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28.12.2011

Energie Fukushima will auf Atomreaktoren verzichten

Der Atombetreiber Tepco und die Zentralregierung in Tokio sollten alle zehn Atomreaktoren in der Provinz abschalten. Das geht aus einem Wiederaufbauplan hervor, der heute von einem Gremium der Präfektur in Fukushima verabschiedet wurde. Sechs Reaktorblöcke befinden sich im schwer beschädigten Atomkraftwerk Fukushima Daiichi, die anderen im AKW Fukushima Daini. Vier Reaktoren im AKW Fukushima Daiichi wurden bei dem schweren Erdbeben und Tsunami am 11. März zerstört. Dabei kam es zu Kernschmelzen, die Umwelt wurde verstrahlt und mehrere zehntausend Bewohner mussten zum Teil für immer ihre Häuser verlassen. Die Regierung und Tepco hatten vor kurzem bekannt gegeben, dass die Reaktoren mittlerweile unter Kontrolle seien. Ihrer Schätzung zufolge wird es rund 40 Jahre dauern, bis die Unglücksreaktoren vollständig abgerissen sind. //[mst]//

Medizin Labortest soll schnelle Herzinfarkt-Diagnose ermöglichen

Davon zeigt sich ein internationales Medizinerteam im Fachblatt "JAMA" überzeugt. Der neue Test soll binnen drei Stunden mit einer Sicherheit von 96 Prozent einen vermuteten Herzinfarkt bei einem Patienten bestätigen. Mithilfe herkömmlicher Tests ist eine solche Aussage erst nach rund acht Stunden möglich. Dann erst herrscht Sicherheit, ob Symptome wie Atemnot und Schmerzen in der Brust tatsächlich durch einen Herzinfarkt bedingt sind oder auf Bluthochdruck oder eine Herzschwäche zurückgehen. Bei dem nun vorgestellten Labortest untersuchen die Forscher die Menge an Troponin im Blut eines Patienten. Dieses Protein wird von einem absterbenden Herzmuskel freigesetzt. Das Verfahren wird derzeit von den zuständigen Behörden in den USA auf eine mögliche Zulassung überprüft. //[mst]//

Biologie Mutterliebe sorgt für schlanken Nachwuchs

Je weniger vertraut und herzlich die emotionale Beziehung zwischen einer Mutter und ihrem Kleinkind ist, desto häufiger wird das Kind im Jugendalter übergewichtig. Das ist das Ergebnis einer Studie, die Mediziner der Universität Ohio im Fachmagazin "Pediatrics" vorstellen. Die US-Forscher hatten die Daten von mehr als 1000 15-Jährigen analysiert, die im Alter von 15, 24 und 36 Monaten beobachtet worden waren, während diese mit ihrer Mutter spielten. Diese Daten verglichen die Ärzte mit dem Body-Mass-Index der Probanden, der die Maßzahl für die Bewertung des Körpergewichts eines Menschen in Relation zu seiner Körpergröße angibt.Dabei sahen die Forscher, dass mehr als ein Viertel der Jugendlichen, die als Kleinkind ein sehr schlechtes Verhältnis zu ihrer Mut ter hatten, übergewichtig war. Jugendliche hingegen, die früher eine intensive Beziehung zu ihrer Muter hatten, waren nur halb so oft übergewichtig. .//[mst]//

Medizin Schichtarbeit soll als Diabetesrisiko anerkannt werden

Das fordern die Herausgeber des Fachblatts "Public Library of Science Medicine" im Vorwort der aktuellen Ausgabe. Grund für den Aufruf an die Politik ist eine aktuelle Studie. Darin hatten Mediziner der "Harvard School of Public Health" in Boston einen Zusammenhang zwischen Schichtarbeit und einem erhöhten Diabetesrisiko nachgewiesen. Als Grund führten die Forscher die unausgewogene Ernährung der Betroffenen an. Im Editorial fordern die Herausgeber daher, dass Schichtarbeit als Risikofaktor für eine Diabetes-Erkrankung anerkannt werden sollte. Sie gehen davon aus, dass in den kommenden Jahren immer mehr Menschen zuckerkrank werden, da Schichtarbeit nicht nur in Industrieländern die Regel ist, sondern vermehrt auch in Schwellenländern üblich sein wird. .//[mst]//

Quelle: PLoS Medicine (doi:10.1371/journal.pmed.1001152)

Geologie In Russland bebte die Erde mehrfach

Gestern hat ein Erdbeben der Stärke 6,7 auf der Richterskala den Osten Russlands erschüttert. Wie die Agentur Interfax meldete, befand sich das Epizentrum etwa 94 Kilometer östlich der sibirischen Stadt Kysyl nahe der Grenze zur Mongolei. Mehrere Nachbeben bis zu einer Stärke von 5,0 haben die dortige Stadtverwaltung veranlasst, rund 1500 Menschen sicherheitshalber zu evakuieren. 10.000 Menschen sind demnach von der Stromversorgung abgeschnitten. Angaben über Opfer liegen nicht vor. Offiziellen Angaben zufolge handelt es sich bei dem Beben um das schwerste der Teilrepublik Tuwa seit Beginn der Aufzeichnungen. Nachbeben seien noch hunderte Kilometer vom Epizentrum entfernt zu spüren gewesen. .//[mst]//

Umwelt Atomkraftgegner zweifeln an der Räumung der Asse

Vor zwei Jahren hatte das Bundesamt für Strahlenschutz versichert, die rund 126.000 Fässer mit schwach- und mittelradioaktiven Abfällen aus dem einsturzgefährdeten Lager Asse bei Wolfenbüttel zu bergen. Nun stellt das Bundesamt diese Entscheidung infrage. In einer Mitteilung hatte es geheißen, es könnten bis Ende 2012 Dinge eintreten, die eine Rückholung des Mülls unmöglich erscheinen ließen. Atomkraftgegner werfen daher Bundesumweltminister Norbert Röttgen (CDU) vor, die Rückholung des Mülls zu verzögern und zu torpedieren. Offensichtlich werde statt der Bergung der Fässer inzwischen eine Flutung des Lagers bevorzugt, kritisierte der sogenannte Asse-Koordinationskreis. Dem Bündnis zufolge ist ein sicherer Verschluss der Asse nicht möglich, eine Rückholung des Atommülls daher ohne Alternative.//[mst]//
27.12.2011

Technologie China hat ein eigenes Satelliten-Navigationssystem in Betrieb genommen

Das Gegenstück zum amerikanischen "Global Positioning System" GPS trägt den Namen Beidou und bietet Dienste wie Positionsbestimmung, Navigation und Zeitbestimmung. Das teilte die zuständige Behörde heute in Peking mit. Es hieß, das System werde chinesischen und ausländischen Unternehmen für Forschung und Entwicklung zur Verfügung stehen. Bis Ende 2012 soll es in weiten Teilen Asiens und des Pazifiks funktionieren – und bis 2020 sogar weltweit. //[reu]//

Biologie Schwefel weist den Weg

Forschern aus Las Vegas ist es zum ersten Mal gelungen, eine Bakterienart zu kultivieren, die sich mithilfe einer magnetischen Schwefelverbindung orientiert. Bisher war das nur mit solchen Einzellern gelungen, die einen Eisenoxid-Kompass besitzen. Gefunden wurden die Schwefel-Bakterien in einer Salzwasser-Quelle im Death Valley. In einer aufwendigen Versuchsreihe war es den Biologen gelungen, die optimalen Wachstumsbedingungen im Labor nachzustellen. Im Inneren bilden die Bakterien magnetische Partikel aus Eisensulfid, schreiben die Forscher im Fachmagazin "Science". Die Zellkulturen könnten nun dabei helfen, die Evolution dieser Bakterien zu untersuchen. Die winzigen Lebewesen könnten außerdem von Nutzen sein, um die magnetischen Eisen-Schwefel-Partikel industriell herzustellen, eventuell als Kontrastmittel für Kernspin-Aufnahmen. //[reu]//

Quelle: Science, DOI: 10.1126/science.1212596

Biologie Lange Gene gehen leichter kaputt

Die Ursache dafür, dass manche DNA-Stränge besonders häufig brechen, haben Wissenschaftler aus Straßburg näher beleuchtet. Zu den Schäden an besonders langen Genabschnitten kann es kommen, weil dort zwei Prozesse gleichzeitig stattfinden: Zum einen das Ablesen der Erbinformation und zum anderen das Vervielfältigen des Erbmaterials, wenn sich die Zelle teilt. Bisher war man davon ausgegangen, dass beide Prozesse in Säugetierzellen niemals zusammen stattfinden. Doch offenbar dauert das Ablesen bestimmter Gene so lange, dass es sich über eine komplette Zellteilungs-Phase erstreckt. Dabei entstehen schlaufenförmige Gebilde aus DNA und RNA, welche das Erbgutmolekül destabilisieren, schreiben die Forscher im Fachmagazin "Molecular Cell". Schäden an den DNA-Strängen, wie etwa diese Brüche, können dazu führen, dass Krebs entsteht. Die französischen Experten hoffen, dass ihre Ergebnisse auf lange Sicht bei der Suche nach neuen Therapien helfen können. //[reu]//

Quelle: alpha galileo, Molecular Cell, doi:10.1016/j.molcel.2011.10.013

Umwelt Auch verhältnismäßig kleine Katastrophen können gefährlich sein

Davon sind US-Forscher überzeugt, die ein Schiffsunglück in der Bucht von San Francisco im Jahr 2007 untersucht haben. Bei einen Zusammenstoß eines Containerschiffes mit einem Brückenpfeiler waren damals rund 200.000 Liter Schweröl ausgetreten. Das Substanzgemisch verseuchte unter anderem die Laichgebiete des Pazifischen Herings in der Bucht. Die Fischbestände wurden damals stärker in Mitleidenschaft gezogen als man aufgrund der Menge des Öls angenommen hatte. Zu Fehlbildungen und einer erhöhten Sterblichkeit bei Fischembryonen sei es deshalb gekommen, weil sich einige Bestandteile des Öls unter der Wirkung des Sonnenlichts in deutlich giftigere Substanzen verwandelt haben, schreiben die amerikanischen Forscher nun im Fachblatt "PNAS". Bisherige Untersuchungen solcher Katastrophen hätten diesen Effekt nicht berücksichtigt. //[reu]//

Quelle: PNAS

Medizin Ein Malaria-Erreger folgte den Sklavenhändlern

Der Parasit //Plasmodium falciparum// gelangte offenbar an Bord von Sklavenschiffen von Afrika nach Südamerika. Das berichten heute Forscher der Universität Montpellier im Fachblatt "PNAS". Die Forscher hatten das Erbgut des Einzellers untersucht, und zwar in Blutproben von Menschen, die in verschiedenen Regionen von Südamerika, Afrika und Asien leben. Aus den Unterschieden in der DNA konstruierten die Forscher einen Stammbaum der Erreger, der die These eines afrikanischen Ursprungs stützt. Bisher herrschte in der Fachwelt Unklarheit darüber, wann die Malaria-Parasiten nach Südamerika gelangten. Eine alternative These besagte, dass sie erst später mit europäischen Auswanderern dorthin reisten. //Plasmodium falciparum// verursacht die lebensgefährliche //Malaria tropica//, die oft mit wiederkehrenden Fieberschüben einhergeht. //[reu]//

Quelle: PNAS

23.12.2011

Planetologie Der Sonnenwind schwächt das Magnetfeld des Merkur.

Eigentlich müsste der sonnennächste Planet Merkur ein recht starkes Magnetfeld haben. Wie die Erde hat er einen flüssigen Kern, der vergleichbar mit einem Dynamo ein starkes Feld erzeugen müsste. Tatsächlich ist es jedoch 150 Mal schwächer als das der Erde. Forscher der Technischen Universität Braunschweig und des Max-Planck-Instituts für Sonnensystemforschung hoffen nun, der Ursache dieses Phänomens auf der Spur zu sein: Sie vermuten, dass der Sonnenwind das Magnetfeld des Merkur so stark zusammendrückt, dass es kaum über die Oberfläche hinaus dringt. In "Science" führen sie zur Begründung Computerberechnungen an, in denen sie die Wechselwirkung der elektrisch geladenen Sonnenwind-Partikel mit dem Merkurmagnetfeld simulierten. Die Forscher hoffen, ihre Theorie anhand von Messungen der Nasa-Sonde Messenger und später der Raumsonde Bepi-Colombo überprüfen zu können. //[gät]//

Quelle: Science

Biologie Der Elefant hat eine Art sechsten Zeh.

1710 beschrieb der schottische Chirurg Patrick Blair in den "Osteographia Elephantina" zum ersten Mal den Körperbau eines Elefanten – und stellte fest, dieser habe sechs Zehen. Der sechste weise von den mittleren Gliedern des ersten ausgehend nach hinten. Seit dieser Zeit ist dieses ungewöhnliche Detail zwar bekannt – ungewöhnlich, weil Wirbeltiere maximal fünf Finger oder Zehen haben – beschäftigte Biologen jedoch kaum. Forscher des Royal Veterinary College in London wollten das nun ändern. Sie analysierten die Struktur dieses ungewöhnlichen Knochens und seine Entstehungsgeschichte. In "Science" schreiben sie, dass dieser "sechste Zeh" tatsächlich einen Sinn habe – er hilft den quasi auf den Zehenspitzen laufenden Elefanten ihr Gewicht besser zu halten. Entstanden sei die Struktur wahrscheinlich vor 40 Millionen Jahren aus Knorpel, der im Laufe der Zeit verknöcherte. Am ehesten damit vergleichbar sei der sogenannte sechste Finger des Panda. //[gät]//

Quelle: Science

Physik Die Physiker am Cern haben ein neues Teilchen entdeckt.

Es trägt die wissenschaftliche Bezeichnung (Chi) Χb-(3p) und besteht aus einem Quark und einem Anti-Quark. Anders als bisher bekannte Teilchen befindet sich dieses in einem energetisch stärker angeregten Zustand, so die Physiker in ihrer im Internet veröffentlichten Analyse. Dass es dieses Teilchen geben muss, hatten Physiker bereits vor rund 25 Jahren vermutet. Sie hoffen, dass Χb-(3p) hilft, die Kräfte, die die Materie zusammenhalten, besser zu verstehen. //[gät]//

Quelle: Spiegel

Paläontologie Die älteste Mehrzellerfossilie war doch kein Embryo.

Vor 13 Jahren versetzte ein versteinerter Zellhaufen Paläontologen in eine gewisse Aufregung. Die Wissenschaftler interpretierten den Fund aus China als Überrest eines Embryos einer unbekannten, mehrzelligen Lebensform, die vor 570 Millionen Jahren gelebt habe. Ein internationales Forscherteam widerspricht jetzt dieser These. Die Wissenschaftler hatten mit Hilfe eines Röntgenverfahrens dreidimensionale Bilder erstellt. Die ließen den Schluss zu, dass einige der Zellen während ihrer Teilung starben – und dass es sich dabei nicht um einen Embryo handelte. Die Forscher vermuten vielmehr, dass es sich um eine Übergangsstufe zu einer mehrzelligen Lebensform handelt. //[gät]//

Quelle: Science

Umwelt Geschenkpapier und Weihnachtskarten gäben genug Treibstoff für mehrere Bus-Reisen zum Mond.

Davon sind Forscher des Imperial College London überzeugt. Die Wissenschaftler hatten durchgerechnet, wie viel Treibstoff sich aus dem Abfallpapier gewinnen ließe, das in Großbritannien jedes Jahr zu Weihnachten anfällt. Ihr Ergebnis: Der Treibstoff sei ausreichend, um einen typisch roten London-Bus mehr als 20 Mal die Distanz Erde-Mond zurücklegen zu lassen. Das würde reichen, um einen durchschnittlichen Londoner Linienbus 71 Jahre lang fahren zu lassen. Allein durch London rollen jedoch jeden Tag nach offiziellen Angaben 7500 Busse. Die würden den erzeugen Biodiesel wohl in gut drei Tagen konsumieren. Die Forscher wollen mit ihrer Berechnung auf das Potential der Verarbeitung von Abfallpapier zu Biodiesel hinweisen. //[gät]//

Quelle: Eurekalert

22.12.2011

Technik Die Reaktionen in einer Brennstoffzelle lassen sich beobachten.

Möglich macht dies eine neue Mikroskopietechnik, die so genannte "ESM-Technik": mit einer Auflösung von einem Millionstel eines Millimeters lassen sich physikalisch-chemische Reaktionen beobachten. Speziell bei einer Brennstoffzelle kann so der für die Energiegewinnung wichtige Prozess der Sauerstoffreduktion im Detail erfasst werden. Dies könnte dabei helfen, effiziente und leistungsstarke Wasserstoff-Brennstoffzellen zu entwickeln. Das schreibt das Internationale Forscherteam im Fachmagazin "Nature Chemistry". //[tj]//

Quelle: DOI: 10.1038/nchem.112

Biologie Ein Protein löst Heuschreckenplagen aus.

Wanderheuschrecken sind normalerweise Einzelgänger und fressen auch nur bestimmte Pflanzen. Hin und wieder aber ändern sie abrupt ihr Verhalten. Binnen weniger Stunden wechseln sie dann von grün-braun in eine rote Signalfarbe, rotten sich zusammen, und fressen alles kahl. Die Frage, wie es zu diesem Sinneswandel kommt, beschäftigt Forscher schon seit langem. Jetzt gibt es eine Antwort: Heuschrecken bilden während Dürreperioden plötzlich vermehrt ein Protein namens Kinase A. Ab einer bestimmten Dosis ändern die Insekten dann ihr soziales Verhalten: sie bilden einen Schwarm und machen sich gemeinsam auf die Suche nach neuen Weideflächen. Die Erkenntnis könnte in Zukunft Heuschreckenplagen verhindern: Dann, wenn sich herausstellt, dass sich das Protein der Insekten mit speziellen Wirkstoffen blockieren läßt. //[tj]//

Quelle: DOI: 10.1073/pnas.1114990109

Medizin Je früher die Periodenblutung einsetzt, desto höher ist das Diabetesrisiko einer Frau.

Diesen Zusammenhang haben Wissenschaftler des Helmholtz Zentrums München entdeckt. Sie werteten dafür die Daten von über 1500 Frauen aus. Dabei stellte sich heraus, dass eine frühe Regelblutung in jedem Fall das Risiko erhöht, im Laufe des Lebens an Vorstufen von Diabetes oder Diabetes selbst zu erkranken. Wie hoch der BMI – der Body Mass Index – der Frauen im Erwachsenenalter ist, spielt überraschenderweise keine Rolle. Eine Erklärung für den entdeckten Zusammenhang haben die Forscher noch nicht, sie wollen jetzt nach genetischen und sozialökonomischen Faktoren suchen. Schon jetzt aber läßt sich aus dem Forschungsergebnis praktischer Nutzen ziehen. Risikopatientinnen können der Erkrankung frühzeitig vorbeugen. //[tj]//

Quelle: Pressemittteilung Helmholtz-Zentrum München

Medizin Syphilis ist ein Mitbringsel aus der Neuen Welt.

Diese Hypothese vertraten einige Forscher schon vor 20 Jahren. Allerdings galten 54 Knochenfunde in Europa bislang als Beweis dafür, dass Syphilis schon vor der Entdeckung Amerikas existiert haben muss. Amerikanische Anthropologen haben alle diese Funde erneut und erstmals systematisch analysiert. Dabei stellten sie eindeutig fest: In Europa gab es die Syphilis nicht, bevor Kolumbus im Jahr 1492 Amerika entdeckte. //[tj]//

Quelle: Pressemitteilung Emory Universität

Archäologie Ein Silberschatz führt zu einem bisher unbekannten Wikingerkönig.

Im Norden Englands hat ein Hobbyforscher in einem Acker eine Kiste mit Geldmünzen, Schmuckstücken und Hacksilber gefunden. Auf den Geldmünzen steht der Name eines Herrschers, der Historikern völlig unbekannt ist. Da der Schatz um das Jahr 900 herum vergraben wurde, wird nun gerätselt, wer der unbekannte Wikingerkönig von Northumbria sein könnte. //[tj]//

Quelle: Der Spiegel

21.12.2011

Medizin Beethoven vernachlässigte später hohe Töne

Die zunehmende Schwerhörigkeit Ludwig van Beethovens hat seine Kompositionen deutlich verändert. Das geht aus einer Studie niederländischer Forscher aus Amsterdam hervor, die sie im British Medical Journal vorstellen. Im Zuge der immer stärker werdenden Schwerhörigkeit benutzte Beethoven beim Komponieren demnach immer seltener hohe Töne. Während in seinen Frühwerken noch viele hochfrequente Töne präsent waren, habe er später häufiger im mittelfrequenten Bereich komponiert.In den letzten Jahren vor seinem Tod 1827 war Beethoven vermutlich völlig gehörlos. [mst]

Quelle: British Medical Journal

Biologie Regen macht scharf

In regenreichen Gebieten produzieren Chilipflanzen mehr Capsaicin als in trockenen Regionen. Auf diesen Zusammenhang sind Botaniker der Universität von Washington gestoßen. Wie sie in den Proceedings B der britischen Royal Society schreiben, handelt es sich dabei um eine Abwehrreaktion der Gewächse. Bei hoher Feuchtigkeit werden die Chilipflanzen eher von einem Pilz befallen, gegen den sie sich mithilfe des Capsaicins, das für Schärfe und Geschmack der Früchte verantwortlich ist, erwehren. [mst]

Quelle: Proc.R.Soc.B

Medizin Rockstars müssen die 27 doch nicht fürchten

Dass berühmte Musiker in diesem Alter besonders häufig sterben, haben Statistiker von der Queensland University of Technology widerlegen können. Zwar starben Sänger wie Kurt Cobain mit 27 Jahren, ein Zusammenhang sei jedoch bloßer Mythos, heißt es im British Medical Journal. Die Forscher hatten die Daten von mehr als tausend Musikern untersucht, die zwischen 1956 und 2007 ein Album auf Platz eins der britischen Charts platzieren konnten. In dieser Zeit starben 71 der untersuchten Solisten oder Bandmitglieder. Eine auffällige Häufung von Todesfällen im Alter von 27 Jahren gab es statistisch betrachtet nicht. Jedoch ist die Wahrscheinlichkeit, dass Musiker im Alter zwischen 20 und 40 Jahren sterben, dreimal höher als beim Rest der Bevölkerung. Dieses Risiko sei aber nicht auf das Alter 27 beschränkt, so die Forscher. [mst]

Quelle: Euerkalert!

Raumfahrt Astronomen haben zwei erdähnliche Exoplaneten entdeckt

Jedoch herrschen auf Kepler-20f und Kepler-20e vermutlich zu hohe Temperaturen, als dass sich dort Leben entwickeln haben könnte, schreiben Wissenschaftler vom Harvard-Smithsonian Center for Astrophysics im Fachmagazin "Nature". Die beiden Exoplaneten wurden mithilfe des Weltraumteleskops Kepler erspäht. Sie besitzen eine ähnliche Felsstruktur wie die Erde und umkreisen den Stern Kepler-20, der sich in rund 1.000 Lichtjahren Entfernung von der Erde befindet. [mst]

Quelle: Nature

Energie Der Energieverbrauch in Deutschland 2011 ist gesunken

Der Energieverbrauch in Deutschland 2011 ist gesunken - und zwar im Vergleich zum Jahr 2010 um knapp fünf Prozent auf 13.411 Petajoule (PJ). Das teilte die Arbeitsgemeinschaft Energiebilanzen mit. Hauptgrund sei die milde Witterung gewesen, hinzu kamen hohe Energiepreise mit entsprechend abschreckender Wirkung. Aufgrund des rückläufigen Energieverbrauchs verminderte sich demnach der energiebedingte CO2-Ausstoß um mehr als drei Prozent. Bereinigt um Temperatureffekte sei der Energieverbrauch 2011 nur um ein Prozent gesunken. Die Arbeitsgemeinschaft Energiebilanzen wird von sieben Verbänden der deutschen Energiewirtschaft und drei Forschungsinstituten getragen. [mst]

Quelle: AG Energiebilanzen

Medizin Zusatzstoffe in Zigaretten sind sehr gesundheitsschädlich

Das ist das Ergebnis einer Studie, die heute von einem internationalem Forscherteam im Fachblatt PLoS Medicine vorgestellt wird. Additive wie Menthol oder Konservierungsmittel erhöhen demnach den Gehalt des Zigarettenrauchs an krebserregenden Chemikalien wie Arsen, Cadmium, Blei und Formaldehyd um ein Fünftel. Damit sehen die Studienautoren die Ergebnisse widerlegt, die im Auftrag des Tabakkonzerns Philip Morris veröffentlicht worden waren. Diesen zufolge erhöhen die Zusatzstoffe die Gesundheitsgefahr von Zigaretten nicht. In der aktuellen Studie hatten die Forscher Dokumente ausgewertet, die im Zuge von Haftungsklagen öffentlich zugänglich gemacht werden mussten. Die Wissenschaftler werfen dem Konzern vor, dass bei der ursprünglichen Analyse wissenschaftliche Standards umgangen worden, auch habe es „nachträgliche Veränderungen in den Analyseprotokollen“ gegeben. Der Tabakkonzern wies die Vorwürfe in einer schriftlichen Stellungnahme zurück. [mst]

Quelle: PLOS Medicine

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