Dienstag, 18.06.2019
 
Seit 07:15 Uhr Interview
07.12.2011

Medizin Präsidenten leben länger.

Mediziner aus Chicago haben herausgefunden, dass US-Präsidenten üblicherweise länger leben als der Durchschnitt von Männern im vergleichbaren Alter. Dabei hatten die Forscher nur solche Präsidenten in die Auswertung aufgenommen, die auf natürliche Weise gestorben waren. Bisher hatte man geglaubt, dass das Amt des Präsidenten die Lebenserwartung negativ beeinflusse, schreiben die Mediziner im Fachblatt JAMA. Doch offenbar seien die Vorzüge einer guten medizinischen Versorgung und eines hohen Einkommens wichtiger als die Belastungen durch diese Position. [ar]

Quelle: eurekalert, JAMA

Umwelt Japanisches Militär startet Reinigungsmaßnahmen.

Das japanische Militär hat heute damit begonnen, öffentliche Gebäude in der Sperrzone um das havarierte Atomkraftwerk Fukushima Dai-ichi von radioaktiven Stoffen zu säubern. Rund neunhundert Soldaten sollen an vier Orten eingesetzt werden. Die dekontaminierten Gebäude sollen dann als Stützpunkt für eine umfassende Reinigung dienen. Die jetzigen Maßnahmen sind auf etwa zwei Wochen angelegt. [ar]

Astronomie Die Sonne weht Mondstaub ins Weltall.

Intensive Sonnenstürme können deutlich dazu beitragen, dass die Oberfläche des Mondes erodiert. Das glauben NASA-Forscher aus Maryland, die sich dabei auf Simulationen stützen. Ein sogenannter koronaler Massenauswurf, bei dem die Sonne Plasma ins All ausstößt, könne auf die Mondoberfläche wie ein Sandstrahler wirken, schreiben die Wissenschaftler im "Journal of Geophysical Research, Planets". Innerhalb eines zweitägigen Sonnensturms würden auf diese Weise zwischen einhundert und zweihundert Tonnen Materie vom Mond ins All geweht. Dieser Mechanismus könne möglicherweise auch erklären, weshalb vielen Planeten ohne schützendes Magnetfeld ihre Atmosphäre verloren haben. [ar]

Quelle: NASA

Biologie Eine Schabe hebt ab.

Ein Insekt aus der Familie der Schaben, das kürzlich in Südafrika entdeckt wurde, hat sich als Sprungtalent entpuppt: Mit einem einzigen Satz kann das Tier fast das Fünfzigfache der eigenen Körperlänge überwinden. Das berichten Forscher der Universität Kapstadt in Fachmagazin "Biology Letters". Mit Hilfe von Kameraaufnahmen fanden sie heraus, dass die Schaben dabei eine Startgeschwindigkeit von knapp zehn Kilometern pro Stunde erreichen. Es handelt sich dabei um die einzige Art von Schaben, die sich überhaupt springend vorwärts bewegt. Die anderen über viertausend Arten dieser Familie huschen bloß über den Boden. [ar]

Quelle: Biology Letters

Geophysik Frankreichs Gletscher sind auf dem Rückzug.

Die Fläche der Gletscher in den französischen Alpen hat in den vergangenen vierzig Jahren um ein Viertel abgenommen. Ungefähr einhundert Quadratkilometer sind in diesem Zeitraum geschmolzen. Das berichten Forscher auf dem Herbsttreffen der Amerikanischen Geophysikalischen Union. Zum Vergleich hatten die Wissenschaftler Karten, Satellitenbilder und Luftaufnahmen herangezogen. Am deutlichsten war der Gletscherschwund in den südlichen Regionen. Und auch im Belledonne-Massiv in den Westalpen sind die Eismassen nach Aussagen der Forscher nahezu vollständig verschwunden. [ar]

Quelle: BBC, AGU

Genetik Ein defektes Protein kann Autismus verursachen.

Eine bestimmte Eiweiß-Verbindung in den Nervenzellen des Gehirns könnte dafür verantwortlich sein, dass Autismus entsteht. Das legen Versuche an Mäusen nahe. Wenn bei ihnen das Protein nur fehlerhaft gebildet wird, zeigen die Tiere Verhaltensauffälligkeiten, die autistischen Störungen bei Menschen ähneln. Denn dann ist die Kommunikation zwischen den Gehirnzellen gestört. Das haben Mediziner aus Heidelberg entdeckt und im Fachmagazin "Human Molecular Genetics" beschrieben. Sie hatten bei den Mäusen die Erbanlagen für jene Eiweißverbindung gezielt verändert, für das Gerüstprotein mit dem Namen SHANK2. Mäuse mit dieser künstlichen Mutation zeigten weniger Interesse an ihrer Umwelt. Isolierte Nervenzellen mit diesem Defekt bildeten weniger Kontaktstellen zu ihren Nachbarzellen und sind deshalb vermutlich weniger empfänglich für Botenstoffe, die der Signalübertragung dienen. [ar]

Quelle: idw online, Human Molecular Genetics

06.12.2011

Ernährung In Japan ist Cäsium-belastetes Milchpulver im Umlauf

Erstmals nach der Atomkatastrophe in Fukushima ist in Japan radioaktives Cäsium in Milchpulver für Babys festgestellt worden. Der japanischen Nachrichtenagentur Kyodo zufolge wurde in einer Probe des Nahrungsmittelherstellers Meiji Cäsium von bis zu 30,8 Becquerel pro Kilogramm gefunden. Dieser Wert liegt unter dem von der japanischen Regierung festgesetzten Grenzwert von 200 Becquerel pro Kilogramm. Betroffen seien rund 400.000 Dosen einer Produktion. Wie das Isotop in das Milchpulver gelangte, sei noch unklar. Der Nahrungsmittelhersteller vermutet, dass die nun gemessene Belastung auf die Atomruine in Fukushima zurückzuführen sei. //[mst]//

Ernährung Arsenbelasteter Reis könnte der Gesundheit schaden

Das befürchtet ein internationales Forscherteam in den "Proceedings der US-Akademie der Wissenschaftlen", PNAS. Die Ernährungswissenschaftler hatten in einer Studie knapp 230 Schwangere untersucht. Dabei sahen sie, dass häufiges Reisessen bei den Probandinnen zu signifikant höheren Arsenwerten im Urin führte. Um diese Werte zu erzielen, reichte bereits der tägliche Konsum einer halbe Tasse Reis. Daher fordern die Studienautoren, dass Verbraucher in den USA und der EU besser vor einer Arsenbelastung geschützt werden sollten. Ziel sei ein Grenzwert ähnlich wie in China, der festlegt, wieviel Arsen in Reis enthalten sein darf. Reis nimmt Arsen aus dem Boden auf und speichert es unter anderem im Samen. //[mst]//

Quelle: PNAS (doi:10.1073/pnas.1109127108)

Neurologie Misshandlungen im Kindesalter hinterlassen Spuren im Gehirn

Psychologen vom University College London zufolge verändert sich das Gehirn von misshandelten Kindern ähnlich wie das von Soldaten im Krieg. Die Wissenschaftler hatten die Hirnaktivität von Kindern mithilfe der funktionellen Magnetresonanztomografie untersucht, während die Probanden Bilder wütender Menschen ansahen. Wie die Forscher im Fachblatt "Current Biology" schreiben, zeigten Kinder, die unter häuslicher Gewalt litten, eine gesteigerte Aktivität in zwei Gehirnregionen. In früheren Studien mit Soldaten, die in Kampfsituationen verwickelt waren, waren ähnliche Muster nachgewiesen worden. Anscheinend reagieren traumatisierte Personen hypersensibel auf potenzielle Gefahren. Die Forscher vermuten, dass Wut für die Kinder ein Warnsignal ist, sich vor Gefahren zu schützen. //[mst]//

Quelle: Current Biology (doi:10.1016/j.cub.2011.10.015)

Biologie Die schnellste Zelle der Welt ...

... ist eine menschliche fetale mesenchymale Stammzelle. Sie ging als Sieger des World Cell Race hervor. Bei diesem Wettbewerb hatten 50 Forscherteams knapp 100 Zelllinien von Menschen und Mäusen ins Rennen geschickt, welches im Forschungsinstitut CEA in Grenoble stattfand. Ziel war herauszufinden, welcher Zelltyp am schnellsten in eine Richtung wächst. Die Siegerzelle schaffte 5,2 Mikrometer in einer Minute. Auf Platz zwei der eingeschickten Zelltypen landeten Epithelzellen aus der Brust; auf Platz drei schafften es Hautzellen von Patienten mit dem Kindler-Syndrom, einer seltenen autosomal rezessiv vererbten Hautkrankheit. //[mst]//

Quelle: ScienceNews

Zoologie Die Bestände von Thunfisch und Makrele gehen zurück

Im Schnitt sind die Populationen dieser Fische in den vergangenen 50 Jahren um 60 Prozent geschrumpft. Das geht aus der Langzeitstudie eines internationalen Forscherteams hervor, die in den Mitteilungen der US-Akademie der Wissenschaften - "PNAS" - vorgestellt wird. Grund sei vor allem die starke Befischung. Um diesen Rückgang zu stoppen und die Folgeschäden für die Ökosysteme zu begrenzen, seien strenge Regulierungen vonnöten, fordern die Meeresforscher. Sie hatten die Bestandsentwicklung bei 26 Populationen von Thunfisch- und Makrelenarten zwischen 1954 und 2006 untersucht. Den stärksten Rückgang verzeichneten demnach große Thunfisch-Arten der gemäßigten Zonen, wie Gelbflossen-Thun, Großaugen-Thun oder Blauflossen-Thun, außerdem kleine Makrelenarten. //[mst]//

Quelle: PNAS (doi:10.1073/pnas.1107743108)

Astronomie Keppler entdeckt eine "zweite Erde"

Das teilte die US-Raumfahrtbehörde NASA mit. Demnach konnten Astronomen mithilfe des Weltraumteleskops Kepler die Existenz des Exoplaneten mit Namen Kepler 22b beweisen. Dies gelang, indem sie ihn zum dritten Mal dabei beobachten, wie er vor einem Stern entlang zog. NASA-Angaben zufolgte beträgt die Temperatur an der Oberfläche des Planeten etwa 22 Grad Celsius. Möglicherweise gibt es dort Wasser. Kepler 22b ist rund 600 Lichtjahre weit von der Erde entfernt. Sein Stern, den er umkreist, ähnelt demnach stark unserer Sonne. Die Entdeckung und Untersuchung solcher erdähnlicher Planeten gilt als Voraussetzung bei der Suche nach außerirdischem Leben. //[mst]//

Quelle: NASA

05.12.2011

Astronomie 300 Millionen Lichtjahre entfernt lauern gigantische Schwarze Löcher

Kalifornische Astronomen haben die bislang größten Schwarzen Löcher im Weltall aufgespürt. Sie hätten jeweils rund zehn Milliarden Mal so viel Masse wie unsere Sonne, schreibt das Team aus Berkeley im Fachblatt "Nature". Die Entdeckung gelang mit dem Keck-Teleskop auf Hawaii sowie dem Weltraumteleskop Hubble. Die supermassiven Schwarzen Löcher sitzen im Zentrum zweier Galaxien: der Galaxie NGC 3842 im Sternbild Löwe und NGC 4889 im Sternbild Haar der Berenike. Die Galaxien sind jeweils rund 300 Millionen Lichtjahre von der Erde entfernt. Die Schwarzen Löcher seien deutlich massereicher als erwartet, so die Forscher. Offenbar unterschieden sich die Wachstumsprozesse großer Galaxien und ihrer Schwarzen Löcher auf noch ungeklärte Weise von denen kleinerer Galaxien. [mawi]

Quelle: Nature-Online

Biologie Forscher hoffen, das Mammut doch klonen zu können

Im sibirischen Permafrostboden war im August der Oberschenkelknochen eines Mammuts entdeckt worden. Aus ihm konnte intaktes Knochenmark gewonnen werden. Forscher aus Japan und Russland wollen daher im kommenden Jahr mit Versuchen beginnen, das vor 10.000 Jahren ausgestorbene Mammut zu klonen, berichtet die japanische Nachrichtenagentur Kyodo. Elefanten sind die nächsten noch lebenden Verwandten des Mammuts. Das Konzept: Das aus Knochemarkzellen gewonnene Mammut-Erbgut könnte in entkernte Elefanten-Eizellen eingepflanzt werden. Elefanten-Kühe könnten dann die Mammut-Embryonen austragen. //[mawi]//

Medizin Die Beine werden im Kopf müde und schwer

Wie stark wir unsere Muskeln aktivieren können, das hängt vom Trainingszustand aber auch von Willensstärke und Motivation ab. Forscher der Universität und der ETH Zürich haben jetzt einen weiteren Mechanismus aufgedeckt. Das Gehirn sorgt dafür, dass bei ermüdenden Aufgaben die physiologischen Grenzen nicht überschritten werden, indem es eine Senkung der Muskelleistung bewirkt. Die Forscher konnten zeigen: Nervenimpulse aus belasteten Muskeln gelangen über das Rückenmark in den Thalamus sowie den sogenannten insulären Kortex. Beide Hirnareale analysieren Informationen, die dem Organismus eine Bedrohung vermitteln, wie Schmerz oder Hunger. Je stärker die Belastung, um so mehr kommuniziert der insuläre Kortex mit dem primären motorischen Areal und hemmt dieses Hirnareal. Die Folge: Die Leistungsfähigkeit sinkt. Die Entdeckung könnte helfen, Trainingsstrategien zu verbessern, aber auch die Ursache für körperliche Schwäche - wie sie bei vielen Krankheiten auftritt - zu finden. bu: Dornier Do 17

Quelle: Universität und ETH Zürich

Medizin Ein altes Problem der Krebsforschung scheint bald lösbar zu sein

In jedem vierten Tumor ist ein Gen mit Namen RAS verändert und dadurch besonders aktiv. Wenn RAS überaktiv ist, teilen sich Krebszellen schneller, sie beginnen zu wandern und Tochtergeschwülste zu bilden – alles dies Zeichen einer besonders aggressiven Krebserkrankung. Bislang galt es als unmöglich, ein Medikament zu entwickeln, das das RAS-Protein blockiert. Pharmaforscher der US-amerikanischen Firma Genentech glauben jetzt aber die Achilles-Ferse des RAS-Proteins entdeckt zu haben. Die Forscher untersuchten 25 Wirkstoffe, die an das Protein binden. Eine Untersuchung mithilfe der Kernspin Resonanz Spektroskopie ergab, dass alle 25 an genau der selben Stelle andocken. Das Problem: Keiner der Wirkstoffe kann das RAS-Protein blockieren. Jetzt wollen die Forscher einen Wirkstoff maßschneidern, der RAS lahmlegen kann. //[mawi]//

Medizin Es sterben mehr Menschen an Schlangenbissen als geschätzt

Behörden erfassten nur einen Bruchteil der tatsächlichen Todesopfer, berichten Forscher vom Frankfurter Forschungszentrum Biodiversität und Klima auf einer Fachtagung in Philadelphia. Von 100 Opfern würden nur drei von Ärzten behandelt, 86 hingegen von Wundheilern. Medizinische Versorgung sei oft weit entfernt und der Transport teuer. Außerdem sei das lebensrettende Gegengift in vielen Regionen in Asien, Afrika und Lateinamerika rar und teuer. Studien in Nepal hätten gezeigt, dass es möglich ist, die Sterblichkeit nach Schlangenbissen zu senken – von 10,5 Prozent auf 0,5 Prozent – wenn Opfer schneller versorgt werden. In Nepal bringen Motorradfahrer Patienten ins nächste Krankenhaus. Erste Schnelltests erlaubten inzwischen, eine sichere Diagnose zu stellen und zu entscheiden, ob und welches Gegengift Patienten gespritzt werden muss. Allerdings gebe es längst nicht gegen alle Schlangengifte Gegenmittel. //[mawi]//

Quelle: LOEWE Biodiversität und Klima Forschungszentrum, Frankfurt a.M.

Biologie Menschliche Zellen setzen Bakterien in einem Käfig fest

Französische Forscher am Institut Pasteur in Paris haben einen neuen Verteidigungsmechanismus des menschlichen Körpers gegen krank machende Bakterien entdeckt. Aus Teilen der Zellmembran, einem Protein mit Namen Septin, bauen die Zellen einen Käfig, um eindringende Shigellen-Bakterien zu fangen. Shigellen können lebensbedrohliche Durchfallerkrankungen verursachen. Im Käfig gefangen, können die Bakterien sich nicht teilen. Sie sind aber auch von der Energieversorgung mit Aktin abgeschnitten und können keine Nachbarzellen befallen. Gefangene Shigellen werden in der Regel von Zellen aufgelöst und verdaut. //[mawi]//
02.12.2011

Biologie Wespen registrieren Gesichter wie Menschen

Davon sind Forscher der University of Michigan überzeugt. Bereits vor Jahren hatten die Biologen nachweisen können, dass Feldwespen der Spezies Polistes fuscatus sich einander anhand von Merkmalen im Gesicht unterscheiden können. Die Wissenschaftler legen nun eine Anschluss-Untersuchung vor. Die zeigt, dass die Hirne dieser Wespen besonders gut lernen können, Gesichtsmerkmale zu unterscheiden. Menschen verfügen über eine ähnliche Fähigkeit. Die Forscher vermuten, dass diese Feldwespen die Fähigkeit entwickelt haben, weil sie ein komplexes Zusammenleben in ihrem Nest pflegen: Den Staat gründen mehrere Königinnen, die in einer strengen Hierarchie leben. Sich einander erkennen zu können, fördere dabei den Frieden im Staat erheblich. Feldwespen mit einfacherem Sozialsystem können Gesichtsmerkmale schlechter unterscheiden, fügen die Wissenschaftler an. Ob es sich bei dieser Fähigkeit um ein angeborenes oder ein erworbenes Können handelt, wissen die Biologen noch nicht. [gä]

Quelle: nature/newscientist/dradio

Genetik Halbe Chromosomensätze lassen sich schneller auf Mutation durchsuchen

Das Erbgut von Lebewesen kommt auf zwei Weisen vor: Entweder gebündelt in einem einfachen Chromosomensatz – haploid – oder doppelt – diploid. Bei Säugetieren ist das Erbgut dabei immer doppelt organisiert. Das verhindert, dass Schäden im Erbgut sofort schwere Fehler auslösen, hat aber für Forscher einen Nachteil: Sie können nur mit großer Mühe herausfinden, welche Folgen Mutationen haben. Ein internationales Wissenschaftlerteam präsentiert jetzt im Fachblatt „Cell Stem Cell“ eine Methode, um diese Untersuchung zu vereinfachen: Den Forschern ist es gelungen, haploide Embryonale Stammzellen aus den Zellen der ersten Embryonalen Entwicklung von Mäusen zu gewinnen. Diese lassen sich offenbar gut für genetische Untersuchungen verwenden. So ist es dem Wissenschaftlerteam nach eigenen Angaben schnell gelungen, herauszufinden, warum das Gift Rizin manchmal nicht tödlich wirkt: Fehlt Zellen das Eiweiß Gpf107, sind sie immun gegen das Gift. [gä]

Quelle: Developmental Cell

Klimaforschung Als das Kohlendioxyd aus der Luft verschwand, vereisten die Pole

Vor rund 34 Millionen Jahren bildeten sich die ersten Gletscher an der Antarktis und fror die Arktis zu. Klimaforscher hatten bislang angenommen, dass diese Entwicklung nicht mit dem Kohlendioxidgehalt in der Luft zusammenhinge. Ein internationales Wissenschaftlerteam widerspricht jetzt in "Science“ dieser Vermutung. Die Wissenschaftler stützen sich auf Kohlenstoff-Isotope, die sie in Überresten von Algen in Bohrkernen vom Meeresgrund entdeckt hatten. Die Analyse dieser Daten legt nahe, dass die Pole vereisten, als die Konzentration von CO2 in der Luft unter 600 part per Million viel. Das war vor rund 34 Millionen Jahren. Heute beträgt der CO2-Anteil in der Luft 390 ppm. Der Umkehrschluss, dass ein Überschreiten dieser Grenze zu einem Abschmelzen der Pole führte, sei jedoch nicht zulässig, so die Forscher weiter. [gä]

Quelle: science

Physik Physiker der University of Oxford haben Diamanten miteinander verschränkt

Eigentlich ist das Verschränken von Teilchen ein quantenmechanischer Effekt. Unter bestimmten Bedingungen verhalten sich zwei Teilchen so, als wären sie eines – wobei die Entfernung zwischen ihnen keine Rolle spielt. Bis jetzt hatten Physiker vermutet, dass dieses Phänomen nur auf atomarer Ebene zu beobachten sei und nur bei sehr tiefen Temperaturen. Nun konnten jedoch Physiker aus Großbritannien den Effekt auch im Makrokosmos erzielen, in dem sie die Atome in dem Kristallgitter zweier kleiner Diamanten mit Hilfe eines Laser in eine besondere Vibration versetzten und verschränkten. Die so behandelten Zonen in den Diamanten waren ein viertel Millimeter lang und ein zwanzigstel breit – gerade noch sichtbar fürs Auge. Ob sich diese Methode technisch nutzen lässt, ist offen. [gä]

Quelle: science

01.12.2011

Medizin Stinkende Frösche erzeugen Antibiotika

Es gibt Frösche, die abstoßende Gerüche verströmen, etwa nach verdorbenem Fisch. Chinesische Forscher haben jetzt herausgefunden, dass diese stinkenden Tiere in ihrer Haut eine immense Vielfalt an antibiotisch wirkende Substanzen bilden. Die Wissenschaftler untersuchten neun verschiedene Frösche der Gattung Odorrana. Auf der Haut konnten sie über 700 unterschiedliche antimikrobielle Peptide, kurz AMP, nachweisen. Mehr als 90 Prozent davon waren bisher unbekannt, berichten die Forscher im "Journal of Proteome Research". Die Stoffe könnten als Grundlage für die Entwicklung neuer Antibiotika dienen. Einige der gefundenen antimikrobiellen Peptide haben eine doppelte Wirkung: Sie töten Bakterien und aktivieren zugleich das Immunsystem. //[luh]//

Quelle: Journal of Proteome Research, doi:10.1021/pr200782u

Energie Die Jetstreams der oberen Atmosphäre taugen nicht als Energiequelle

Hoch oben in der Atmosphäre gibt es starke Windbänder rund um Nord- und Südpol. Die sogenannten Jetstreams erreichen Geschwindigkeiten von über 90 Kilometer pro Stunde, weshalb es immer wieder Überlegungen gibt, sie als Quelle regenerativer Energie anzuzapfen. Doch die weit verbreiteten Annahmen hinsichtlich der Energieausbeute sind offenbar völlig überzogen. Forscher des Max-Planck-Instituts für Biogeochemie in Jena haben jetzt errechnet, dass die maximale Energiegewinnung aus den Jetstreams etwa 200-fach geringer ist als bisher geschätzt. Die Jetstreams sind nur so schnell, weil sie in 7 bis 16 Kilometer Höhe so gut wie keiner Reibung ausgesetzt sind. Es braucht verhältnismäßig wenig Energie, um sie anzutreiben. Folglich kann man ihnen entsprechend weniger Energie entziehen. //[luh]//

Quelle: Earth System Dynamics, doi: 10.5194/esd-2-201-2011

Paläoanthropologie Steinwerkzeuge bezeugen die Völkerwanderung

Britische Forscher haben im Sultanat Oman Steinwerkzeuge gefunden, die sie als Zeugnisse der ersten Wanderungsbewegungen des modernen Homo sapiens raus aus Afrika sehen. Die behauenen Steine ordneten sie der Mittleren Nubischen Steinzeit zu. Die neuen Funde sind die ersten dieser Art außerhalb Afrikas. Die Spuren stellen gängige Theorien über den Auszug des Menschen aus Afrika in Frage. Bisher gingen Anthropologen davon aus, dass der moderne Homo sapiens vor rund 70.000 Jahren von Afrika aus nach Arabien kam und sich dort entlang der Küsten verbreitete. Die Fundstellen der Steinwerkzeuge liegen aber alle im Inland. Zudem datierten die Forscher einige der Funde auf ein Alter von mindestens 106.000 Jahren.Die Studie ist im Fachmagazin "PLoS One" erschienen. //[luh]//

Quelle: PLoS One, doi:10.1371/journal.pone.0028239

Physik Laser liefert Energie für Herzschrittmacher

Herzschrittmacher werden mit Strom aus einer Batterie betrieben. Ist diese leer, muss sie bisher noch in einer erneuten, belastenden Operation ausgetauscht werden. Japanische Forscher haben eine mögliche Abhilfe entwickelt: In der Zeitschrift "Angewandte Chemie" stellen sie einen implantierbaren Stromerzeuger vor, der einfach durch die Haut mit Laserlicht bestrahlt wird. Das System beruht auf Kohlenstoff-Nanoröhren. Die Nanoröhren absorbieren das Laserlicht und wandeln die Lichtenergie in Wärme um. Die Wärmeenergie wird wiederum durch einen thermoelektrischen Konverter auf Halbleiterbasis in Strom umgewandelt. Das implantierbare Ladegerät ist kleiner als ein Viertel eines Stücks Würfelzucker. //[luh]//

Quelle: Angewandte Chemie, doi:10.1002/ange.201106136

Zoologie Silberfische begehen Duftraub

Silberfische leben häufig als Schmarotzer in Ameisenkolonien. Um dort nicht als Eindringling aufzufallen, nutzen die Insekten einen besonderen Trick. Forscher der Ludwig-Maximilian-Universität in München haben herausgefunden, dass die Silberfische sich mit dem gleichen Duft umhüllen wie die Ameisen. Allerdings produzieren die Silberfische die Duftstoffe gar nicht selbst, sondern begehen gewissermaßen Duftraub. Die Parasiten pirschen sich an neu geschlüpfte Ameisen heran und reiben ihren Körper an den noch wehrlosen Tieren. Die Studie ist im Magazin "BMC Ecology" erschienen. //[luh]//

Quelle: BMC Ecology / LMU

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