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22.01.2015

Verhaltensbiologie In der Nähe von Menschen fressen Pumas weniger, töten aber mehr

Nicht nur Menschen haben Angst vor Raubtieren, umgekehrt ist es ebenso. Das ergab die Beobachtung von Pumas. In der Nähe von Menschen müssen Pumas nämlich befürchten, dass sie beim Fressen ihrer Beute gestört werden. In den "Proceedings B" der britischen Royal Society berichten Forscher über 30 Pumas, die sie mit Sendern versehen hatten. Als sie die Daten auswerteten, ergab sich ein klarer Zusammenhang zwischen deren Jagdverhalten und der Nähe zu menschlichen Siedlungen: So ließen sich die Pumas beim Verspeisen ihrer Beute 42 Prozent weniger Zeit als in menschenleeren Gegenden, töteten aber ein Drittel mehr Wild.

Quelle: Doi: 10.1098/rspb.2014.2711

Hirnforschung Stromstöße frischen das Gedächtnis auf

Wir können uns nicht alles merken. Deshalb arbeitet unser Gedächtnis selektiv. Details oder unwichtige Informationen haben wir oft schnell wieder vergessen. Wissenschaftler von der New York University haben in einem Experiment getestet, ob sich die "verlorenen" Erinnerungen wieder zurückholen lassen. Wie sie im Fachjournal NATURE schreiben lautet die Antwort: Ja. In ihren Versuchen hatten sie es mit leichten elektrischen Schlägen geschafft, dass sich die Teilnehmer der Studie an Bilder erinnerten, die sie lange vor den kleinen Elektroschocks einmal gesehen hatten. Offenbar verstärken Schmerzen nicht nur entscheidende, sondern auch nur noch schwach vorhandene Erinnerungsspuren in unserem Gedächtnis.

 

Quelle: NATURE Doi:10.1038/nature14106

Genetik Mal lesen Krebszellen diese, mal jene Gene

Der sogenannte schwarze Hautkrebs ist besonders aggressiv und bildet häufig tödliche Metastasen. Bislang gingen Forscher davon aus, dass Veränderungen in bestimmten Genen für die Wucherungen verantwortlich sind. Krebstherapien zielen deshalb auf die entsprechenden Signalwege der Krebszellen. Allerdings reagieren die Krebszellen nach einiger Zeit nicht mehr auf das Medikament und haben offenbar neue Wege gefunden, um weiterzuwachsen. Forscher der Universität Zürich haben dafür nun eine Erklärung gefunden: Je nachdem welche Bedingungen vorherrschen, können Krebszellen unterschiedliche Gene "lesen" und für ihr Fortkommen nutzen.

Gesteuert wird die Lesbarkeit von Genen durch sogenannte epigenetische Faktoren. Die Züricher Forscher untersuchten ein epigenetisches Kontrollprotein, dass in Hautkrebszellen besonders aktiv ist. Anschließend unterdrückten sie medikamentös die Aktivität dieses Proteins. Im Labor und im Tierversuch konnten die Wissenschaftler verhindern, dass sich Krebs ausbreitet.

Quelle: Tj22.1.2015 bif150122c

Verhaltensbiologie Nur ein scharfer Schwenk zur Seite hilft gegen den Beuteflug eines Habichts

Ein internationales Forscherteam hat die Jagdausflüge eines Habichts gefilmt und zwar mit Hilfe eines Kamerahelms, den sie dem Greifvogel aufsetzten. Die Auswertung, die sie im "Journal of Experimental Biology" veröffentlicht haben, ergibt: Sobald der Habicht seine Beute entdeckt hat, fixiert er sie mit seinem Blick und stürzt schnurstracks auf sie zu. Mit diesem Überraschungsangriff hat der Vogel meistens Erfolg. Wenn nicht, dann setzt er eine spezielle Verfolgungstaktik ein: Er näherte sich kontinuierlich seiner Beute an, verschleierte dabei aber die Annäherung. Zum Schluss fliegt er neben seiner Beute her und greift im besten Moment zu. Die einzige Überlebenschance – so ergab die kleine Videostudie – besteht für Kaninchen und Fasane darin, einen scharfen Ausfall zur Seite zu unternehmen und damit den Blickkontakt des Habichts zu seinem Opfer zu unterbrechen.

Quelle: Journal of Experimental Biology

Medizin Forscher verhindern bei Labormäusen Diabetes Typ 1

Diabetes Typ 1 ist eine Autoimmunerkrankung. Dabei werden die Insulin produzierenden Betazellen der Bauchspeicheldrüse vom körpereigenen Immunsystem zerstört. Bislang sind zwei der daran beteiligten T-Zellen bekannt. Amerikanische Forscher des Saint Louis University Medical Center haben sich nun auf eine dritte Sorte, die TH17 Zellen, konzentriert. In einer Studie mit Labormäusen gelang es ihnen, deren zerstörerische Wirkung zu blockieren. Dazu schalteten sie zwei wichtige Rezeptoren dieser T-Helferzellen aus. Wie das Fachmagazin "Endocrinology" berichtet, entwickelte keines der Tiere Diabetessymptome - selbst wenn die Behandlung erst einsetzte, nachdem bereits ein Großteil der Betazellen zerstört waren.

Quelle: Endocrinology doi:10.1210/en.2014-1677

21.01.2015

Verhaltensbiologie Mutige Krebse lassen sich leichter fangen

Das notieren australische Forscher in den Proceedings B der Royal Society. Sie beobachteten eine Verbindung zwischen dem Verhalten und der Wachstumsgeschwindigkeit von Flusskrebsen. Die Krebse, die am schnellsten wuchsen, waren mutiger und gefräßiger als ihre langsam wachsenden Kollegen.

In ihrem Versuch stellten die Wissenschaftler Fallen auf und beobachteten das Verhalten der Tiere. Das Ergebnis: Flusskrebse mit hohen Wachstumsraten tappten häufiger in die Falle.

Das liegt vermutlich an ihrem erhöhten Energiebedarf: Schnell wachsende Krebse mussten ihre Sandlöcher öfter zur Nahrungssuche verlassen und waren deshalb einfacher zu fangen.

Die Forscher vermuten, dass durch diesen Mechanismus ein Selektionsdruck entstehen könnte: Wenn große, „mutige" Tiere weggefangen werden, wird die restliche Population allmählich immer kleiner und ängstlicher. [jri]

Quelle: Proceedings of the Royal Society B, doi: 10.1098/rspb.2014.2283

Mathematik Ein Manuskript von Alan Turing wird versteigert

Ein bislang unbekanntes Dokument des britischen Kryptoanalytikers Alan Turing soll im April in New York versteigert werden. Das Auktionshaus Bonhams erwartet einen Betrag in Höhe von mindestens einer Million Dollar für das 56-seitige Manuskript. Es handelt sich wohl um das einzige handschriftliche Konzept des britischen Mathematikers, das noch existiert.

Die Notizen Turings beschäftigten sich mit Grundlagen der Mathematik und der Computerwissenschaft und böten einen Einblick in den "Denkprozess eines Genies", erklärte das Auktionshaus.

Gefunden wurde das bislang unbekannte Manuskript im Nachlass des britischen Mathematikers Robin Gandy, einem Weggefährten und Freund von Turing. Die Versteigerung findet am 13. April statt. [jri]

Medizin Durch Teamwork lassen sich falsche Diagnosen vermeiden

Das ist das Ergebnis einer Studie, die im Fachblatt "JAMA" erschienen ist. Wie Forscher der Berliner Charité berichten, stellten Medizinstudenten im Team bessere Diagnosen.

Die Studierenden sollten sechs simulierte Fälle von Atembeschwerden am Computer analysieren. Dabei arbeiteten sie entweder alleine oder in Paaren.

Die Zweierteams brauchten etwas länger, um zu einer Diagnose zu kommen - sie lagen aber häufiger richtig. In 68 Prozent der Fälle kamen sie zur korrekten Schlussfolgerung. Ihre Kommilitonen, die einzeln gearbeitet hatten, brachten es nur auf 50 Prozent. [jri]

Quelle: JAMA, doi=10.1001/jama.2014.15770

Medizin Ebola-Viren verändern sich

Das könnte die Wirkung von Medikamenten einschränken. Das schreiben US-Forscher im Journal "mBio". Sie untersuchten das Erbgut der Erreger - und stellten deutliche Unterschiede zu Virenstämmen früherer Ebola-Ausbrüche fest.

Etwa drei Prozent des Viren-Genoms waren seit den Ausbrüchen von 1976 und 1995 mutiert. Zehn dieser Mutationen könnten die Wirkung experimenteller Wirkstoffe gegen Ebola beeinträchtigen.

Die Wissenschaftler empfehlen, die Wirksamkeit der Medikamente gegen die mutierten Virenstämme bald im Labor zu testen. Außerdem sei es wichtig, weitere genetische Veränderungen im Auge zu behalten. ]jri]

Quelle: mBio, doi:10.1128/mBio.02227-14

Nanotechnologie Laser erzeugen wasserabweisende Metalle

Forscher der amerikanischen Rochester University haben ein Verfahren entwickelt, mit dem sich wasserabweisende Metalle herstellen lassen. Sie beschossen Platin-, Titan- und Messingstücke mit kurzen Laserimpulsen und schnitten so winzige Rillen in die Oberfläche.

Durch diese Nanostrukturen wurden die Metalle schwarz, weil sie kein Licht mehr reflektierten. Außerdem waren die behandelten Materialien extrem wasserabweisend.

Mit dieser Technik ließen sich Metalle herstellen, die nicht rosten und kaum gereinigt werden müssen, so die Forscher. Ihre Ergebnisse veröffentlichten sie im "Journal of Applied Physics". [jri]

Quelle: Journal of Applied Physics, doi : 10.1063/1.4905616

Paläontologie Der Urahne der Primaten lebte auf Bäumen

Das bestätigen fossile Knochen, die Forscher im US-Bundesstaat Montana gefunden haben. Ihren Fund beschreiben sie im Fachblatt "PNAS". Die Knochen stammen aus dem Fußgelenk von Purgatorius, einem prähistorischen Säugetier, das als Vorgänger heutiger Primaten gehandelt wird. Purgatorius war etwa so groß wie ein Eichhörnchen und ernährte sich von Früchten und Insekten. Bisher waren nur Zähne und Kieferknochen von dem frühen Primaten gefunden worden. Die Fußknochen zeigten Gemeinsamkeiten mit denen heutiger Primaten, so die Forscher. So konnte Purgatorius zum Beispiel seine Füße rotieren und sich so an Ästen festhalten. [jri]

Quelle: PNAS, doi: 10.1073/pnas.1421707112

20.01.2015

Physik Der supraleitende Magnet GLAD wurde fertiggestellt.

50 Ingenieure und Wissenschaftler haben im französischen Saclay jahrelang an dem Magneten gearbeitet. Er soll beim so genannten R3B-Experiment beim neuen Teilchenbeschleuniger FAIR in Darmstadt zum Einsatz kommen. Dabei wollen Forscher neutronenreiche Atomkerne untersuchen. Fliegen solche Kerne nahe an anderen Atomkernen vorbei, werden sie angeregt, schwingen und zerfallen. Dabei verraten sie etwas über ihre Struktur. Die Experimente könnten möglicherweise grundsätzliche Fragen über die Entstehung schwerer Elemente in Sternenexplosionen beantworten. Der neue Magnet soll geladene von ungeladenen Teilchen trennen und so die Analyse ermöglichen.
[hell]

Quelle: IDW

Ökologie Artenreiches Grasland verträgt Flutkatastrophen besser als artenarmes.

Das hat ein deutsches Forscherteam herausgefunden. Geholfen hat den Wissenschaftlern dabei die Flut, die im Juni 2013 in Mitteleuropa große Schäden angerichtet hatte. Sie überschwemmte auch das Jena-Experiment - eine zehn Hektar große Freilandversuchsfläche. Die Forscher untersuchten die Auswirkungen der Flut auf verschiedene Versuchsparzellen. Ihre Ergebnisse beschreiben sie im Fachblatt "Nature Communications". Sie fanden heraus, dass artenreiche Pflanzengemeinschaften das zusätzliche Wasser und die Nährstoffe darin effizienter nutzen können als artenarme Gemeinschaften. Das Ergebnis ist interessant, weil extreme Wetterereignisse in Zukunft wahrscheinlich häufiger vorkommen werden.
[hell]

Quelle: Nature Communications doi: 10.1038/ncomms7092

Biologie Forscherinnen züchten Embryonen des Afrikanischen Löwen aus einer Keimzellbank.

Diese Prozedur ist dem Team des Berliner Leibnitz Instituts für Zoo- und Wildtierforschung damit erstmals gelungen. Die Forscherinnen brachten unreife Eizellen in einem speziellen Medium zur Reife und befruchteten sie mit Spermien eines bereits toten Löwen. Ihre Ergebnisse beschreiben sie im Magazin "Theriogenology" Sie beobachteten, dass die befruchteten Eizellen sich erst nach neun Tagen zu Blastozysten entwickelten. Hauskatzen etwa nehmen schon nach sieben Tagen dieses Entwicklungsstadium ein. Ob das eine Besonderheit der Löwen-Art ist, oder sich auf die Prozedur der künstlichen Befruchtung zurückführen lässt, konnten die Forscherinnen nicht klären. Die künstliche Reproduktion wird für Programme zur Erhaltung gefährdeter Tierarten immer wichtiger. Sie könnte den Transport von Tieren zur Paarung in anderen Zoos überflüssig machen.
[hell]

Quelle: DOI: http://dx.doi.org/10.1016/j.theriogenology.2014.11.037

Soziologie Beim Bergsteigen können strenge Hierarchien tödlich sein.

Jedoch führen sie öfter zum Erfolg. Zu dem Ergebnis kommen US-Forscher. Sie werteten 5000 Himalaja-Expeditionen der letzten hundert Jahre aus. An den Touren hatten Bergsteiger aus knapp 60 Ländern teilgenommen. Die Wissenschaftler unterschieden die Herkunftsländer danach, ob dort eine hierarchische Kultur vorherrscht oder nicht. Die Auswertung zeigte: Teams aus hierarchisch geprägten Ländern brachten mehr Bergsteiger zum Gipfel. Jedoch kamen aus diesen Ländern auch mehr Expeditionsteilnehmer ums Leben. Zusammenfassend notieren die Forscher im Magazin "PNAS", dass hierarchische Werte die Leistung von Gruppen sowohl verbessern als auch verschlechtern können.
[hell]

Quelle: PNAS doi: doi/10.1073/pnas.1412198112

Psychologie Was macht einen Film bedeutend?

Dieser Frage sind US-Forscher nachgegangen. Sie untersuchten dazu Kriterien wie Filmpreise, Kritiken und Kassenerfolge, aber auch wie oft ein Film in anderen Werken zitiert wurde. Die Wissenschaftler analysierten über 15 000 Filme. Als bedeutend definierten sie die 625 Werke, die im Nationalen Filmregister der US-Kongressbibliothek eingetragen sind. Das Ergebnis: Filme, die von anderen Werken zitiert werden, tauchen am ehesten in dem Filmregister auf. Darunter sind Titel wie "Star Wars", "Casablanca" oder Hitchcocks "Psycho". Im Magazin "PNAS" resümieren die Forscher, dass nicht Kritiker festlegen, welche Filme wichtig seien, sondern die Filmemacher der Gegenwart und Zukunft.
[hell]

Quelle: PNAS doi: doi/10.1073/pnas.1412198112

19.01.2015

Agrarwissenschaften Neue Karten beleuchten die globale Landwirtschaft.

Zwei internationale Forschungsinstitute aus Österreich und den USA haben die landwirtschaftlich genutzten Flächen der Welt neu kartiert. Sie kombinierten verschiedene Datenquellen und ließen auch Laien bei der Auswertung helfen: Im Internet konnten freiwillige Helfer Satellitenbilder nach Feldern und Farmen durchsuchen. Besonders in Entwicklungsländern sei es oft schwierig, den genauen Standort und die Größe von landwirtschaftlich genutztem Boden zu ermitteln, so die Forscher. Die neuen Karten könnten zum Beispiel Regierungen helfen, landwirtschaftliche Maßnahmen zu planen.

[jri]

Quelle: Global Change Biology, doi: 10.1111/gcb.12838

Archäologie Ein Gewehr lehnte 130 Jahre lang an einem Baum.

In einem Nationalpark im US-Bundesstaat Nevada wurde ein Winchester-Gewehr gefunden. Es handelt sich um das Modell 1873, das nach dem amerikanischen Bürgerkrieg im Westen der USA weit verbreitet war. Offenbar hatte jemand das Gewehr vor mehr als 130 Jahren an einen Baum gelehnt. Archäologen haben es durch Zufall entdeckt - und rätseln nun, wie es dorthin gekommen sein könnte.

[jri]

Medizin Die Ebola-Epidemie in Mali ist offiziell für beendet erklärt worden.

Das hat der malische Gesundheitsminister am Sonntag erklärt. In dem westafrikanischen Land sind nun 42 Tage lang keine neuen Fälle der Erkrankung gemeldet worden. Der für die Bekämpfung von Ebola in Mali zuständige UN-Vertreter bestätigte das Ende der Epidemie. In Mali waren insgesamt sieben Menschen an Ebola gestorben.

[jri]

Biologie Stabile Zellwände schützen Weizen vor Pilzbefall.

Hartweizen ist eine der Hauptzutaten von Pasta und Couscous. Teile der Ernte fallen weltweit immer wieder Pilzerkrankungen zum Opfer, die den Weizen ungenießbar machen. Italienische Forscher haben jetzt eine Variante des Getreides untersucht, die gegen Pilzbefall immun ist. Grund dafür ist die besondere Struktur von Komponenten der Zellwände, die die Weizenzellen besonders stabil machen. Die Ergebnisse sind im Fachblatt "BMC Plant Biology" erschienen. Sie könnten helfen, neue Pflanzen zu züchten, die sich selbst vor Pilzen schützen können. Dadurch könnten Ernteausfälle vermieden werden, so die Hoffnung der Forscher.

[jri]

Quelle: BMC Plant Biology, doi: 10.1186/s12870-014-0369-1

Bildung Junge Wissenschaftler brauchen bessere Arbeitsbedingungen.

Die Bundesbildungsministerin Johanna Wanka will die weitverbreiteten Zeitverträge im Wissenschaftsbetrieb eindämmen. Die Möglichkeit, Nachwuchswissenschaftlern befristete Verträge zu geben werde teilweise ausgenutzt, sagte die CDU-Politikerin der "Süddeutschen Zeitung". Sie kündigte an, das Wissenschaftszeitvertragsgesetz zu überarbeiten. Die Bildungsgewerkschaft GEW geht davon aus, dass unterhalb der Professoren-Ebene 90 Prozent der Angestellten nur befristete Verträge haben. Die Hälfte dieser Verträge habe eine Laufzeit von unter einem Jahr.

[jri]

Genetik Die Wirkung der Gene wird überschätzt.

Das gilt zumindest, wenn es um das Immunsystem geht. Wie Forscher der Stanford University in einer Zwillingsstudie herausgefunden haben, werden die menschlichen Abwehrkräfte in erster Linie von Umwelteinflüssen gesteuert. Die Wissenschaftler untersuchten verschiedene Immunparameter von 210 eineiigen und zweieiigen Zwillingspaaren, die zwischen acht und 82 Jahre alt waren. Wie die Forscher im Fachblatt "Cell" berichten, stellten sie in drei Vierteln der Messungen Unterschiede zwischen den Geschwistern fest, die sich allein durch die Gene nicht erklären ließen. Außerdem ähnelten sich die Immunfunktionen mit zunehmendem Alter immer weniger.

[jri]

Quelle: Cell, doi: 10.1016/j.cell.2014.12.020

Astronomie Astronomen beobachten geheimnisvolle Radiostrahlung.

Australische Astronomen haben kurze Ausbrüche kosmischer Radiostrahlung beobachtet. Die Quelle der Strahlung ist noch unbekannt - Messungen deuten aber darauf hin, dass sie etwa 5,5 Milliarden Lichtjahre von der Erde entfernt ist. Wie die Forscher in den "Monthly Notices of the Royal Astronomical Society" schreiben, konnten sie einige mögliche Ursachen für die Signale ausschließen. Die Wissenschaftler haben die rätselhaften Signaturen mit dem Parkes Radio Telescope aufgefangen. Sie vermuten, dass die Radiowellen von kompakten Objekten ausgehen, wie zum Beispiel schwarzen Löchern oder Neutronensternen.

[jri]

Quelle: Monthly Notices of the Royal Astronomical Society, doi: 10.1093/mnras/stu2419

16.01.2015

Biologie Experimentelle Impfstoffe können tödliche Folgen haben

Eine Immuntherapie gegen eine virale Infektion kann unter Umständen zu einer überschießenden, tödlichen Entzündungsreaktion führen. Das berichten Forscher aus den USA im Fachmagazin "Science". Sie hatten Mäusen einen Impfstoff verabreicht, der die Bildung bestimmter Immunzellen hervorruft. Der Körper bildete ausschließlich sogenannte CD4+-Zellen. Das sind T-Helferzellen, die eine Infektion indirekt bekämpfen.

Wie beabsichtigt wurden durch den Impfstoff jedoch keine CD8+-T-Zellen gebildet und auch keine Antikörper. Das Resultat war eine Entzündung, die bei den Versuchstieren zu einem Multiorganversagen führte. Das Resultat dieser Studie sollte bei der Entwicklung zukünftiger Impfstoffe auf alle Fälle berücksichtigt werden, betonen die Forscher. Solche Vakzine sollten auch CD8+-Zellen und Antikörper bilden.

Quelle: Cell, idw

Biologie Haie sinken im Süßwasser nach unten

Haifische, die auch im Süßwasser leben können, brauchen dort 50 Prozent mehr Energie, für ihren Auftrieb. Das berichten australische Forscher im Journal of Experimental Biology. Sie haben das Schwimmverhalten des Gemeinen Grundhais untersucht, so als würden sie die Aerodynamik eines neuen Flugzeugmodells berechnen. Die geringere Dichte des Süßwassers reiche aus, dass die Knorpelfische deutlich absinken. Haie verfügen nicht über Schwimmblasen, so wie andere Fische. Ihr Auftrieb wird nur durch eine fettreiche Leber unterstützt.

Quelle: Journal of Experimental Biology

Biologie Ein Methusalem-Gen lässt Fliegen länger leben

Forschern aus der Schweiz ist es gelungen, die Lebensdauer von Fliegen deutlich zu erhöhen. Dazu haben sie die Wirkung eines Gens verstärkt, das ungesunde Zellen zerstört, wie die Biologen im Fachmagazin "Cell" berichten. Dieses Gen wird vom Körper in weniger gesunden Zellen aktiviert. Normalerweise befinden sich davon zwei Kopien in einer Zelle. Die Forscher hatten bei den Fliegen eine dritte Kopie künstlich hinzugefügt, so dass die ungesunden Zellen effizienter aussortiert werden konnten. Nach Aussagen der Forscher zeigt die Studie neue Möglichkeiten auf, wie man das Altern von Menschen verlangsamen könnte, denn auch in menschlichen Zellen kommt dieses spezielle Gen vor.

Quelle: Cell, idw

Umwelt Der Mensch bringt die Erde an ihre Grenzen

Vier von neun Belastungsgrenzen der Erde sind durch den Einfluss des Menschen mittlerweile überschritten. Das schreibt ein internationales Forscherteam im Fachmagazin "Science". Als gravierende Gefahren sehen die Forscher die hohe Menge an Kohlendioxid in der Atmosphäre, den Verlust der genetischen Vielfalt durch Artensterben, Änderungen in den globalen Kreisläufen von Stickstoff und Phosphor sowie den Verlust von Waldgebieten. Durch das Überschreiten dieser Grenzen könne sich das menschliche Wohlergehen in vielen Teilen der Welt verschlechtern, argumentieren die Forscher. Das Konzept der "globalen Grenzen" hatte die Expertengruppe bereits im Jahr 2009 entwickelt. Für die aktuelle Studie haben die Forscher die Abschätzung der relevanten Schwellenwerte verbessert.

Quelle: Science, AFP, dpa

Biologie Stressabbau verbessert das Einfühlungsvermögen

Der natürliche Stress beim Kontakt zu Fremden begrenzt die Empathie, zu der eine Person fähig ist. Das folgern kanadische Forscher aus Versuchen an Mäusen und Menschen. Mäuse reagieren oft stark auf Schmerzen, die einem Artgenossen zugefügt werden – das gilt allerdings nur für bekannte, nicht für fremde Mäuse. Wie die Forscher zeigen konnten, gilt es aber nicht mehr, wenn die Nager einen Hormonblocker erhalten, der Stress abbaut. Dann zeigen sie bei allen Artgenossen ein einfühlsames Verhalten. Versuche mit Studierenden hätten ähnliche Ergebnisse gezeigt, berichten die Forscher im Fachblatt "Current Biology". Die Einnahme einer chemischen Substanz sei hier allerdings nicht notwendig. Zum Stressabbau genügten 15 Minuten eines gemeinsamen Videospiels.

Quelle: Current Biology, Eurekalert

Geowissenschaften Ein US-Gericht hat die Höchststrafe für BP festgelegt

Nach der Explosion der Ölplattform "Deepwater Horizon" im Jahr 2010 sind rund 3,2 Millionen Barrel Öl ins Meer geflossen. Zu diesem Schluss kam ein amerikanisches Bundesgericht in New Orleans. Die Zahl liegt über der Menge, die der britische BP-Konzern angegeben hatte, aber unter der Schätzung der US-Regierung. Das Gericht hat fünf Gutachten herangezogen, in denen Geowissenschaftler mit verschiedenen Methoden die Menge des ausgetretenen Öls abgeschätzt hatten. Die Zahlen des Gerichts sind entscheidend für die Berechnung der Strafgelder. Dem Ölkonzern droht eine Höchststrafe von knapp 14 Milliarden Dollar. Der Großteil des Geldes soll in die Wiederherstellung der Ökosysteme an der Golfküste fließen. Vier Prozent sind für Forschungsprojekte vorgesehen.

Quelle: dpa, Science now

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