Sonntag, 16.06.2019
 
27.10.2005

Genetik Eine Knochenmarkspende kann den genetischen Fingerabdruck verändern.

Das berichten Forscher des Alaska State Scientific Crime Detection Laboratory in Anchorage auf einem Humangenetikertreffen in Salt Lake City. Die Wissenschaftler führten einen Fall an, bei dem ein Verdächtiger durch einen Gendatenbank-Vergleich als Schuldiger an einem Sexualdelikt ausgemacht wurde. Das Problem war allerdings, dass der Mann zum Zeitpunkt der Tat im Gefängnis saß. Die Ermittler untersuchten den Fall daher weiter und fanden heraus, dass der Verdächtige vor Jahren eine Knochenmarkspende erhalten hatte. Das Genprofil des Spenders fand sich in vielen Blutzellen des Verdächtigen. Wie sich herausstellte, hatte der Spender die Tat begangen. Die Forscher warnen angesichts dieses Falles vor einem blinden Vertrauen in den genetischen Fingerabdruck.

Quelle: gät

Chemie Sprengstoff im Atem kann Terroristen auffliegen lassen.

Das berichtet das britische Wissenschaftsjournal „New Scientist“ in seiner Ausgabe vom 29. Oktober, Seite 28. Demnach haben Forscher aus New Jersey ein Diagnosegerät entwickelt, das mit Hilfe eines Gaschromatographen und eines Massenspektrometers eigentlich frühe Spuren von Lungenkrebs finden soll. Bei einem Test mit Arbeitern, die mit Sprengstoff umgehen müssen, entdeckten die Entwickler, dass ihr Gerät auch Substanzen in der Atemluft registriert, die auf Dynamit, TNT oder T4 hindeuten. In einer Kontrollgruppe fanden sich diese Spuren nicht. Daher, so die Forscher, könnten Bombenbauer durch einen einfachen Atemtest erkannt werden. Weil das Analysegerät sehr empfindlich ist, hoffen die Forscher, aus ihrer Technik einen zuverlässigen Detektor für Flughäfen oder Bahnhöfe entwickeln zu können.

Quelle: gät

Astronomie Der Saturnmond Prometheus wirbelt einen Ring durcheinander.

Das geht aus Bildern hervor, die die Raumsonde Cassini bereits im vergangenen Jahr aufgenommen hat. Forscher der University of London haben diese jetzt ausgewertet und die Ergebnisse im Fachblatt „Nature“, Band 437, Seite 1326, veröffentlicht. Auf den Bildern ist zu sehen, wie der Mond Prometheus alle 14 Stunden und 42 Minuten durch den Bereich des Saturn-Ringes F zieht. Dabei zieht seine Schwerkraft einen Teil der Staubkörnchen mit sich. Zurück bleibt eine Lücke, die sich nur langsam regeneriert. Bis jetzt ist ein derartiger Einfluss eines Mondes auf einen Ring noch nie beobachtet worden.

Quelle: gät

Physik Eine Schaum-Atmosphäre zöge Flugzeuge nach unten.

Dieses Ergebnis seiner Experimente veröffentlicht ein Forscherteam aus Frankreich in den „Physical Review Letters“. Die Wissenschaftler hatten einen feinen Schaum erzeugt und damit eine Tragfläche umspült. Den Vorgang filmten sie mit einer Videokamera und maßen die Kraft, die auf den Flügel wirkte. Der Schaum strömte zwar auf der Oberseite der Tragfläche schneller als auf der Unterseite, genau wie Luft. Doch während das bei Flugzeugen in der Luft für Auftrieb sorgt, saugten die Bläschen unterhalb der Tragfläche diese nach unten. Soll in Schaum der Effekt der Tragfläche genutzt werden, müsse diese umgedreht werden, folgern die Forscher. Die Physiker hoffen, ihre Erkenntnisse bei der Produktion von Granulaten und Polymeren sowie für die Förderung von Erzen anwenden zu können.

Quelle: gät

Biologie Der Lachshai hält sich mit Muskeln warm.

Während das ihn umgebende Wasser nur sechs Grad Celsius misst, herrschen im Körperinneren des Hais 26 Grad. Das berichten Forscher aus Vancouver in Kanada im Fachblatt „Nature“, Band 437, Seite 1349. Die Wissenschaftler hatten die Temperaturen von drei Lachshaien gemessen und waren dabei auf die überraschende Temperaturdifferenz gestoßen. Normalerweise passen sich Fische auch im Körperinneren der Umgebungstemperatur an. Der Lachshai dagegen verhält sich ähnlich wie ein warmblütiges Tier. Der Hai benötigt die verhältnismäßig hohe Körpertemperatur für seine Schwimmmuskeln. Diese halten sich durch permanente Bewegung selbst warm.

Quelle: gät

Physik Magnetfelder beeinflussen die Ausbreitung von Wärme in Kristallen.

Das berichten Physiker des Max Planck Instituts für Festkörperforschung und des CNRS-Forschungsinstituts in Grenoble im Fachblatt „Physical Review Letters”. Die Wissenschaftler hatten ein Kristallstäbchen auf fünf Grad Kelvin abgekühlt. Dann erwärmten sie ein Ende des Stäbchens und legten senkrecht dazu ein Magnetfeld an. Bei den Messungen zeigte sich, dass der Wärmetransport durch das Kristallgitter von dem Magnetfeld abgelenkt wurde. Ein ähnlicher Effekt ist beim Stromfluss als Hall-Effekt bekannt. Wie die Autoren schreiben, ist es ihnen zum ersten Mal gelungen, diesen Effekt auch für den Wärmetransport nachzuweisen. Sie wollen ihn jetzt zur Analyse von Gitterschwingungen einsetzen.

Quelle: gät

Mikrobiologie Bakterien reinigen Abwasser mit Raketentreibstoff.

Den Einsatz eines ungewöhnlichen Bakteriums in der Kläranlage von Rotterdam beschreibt das Fachblatt „Nature“, Band 437, Seite 1227. Das Bakterium //Brocadia anammoxidans// wird dort in einem Reaktor genutzt, um Ammoniak einfacher als bisher zu zersetzten. Das Bakterium selbst ist erst seit kurzem bekannt. Biologen fasziniert besonders sein Stoffwechsel: Es gewinnt Energie aus Ammoniak, das es unter Sauerstoff-Abschluss zu Stickstoff umwandelt. Dabei entsteht als ein Zwischenprodukt Hydrazin; eine sehr giftige Substanz, die als Raketentreibstoff verwendet werden kann. Wissenschaftler vermuten, dass die Bakterien die Ammoniak-Umwandlung mit dieser Substanz in Gang halten.

Quelle: gät

26.10.2005

Medizin Impfung von Kindern hilft auch Erwachsenen.

Seitdem im Jahr 2000 eine Impfung gegen Lungenentzündung bei Kindern eingesetzt wird, sind auch die Fälle von Lungenentzündungen bei älteren Erwachsenen wesentlich zurückgegangen. Zu diesem Ergebnis kommt eine Studie, die heute im Fachjournal JAMA veröffentlicht wurde. Über fünf Jahre hinweg wurden die Lungenentzündungen von mehr als 18.000 Menschen in acht verschiedenen Regionen Nordamerikas untersucht. In dieser Zeit sank die Erkrankungsrate bei über 50-Jährigen um 28 Prozent. Gerade diese Altersgruppe ist besonders gefährdet, einen schweren Krankheitsverlauf gegebenenfalls mit Todesfolge zu erleiden. Aus dem Studienergebnis schlussfolgern die Mediziner: Die Impfung gegen Lungenentzündung sollte in das Routine-Immunisierungsprogramm für Kinder aufgenommen werden.

Quelle: tj

Zoologie Elefanten erkennen die Stoßzähne und die Knochen toter Artgenossen.

Britische Forscher konnten jetzt erstmals wissenschaftliche Beweise dafür finden, dass manche Elefanten zu den Überresten ihrer Artgenossen zurückkehren. Bei Experimenten mit 19 verschiedenen Elefantengruppen beobachteten sie, dass Elefanten tatsächlich in der Lage sind, im Elfenbein oder in Knochen die Überreste einst lebender Artgenossen zu erkennen. Damit unterscheidet sich der Elefant von fast allen anderen Tierarten.

Quelle: tj

Ingenieurwissenschaften Intelligenter Feuermelder erkennt einen falschen Alarm.

Ein neuartiger Feuermelder kann unterscheiden zwischen einer verbrannten Scheibe Toast und einem tatsächlichen Brand in der Küche oder einem anderen Raum. Der Feuermelder, der von der Firma Siemens entwickelt wurde, versieht jeden einzelnen Detektor mit künstlicher Intelligenz und richtet ihn nach den Gewohnheiten und speziellen Bedürfnissen des jeweiligen Nutzers aus. Der Detektor besteht aus zwei Wärmesensoren, die Temperatur und ihre Schwankungen messen, und zwei optischen Sensoren, die Rauchfarbe und Rauchdicke messen. Die Daten der Sensoren werden in ein neurales Netzwerk eingespeist, in dem die Parameter der jeweiligen Raumes zum Abgleich festgehalten sind. Noch ist der neuartige Feuermelder, der im Januar auf den Markt kommen soll, nur für Unternehmen konzipiert. "Heimversionen" soll demnächst entwickelt werden.

Quelle: tj

Tiermedizin Die Vogelgrippe in Kroatien geht offenbar auch auf die gefährliche H5N1-Virusvariante zurück.

Bei Tests in dem für die EU zuständigen Labor in Großbritannien wurde festgestellt, dass die Vogelgrippefälle in Kroatien wahrscheinlich durch den Virus-Subtyp H5N1 ausgelöst wurden. Das Virus wurde bei sechs toten Schwänen gefunden. Aus Griechenland liegen noch keine endgültigen Ergebnisse über den Typ des Vogelgrippe-Virus vor. Erste Tests hatten keinen Hinweis auf H5N1 ergeben. Unterdessen hat China heute den dritten Ausbruch der Vogelgrippe innerhalb von zwei Wochen gemeldet. Der jüngste Ausbruch wurde bei Hühnern und Enten in der Provinz Hunan entdeckt. Die Europäische Behörde für Lebensmittelsicherheit hat ihre heutige Warnung vor dem Verzehr von rohen Eiern im Laufe des Tages relativiert. Zunächst war aus reiner Vorsicht vor rohen Eiern gewarnt worden, heute Nachmittag hieß es, es deute derzeit nichts darauf hin, dass sich das Vogelgrippe-Virus durch den Verzehr von Eiern und Geflügelfleisch auf den Menschen übertragen könne.

Quelle: tj

Raumfahrt Am Donnerstag startet der erste europäische Studentensatellit ins All.

Wie die Europäische Weltraumorganisation Esa heute mitteilte, soll die russische Trägerrakete vom Typ Kosmos-3M den Studentensatelliten morgen in den Weltraum bringen. Der ursprünglich bereits vor einem Monat geplante Start war wegen technischer Probleme mit einem anderen Satelliten auf derselben Trägerrakete verschoben worden. Über 200 Studenten aus mehr als 20 europäischen Universität haben am "SSETI-Express" mitgearbeitet. SSETI steht für "Student Space Exploration and Technology Initiative". Diese Studentische Weltraum-Erforschungs- und Technologie-Initiative soll den Forschungsnachwuchs stärker in konkrete Weltraummissionen einbinden. Nach Angaben der Esa ist der "Express-Satellit" der erste, komplett von Studenten konzipierte und gebaute Satellit.

Quelle: tj

Biologie Wissenschaftler von der Ludwig-Maximilians-Universität in München wollen mittels Gentechnik Rinder züchten, die BSE-resistent sind.

Wie sie heute mitteilten, sind entsprechende im Reagenzglas gezeugte Rinder-Embryonen bereits Kühen eingepflanzt worden. Noch allerdings sei unklar, ob sich die Embryonen zu lebensfähigen Rindern entwickeln könnten. Bei den Embryonen haben die Forscher die Produktion des Prion-Proteins ausgeschaltet. Dieses Protein spielt im Gehirn eine wesentliche Rolle bei der BSE-Erkrankung: Bei einer Infektion verändert es sich krankhaft und führt zu den typischen BSE-Symptomen. Bislang jedoch - so betonen die Wissenschaftler - sei die Funktion des Prion-Proteins im Körper noch nicht völlig erforscht und somit weder klar, ob das Ausschalten des Proteins BSE-resistent mache, noch ob das Ausschalten nicht im Organismus ungeahnte Schäden hervorruft.

Quelle: tj

Ökologie Die Vegetation in den Alpen verändert sich immer schneller.

Ein Forscherteam aus Deutschland und der Schweiz hat im Bernina-Alpengebiet die Vegetation von Bergspitzen zwischen 3000 und 3300 Metern untersucht und mit Daten aus den 80er und 90er Jahren verglichen. Dabei stellten sie einen immer schnelleren Anstieg der Artenvielfalt fest. Klassischerweise besteht die Gipfelvegetation aus wenigen, den alpinen Bedingungen gut angepassten Arten. Doch im Verlauf des vergangenen Jahrhunderts hat sich die Artenvielfalt offenbar verdoppelt, stellenweise sogar verdreifacht. Allein in den letzten 20 Jahren haben die Arten um 30 bis 50 Prozent zugenommen. Nach Ansicht der Forscher spiegelt diese Entwicklung den Einfluss der zunehmenden globalen Erwärmung wider.

Quelle: tj

25.10.2005

Biologie Der Menstruationszyklus verändert die Hirnaktivität.

Forscher der Rockefeller-Universität in New York haben Frauen auf die Verarbeitung von Emotionen im Gehirn vor, während und nach ihrer Menstruation untersucht. Wie sie heute in den US-amerikanischen "Proceedings of the National Academy of Sciences“ schreiben, gleichen Frauen die schwankenden Konzentrationen der Hormone Östrogen und Progesteron dadurch aus, dass bestimmte Regionen des Stirnthirns, das für die Verarbeitung von Emotionen zuständig ist, verschieden genutzt werden. Die vorderen und mittleren Regionen waren bei den untersuchten Frauen vor der Menstruation verstärkt, während der Monatsblutung jedoch nur noch schwach aktiv. Die Forscher vermuten, dass Störungen an diesem Ausgleich eine Ursache für das Prämenstruelle Syndrom sein könnten.

Quelle: mst

Medizin Beschneidungen verringern das Risiko einer HIV-Infektion.

Das berichten Forscher der Universität Paris im Fachmagazin "PLoS“. Bei ihren Untersuchungen in Südafrika teilten sie die über 3200 heterosexuellen Freiwilligen in zwei Gruppen ein, von denen die Mitglieder einer Gruppe sofort beschnitten wurden. Die Probanden der anderen Gruppe sollten sich während der folgenden 21 Monate dauernden Untersuchung nicht beschneiden lassen. In mehreren Etappen untersuchten die Forscher die Probanden auf mögliche Neuinfektionen mit dem HI-Virus. Dabei entdeckten sie, dass Infektionsrate bei den beschnittenen Männern um 60 Prozent niedriger war als bei Unbeschnittenen. Auf welche Weise der Schutz vor einer Infektion funktioniert, wissen die Wissenschaftler allerdings noch nicht.

Quelle: mst

Biologie Ebola bedroht afrikanische Menschenaffen.

Das schreiben Forscher des Max-Planck-Instituts für evolutionäre Anthropologie in Leipzig im Fachmagazin "PLoS". Für ihre Studie haben die Forscher genetische Daten des Zaire-Ebola-Stammes ausgewertet, der sich innerhalb der vergangenen zehn Jahre zunehmend verbreitet hat. Die neuen Daten zeigen den Forschern, dass entgegen bisheriger Annahmen das Virus auf einen einzigen Stamm zurückzuführen ist, der in den frühen 1970er Jahren im Norden der Demokratischen Republik Kongo wütete. Von dort aus breitete sich das Ebola-Fieber zunächst westlich und später nach Osten aus, wobei die Verbreitungsrate entlang des Infektionskorridors jährlich bei etwa 50 Kilometern lag. Das Virus, das schwere innere Blutungen verursacht, hat bereits zehntausende westliche Flachlandgorillas und Schimpansen getötet. Die Forscher hoffen nun, ein wirksames Impfprogramm für die Menschenaffen herstellen zu können.

Quelle: mst

Technik Neue Brennstoffzellen arbeiten mit Biomolekülen...

...und könnten auf diese Weise recycelt werden. Zudem wird das teure Katalysatormaterial Platin und die normalerweise in Brennstoffzellen übliche Membran nicht mehr benötigt. Das schreiben Forscher der Universität Oxford heute in den "Proceedings" der US-amerikanischen Nationalen Akademie der Wissenschaften. Zwei Enzyme, die aus Pilzen gewonnen werden, sollen zukünftig in Brennstoffzellen Sauerstoff und Wasserstoff zu Strom und Wasser umwandeln. Der Prototyp der Forscher besteht aus einem Plastikröhrchen, in dem zwei Kohlenstoffstreifen enthalten sind, wobei jeder Streifen mit einem der Enzyme beschichtet ist. In dem Röhrchen soll die Luft mit Wasserstoff angereichert und so Strom erzeugt werden, schreiben die Forscher.

Quelle: mst

Biologie Bei Marienkäfern wüten Geschlechtskrankheiten...

...die sie ihrer freizügigen Lebensweise verdanken, da sie im Schnitt im Frühjahr alle zwei Tage ihren Partner wechseln. Das schreiben Forscher der Westaustralischen Universität in Perth heute in einer Online-Vorabveröffentlichung des "Journal of Animal Ecology". Beim Geschlechtsakt der polnischen Zweipunkt-Marienkäfer werden Milben übertragen, die die Weibchen unfruchtbar machen. Die Forscher stellten fest, dass sich die Infektionsrate bei den Käfern innerhalb von zwei Wochen von 20 auf über 80 Prozent erhöhte. Allerdings werden die Weibchen erst nach drei Wochen unfruchtbar, so dass ein Aussterben der Marienkäfer nicht zu befürchten ist.

Quelle: mst

24.10.2005

Raumfahrt "Venus-Express" bleibt vorerst am Boden.

Der Start der europäischen Planetensonde "Venus Express" wird sich um mindestens eine Woche verzögern. Wegen Verunreinigungen der Trägerrakete sei der Starttermin verschoben worden, teilte die Europäische Weltraumorganisation Esa heute in Paris mit. Das Startfenster schließt sich nach Angaben der Esa am 25. November. Die erste europäische Venus-Sonde hatte ursprünglich übermorgen vom russischen Weltraumbahnhof Baikonur in Kasachstan aus abheben sollen. Venus-Express soll im April 2006 den Planeten erreichen.

Quelle: mawi

Biologie "Dino"-Kiefern kamen unter den Hammer.

Das Auktionshaus Sotheby's in Sydney hat gestern knapp 300 Wollemi-Kiefern versteigert. Der immergrüne Nadelbaum wuchs zur Zeit der Dinosaurier vor rund 200 Millionen Jahren. Lange Zeit galt er als ausgestorben, bis ihn ein australischer Waldhüter 1994 in einem abgelegenen Tal 150 Kilometer nordwestlich von Sydney entdeckte. Die Wollemi-Kiefern, die aus Stecklingen der Ur-Pflanzen gezogen worden waren, brachten bei der Auktion pro Stück umgerechnet knapp 2300 Euro ein. Auch Pflanzenliebhaber aus Deutschland hatten Gebote abgegeben.

Quelle: mawi

Archäologie Das Sonnenobservatorium in Goseck ist fast fertig.

Der originalgetreue Nachbau des rund 7000 Jahre alten Sonnenobservatoriums in Goseck bei Weißenfels in Sachsen-Anhalt ist nahezu abgeschlossen. Zur Nachbildung der kreisförmigen frühzeitliche Kultanlage seien seit Juni 2300 Eichenstämme als Palisaden in den Erdboden gerammt worden, teilte das Institut für prähistorische Archäologie der Universität Halle-Wittenberg mit. Die 3,50 Meter langen Baumstämme ragen zweieinhalb Meter aus der Erde heraus. Auf eine Imprägnierung der Hölzer sei bewusst verzichtet worden. Die Ringgrabenanlage mit drei Toren besitzt einen Durchmesser von 75 Metern. Die rekonstruierte Anlage soll am 21. Dezember eröffnet werden.

Quelle: mawi

Biologie Experten fordern ein Verbot des Wildvogelhandels.

Zur Eindämmung der Vogelgrippe haben internationale Fachleute ein weltweites Verbot des Wildvogelhandels gefordert. Ein von der UN-Konvention über wandernde Tierarten (CMS) einberufener Krisenstab legte heute in Bonn auch eine Liste mit 36 seltenen Wasservogelarten vor, die wahrscheinlich besonders anfällig sind für das Vogelgrippe-Virus H5N1. Darunter finden sich Zwerggans, Streifengans, Schwarzschnabelstorch und Schneekranich. Der Krisenstab plädierte für eine weltweite Überwachung der Vogelgrippe bei Wildvögeln.

Quelle: mawi

Technologie Das Nano-Mobil fährt tatsächlich.

Aus einem einzigen großen Molekül haben US-amerikanische Forscher der Rice University in Houston den kleinsten Wagen der Welt gebaut. Ein menschliches Haar ist etwa 20.000 Mal dicker als das drei bis vier Nanometer messende Gefährt. Karosserie und die beiden frei rotierenden Achsen setzten die Forscher aus organischen Molekülgruppen zusammen. Die Reifen bestehen aus je 60 Kohlenstoffatomen. Nachzuweisen, dass der Nano-Wagen fahren kann - und nicht einfach nur rutscht, sei besonders schwierig gewesen, berichten die Forscher. Als Teststrecke diente eine Goldplatte, deren Oberfläche auf 200 Grad Celsius erhitzt wurde.

Quelle: mawi

Politik Der Streit ums Forschungsministerium dauert an.

Im Streit um den jeweiligen Zuschnitt des Forschungs- und des Wirtschaftsministeriums wird mit einer schnellen Entscheidung gerechnet. CDU-Generalsekretär Volker Kauder sagte heute, Angela Merkel werde ein Machtwort sprechen. Der künftige Wirtschaftsminister Edmund Stoiber beansprucht Kompetenzen aus den Ressorts Finanzen und Forschung. Die designierte Forschungsministerin Annette Schavan wehrt sich gegen eine Ausgliederung des Bereichs Technologie aus ihrem Ressort, signalisierte heute aber, dass es in dem Streit Einvernehmen geben könne.

Quelle: mawi

Biologie Die Zunge kann sechs Geschmacksrichtungen unterscheiden.

"Fettig" - ist eine eigene Geschmacksrichtung, berichten Forscher aus Frankreich und den USA im "Journal of Clinical Investigation", doi 10.1172/JCI25299. Unter Biologen war es bislang umstritten, ob die Zunge auch eigene Rezeptoren für fetthaltige Speisen hat. Das Wissenschaftlerteam hat jetzt ein Protein auf der Zunge entdeckt, mit dessen Hilfe Säugetiere Fett im Essen erkennen können, und das die Produktion von fettlösenden Verdauungssäften anregt. Damit kann die Zunge sechs verschiedene Geschmacksrichtungen unterscheiden: süß, salzig, sauer, bitter, umami - und fettig.

Quelle: mawi

21.10.2005

Klimaforschung Südfrüchte wandern immer weiter nach Norden.

Darauf weist das italienische Nationalinstitut für Bio-Meteorologie in Florenz hin. Demnach werden Oliven inzwischen sowohl an den Alpenrändern wie auch in den bergigen Regionen Piemonts angebaut, Mandeln und Zitronen gedeihen nicht mehr nur in Süd-, sondern jetzt auch in Mittelitalien. Sogar Reben tragen noch in 1200 Metern Höhe Früchte, aus denen Wein gewonnen werden kann. Nach Angabe des Instituts ist diese Veränderung auf die seit Jahren zu beobachtenden steigenden Temperaturen zurückzuführen. Hinzu kommt eine kontinuierliche Abnahme der jährlichen Niederschlagsmenge im Norden wie im Süden.

Quelle: gät

Klimaforschung Schneefall und Gletscherschmelze halten sich noch die Waage.

Das ewige Eis auf der Insel Grönland hat in den letzten Jahren an Mächtigkeit zugenommen. Das berichtet ein internationales Forscherteam im Fachblatt „Science“. Sie führen diese Zunahme auf die größeren Schneemengen zurück, die aufgrund der Klimaerwärmung über der Insel niedergehen. Diese Schneemengen gleichen in etwa die Wassermengen aus, die durch die Gletscherschmelze an den Küsten ins Meer gelangen. Allerdings weisen Forscher des Alfred-Wegener-Instituts in Bremerhaven darauf hin, dass ein weiterer Anstieg des Treibhausgas-Ausstoßes dieses Gleichgewicht zerstören wird. Steigt die mittlere Temperatur um drei Grad Celsius, sei mit einem vollständigen Abschmelzen des Grönland-Eises zu rechnen. Das zeigen aufwändige Modellrechnungen, schreiben die Wissenschaftler im Fachblatt „Science“.

Quelle: gät

Medizin Leichte Infektionen mit Prionen schützen offenbar vor Creutzfeldt-Jakob.

Zu diesem Schluss gelangen Forscher aus Japan und den USA nach Untersuchungen in Nervenzell-Kulturen. Wie sie im Fachblatt „Science“ schreiben, blieben in den Kulturen die Nervenzellen, die mit einem schwachen Strang von Creutzfeldt-Jakob - Erregern infiziert wurden, offenbar vor einer Infektion mit zwei verschiedenen Scrapie-Erregern verschont. Die Wissenschaftler vermuten, dass ein ähnlich schützender Effekt auch außerhalb des Labors vorkommt. Das könnte erklären, warum trotz der starken Verbreitung von mit BSE-Erregern verunreinigten Produkten die Zahl der Creutzfeldt-Jakob Erkrankungen niedriger liegt als erwartet. Die Wissenschaftler vermuten ferner, dass letztlich nicht die missgebildeten Prionen die Krankheit auslösen, sondern ein Virus. Diese These war durch Untersuchungen in den letzten Jahren zunehmend weniger verfolgt worden.

Quelle: gät

Politik Die Aufteilung des Forschungsministeriums ist offenbar strittig.

Die designierte Bundesforschungsministerin Annette Schavan will sich gegen Beschneidung ihres Ressorts wehren. Derzeit ist geplant, die Förderung der Raumfahrt- Informations- und Gesundheitsforschung auf das Wirtschaftsministerium zu übertragen. Dazu sagte Frau Schavan im ZDF, sowohl der designierte Wirtschaftsminister Edmund Stoiber als auch sie selbst müssten ein Interesse daran haben, Grundlagenforschung und angewandte Forschung nicht auseinander zu reißen. Auch die noch amtierende Forschungsministerin Edelgard Bulmahn wandte sich gegen eine Aufteilung des Ressorts. Gegenüber der „Financial Times Deutschland“ sagte sie, dass das Bildungs- und Forschungsressort nach dem Neuzuschnitt ein Ministerium ohne Bedeutung sein werde. Der Zuschnitt des Wirtschafts- und des Forschungsministeriums soll einem Bericht der „Süddeutschen Zeitung“ zufolge nach dem Willen der SPD-Unterhändler entscheidender Gegenstand der Koalitionsverhandlungen werden. Das Forschungsministerium wird am heutigen Tag fünfzig Jahre alt. Es wurde am 21. Oktober 1955 als Ministerium für Atomfragen begründet; sein erster Minister war Franz Josef Strauss.

Quelle: gät

Umwelt Der Regenwald wird stärker abgeholzt als bislang bekannt.

Das geht aus Satelliten-Aufnahmen hervor, die Forscher aus den USA in dem Fachblatt „Science“ veröffentlichen. Das Wissenschaftlerteam hatte für die Aufnahmen eine neue Technik benutzt, mit der es möglich ist, auch durch die Blätter der Bäume hindurch zu fotografieren. Auf diese Weise können auch ausgedünnte Gebiete erkannt werden, in denen nur noch wenige Bäume mit großen Kronen stehen. Dabei zeigte sich, dass etwa doppelt so viele Bäume gefällt wurden wie bislang bekannt war. Zwischen 1999 und 2002 verschwanden jedes Jahr zwischen 12.000 und 21.000 Quadratkilometer Wald. Nach Angaben der Forscher sind rund 70 Prozent des Regenwaldes im Amazonasbecken gerodet.

Quelle: gät

Raumfahrt Eine Mondstation könnte sich tatsächlich selbst mit Sauerstoff versorgen.

Darauf deuten Aufnahmen des Weltraumteleskops Hubble hin. Das hatte die Landestelle von Apollo 15 und 17, sowie relativ junge Kraterränder im Ultraviolett-Bereich photographiert. Auf diesen Aufnahmen lässt sich das Vorhandensein von sauerstoffhaltigem Gestein, dem Ilmenit, erkennen, berichten Forscher der Nasa. Ilmenit ist eine Verbindung aus Titan- und Eisenoxid. Mit Hilfe von Säuren oder elektrischem Strom könnte aus diesem Oxid Sauerstoff freigesetzt werden. Theoretisch könnte sich eine Mondstation auf diese Weise tatsächlich selbst mit Sauerstoff versorgen. Die Nasa-Wissenschaftler wollen jetzt neue Methoden zur Interpretation der Hubble-Aufnahmen entwickeln, um den Fund zu bestätigen. Dann sollen anhand der Aufnahmen Landeplätze für Roboter-Missionen ausgewählt werden.

Quelle: gät

Raumfahrt Die letzte Titan-Rakete ist ins All gestartet.

Das Projektil hat ein nicht näher beschriebenes Gerät zur Überwachung von US-Aufklärungssatelliten ins All befördert. Es war der 368. Start dieser Rakete, die als zuverlässig gilt. Zum ersten Mal startete Titan 1959. An ihrer Spitze wurden unter anderem die Gemini-Kapseln ins All geschossen, ebenso Mariner- und Viking-Missionen zum Merkur und Mars ferner die Cassini/Huygens Mission zum Saturn. Die US-Streitkräfte, die diesen Raketentyp bis jetzt für den Transport für Militär-Satelliten benutzten, wollen künftig billigere und noch zuverlässigere Raketen benutzen.

Quelle: gät

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