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19.01.2015

Agrarwissenschaften Neue Karten beleuchten die globale Landwirtschaft.

Zwei internationale Forschungsinstitute aus Österreich und den USA haben die landwirtschaftlich genutzten Flächen der Welt neu kartiert. Sie kombinierten verschiedene Datenquellen und ließen auch Laien bei der Auswertung helfen: Im Internet konnten freiwillige Helfer Satellitenbilder nach Feldern und Farmen durchsuchen. Besonders in Entwicklungsländern sei es oft schwierig, den genauen Standort und die Größe von landwirtschaftlich genutztem Boden zu ermitteln, so die Forscher. Die neuen Karten könnten zum Beispiel Regierungen helfen, landwirtschaftliche Maßnahmen zu planen.

[jri]

Quelle: Global Change Biology, doi: 10.1111/gcb.12838

Archäologie Ein Gewehr lehnte 130 Jahre lang an einem Baum.

In einem Nationalpark im US-Bundesstaat Nevada wurde ein Winchester-Gewehr gefunden. Es handelt sich um das Modell 1873, das nach dem amerikanischen Bürgerkrieg im Westen der USA weit verbreitet war. Offenbar hatte jemand das Gewehr vor mehr als 130 Jahren an einen Baum gelehnt. Archäologen haben es durch Zufall entdeckt - und rätseln nun, wie es dorthin gekommen sein könnte.

[jri]

Medizin Die Ebola-Epidemie in Mali ist offiziell für beendet erklärt worden.

Das hat der malische Gesundheitsminister am Sonntag erklärt. In dem westafrikanischen Land sind nun 42 Tage lang keine neuen Fälle der Erkrankung gemeldet worden. Der für die Bekämpfung von Ebola in Mali zuständige UN-Vertreter bestätigte das Ende der Epidemie. In Mali waren insgesamt sieben Menschen an Ebola gestorben.

[jri]

Biologie Stabile Zellwände schützen Weizen vor Pilzbefall.

Hartweizen ist eine der Hauptzutaten von Pasta und Couscous. Teile der Ernte fallen weltweit immer wieder Pilzerkrankungen zum Opfer, die den Weizen ungenießbar machen. Italienische Forscher haben jetzt eine Variante des Getreides untersucht, die gegen Pilzbefall immun ist. Grund dafür ist die besondere Struktur von Komponenten der Zellwände, die die Weizenzellen besonders stabil machen. Die Ergebnisse sind im Fachblatt "BMC Plant Biology" erschienen. Sie könnten helfen, neue Pflanzen zu züchten, die sich selbst vor Pilzen schützen können. Dadurch könnten Ernteausfälle vermieden werden, so die Hoffnung der Forscher.

[jri]

Quelle: BMC Plant Biology, doi: 10.1186/s12870-014-0369-1

Bildung Junge Wissenschaftler brauchen bessere Arbeitsbedingungen.

Die Bundesbildungsministerin Johanna Wanka will die weitverbreiteten Zeitverträge im Wissenschaftsbetrieb eindämmen. Die Möglichkeit, Nachwuchswissenschaftlern befristete Verträge zu geben werde teilweise ausgenutzt, sagte die CDU-Politikerin der "Süddeutschen Zeitung". Sie kündigte an, das Wissenschaftszeitvertragsgesetz zu überarbeiten. Die Bildungsgewerkschaft GEW geht davon aus, dass unterhalb der Professoren-Ebene 90 Prozent der Angestellten nur befristete Verträge haben. Die Hälfte dieser Verträge habe eine Laufzeit von unter einem Jahr.

[jri]

Genetik Die Wirkung der Gene wird überschätzt.

Das gilt zumindest, wenn es um das Immunsystem geht. Wie Forscher der Stanford University in einer Zwillingsstudie herausgefunden haben, werden die menschlichen Abwehrkräfte in erster Linie von Umwelteinflüssen gesteuert. Die Wissenschaftler untersuchten verschiedene Immunparameter von 210 eineiigen und zweieiigen Zwillingspaaren, die zwischen acht und 82 Jahre alt waren. Wie die Forscher im Fachblatt "Cell" berichten, stellten sie in drei Vierteln der Messungen Unterschiede zwischen den Geschwistern fest, die sich allein durch die Gene nicht erklären ließen. Außerdem ähnelten sich die Immunfunktionen mit zunehmendem Alter immer weniger.

[jri]

Quelle: Cell, doi: 10.1016/j.cell.2014.12.020

Astronomie Astronomen beobachten geheimnisvolle Radiostrahlung.

Australische Astronomen haben kurze Ausbrüche kosmischer Radiostrahlung beobachtet. Die Quelle der Strahlung ist noch unbekannt - Messungen deuten aber darauf hin, dass sie etwa 5,5 Milliarden Lichtjahre von der Erde entfernt ist. Wie die Forscher in den "Monthly Notices of the Royal Astronomical Society" schreiben, konnten sie einige mögliche Ursachen für die Signale ausschließen. Die Wissenschaftler haben die rätselhaften Signaturen mit dem Parkes Radio Telescope aufgefangen. Sie vermuten, dass die Radiowellen von kompakten Objekten ausgehen, wie zum Beispiel schwarzen Löchern oder Neutronensternen.

[jri]

Quelle: Monthly Notices of the Royal Astronomical Society, doi: 10.1093/mnras/stu2419

16.01.2015

Biologie Experimentelle Impfstoffe können tödliche Folgen haben

Eine Immuntherapie gegen eine virale Infektion kann unter Umständen zu einer überschießenden, tödlichen Entzündungsreaktion führen. Das berichten Forscher aus den USA im Fachmagazin "Science". Sie hatten Mäusen einen Impfstoff verabreicht, der die Bildung bestimmter Immunzellen hervorruft. Der Körper bildete ausschließlich sogenannte CD4+-Zellen. Das sind T-Helferzellen, die eine Infektion indirekt bekämpfen.

Wie beabsichtigt wurden durch den Impfstoff jedoch keine CD8+-T-Zellen gebildet und auch keine Antikörper. Das Resultat war eine Entzündung, die bei den Versuchstieren zu einem Multiorganversagen führte. Das Resultat dieser Studie sollte bei der Entwicklung zukünftiger Impfstoffe auf alle Fälle berücksichtigt werden, betonen die Forscher. Solche Vakzine sollten auch CD8+-Zellen und Antikörper bilden.

Quelle: Cell, idw

Biologie Haie sinken im Süßwasser nach unten

Haifische, die auch im Süßwasser leben können, brauchen dort 50 Prozent mehr Energie, für ihren Auftrieb. Das berichten australische Forscher im Journal of Experimental Biology. Sie haben das Schwimmverhalten des Gemeinen Grundhais untersucht, so als würden sie die Aerodynamik eines neuen Flugzeugmodells berechnen. Die geringere Dichte des Süßwassers reiche aus, dass die Knorpelfische deutlich absinken. Haie verfügen nicht über Schwimmblasen, so wie andere Fische. Ihr Auftrieb wird nur durch eine fettreiche Leber unterstützt.

Quelle: Journal of Experimental Biology

Biologie Ein Methusalem-Gen lässt Fliegen länger leben

Forschern aus der Schweiz ist es gelungen, die Lebensdauer von Fliegen deutlich zu erhöhen. Dazu haben sie die Wirkung eines Gens verstärkt, das ungesunde Zellen zerstört, wie die Biologen im Fachmagazin "Cell" berichten. Dieses Gen wird vom Körper in weniger gesunden Zellen aktiviert. Normalerweise befinden sich davon zwei Kopien in einer Zelle. Die Forscher hatten bei den Fliegen eine dritte Kopie künstlich hinzugefügt, so dass die ungesunden Zellen effizienter aussortiert werden konnten. Nach Aussagen der Forscher zeigt die Studie neue Möglichkeiten auf, wie man das Altern von Menschen verlangsamen könnte, denn auch in menschlichen Zellen kommt dieses spezielle Gen vor.

Quelle: Cell, idw

Umwelt Der Mensch bringt die Erde an ihre Grenzen

Vier von neun Belastungsgrenzen der Erde sind durch den Einfluss des Menschen mittlerweile überschritten. Das schreibt ein internationales Forscherteam im Fachmagazin "Science". Als gravierende Gefahren sehen die Forscher die hohe Menge an Kohlendioxid in der Atmosphäre, den Verlust der genetischen Vielfalt durch Artensterben, Änderungen in den globalen Kreisläufen von Stickstoff und Phosphor sowie den Verlust von Waldgebieten. Durch das Überschreiten dieser Grenzen könne sich das menschliche Wohlergehen in vielen Teilen der Welt verschlechtern, argumentieren die Forscher. Das Konzept der "globalen Grenzen" hatte die Expertengruppe bereits im Jahr 2009 entwickelt. Für die aktuelle Studie haben die Forscher die Abschätzung der relevanten Schwellenwerte verbessert.

Quelle: Science, AFP, dpa

Biologie Stressabbau verbessert das Einfühlungsvermögen

Der natürliche Stress beim Kontakt zu Fremden begrenzt die Empathie, zu der eine Person fähig ist. Das folgern kanadische Forscher aus Versuchen an Mäusen und Menschen. Mäuse reagieren oft stark auf Schmerzen, die einem Artgenossen zugefügt werden – das gilt allerdings nur für bekannte, nicht für fremde Mäuse. Wie die Forscher zeigen konnten, gilt es aber nicht mehr, wenn die Nager einen Hormonblocker erhalten, der Stress abbaut. Dann zeigen sie bei allen Artgenossen ein einfühlsames Verhalten. Versuche mit Studierenden hätten ähnliche Ergebnisse gezeigt, berichten die Forscher im Fachblatt "Current Biology". Die Einnahme einer chemischen Substanz sei hier allerdings nicht notwendig. Zum Stressabbau genügten 15 Minuten eines gemeinsamen Videospiels.

Quelle: Current Biology, Eurekalert

Geowissenschaften Ein US-Gericht hat die Höchststrafe für BP festgelegt

Nach der Explosion der Ölplattform "Deepwater Horizon" im Jahr 2010 sind rund 3,2 Millionen Barrel Öl ins Meer geflossen. Zu diesem Schluss kam ein amerikanisches Bundesgericht in New Orleans. Die Zahl liegt über der Menge, die der britische BP-Konzern angegeben hatte, aber unter der Schätzung der US-Regierung. Das Gericht hat fünf Gutachten herangezogen, in denen Geowissenschaftler mit verschiedenen Methoden die Menge des ausgetretenen Öls abgeschätzt hatten. Die Zahlen des Gerichts sind entscheidend für die Berechnung der Strafgelder. Dem Ölkonzern droht eine Höchststrafe von knapp 14 Milliarden Dollar. Der Großteil des Geldes soll in die Wiederherstellung der Ökosysteme an der Golfküste fließen. Vier Prozent sind für Forschungsprojekte vorgesehen.

Quelle: dpa, Science now

15.01.2015

Psychologie Menschen können sich an Erfahrungen erinnern, die sie nicht gemacht haben.

Das hat eine Studie ergeben, die im Fachblatt "Psychological Science" erschienen ist. Wie Forscher aus England und Kanada herausfanden, ist es erstaunlich einfach, falsche Erinnerungen ins Gehirn zu pflanzen. Die Wissenschaftler führten mehrere Gespräche mit Studenten durch. Im ersten erzählten die Forscher von zwei Ereignissen - nur eins der beiden hatten die Probanden wirklich erlebt. In den Folgeinterviews sollten die Studenten beide Ereignisse wiedergeben. Das Ergebnis: Die meisten Probanden schilderten die falschen Erlebnisse ebenso ausführlich wie die wahren. Das deute darauf hin, dass Menschen detaillierte Erinnerungen an Begebenheiten entwickeln könnten, die überhaupt nicht stattgefunden haben, so die Forscher.

[jri]

Quelle: Psychological Science, doi: 10.1177/09567614562862

Biologie Woher hat das Zebra seine Streifen?

Für die schwarz-weißen Muster gibt es noch immer keine gute Erklärung. Dafür aber mehrere Theorien über ihre Funktion: Zebras könnten dadurch ihre Körpertemperatur regulieren oder für Löwen oder Stechfliegen schwerer zu erkennen sein. Für eine Studie im Fachblatt "Royal Society Open Science" hat ein Forscherteam nach Korrelationen zwischen verschiedenen Umwelteinflüssen und den charakteristischen Mustern von Zebrapopulationen gesucht. Den größten Einfluss auf die Zeichnung der Tiere hatte demnach die Temperatur: In Regionen mit niedrigen Temperaturen waren die Streifen dünner und weniger ausgeprägt. Woher diese Korrelation kommt, ist unklar - die Wissenschaftler vermuten jedoch, dass mehrere Faktoren zur Entwicklung der Streifen geführt haben.

[jri]

Quelle: Royal Society Open Science, doi: 10.1098/rsos.140452

Biologie DNA-Strichcodes helfen, Wildbienen zu identifizieren.

Wissenschaftler der Zoologischen Staatssammlung München haben mehr als 550 Wildbienenarten genetisch analysiert, davon kommen 503 Arten auch in Deutschland vor. So konnten sie genetische Barcodes erstellen, mit denen sich die Arten eindeutig identifizieren lassen. Ihre Ergebnisse veröffentlichten die Forscher in "Molecular Ecology Resources". Anhand der Daten konnte die Klassifikation einiger Bienenarten überarbeitet werden. Insgesamt gab es aber wenig Überraschungen: Die genetischen Daten stimmten im Großen und Ganzen mit der klassischen taxonomischen Einordnung überein. DNA-Barcodes könnten in Zukunft helfen, Bienen ohne die Hilfe von Experten zu identifizieren.

[jri]

Quelle: Molecular Ecology Resources, doi : 10.1111/1755-0998.12363

Physik Aerosole sorgen für den typischen Regengeruch.

Der erdige Geruch direkt nach einem Regenschauer entsteht durch Partikel, die durch Regentropfen vom Boden aufgewirbelt werden. Wie genau dieser Prozess funktioniert, haben Forscher vom MIT in Boston untersucht. Mit Hochgeschwindigkeitskameras nahmen sie Wassertropfen auf, die auf verschiedene Erdproben und künstliche Materialien fielen. Wie die Wissenschaftler im Fachblatt "Nature Communications" berichten, wurden die Wassertropfen beim Aufprall zuerst plattgedrückt. Gleichzeitig formten sich winzige Luftblasen, die an die Oberfläche der Tropfen wanderten und dort zerplatzten. Dadurch bildeten sich Aerosole, die sich in der Luft verteilten. Wie viel Aerosol entstand, hing auch von der Geschwindigkeit der Tropfen ab.

[jri]

Quelle: Nature Communications, doi:10.1038/ncomms7083

Raumfahrt Die Systeme auf der Internationalen Raumstation laufen wieder

Die Crew der internationalen Raumstation ISS konnte wieder in das US-amerikanische Segment zurückkehren. In der Kühlanlage der ISS war gestern plötzlich der Druck abgefallen. Als Grund wurde der Austritt von Ammoniak vermutet. Die US-Astronauten und ihre italienische Kollegin brachten sich deshalb für elf Stunden im russischen Segment in Sicherheit. Das Warnsignal stellte sich später als falscher Alarm heraus. Offenbar hatte ein Computer falsche Messwerte produziert.

[jri]

Klima Der Meeresspiegel steigt schneller als gedacht.

Das gilt zumindest für den Zeitraum zwischen 1993 und 2010. Vor 1990 stieg der Meeresspiegel allerdings langsamer, als bisher vermutet. Wissenschaftler der Harvard University haben den globalen Wasserstand anhand von Gezeitenpegeln neu analysiert. Ihre Ergebnisse sind im Fachblatt "Nature" erschienen. Die US-Forscher wandten einen Algorithmus an, der Ungenauigkeiten aus den Messdaten entfernt. Mit der neuen Rechenmethode kamen die Forscher auf einen jährlichen Meeresspiegelanstieg von 1,2 Millimetern zwischen 1901 und 1990. In diesem Zeitraum waren Forscher vorher von 1,6 bis 1,9 Millimetern pro Jahr ausgegangen. Für das Zeitfenster zwischen 1993 und 2010 errechneten die Wissenschaftler einen Anstieg von 3 Millimetern pro Jahr - die höchste Schätzung bisher.
[jri]

Quelle: Nature, doi: 10.1038/nature14093

14.01.2015

Biologie Neue Fossilien verschärfen die Diskussion um den Ursprung der Skorpione.

Seit mehr als einhundert Jahren herrscht Uneinigkeit im Kreise vieler Paläontologen über die Frage, ob die ersten Skorpione Land- oder Wasser-Bewohner waren. Einige der frühesten Funde weisen spitze, krabbenähnliche Beine auf und wurden daher als reine Meeresbewohner interpretiert. Jetzt präsentieren Paläontologen aus den USA und Deutschland im Fachblatt Biology Letters eine Ansammlung mehrerer 430 Millionen Jahre alter Skorpione, die im kanadischen Ontario entdeckt wurden. Die Laufbeine dieser Tiere weisen deutliche Fußstrukturen auf; damit waren diese Skorpione gut an ein Landleben angepasst. Den Streit werden diese Funde jedoch nicht beenden, da sie rund acht Millionen Jahre jünger sind als die bislang ältesten bekannten Skorpione. Zudem sei es möglich, dass die Tiere nur zur Fortpflanzung an Land gingen.

[mst]

Quelle: Biology Letters (10.1098/rsbl.2014.0815)/idw

Raumfahrt Auf der Internationalen Raumstation gab es eine Evakuierung.

Nach einem Alarm auf der Internationalen Raumstation ISS ist das US-amerikanische Segment sicherheitshalber evakuiert worden. Der Druck im Kühlsystem sei dort plötzlich sehr stark gefallen, teilte die US-amerikanische Weltraumagentur NASA mit. Die beiden US-Astronauten hätten sich zusammen mit ihrer italienischen Kollegin zur Sicherheit in den russischen Teil der ISS begeben. Die Luke zum US-Segment ist geschlossen, nun läuft die Untersuchung. Grund für den Alarm könnte der Austritt von Ammoniak sein, so die Vermutung; eine Bestätigung dafür gibt es bislang nicht. Der Raumfahrtbehörde Roskosmos in Moskau zufolge werden die beiden US-Astronauten vermutlich bis morgen im russischen Segment bleiben.
[mst]

Quelle: NASA

Biologie Schimpansen vertrauen ihren Artgenossen.

Und sie passen dieses Vertrauen dem Verhalten ihres Gegenübers an. Das schreiben Forscher vom Max-Planck-Institut für evolutionäre Anthropologie in den Proceedings B der britischen Royal Society. Sie ließen Schimpansen zwischen zwei Seilen wählen. Zogen diese am ersten Seil, bekamen sie sofort einen Snack von niedriger Qualität. Das zweite Seil schickte einen kleinen Wagen mit besserem Futter zu einem zweiten Schimpansen. Dieser konnte sich eine Portion nehmen und den Wagen mit der zweiten Portion zurückschicken - oder eben nicht. Grundsätzlich tendierten die Affen dazu, ihrem Artgenossen zu vertrauen. Das war auch der Fall, wenn sich die Schimpansen vorher nicht kannten. Hatten die Tiere einen kooperativen Artgenossen vor sich, steigerte sich ihr Vertrauen. Die Ergebnisse könnten neues Licht auf die Evolution vertrauensvoller Zusammenarbeit werfen, so die Forscher.
[jri/mst]

Quelle: Proc R Soc B (10.1098/rspb.2014.2803)

Biologie Ineffiziente Fallen fangen mehr Ameisen.

Kannenpflanzen locken Insekten an. Diese rutschen vom glitschigen Rand ab und fallen in die mit Verdauungsflüssigkeit gefüllten Fallgruben. Das funktioniert jedoch nur, wenn die Kannen nass sind. Ein internationales Forscherteam wollte herausfinden, warum manche der fleischfressenden Pflanzen in Teilzeit arbeiten. In einem Experiment hielten sie einige Kannen kontinuierlich feucht. Andere blieben unbehandelt und trockneten zur Mittagszeit aus. In den Proceedings B der Royal Society schreiben die Forscher, dass die teils eingetrockneten Fallen 36 Prozent mehr Ameisen fingen als jene, die den ganzen Tag über rutschig waren. Möglicherweise gehört das Austrocknen zur Strategie der Pflanze: Während dieser Zeit könnten einzelne Kundschafter-Ameisen die Pflanze besuchen und ihre Artgenossen zur vermeintlichen lukrativen Futterquelle locken.

[jri/mst]

Quelle: Proc of the Royal Society B (10.1098/rspb.2014.2675)

Kommunikation Handwerk fördert die Sprache.

Die Herstellung komplexer Steinwerkzeuge könnte einer der Motoren der Entwicklung der lautsprachlichen Kommunikation gewesen sein. Das vermutet ein britisches Forscherteam im Fachblatt NATURE Communications. Um diese These zu überprüfen, hatten die Wissenschaftler mehr als 180 Probanden steinzeitliche Faustkeile mit und ohne sprachliche oder gestische Hinweise lernen lassen. Dabei sahen sie, dass eine effektive Weitergabe der Fertigkeiten nur gelang, wenn Hinweise mittels Gesten oder Sprache erfolgten. Durch den Einsatz der Lautsprache konnten unsere Vorfahren komplexe Fertigkeiten so vermitteln, dass diese sich über Generationen und große Entfernungen hinweg verbreiteten und Stück für Stück weiterentwickelt werden konnten. Die ältesten bekannten Steinwerkzeuge sind 2,5 Millionen Jahre alt. Bei dieser sogenannten Oldowan-Kultur erzeugten frühe Werkzeughersteller Dutzende scharfe Klingen aus Abschlägen eines Steins.

[mst]

Quelle: Nature Communications (10.1038/ncomms7029)

Demografie Frauenmangel fördert Monogamie.

Das ist das Fazit einer Studie, die US-Forscher im Fachblatt Royal Society Open Science vorstellen. Sie hatten mehr als 300 Vertreter der Gruppe der Makushi im südamerikanischen Guayana nach ihrer Partnerwahl befragt. Lebten in einem Gebiet annähernd gleich viele Männer wie Frauen, tendierten die Männer zu unverbindlichem Sex. Herrschte in einem Dorf hingegen Frauenmangel, tendierten die Männer überwiegend zu monogamen Beziehungen. Bei den Frauen zeigten sich keine Unterschiede. Sie tendierten stets zu monogamen Beziehungen. Dies sei nicht überraschend, da Frauen mehr Energie und Zeit in die Aufzucht des Nachwuchses investieren. Die Männer hingegen würden ihre Fortpflanzungsstrategie flexibel an die demografischen Gegebenheiten anpassen, so die Anthropologen aus Salt Lake City.

[mst]

Quelle: Royal Society Open Science (10.1098/rsos.140402)

Physik Forscher erblicken Batman unter dem Mikroskop.

Wissenschaftlern des Paul Scherrer Instituts in der Schweiz ist es gelungen, winzige magnetische Strukturen mit Laserlicht umzuschalten und die Veränderung zeitlich mithilfe eines Röntgenmikroskops zu verfolgen. Dabei wurde kurz ein Nanometer großer Bereich sichtbar, der den Studienautoren zufolge dem Fledermaus-Symbol der Comic-Figur Batman ähnelt. Die Erkenntnisse, die im Fachblatt NATURE Communications präsentiert werden, könnten die Datenspeicherung auf Festplatten kompakter, schneller und effizienter machen, hoffen die Forscher.
[mst]

Quelle: PSI/NATURE Communications (10.1038/ncomms6839)

13.01.2015

Biologie Massensterben häufen sich.

Das gilt vor allem für Fische und Vögel, wie US-Forscher im Fachblatt "PNAS" berichten. Sie analysierten Ereignisse der letzten 70 Jahre, bei denen große Teile einzelner Tierpopulationen ausgelöscht wurden. Die Wissenschaftler ermittelten die Gründe für die Massensterben. Das Ergebnis: von den insgesamt 727 Ereignissen wurden die meisten durch Infektionskrankheiten verursacht. Auch Umweltverschmutzung und extreme Wetterverhältnisse gehörten zu den Auslösern. Insgesamt beobachteten die Forscher einen Anstieg an katastrophalen Ereignissen über die letzten 70 Jahre. Der Trend hing allerdings von der Tiergruppe ab: Während Vögel und Fische immer häufiger den Massensterben zum Opfer fallen, nimmt die Anzahl solcher Ereignisse bei Amphibien und Reptilien ab. Bei Säugetieren blieb die Häufigkeit mehr oder weniger konstant.

[jri]

Quelle: PNAS, doi: 10.1073/pnas.1414894112

Medizin Dem Ebola-Patienten an der Berliner Charité geht es weiterhin gut.

Bisher wurden bei dem südkoreanischen Patienten keine Krankheitssymptome festgestellt. Er hatte als Mitglied eines Behandlungsteams in Sierra Leone gearbeitet und sich dort mit einer Nadel verletzt. Am 3. Januar wurde der Patient auf die Isolierstation des Virchow-Klinikum gebracht. Die Wahrscheinlichkeit, dass er doch noch an Ebola erkrankt, ist gering. Zwischen dem sechsten und zwölften Tag nach dem Kontakt mit Ebola-Erregern ist der Ausbruch der Krankheit am wahrscheinlichsten. Diesen Zeitraum hat der Patient an der Charité bereits überstanden.

[jri]

Chemie Bisphenole beeinflussen das Zebrafisch-Gehirn.

Bisphenol A wird als "Weichmacher" für Kunststoffe eingesetzt. Wegen gesundheitlicher Bedenken wird der Stoff in der Industrie oft durch das vermeintlich weniger schädliche Bisphenol S ersetzt. Kanadische Forscher haben die Wirkung der chemischen Verbindung auf die Embryonalentwicklung von Zebrafischen untersucht. Im Fachblatt "PNAS" berichten die Wissenschaftler: Sowohl Bisphenol A als auch Bisphenol S beeinflussten die Entwicklung des Gehirns - und das schon in winzigen Mengen. Beide Chemikalien führten dazu, dass die Embryonen mehr Neuronen bildeten. Später legten diese Fische hyperaktives Verhalten an den Tag. Dieser Effekt war bei Bisphenol S sogar stärker als bei Bisphenol A. Die Ergebnisse wiesen darauf hin, dass Hersteller von Verbrauchsgütern generell auf Bisphenole verzichten sollten, so das Fazit der Forscher.

[jri]

Quelle: PNAS, doi: 10.1073/pnas.1417731112

Informatik Computer können uns besser einschätzen als Familie und Freunde.

Auf der Basis von Facebook-Likes können Computerprogramme sehr genaue Persönlichkeitsprofile von Nutzern erstellen. Psychologen aus England und den USA ließen mehr als 70.000 Facebook-Profile durch einen Algorithmus auswerten. Sie fanden heraus, dass manche Facebook-Seiten besonders oft von Menschen mit einem bestimmten Persönlichkeitstyp markiert werden. So seien zum Beispiel Fans von Salvador Dali oder Meditation besonders offen. Die computergenerierten Persönlichkeitsprofile der Studienteilnehmer verglichen die Forscher mit Einschätzungen ihrer Facebook-Freunde. Wie die Wissenschaftler im Fachblatt PNAS berichten, schnitt der Computer dabei besser ab als die meisten Arbeitskollegen und Freunde: Die elektronisch generierte Einschätzung stimmte häufiger mit der Selbstwahrnehmung der Probanden überein.

[jri]

Quelle: PNAS, 10.1073/pnas.1418680112

Biologie Die Größe von Meeresriesen wird oft übertrieben.

Blauwale oder Riesenkalmare bekommt man nicht oft zu Gesicht - und das trägt vermutlich auch dazu bei, dass ihre Größe in Medien und wissenschaftlicher Literatur häufig falsch dargestellt wird. Das schreiben amerikanische Wissenschaftler im Fachblatt PeerJ. Die Forscher trugen Daten aus verschiedenen Quellen zusammen und analysierten die Größenverteilung von 25 Arten. Viele von ihnen sind kleiner, als sie oft dargestellt werden: Die maximale Länge des Riesenkalmars zum Beispiel schrumpfte von 17 auf zwölf Meter, der Walhai büßte gut 2,5 Meter seiner Maximallänge ein. Diese Maximalgrößen seien allerdings meist nicht repräsentativ für die Gesamtpopulation, so die Forscher. Im Durchschnitt sind die Tiere also sogar noch etwas kleiner.
[jri]

Quelle: PeerJ, 10.7717/peerj.715

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