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09.12.2011

Umfrage Fast zwei Drittel der Deutschen kennen nicht den Begriff Biodiversität

Das hat eine repräsentative Umfrage des Netzwerks Biofrankfurt ergeben. Im Rahmen einer Trendanalyse rund um das Thema Artenvielfalt wurden bundesweit 2000 Personen befragt. 63 Prozent gaben an, noch nichts von „Biodiversität“ oder „biologischer Vielfalt“ gehört oder gelesen zu haben. Allerdings zeigen sich Fortschritte: Vor vier Jahren wurde die gleiche Umfrage schon einmal durchgeführt. Damals lag die Quote derjenigen, die den Begriff Biodiversität nicht kannten, noch bei knapp 75 Prozent. [luh]

Quelle: Pressemitteilung: www.biofrankfurt.de

Biologie Angst reduziert Fortpflanzungserfolg bei Spatzen

Raubvögel jagen Spatzen und reduzieren so deren Population. Doch auch allein die Angst vor dem Gefressenwerden kann dazu führen, dass Spatzen weniger Nachwuchs bekommen – mit der Folge, dass die Population ebenfalls schrumpft. Das zeigt eine Studie kanadischer Forscher, die im Fachmagazin "Science" erschienen ist. Die Wissenschaftler hielten zwei Vogelgruppen in großen Käfigen, wo sie vor Raubvögeln geschützt waren. Einer Gruppe spielten sie aber regelmäßig die Rufe ihrer natürlichen Fressfeinde vor. Bei den so verängstigten Vögel gab es 40 Prozent weniger Nachkommen. Das Ergebnis zeige, so die Forscher, dass Jagdtiere nicht nur als Konsumenten andere Tierarten stark beeinflussen können, sondern auch allein durch ihre Anwesenheit. [luh]

Quelle: Science

Raumfahrt Der NASA-Roboter Opportunity liefert neues Indiz für Wasser auf dem Mars

Der Marsrover Opportunity hat an einem Krater auf dem Mars eine helle Gesteinsader gefunden. Nähere Untersuchungen mit einer Mikroskopkamera und einem Spektrometer ergaben, dass es sich bei dem Gestein offenbar um das Mineral Gips in nahezu reiner Form handelt. Gips kann sich nur durch Einwirkung flüssigen Wassers bilden und ablagern. Forscher der Cornell-University berichteten auf der Herbsttagung der Amerikanischen Geophysikalischen Vereinigung (AGU) in San Francisco von dem Fund. Sie sehen darin das bisher stärkste Indiz, dass es auf dem Mars flüssiges Wasser gibt oder zumindest einmal gegeben hat. [luh]

Quelle: BBC

Neurologie Training von Taxifahrern verändert ihr Gehirn

Um den Taxischein zu erlangen, müssen sich Taxifahrer in London die Namen von 25.000 Straßen merken. Britische Hirnforscher haben jetzt herausgefunden, dass derart intensives Auswendiglernen in der Hirnsubstanz messbare Spuren hinterlässt. Die Forscher vermaßen mehrmals die Gehirne von 79 Taxischein-Prüflingen sowie von 31 Mitgliedern einer Kontrollgruppe. Zu Beginn der Ausbildung zeigten sich keine bedeutsamen Unterschiede. Doch am Ende hatten jene Probanden, die sich für den Taxischein qualifizierten, vergleichsweise mehr an sogenannter grauer Materie. Die Forscher sehen darin einen weiteren Beweis, dass das menschliche Gehirn auch im Erwachsenen-Alter plastisch bleibt. Die Studie ist im Fachmagazin „Current Biology“ erschienen. [luh]

Quelle: Current Biology

Medizin Mediziner empfehlen Nonnen die Pille

Australische Wissenschaftler der Universität von Melbourne raten Nonnen zur regelmäßigen Einnahme von Antibaby-Pillen. Allerdings gehe es dabei nicht um die Empfängnisverhütung, sondern allein um die Krebsvorsorge, schreiben die Forscher in einem Kommentar im medizinischen Fachblatt „The Lancet“. Wie andere Frauen, die in ihrem Leben keine Kinder bekommen, hätten auch Nonnen ein erhöhtes Risiko, an Brust-, Eierstock- oder Blasenkrebs zu erkranken und zu sterben. Bei Frauen, die in ihrem Leben eine zeitlang die Pille nehmen, würden diese Krebsformen nur halb so häufig registriert, so die Forscher. [luh]

Quelle: The Lancet

Biologie Bienenschwärme treffen Entscheidungen wie ein komplexes Gehirn

Wenn Bienen nach einem neuen Standort für ihren Stock suchen, schwärmen einige der Tiere aus. Bei ihrer Rückkehr zeigen die Kundschafter den anderen die Richtung zu ihren Funden mit einem sogenannten Schwänzeltanz. Es kommt aber vor, dass verschiedene Bienen auch zu verschiedenen Zielen wiesen. Der Schwarm muss dann entscheiden, wohin geflogen wird. US-Forscher haben beobachtet, dass dieser Entscheidungsprozess ähnlich abläuft wie im komplexen Gehirn eines Primaten. Dort gibt es Neuronen, die allein die Aufgabe haben, andere zu stoppen. Am Ende bleiben nur jene Signale übrig, die den geringsten Widerstand erfahren. Analog gibt es bei den Bienen Tiere, die den Schwänzeltanz anderer unterbrechen. Das Flugziel geben schließlich jene Tänzer vor, die am seltensten gestoppt wurden. Die Studie ist im Wissenschaftsmagazin Science Express erschienen. [luh]

Quelle: Science Express

Anthropologie Menschen schliefen schon vor 77.000 Jahren auf einer Art medizinischer Matratze

Das zeigen Funde aus der Sibudu-Höhle in Südafrika. Ein internationales Team von Anthropologen hat dort die Überreste von Schlafstätten entdeckt. Sie bestehen aus Baumstämmen und mehreren Lagen von Gräsern und Blättern. Darunter befinden sich auch Blätter von Lorbeergewächsen der Gattung Cryptocaria woodii. Diese Pflanzen enthalten ein natürliches Insektizid, das Stechmücken in die Flucht treibt. Die Archäologen vermuten, dass die lokalen Urmenschen zu jener Zeit schon Kenntnisse über den medizinischen Gebrauch von Pflanzen hatten. Einige der Matratzen wiesen auch Aschespuren auf. Offenbar zündeten die Menschen damals ihre Schlafstätten regelmäßig an, um Ungeziefer zu vernichten. Die Studie ist im Magazin Science erschienen. [luh]

Quelle: Science

08.12.2011

Medizin Auch Kranke in den Entwicklungsnationen leiden unter der Finanzkrise

Im Zuge von Haushaltssanierungen kürzen Industrienationen auch Fördergelder für Forschungen an sogenannten vernachlässigten Krankheiten. Zu den vernachlässigten Krankheiten zählen unter anderem das Trachom, eine Entzündung des Auges, die zur Blindheit führen kann (500 Millionen Menschen leiden daran), die Chagas-Krankheit, eine Infektion mit einem Einzeller, die für 20 bis 40 Prozent der befallenen Menschen nach einer langen chronischen Phase tödlich enden kann (acht bis elf Millionen Menschen sind daran in Lateinamerika erkrankt), oder auch Infektionen mit Parasiten wie dem Peitschenwurm, an dem weltweit rund 750 Millionen Menschen erkrankt sind. Allen Krankheiten ist gemeinsam, dass sie vor allem in Lateinamerika, Afrika und Teilen Asiens auftreten. Wie australische Forscher berichten, sanken die Forschungsgelder zur Bekämpfung dieser Krankheiten 2010 zwar nur um 109 Millionen Dollar. Die Wissenschaftler sehen dennoch derzeit einen Wendepunkt: Reduzieren Finanzpolitiker die Gelder weiter, werde es lange dauern, bis die Forschung an den vernachlässigten Krankheiten wieder in Gang kommen kann. [gä]

Quelle: nature

Umwelt In Fukushima soll erneut radioaktiv belastetes Wasser in den Pazi-fik geleitet werden

Das teilte ein Sprecher des Betreiberunternehmens Tepco in Tokio mit. Grund sei, dass pro Tag 200 bis 500 Tonnen Wasser mehr aufgefangen werden müssten, als in den provisorischen Kreisläufen zirkulierten. Bleibt es bei dieser Wassermenge, wären die in Fukushima aufgestellten Tanks für radioaktiv verseuchtes Wasser im März 2012 voll. Tepco will daher eine nicht genannte Menge Wasser zu einer ebenfalls nicht genannten Zeit in den Pazifik leiten. Das Unternehmen versicherte, es werde die in Japan erlaubten Grenzwerte dabei einhalten. Bereits im April hatte Tepco schwach strahlendes Wasser in den Pazifik gepumpt. China und Südkorea hatten dagegen protestiert. [gä]

Quelle: spiegel

Genetik Elektrische Signaturen auf der Zellmembran steuern die Organentwicklung

Diesen Schluss zieht ein Französisch-US-Amerikanisches Forscherteam nach Versuchen an Kaulquappen. Die Wissenschaftler hatten die Hypothese testen wollen, nach der jeder Teil im Köper auf den Membranen seiner Zellen eine spezifische elektrische Signatur hat, die das Wachstum der Organe antreibt. Dafür änderten sie diese im Rücken- und Schwanzteil von Kaulquappen-Embryos so, dass sie der von Augenzellen entsprach. Tatsächlich bildeten sich auf dem Rücken der Embryos funktionsfähige Augen, schreiben die Wissenschaftler im Fachblatt "Development“. Weitere Experimente mit veränderten elektrischen Signalen zeigten, dass diese tatsächlich ein Faktor für das Wachstum von Organen sind. Wozu die Kaulquappe allerdings ein zusätzliches Auge an der beschriebenen Stelle braucht, ließen die Wissenschaftler offen. [gä]

Quelle: eurekalert, Vaibhav P. Pai et al,Transmembrane voltage potential controls embryo

Astronomie Rote Riesen drehen sich im Kern schneller als an der Oberfläche

Ihr Inneres erreicht dabei das Zehnfache der Umdrehungsgeschwindigkeit der leuchtenden Oberfläche. Das schreiben Forscher aus Belgien in „Nature“. Rote Riesen entstehen, wenn Sterne am Ende ihrer Existenz den Wasserstoff im Inneren aufgebraucht haben. Während die inneren Zonen sich zusammenziehen, dehnen sich die äußeren aus. Der Kern muss sich dabei immer schneller drehen, um mit der Oberfläche Schritt zu halten. Die belgischen Forscher präsentieren jetzt den ersten Nachweis für diese Vermutung. Aus der Beobachtung von Oberflächenschwingungen dreier Roten Riesen schlossen sie auf die Drehung in deren Mitte – die zehn mal schneller ist als am Rand. [gä]

Quelle: nature/spektrum

Verhaltensbiologie Hirnrinde macht offenbar das Lernen von Gefühlen möglich

Das schreiben Forscher der Universität Basel in „Nature“. Die Wissenschaftler hatten Mäusen beigebracht, einen Ton mit Angst zu verbinden. Gleichzeitig beobachteten sie die Prozesse im Gehirn der Mäuse. Dabei entdeckten sie, dass während des Lernprozesses in dem dafür zuständigen Schaltkreis der Hirnrinde der Ton sehr viel intensiver verarbeitet wird, wenn das Tier gleichzeitig Angst empfindet. Die normale Anregung und Hemmung der Nervenzellen wurde für einen kurzen Moment außer Kraft gesetzt. Die Forscher vermuten, dass das eine Neuverschaltung der Nerven und damit den Lernprozess auslöst. Sie hoffen, diese Beobachtung für die Behandlung von Angststörungen einsetzen zu können. [gä]

Quelle: nature/pm

07.12.2011

Medizin Präsidenten leben länger.

Mediziner aus Chicago haben herausgefunden, dass US-Präsidenten üblicherweise länger leben als der Durchschnitt von Männern im vergleichbaren Alter. Dabei hatten die Forscher nur solche Präsidenten in die Auswertung aufgenommen, die auf natürliche Weise gestorben waren. Bisher hatte man geglaubt, dass das Amt des Präsidenten die Lebenserwartung negativ beeinflusse, schreiben die Mediziner im Fachblatt JAMA. Doch offenbar seien die Vorzüge einer guten medizinischen Versorgung und eines hohen Einkommens wichtiger als die Belastungen durch diese Position. [ar]

Quelle: eurekalert, JAMA

Umwelt Japanisches Militär startet Reinigungsmaßnahmen.

Das japanische Militär hat heute damit begonnen, öffentliche Gebäude in der Sperrzone um das havarierte Atomkraftwerk Fukushima Dai-ichi von radioaktiven Stoffen zu säubern. Rund neunhundert Soldaten sollen an vier Orten eingesetzt werden. Die dekontaminierten Gebäude sollen dann als Stützpunkt für eine umfassende Reinigung dienen. Die jetzigen Maßnahmen sind auf etwa zwei Wochen angelegt. [ar]

Astronomie Die Sonne weht Mondstaub ins Weltall.

Intensive Sonnenstürme können deutlich dazu beitragen, dass die Oberfläche des Mondes erodiert. Das glauben NASA-Forscher aus Maryland, die sich dabei auf Simulationen stützen. Ein sogenannter koronaler Massenauswurf, bei dem die Sonne Plasma ins All ausstößt, könne auf die Mondoberfläche wie ein Sandstrahler wirken, schreiben die Wissenschaftler im "Journal of Geophysical Research, Planets". Innerhalb eines zweitägigen Sonnensturms würden auf diese Weise zwischen einhundert und zweihundert Tonnen Materie vom Mond ins All geweht. Dieser Mechanismus könne möglicherweise auch erklären, weshalb vielen Planeten ohne schützendes Magnetfeld ihre Atmosphäre verloren haben. [ar]

Quelle: NASA

Biologie Eine Schabe hebt ab.

Ein Insekt aus der Familie der Schaben, das kürzlich in Südafrika entdeckt wurde, hat sich als Sprungtalent entpuppt: Mit einem einzigen Satz kann das Tier fast das Fünfzigfache der eigenen Körperlänge überwinden. Das berichten Forscher der Universität Kapstadt in Fachmagazin "Biology Letters". Mit Hilfe von Kameraaufnahmen fanden sie heraus, dass die Schaben dabei eine Startgeschwindigkeit von knapp zehn Kilometern pro Stunde erreichen. Es handelt sich dabei um die einzige Art von Schaben, die sich überhaupt springend vorwärts bewegt. Die anderen über viertausend Arten dieser Familie huschen bloß über den Boden. [ar]

Quelle: Biology Letters

Geophysik Frankreichs Gletscher sind auf dem Rückzug.

Die Fläche der Gletscher in den französischen Alpen hat in den vergangenen vierzig Jahren um ein Viertel abgenommen. Ungefähr einhundert Quadratkilometer sind in diesem Zeitraum geschmolzen. Das berichten Forscher auf dem Herbsttreffen der Amerikanischen Geophysikalischen Union. Zum Vergleich hatten die Wissenschaftler Karten, Satellitenbilder und Luftaufnahmen herangezogen. Am deutlichsten war der Gletscherschwund in den südlichen Regionen. Und auch im Belledonne-Massiv in den Westalpen sind die Eismassen nach Aussagen der Forscher nahezu vollständig verschwunden. [ar]

Quelle: BBC, AGU

Genetik Ein defektes Protein kann Autismus verursachen.

Eine bestimmte Eiweiß-Verbindung in den Nervenzellen des Gehirns könnte dafür verantwortlich sein, dass Autismus entsteht. Das legen Versuche an Mäusen nahe. Wenn bei ihnen das Protein nur fehlerhaft gebildet wird, zeigen die Tiere Verhaltensauffälligkeiten, die autistischen Störungen bei Menschen ähneln. Denn dann ist die Kommunikation zwischen den Gehirnzellen gestört. Das haben Mediziner aus Heidelberg entdeckt und im Fachmagazin "Human Molecular Genetics" beschrieben. Sie hatten bei den Mäusen die Erbanlagen für jene Eiweißverbindung gezielt verändert, für das Gerüstprotein mit dem Namen SHANK2. Mäuse mit dieser künstlichen Mutation zeigten weniger Interesse an ihrer Umwelt. Isolierte Nervenzellen mit diesem Defekt bildeten weniger Kontaktstellen zu ihren Nachbarzellen und sind deshalb vermutlich weniger empfänglich für Botenstoffe, die der Signalübertragung dienen. [ar]

Quelle: idw online, Human Molecular Genetics

06.12.2011

Ernährung In Japan ist Cäsium-belastetes Milchpulver im Umlauf

Erstmals nach der Atomkatastrophe in Fukushima ist in Japan radioaktives Cäsium in Milchpulver für Babys festgestellt worden. Der japanischen Nachrichtenagentur Kyodo zufolge wurde in einer Probe des Nahrungsmittelherstellers Meiji Cäsium von bis zu 30,8 Becquerel pro Kilogramm gefunden. Dieser Wert liegt unter dem von der japanischen Regierung festgesetzten Grenzwert von 200 Becquerel pro Kilogramm. Betroffen seien rund 400.000 Dosen einer Produktion. Wie das Isotop in das Milchpulver gelangte, sei noch unklar. Der Nahrungsmittelhersteller vermutet, dass die nun gemessene Belastung auf die Atomruine in Fukushima zurückzuführen sei. //[mst]//

Ernährung Arsenbelasteter Reis könnte der Gesundheit schaden

Das befürchtet ein internationales Forscherteam in den "Proceedings der US-Akademie der Wissenschaftlen", PNAS. Die Ernährungswissenschaftler hatten in einer Studie knapp 230 Schwangere untersucht. Dabei sahen sie, dass häufiges Reisessen bei den Probandinnen zu signifikant höheren Arsenwerten im Urin führte. Um diese Werte zu erzielen, reichte bereits der tägliche Konsum einer halbe Tasse Reis. Daher fordern die Studienautoren, dass Verbraucher in den USA und der EU besser vor einer Arsenbelastung geschützt werden sollten. Ziel sei ein Grenzwert ähnlich wie in China, der festlegt, wieviel Arsen in Reis enthalten sein darf. Reis nimmt Arsen aus dem Boden auf und speichert es unter anderem im Samen. //[mst]//

Quelle: PNAS (doi:10.1073/pnas.1109127108)

Neurologie Misshandlungen im Kindesalter hinterlassen Spuren im Gehirn

Psychologen vom University College London zufolge verändert sich das Gehirn von misshandelten Kindern ähnlich wie das von Soldaten im Krieg. Die Wissenschaftler hatten die Hirnaktivität von Kindern mithilfe der funktionellen Magnetresonanztomografie untersucht, während die Probanden Bilder wütender Menschen ansahen. Wie die Forscher im Fachblatt "Current Biology" schreiben, zeigten Kinder, die unter häuslicher Gewalt litten, eine gesteigerte Aktivität in zwei Gehirnregionen. In früheren Studien mit Soldaten, die in Kampfsituationen verwickelt waren, waren ähnliche Muster nachgewiesen worden. Anscheinend reagieren traumatisierte Personen hypersensibel auf potenzielle Gefahren. Die Forscher vermuten, dass Wut für die Kinder ein Warnsignal ist, sich vor Gefahren zu schützen. //[mst]//

Quelle: Current Biology (doi:10.1016/j.cub.2011.10.015)

Biologie Die schnellste Zelle der Welt ...

... ist eine menschliche fetale mesenchymale Stammzelle. Sie ging als Sieger des World Cell Race hervor. Bei diesem Wettbewerb hatten 50 Forscherteams knapp 100 Zelllinien von Menschen und Mäusen ins Rennen geschickt, welches im Forschungsinstitut CEA in Grenoble stattfand. Ziel war herauszufinden, welcher Zelltyp am schnellsten in eine Richtung wächst. Die Siegerzelle schaffte 5,2 Mikrometer in einer Minute. Auf Platz zwei der eingeschickten Zelltypen landeten Epithelzellen aus der Brust; auf Platz drei schafften es Hautzellen von Patienten mit dem Kindler-Syndrom, einer seltenen autosomal rezessiv vererbten Hautkrankheit. //[mst]//

Quelle: ScienceNews

Zoologie Die Bestände von Thunfisch und Makrele gehen zurück

Im Schnitt sind die Populationen dieser Fische in den vergangenen 50 Jahren um 60 Prozent geschrumpft. Das geht aus der Langzeitstudie eines internationalen Forscherteams hervor, die in den Mitteilungen der US-Akademie der Wissenschaften - "PNAS" - vorgestellt wird. Grund sei vor allem die starke Befischung. Um diesen Rückgang zu stoppen und die Folgeschäden für die Ökosysteme zu begrenzen, seien strenge Regulierungen vonnöten, fordern die Meeresforscher. Sie hatten die Bestandsentwicklung bei 26 Populationen von Thunfisch- und Makrelenarten zwischen 1954 und 2006 untersucht. Den stärksten Rückgang verzeichneten demnach große Thunfisch-Arten der gemäßigten Zonen, wie Gelbflossen-Thun, Großaugen-Thun oder Blauflossen-Thun, außerdem kleine Makrelenarten. //[mst]//

Quelle: PNAS (doi:10.1073/pnas.1107743108)

Astronomie Keppler entdeckt eine "zweite Erde"

Das teilte die US-Raumfahrtbehörde NASA mit. Demnach konnten Astronomen mithilfe des Weltraumteleskops Kepler die Existenz des Exoplaneten mit Namen Kepler 22b beweisen. Dies gelang, indem sie ihn zum dritten Mal dabei beobachten, wie er vor einem Stern entlang zog. NASA-Angaben zufolgte beträgt die Temperatur an der Oberfläche des Planeten etwa 22 Grad Celsius. Möglicherweise gibt es dort Wasser. Kepler 22b ist rund 600 Lichtjahre weit von der Erde entfernt. Sein Stern, den er umkreist, ähnelt demnach stark unserer Sonne. Die Entdeckung und Untersuchung solcher erdähnlicher Planeten gilt als Voraussetzung bei der Suche nach außerirdischem Leben. //[mst]//

Quelle: NASA

05.12.2011

Astronomie 300 Millionen Lichtjahre entfernt lauern gigantische Schwarze Löcher

Kalifornische Astronomen haben die bislang größten Schwarzen Löcher im Weltall aufgespürt. Sie hätten jeweils rund zehn Milliarden Mal so viel Masse wie unsere Sonne, schreibt das Team aus Berkeley im Fachblatt "Nature". Die Entdeckung gelang mit dem Keck-Teleskop auf Hawaii sowie dem Weltraumteleskop Hubble. Die supermassiven Schwarzen Löcher sitzen im Zentrum zweier Galaxien: der Galaxie NGC 3842 im Sternbild Löwe und NGC 4889 im Sternbild Haar der Berenike. Die Galaxien sind jeweils rund 300 Millionen Lichtjahre von der Erde entfernt. Die Schwarzen Löcher seien deutlich massereicher als erwartet, so die Forscher. Offenbar unterschieden sich die Wachstumsprozesse großer Galaxien und ihrer Schwarzen Löcher auf noch ungeklärte Weise von denen kleinerer Galaxien. [mawi]

Quelle: Nature-Online

Biologie Forscher hoffen, das Mammut doch klonen zu können

Im sibirischen Permafrostboden war im August der Oberschenkelknochen eines Mammuts entdeckt worden. Aus ihm konnte intaktes Knochenmark gewonnen werden. Forscher aus Japan und Russland wollen daher im kommenden Jahr mit Versuchen beginnen, das vor 10.000 Jahren ausgestorbene Mammut zu klonen, berichtet die japanische Nachrichtenagentur Kyodo. Elefanten sind die nächsten noch lebenden Verwandten des Mammuts. Das Konzept: Das aus Knochemarkzellen gewonnene Mammut-Erbgut könnte in entkernte Elefanten-Eizellen eingepflanzt werden. Elefanten-Kühe könnten dann die Mammut-Embryonen austragen. //[mawi]//

Medizin Die Beine werden im Kopf müde und schwer

Wie stark wir unsere Muskeln aktivieren können, das hängt vom Trainingszustand aber auch von Willensstärke und Motivation ab. Forscher der Universität und der ETH Zürich haben jetzt einen weiteren Mechanismus aufgedeckt. Das Gehirn sorgt dafür, dass bei ermüdenden Aufgaben die physiologischen Grenzen nicht überschritten werden, indem es eine Senkung der Muskelleistung bewirkt. Die Forscher konnten zeigen: Nervenimpulse aus belasteten Muskeln gelangen über das Rückenmark in den Thalamus sowie den sogenannten insulären Kortex. Beide Hirnareale analysieren Informationen, die dem Organismus eine Bedrohung vermitteln, wie Schmerz oder Hunger. Je stärker die Belastung, um so mehr kommuniziert der insuläre Kortex mit dem primären motorischen Areal und hemmt dieses Hirnareal. Die Folge: Die Leistungsfähigkeit sinkt. Die Entdeckung könnte helfen, Trainingsstrategien zu verbessern, aber auch die Ursache für körperliche Schwäche - wie sie bei vielen Krankheiten auftritt - zu finden. bu: Dornier Do 17

Quelle: Universität und ETH Zürich

Medizin Ein altes Problem der Krebsforschung scheint bald lösbar zu sein

In jedem vierten Tumor ist ein Gen mit Namen RAS verändert und dadurch besonders aktiv. Wenn RAS überaktiv ist, teilen sich Krebszellen schneller, sie beginnen zu wandern und Tochtergeschwülste zu bilden – alles dies Zeichen einer besonders aggressiven Krebserkrankung. Bislang galt es als unmöglich, ein Medikament zu entwickeln, das das RAS-Protein blockiert. Pharmaforscher der US-amerikanischen Firma Genentech glauben jetzt aber die Achilles-Ferse des RAS-Proteins entdeckt zu haben. Die Forscher untersuchten 25 Wirkstoffe, die an das Protein binden. Eine Untersuchung mithilfe der Kernspin Resonanz Spektroskopie ergab, dass alle 25 an genau der selben Stelle andocken. Das Problem: Keiner der Wirkstoffe kann das RAS-Protein blockieren. Jetzt wollen die Forscher einen Wirkstoff maßschneidern, der RAS lahmlegen kann. //[mawi]//

Medizin Es sterben mehr Menschen an Schlangenbissen als geschätzt

Behörden erfassten nur einen Bruchteil der tatsächlichen Todesopfer, berichten Forscher vom Frankfurter Forschungszentrum Biodiversität und Klima auf einer Fachtagung in Philadelphia. Von 100 Opfern würden nur drei von Ärzten behandelt, 86 hingegen von Wundheilern. Medizinische Versorgung sei oft weit entfernt und der Transport teuer. Außerdem sei das lebensrettende Gegengift in vielen Regionen in Asien, Afrika und Lateinamerika rar und teuer. Studien in Nepal hätten gezeigt, dass es möglich ist, die Sterblichkeit nach Schlangenbissen zu senken – von 10,5 Prozent auf 0,5 Prozent – wenn Opfer schneller versorgt werden. In Nepal bringen Motorradfahrer Patienten ins nächste Krankenhaus. Erste Schnelltests erlaubten inzwischen, eine sichere Diagnose zu stellen und zu entscheiden, ob und welches Gegengift Patienten gespritzt werden muss. Allerdings gebe es längst nicht gegen alle Schlangengifte Gegenmittel. //[mawi]//

Quelle: LOEWE Biodiversität und Klima Forschungszentrum, Frankfurt a.M.

Biologie Menschliche Zellen setzen Bakterien in einem Käfig fest

Französische Forscher am Institut Pasteur in Paris haben einen neuen Verteidigungsmechanismus des menschlichen Körpers gegen krank machende Bakterien entdeckt. Aus Teilen der Zellmembran, einem Protein mit Namen Septin, bauen die Zellen einen Käfig, um eindringende Shigellen-Bakterien zu fangen. Shigellen können lebensbedrohliche Durchfallerkrankungen verursachen. Im Käfig gefangen, können die Bakterien sich nicht teilen. Sie sind aber auch von der Energieversorgung mit Aktin abgeschnitten und können keine Nachbarzellen befallen. Gefangene Shigellen werden in der Regel von Zellen aufgelöst und verdaut. //[mawi]//
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