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24.10.2005

Raumfahrt "Venus-Express" bleibt vorerst am Boden.

Der Start der europäischen Planetensonde "Venus Express" wird sich um mindestens eine Woche verzögern. Wegen Verunreinigungen der Trägerrakete sei der Starttermin verschoben worden, teilte die Europäische Weltraumorganisation Esa heute in Paris mit. Das Startfenster schließt sich nach Angaben der Esa am 25. November. Die erste europäische Venus-Sonde hatte ursprünglich übermorgen vom russischen Weltraumbahnhof Baikonur in Kasachstan aus abheben sollen. Venus-Express soll im April 2006 den Planeten erreichen.

Quelle: mawi

Biologie "Dino"-Kiefern kamen unter den Hammer.

Das Auktionshaus Sotheby's in Sydney hat gestern knapp 300 Wollemi-Kiefern versteigert. Der immergrüne Nadelbaum wuchs zur Zeit der Dinosaurier vor rund 200 Millionen Jahren. Lange Zeit galt er als ausgestorben, bis ihn ein australischer Waldhüter 1994 in einem abgelegenen Tal 150 Kilometer nordwestlich von Sydney entdeckte. Die Wollemi-Kiefern, die aus Stecklingen der Ur-Pflanzen gezogen worden waren, brachten bei der Auktion pro Stück umgerechnet knapp 2300 Euro ein. Auch Pflanzenliebhaber aus Deutschland hatten Gebote abgegeben.

Quelle: mawi

Archäologie Das Sonnenobservatorium in Goseck ist fast fertig.

Der originalgetreue Nachbau des rund 7000 Jahre alten Sonnenobservatoriums in Goseck bei Weißenfels in Sachsen-Anhalt ist nahezu abgeschlossen. Zur Nachbildung der kreisförmigen frühzeitliche Kultanlage seien seit Juni 2300 Eichenstämme als Palisaden in den Erdboden gerammt worden, teilte das Institut für prähistorische Archäologie der Universität Halle-Wittenberg mit. Die 3,50 Meter langen Baumstämme ragen zweieinhalb Meter aus der Erde heraus. Auf eine Imprägnierung der Hölzer sei bewusst verzichtet worden. Die Ringgrabenanlage mit drei Toren besitzt einen Durchmesser von 75 Metern. Die rekonstruierte Anlage soll am 21. Dezember eröffnet werden.

Quelle: mawi

Biologie Experten fordern ein Verbot des Wildvogelhandels.

Zur Eindämmung der Vogelgrippe haben internationale Fachleute ein weltweites Verbot des Wildvogelhandels gefordert. Ein von der UN-Konvention über wandernde Tierarten (CMS) einberufener Krisenstab legte heute in Bonn auch eine Liste mit 36 seltenen Wasservogelarten vor, die wahrscheinlich besonders anfällig sind für das Vogelgrippe-Virus H5N1. Darunter finden sich Zwerggans, Streifengans, Schwarzschnabelstorch und Schneekranich. Der Krisenstab plädierte für eine weltweite Überwachung der Vogelgrippe bei Wildvögeln.

Quelle: mawi

Technologie Das Nano-Mobil fährt tatsächlich.

Aus einem einzigen großen Molekül haben US-amerikanische Forscher der Rice University in Houston den kleinsten Wagen der Welt gebaut. Ein menschliches Haar ist etwa 20.000 Mal dicker als das drei bis vier Nanometer messende Gefährt. Karosserie und die beiden frei rotierenden Achsen setzten die Forscher aus organischen Molekülgruppen zusammen. Die Reifen bestehen aus je 60 Kohlenstoffatomen. Nachzuweisen, dass der Nano-Wagen fahren kann - und nicht einfach nur rutscht, sei besonders schwierig gewesen, berichten die Forscher. Als Teststrecke diente eine Goldplatte, deren Oberfläche auf 200 Grad Celsius erhitzt wurde.

Quelle: mawi

Politik Der Streit ums Forschungsministerium dauert an.

Im Streit um den jeweiligen Zuschnitt des Forschungs- und des Wirtschaftsministeriums wird mit einer schnellen Entscheidung gerechnet. CDU-Generalsekretär Volker Kauder sagte heute, Angela Merkel werde ein Machtwort sprechen. Der künftige Wirtschaftsminister Edmund Stoiber beansprucht Kompetenzen aus den Ressorts Finanzen und Forschung. Die designierte Forschungsministerin Annette Schavan wehrt sich gegen eine Ausgliederung des Bereichs Technologie aus ihrem Ressort, signalisierte heute aber, dass es in dem Streit Einvernehmen geben könne.

Quelle: mawi

Biologie Die Zunge kann sechs Geschmacksrichtungen unterscheiden.

"Fettig" - ist eine eigene Geschmacksrichtung, berichten Forscher aus Frankreich und den USA im "Journal of Clinical Investigation", doi 10.1172/JCI25299. Unter Biologen war es bislang umstritten, ob die Zunge auch eigene Rezeptoren für fetthaltige Speisen hat. Das Wissenschaftlerteam hat jetzt ein Protein auf der Zunge entdeckt, mit dessen Hilfe Säugetiere Fett im Essen erkennen können, und das die Produktion von fettlösenden Verdauungssäften anregt. Damit kann die Zunge sechs verschiedene Geschmacksrichtungen unterscheiden: süß, salzig, sauer, bitter, umami - und fettig.

Quelle: mawi

21.10.2005

Klimaforschung Südfrüchte wandern immer weiter nach Norden.

Darauf weist das italienische Nationalinstitut für Bio-Meteorologie in Florenz hin. Demnach werden Oliven inzwischen sowohl an den Alpenrändern wie auch in den bergigen Regionen Piemonts angebaut, Mandeln und Zitronen gedeihen nicht mehr nur in Süd-, sondern jetzt auch in Mittelitalien. Sogar Reben tragen noch in 1200 Metern Höhe Früchte, aus denen Wein gewonnen werden kann. Nach Angabe des Instituts ist diese Veränderung auf die seit Jahren zu beobachtenden steigenden Temperaturen zurückzuführen. Hinzu kommt eine kontinuierliche Abnahme der jährlichen Niederschlagsmenge im Norden wie im Süden.

Quelle: gät

Klimaforschung Schneefall und Gletscherschmelze halten sich noch die Waage.

Das ewige Eis auf der Insel Grönland hat in den letzten Jahren an Mächtigkeit zugenommen. Das berichtet ein internationales Forscherteam im Fachblatt „Science“. Sie führen diese Zunahme auf die größeren Schneemengen zurück, die aufgrund der Klimaerwärmung über der Insel niedergehen. Diese Schneemengen gleichen in etwa die Wassermengen aus, die durch die Gletscherschmelze an den Küsten ins Meer gelangen. Allerdings weisen Forscher des Alfred-Wegener-Instituts in Bremerhaven darauf hin, dass ein weiterer Anstieg des Treibhausgas-Ausstoßes dieses Gleichgewicht zerstören wird. Steigt die mittlere Temperatur um drei Grad Celsius, sei mit einem vollständigen Abschmelzen des Grönland-Eises zu rechnen. Das zeigen aufwändige Modellrechnungen, schreiben die Wissenschaftler im Fachblatt „Science“.

Quelle: gät

Medizin Leichte Infektionen mit Prionen schützen offenbar vor Creutzfeldt-Jakob.

Zu diesem Schluss gelangen Forscher aus Japan und den USA nach Untersuchungen in Nervenzell-Kulturen. Wie sie im Fachblatt „Science“ schreiben, blieben in den Kulturen die Nervenzellen, die mit einem schwachen Strang von Creutzfeldt-Jakob - Erregern infiziert wurden, offenbar vor einer Infektion mit zwei verschiedenen Scrapie-Erregern verschont. Die Wissenschaftler vermuten, dass ein ähnlich schützender Effekt auch außerhalb des Labors vorkommt. Das könnte erklären, warum trotz der starken Verbreitung von mit BSE-Erregern verunreinigten Produkten die Zahl der Creutzfeldt-Jakob Erkrankungen niedriger liegt als erwartet. Die Wissenschaftler vermuten ferner, dass letztlich nicht die missgebildeten Prionen die Krankheit auslösen, sondern ein Virus. Diese These war durch Untersuchungen in den letzten Jahren zunehmend weniger verfolgt worden.

Quelle: gät

Politik Die Aufteilung des Forschungsministeriums ist offenbar strittig.

Die designierte Bundesforschungsministerin Annette Schavan will sich gegen Beschneidung ihres Ressorts wehren. Derzeit ist geplant, die Förderung der Raumfahrt- Informations- und Gesundheitsforschung auf das Wirtschaftsministerium zu übertragen. Dazu sagte Frau Schavan im ZDF, sowohl der designierte Wirtschaftsminister Edmund Stoiber als auch sie selbst müssten ein Interesse daran haben, Grundlagenforschung und angewandte Forschung nicht auseinander zu reißen. Auch die noch amtierende Forschungsministerin Edelgard Bulmahn wandte sich gegen eine Aufteilung des Ressorts. Gegenüber der „Financial Times Deutschland“ sagte sie, dass das Bildungs- und Forschungsressort nach dem Neuzuschnitt ein Ministerium ohne Bedeutung sein werde. Der Zuschnitt des Wirtschafts- und des Forschungsministeriums soll einem Bericht der „Süddeutschen Zeitung“ zufolge nach dem Willen der SPD-Unterhändler entscheidender Gegenstand der Koalitionsverhandlungen werden. Das Forschungsministerium wird am heutigen Tag fünfzig Jahre alt. Es wurde am 21. Oktober 1955 als Ministerium für Atomfragen begründet; sein erster Minister war Franz Josef Strauss.

Quelle: gät

Umwelt Der Regenwald wird stärker abgeholzt als bislang bekannt.

Das geht aus Satelliten-Aufnahmen hervor, die Forscher aus den USA in dem Fachblatt „Science“ veröffentlichen. Das Wissenschaftlerteam hatte für die Aufnahmen eine neue Technik benutzt, mit der es möglich ist, auch durch die Blätter der Bäume hindurch zu fotografieren. Auf diese Weise können auch ausgedünnte Gebiete erkannt werden, in denen nur noch wenige Bäume mit großen Kronen stehen. Dabei zeigte sich, dass etwa doppelt so viele Bäume gefällt wurden wie bislang bekannt war. Zwischen 1999 und 2002 verschwanden jedes Jahr zwischen 12.000 und 21.000 Quadratkilometer Wald. Nach Angaben der Forscher sind rund 70 Prozent des Regenwaldes im Amazonasbecken gerodet.

Quelle: gät

Raumfahrt Eine Mondstation könnte sich tatsächlich selbst mit Sauerstoff versorgen.

Darauf deuten Aufnahmen des Weltraumteleskops Hubble hin. Das hatte die Landestelle von Apollo 15 und 17, sowie relativ junge Kraterränder im Ultraviolett-Bereich photographiert. Auf diesen Aufnahmen lässt sich das Vorhandensein von sauerstoffhaltigem Gestein, dem Ilmenit, erkennen, berichten Forscher der Nasa. Ilmenit ist eine Verbindung aus Titan- und Eisenoxid. Mit Hilfe von Säuren oder elektrischem Strom könnte aus diesem Oxid Sauerstoff freigesetzt werden. Theoretisch könnte sich eine Mondstation auf diese Weise tatsächlich selbst mit Sauerstoff versorgen. Die Nasa-Wissenschaftler wollen jetzt neue Methoden zur Interpretation der Hubble-Aufnahmen entwickeln, um den Fund zu bestätigen. Dann sollen anhand der Aufnahmen Landeplätze für Roboter-Missionen ausgewählt werden.

Quelle: gät

Raumfahrt Die letzte Titan-Rakete ist ins All gestartet.

Das Projektil hat ein nicht näher beschriebenes Gerät zur Überwachung von US-Aufklärungssatelliten ins All befördert. Es war der 368. Start dieser Rakete, die als zuverlässig gilt. Zum ersten Mal startete Titan 1959. An ihrer Spitze wurden unter anderem die Gemini-Kapseln ins All geschossen, ebenso Mariner- und Viking-Missionen zum Merkur und Mars ferner die Cassini/Huygens Mission zum Saturn. Die US-Streitkräfte, die diesen Raketentyp bis jetzt für den Transport für Militär-Satelliten benutzten, wollen künftig billigere und noch zuverlässigere Raketen benutzen.

Quelle: gät

20.10.2005

Biologie Ratten sind bessere Fluchtkünstler als vermutet.

Diese Erfahrung machten neuseeländische Wissenschaftler in einem kuriosen Experiment. Sie setzten eine Wanderratte auf einer Insel aus um zu testen, wie sich Ratten effektiv einfangen lassen. Dem Tier gelang es allerdings über vier Monate, den Forschern zu entkommen. Es schwamm dabei sogar 400 Meter über das Meer, berichten die Forscher jetzt im Fachblatt „Nature“, Band 437, Seite 1107. Das Beispiel zeige eindrucksvoll, dass herkömmliche Methoden zur Beseitigung von Ratten bei einer kleinen Anzahl von Tieren nicht funktionierten. Bislang sei noch nie beobachtet worden, dass Ratten längere Strecken in offenem Gewässer zurücklegen, schreiben die Forscher. Hintergrund des Experimentes ist der Schutz bestehender Ökosysteme vor eindringenden fremden Arten.

Quelle: dk

Informatik Die EU untersucht die Grippewelle virtuell.

Die EU spielt den Ausbruch einer gefährlichen Grippe-Epidemie in einer groß angelegten Computersimulation durch. Sie will die möglichen richtigen wie mangelhaften Reaktionen in den Ländern der EU erkennen. Für die Koordinierung der Notfallübung „Common Ground“ ist die britische Behörde für Gesundheitsschutz zuständig. Außerdem trafen heute Gesundheitsminister und Seuchenexperten der EU- Staaten zu einem informellen Treffen nahe London ein. In Thailand starb unterdessen der 13. Patient an der Vogelgrippe, zudem meldet China das Auftauchen der Krankheit. Weiterhin ist aber nicht erwiesen, dass das Vogelgrippevirus eine Pandemie unter Menschen auslöst.

Quelle: dk

Neurologie Das Gehirn integriert gefühlte und tatsächliche Eindrücke vorab.

Das haben Wissenschaftler vom Max-Planck-Institut in Tübingen entdeckt. Die Forscher beobachteten mit Hilfe der Magnetresonanztomographie die Aktivität im Hirn von Rhesusaffen. Dabei stellten sie fest, dass die Aktivität im Hörzentrum zunahm, wenn der Affe außer einem gehörten Reiz auch einen Tastreiz der Hand verarbeitete. Bisher nahm man an, das Verschmelzen der Sinne finde in höheren Gehirnregionen statt, dem so genannten Assoziationskortex. In ihrer in „Neuron“, Band 48, Seite 2, veröffentlichten Studie mit Rhesusaffen haben die Tübinger Forscher nun jedoch herausgefunden, dass das Verrechnen von gehörten und ertasteten Informationen bereits im Hörzentrum des Gehirns stattfindet und damit früher als angenommen. Auf diesem Weg sortiert das Gehirn möglicherweise fehlerhafte Bilder schnell aus.

Quelle: dk

Technik Feuchtigkeitssensor arbeitet mit Mikroben.

Wissenschaftler der Universität von Nebraska haben einen elektronischen Schaltkreis aus Bakterien entwickelt, der Veränderungen der Luftfeuchtigkeit mit bisher unerreichter Genauigkeit anzeigt. Dabei überbrückt eine mit nanometerkleinen Goldteilchen überzogene Bakterienkolonie zwei Elektroden auf einem Siliziumchip, so dass ein elektrischer Strom fließt. Wenn die Bakterien durch eine Erhöhung der Luftfeuchtigkeit anschwellen, verringert sich der Stromfluss durch den Schaltkreis, da sich der Abstand zwischen den Goldteilchen durch die größer werdenden Bakterien ebenfalls vergrößert. Laut den Forschern waren noch niemals lebendige Einzeller direkt in einen elektrischen Schaltkreis eingeschlossen worden. Der bioelektrische Sensor sei sogar nach dem Absterben der Bakterien noch für mehrere Wochen lang funktionstüchtig, meldet das Fachblatt „Angewandte Chemie“, Band 44, Seite 2.

Quelle: dk

Technik Neuartige Hörprothese soll Gehörlose Musik hören lassen.

Ein Prototyp des britischen physikalischen Nationallabors NPL ermöglicht es dem „New Scientist“ zufolge, den Frequenzbereich für das Hören zu erweitern und auf Gesprächssituationen sowie Musikhören variabel einzustellen. Die Physiker setzen als akustischen Sensor vier winzige schwingfähige Balken ein, die aus so genannten piezoelektrischen Materialien bestehen. Diese lassen sich durch eine angelegte elektrische Spannung verlängern oder verkürzen. Von der Marktreife sind die Forscher aber noch mindestens zehn Jahre entfernt.

Quelle: dk

Biologie Pflanzen nutzen jeden noch so schwachen Lichtschein aus.

Forscher am Kölner Max-Planck-Institut für Züchtungsforschung haben zwei wichtige Enzyme, so genannte Kinasen, identifiziert, die es Pflanzen ermöglichen, selbst geringste Lichtreste für ihr Wachstum zu nutzen. Schon seit längerem ist bekannt, dass Lichtsammelproteine in den Pflanzen dabei helfen, die Photoosynthese optimal zu steuern. Die beiden entdeckten Kinasen STN 7 und 8 spielen an dieser Stelle eine entscheidende Rolle. Sie verschieben die Lichtsammelproteine zwischen den beiden Kreisläufen der Photosynthese, die jede Pflanze besitzt. Damit reagieren Pflanzen sowohl auf schnelle Lichtveränderungen als auch auf langfristig andere Lichtverhältnisse. Während dies nach zwölf bis 24 Stunden der Fall ist, läuft die Kurzfristreaktion binnen fünf bis zehn Minuten ab. Nun suchen die Forscher nach weiteren Botenstoffen im Signalsystem von Pflanzen, um weitere Einzelheiten der Photosynthese zu klären.

Quelle: dk

Medizin Muttermilch hemmt offenbar das Aidsvirus.

Das berichtet die „Ärzte-Zeitung“ heute unter Berufung auf eine niederländische Studie. Forscher der Universität Amsterdam hatten den Vorgang entdeckt. Bestimmte Zuckermoleküle der Milch verhindern demnach, dass die Viren die so genannten dendritischen Zellen des Immunsystems übernehmen und sich im Körper ausbreiten. Im allgemeinen dürfen infizierte Mütter wegen der Ansteckungsgefahr durch die Milch zwar ihre Kinder nicht stillen, wie die „Ärzte-Zeitung“ betont. Die Entdeckung könnte aber helfen, ein Medikament gegen die Aids-Übertragung beim Stillen oder sogar beim Geschlechtsverkehr zu entwickeln. Ein Vorteil der Zuckermoleküle sei, dass sie sich leichter herstellen ließen als beispielsweise Antikörper, schreibt die „Ärzte-Zeitung“. Solche Zuckersubstanzen könnten unter anderem in Entwicklungsländern von Vorteil sein, wo auch infizierten Müttern das Stillen empfohlen werde, um eine Unterernährung der Säuglinge zu vermeiden.

Quelle: dk

19.10.2005

Medizin Stammzellforscher haben eine Welt-Stammzellen-Stiftung mit Stammzellbank gegründet.

Stammzellforscher aus drei Kontinenten haben heute die "World Stem Cell Foundation", die Welt-Stammzell-Stiftung in Seoul gegründet und an der dortigen Universität eine Stammzellen-Bank eingeweiht. Damit soll das therapeutische Klonen global vorangetrieben werden. Geleitet wird die Stiftung von dem Gentechnik-Pionier Hwang Woo Suk. Er hatte im Frühjahr erstmals Embryonen mit dem Erbgut unheilbar kranker Menschen geklont. Nun bot er Kollegen in aller Welt an, bei ihm embryonale Stammzellen zu bestellen, die für deren Studien so zusagen "maßgeschneidert" würden. Für deutsche Forscher kommt die Kooperation wegen der strikten nationalen Auflagen nicht in Frage.

Quelle: tj

Medizin Ältere Arbeitnehmer sind seltener krank als jüngere.

Das Institut für betriebliche Gesundheitsförderung der AOK hat die Daten von rund eine Million Versicherten aus mehr als 130.000 Unternehmen analysiert. Danach sind junge Arbeitnehmer bis 24 Jahre häufiger als ihre älteren Kollegen krank. 53 Prozent der Jüngeren fehlen mindestens einmal im Jahr wegen Krankheit, bei den Älteren liegt die Zahl deutlich unter 50 Prozent. Während junge Menschen mehrheitlich an Atemwegs- sowie Verdauungskrankheiten leiden oder durch einen Unfall ausfallen, liegen bei den Älteren Herz-Kreislauferkrankungen vorn.

Quelle: tj

Ozeanologie Amerikanische Forscher holen "Popkorn-Steine" vom Meeresgrund.

Nahe der mexikanischen Küste haben amerikanische Forscher Gesteine entdeckt, die - werden sie aus großer Tiefe an die Meeresoberfläche geholt - mit einem lauten Knall zerplatzen. Seit 1960 ist das Phänomen bekannt, aber erst jetzt ist es gelungen, den Ursprungsort der Steine ausfindig zu machen. Auf einem Tiefsee-Bergrücken in 3200 Metern Tiefe fanden die Wissenschaftler die Reste eines Vulkanschlots und die Popkorn-Steine. Im Inneren dieser Steine seien Blasen vulkanischer Gase eingeschlossen, lässt der auf dem Gestein lastende hohe Wasserdruck nach, bringe der Überdruck der Gase den Stein zum Bersten. So die Erklärung des Popkorn-Effektes.

Quelle: tj

Ausbildung Fraunhofer-Gesellschaft gründet Akademie für Praktiker.

Bei der Jahrestagung der Fraunhofer-Gesellschaft wurde heute die Gründung einer neuen Fortbildungseinrichtung bekannt gegeben: der "Fraunhofer TechnologyAcademy". Sie soll ab September nächsten Jahres mehrere berufsbegleitende Weiterbildungs-Studiengänge anbieten, vor allem für Ingenieure und Naturwissenschaftler. Außerdem soll es Masterstudiengänge zu Umweltschutz und Logistik geben.

Quelle: tj

Anthropologie Tübinger Wissenschaftler bezweifeln die Existenz der neuen Menschenart Homo floresiensis.

Nachdem vor zwei Jahren auf einer indonesischen Insel Knochenresten von einer kaum einen Meter großen Frau gefunden wurden, streiten sich Wissenschaftler über die Einordnung. Bei der Untersuchung des Schädels waren einige Merkmale festzustellen, die der Gattung Homo entsprechen, andere deuten auf eine Ähnlichkeit mit der Gattung Australopithecus. Ein Teil der Wissenschaftler geht deshalb davon aus, dass die winzige Frau zu einer neuen, bisher unentdeckten Menschenart gehörte: zum homo floresiensis. Tübinger Wissenschaftler kommen jetzt zu einem ganz anderen Schluss. Sie verglichen den Gehirnausguss des Schädels aus Indonesien mit Gehirnausgüssen von modernen Menschen, die unter Mikrozephalie litten. Bei dieser Krankheit entwickelt sich das Gehirn nicht richtig, die Menschen haben sehr kleine Köpfe und erreichen nur geringe Körperlängen. Der Vergleich ist im Fachmagazin "Science" erschienen. Danach gibt es große Übereinstimmungen, so dass die Forscher vermuten, die kleine Frau aus Indonesien war an Mikrozephalie erkrankt.

Quelle: tj

Raumfahrt ISS: Umlaufbahnkorrektur misslungen.

Gescheitert ist heute Nacht ein Manöver, mit dem die Umlaufbahn der Internationalen Raumstation ISS korrigiert werden sollte. Während des Manövers hätten sich die Motoren früher als geplant abgeschaltet. Die Ursache werde noch untersucht. Das teilte die Flugleitzentrale bei Moskau mit. Grund zur Beunruhigung bestehe aber nicht, da der Treibstoff ausreiche, um das Manöver zu wiederholen. Die Umlaufbahn der ISS muss drei bis vier Mal im Jahr erhöht werden, da die Raumstation durch ihre Größe gebremst werde und so an Höhe verliere.

Quelle: tj

Raumfahrt Der Venus Express startet heute in einer Woche.

Wie die europäische Weltraumorganisation Esa heute bekannt gab, wird die Raumsonde "Venus Express" am kommenden Mittwoch ins All starten. Der erste Flug der Europäer zur Venus diene vor allem der Erforschung der Atmosphäre des Planeten. Die 1,27 Tonnen schwere Raumsonde wird nicht auf der Venus landen.

Quelle: tj

Klimaforschung Klimadaten aus der Antarktis beruhigen nicht.

Das Ozonloch über der Antarktis ist erschreckend groß, es wird derzeit offenbar aber nicht mehr größer. Das teilten heute die Vereinten Nationen mit. Im vergangenen Monat betrug die Größe 26,9 Millionen Quadratkilometer. Das sei etwas weniger als in den Rekordjahren 2000 und 2003. Entgegen anders lautenden Befürchtungen hätten die jüngsten Messungen gezeigt, dass das Ozonloch nicht mehr wachse. Allerdings gebe es noch keinen Anlass zur Entwarnung. Unterdessen warnten die Vereinten Nationen vor einem globalen Anstieg der Meeresspiegel. Die antarktischen Gletscher schmölzen schneller ab als erwartet. In einer Region um den Amundsen See in der Westantarktis lösen sich jedes Jahr 110 Kubikkilometer Eis im Ozean auf - Tendenz steigend. Außerdem nähme die Dicke des Eises in der Westantarktis um bis zu 50 Metern jährlich ab.

Quelle: tj

18.10.2005

Paläontologie Die Dinosaurier kannten bereits den Doppeldecker.

Der kleinste bekannte Saurier, Microraptor gui, hatte an beiden Gliedmaßen Flug-Federn. Bislang gingen Paläontologen davon aus, dass der Saurier diese Flügel hintereinander, auf einer Ebene hielt. Wie Forscher aus den USA jetzt auf dem Jahrestreffen der Amerikanischen Geologischen Gesellschaft berichten, ist diese Ansicht offenbar falsch: Das Tier hielt seine Flüge auf zwei Ebenen - etwa so, wie die ersten Flugzeuge, die Doppeldecker, gebaut wurden. Die Wissenschaftler hatten mit Hilfe einer Computersimulation berechnet, mit welcher Technik Microraptor gui geflogen sein dürfte. Dabei entdeckten sie, dass er seine vier Flügel nicht hintereinander gehalten haben kann.

Quelle: gät

Biologie Seelilien können vor Seesternen davonlaufen.

Seelilien sind Meerestiere, die wie eine Pflanze aussehen und wie diese mit einem Stiel am Boden festgewachsen sind. Biologen gingen deshalb bislang davon aus, dass diese Tiere sich vor Feinden nicht in Sicherheit bringen können. Forscher der Universität Michigan haben jetzt jedoch entdeckt, dass die Meerestiere sehr wohl flüchten können. Sie krabbeln mit den Armen ihrer Tentakelkrone über den Boden und reißen sich dabei den Stiel ab. Die Wissenschaftler vermuten, dass die Tiere sich auf diese Weise vor Seegurken oder Seesternen durchaus in Sicherheit bringen können: Sie bewegen sich etwa gleich schnell über den Meeresboden. Die Wissenschaftler entdeckten die Fortbewegung der Seelilien auf zehn Jahre alten Videoaufnahmen.

Quelle: gät

Politik Grundlagenforschung und ihre Anwendung gehören in ein Ministerium.

Davon äußern sich die Leiter von vier großen Deutschen Forschungsorganisationen überzeugt. Die Leiter nahmen zu der geplanten Aufgabenteilung zwischen dem Wirtschafts- und Forschungsministerium Stellung. Danach soll das Wirtschaftsministerium künftig auch über die Förderung von Technologien entscheiden, was bislang Aufgabe des Bildungs- und Forschungsministeriums ist. Gegenüber dem Online-Dienst Spektrumdirekt kritisierten die Präsidenten der Deutschen Forschungsgemeinschaft DFG, der Fraunhofer-Gesellschaft, der Helmholtz- und der Leibniz-Gemeinschaft diese Aufteilung. Übereinstimmend fordern sie, Forschungspolitik und Technikförderung in einem Haus zu belassen.

Quelle: gät

Paläanthropologie Der Mensch wanderte in Etappen aus Afrika um die Welt.

Diesen Schluss ziehen Forscher der Stanford-University aus ihrer Untersuchung der genetischen Vielfalt des Menschen. Die Wissenschaftler hatten das Erbgut von mehr als 1000 Menschen aus 53 Regionen der ganzen Welt analysiert. Dabei zeigte sich, dass das Genom der Menschen sich umso stärker voneinander unterscheidet, je weiter entfernt sie voneinander leben. Außerdem ist die genetische Vielfalt in Afrika am größten, und in Südamerika am geringsten. Das lasse darauf schließen, dass der Mensch aus Afrika ausgewandert sei. Weil er dabei nicht in einem kontinuierlichen Strom, sondern immer in Grüppchen wanderte, nahm die genetische Vielfalt umso stärker ab, je weiter sich der Mensch von seinem Ausgangspunkt entfernte.

Quelle: gät

Medizin Beta-Blocker sind zweite Wahl für die Behandlung von Bluthochdruck.

Davon ist einer Forschergruppe aus Schweden überzeugt. Wie die Wissenschaftler in einer Vorab-Veröffentlichung des Fachblattes "The Lancet" berichten, führt sie eine Analyse von 13 Studien mit mehr als 105.000 Teilnehmern zu diesem Schluss. Demnach ist für Personen mit Bluthochdruck das Risiko, einen Schlaganfall zu erleiden, mit Beta-Blockern zwar niedriger als ohne jede Therapie; im Vergleich zu anderen Blutdrucksenkern schnitten die Beta-Blocker jedoch schlechter ab. Die Forscher sind daher überzeugt, dass eine Behandlung von Bluthochdruck mit anderen, keinesfalls teureren Medikamenten erfolgen sollte.

Quelle: gät

Biologie Vögel lieben britische Feldwege.

Das berichten Forscher der Universität Staffordshire. Britische Feldwege sind in der Regel zwei bis 15 Meter breit, unbefestigt und auf beiden Seiten von einer Hecke eingefasst. Wie die Wissenschaftler schreiben, leben in diesen Hecken - bezogen auf die selbe Länge - dreimal so viele verschiedene Vogelarten wie in einfachen Hecken. Ferner fanden die Forscher auch viele Vogelarten, die für gewöhnlich am Waldrand leben und deren Zahl sinkt. Sie ziehen aus ihrer Beobachtung den Schluss, dass eine so einfache Struktur wie der britische Feldweg offenbar eine großen Einfluss auf die Arterhaltung haben kann. Sie setzen sich dafür ein, diese Wege zu erhalten.

Quelle: gät

Biologie Neue Computermodelle sollen die Ausbreitung von Invasionspflanzen vorhersagen.

Das beabsichtigen Forscher des Umweltforschungszentrums Leipzig-Halle und der Tschechischen Akademie der Wissenschaften. Invasionspflanzen sind Gewächse, die nicht in einer bestimmten Region heimisch sind, sondern vom Menschen in diese hineingetragen wurden und sich dort jetzt stark ausbreiten. Als Beispiel führen die Leipziger Umweltforscher den Riesenbärenklau an. Die Pflanze wird bis zu vier Meter hoch und ist giftig; sie wurde vor rund 100 Jahren nach Europa eingeführt als Zierpflanze. Seitdem breitet sie sich stark aus. Wie die Wissenschaftler berichten, dienen ihr dabei vor allem Flüsse und Autoreifen als Verbreitungsweg. Wege wie diese mit Computermodellen vorherberechnen zu können, könnte helfen, sie zu unterbrechen und Schäden zu vermeiden.

Quelle: gät

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