1700 Metern. Nach einem Jahr kehrten die Forscher an diese Stelle zurück und fanden zahlreiche Tiefseebakterien, Muscheln oder Würmer, die sich auf dem Holz angesiedelt hatten. Für die Wissenschaftler war dies überraschend: Einige dieser Tiefseebewohner benötigen für ihr Überleben besonders energiereiche Gasverbindungen wie Methan oder Schwefelwasserstoff. Keine davon war hier vorhanden. Die Forscher vermuten daher, dass einige der Tiefsee-Bakterien aus dem Holz Schwefelwasserstoff freisetzen. Der könne anderen Organismen als Energiequelle dienen. //[gä]//

Paläoanthropologie Die frühen Chinesen und die Ureinwohner Amerikas sind verwandt

Davon sind Forscher des Max-Planck-Instituts für evolutionäre Anthropologie in Leipzig und Kollegen der Akademie der Wissenschaften in China überzeugt. Die Wissenschaftler hatten das Erbgut eines Menschen untersucht, der vor 40 tausend Jahren in der Region um Peking lebte. Dabei konnten sie mit Hilfe eines neu entwickelten Verfahrens ausschießen, dass Verunreinigungen durch das Erbgut von Bakterien das Menschen-Erbgut verfälschten. So konnten sie nachweisen, dass der nach seinem Fundort Tianyuan – Mensch genannte Vorfahr und die Ureinwohner Amerikas eine gemeinsame Herkunft haben. Von den Vorfahren Europas hatten sich die Urahnen von Peking aber bereits getrennt. Gleichzeitig konnten die Forscher nachweisen, dass der Mensch vor 40 tausend Jahren genauso viel Erbgut-Spuren vom Neandertaler im Genom hat wie die Menschen heute. Sie schließen daraus, dass sich die beiden Menschenarten vorher vermischt hatten. //[gä]//

Kosmologie Zusammenprall im All könnte kosmische Strahlung hochgetrieben haben

Vor rund 1200 Jahren traf die Erde ein Ausbruch ungewöhnlich starker kosmischer Strahlung. Das hatten Astrophysiker durch eine Analyse von Baumringen im vergangenen Jahr entdeckt. Woher die Strahlung kam, konnten sie jedoch nicht erklären. Forscher aus Jena hoffen nun, dieses Rätsel gelöst zu haben: Sie vermuten, dass zwei Neutronensterne, auch Weiße Zwerge genannt, zusammen geprallt sind, oder zwei schwarze Löcher. Die Kollision könnte einen kurzen Anstieg oder einen Blitz kosmischer Strahlung ausgelöst haben. Auf der Erde wäre das durch eine Analyse von Kohlenstoffisotopen in Baumringen nachweisbar. Die Wissenschaftler vermuten, dass der Zusammenstoß weiter als 3000 Lichtjahre entfernt statt fand. Wäre er näher an der Erde erfolgt, hätte die Strahlung das Leben auf der Erde gefährden können. Unter Umständen hätte sogar ein Massensterben ausgelöst werden können. Die Wissenschaftler regen daher an, nach weiteren Spuren zu suchen, um die Wahrscheinlichkeit dieser Zusammenstöße berechnen zu können. //[gä]//

Medizin Goldpartikel hungern Krebszellen in Lymphknoten aus

Das berichten Forscher aus den USA im Fachblatt "PNAS". Die Wissenschaftler nutzten den Cholesterinhunger von Lymphomzellen, um den Krebs zu bekämpfen: Sie entwickelten künstliche Lipo - Proteinpartikel mit einem winzigen Goldkern. Lipoproteinteilchen transportieren im Körper fettähnliche Substanzen und versorgen die Krebszellen mit Cholesterin. Die künstlichen Partikel docken wie die natürlichen an eine Krebszelle an. Das Goldkörnchen jedoch blockiert die Aufnahme von Cholesterin und geht sogar noch weiter: die poröse Oberfläche des Goldes saugt sogar Cholesterin aus der Zelle heraus. Auf gesunde Zellen haben die Partikel keinen Effekt, schreiben die Wissenschaftler. Sie halten eine Bekämpfung von Lymphdrüsenkrebs ohne Chemotherapie für möglich. //[gä]//
21.01.2013

Medizin In menschlichen Zellen ist eine viersträngige Helix entdeckt worden

Das Erbmolekül DNA ist in der Regel als doppelsträngige Helix organisiert. Forscher der britischen Universität Cambridge haben jetzt in menschlichen Zellen viersträngige Helix-DNA-Strukturen entdeckt. Diese so genannten G-Quadruplexe enthielten besonders viel von einem der vier Grundbausteine, der Nukleinbase Guanin, schreiben die Forscher im Fachblatt "Nature Chemistry". Solche viersträngigen Komplexe waren zwar bereits im Labor hergestellt, aber noch nicht in lebenden menschlichen Zellen nachgewiesen worden. Besonders häufig gebe es sie in Zellen, die sich schnell teilten, etwa in Krebszellen. Möglicherweise, so die Forscher, eigneten sich die G-Quadruplexe als Ansatzpunkt für neuartige Krebsmedikamente, die allerdings noch entwickelt werden müssten. //[mawi]//

Quelle: Nature Chemistry

Physik Seltene Erden lassen Wasser abperlen

Diese Eigenschaft beschreiben Wissenschaftler des MIT im Fachmagazin "Nature Materials". Die Ingenieure setzten die Oxide der seltenen Erden Temperaturen von 1000 Grad Celsius aus und unterzogen sie Abrieb-Tests. Selbst unter solch extremen Bedingungen blieben die Metalle wasserabweisend. Als Grund nennen die Forscher deren einzigartige Elektronenstruktur. Diese verhindere, dass sich elektrostatische Bindungen zwischen der Oberfläche und den Wassermolekülen bilden. Als Beschichtung könnten die Metalle dadurch in Zukunft etwa verhindern, dass die Tragflächen von Flugzeugen vereisen. Seltene Erden spielen bereits eine wichtige Rolle in zahlreichen High-Tech-Branchen. Sie werden beispielsweise für die Produktion von Mobiltelefonen, Computern und Elektromotoren eingesetzt. //[mawi]//

Biologie Einzellige Algen gehen nicht zimperlich miteinander um

Forscher der Universität von Arizona haben das Sozialleben von einzelligen Algen der Art //Prymnesium parvum// untersucht. Die vor allem in Meeren lebenden Algen bilden Giftstoffe, mit denen sie Konkurrenten um Nährstoffe und Licht abtöten. Die Forscher entdeckten, dass manche Stränge der Algen schummeln. Sie bilden selbst keine Giftstoffe, profitieren aber von der Toxin-Produktion ihrer Nachbarn. Dafür vermehren sie sich schneller. Dennoch gewinnen die schummelnden Algen nicht die Überhand. Sobald die Nährstoffe knapp werden richten die Toxinbildner ihre Gift-Waffen gegen ihre schummelnden Artgenossen. Sie lähmen sie zunächst und fressen sie dann auf, berichten die Forscher im Fachblatt "Evolution". Ähnliche Phänomen sind von Bakterien, die als soziale Gemeinschaft im Biofilm leben, bereits bekannt. Warum die einen Algen-Stämme das Toxin bilden, die anderen nicht, ist noch unklar. Die Forscher vermuten, dass Gene, die mit der Bewältigung von Zell-Stress zu tun haben, unterschiedlich reguliert sind. Das Erbgut der Algen ist zwar bereits bekannt, die Funktion zahlreicher Gene aber ist noch unbekannt. //[mawi]//

Gesundheit/Umwelt Quecksilber soll nach und nach aus dem Verkehr gezogen werden

Die Verwendung und Emission des hochgiftigen Quecksilbers soll weltweit reduziert werden. Darauf haben sich am Wochenende in Genf mehr als 140 Staaten geeinigt. Nach Angaben des UN-Umweltprogramms, Unep, sieht der Vertrag die schrittweise Abschaffung von quecksilberhaltigen Haushaltsgeräten vor. Dazu zählen Thermometer und Energiesparlampen. Außerdem sollen die Quecksilber-Emissionen durch Kohlekraftwerke und Zementwerke reduziert werden. Die Nutzung von Quecksilber bei der Goldgewinnung soll untersagt werden. Bevor das Abkommen in Kraft tritt, muss es von 50 Staaten ratifiziert werden. Nach Einschätzung der Unep kann dies drei bis fünf Jahre dauern. //[mawi]//

Astronomie Astronomen lichten "Seekuh-Nebel" im All ab

Der Nebel im Sternbild Adler ist vor rund 20.000 Jahren entstanden, als dort ein Stern in einer Supernova explodiert ist. Forscher am US-Radioastronomie-Observatorium NRAO in Charlottesville im US-Bundesstaat Virginia haben dem Explosionsnebel W50 wegen seiner ungewöhnlichen Form den Spitznamen "Seekuh-Nebel" gegeben. Die ungewöhnliche Form verdanke der Seekuh-Nebel einem Schwarzen Loch in seinem Zentrum, dem Überrest der Supernova-Explosion. Der Nebel W50 ist seit längerem bekannt. Die rund 18.000 Lichtjahre entfernte Formation hat am irdischen Nachthimmel einen vierfach größeren Durchmesser als der Vollmond, ist aber im sichtbaren Licht kaum zu sehen. Stattdessen leuchtet der Nebel hell im Bereich der Radiowellen. //[mawi]//
18.01.2013

Physik Die Physik schlägt zurück.

In den Star Wars-Filmen reisen Han Solo und Luke Skywalker annähernd mit Lichtgeschwindigkeit durch den Weltraum. In dem Moment, in dem ihr Raumschiff Tempo aufnimmt, erscheinen die Sterne als langgezogene Lichtstreifen im All. Dass diese Darstellung nicht stimmen kann, haben vier britische Studenten im "Journal of Physics Special Topics" berechnet. Demnach müssten die Raumfahrer nur eine einzelne zentrale Lichtscheibe sehen, schreiben die angehenden Physiker. Der Grund dafür sei der sogenannte Doppler-Effekt. Er bewirkt, dass sich die Wellenlänge von Licht für einen Beobachter verkürzt, wenn er sich auf die Quelle zubewegt. Beim Tempo des Raumschiffs wäre der Effekt so stark, dass das Licht der Sterne in den Bereich unsichtbarer Röntgenstrahlung übergehen würde. Die zentrale Lichtscheibe würde erscheinen, weil kosmische Mikrowellenstrahlung durch denselben Effekt ins sichtbare Spektrum rückt. //[reu]//

Datenschutz Forscher aus dem US-Bundesstaat Massachusetts bemängeln den Umgang mit persönlichen Daten von Probanden einer großangelegten Genomstudie.

Den Wissenschaftlern war es gelungen, fünfzig Teilnehmer des Projektes ausfindig zu machen – allein mit öffentlich zugänglichen Mitteln. Eine Debatte über den Datenschutz bei Erbgutanalysen sei dringend erforderlich, schreiben die Forscher im Fachblatt "Science". Untersucht hatten sie die Daten des 1000-Genom-Projektes. Seit dem Jahr 2008 werden darin die Genome von rund 2500 Teilnehmern analysiert, um die Variationen im Erbgut zu bestimmen. Für mehr als 1000 Testpersonen sind die Ergebnisse bereits veröffentlicht – und zwar ohne Namensnennung. Die US-Forscher haben diese Informationen nun abgeglichen mit anderen Gen-Datenbanken, die öffentlich zugänglich sind, zum Beispiel für die Ahnenforschung. Auf diese Weise konnten sie den Genomen Nachnamen zuordnen. Das sei deshalb brisant, weil sich aus den Daten Hinweise auf Erbkrankheiten und Gesundheitsrisiken ablesen ließen, mahnen die Wissenschaftler. //[reu]//

Quelle: Science

Biologie Wachteln sind Meister der Tarnung.

Japanische Wachteln legen ihre Eier dort ab, wo sie am besten getarnt sind. Die Vögel wählen einen Untergrund, der zu der Farbe und dem Muster der Eier passt. Das konnten Forscher aus Schottland zeigen, die Versuche mit den Wachteln angestellt hatten. Üblicherweise brütet diese Vogelart auf dem Boden, ohne ein Nest zu bauen. Im Experiment boten die Forscher den Wachteln vier verschiedene Sandböden an. Weibchen, deren Eier stark gefleckt waren, entschieden sich dabei für einen Ablageplatz, dessen Farbe mit den Flecken am besten übereinstimmte. Die Forscher gehen davon aus, dass die Wachteln um das Aussehen ihrer Eier wissen. Ob das beschriebene Verhalten auch die Überlebenschancen der Küken erhöhe, müssen noch untersucht werden, schreiben die Forscher im Fachmagazin "Current Biology". //[reu]//

Quelle: Current Biology

Medizin Die Masern fordern immer weniger Todesopfer.

Die Zahl der Menschen, die durch Masern gestorben sind, ist in den vergangenen Jahren deutlich gesunken. Das teilte die Weltgesundheitsorganisation WHO in Genf mit. Nach Angaben der WHO ging die Zahl der Masern-Toten vom Jahr 2000 bis zum Jahr 2011 um rund siebzig Prozent zurück. Die Neuinfektionen seien im gleichen Zeitraum um rund sechzig Prozent gesunken. Allerdings habe die Organisation ihr Ziel verfehlt, die Masern-Sterblichkeit weltweit um 90 Prozent zu reduzieren. Das liege daran, dass der Impfschutz in vielen Länder der Dritten Welt noch immer mangelhaft sei, heißt es in dem Bericht der WHO. //[reu]//

Quelle: Agenturen

Chemie Forscher aus Bremen konnten nachweisen, dass Schwermetalle der Seltenen Erden das Wasser im Rhein belasten.

So fanden sie erhöhte Konzentrationen des Elements Gadolinium, das in medizinischen Kontrastmitteln verwendet wird. Erstmals konnten die Forscher zeigen, dass auch messbare Mengen von Samarium in den Fluss gelangen. Es stammt offenbar aus den Abwässern einer Firma in der Nähe von Worms, die Katalysatoren herstellt. In der Nähe der Einleitungsstelle liege die Konzentration des Samariums in einer Größenordnung, bei der Auswirkungen auf die Umwelt zu erwarten seien, schreiben die Forscher im Fachblatt "Earth and Planetary Science Letters". Die Autoren befürchten, dass die Konzentrationen der Seltenen Erden in deutschen Flüssen in Zukunft noch stärker zunehmen könnte. Denn diese Elemente seien in vielen Hochtechnologie-Produkten zu finden. Die Forscher empfehlen daher, das Auftreten dieser Metalle in der Umwelt stärker zu überwachen. //[reu]//

Quelle: Earth and Planetary Science Letters

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