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14.01.2015

Biologie Neue Fossilien verschärfen die Diskussion um den Ursprung der Skorpione.

Seit mehr als einhundert Jahren herrscht Uneinigkeit im Kreise vieler Paläontologen über die Frage, ob die ersten Skorpione Land- oder Wasser-Bewohner waren. Einige der frühesten Funde weisen spitze, krabbenähnliche Beine auf und wurden daher als reine Meeresbewohner interpretiert. Jetzt präsentieren Paläontologen aus den USA und Deutschland im Fachblatt Biology Letters eine Ansammlung mehrerer 430 Millionen Jahre alter Skorpione, die im kanadischen Ontario entdeckt wurden. Die Laufbeine dieser Tiere weisen deutliche Fußstrukturen auf; damit waren diese Skorpione gut an ein Landleben angepasst. Den Streit werden diese Funde jedoch nicht beenden, da sie rund acht Millionen Jahre jünger sind als die bislang ältesten bekannten Skorpione. Zudem sei es möglich, dass die Tiere nur zur Fortpflanzung an Land gingen.

[mst]

Quelle: Biology Letters (10.1098/rsbl.2014.0815)/idw

Raumfahrt Auf der Internationalen Raumstation gab es eine Evakuierung.

Nach einem Alarm auf der Internationalen Raumstation ISS ist das US-amerikanische Segment sicherheitshalber evakuiert worden. Der Druck im Kühlsystem sei dort plötzlich sehr stark gefallen, teilte die US-amerikanische Weltraumagentur NASA mit. Die beiden US-Astronauten hätten sich zusammen mit ihrer italienischen Kollegin zur Sicherheit in den russischen Teil der ISS begeben. Die Luke zum US-Segment ist geschlossen, nun läuft die Untersuchung. Grund für den Alarm könnte der Austritt von Ammoniak sein, so die Vermutung; eine Bestätigung dafür gibt es bislang nicht. Der Raumfahrtbehörde Roskosmos in Moskau zufolge werden die beiden US-Astronauten vermutlich bis morgen im russischen Segment bleiben.
[mst]

Quelle: NASA

Biologie Schimpansen vertrauen ihren Artgenossen.

Und sie passen dieses Vertrauen dem Verhalten ihres Gegenübers an. Das schreiben Forscher vom Max-Planck-Institut für evolutionäre Anthropologie in den Proceedings B der britischen Royal Society. Sie ließen Schimpansen zwischen zwei Seilen wählen. Zogen diese am ersten Seil, bekamen sie sofort einen Snack von niedriger Qualität. Das zweite Seil schickte einen kleinen Wagen mit besserem Futter zu einem zweiten Schimpansen. Dieser konnte sich eine Portion nehmen und den Wagen mit der zweiten Portion zurückschicken - oder eben nicht. Grundsätzlich tendierten die Affen dazu, ihrem Artgenossen zu vertrauen. Das war auch der Fall, wenn sich die Schimpansen vorher nicht kannten. Hatten die Tiere einen kooperativen Artgenossen vor sich, steigerte sich ihr Vertrauen. Die Ergebnisse könnten neues Licht auf die Evolution vertrauensvoller Zusammenarbeit werfen, so die Forscher.
[jri/mst]

Quelle: Proc R Soc B (10.1098/rspb.2014.2803)

Biologie Ineffiziente Fallen fangen mehr Ameisen.

Kannenpflanzen locken Insekten an. Diese rutschen vom glitschigen Rand ab und fallen in die mit Verdauungsflüssigkeit gefüllten Fallgruben. Das funktioniert jedoch nur, wenn die Kannen nass sind. Ein internationales Forscherteam wollte herausfinden, warum manche der fleischfressenden Pflanzen in Teilzeit arbeiten. In einem Experiment hielten sie einige Kannen kontinuierlich feucht. Andere blieben unbehandelt und trockneten zur Mittagszeit aus. In den Proceedings B der Royal Society schreiben die Forscher, dass die teils eingetrockneten Fallen 36 Prozent mehr Ameisen fingen als jene, die den ganzen Tag über rutschig waren. Möglicherweise gehört das Austrocknen zur Strategie der Pflanze: Während dieser Zeit könnten einzelne Kundschafter-Ameisen die Pflanze besuchen und ihre Artgenossen zur vermeintlichen lukrativen Futterquelle locken.

[jri/mst]

Quelle: Proc of the Royal Society B (10.1098/rspb.2014.2675)

Kommunikation Handwerk fördert die Sprache.

Die Herstellung komplexer Steinwerkzeuge könnte einer der Motoren der Entwicklung der lautsprachlichen Kommunikation gewesen sein. Das vermutet ein britisches Forscherteam im Fachblatt NATURE Communications. Um diese These zu überprüfen, hatten die Wissenschaftler mehr als 180 Probanden steinzeitliche Faustkeile mit und ohne sprachliche oder gestische Hinweise lernen lassen. Dabei sahen sie, dass eine effektive Weitergabe der Fertigkeiten nur gelang, wenn Hinweise mittels Gesten oder Sprache erfolgten. Durch den Einsatz der Lautsprache konnten unsere Vorfahren komplexe Fertigkeiten so vermitteln, dass diese sich über Generationen und große Entfernungen hinweg verbreiteten und Stück für Stück weiterentwickelt werden konnten. Die ältesten bekannten Steinwerkzeuge sind 2,5 Millionen Jahre alt. Bei dieser sogenannten Oldowan-Kultur erzeugten frühe Werkzeughersteller Dutzende scharfe Klingen aus Abschlägen eines Steins.

[mst]

Quelle: Nature Communications (10.1038/ncomms7029)

Demografie Frauenmangel fördert Monogamie.

Das ist das Fazit einer Studie, die US-Forscher im Fachblatt Royal Society Open Science vorstellen. Sie hatten mehr als 300 Vertreter der Gruppe der Makushi im südamerikanischen Guayana nach ihrer Partnerwahl befragt. Lebten in einem Gebiet annähernd gleich viele Männer wie Frauen, tendierten die Männer zu unverbindlichem Sex. Herrschte in einem Dorf hingegen Frauenmangel, tendierten die Männer überwiegend zu monogamen Beziehungen. Bei den Frauen zeigten sich keine Unterschiede. Sie tendierten stets zu monogamen Beziehungen. Dies sei nicht überraschend, da Frauen mehr Energie und Zeit in die Aufzucht des Nachwuchses investieren. Die Männer hingegen würden ihre Fortpflanzungsstrategie flexibel an die demografischen Gegebenheiten anpassen, so die Anthropologen aus Salt Lake City.

[mst]

Quelle: Royal Society Open Science (10.1098/rsos.140402)

Physik Forscher erblicken Batman unter dem Mikroskop.

Wissenschaftlern des Paul Scherrer Instituts in der Schweiz ist es gelungen, winzige magnetische Strukturen mit Laserlicht umzuschalten und die Veränderung zeitlich mithilfe eines Röntgenmikroskops zu verfolgen. Dabei wurde kurz ein Nanometer großer Bereich sichtbar, der den Studienautoren zufolge dem Fledermaus-Symbol der Comic-Figur Batman ähnelt. Die Erkenntnisse, die im Fachblatt NATURE Communications präsentiert werden, könnten die Datenspeicherung auf Festplatten kompakter, schneller und effizienter machen, hoffen die Forscher.
[mst]

Quelle: PSI/NATURE Communications (10.1038/ncomms6839)

13.01.2015

Biologie Massensterben häufen sich.

Das gilt vor allem für Fische und Vögel, wie US-Forscher im Fachblatt "PNAS" berichten. Sie analysierten Ereignisse der letzten 70 Jahre, bei denen große Teile einzelner Tierpopulationen ausgelöscht wurden. Die Wissenschaftler ermittelten die Gründe für die Massensterben. Das Ergebnis: von den insgesamt 727 Ereignissen wurden die meisten durch Infektionskrankheiten verursacht. Auch Umweltverschmutzung und extreme Wetterverhältnisse gehörten zu den Auslösern. Insgesamt beobachteten die Forscher einen Anstieg an katastrophalen Ereignissen über die letzten 70 Jahre. Der Trend hing allerdings von der Tiergruppe ab: Während Vögel und Fische immer häufiger den Massensterben zum Opfer fallen, nimmt die Anzahl solcher Ereignisse bei Amphibien und Reptilien ab. Bei Säugetieren blieb die Häufigkeit mehr oder weniger konstant.

[jri]

Quelle: PNAS, doi: 10.1073/pnas.1414894112

Medizin Dem Ebola-Patienten an der Berliner Charité geht es weiterhin gut.

Bisher wurden bei dem südkoreanischen Patienten keine Krankheitssymptome festgestellt. Er hatte als Mitglied eines Behandlungsteams in Sierra Leone gearbeitet und sich dort mit einer Nadel verletzt. Am 3. Januar wurde der Patient auf die Isolierstation des Virchow-Klinikum gebracht. Die Wahrscheinlichkeit, dass er doch noch an Ebola erkrankt, ist gering. Zwischen dem sechsten und zwölften Tag nach dem Kontakt mit Ebola-Erregern ist der Ausbruch der Krankheit am wahrscheinlichsten. Diesen Zeitraum hat der Patient an der Charité bereits überstanden.

[jri]

Chemie Bisphenole beeinflussen das Zebrafisch-Gehirn.

Bisphenol A wird als "Weichmacher" für Kunststoffe eingesetzt. Wegen gesundheitlicher Bedenken wird der Stoff in der Industrie oft durch das vermeintlich weniger schädliche Bisphenol S ersetzt. Kanadische Forscher haben die Wirkung der chemischen Verbindung auf die Embryonalentwicklung von Zebrafischen untersucht. Im Fachblatt "PNAS" berichten die Wissenschaftler: Sowohl Bisphenol A als auch Bisphenol S beeinflussten die Entwicklung des Gehirns - und das schon in winzigen Mengen. Beide Chemikalien führten dazu, dass die Embryonen mehr Neuronen bildeten. Später legten diese Fische hyperaktives Verhalten an den Tag. Dieser Effekt war bei Bisphenol S sogar stärker als bei Bisphenol A. Die Ergebnisse wiesen darauf hin, dass Hersteller von Verbrauchsgütern generell auf Bisphenole verzichten sollten, so das Fazit der Forscher.

[jri]

Quelle: PNAS, doi: 10.1073/pnas.1417731112

Informatik Computer können uns besser einschätzen als Familie und Freunde.

Auf der Basis von Facebook-Likes können Computerprogramme sehr genaue Persönlichkeitsprofile von Nutzern erstellen. Psychologen aus England und den USA ließen mehr als 70.000 Facebook-Profile durch einen Algorithmus auswerten. Sie fanden heraus, dass manche Facebook-Seiten besonders oft von Menschen mit einem bestimmten Persönlichkeitstyp markiert werden. So seien zum Beispiel Fans von Salvador Dali oder Meditation besonders offen. Die computergenerierten Persönlichkeitsprofile der Studienteilnehmer verglichen die Forscher mit Einschätzungen ihrer Facebook-Freunde. Wie die Wissenschaftler im Fachblatt PNAS berichten, schnitt der Computer dabei besser ab als die meisten Arbeitskollegen und Freunde: Die elektronisch generierte Einschätzung stimmte häufiger mit der Selbstwahrnehmung der Probanden überein.

[jri]

Quelle: PNAS, 10.1073/pnas.1418680112

Biologie Die Größe von Meeresriesen wird oft übertrieben.

Blauwale oder Riesenkalmare bekommt man nicht oft zu Gesicht - und das trägt vermutlich auch dazu bei, dass ihre Größe in Medien und wissenschaftlicher Literatur häufig falsch dargestellt wird. Das schreiben amerikanische Wissenschaftler im Fachblatt PeerJ. Die Forscher trugen Daten aus verschiedenen Quellen zusammen und analysierten die Größenverteilung von 25 Arten. Viele von ihnen sind kleiner, als sie oft dargestellt werden: Die maximale Länge des Riesenkalmars zum Beispiel schrumpfte von 17 auf zwölf Meter, der Walhai büßte gut 2,5 Meter seiner Maximallänge ein. Diese Maximalgrößen seien allerdings meist nicht repräsentativ für die Gesamtpopulation, so die Forscher. Im Durchschnitt sind die Tiere also sogar noch etwas kleiner.
[jri]

Quelle: PeerJ, 10.7717/peerj.715

12.01.2015

Medizin Mäuse schlafen die Grippe weg

Mit verantwortlich dafür ist ein Protein im Gehirn, haben Forscher der Washington State University herausgefunden. Zusammen mit einem Botenstoff des Immunsystems reguliert das Protein den Schlafrhythmus bei gesunden Mäusen, berichten die Forscher im Fachblatt "Brain, Behavior, and Immunity". Für die Studie hatten die Wissenschaftler Mäuse mit dem Grippevirus H1N1 infiziert. Normale Mäuse reagierten auf die Infektion mit erhöhtem Schlafbedarf. Mäuse, denen das Protein im Gehirn fehlte, schliefen weniger – und erholten sich weniger gut von der Krankheit. Die US-Forscher erhoffen sich von ihren Ergebnissen neue Ansätze zur Behandlung der Virusgrippe. [jri]

Quelle: Brain, Behaviour, and Immunity - doi:10.1016/j.bbi.2014.10.013

Medizin Nicht alle Krebszellen teilen sich schnell

Langsam wachsende Krebszellen entstehen offenbar nicht durch Zufall, haben Forscher aus Boston entdeckt. Dabei spiele ein Protein mit Namen AKT eine wichtige Rolle. Ist das Protein direkt vor der Zellteilung ungleichmäßig in der Zelle vorhanden, entstehen zwei verschiedene Tochterzellen: Eine mit normalem und eine mit niedrigem AKT-Level. Die niedrige Konzentration des Proteins sorgt dafür, dass sich die entsprechenden Tochterzellen nur langsam teilen. Für die Behandlung von Tumoren ist das problematisch, weil die Chemotherapie auf Zellen abzielt, die sich schnell vermehren. Sich langsam teilende Zellen bleiben übrig und können bei Krebspatienten zu Rückfällen führen.

Wie sie im Journal "Molecular Cancer Research" schreiben, entdeckten die US-Forscher einen zellulären Signalweg, der für die Entstehung von langsam wachsenden Zellen verantwortlich sein könnte. Bisher seien sie davon ausgegangen, dass die asymmetrische Zellteilung zufällig auftrete, so die Forscher. [jri]

 

 

Quelle: Molecular Cancer Research - doi: 10.1158/1541-7786.MCR-14-0474

Zoologie Hobbyangler ziehen auch rare Mittelmeer-Fische an Land

Das hat eine Untersuchung spanischer Forscher ergeben. Sie analysierten die Daten aus 24 Studien, die an den Mittelmeerküsten von Frankreich, Spanien, Italien und der Türkei durchgeführt wurden. Das Ergebnis: Die Fänge von Sportanglern entsprechen 10 bis 50 Prozent der Menge, die kleine professionelle Fischereibetriebe anlanden. Wie die Wissenschaftler in den "Reviews in Fisheries Science and Aquaculture" schreiben, waren unter den gefangenen Fischen auch Vertreter gefährdeter Arten.

Auch andere Aspekte des Freizeitangelns seien bedenklich, so die Forscher. Die Angler benutzten zum Beispiel potenziell invasive Wurmarten als Köder, die nicht aus dem Mittelmeer stammten. Außerdem seien verlorene Angelleinen und Haken gefährlich für Seevögel. [jri]

Quelle: Reviews in Fisheries Science & Aquaculture - doi: 10.1080/10641262.2013.823907

Botanik Es muss nicht immer Fleisch sein ...

Das gilt auch für fleischfressende Pflanzen. Wiener Forscher haben verschiedene Arten des Wasserschlauchs untersucht. Die Wasserpflanze saugt mithilfe blasenförmiger Fangorgane kleine Tiere ein und verdaut sie.

Wie die österreichischen Wissenschaftler im Fachblatt "Annals of Botany" schreiben, ernährt sich der Wasserschlauchs nicht nur von Tieren: Mehr als 50 Prozent der Beute bestand aus Algen und Pollen von Bäumen, die am Ufer wachsen. Diese pflanzlichen Bestandteile sind kein nutzloser Beifang – Wasserschlauch-Pflanzen, die viele Algen und Pollenkörner gefangen hatten, bildeten mehr Biomasse aus. Die Forscher vermuten, dass der Wasserschlauch Nährstoffe aus unterschiedlichen Quellen schöpft: Stickstoff komme hauptsächlich aus tierischen Quellen, Spurenelemente dagegen aus Algen und Pollen. [mawi]

Quelle: Annals of Botany - doi:10.1093/aob/mcu236

Paläontologie Waldnashorn und Steppennashorn lebten anders, ...

... als ihre Namen vermuten lassen. Die Körperform der Nashörner deute zwar darauf hin, dass sie sich bevorzugt im Wald oder auf offenen Grasflächen aufhielten, bei der Nahrung waren sie aber nicht wählerisch. Beide Arten ernährten sich sowohl von Blättern als auch von harten Gräsern, berichten Forscher aus Deutschland und England in den "Quaternary Science Reviews". Die Paläontologen hatten untersucht, wovon sich die beiden Nashornarten ernährt haben, die bis vor 100.000 Jahren in Europa zu Hause waren. Dazu analysierten sie die Gebisse von mehr als 200 fossilen Nashörnern. Anhand der Abnutzung der Zähne konnten sie den Speiseplan der Tiere rekonstruieren.

Das Forschungsergebnis habe auch Konsequenzen für die Rekonstruktion früherer Landschaftsformen, so die Forscher. Ein Fundort mit vielen Waldnashorn-Skeletten müsse nicht bedeuten, dass dort einst viele Bäume standen. [jri]

Quelle: Quaternary Science Reviews - doi:10.1016/j.quascirev.2014.10.001

10.01.2015

Verhaltensbiologie Selbsterkenntnis kann trainiert werden

Rhesusaffen können lernen, sich selbst im Spiegel zu erkennen. Das berichten Wissenschaftler aus Schanghai im Fachblatt "Current Biology". Solch eine Fähigkeit war bisher nur bei Menschenaffen, Elefanten und Krähen beobachtet worden. Die Forscher setzten die Affen vor einen Spiegel und erzeugten mit einem Laser im Gesicht der Affen einen farbigen Fleck. Der Laser war so eingestellt, dass er die Haut der Primaten leicht reizte. Innerhalb von zwei bis fünf Wochen lernten die Affen auf diese Weise, die gefühlte Hautreizung mit dem Farbfleck auf ihrem Spiegelbild in Verbindung zu bringen. Schwächten die Forscher den Laser ab, sodass die Affen ihn nicht mehr fühlen konnten, wohl aber im Spiegel sehen, reagierten die Tiere trotzdem darauf.

Quelle: Eurekalert, Current Biology, Bild der Wissenschaft

09.01.2015

Tiermedizin Neuroimplantat lässt lahme Nager wieder gehen

Eine weiche, flexible Prothese, mit der sich Verletzungen am Rückenmark ausgleichen lassen, präsentiert ein internationales Forscherteam heute im Fachblatt "Science". Das Implantat besteht aus einem Silikon-Band, das von feinen Kanälen und dehnbaren Elektroden durchzogen ist. Darüber können zum Wirkstoffe transportiert und Nervensignale weitergeleitet werden. Die Forscher implantierten die Prothese in querschnittsgelähmte Ratten. Dadurch konnten die Tiere sich wieder bewegen. Deformationen der Wirbelsäule, wie sie bei härteren Implantaten auftreten, haben die Forscher nach eigenen Angaben nicht beobachtet. Sie schätzen, dass solch ein Implantat im menschlichen Körper gut zehn Jahre überdauern könnte. [reu]

Quelle: DOI: 10.1126/science.1260960

Nanotechnologie Nanodrähte in Textilien könnten Heizkosten senken

Wissenschaftler der Stanford University haben ein Gewebe entwickelt, das an kalten Tagen besonders warm hält. Wie sie im Fachblatt "Nano Letters" berichten, tränkten die US-Forscher Baumwollstoff in einer Lösung aus Silbernanopartikeln. Diese verknüpften sich dann zu einem leitfähigen Geflecht. Das Ergebnis waren luftdurchlässige Textilien, die fast 80 Prozent der Körperwärme zurückhalten. Wegen ihrer Leitfähigkeit konnte auch ein schwacher Strom angelegt werden, der den Stoff auf knapp 40 Grad Celsius aufheizte. Kleidung aus solchen Textilien könnte helfen, Heizkosten zu sparen, so die Forscher. Im Winter sei es effizienter, den menschlichen Körper aufzuheizen, als ganze Räume auf angenehme Temperaturen zu bringen. [rie]

Quelle: doi: 10.1021/nl5036572

Biologie Blaualgen produzieren ihren eigenen Dünger.

Cyanobakterien, auch Blaualgen genannt, beeinflussen den Nährstoffkreislauf in Seen. Das schreiben amerikanische Forscher im Fachblatt "Ecosphere". Sie erstellten mathematische Modelle von Stickstoff- und Phosphorzyklen in Gewässern. Beide Elemente sind wichtige Nährstoffe für Algen, können aber auch unerwünschte Effekte haben: Hohe Stickstoffeinträge aus der Landwirtschaft führen häufig zu Algenblüten: Das Wasser trübt sich, der See "kippt". Cyanobakterien nehmen in solchen Ökosystemen eine besondere Rolle ein: Sie können Quellen für Stickstoff und Phosphor anzapfen, an die andere Algenarten nicht herankommen. Dazu gehören zum Beispiel gelöstes Stickstoffgas und Phosphorverbindungen im Sediment. Blaualgen setzen diese Nährstoffe frei, sodass auch andere Algen wachsen können. Die US-Wissenschaftler errechneten, dass Cyanobakterien nährstoffarme Seen auf diese Weise mit Stickstoff und Phosphor anreichern – und Ökosysteme nachhaltig verändern. [rie]

Quelle: doi: 10.1890/ES14-00174.1

Tiermedizin Wurmkuren sind nicht nur nützlich

Von einer Behandlung gegen Darmwürmer können einzelne Büffel profitieren, aber der Bestand der gesamten Herde kann dadurch gefährdet werden. Das berichten US-Forscher, die eine wilde Büffelherde im Krüger-Nationalpark untersucht haben. Die Tiere dort leiden oft unter Infektionen mit Darmparasiten, aber auch die Rinder-Tuberkulose macht ihnen zu schaffen. Parasitische Würmer können das Immunsystem unterdrücken. Deshalb erwarteten die Forscher, dass entwurmte Rinder sich besser gegen Tuberkulose-Bakterien zur Wehr setzen können. Stattdessen entdeckten sie einen anderen Effekt: Die entwurmten Büffel bekamen genauso häufig Tuberkulose, sie überlebten aber länger. Dadurch hatten sie länger Zeit, andere Tiere mit der Krankheit anzustecken. Die Ergebnisse seien zwar nicht direkt auf den Menschen übertragbar, so die Forscher. Es sei aber wichtig, solche Wechselwirkungen zu berücksichtigen, wenn man Wurmerkrankungen behandelt. [rie]

Quelle: DOI: 10.1126/science.1261714

Tiermedizin Weißstörche im Rostocker Zoo mit Vogelgrippevirus infiziert

Alle Weißstörche im Rostocker Zoo sind mit dem Vogelgrippevirus H5N8 infiziert gewesen, teilte heute das Agrarministerium in Schwerin mit. Sämtliche Vögel des Zoos sollen nun untersucht werden, insgesamt etwa 500 Tiere. Von den zwölf Störchen, die in der Anlage lebten, waren drei Tiere in den vergangenen Tagen verendet. Die restlichen neun waren vorsichtshalber getötet worden, um weitere Infektionen zu verhindern. [reu] - dpa

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