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14.12.2011

Biologie Zugvögel brüten wie die Nachbarn.

Erreichen Trauerschnäpper im Frühjahr ihr Brutgebiet in Finnland, inspizieren sie die Gelege anderer Vögel und können entsprechend reagieren. Das konnten Forscher aus Oulu nachweisen. Ihre Ergebnisse präsentieren sie im Fachblatt "Biology Letters". Sie hatten in der Nähe von gerade aus Afrika eintreffenden Trauerschnäppern künstliche Kohlmeisen-Gelege mit besonders vielen Eiern platziert. Daraufhin investierten die Zugvögel verstärkt in den Nachwuchs, was zu mehr und größeren Eiern führte. Die Tiere orientieren sich demnach an den Kohlmeisen, die vor Ort überwintert haben und die Bedingungen bestens kennen. Dieses Verhalten könnte den Vögeln unter anderem helfen, sich an wechselnde Umweltbedingungen besser anzupassen, vermuten die Forscher. [mst]

Quelle: Biology Letters

Chemie Eine Chemikalie mit Hormonwirkung rutscht auf die Rote Liste.

Erstmals ist in der EU eine Chemikalie wegen ihrer hormonellen Wirkung als besonders besorgniserregender Stoff eingestuft worden. Es handelt sich um die Substanz Octyl-Phenol, die bei der Herstellung von Farben und Klebstoffen verwendet wird, wie das Umweltbundesamt mitteilte. Studien hätten gezeigt, dass der Stoff das Hormonsystem von Fischen beeinflusst und deren Fortpflanzung beeinträchtigt. Die Europäische Chemikalienagentur hat nun dem deutschen Vorschlag zugestimmt, die Substanz als besonders besorgniserregend einzustufen. Stoffe mit dieser Bezeichnung sollen langfristig aus dem Verkehr gezogen und ersetzt werden. [mst]

Quelle: www.umweltbundesamt.de

Biologie Feine Körperhaare schützen vor Insekten.

Forschern der Universität von Sheffield zufolge ist die spärliche Körperbehaarung heutiger Menschen kein anatomisches Rudiment unserer Vorfahren, sondern erfüllt einen Zweck. Die feinen Härchen erkennen demzufolge ähnlich wie Sensoren sogenannte Ektoparasiten, zu denen auch Zecken, Mücken und Bettwanzen gehören. Auf diese Weise bemerken Menschen früh einen möglichen Befall eines Schmarotzers, der auch Krankheiten übertragen oder Allergien auslösen könnte, schreiben die Forscher in den "Biology Letters". [mst]

Quelle: Biology Letters (doi: 10.1098/rsbl.21011.0987)

Raumfahrt Russland gibt die außer Kontrolle geratene Marssonde Phobos-Grunt endgültig auf.

Was das Hauptziel der Mission betrifft, sei die Sonde verloren, teilte der Chefkonstrukteur der Marssonde, Viktor Chartow, in Moskau mit. Bis die 13,5 Tonnen schwere und 120 Millionen Euro teure Sonde jedoch gen Erde stürze, werden die russischen Raumfahrtexperten weiter versuchen, mit ihr Kontakt aufzunehmen. Chartow erwartet, dass die Kapsel der Sonde, in der die Bodenproben des Marsmondes Phobos zur Erde hätten gebracht werden sollen, nicht verglühen, sondern Mitte Januar auf die Erde stürzen werde. Phobos-Grunt war am 9. November gestartet. Nach ihrem Start zündeten die Marschtriebwerke nicht, sodass die Sonde die Umlaufbahn der Erde nicht verlassen konnte. [mst]

Quelle: RiaNovosti

Demografie Väter arbeiten deutlich länger als kinderlose Männer.

Das geht aus einer Studie des Bundesinstituts für Bevölkerungsforschung hervor, die heute veröffentlich wurde. Demnach arbeiten - gemessen an der durchschnittlichen Wochenarbeitszeit - Väter, die mit mindestens einem Kind im Haushalt leben, wesentlich länger als kinderlose Männer - und das über die gesamte Dauer ihres Erwerbslebens hinweg. Beim Vergleich der untersuchten Arbeitszeit zeigte sich, dass Väter im Alter zwischen 25 und 39 Jahren durchschnittlich etwa zwei Stunden pro Woche mehr arbeiten als kinderlose Männer. In der Altersgruppe der 40- bis 59-Jährigen beträgt die Mehrarbeit sogar knapp fünf Stunden. Die Demografen erklären das mit der Übernahme finanzieller Verpflichtungen für die Familie. Da Mütter nach der Niederkunft die Erwerbstätigkeit meist reduzieren, kompensieren viele Väter das fehlende Einkommen mit längeren Arbeitszeiten. [mst]

Quelle: www.bib-demografie.de

Anthropologie Heutige Menschen haben einen guten Riecher.

Die für Geruchsinformationen zuständigen Gehirnareale sind beim Homo sapiens etwa zwölf Prozent größer als früher beim Neandertaler, der vor knapp 30.000 Jahren ausgestorben ist. Das ist das Ergebnis einer Studie eines internationalen Paläoanthropologenteams, die heute im Fachblatt "Nature Communications" erscheint. Die Forscher hatten die Schädel von beiden Menschenarten mithilfe eines Computertomografen untersucht und die Gehirnformen rekonstruiert. Sie vermuten, dass der ausgeprägte Geruchssinn des Homo sapiens von Vorteil hinsichtlich der Evolution gewesen sei. Daher müsse die Bedeutung des Geruchssinns in der Entwicklung der menschlichen Spezies neu beurteilt werden, fordern die Studienautoren. [mst]

Quelle: Nature Comm (doi:10.1038/ncomms1593)

13.12.2011

Medizin Ein neuer Mantel macht Gold attraktiv für die Medizin

Chemiker der Rice University in Houston haben eine Methode entwickelt, mit der sich Nanostäbchen aus Gold zu einem biokompatiblen Hilfsmittel für die Tumortherapie umwandeln lassen. Goldene Nanopartikel können Tumorzellen zerstören, indem man sie in das Krebsgewebe injiziert und dann mit Hilfe von infrarotem Licht aufheizt. Bei der Herstellung dieser winzig kleinen Partikel werden sie von einer chemischen Substanz umhüllt, die verhindern soll, dass sich die Stäbchen verklumpen. Für Körperzellen ist diese Substanz aber giftig. Den US-Forschern ist es nun gelungen, eine harmlose Substanz zu finden, welche den giftigen Stoff ersetzen kann. Tests mit Zellkulturen zeigten, dass Goldstäbchen, die von dem Ersatzstoff eingeschlossen sind, auch in hoher Konzentration nicht giftig sind, schreiben die Forscher im Fachblatt „Angewandte Chemie“. [reu]

Quelle: Angewandte Chemie, idw

Umwelt Kohlendioxid in Australien erfolgreich unterirdisch gelagert

Eine ausgediente, unterirdische Lagerstätte für Erdgas im australischen Bundesstaat Victoria hat sich als sicherer Speicher für Kohlendioxid erwiesen. Das berichtet ein Team von Geologen im Fachmagazin „PNAS“. Die Wissenschaftler hatten über 65.000 Tonnen CO2 in das unterirdische Reservoir eingeleitet, ohne dass es zu Lecks oder anderen Umweltfolgen kam, etwa zu Auswirkungen auf das Grundwasser. Messungen ergaben außerdem, dass bis zu 84 Prozent des Raumes, der ursprünglich vom Erdgas belegt war, später von Kohlendioxid eingenommen wurde. Das belege die hohe Kapazität solcher Speicher. Die Speicherung von Kohlendioxid unter Tage gilt als vielversprechende Methode, um die Emissionen des Treibhausgases zu senken. Viele Projekte dieser Art sind jedoch am Widerstand von Anwohnern gescheitert, die Lecks und eine chemische Verunreinigung des Wassers befürchten. [reu]

Quelle: PNAS

Atomphysik Ein rätselhaftes Teilchen könnte bald sein Geheimnis preis geben

Wissenschaftler am Europäischen Beschleunigerzentrum Cern haben womöglich erste Spuren des lange gesuchten Higgs-Teilchens erspäht. Erst im Jahr 2012 allerdings lägen genug Daten vor, um eine sichere Aussage zu treffen, teilte eine Sprecherin des Zentrums heute mit. Das Elementarteilchen sei den bisherigen Daten zufolge am ehesten im Energiebereich von 116 und 130 Giga-Elektronen-Volt zu finden. Das Higgs-Teilchen gilt als letztes fehlendes Puzzleteil im derzeit gültigen Standardmodell der Teilchenphysik. [reu]

Bakteriologie Kläranlagen verbreiten resistente Pathogene

Im Ablauf von städtischen Kläranlagen befinden sich auch Bakterien, die gegenüber Antibiotika resistent sind. Das schreiben US-Forscher im Journal „Environmental Science and Technology“. Sie hatten das Wasser eines Flusses in Minnesota näher untersucht – einmal vor und einmal hinter einer Kläranlage. Durch das Klärwasser waren Organismen in den Fluss geschwemmt worden, die gegen das Breitbandantibiotikum Tetra-cyclin unempfindlich sind. Sie stammen offenbar aus dem Verdauungstrakt von Menschen, die mit diesem Medikament behandelt wurden. Auch städtische Kläranlagen könnten daher eine signifikante Quelle von resistenten Bakterien sein, erklärten die Wissenschaftler. Bisher hatten Resistenz-Forscher vor allem landwirtschaftliche Kläranlagen untersucht, weil Antibiotika häufig als Mastmittel in der Viehzucht eingesetzt werden. [reu]

Quelle: Environmental Science and Technology

12.12.2011

Raumfahrt Japan hat einen Spionagesatelliten ins All gestartet

Der Satellit soll militärisch relevante Informationen sammeln, aber auch helfen, einen Überblick über die Schäden nach Naturkatastrophen wie Erdbeben und Tsunamis zu bekommen. Es handelt sich um den dritten Spionage-Satelliten Japans im All. Sie waren in Reaktion auf nordkoreanische Raketentests entwickelt worden. //[mawi]//

Biologie Saure Ozeane gefährden nicht nur Muscheln und Korallen ...

... sie bringen auch die Fischbestände in Gefahr. Ein Forscherteam unter Leitung des Kieler Leibniz-Instituts für Meereswissenschaften (IFM-GEOMAR) hat nachgewiesen, dass die zunehmende Ozeanversauerung Fischlarven von Speisefischen wie dem Dorsch bedroht. In Testreihen setzten die Forscher Dorsch-Larven verschiedenen Kohlendioxid-Konzentrationen aus und dokumentierten deren Entwicklung über einen Zeitraum von sieben Wochen. Die Larven des Dorsches hätten sehr empfindlich regiert auf Veränderungen des pH-Wertes, schreiben die Forscher im Fachblatt "Nature Climate Change". Es seien vor allem Gewebeschäden bei inneren Organen festgestellt worden, die zum Teil tödliche Folgen hatten. Die Übersäuerung der Ozeane stelle einen weiteren, bedenklichen Stressfaktor dar für ohnehin überfischte Dorsch-Bestände, so das Resümee der Forscher. //[mawi]//

Quelle: Nature Climate Change, doi: dx.doi.org/10.1038/NCLIMATE1324.

Technologie Die kleinste Dampfmaschine der Welt ist deutlich kleiner als eine Haarspitze

Gebaut haben sie Wissenschaftler des Max-Planck-Instituts für Intelligente Systeme in Stuttgart. Wie auch bei der großen Dampfmaschine wird diese Version durch ein – wenn auch winzig kleines Laufrad mit einem Kolben und Gas angetrieben. Allerdings läuft die kleinste Dampfmaschine der Welt nicht stotterfrei. Das liegt an der Beschaffenheit und den Gesetzmäßigkeiten in der Mikrowelt. Denn anders als bei der großen Dampfmaschine führen hier bereits kleinste Bewegungen von Molekülen in der Nähe des Motors zu großen Störungen. Die Micro Dampfmaschine arbeitet insgesamt mit der gleichen Effizienz wie eine herkömmliche Dampfmaschine und setzt pro Zyklus genau so viel Energie um, betonen die Max-Planck-Forscher aus Stuttgart. Sie sprechen von einem wichtigen Schritt in Richtung hocheffizienter Micro-Maschinen. //[mawi]//

Quelle: Max-Planck-Gesellschaft

Medizin Aids-Programme sollten nicht nur HIV im Blick haben

Aids-Programme könnten die gesundheitliche Situation der Menschen in den armen Ländern des Südens kosteneffektiv verbessern, wenn sie sich nicht allein auf die Behandlung der HIV-Infektionen beschränken, mahnten Mediziner auf einer Fachtagung für Tropenmedizin und Hygiene in den USA. Rund 1,5 Milliarden Menschen litten an Chagas-Fieber, Leishmaniose, Filariasis oder anderen armutsbedingten Infektionen. Häufig seien sie zusätzlich auch HIV-positiv. Während aber etwa die USA jährlich rund 5,6 Milliarden Dollar in die Bekämpfung von HIV investierten, unterstützten sie die Bekämpfung der Tropenkrankheiten nur mit 155 Millionen Dollar. Aids-Programme müssten besser gekoppelt werden an die normale Gesundheitsversorgung in armen Ländern und könnten so deutlich effektiver werden, so die Forderung der Tropenmediziner. Zumal einige Infektionen, etwa Wurmerkrankungen, auch das Risiko erhöhen, sich mit HIV zu infizieren. //[mawi]//

Medizin Eine Brustkrebs-Therapie kann Konzentrationsprobleme auslösen

Zu diesem Ergebnis kommen Wissenschaftler des Cancer Center and Research Institute in Florida. Die Wissenschaftler befragten eine Gruppe von rund 130 Krebspatientinnen drei Jahre nach der Krebstherapie. Das Ergebnis: Patientinnen mit Chemotherapie und Strahlenbehandlung klagten auch Jahre später über Konzentrationsprobleme und Störungen im Erinnerungsvermögen. Anders waren die Ergebnisse hingegen bei Patientinnen, die sich nur einer Hormontherapie unterzogen hatten. Hier gab es keine negativen Effekte auf Konzentration und Erinnerungsvermögen nach der Therapie.

Quelle: Healthnews

Medizin Mediziner testen eine Gentherapie gegen die Bluterkrankheit

Menschen mit der Bluterkrankheit Hämophilie B können den Blutgerinnungsfaktor IX nicht bilden. Der Gendefekt betrifft ausschließlich Männer. Mediziner vom University College London und US-amerikanische Kollegen aus Memphis haben eine experimentelle Gentherapie an sechs Patienten erprobt. Sie müssten sich nach der Gentherapie weniger Gerinnungsfaktor spritzen als vorher, schreiben die Forscher im "New England Journal of Medicine". Als Transportmittel für das Faktor IX-Gen nutzten sie ein umgebautes AAV 8-Virus –also ein adeno-assoziiertes Virus. Das Virus transportierte das Gen in Leberzellen. Die Patienten erhielten unterschiedlich viele Viren. Nach der Gentherapie war Faktor IX nachweisbar. Der Faktor IX-Spiegel im Blut stieg an - auf zwei bis zwölf Prozent der Spiegels von Gesunden. Der Effekt war auch 18 Monate nach der Behandlung noch nachweisbar. Bei einem Patienten stellten die Ärzte als Nebenwirkung eine vorübergehende leichte Leberentzündung fest – offenbar eine Reaktion auf die AAV 8-Viren. //[mawi]//
09.12.2011

Umfrage Fast zwei Drittel der Deutschen kennen nicht den Begriff Biodiversität

Das hat eine repräsentative Umfrage des Netzwerks Biofrankfurt ergeben. Im Rahmen einer Trendanalyse rund um das Thema Artenvielfalt wurden bundesweit 2000 Personen befragt. 63 Prozent gaben an, noch nichts von „Biodiversität“ oder „biologischer Vielfalt“ gehört oder gelesen zu haben. Allerdings zeigen sich Fortschritte: Vor vier Jahren wurde die gleiche Umfrage schon einmal durchgeführt. Damals lag die Quote derjenigen, die den Begriff Biodiversität nicht kannten, noch bei knapp 75 Prozent. [luh]

Quelle: Pressemitteilung: www.biofrankfurt.de

Biologie Angst reduziert Fortpflanzungserfolg bei Spatzen

Raubvögel jagen Spatzen und reduzieren so deren Population. Doch auch allein die Angst vor dem Gefressenwerden kann dazu führen, dass Spatzen weniger Nachwuchs bekommen – mit der Folge, dass die Population ebenfalls schrumpft. Das zeigt eine Studie kanadischer Forscher, die im Fachmagazin "Science" erschienen ist. Die Wissenschaftler hielten zwei Vogelgruppen in großen Käfigen, wo sie vor Raubvögeln geschützt waren. Einer Gruppe spielten sie aber regelmäßig die Rufe ihrer natürlichen Fressfeinde vor. Bei den so verängstigten Vögel gab es 40 Prozent weniger Nachkommen. Das Ergebnis zeige, so die Forscher, dass Jagdtiere nicht nur als Konsumenten andere Tierarten stark beeinflussen können, sondern auch allein durch ihre Anwesenheit. [luh]

Quelle: Science

Raumfahrt Der NASA-Roboter Opportunity liefert neues Indiz für Wasser auf dem Mars

Der Marsrover Opportunity hat an einem Krater auf dem Mars eine helle Gesteinsader gefunden. Nähere Untersuchungen mit einer Mikroskopkamera und einem Spektrometer ergaben, dass es sich bei dem Gestein offenbar um das Mineral Gips in nahezu reiner Form handelt. Gips kann sich nur durch Einwirkung flüssigen Wassers bilden und ablagern. Forscher der Cornell-University berichteten auf der Herbsttagung der Amerikanischen Geophysikalischen Vereinigung (AGU) in San Francisco von dem Fund. Sie sehen darin das bisher stärkste Indiz, dass es auf dem Mars flüssiges Wasser gibt oder zumindest einmal gegeben hat. [luh]

Quelle: BBC

Neurologie Training von Taxifahrern verändert ihr Gehirn

Um den Taxischein zu erlangen, müssen sich Taxifahrer in London die Namen von 25.000 Straßen merken. Britische Hirnforscher haben jetzt herausgefunden, dass derart intensives Auswendiglernen in der Hirnsubstanz messbare Spuren hinterlässt. Die Forscher vermaßen mehrmals die Gehirne von 79 Taxischein-Prüflingen sowie von 31 Mitgliedern einer Kontrollgruppe. Zu Beginn der Ausbildung zeigten sich keine bedeutsamen Unterschiede. Doch am Ende hatten jene Probanden, die sich für den Taxischein qualifizierten, vergleichsweise mehr an sogenannter grauer Materie. Die Forscher sehen darin einen weiteren Beweis, dass das menschliche Gehirn auch im Erwachsenen-Alter plastisch bleibt. Die Studie ist im Fachmagazin „Current Biology“ erschienen. [luh]

Quelle: Current Biology

Medizin Mediziner empfehlen Nonnen die Pille

Australische Wissenschaftler der Universität von Melbourne raten Nonnen zur regelmäßigen Einnahme von Antibaby-Pillen. Allerdings gehe es dabei nicht um die Empfängnisverhütung, sondern allein um die Krebsvorsorge, schreiben die Forscher in einem Kommentar im medizinischen Fachblatt „The Lancet“. Wie andere Frauen, die in ihrem Leben keine Kinder bekommen, hätten auch Nonnen ein erhöhtes Risiko, an Brust-, Eierstock- oder Blasenkrebs zu erkranken und zu sterben. Bei Frauen, die in ihrem Leben eine zeitlang die Pille nehmen, würden diese Krebsformen nur halb so häufig registriert, so die Forscher. [luh]

Quelle: The Lancet

Biologie Bienenschwärme treffen Entscheidungen wie ein komplexes Gehirn

Wenn Bienen nach einem neuen Standort für ihren Stock suchen, schwärmen einige der Tiere aus. Bei ihrer Rückkehr zeigen die Kundschafter den anderen die Richtung zu ihren Funden mit einem sogenannten Schwänzeltanz. Es kommt aber vor, dass verschiedene Bienen auch zu verschiedenen Zielen wiesen. Der Schwarm muss dann entscheiden, wohin geflogen wird. US-Forscher haben beobachtet, dass dieser Entscheidungsprozess ähnlich abläuft wie im komplexen Gehirn eines Primaten. Dort gibt es Neuronen, die allein die Aufgabe haben, andere zu stoppen. Am Ende bleiben nur jene Signale übrig, die den geringsten Widerstand erfahren. Analog gibt es bei den Bienen Tiere, die den Schwänzeltanz anderer unterbrechen. Das Flugziel geben schließlich jene Tänzer vor, die am seltensten gestoppt wurden. Die Studie ist im Wissenschaftsmagazin Science Express erschienen. [luh]

Quelle: Science Express

Anthropologie Menschen schliefen schon vor 77.000 Jahren auf einer Art medizinischer Matratze

Das zeigen Funde aus der Sibudu-Höhle in Südafrika. Ein internationales Team von Anthropologen hat dort die Überreste von Schlafstätten entdeckt. Sie bestehen aus Baumstämmen und mehreren Lagen von Gräsern und Blättern. Darunter befinden sich auch Blätter von Lorbeergewächsen der Gattung Cryptocaria woodii. Diese Pflanzen enthalten ein natürliches Insektizid, das Stechmücken in die Flucht treibt. Die Archäologen vermuten, dass die lokalen Urmenschen zu jener Zeit schon Kenntnisse über den medizinischen Gebrauch von Pflanzen hatten. Einige der Matratzen wiesen auch Aschespuren auf. Offenbar zündeten die Menschen damals ihre Schlafstätten regelmäßig an, um Ungeziefer zu vernichten. Die Studie ist im Magazin Science erschienen. [luh]

Quelle: Science

08.12.2011

Medizin Auch Kranke in den Entwicklungsnationen leiden unter der Finanzkrise

Im Zuge von Haushaltssanierungen kürzen Industrienationen auch Fördergelder für Forschungen an sogenannten vernachlässigten Krankheiten. Zu den vernachlässigten Krankheiten zählen unter anderem das Trachom, eine Entzündung des Auges, die zur Blindheit führen kann (500 Millionen Menschen leiden daran), die Chagas-Krankheit, eine Infektion mit einem Einzeller, die für 20 bis 40 Prozent der befallenen Menschen nach einer langen chronischen Phase tödlich enden kann (acht bis elf Millionen Menschen sind daran in Lateinamerika erkrankt), oder auch Infektionen mit Parasiten wie dem Peitschenwurm, an dem weltweit rund 750 Millionen Menschen erkrankt sind. Allen Krankheiten ist gemeinsam, dass sie vor allem in Lateinamerika, Afrika und Teilen Asiens auftreten. Wie australische Forscher berichten, sanken die Forschungsgelder zur Bekämpfung dieser Krankheiten 2010 zwar nur um 109 Millionen Dollar. Die Wissenschaftler sehen dennoch derzeit einen Wendepunkt: Reduzieren Finanzpolitiker die Gelder weiter, werde es lange dauern, bis die Forschung an den vernachlässigten Krankheiten wieder in Gang kommen kann. [gä]

Quelle: nature

Umwelt In Fukushima soll erneut radioaktiv belastetes Wasser in den Pazi-fik geleitet werden

Das teilte ein Sprecher des Betreiberunternehmens Tepco in Tokio mit. Grund sei, dass pro Tag 200 bis 500 Tonnen Wasser mehr aufgefangen werden müssten, als in den provisorischen Kreisläufen zirkulierten. Bleibt es bei dieser Wassermenge, wären die in Fukushima aufgestellten Tanks für radioaktiv verseuchtes Wasser im März 2012 voll. Tepco will daher eine nicht genannte Menge Wasser zu einer ebenfalls nicht genannten Zeit in den Pazifik leiten. Das Unternehmen versicherte, es werde die in Japan erlaubten Grenzwerte dabei einhalten. Bereits im April hatte Tepco schwach strahlendes Wasser in den Pazifik gepumpt. China und Südkorea hatten dagegen protestiert. [gä]

Quelle: spiegel

Genetik Elektrische Signaturen auf der Zellmembran steuern die Organentwicklung

Diesen Schluss zieht ein Französisch-US-Amerikanisches Forscherteam nach Versuchen an Kaulquappen. Die Wissenschaftler hatten die Hypothese testen wollen, nach der jeder Teil im Köper auf den Membranen seiner Zellen eine spezifische elektrische Signatur hat, die das Wachstum der Organe antreibt. Dafür änderten sie diese im Rücken- und Schwanzteil von Kaulquappen-Embryos so, dass sie der von Augenzellen entsprach. Tatsächlich bildeten sich auf dem Rücken der Embryos funktionsfähige Augen, schreiben die Wissenschaftler im Fachblatt "Development“. Weitere Experimente mit veränderten elektrischen Signalen zeigten, dass diese tatsächlich ein Faktor für das Wachstum von Organen sind. Wozu die Kaulquappe allerdings ein zusätzliches Auge an der beschriebenen Stelle braucht, ließen die Wissenschaftler offen. [gä]

Quelle: eurekalert, Vaibhav P. Pai et al,Transmembrane voltage potential controls embryo

Astronomie Rote Riesen drehen sich im Kern schneller als an der Oberfläche

Ihr Inneres erreicht dabei das Zehnfache der Umdrehungsgeschwindigkeit der leuchtenden Oberfläche. Das schreiben Forscher aus Belgien in „Nature“. Rote Riesen entstehen, wenn Sterne am Ende ihrer Existenz den Wasserstoff im Inneren aufgebraucht haben. Während die inneren Zonen sich zusammenziehen, dehnen sich die äußeren aus. Der Kern muss sich dabei immer schneller drehen, um mit der Oberfläche Schritt zu halten. Die belgischen Forscher präsentieren jetzt den ersten Nachweis für diese Vermutung. Aus der Beobachtung von Oberflächenschwingungen dreier Roten Riesen schlossen sie auf die Drehung in deren Mitte – die zehn mal schneller ist als am Rand. [gä]

Quelle: nature/spektrum

Verhaltensbiologie Hirnrinde macht offenbar das Lernen von Gefühlen möglich

Das schreiben Forscher der Universität Basel in „Nature“. Die Wissenschaftler hatten Mäusen beigebracht, einen Ton mit Angst zu verbinden. Gleichzeitig beobachteten sie die Prozesse im Gehirn der Mäuse. Dabei entdeckten sie, dass während des Lernprozesses in dem dafür zuständigen Schaltkreis der Hirnrinde der Ton sehr viel intensiver verarbeitet wird, wenn das Tier gleichzeitig Angst empfindet. Die normale Anregung und Hemmung der Nervenzellen wurde für einen kurzen Moment außer Kraft gesetzt. Die Forscher vermuten, dass das eine Neuverschaltung der Nerven und damit den Lernprozess auslöst. Sie hoffen, diese Beobachtung für die Behandlung von Angststörungen einsetzen zu können. [gä]

Quelle: nature/pm

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