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30.01.2013

Biologie Katzen gefährden die Biodiversität.

In den USA sind Hauskatzen jedes Jahr für den Tod von rund 3,7 Milliarden Vögeln verantwortlich, hinzukommen bis zu 20,7 Milliarden kleine Säuger, die von den Raubtieren erlegt werden. Das geht aus einer Studie hervor, die US-Forscher im Fachblatt Nature Communications vorstellen. Damit stellen Katzen eine größere Gefahr für die Artenvielfalt dar als landwirtschaftliche Pestizide oder die Zerstörung der natürlichen Lebensräume durch den Menschen. Den Hochrechnungen zufolge tötet eine Katze in den gemäßigten Klimazonen Nordamerikas zwischen 30 und 47 Vögel sowie zwischen 177 und 299 kleine Säugetiere im Jahr. In den USA gibt es der Studie zufolge rund 84 Millionen Hauskatzen, hinzukommen zwischen 30 und 80 Millionen streunende Katzen. [mst]

Quelle: Nature Communications (10.1038/ncomms2380)

Raumfahrt Südkorea kann sich nun Raumfahrtnation nennen.

Beim dritten Versuch ist es Südkorea heute erstmals gelungen, einen Satelliten erfolgreich im Orbit zu platzieren. Der Start der 140 Tonnen schweren Trägerrakete vom Naro Space Center an der Südküste wurde live im Fernsehen übertragen. Nach neun Minuten wurde der Satellit, der ein Jahr lang die kosmische Strahlung messen soll, in einer Umlaufbahn ausgesetzt. Bis zum Jahr 2021 will Südkorea nun eine dreistufige Trägerrakete komplett aus eigener Produktion entwickeln, die 1,5 Tonnen Nutzlast transportieren kann. [mst]

Luftfahrt Japanische Airlines klagen über Probleme mit Dreamliner-Batterien.

Nach Angaben der beiden größten japanischen Fluggesellschaften hat es mit den Batterien der Dreamliner-Jets des US-Flugzeugbauers Boeing wiederholt Probleme gegeben. Insgesamt zehn Mal seien die Lithium-Ionen-Batterien ausgetauscht worden, hieß es in einer Erklärung der All Nippon Airlines am Mittwoch in Tokio. Der Konkurrent Japan Airlines bestätigte ebenso die Auswechslung von "mehreren" Batterien. Anfang Januar war bei einem Dreamliner nach der Landung im US-amerikanischen Boston wegen schadhafter Batterien ein Feuer ausgebrochen. Eine Woche später musste eine Boeing wegen eines Batteriebrandes auf einem japanischen Inlandsflug notlanden. Die US-Luftfahrtbehörde FAA verhängte Mitte Januar wegen der Zwischenfälle ein weltweites Flugverbot für alle im Einsatz befindlichen 50 Dreamliner. [mst]

Raumfahrt Die Internationale Raumstation ISS kommuniziert per Laser.

Nach Angaben der russischen Raumfahrtagentur Roskosmos haben Kosmonauten erstmals wissenschaftliche Informationen über einen Laserkanal von der Internationalen Raumstation ISS zur Erde geschickt. Die Daten seien bereits am 25.Januar von einem Laserterminal mit einer Geschwindigkeit von 125 Megabit pro Sekunde zur Erde und mit drei Megabit pro Sekunde von der Erde zurückgeschickt worden. Bei den derart versendeten Informationen handelte es sich um Fotos von der Erde sowie um telemetrische Daten im Umfang von 400 Megabit. Empfänger sei die Station für optische Beobachtungen Archys im Nordkaukasus gewesen. [mst]

Biologie Funkstille verhindert Verkehrschaos.

Ameisen markieren ihre Wege von einer Futterquelle zum Nest mit einem Botenstoff, einem so genannten Pheromon. Damit werden Artgenossen angelockt, denselben Weg zur Nahrungsbeschaffung zu benutzen. Wie die Tiere Staus verhindern berichten britische Biologen im Journal of the Royal Society Interface. Demnach regeln die Pheromone auch übermäßigen Verkehr: Steigt die Zahl der Ameisen so stark, dass sie sich gegenseitig behindern, geben sie weniger Pheromone ab. Als Folge verliert die Duftspur an Attraktivität und das Verkehrsaufkommen sinkt alsbald. Diese Regulation in Form einer negativen Rückkopplung erhöht den Studienautoren zufolge die Effizienz, mit der die Ameisen ihr Nest mit Nahrung versorgen. [mst]

Quelle: Journal of the Royal Society Interface (10.1098/rsif.2012.1009)

Ozeanologie Karibische Korallenriffe wachsen immer langsamer.

Nach Angaben britischer Forscher aus Exeter im Fachblatt Nature Communications bauen die karibischen Korallenriffe im Schnitt nur noch halb so viel Kalk auf wie noch vor rund 7000 Jahren. Die Forscher hatten den Kalkaufbau in 19 Riffen in der Karibik bestimmt. Demnach verzeichneten nur fünf Prozent Wachstumssteigerungen, 21 Prozent der Riffe hingegen verloren Kalk. Ändere sich nichts an der Tendenz, laufen diese komplexen Ökosysteme Gefahr auszusterben. Ein Grund für den geringen Kalkaufbau ist die sogenannte Korallenbleiche: Im Zuge der globalen Erwärmung steigen die Wassertemperaturen. Dadurch verlieren die Korallen die auf ihnen lebenden Algen und sterben kurze Zeit später. [mst]

Quelle: Nature Communications (10.1038/ncomm.2409)

Medizin Frankreich nimmt Diane-35 vom Markt.

Der Pharmakonzern Bayer darf das Hormonpräparat Diane-35 in Frankreich nicht mehr verkaufen. Das als Akne-Mittel zugelassene Medikament wurde bislang häufig auch als Kontrazeptivum verschrieben. Nach dem Tod von vier Frauen, die das Präparat als Antibabypille eingenommen hatten, reagierte die französische Arzneimittelaufsichtsbehörde ANSM nun. Das Präparat sowie Generika dürfen nur noch in einer Übergangszeit von drei Monaten vertrieben werden, teilte die Behörde heute in Paris mit. Danach soll die Marktzulassung ausgesetzt werden. Nach Angaben der ANSM wurden neben den Todesfällen zudem in 125 weiteren Fällen nichttödliche Blutgerinnsel in Venen oder Arterien registriert. [mst]

Quelle: ANSM

29.01.2013

Medizin/Biologie Forscher hoffen, Weitergabe von Antibiotika-Resistenzen verhindern zu können.

Das Team um Chemiker der University of North Carolina hatte beobachtet, wie das Bakterium Staphylococcus Aureus Erbinformationen weiterleitet, die anderen Bakterien helfen, gegen Antibiotika resistent zu werden. Die dafür notwenigen Erbgutteile bindet das Bakterium an ein Eiweiß mit der Bezeichnung NES. Die Wissenschaftler konnten die Struktur zweier Regionen dieses Eiweiß‘ entschlüsseln und nachweisen, wie das Erbgut an dieses Protein bindet. Sie entwickelten dann ein Polymer, dass sich so an dieses Eiweißes bildet, dass es seine Aufgabe nicht mehr ausführen kann. Die Forscher hoffen, dass sich auf diese Weise auch Medikamente gegen S. Aureus selbst entwickeln lassen. Das Bakterium hat Resistenzen gegen viele Antibiotika entwickelt und ist daher nur noch schwer zu bekämpfen. //[gä]//

Quelle: Pnas

Gesundheit Botox im Magen hilft nicht gegen Übergewicht

Manche übergewichtige Menschen setzen große Hoffnungen auf Botulnum toxin als Hilfsmittel zum Abnehmen. Das Gift wird an mehreren Stellen in die Magenwand gespritzt und soll die Muskulatur vorübergehend so schwächen, dass der Mageninhalt nur noch langsam weiter befördert wird und der Magen daher ein Völlegefühl signalisiert. Forscher der Mayo-Klinik in den USA zerstören diese Hoffnung jetzt jedoch. Ihre Studie an 60 Patienten habe ergeben, dass zwar tatsächlich der Mageninhalt langsamer befördert wurde. Aber: Die Versuchspersonen wogen nach dem Test so viel wie vorher. Die Wissenschaftler wollen daher diese Behandlung nicht weiter empfehlen. //[gä]//

Quelle: Pnas

Zoologie Mücken bekämpfen sich mit Biowaffen

Die Männchen der Asiatischen Tigermücke paaren sich offenbar mit den Weibchen der Gelbfiebermücke und machen sie dabei unfruchtbar. Das schreiben Forscher der University of Florida in "PNAS". Die Wissenschaftler beobachteten, dass die Insekten sich über die Artgrenze hinweg paaren. Dabei überträgt das Männchen der Tigermücke Proteine, die das Gelbfiebermückenweibchen sterilisieren. Wie die Forscher weiter schreiben, vermeiden die Weibchen daher normalerweise den Kontakt mit den artfremden Männchen. In Regionen, wo die Arten nicht nebeneinander existieren – was lange in den USA der Fall war - , zeigten die Gelbfiebermückenweibchen dieses Verhalten nicht. Nachdem die andere Art dort vor einigen Jahrzehnten eingeschleppt wurde, verdrängte sie die Gelbfiebermücken binnen weniger Jahre. //[gä]//

Quelle: Pnas

Technologie Unbemannte Drohne liefert sehr scharfe Bilder

Die Drohne ARGUS–IS kann aus einer Höhe von sechs Kilometern noch Gegenstände erkennen, die etwa untertassengroß sind. Bewegungen kann sie detailgetreu abbilden. Ihre Kameras sind mit 368 Sensorchips ausgestattet. Jeder einzelne Chip hat dabei die Auflösung konventioneller Digitalkameras. Entwickelt wurden die Drohne und ihre Optik im Auftrag der DARPA, einer Forschungsagentur des US-Verteidigungsministeriums. Ein Britischer Rüstungskonzern plant derzeit, eine Infrarot-Version der Kamera zu entwickeln. //[gä]//

Geologie US-Forscher haben See unter Eis der Antarktis angebohrt

Bereits am Wochenende senkten die Wissenschaftler eine Kamera auf den Whillans-See hinab, und zeichneten erste – etwas verrauschte - Bilder auf. Das berichtet ein US-amerikanisches Wissenschaftsmagazin auf seinen Internetseiten. Demnach hat der Durchbruch auch schon für eine erste Überraschung unter den Forschern gesorgt: Der See ist nur rund anderthalb Meter tief. Wissenschaftler hatten nach seismologischen Messungen vermutet, dass der See bis zu neun Metern tief sein könnte. Sie vermuten jetzt, dass der Boden von Sedimenten bedeckt sein könnte. Lake Whillans liegt 801 Meter unter dem Eis des Südpols. Wissenschaftler hoffen, in solchen Seen Hinweise auf Leben aus der Vergangenheit zu finden. //[gä]//

Physik Metallstreben lenken Terahertz-Wellen

Terahertz-Wellen sind kürzer als Mikrowellen, aber länger als Infrarot-Licht. Ingenieure hoffen, sie für Materialprüfungen, Körperscanner oder für Datenfunk verwenden zu können. Problem dabei ist, dass konventionelle Sender und Empfänger diesen Frequenzbereich nicht mehr verarbeiten können, Linsen und Lichtwellenleiter aber noch nicht wirken. Ein Forscherteam der Philipps-Universtät Marburg und der Universität Tokio präsentiert jetzt im Fachblatt "Optics Express" eine Technik, mit der sich Terahertz-Strahlen lenken und fokussieren lassen. Die Wissenschaftler haben dafür Metallstreben entwickelt, die ein feines, variables Gitter ergeben, an denen sich die Wellen entlang leiten lassen. //[gä]//
28.01.2013

Neurowissenschaft Mangelnder Tiefschlaf im Alter beschleunigt den geistigen Abbau

Forscher der Universität von Kalifornien in Berkeley haben entdeckt, dass es offenbar einen Zusammenhang gibt zwischen drei, im Alter häufigen Phänomenen: einem gestörten Tiefschlaf, einem schlechterem Gedächtnis sowie dem Verlust von Zellen in einer bestimmten Hirnregion. Gehen in dem sogenannten medialen präfrontalen Cortex Zellen verloren, hat dies Auswirkungen auf die Schlafqualität, denn es entstehen weniger von den für den Tiefschlaf typischen Delta-Hirnwellen. In ihrer Studie mit jungen und älteren Menschen fanden die Forscher Belege dafür, dass ältere Menschen, die Zellen im Stirnlappen verloren hatten, tatsächlich einen gestörten Tiefschlaf aufwiesen. Bei Gedächtnistests schnitten sie deutlich schlechter ab, als Vergleichspersonen. Nicht das Alter an sich schlage aufs Gedächtnis, schreiben die Forscher im Fachblatt „Nature Neuroscience“, sondern der gestörte Tiefschlaf. Möglicherweise könne eine Besserung des Tiefschlafs – durch Medikamente oder Trainingsmethoden – den geistigen Abbau im Alter bremsen. //[mawi]//

Quelle: eurekalert.org

Anthropologie / Medizin Penizillin und nicht die "Pille" hat Sexuelle Revolution ausgelöst

Diese These stellt ein Wirtschaftswissenschaftler der US-amerikanischen Emory University im Fachblatt „Archives of Sexual Behaviour“ auf. Eine Zunahme riskanter, nicht-traditioneller sexueller Beziehungen sei nicht erst in den 60er-Jahren sondern bereits ein Jahrzehnt früher festzustellen. Der flächendeckende Einsatz von Penizillin nach dem Zweiten Weltkrieg habe in den USA zu einer raschen Eindämmung der Syphilis in den 50er-Jahren geführt. Das Penizillin habe dramatisch die Kosten dafür gesenkt, riskanten Sex zu praktizieren, schreibt Andrew Francis in Anlehnung an wirtschaftswissenschaftliche Theorien, die besagen: Wenn die Kosten für ein Gut fallen, steigt die Nachfrage nach diesem Gut. Vor der Einführung der Antibiotika hätte die Menschen eine große Angst vor einer Ansteckung mit der Syphilis gehabt. Allein im Jahr 1939 starben in den USA 20.000 Menschen an den Folgen der Infektion. //[mawi]//

Quelle: EMORY

Verhaltensbiologie Delfine halten verletzte Artgenossen über Wasser

Biologen aus Südkorea haben im Japanischen Meer eine Gruppe von zwölf Delfinen beobachtet. Aufnahmen der Delfin-Gruppe zeigen, dass die Tiere versuchen, einem Weibchen zu helfen, das seine Brustflossen, die Flipper, nicht mehr bewegen kann. Sie bilden eine Art Rettungsfloß und versuchen das verletzte Weibchen über Wasser zu halten und so vor dem Ertrinken zu retten. Als das Weibchen aufhört zu atmen, bleiben fünf Delfine noch bei dem Tier und berühren es regelmäßig. Dann versinkt der Körper. Bekannt ist, dass einzelne Delfine anderen Tieren helfen – in der Regel Muttertiere ihren Kälbern. Es handelt sich hier aber um den ersten Beleg, dass eine ganze Gruppe einem verletzten Artgenossen zu Hilfe kommt. Das Hilfsverhalten könnte dazu dienen, die Bande zwischen den Gruppenmitgliedern zu stärken, vermuten die Forscher. //[mawi]//

Quelle: New Scientist-Online

Raumfahrt Iran hat einen Affen ins All befördert

Das Tier sei mit einer „Pischtam“-Rakete in eine Höhe von 120 Kilometern geschossen worden und wohlbehalten zurückgekehrt, berichtete heute das staatliche Fernsehen. Wann und wo der Start stattfand, wurde nicht bekannt. Der Sender sprach von einem weiteren Schritt auf dem Weg zum bemannten Raumflug. 2010 hatte der Iran bereits den Flug einer Weltraumrakete mit einer Maus, einer Schildkröte und Würmern an Bord bekannt gegeben. Die USA und ihre Verbündeten betrachten das iranische Raumfahrtprogramm mit Argwohn. Sie befürchten, dass es auch der Entwicklung von Langstreckenraketen als Trägersysteme für Atomwaffen dienen könnte. //[mawi]//

Biologie/Chemie Außergewöhnliche Elastizität und Festigkeit von Spinnenseide ist kein Geheimnis mehr

Bisher jedenfalls wussten die Forscher nicht genau, wie die hohe Reißfestigkeit von Spinnengewebe zustande kam. Wissenschaftlern der „Arizona State“ Universität gelang es jetzt, die Elastizität intakter Spinnennetze zerstörungsfrei aufzuklären. Bis ins kleinste Detail vermaßen die Forscher die Spinnennetze mit spektroskopischen Methoden. Die Geschwindigkeit, mit der die Spinne ihre Netze spinnt, entscheidet über die Festigkeit und Elastizität des Spinnengewebes und der Netzknoten. Die Forscher veröffentlichten ihre Ergebnisse jetzt im Magazin „Nature Materials“. Gerade für die Entwicklung von elastischen und gleichzeitig reißfesten Materialien sind die neuen Erkenntnisse hilfreich. //[mawi]// //Paper: http://www.nature.com/nmat/journal/vaop/ncurrent/full/nmat3549.html Materialwissenschaften//

Quelle: Nature Materials

25.01.2013

Neurowissenschaften Das Gehirn kann Teile des Gedächtnis abschalten, um Energie zu sparen.

Diese Fähigkeit haben zumindest hungernde Fruchtfliegen. Auch bei knapper Nahrung versorgt der Organismus bevorzugt das Gehirn mit Energie. Droht jedoch das Verhungern, blockieren die Fliegen gezielt das Speichern bestimmter Langzeiterinnerungen, das viel Energie kostet. Diese Ergebnisse haben französische Neurobiologen im Fachjournal "Science" veröffentlicht. In Laborversuchen zeigte sich: Ausgehungerte Fliegen deaktivieren die Bildung von Erinnerungen an unangenehme Reize, für das aufwändig Proteine gebildet werden müssen. Um zu testen, ob die Tiere dadurch tatsächlich Energie sparen, aktivierten die Forscher die blockierten Nervenzellen künstlich. Das Resultat: Die Lebensdauer der Insekten verkürzte sich um etwa 30 Prozent. //[lp]//

Quelle: Science

Biologie Mistkäfer orientieren sich an der Milchstraße.

Damit sei erstmals nachgewiesen, dass neben Vögeln und einigen Säugetieren auch Insekten die Sterne zur Navigation nutzen. Das schreiben Biologen im Fachblatt "Current Biology". Sternenlicht helfe den Tieren, ihre Kugeln schnell von einem Dunghaufen wegzurollen, um Konkurrenten aus dem Weg zu gehen. Die Forscher testeten afrikanische Mistkäfer nachts in einer Freilandarena. Einigen Insekten setzten sie kleine Kappen auf, so dass sie keine Sterne sehen konnten. Diese Käfer schoben ihre Dungkugeln zickzackförmig umher. Käfer ohne Kappe rollten ihre Kugeln dagegen geradewegs zum Rand der Arena. In Planetariums-Versuchen konnten die Forscher anschließend zeigen, dass sich die Tiere nicht an einzelnen Leitsternen orientieren, sondern am Licht der Milchstraße insgesamt. Aus vorhergehenden Studien ist bekannt, dass Mistkäfer auch das Licht von Sonne und Mond nutzen um zu navigieren. //[lp]//

Quelle: DOI: 10.1016/j.cub.2012.12.034

Paläontologie Forscher entdecken Fossilien einer bislang unbekannten Fuchsart.

//Vulpes skinneri// – so lautet der wissenschaftliche Name der neuen Spezies. Forscher hatten etwa zwei Millionen Jahre alte Knochen und Zähne der Art bei der südafrikanischen Grabungsstätte Malapa entdeckt. Jetzt berichten sie in der Zeitschrift "Transactions of the Royal Society of South Africa" von ihrem Fund. Die Wissenschaftler verglichen die Fossilien mit anderen Fuchsarten und kamen so zu dem Schluss, dass //Vulpes skinneri// mit großer Wahrscheinlichkeit ein Vorfahre jetziger Füchse ist. Der Fund könne helfen, die Entwicklungsgeschichte heute lebender Hunde besser zu verstehen, hoffen die Forscher. //[lp]//

Quelle: DOI: 10.1080/0035919X.2012.74869

Genetik Der Kontakt mit Giftstoffen während der Schwangerschaft kann sich über Generationen auswirken.

Auch wenn die Nachkommen selbst mit den Stoffen nicht in Berührung kommen, können noch die Urenkel darunter leiden. Das berichten amerikanische Biologen im Fachblatt "PLoS One". Sie setzten trächtige Ratten verschiedenen Weichmachern und dem Kunststoffbestandteil Bisphenol A aus. Die Jungtiere litten nach der Geburt verstärkt unter Nieren- und Prostataproblemen. Beschwerden wie Fettleibigkeit und Erkrankungen der Keimdrüsen fanden sich aber noch bei den Urenkeln der kontaminierten Rattenmütter. Für die Vererbung der Schäden machen die Forscher so genannte epigenetische Effekte verantwortlich. Während die Erbgut-Sequenz an sich unverändert bleibt, deaktivieren die Schadstoffe demnach einige Gene unumkehrbar. //[lp]//

Quelle: <a href="http://www.plosone.org/article/info:doi/10.1371/journal.pone.0055387">P

Virologie HIV-ähnliche Viren gibt es bei Primaten viel länger als gedacht.

Bereits vor fünf bis zwölf Millionen Jahren trugen afrikanische Affen derartige Viren – sogenannte Lentiviren – in sich. Das ist das Ergebnis einer Studie amerikanischer Biologen im Fachmagazin "PLOS Pathogens". Bisherige Analysen hatten nahegelegt, dass Lentiviren erst vor einigen zehntausend Jahren entstanden waren. Die Virologen untersuchten ein bestimmtes Gen des Primaten-Immunsystems, das sich im evolutionären Wettlauf mit einem ursprünglichen Lentivirus-Gen fortentwickelt hat. Indem sie die genetischen Veränderungen systematisch nachverfolgten, konnten sie den Beginn der Wechselwirkung datieren. Die Krankheit Aids breitete sich im vergangenen Jahrhundert aus, vermutlich nachdem ein HIV-artiger Virus von Schimpansen auf den Menschen übergesprungen war. Weltweit sind heute etwa 35 Millionen Menschen mit dem Virus infiziert. //[lp]//

Chemie Flüssiges Metall lässt Silizium bei sehr niedrigen Temperaturen kristallisieren.

Chemikern der University of Michigan ist es gelungen, schon bei 80 Grad Celsius Siliziumkristalle herzustellen. Das berichtet das Fachmagazin "Journal of the American Chemical Society". Industriell wird kristallines Silizium bisher in sehr energieintensiven Verfahren bei über 1000 Grad Celsius gewonnen. Das Kernstück der neuen Methode ist eine Elektrode aus flüssigem Gallium. Dieses Metall schmilzt bereits bei 30 Grad Celsius. An der Elektrode wird Siliziumtetrachlorid zu elementarem Silizium reduziert. Dieses löst sich im flüssigen Gallium und kristallisiert dann an der Elektrodenoberfläche aus. Kristallines Silizium hat einen besonders hohen Reinheitsgrad und kommt beispielsweise in Solarzellen zum Einsatz. //[lp]//

Quelle: DOI: 10.1021/ja310897r

24.01.2013

Forschungspolitik Welche Hochschulen mit welchen Unternehmen kooperieren, soll nicht mehr geheim bleiben...

…sondern mit einem Internetportal öffentlich gemacht werden. Die Anti-Korruptions-Organisation "Transparency International", die Berliner "tageszeitung" und die Studentenvertretung fzs stehen hinter dem Projekt. Heute starteten sie ihre Seite "hochschulwatch.de". Jeder der Erkenntnisse über Kooperationen von Hochschulen und Unternehmen habe, sei aufgerufen diese zu melden – nach einer Überprüfung gehen sie für alle sichtbar online. Ziel sei es, Kenntnisse über Kooperationen zu erhalten, bei denen die Freiheit und Unabhängigkeit von Forschung und Lehre beeinträchtigt sei. Das Projekt ist zunächst auf ein Jahr angelegt. //[tj]//

Quelle: Agenturen

Neurowissenschaften Magersüchtige haben einen " Verbindungsfehler" im Gehirn.

Das haben jetzt Wissenschaftler der Ruhr-Universität Bochum herausgefunden. Sie beschäftigten sich mit den Hirnregionen, die beim Anschauen von Körperbildern aktiv sind. Bei magersüchtigen Frauen waren diese Regionen schwächer funktionell verbunden als bei gesunden Frauen. Das wurde bei Untersuchungen mit einem Kernspintomographen deutlich. Je massiver dieser Verbindungsfehler war, um so dicker empfanden sich die Frauen. Den Forschern zufolge könne die jetzt gefundene Auffälligkeit im Gehirn erklären, warum sich Frauen mit Magersucht selber als dick wahrnehmen, obwohl sie objektiv untergewichtig sind. Die funktionelle Veränderung bestimmter Gehirnverbindungen könnte eine Erklärung für Magersucht sein. //[tj]//

Quelle: Pressemitteilung Ruhr-Uni Bochum

Archäologie Das Futter machte aus Wölfen Hunde.

Bei der Domestizierung des Hundes spielte stärkehaltiges Futter eine wesentliche Rolle. Das berichtet ein internationales Forscherteam im Fachjournal "Nature". Die Forscher hatten das gesamte Genom von Hunden nach Regionen durchsucht, die auffällig vom Erbgut des Wolfs abweichen. Dabei stießen sie unter anderem auf zehn Genbereiche, die den Stoffwechsel der Tiere regeln und insbesondere die biochemischen Prozesse beim Abbau von Stärke. Sie deuten darauf hin, dass der Hund im Laufe seiner Entwicklung Stärke besser verdauen konnte. Obgleich die Zeit und der genaue Ablauf der Domestizierung noch immer unklar seien, könnte die genetische Veränderung im Stärke-Stoffwechsel bedeuten, dass die frühen wilden Hunde zu Beginn des Ackerbaus zunehmend von landwirtschaftlichen Abfällen des Menschen profitierten. //[tj]//

Quelle: Nature

Physiologie Kleine Bissen machen auch vor dem Fernseher schneller satt.

Niederländische Forscher wollten mit einer Studie zwei wissenschaftliche Erkenntnisse zusammenbringen. Bekannt ist, dass Menschen größere Mengen essen, wenn sie abgelenkt sind – zum Beispiel beim Fernsehen. Zum andern führen kleine Bissen dazu, dass man weniger Nahrung zunimmt. In einem kleinen Versuch durften die Probanden Tomatensuppe zum Film essen. Wer sich bemühte, vor dem Fernsehgerät wenig Suppe pro Löffel zu sich zu nehmen, war deutlich schneller satt und aß 30 Prozent weniger ohne es zu merken. //[tj]//

Fortpflanzungsbiologie Wer treu ist, hat mehr Nachkommen.

Zumindest gilt das für Nachtaffen – wie Forscher im Fachblatt "PLoS One" schreiben. Seit gut 20 Jahren beobachten sie eine Nachtaffen-Population in der argentinischen Chaco-Region. Die Auswertung der Daten ergab, dass Nachtaffen, die monogam als Paar leben, mehr Nachkommen haben, als Männchen, die sich in eine Paarbeziehung einmischen und sich so ein neues Weibchen suchen. In Zahlen ausgedrückt heißt das: Nachtaffen mit nur einer Partnerin bekamen innerhalb von zehn Jahren 25 Prozent mehr Nachwuchs als diejenigen, die zwei oder mehrere Weibchen begatteten. Weshalb das so ist, können die Forscher noch nicht mit Sicherheit sagen. Möglicherweise spiele die Fürsorge für die Nachkommen eine wichtige Rolle, denn bei monogamen Paaren kümmern sich beide Elternteile um die Jungen. //[tj]//

Quelle: <a href="http://www.plosone.org/article/info:doi/10.1371/journal.pone.0053724">P

Polarforschung Wie groß ist die Gefahr durch das Abschmelzens des grönländischen Eispanzers?

Im "Nature" liefern Forscher heute ein Zukunftsszenario, das sich aus der Vergangenheit speist: aus einer Analyse einer 2540 Meter langen Eisstange aus dem grönländischen Eispanzer. Dadurch wurde es möglich Ereignisse der Eem-Warmzeit zu beurteilen, die vor 130.000 Jahren begann und vor 115.000 Jahren endete. Während dieser Warmzeit sei das Grönlandeis um höchstens ein Viertel geschrumpft und das Schmelzwasser habe die Meere um maximal zwei Meter steigen lassen, berichten jetzt Forscher des Alfred-Wegener-Instituts. Dies widerlege alle Schreckensszenarien, denen zufolge der grönländische Eispanzer im Zuge einer Warmzeit im Nu verschwinden und zu einem meterhohen Ozeananstieg führen könne. Allerdings müsse man mit Prognosen vorsichtig sein. Es könne nämlich auch sein, dass sich das Problem nur verlagert habe. Andere Studien hatten gezeigt, das die Pegel der Ozeane im Eem um vier bis neun Meter höher standen als heute – irgendwo muss das Wasser damals hergekommen sein. Die Eismassen der Antarktis könnten dafür verantwortlich gewesen sein. //[tj]//

Quelle: Pressemeldung Awi

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