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30.01.2015

Klimaforschung Schwere Stürme könnten in Zukunft weniger werden

Zu diesem Schluss kommt jedenfalls eine internationale Forschergruppe . Sie hatte untersucht, wie sich der atmosphärische Kreislauf auf die Luftströmungen auswirkt. Die Analyse der globalen Wetterdaten von 1981 bis 2012 ergab: Mit steigender Erwärmung nimmt die globale Verdunstungsrate zu. Wenn aber mehr Wasser verdunstet, steht weniger Energie für die Luftströmungen und damit Winde auf der Erde zur Verfügung. In "Science" schreiben die Forscher, dass sie für die Zukunft weniger schwere Stürme erwarten. Allerdings nur im globalen Mittel. In einzelnen Regionen wie der Karibik, sei weiterhin mit extremen Wetterereignissen zu rechnen.

Quelle: SCIENCE doi: 10.1126/science.1257103

Medizin Babys strukturieren ihr Wissen im Schlaf

Leipziger und Tübinger Kognitionsforscher haben eine Studie mit neun bis 16 Monate alten Babys ausgewertet. Dabei sollten die Kinder Namen von einzelnen Gegenständen lernen und ähnlichen Objekten zuordnen. Anschließend blieb die Hälfte der Studienteilnehmer wach, die andere schlief ein bis zwei Stunden. Und diese Gruppe schloss die nächste Testphase deutlich besser ab. Kinder, die nach dem lernen schliefen, hatten sich gemerkt, welches Objekt welchen Namen trägt. Die anderen hatten vieles vergessen. Und noch etwas hatte der Schlaf im kindlichen Gehirn bewirkt: Während alle Kinder in der Lernphase Schwierigkeiten hatten Namen nicht nur einem sondern auch ähnlichen Gegenständen zuzuordnen, waren Kinder, die nach dem Lernen geschlafen hatten, dazu fähig. Die verallgemeinernden Kategorien bildeten sich im Schlaf.

Quelle: Max Planck Gesellschaft

Materialforschung Größere Kristalle verbessern die Leistung von Solarzellen

Die sogenannten Perowskit-Kristalle gelten als vielversprechendes Material. Schon in den vergangenen fünf Jahren konnten Forscher den Wirkungsgrad von Solarzellen aus Perowskit deutlich erhöhen: von knapp vier auf mehr als 20 Prozent. Allerdings bestehen die Zellen oft aus winzigsten Einzelstücken. Für die Massenproduktion sind aber große Kristallschichten nötig.

Amerikanische Forscher vom Los Alamos National Laboratory haben nun ein Verfahren entwickelt, mit dem sie Kristalle züchteten, die bis zu zwei Millimeter groß sind: ein bisheriger Rekordwert. Sie nutzten dazu ein spezielles Gussverfahren: Sie gaben eine 70 Grad heiße Flüssigkeit aus Bleijodid und Methylaminhydrochlorid auf eine leitfähige Unterlage. In einem dünnen Flüssigkeitsfilm wuchsen innerhalb von 20 Minuten bleihaltige Perowskitkristalle. Ihr Wirkungsgrad lag in ersten Solarzellen bei 18 Prozent, berichtet das Fachmagzin "Science".

Quelle: Science doi: 10.1126/science.aaa0472

Medizin Der Krebspesterreger lässt sich in Wasserproben schnell nachweisen

Ein deutsches Forscherteam hat eine neue Methode gefunden, um Sporen der Krebspest im Wasser aufzuspüren. Die Krebspest in eine Pilzerkrankung, die von amerikanischen Flusskrebsen eingeschleppt wurde und bei heimischen Flusskrebsen fast immer tödlich endet. Tiere, die den Erreger in sich tragen, setzen Krebspestsporen im Wasser frei. Treffen diese Sporen auf einen Flusskrebs, dringen sie in den Organismus ein.

Bisher musste die Erkrankung in Gewebeproben nachgewiesen werden, doch bei der neuen Methode spüren die Forscher die Sporen in Wasserproben auf und zwar mit Hilfe von Glasfaserfiltern. Im Labor wird dann die Sporen-DNA auf spezifische Sequenzmuster der Krebspest untersucht. Da das Ergebnis schnell feststeht, könne man rasch mit Gegenmaßnahmen beginnen.

Quelle: Senkenberg Forschungsinstitut und Senkckenberg Biodiversität und Klima

Biologie Das räumliche Gefühl für Mengen ist angeboren

(...) und keineswegs dem Menschen vorbehalten. Auch einige Tierarten haben ein intuitives Gefühl für Mengen. Dabei ordnen sie - wie der Mensch - die kleineren Zahlen räumlich nach links und größeren nach rechts. Das haben Wissenschaftler bei Experimenten mit Küken festgestellt.

Zunächst trainierten sie diese darauf, Futter hinter einer mit mehreren Punkten markierten Wand zu suchen. Anschließend stellten sie zwei Futterboxen mit nur jeweils zwei Punkten in den Raum – eine links, eine rechts.. Die Küken suchten hinter der linken Box. Waren aber viele Punkte auf den Boxen , suchten die Küken rechts.

Im Fachmagazin "Science" vermuten die Wissenschaftler, dass die räumliche Zahlenanordnung von links nach rechts eine universelle Strategie des Gehirns sein könne.

Quelle: SCIENCE doi:10.1126/science.aaa1379

29.01.2015

Virologie Bewertung des Impfstoffes gegen Ebola als sicher

Ein internationales Experten-Team hat nach ersten Studien einen Impfstoff gegen Ebola als sicher eingestuft. Die Ergebnisse der Tests wurden nun im "New England Journal of Medicine" veröffentlicht. Entwickelt worden war der Impfstoff von einem britischen Pharma-Unternehmen und den US-Gesundheitsinstituten NIH. Im September und November waren 60 gesunde Freiwillige mit dem Vakzin geimpft worden. Nach Angaben des Studienleiters traten bei ihnen nur leichte Nebenwirkungen auf, wie etwa geringfügige Schmerzen an der Einstichstelle. Bei zwei Teilnehmern wurde eine leicht erhöhte Temperatur gemessen. Innerhalb von vier Wochen nach der Impfung hätten die Probanden Antikörper gebildet, allerdings deutlich weniger als durch vorangegangene Tierversuche zu erwarten war. [ar]

Quelle: NEJM, AFP, DOI: 10.1056/NEJMoa1411627

Tierschutzgesetz  Ermittler durchsuchen ein Max-Planck-Institut

Die Staatsanwaltschaft Tübingen hat vorgestern das Max-Planck-Institut für biologische Kybernetik durchsucht. Sie reagierte damit auf massive Kritik an Versuchen mit Affen, welche am MPI durchgeführt wurden. Es bestehe der Anfangsverdacht, dass es dabei zu zwei Verstößen gegen das Tierschutzgesetz gekommen sei, teilte die Behörde heute mit. Bei der Durchsuchung seien umfangreiche Unterlagen sichergestellt worden, die nun ausgewertet würden, hieß es. Die Max-Planck-Gesellschaft mit Sitz in München zeigte sich verwundert über die Durchsuchung. Sämtliche Unterlagen, die die Staatsanwaltschaft verlangt habe, seien bereits offen gelegt worden, teilte eine Sprecherin mit. [ar]

Tiermedizin Der Rotz ist zurück

Erstmals seit 60 Jahren ist in Deutschland bei einem Pferd die Infektionskrankheit Rotz nachgewiesen worden. Bei einem Sportpferd aus dem Kreis Osnabrück habe sich der Verdacht nach Untersuchungen des Friedrich-Loeffler-Instituts bestätigt. Das teilte gestern das Landwirtschaftsministerium in Hannover mit. In den Beständen, in denen sich das Tier befand, werden nun weitere Untersuchungen durchgeführt. Wie sich das Pferd angesteckt hat, ist bisher nicht geklärt. Das Tier wurde mittlerweile getötet. Der Rotz ist eine bakterielle Tierseuche, die vor allem bei Einhufern auftritt. Dass sich Menschen damit infizieren, ist grundsätzlich möglich, aber sehr selten. [ar]

Klimaforschung Klimamodelle machen keine systematischen Fehler

Die Diskrepanz zwischen Klimasimulationen und der tatsächlichen Erderwärmung liegt nicht an mangelhaften Modellen. Diese These vertreten Forscher aus Hamburg und Leeds im Fachmagazin "Nature". Die momentane Pause bei der Erwärmung der Erdoberfläche sei das Ergebnis zufälliger Schwankungen, die sich durch chaotische Prozesse im Klimasystem ergeben. Damit reagieren die Wissenschaftler auf den Vorwurf, dass Klimamodelle prinzipiell zu empfindlich auf eine Erhöhung des CO2-Gehaltes in der Atmosphäre reagierten. Für solch einen Zusammenhang haben die Wissenschaftler nach eigenen Angaben keinen Beleg finden können. Für ihre Studie hatten sie die Temperaturvorhersagen von 114 Klimamodellen mit der tatsächlichen Entwicklung verglichen. [ar]

Quelle: nature, idw, http://dx.doi.org/10.1038/nature14117

Geophysik Ein dicker Brocken prägte das Gesicht des Roten Planeten

Wissenschaftler aus Zürich präsentieren eine mögliche Lösung für die Mars-Dichotomie, also das Phänomen, dass das Hochland auf der Südhalbkugel des Planeten von unzähligen Vulkanen durchsetzt ist, während die Nordhalbkugel durch flaches Tiefland geprägt ist. Mithilfe eines Computermodells sind die Forscher zur Einsicht gelangt, dass ein großer Himmelskörper dafür verantwortlich war, der einst auf dem Planeten einschlug. Das Ereignis habe stattgefunden, als der Mars gerade einmal 4 bis 15 Millionen Jahre alt war, schreiben die Wissenschaftler in den "Geophysical Research Letters". Der Himmelskörper sei in den Südpol eingeschlagen. Dadurch sei so viele Energie frei gesetzt worden, dass ein gewaltiger Magma-Ozean entstand. Das flüssige Gestein erstarrte schließlich zu dem gebirgigen Hochland, das die heutige Südhalbkugel des Planeten ausmacht. Den Berechnungen der Wissenschaftler zufolge muss der Einschlagskörper ungefähr ein Zehntel der Marsmasse besessen haben. [ar]

Quelle: GRL, idw, doi:10.1002/2014GL062261

28.01.2015

Medizin Limonade könnte die Pubertät beeinflussen.

Bei Mädchen, die regelmäßig zuckerhaltige Getränke trinken, setzt die Menstruation früher ein. Das schreiben Wissenschaftler aus Boston in der Fachzeitschrift Human Reproduction. Sie hatten den Konsum von Softdrinks und Säften bei knapp 5.600 Mädchen im Alter von neun bis 14 Jahren in den USA untersucht. Bei Mädchen, die höchstens zwei Gläser zuckerhaltiger Getränke pro Woche zu sich nahmen, lag das durchschnittliche Alter der ersten Menstruation bei 13,1 Jahren. Gleichaltrige, die täglich mehr als 1,5 Gläser tranken, bekamen ihre erste Periode bereits 2,7 Monate früher. Die US-Forscher räumen ein, dass dieser Effekt mit der Ernährung im Allgemeinen zusammenhängen könnte, da Gewichtszunahme das Einsetzen der Pubertät fördert.
[jri/mst]

Quelle: Human Reproduction (10.1093/humrep/deu349)

Paläoanthropologie Paläoanthropologen machen einen unerwarteten Fang.

25 Kilometer vor der Westküste Taiwans haben Fischer beim Einholen ihres Netzes ein Frühmenschen-Fossil entdeckt: einen halben Unterkiefer mit fünf Zähnen. Eine Datierung sei aufgrund der Fundsituation kaum möglich, schreiben Forscher vom taiwanesischen Nationalmuseum für Naturwissenschaften im Fachblatt Nature Communications. Es sei lediglich sicher, dass der Fund jünger ist als 450.000 Jahre, vermutlich liege das Alter zwischen 190.000 und 10.000 Jahren. Damit stammt er aus einer Zeit, in der Homo erectus in Asien lebte. Der flache, gedrungene Unterkiefer unterscheide sich jedoch deutlich von diesem Frühmenschen, sondern gleiche eher denen afrikanischer und europäischer Homininen. Es könnte sich daher um eine bislang unbekannte Frühmenschen-Variante handeln. Es sei nicht ausgeschlossen, dass sich diese Merkmale unabhängig von den auf Java lebenden Homo-erectus-Vertretern entwickelt haben.
[mst]

Quelle: Nature Communications (10.1038/ncomms7037)

Biologie Die Monarchfalter erholen sich langsam.

Nachdem die Monarchfalter-Population in Mexiko im vergangenen Jahr ein Rekordtief erreicht hatte, verzeichnen die Insekten dieses Jahr wieder einen Zuwachs. Wie die Umweltschutzorganisation WWF mitteilte, bezogen die schwarz-gelben Schmetterlinge ihr Winterquartier im Westen des Landes auf einer Fläche von 1,13 Hektar. Das entspricht einer Steigerung von 69 Prozent im Vergleich zum Vorjahr. Jedoch sei dies immer noch die zweitkleinste Fläche seit rund 20 Jahren. In der Saison 1996-1997 bevölkerten die Tiere noch eine Fläche von 18 Hektar. Die Monarchfalter fliegen jedes Jahr von Kanada und den USA nach Mexiko bis zu 4.200 Kilometer weit, um in den Kiefern- und Tannenwäldern zu überwintern.
[mst]

Quelle: WWF

Biologie Das Netz der Federfußspinne kommt ohne Klebstoff aus.

Uloborus plumipes lädt ihre Fäden elektrostatisch auf, notieren Biologen der Universität von Oxford im Fachblatt Biology Letters. Die Federfußspinne baut ihr Netz mit spiralförmig angeordneten, nur wenigen Nanometer dünnen Fangwollfäden. Mithilfe von hoch aufgelösten Mikroskopie-Aufnahmen konnten die Forscher den Spinnvorgang rekonstruieren. Demnach bestehen die Spinnwarzen aus Hunderten Drüsen, die mit dünnflüssiger Spinnseide gefüllt sind. Kurz vor der Austrittstelle ist der Drüsenkanal mehrfach verdickt. Zieht die Spinne den Faden aus der Öffnung, bleiben die perlenartigen Verdickungen erhalten. Durch die Reibung laden die Haare der Hinterbeine die Fäden elektrostatisch auf. Diese Methode sei zwar in der Herstellung kostenintensiver als die Produktion klebriger Spinnseide, jedoch sei die Fangwolle wesentlich länger haltbar.
[mst]

Quelle: Biology Letters (10.1098/rsbl.2014.0813)

Medizin In Deutschland sterben immer weniger Menschen an einem akuten Herzinfarkt.

Das geht aus dem neuen Deutschen Herzbericht hervor, den die Deutsche Gesellschaft für Kardiologie (DGK) heute in Berlin vorstellte. Demnach starben im Jahr 2012 von 100.000 Einwohnern durchschnittlich etwa 65 an einem akuten Herzinfarkt, 1992 waren es noch 109. Jedoch gebe es weiterhin starke regionale Unterschiede. Bei Erkrankungen der Herzkranzgefäße (koronare Herzkrankheit) ist die Sterblichkeit in den vergangenen 20 Jahren um 28 Prozent gesunken, bei Herzschwäche (Herzinsuffizienz) um 19 Prozent. Der positive Trend gehe vor allem auf neue Behandlungsmethoden zurück, sowie auf ein besseres Notarztsystem, sagte DGK-Präsident Christian Hamm.
[mst]

27.01.2015

Archäologie Die alten Dänen schlugen sich die Köpfe ein.

Das ergeben Untersuchungen von Gräbern aus dem Zeitraum zwischen dem 12. und 17. Jahrhundert. Dänische Forensiker analysierten knapp 240 Männer-Schädel aus diesen Gräbern. Bei etwa neun Prozent fanden sie Verletzungen. Damit lag die Zahl der Schädelverletzungen etwa dreimal höher als heute, schreiben die Forscher im Magazin "PNAS". Weil sie bei Schädeln von Männern viel häufiger waren als bei Frauen, vermuten die Wissenschaftler Kämpfe als die gängige Ursache. Das Ergebnis zeige, dass zwischenmenschliche Gewalt zu dieser Zeit allgegenwärtig war, heißt es von den Forschern.
[hell]

Quelle: http://www.pnas.org/cgi/doi/10.1073/pnas.1412511112

Physik Hohle Fasern verkürzen Laser-Pulse.

Schickt man einen Laserpuls durch ein Medium, wird er für gewöhnlich länger. Das liegt daran, dass die verschiedenen Wellenlängen des Lichtes unterschiedlich schnell vorankommen. So ziehen sie den Puls auseinander. Forscher der TU-Wien haben diesen Effekt nun umgekehrt. Sie schicken einen Laser-Puls durch Fasern, die mit Gas gefüllt sind. In dem Gas sind die großen Wellenlängen schneller unterwegs als die kurzen. In den Fasern ist das Gegenteil der Fall. Die Kombination führt dazu, dass sich der Puls verkürzt, schreiben die Wissenschaftler im Magazin "Nature Communications". So schafften sie es, einen Laserpuls mit einer Dauer von 80 Femtosekunden auf bloß 4,5 Femtosekunden zu stauchen. Der Laserpuls wird dadurch intensiver und eignet sich als Präzisionswerkzeug für die Atom- und Molekülforschung.
[hell]

Quelle: idw

Astronomie Astronomen haben die bisher ältesten Exoplaneten gefunden.

Die fünf Planeten sind kleiner als die Erde und umkreisen den Stern Kepler-444. Der Stern entstand vor etwas mehr als 11 Milliarden Jahren - zu einer Zeit, als das Universum gerade mal ein Fünftel seines jetzigen Alters erreicht hatte. Das System um Keppler-444 ist damit zweieinhalb Mal so alt wie das Planetensystem unserer Sonne. Die Entdeckung könnte dabei helfen, die Zeit, in der die ersten Planeten entstanden, genauer einzugrenzen, schreiben die Forscher im "Astrophysical Journal".
[hell]

Quelle: Eurekalert

Astronomie Der Asteroid "2004 BL86" ist nicht allein.

Denn er hat einen kleinen Mond als Begleiter. Das ist klar, seit der Asteroid gestern in 1,2 Millionen Kilometern Entfernung an der Erde vorbeiflog. Diese Distanz entspricht der dreifachen Strecke zwischen Erde und Mond. Der Asteroid kommt auf einen Durchmesser von über 300 Metern. Sein Mond misst 70 Meter, berichtet die NASA. Aus Daten optischer Teleskope hatten Wissenschaftler schon länger vermutet, dass der Asteroid einen Mond hat. Nun sind sie sicher.
[hell]

Chemie Hochgeschwindigkeitskameras zeigen, warum Alkalimetalle im Wasser explodieren.

Dass die Metalle aus der ersten Hauptgruppe des Periodensystems heftig mit Wasser reagieren, wissen die meisten Schüler, denn Chemielehrer führen das Experiment oft vor. Doch wie diese Reaktion, im Detail abläuft, war bisher nicht bekannt. Mit Hochgeschwindigkeitskameras und Simulationen sind tschechische Chemiker dem nun auf den Grund gegangen. Demnach verliert die Metalloberfläche bei Kontakt mit Wasser schlagartig Elektronen. Zurück bleiben positiv geladene Metallatome, die sich abstoßen. Daraufhin bilden sich lange Metallspitzen. Das wiederum vergrößert die Oberfläche, wodurch die Reaktion besser ablaufen kann, notieren die Forscher im Magazin "Nature Chemistry".
[hell]

Quelle: http://nature.com/articles/doi:10.1038/nchem.2161

Astronomie "Tschuri" putzt sich raus.

Der Komet Tschurjumow-Gerassimenko hat den Staub abgeschüttelt, den er über die letzten vier Jahre angesammelt hat. Je näher er der Sonne kommt, desto aktiver wird die Oberfläche des Kometen. Dabei reist ausströmendes Gas den Staub von der Oberfläche ab. Mit Daten der Raumsonde Rosetta, die den Kometen begleitet, konnten Forscher nun den Staub analysieren. Im Fachblatt "Nature" schreiben sie: Der Staub ist locker-flockig, reich an Natrium und die größten Körnchen messen gut einen zwanzigstel Millimeter.
[hell]

Quelle: http://nature.com/articles/doi:10.1038/nature14159

Biologie Forscher finden einen Durst-Schalter im Gehirn von Mäusen.

Es handelt sich um zwei Gruppen von Gehirnzellen. Eine der Zell-Gruppe regt Durst an, die andere stellt das Bedürfnis zu Trinken ab. Die Forscher entdeckten die Zell-Gruppen, indem sie dort lichtempfindliche Stoffe einschleusten. So konnten sie die Zellen mit Lichtimpulsen aktivieren. Stimulierten die Wissenschaftler die Durst-Zellen in den Mäusen, begannen die Tiere zu trinken, schreiben die Forscher im Fachblatt "Nature". Dabei war es egal, ob die Tiere schon genug getrunken hatten oder dehydriert waren. Die Durst-Schalter sitzen im Hypothalamus. Wissenschaftler hatten die Schalter schon einige Zeit dort vermutet. Doch erst die präzise Stimulation mit Licht machte es möglich, sie genau zu lokalisieren. Der Hypothalamus ist der Teil des Gehirns, der das vegetative Nervensystem steuert.
[hell]

Quelle: http://nature.com/articles/doi:10.1038/nature14108

Biologie Biologen entschlüsseln, wie ein Virus das Immunsystem blockiert.

Konkret handelt es sich um das Epstein Barr Virus. Einen Erreger aus der Herpes-Familie, der Krebs verursacht, zum Beispiel Nasenrachenkrebs. Molekularbiologen aus Texas konnten in dem Virus nun microRNA identifizieren, die eine Immunantwort des Körpers hemmt. Sie blockiert die Ausschüttung von Interferonen. Diese Stoffe haben eine antivirale Wirkung. Bei microRNA handelt es sich um kleine Moleküle. Viren nutzen sie, um natürliche Prozesse in Zellen zu manipulieren. Aus ihrem Ergebnis ließen sich Ansätze für neue Krebstherapien ableiten, schreiben die Forscher im Magazin "PNAS".
[hell]

Quelle: http://www.pnas.org/cgi/doi/10.1073/pnas.1417891112

26.01.2015

Paläoanthropologie Forscher entdecken Tattoo auf Ötzis Brustkorb

Forscher am EURAC-Institut in Bozen haben eine vollständige Übersicht erstellt über alle Tätowierungen der 1991 entdeckten Gletschermumie Ötzi. Dazu haben sie den Körper von Ötzi aus verschiedenen Blickwinkeln mithilfe einer speziellen Technik fotografiert, sodass bei den Bildern der gesamte infrarote bis ultraviolette Wellenlängenbereich abgedeckt ist. So konnten sie auch für das menschliche Auge nicht mehr sichtbare Tätowierungen in tieferliegenden Hautschichten darstellen.

Die 61 vorgefundenen Hautzeichen auf Ötzis Körper bestehen aus 0,7 bis 4 Zentimeter langen Linien. Diese sind vorwiegend zu Gruppen von zwei, drei oder vier parallelen Linien angeordnet. Darunter befinden sich auch zwei Kreuze.

Einige Forscher vermuten, dass die Tätowierungen in der späten Jungsteinzeit weniger Körperschmuck waren als eine medizinische Maßnahme darstellten - eine Art Akupunktur zur Linderung von Schmerzen. (mawi)

Krankenhauskeime Uniklinik Kiel holt sich Hilfe

Ein Team des Instituts für Medizinische Mikrobiologie und Krankenhaushygiene der Universität Frankfurt hat am Universitätsklinikum Schleswig-Holstein in Kiel seine Arbeit aufgenommen. Die Mikrobiologen kennen sich besonders gut mit antibiotika-resistenten Acinetobacter-Bakterien aus. Am Wochenende war bekanntgeworden, dass elf im Kieler Klinikum gestorbene Patienten Träger des Keimes Acinetobacter baumannii waren. Bei neun von ihnen sei das Bakterium mittlerweile eindeutig als Todesursache ausgeschlossen worden. Bei zwei 87 und 70 Jahre alten Patienten konnte die Todesursache nicht zweifelsfrei geklärt werden. Bis Samstagabend waren an der Klinik 27 Patienten positiv getestet worden auf das Bakterium.

Die Gewerkschaft Verdi warf dem Klinikum unterdessen Hygieneverstöße infolge von Personalmangel vor. Der Krankenhausgesellschaft hingegen liegen keine Hinweise auf Hygienefehler vor. Das Bundesgesundheitsministerium kündigte an, die Meldepflicht für Krankenhauskeime zu verschärfen.

Acinetobacter baumannii sind sogenannte gram-negative Bakterien, die Lungenentzündungen aber auch Wund- und Weichteilinfektionen sowie Hirnhautentzündungen verursachen können. [mawi]

Medizin Kopf des hingerichteten Mörders Fritz Haarmann eingeäschert

Die Göttinger Universitätsmedizin hat den Kopf Fritz Haarmanns fast 90 Jahre nach dessen Hinrichtung eingeäschert. Die Urne sei bereits im März 2014 auf dem anonymen Gräberfeld eines Göttinger Friedhofs beigesetzt worden, teilte das Klinikum mit. Der 1879 geborene Friedrich Haarmann war wegen Mordes an 24 Jungen und jungen Männern 1924 vom Schwurgericht Hannover zum Tode verurteilt worden. Das Urteil wurde am 15. April 1925 mit dem Fallbeil vollstreckt.

Haarmanns Kopf wurde nach der Hinrichtung in Formalin eingelegt und der Göttinger Rechtsmedizin übergeben. Der Hintergrund: Anatomen und Rechtsmediziner glaubten damals, Verbrecher an besonderen Gesichtszügen oder Besonderheiten im Aufbau des Gehirns erkennen zu können. Mit der Beisetzung reagierte das Klinikum auf Forderungen, den Kopf Haarmanns menschenwürdig zu bestatten. [mawi]

Technologie In Bayern ist eine Teststrecke für selbstfahrende Autos geplant

Auf der A9 in Bayern soll ein Abschnitt so eingerichtet werden, dass dort Autos mit Assistenzsystemen oder auch voll automatisierte Fahrzeuge getestet werden können. Bundesverkehrsminister Alexander Dobrindt sagte der "Frankfurter Allgemeinen Zeitung", die ersten Schritte für das Pilotprojekt "Digitales Testfeld Autobahn" sollten in diesem Jahr absolviert werden. Die Strecke solle technisch so aufgerüstet werden, dass dort Fahrzeuge mit Assistenzsystemen und später auch voll automatisierte Fahrzeuge fahren könnten. Die deutsche Autoindustrie werde auch beim digitalen Auto Weltspitze sein können, so der Minister. [mawi]

Veterinärmedizin Genetischer Defekt ist Ursache für rätselhafte Rinder-Erkrankung

Die Erkrankung trat ausschließlich in Herden von Holstein-Rindern auf. Einige Kälber kamen mit zu kurzen Schwänzen auf die Welt. Zum Teil entwickelten sie einen hoppeligen Gang oder hatten Probleme zu stehen. Forscher am Leibniz-Institut für Nutztierbiologie (FBN) Dummerstorf berichten im Fachblatt "Genetics", dass offenbar eine Mutation in einem einzigen Gen, dem sogenannten T-Gen, für die Krankheit verantwortlich ist. Betroffenen Tieren fehlt ein Halswirbel. Seit über 200 Millionen Jahren verfügen Säugetiere über sieben Halswirbel. Tiere mit sechs Halswirbeln sind in der Regel nicht lebensfähig. Auch bei Menschen ist eine verringerte Halswirbel-Zahl mit einer stark eingeschränkten Lebenserwartung verbunden.

Den Dummertorfer Nutztierbiologen gelang es, das erste Tier mit der Mutation im T-Gen ausfindig zu machen. Die Forscher hoffen, mit einem speziell entwickelten Gentest eine weitere Ausbreitung des genetischen Defektes in Rinder-Zuchtbetrieben verhindern zu können. (mawi)

Quelle: Genetics - doi: 10.1534/genetics.114.169680

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