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03.12.2013

Ozeanologie Lärm in den Ozeanen soll genauer erforscht werden.

Das ist die Absicht von Forschern der University of Aberdeen und der Syracuse University. Die Wissenschaftler haben ein System entwickelt, mit dem sie erkunden wollen, welches Schiff wie viel Lärm im Meer verursacht. Dafür kombinieren sie Lärmmessungen mit Beobachtungsdaten von Schiffen: zum einen mit den Daten von Online Schiff-Tracking Systemen, zum anderen mit Zeitrafferaufnahmen von der Küste. Zum Einsatz kommen soll dieses System am Moray Firth. Der Meeresarm beginnt im Norden Schottlands kurz vor Inverness und zieht sich weit in die Nordsee. Er steht unter Naturschutz und ist Heimat von Walen, Robben und des Großen Tümmlers. Die Tiere orientieren sich und kommunizieren unter Wasser mit Hilfe von Geräuschen. Gleichzeitig werden in den Häfen rund um den Moray Firth die Schiffe und Windanlagen für die Offshore-Windparks auf den Weg gebracht. Die Forscher erhoffen sich von ihrer Arbeit eine fundamendierte Aussage darüber, welche Schiffe am lautesten unter Wasser klingen – und damit Wale oder Delphine am meisten stören.

[gä]

         

Quelle: eurekalert

Linguistik Der Koalitionsvertrag ist komplizierter formuliert als politikwissenschaftliche Doktorarbe

Zu diesem Schluss kommen Forscher der Universität Hohenheim. Die Wissenschaftler hatten den Text des Vertrages einer Analyse unterzogen, bei der sie Syntax und Vokabular untersuchten. Dabei suchten die Forscher mithilfe eines Programms nach sehr langen Sätzen, Fachbegriffen oder langen, zusammengesetzten Worten. Das Ergebnis bewerteten sie auf einer Skala von 0 – unverständlich bis 20 – sehr verständlich mit 3,48. Die durchschnittliche politikwissenschaftliche Doktorarbeit erreicht immerhin 4,7, Artikel der Bildzeitung 16,8. Zu Abwertung führten unter anderem Worte wie „Spitzenclusterwettbewerbe", „Landesbasisfallwert“, oder „Transphobie“ sowie eine Satzlänge, die oft 30 Worte überschreitet und bis zu 86 erreichen kann.

[gä]

Quelle: idw

Ökologie Ökologisch gesehen steht der Mensch nicht am Ende der Nahrungskette.

Er steht vielmehr auf einer Stufe mit Tieren wie dem Schwein oder den Heringen. Zu diesem Ergebnis kommen Forscher aus Frankreich. Die Wissenschaftler hatten berechnet, auf welcher Trophieebene der Mensch wissenschaftlich anzusiedeln sei. Mit der Trophieebene verdeutlichen Ökologen die Stellung eines Lebewesens in der Nahrungskette mithilfe eines Werts von 1 bis 5. Er errechnet sich aus der Diät des Lebewesens – Bodenbakterien, die Licht verwenden, erhalten den Wert 1, Eisbären oder Orcas, die fast nur andere Fleischfresser vertilgen, 5. Der Mensch erhält auf dieser Skala den Wert 2,21. Wie die französischen Forscher weiter schreiben, fällt dieser Wert regional unterschiedlich aus. Er korreliert dabei sehr genau mit Indikatoren der Weltbank für die Entwicklungsstufe einer Region. Nach ihrer Auffassung (der Forscher) ergibt sich aus ihren Berechnungen ein einfacher Index, mit dem die Entwicklungsstufe einer Region, Tendenzen in der Ernährung und die ökologischen Folgen für die Welt interpretiert werden können.

[gä]

     

Quelle: nature/spektum/pnas

Neurologie Die Hirne von Mann und Frau sind unterschiedlich verschaltet.

Das notieren Forscher der University of Pennsylvania und Kollegen in PNAS. Die Wissenschaftler hatten mithilfe eines Magnetresonanztomografen die räumliche Struktur von Neuronen untersucht. Dabei entdeckten sie, dass im Großhirn von Frauen mehr Verbindungen zwischen den beiden Hirnhälften ausgebildet waren, bei Männern dagegen waren die Nervenzellen innerhalb der Hirnhälften enger verknüpft. Die Forscher vermuten, dass Frauen deshalb analytische und intuitive Informationen besser kombinieren könnten, Männer hingegen Wahrnehmungen und Handlungen. Dieser Unterschied bildet sich offenbar erst während der Pubertät aus. Bei unter 13-jährigen ließ sich kaum ein Unterschied erkennen, so die Wissenschaftler weiter. Die Wissenschaftler haben 949 Männer und Frauen im Alter von 8 bis 22 Jahren untersucht.

[gä]

Quelle: pnas

Paläontologie Das Futter formte den Schnabel der Saurier.

Warum manche Saurierarten einen Schnabel entwickelten, ist unter Paläontologen Gegenstand der Diskussion. Eine wichtige These ist, dass der Schnabel leichter als ein Kiefer ist. Saurier, die fliegen konnten, hätten es daher mit einem Schnabel leichter gehabt. Ein Forscherteam aus Großbritannien widerspricht jetzt dieser These. Die Wissenschaftler hatten berechnet, wie sich die Kräfte beim Kauen verteilen und welchen Belastungen die Saurierschädel ausgesetzt waren. Das Ergebnis zeige, so das Team in PNAS, dass die festen Schnäbel die Kaukräfte besser verteilen und so den Schädel stabiler werden ließen. Diese Entwicklung habe sich sehr wahrscheinlich eingestellt, als die betreffenden Saurierarten damit begannen, Pflanzen statt Fleisch zu fressen.

[gä]

Quelle: pnas

02.12.2013

Genforschung Mäuse geben Angst über die Gene weiter

Männliche Mäuse können schlechte Erfahrungen, die sie im Laufe ihres Lebens gemacht haben, über Generationen hinweg an ihre Nachkommen vererben. Das berichten Forscher aus Atlanta im Fachmagazin „Nature Neuroscience“.  Sie hatten Mäuse darauf konditioniert, den Duft von Kirschblüten mit Angst in Verbindung zu bringen. Auch in den beiden folgenden Generationen war diese Verbindung noch nachzuweisen, obwohl der Nachwuchs nie gelernt hatte, den Duft mit Furcht zu assoziieren. In den Spermien der Mäuseväter konnten die Forscher Veränderungen an der DNA nachweisen, die für dieses Phänomen verantwortlich sein dürfte.  Den Experten nach sind jedoch weitere Studien nötig, die den Mechanismus aufklären, über den die genetische Information in Veränderungen im Gehirn umgesetzt wird. //[ar]//

Quelle: Nature Neuroscience http://dx.doi.org/10.1038/nn.3594

Physik Der Rote Planet ist eine gigantische CO2-Pumpe

In warmen Regionen des Mars gibt der Boden des Planeten Kohlendioxid ab, während er in schattigen Gegenden das Gas wieder einsaugt. Diesen bisher unbekannten Mechanismus beschreiben Forscher der Universität Duisburg-Essen im Fachblatt „Nature Physics“.  Neben einem starken Temperaturgefälle weise der Mars noch eine weitere Eigenschaft auf, die diesen Mechanismus ermögliche: Der Druck seiner Atmosphäre liegt nur bei wenigen Millibar. Bei deutlich höheren Drücken,  wie etwa auf der Erde, funktioniere dieser Gasaustausch durch das Erdreich nicht.  Entdeckt haben die Forscher diese Zusammenhänge durch Laborexperimente an einer Schicht Staub, die dem Marsboden in seiner oberen Lage ähnelt. //[ar]//

Quelle: Nature Physics DOI: 10.1038/nphys2821

Gedächtnisforschung Das räumliche Umfeld hilft beim Erinnern

Erinnerungen sind eng mit Orten verknüpft. Das konnte ein deutsch-amerikanisches Forscherteam zeigen. Wie sie im Fachblatt „Science“ berichten, belegt das menschliche Gedächtnis Inhalte mit räumlichen Informationen, die beim Abrufen der Erinnerungen aktiviert werden.  In einem virtuellen Gedächtnisexperiment sollten Probanden verschiedene Gegenstände an unterschiedliche Orte ausliefern und sich anschließend an möglichst viele Objekte erinnern. Dabei wiesen genau jene Nervenzellen eine erhöhte Aktivität auf, die den Lieferort beim Abspeichern der Inhalte kodiert hatten.  Dass bestimmte Nervenzellen den Ort einer Person abbilden, war bereits bekannt. Nun habe sich herausgestellt, dass dieselben Zellen  auch eine wichtige Rolle bei Gedächtnisprozessen spielen. //[ar]//

Quelle: Science, idw 10.1126/science.1244056

Neurologie Soldaten leiden unter Langzeitfolgen von Gehirnerschütterungen

Soldaten, die durch eine Explosion eine leichte Gehirnerschütterung erlitten haben, zeigen auch mehr als vier Jahre später noch Veränderungen an Nervenzellen im Gehirn, die für eine kognitive Beeinträchtigung verantwortlich sein könnten. Das berichten Mediziner aus St. Louis heute auf einer Fachtagung der Radiologischen Gesellschaft von Nordamerika.  Die Wissenschaftler hatten Soldaten  mit Hilfe eines speziellen Verfahrens untersucht, das auf der Magnetresonanz-Tomographie beruht. Dieses Verfahren stellt Schäden fest in der weißen Substanz des Gehirns, die vor allem der Signalweiterleitung dient. Bei allen untersuchten Soldaten fanden die Mediziner solche Veränderungen. Als Vergleichsgruppe dienten gesunde Probanden.  Außerdem konnten die Forscher zeigen, dass die Gehirnschäden korreliert waren mit einer geringeren Aufmerksamkeit und einem schlechteren Gedächtnis. //[ar]//

Quelle: Eurekalert

Astronomie Der Komet ISON hat seinen Vorbeiflug an der Sonne nicht überlebt.

Das berichtet heute das Max-Planck-Institut für Sonnensystemforschung in Katlenburg-Lindau. Nach jüngsten Berechnungen sei der feste Kern des Kometen schon vor dem Sonnenvorbeiflug  in zwei oder mehr Stücke zerbrochen, wie eine Sprecherin des Instituts erklärte.  Während der Sonnenpassage am Donnerstagabend habe es zwar noch aktive Teile gegeben, die Staub spuckten. Inzwischen gebe es diese Emissionen aber nicht mehr. Das erhoffte Licht-spektakel  am vorweihnachtlichen Himmel werde es definitiv nicht geben. //[ar]//

Quelle: dpa

Onkologie Forscher entdecken eine Schwachstelle von Krebs-Stammzellen

Kanadische Wissenschaftler haben einen Ansatz gefunden, mit dem sich widerstandsfähige Krebszellen bekämpfen lassen. Gegen diese Krebs-Stammzellen wirken nur wenige Medikamente. Außerdem haben sie die Fähigkeit, sich selbst zu regenerieren und auch andere Krebszellen zu bilden.  Die Forscher aus Toronto haben bei Mäusen eine Eiweißverbindung gefunden, die eine wichtige Rolle spielt für das Überleben von Darmkrebs-Stammzellen, das Protein BMI-1. Sie konnten eine Substanz entwickeln, die dieses Protein im Körper abfängt. Mit ihr ließ sich das Wachstum von Krebszellen im Versuch an Mäusen beeinträchtigen, wie die Wissenschaftler in „Nature Medicine“ berichten. Die Forscher hoffen nun, mit Hilfe der Substanz ein Medikament entwickeln zu können, mit dem sich eine Darmkrebs-Therapie unterstützen ließe. //[ar]//

Quelle: Nature Medicine, http://dx.doi.org/10.1038/nm.3418

29.11.2013

Genforschung Fachblatt zieht eine umstrittene Genmaisstudie zurück

Ein Jahr  nach der Veröffentlichung einer umstrittenen Studie zur Krebsgefahr durch Genmais hat das Fachmagazin „Food and Chemical Toxicology“ beschlossen, die Arbeit zurück zu ziehen. Es gebe Bedenken, dass die Zahl der Versuchstiere zu niedrig gewesen sei. Außerdem sei der Rattenstamm, der verwendet wurde, für das Experiment nicht geeignet gewesen. Das teilte der zuständige Verlag Elsevier gestern im amerikanischen Cambridge mit.  Eine Forschergruppe von der Universität Caen im Westen Frankreichs hatte im November 2012 berichtet, dass gentechnisch veränderter Mais bei Ratten Krebs verursache. Zahlreiche Wissenschaftler hatten damals das Design der Studie kritisiert. [ar]

Quelle: Elsevier, dpa, http://www.elsevier.com/about/press-releases/research-and-journal

Entomologie Ohrenkneifer sind Meister der chemischen Verteidigung

Insekten der Ordnung Dermaptera, bekannt als Ohrenkneifer oder Ohrwürmer, schützen sich mit einer Wolke von Chemikalien gegen Bakterien, Pilze und Parasiten. Das berichten Forscher aus Gießen im „Journal of Insect Physiology“.  Sie hatten untersucht, welche Substanzen sich in dem Sekret befinden, mit dem sich die Insekten  gegenüber ihren Fressfeinden verteidigen. Dabei stellten sie auch fest, dass die Ohrwürmer ständig von einem feinen Nebel des Sekrets umgeben sind.  Weil die Tiere unterirdisch leben, sind sie besonders häufig Bakterien und anderen Pathogenen ausgesetzt, gegen die sie offenbar die chemische Verteidigung entwickelt haben. [ar]

Quelle: Journal of Insect Physiology, BBC http://dx.doi.org/10.1016/j.jinsphys.2013.09.

Psychologie Der Bauch kennt das Herz

Das Bauchgefühl sagt verlässlicher die langfristige Qualität einer Partnerschaft vorher als Antworten auf einen Fragebogen. Das berichten Forscher aus den USA im Fachmagazin „Science“.  Die Wissenschaftler hatten rund 140 frisch verheiratete Paare über vier Jahre hinweg begleitet und regelmäßig darüber befragt, wie zufrieden sie mit ihrer Partnerschaft seien. Dazu mussten die Paare in einem Fragebogen Auskunft über die Qualität ihrer Beziehung geben. Gleichzeitig wurden sie einem Test unterzogen, der ihre innere Einstellung der Partnerschaft gegenüber abbilden sollte: Die Probanden mussten einordnen, ob ein bestimmter Begriff eher positiv oder negativ besetzt sei. Dabei wurde die Reaktionszeit der Probanden erfasst, nachdem sie ein Bild ihres Partners gesehen hatten.  Diese Reaktionszeit  ist nach Angaben der Forscher ein gutes Maß dafür, ob die Ehe auch noch nach vier Jahren glücklich ist. [ar]

Quelle: Science, Nature News 10.1126/science.1243140

Archäologie Forscher finden die älteste Latrine der Welt

Forscher aus Argentinien haben hunderte Stücke von versteinertem Kot gefunden. Die fossilen Hinterlassenschaften sind rund 240 Millionen Jahre alt und deuten darauf hin, dass der Fundort als eine gemeinsame Latrine genutzt wurde, und zwar von pflanzenfressenden Reptilien, die zu den Vorläufern der Säugetiere zählen. Diese sogenannten Dicynodontia trafen sich offenbar an der Latrine, um ihr Sozialleben zu pflegen, wie die Forscher in den „Scientific Reports“ berichten. Denn solch ein Verhalten sei auch heute noch bei Säugetieren zu beobachten. Von Reptilien kannte man es aber bisher nicht. [ar]

Quelle: Scientific Reports, http://dx.doi.org/10.1038/srep03348

28.11.2013

Astronomie Der Komet Ison soll in drei Stunden an der Sonne vorbeirasen

Was dann passiert ist noch ungewiss: Er könnte den Vorbeiflug unbeschadet überstehen, er könnte aber auch zerbrechen oder verdampfen. Für Laien wird es keine Chance geben, den Schweifstern zu beobachten. Dafür wollen Astronomen des Max-Planck-Instituts für Sonnsystemforschung den Kometen mit Raumsonden verfolgen.

Ison wurde erst vor gut einem Jahr entdeckt. Der Komet ist 4,6 Millarden Jahre alt und stammt vom Rand unseres Sonnensystems. [tj]

Quelle: Agenturen

Medizintechnik Querschnittsgelähmte können ihren Rollstuhl mit der Zunge steuern

Über diese Entwicklung  berichtet das Fachmagazin „Science Translational Medicine“. Dazu sein ein spezielles Zungenpiercing notwendig. Je nachdem wohin Querschnittsgelähmte das Piercing bewegen, verändert sich das magnetische Feld, das von einem Headset erfasst werde. Die so vermittelten Befehle gehen an einen iPod, der die Zungenkommandos an den Rollstuhl oder auch an einen Computer  übermittelt. Insgesamt sind sechs verschiedene Befehle möglich, so das Entwicklerteam vom Georgia Institute of Technology in Atlanta.

Getestet wurde das Zungenpiercing von 11 Querschnittsgelähmten. Bereits nach einer halben Stunde Übung konnten sie eine Telefonnummer eingeben, am Computer auf Objekte klicken und einen Hindernisparcours mit einem elektrischen Rollstuhl absolvieren. [tj]

Quelle: Science Translational Medicine

Pharmazie In Medikamenten verbirgt sich oft Salz

…und das kann gesundheitsschädlich sein. Vor allem Brausetabletten und andere lösliche Medikamente können so viel Salz enthalten, dass schon damit allein die empfohlene Tagesdosis überschritten wird. Eine britische Studie hat die Auswirkungen dieses Natriumüberschusses überprüft. Ausgewertet wurden die Daten von 300.000 Patienten, die zwischen 1987 und 2010 mindestens zweimal ein natriumreiches bzw. alternativ ein natriumarmes Medikament verschrieben bekommen hatten.  Das Ergebnis: Wer das natriumreiche Mittel bekam, dessen Risiko für Herzinfarkt, Schlaganfall oder andere Herzkreislauferkrankungen stieg um 16 Prozent, für Bluthochdruck sogar um 700 Prozent.

Bislang müssen Pharmaunternehmen - im Gegensatz zu Lebensmittelherstellern - den Natriumgehalt ihrer Medikamente nirgendwo deklarieren. Das müsse sich angesichts dieser Ergebnisse ändern, betonen die Forscher im British Medical Journal. [tj]

Quelle: British Medical Journal

Meeresbiologie Saures Meerwasser macht Fische ängstlicher

Die Versauerung der Ozeane hat vielfältige Folgen für die darin lebenden Tiere. Meeres Ph-Prognosen gehen davon aus, dass der heutige ph-Wert von 8.1 durch unsere Kohlendioxid-Emissionen im Jahr 2100 bis auf 7.75 absinken wird. Konkret bedeutet das: mehr als doppelt so viel gelöstes CO2 wie heute.

Kanadische Meeresbiologen haben die Auswirkungen auf Fische untersucht. Für ihr Experiment haben sie Rotbarsche in Meerwasser gesetzt, das eben jenen ph-Wert hatte, wie er für das Ende unseres Jahrhunderts vorhergesagt wird. Die Fische wurden ängstlicher, sie mieden das Licht und das hielt - selbst nachdem sie wieder in normalem Seewasser schwammen - noch tagelang an. Im Fachblatt „Proceedings of the Royal Society B“ vermuten die Forscher, dass saures Wasser im Gehirn die Andockstellen für einen Botenstoff, GABA genannt, blockiert. [tj]

Quelle: Proceedings of the Royal Society B, doi: 10.1098/rspb.2013.2509

Verhaltensforschung Krähen sind ähnlich intelligent wie Primaten

Das haben Tübinger Forscher festgestellt. Sie hatten Rabenkrähen ins Visier genommen und diese Gedächtnisaufgaben lösen lassen. Die Tiere sollten an einem Computerbildschirm neue Bilder von bereits gezeigten unterscheiden. Nach einer kurzen Trainingsphase lag die Trefferquote bei annähernd 100 Prozent und das, obgleich die Aufgabe höchste Konzentration und geistige Flexibilität forderte.

 Während des Experimentes analysierten die Forscher das Gehirn der Krähen und dort zeigte sich: Je nachdem, ob ein bekanntes oder unbekanntes Bild erschien, waren andere Nervenzellen aktiv.

Das im Fachmagazin „Nature Communications“  veröffentlichte Resümee: Im Verlauf der Evolution wurde intelligentes Verhalten mehrmals und unabhängig voneinander hervorgebracht und hirnorganisch verwirklicht. Im Gehirn der Vögel könne man eine alternative Lösung dafür finden, wie mit verschiedenen anatomischen Voraussetzungen die gleichen Intelligenzleistungen erbracht werden. [tj]

Quelle: Nature Communications doi: 10.1038/ncomms3878, idw

27.11.2013

Biologie Die heimische Flora wird von Invasoren bedroht.

Das Bundesamt für Naturschutz (BfN) hat 38 problematische Pflanzenspezies identifiziert. Von diesen invasiven Arten seien 28 hierzulande so stark verbreitet, dass sie nicht mehr auszurotten seien, teilte das Amt auf seiner Webseite mit.

Die anderen zehn eingewanderten Arten, darunter die Wechselblatt-Wasserpest und der große Wassernabel, seien noch nicht so stark verbreitet und müssten daher vollständig beseitigt werden.

Hochgerechnet stellen knapp zehn Prozent der so genannten gebietsfremden Pflanzenarten in Deutschland eine Gefahr für die heimische Flora dar.

Das BfN prüfe daher ein Handelsverbot für die betreffenden Spezies.

Bundesweit haben sich demnach mehr als 400 gebietsfremde Pflanzenarten aktenkundig etabliert.

[mst]

Quelle: BfN

Biologie Seepferdchen sind aquadynamische Jäger.

Denn der Kopf der kleinen Meeresbewohner der Spezies Hippocampus zosterae ist derart geformt, dass das Wasser knapp oberhalb der Schnauze beim langsamen Heranpirschen an ihre Beute ruhig bleibt und nicht verräterisch aufwirbelt. Diese nun entdeckte aquatische Tarnvorrichtung beschreiben Zoologen der Universität von Texas in Austin im britischen Fachmagazin NATURE Communications.

Dank dieser anatomischen Besonderheit bleiben die Zwergseepferdchen von kleinen Ruderfußkrebsen unbemerkt. Haben sich die Räuber mit langsamen Fortbewegungen nah genug an ihre Beute herangearbeitet, saugen sie das Plankton mit einer schnalzenden Kopfbewegung ein.

[mst]

Quelle: Nature Communications (doi: 10.1038/ncomms3840)

Medizin Die sogenannte Schweinegrippe forderte mehr Menschenleben als angenommen.

Die Pandemie des Jahres 2009 forderte zehnmal mehr Todesopfer als die Weltgesundheitsorganisation WHO zunächst angenommen hatte. Weltweit werden der Influenza des Virenstammes H1N1 bis Mitte 2010 nun 18.631 Todesopfer zugeschrieben. Das geht aus einer Studie hervor, die ein internationales Medizinerteam im Auftrag der WHO erstellt hat und die Ergebnisse jetzt im Fachblatt PLOS Medicine veröffentlicht.

In Deutschland hingegen verlief die sogenannte Schweinegrippe-Pandemie glimpflicher als befürchtet. Später wurde Kritik laut, dass die Gefahr der Influenza als übertrieben dargestellt wurde.

Am 12.Juni 2009 hatte die WHO die weltweite höchste Pandemie-Warnstufe 6 ausgerufen.

[mst]

Quelle: PLOS Medicine (doi:10.1371/journal.pmed.1001558)

Genetik Private Gentests dürfen nicht mehr vertrieben werden.

Die US-amerikanische Lebensmittel- und Pharmabehörde FDA hat dem Unternehmen 23andme den weiteren Verkauf seiner Genetik-Tests untersagt. Als Grund gab die Behörde an, dass das Unternehmen nicht die erforderlichen Zulassungen bekommen hätte. Somit gebe es keine Sicherheit, dass die Test-Ergebnisse korrekt seien und daher Fehldiagnosen nicht ausgeschlossen werden können.

Den an 23andme adressierten Warnbrief hat die FDA auf ihrer Webseite veröffentlicht. Die Behörde räumt darin dem Konzern eine 15tägige Frist ein, um offene Fragen zu beantworten und die Vorwürfe gegebenenfalls zu entkräften.

23andMe erklärte in einem Blogeintrag, dass das Unternehmen in vollem Umfang mit der FDA kooperieren werde.

Die Firma offeriert zum Preis von 99 US-Dollar einen Speicheltest für Privatpersonen, bei dem unter anderem die Risiken für Erbkrankheiten ermittelt werden.

[mst]

Quelle: FDA.gov/http:blog.23andme.com

Biologie Eine Gen-Mutation bewirkt exzessiven Alkoholkonsum.

Das geht aus einer Studie hervor, die ein internationales Forscherteam im britischen Fachblatt NATURE Communications vorstellt. Bei ihren Experimenten sahen die Wissenschaftler, dass sich gesunde Mäuse nur selten oder nie für Alkohol entschieden, wenn ihnen neben der zehnprozentigen Alkoholhaltigen Flüssigkeit auch Wasser angeboten wurde.

Jedoch entschieden sich Mäuse, die eine Mutation im Gen Gabrb1 aufwiesen, in 85 Prozent der Fälle für den Alkohol. Den Studienautoren zufolge reicht damit die Mutation eines Gens bereits aus, um ein komplexes Verhalten wie Alkoholkonsum zu steuern.

In der nächsten Studie wollen die Mediziner überprüfen, ob auch Menschen mit dieser Genmutation zu häufigem Alkoholkonsum neigen.

[mst]

Quelle: Nature Communications (doi:10.1038/ncomms3816)

Biologie Männchen tappen in tödliche Sex-Fallen.

Zumindest unterliegen Männchen der heimischen Gottesanbeterinnen in Neuseeland dieser Gefahr. Das berichten Zoologen aus Auckland im Fachmagazin Biology Letters. Die Wissenschaftler sind der Frage nachgegangen, weshalb die vor mehr als 35 Jahren aus Südafrika eingewanderte Art Miomantis caffra die neuseeländischen Vertreter von Orthodera erfolgreich verdrängt. Die Antwort fanden die Forscher bei Laborversuchen: Demnach locken die zugewanderten Weibchen die einheimischen Männchen an, um sie beim Geschlechtsakt zu töten. Zu einer Befruchtung komme es jedoch nicht.

Der Duft der invasiven Weibchen hat demzufolge eine stärkere Anziehungskraft auf die Männchen als die Sexuallockstoffe ihrer  Artgenossinnen.

Dieser nun beobachtete sexuelle Kannibalismus gefährde zunehmend den Bestand der heimischen neuseeländischen Gottesanbeterinnen. 

[mst]

Quelle: Biology Letters (doi:10.1098/rsbl.2013.0746)

MO DI MI DO FR SA SO
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