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05.12.2013

Neurologie Zu viele Reize schaden dem Gehirn von Babies

Das hat eine Mäusestudie gezeigt, die heute im Fachblatt NATURE veröffentlicht ist. US-amerikanische Forscher hatten jungen Mäusen ab dem 15 Lebenstag täglich zehn Stunden lang einem Gemisch aus verschiedenen Tönen, natürlichen Geräuschen und weißem Rauschen ausgesetzt. Nach zehn Tagen wurden die Jungmäuse untersucht und dabei stellten die Forscher überraschend fest: Entgegen aller Erwartungen führte eine wiederholte und anhaltende Stimulation zu einer verringerten Gefäßdichte im Gehirn. Konkret bedeutete das: die Bildung neuer Verzweigungen war um 70 Prozent niedriger und das Längenwachstum der Adern um 80 Prozent geschrumpft.  In weiteren Versuchen konnten die Forscher feststellen, dass die Auswirkungen einer kurzfristigen  Reizüberflutung noch umkehrbar sind, nach einem Monat aber könne das Gehirn Defizite nicht mehr ausgleichen.

Was für Mäusebabies gelte, sei auf den Menschen übertragbar. Bei Säuglingen könne eine Überstimulation zu einer dauerhaft veränderten Gefäßarchitektur im Gehirn führen. Eine wissenschaftliche Absage an zu frühe Lernanreize. //[tj]//

Quelle: NATURE

Schwarmintelligenz Zankende Erdmännchen treffen die besten Entscheidungen

Besser auf jeden Fall, als wenn es keinen Konflikt in der Gruppe gäbe. Zu diesem Ergebnis kommt eine Studie zum Thema Schwarmintelligenz.  Untersucht hatten sie Erdmännchen. Bei der Futtersuche beispielsweise zeigte sich ganz klar: Gruppen mit unterschiedlichen Interessen wählen die reichhaltigeren Futterplätze als Gruppen mit vollkommen übereinstimmenden Interessen.

Die Studie belege: Gemeinsame Entscheidungen, die ohne Interessenskonflikt zustande kommen, sind häufig überraschend schlecht. Dies liege daran, dass gleichgesinnte Tiere oftmals in denselben Situationen die gleichen Fehler machen, im Kollektiv lassen sie sich nicht mehr gegenseitig ausgleichen. Sehr wahrscheinlich  - so die Forscher - seien die Studienergebnisse auch auf menschliche Gruppenentscheidungen anwendbar. //[tj]//

Quelle: MPIB Pressemitteilung

Paläontologie Schaben könnten die mächtigen Kothaufen der Dinos verputzt haben

Das vermuten slowakische Forscher im Fachorgan PLOS ONE. Kotbrocken der Dinosaurier hätten gut sieben Liter umfassen können und es seien auch bis zu 13 Zentimeter lange Holzstücke in versteinerten Kothaufen gefunden worden. Die Frage war lange, wer derartige Riesenhaufen beseitigt haben könnte. Nun legt eine Bernsteinanalyse nahe, dass es wohl die Schaben waren.

Kotreste in einer aus dem Libanon stammenden in Bernstein eingeschlossenen Schabe ließen diesen Schluss zu. Die Forscher hatten die Schabenlarve mit der sogenannten Synchrotron-Mikrotomografie untersucht. Im Darm fanden sie Holzpartikel, deren Form und Größe auf die Verdauung durch einen großen Pflanzenfresser deute. Da damals noch keine großen Säugetiere oder Reptilien lebten, müssten die Partikel von Dinosauriern stammen. //[tj]//

Quelle: PLOS One

Krebsforschung Die Lebenserwartung von Krebspatienten in Europa steigt

Das ist das Ergebnis der Studie EUROCARE 5, die die Daten von 10 Millionen Krebspatienten in 29 europäischen Ländern auswertet. Wie im Fachblatt The Lancet Oncology veröffentlicht, leben die Deutschen nach einer Krebsdiagnose am längsten. Wobei die Prognose von der jeweiligen Krebsart abhängt: Nach fünf Jahren leben 84 Prozent der Frauen mit einer Brustkrebsdiagnose noch, bei Lungenkrebspatienten nur noch 16 Prozent der Patienten.

In Osteuropa sind die Überlebenschancen von erwachsenen Krebspatienten am schlechtesten: sie liegen 15 bis 30 Prozent unter denen in Westeuropa. Als Grund führten die Wissenschaftler ein schlechter finanziertes Gesundheitswesen an aber auch Faktoren wie anderen Lebensbedingungen und einen anderen Lebensstil. //[tj]//

Quelle: The Lancet Oncology

Lärmforschung Formel 1- Zuschauer riskieren ihr Gehör

Während eines Rennens sind die Zuschauer einem Vielfachen der Lärmdosis ausgesetzt, die als täglicher Grenzwert gilt. US-amerikanische Akustikforscher haben  eine bis zu 85 mal höhere Lärmbelastung gemessen. Dabei hänge der Geräuschpegel aber stark davon ab, wo sich ein Zuschauer an der Rennstrecke aufhält: Am lautesten ist es an der Ausfahrt einer Haarnadelkurve, am leisesten vor einer S-Kurve.

Die Empfehlung der Forscher: Während des Rennens einen ausreichenden Gehörschutz tragen. //[tj]//

 

Quelle: Pressemitteilung des American Institute fo Physiscs, Agenturen

04.12.2013

Raumfahrt Private Raumfahrtfima bringt erstmals TV-Satelliten ins All.

Dis US-Firma SpaceX hat als weltweit erstes privates Raumfahrtunternehmen einen Kommunikationssatelliten auf eine geostationäre Erdumlaufbahn im All befördert. Der Auftrag kam vom Satellitenbetreiber SES aus Luxemburg.  Der Start der Rakete des Typs "Falcon 9" erfolgte vom Weltraumbahnhof Cape Canaveral in Florida. Er stellt den Einstieg von SpaceX ins lukrative Satellitengeschäft dar.  Nach Unternehmensangaben sind für die nächsten Jahre bereits knapp 50 weitere Starts mit einem Wert von rund vier Milliarden Dollar geplant.  Die Luxemburger SES, weltweit die Nummer zwei auf dem Satellitenmarkt, hatte ihre Produkte bisher von europäischen Ariane- oder russischen Proton-Raketen befördern lassen.

[luh]

Anthropologie Der "Millenium Man" ist kein direkter Vorfahr des Menschen.

Im Jahr 2000 entdeckten Anthropologen in Kenia die Überreste eines vor sechs Millionen Jahren ausgestorbenen Frühmenschen. Damals stellten sie die These auf, dass diese nach dem  Fundjahr als "Millenium Man" benannte Art – offiziell als Orrorin tugenensis bezeichnet – ein direkter Vorfahr des Menschen sein könnte. Dem haben US-Forscher nun widersprochen.   Sie verglichen 13 Merkmale des Oberschenkelknochens des "Millenium Man" mit denen von heutigen Menschen, Menschenaffen sowie Fossilien früherer Affen- und Homininenspezies. Den Analysen nach entwickelte sich der moderne Mensch nicht direkt aus Orrorin tugenensis. Allerdings könnte es eine der ersten Spezies gewesen sein, die sich aufrecht auf zwei Beinen fortbewegte, schreiben die Forscher im Magazin "Nature Communications".

[luh]

Quelle: Nature Communications / doi:10.1038/ncomms3888

Medizin Viele Ergebnisse von Medikamententests werden nicht publiziert.

Klinische Studien untersuchen die Wirksamkeit und Nebenwirkungen neuer Medikamentenwirkstoffe. Allerdings werden nur rund die Hälfte der Studien später auch öffentlich publiziert – zumindest in den USA. Das berichten französische Forscher im Magazin PLoS Medicine.   In den USA müssen seit 2008 alle klinischen Versuche, die der Zulassung von Medikamenten dienen, per Gesetz in einer zentralen Datenbank erfasst werden. Die Forscher verglichen, welche der dort hinterlegten Ergebnisse auch in Fachmagazinen erschienen. Dabei zeigte sich, dass knapp die Hälfte der überprüften Studien gar nicht veröffentlicht wurde. Bei den publizierten Arbeiten fehlten häufig wichtige Angaben zur Wirksamkeit, aber auch ernsten Nebeneffekten der getesteten Wirkstoffe.

[luh]

Quelle: PLoS Medicine / doi: 10.1371/journal.pmed.1001566

Biologie Killerwale jagen nachts nach Gehör.

Orcas können ihre Beute auch bei absoluter Dunkelheit erwischen, ohne ihre eigene Echoortung einzusetzen. Das haben britische Biologen herausgefunden.   Sie statteten Killerwale mit speziellen Aufnahmegeräten aus, um die Geräusche der Tiere bei der Jagd zu erfassen. Es zeigte sich, dass die Orcas auch nachts jagen. Dabei verzichten sie aber auf eigene Klicklaute zur Orientierung, um ihre Beute nicht vorzuwarnen. Vielmehr hören sie auf die Geräusche ihrer potentiellen Opfer, beispielsweise den Rufen von Seehunden, um sich lautlos anzupirschen.   Die Forscher präsentierten ihre Ergebnisse bei Tagung der US-amerikanischen Gesellschaft für Akustik in San Francisco.

[luh]

Informationstechnologie Es passen mehr Daten in eine Glasfaser.

Schweizer Forscher  haben ein Verfahren entwickelt, mit dem sich kurze, schnell aufeinander folgende Laserlichtpulse besser gegeneinander abgrenzen lassen. Mit der Technik lässt sich die Menge der in einem Glasfaserkabel übertragenen Daten um das Zehnfache steigern. Sie könnte helfen, bestehende Telekommunikationsnetze effektiver zu nutzen.   In Glasfasern werden Daten in Form kurzer Lichtpulse übertragen, die digitale Einsen und Nullen repräsentieren. Die Dichte dieser Lichtpulse und damit die Datenrate sind allerdings beschränkt, weil es bei einer zu schnellen Abfolge zu störenden Interferenzen kommen kann.   Die neue Technik beeinflusst das Lichtspektrum der Laserpulse so, dass sie auch bei ultrakurzen Abständen noch eindeutig erkannt werden können.  Nach Angaben der Forscher ließe sich die nötige Elektronik auf einfachen Sende- und Empfängerchips integrieren. Die Studie erscheint im Fachmagazin Nature Communications.

[luh]

Quelle: Nature Communications

Ökologie Bienen sind weitaus nützlicher für die Landwirtschaft als bisher gedacht.

Sie sorgen nicht nur für die Bestäubung von Pflanzen, sondern steigern offenbar auch Menge und Qualität der Ernte. Das berichten Wissenschaftler der Universität Göttingen in der Fachzeitschrift Proceedings of the Royal Society B.  Die Forscher machten Experimente mit Erdbeerpflanzen. Auf einem Versuchsfeld bauten sie neun Arten an, wobei jeweils ein Teil der Pflanzen so abgedeckt wurden, dass sie nicht mehr durch Bienen, sondern nur noch durch windverblasene Pollen befruchtet werden konnten. Jene Erdbeerpflanzen, die von Bienen bestäubt wurden, lieferten schwerere, festere und rotere Früchte, die sich zudem auch länger hielten.  Der treibende Faktor für bessere Erträge und Qualität sei die Produktion von hormonellen Wachstumsregulatoren, die bei der Bestäubung durch die Bienen ausgelöst würde, so die Forscher. Solche Effekte gebe es wahrscheinlich auch bei anderen Nutzpflanzen.

[luh]

Quelle: Proc Roy Soc B // DOI: 10.1098/rspb.2013.2440

03.12.2013

Ozeanologie Lärm in den Ozeanen soll genauer erforscht werden.

Das ist die Absicht von Forschern der University of Aberdeen und der Syracuse University. Die Wissenschaftler haben ein System entwickelt, mit dem sie erkunden wollen, welches Schiff wie viel Lärm im Meer verursacht. Dafür kombinieren sie Lärmmessungen mit Beobachtungsdaten von Schiffen: zum einen mit den Daten von Online Schiff-Tracking Systemen, zum anderen mit Zeitrafferaufnahmen von der Küste. Zum Einsatz kommen soll dieses System am Moray Firth. Der Meeresarm beginnt im Norden Schottlands kurz vor Inverness und zieht sich weit in die Nordsee. Er steht unter Naturschutz und ist Heimat von Walen, Robben und des Großen Tümmlers. Die Tiere orientieren sich und kommunizieren unter Wasser mit Hilfe von Geräuschen. Gleichzeitig werden in den Häfen rund um den Moray Firth die Schiffe und Windanlagen für die Offshore-Windparks auf den Weg gebracht. Die Forscher erhoffen sich von ihrer Arbeit eine fundamendierte Aussage darüber, welche Schiffe am lautesten unter Wasser klingen – und damit Wale oder Delphine am meisten stören.

[gä]

         

Quelle: eurekalert

Linguistik Der Koalitionsvertrag ist komplizierter formuliert als politikwissenschaftliche Doktorarbe

Zu diesem Schluss kommen Forscher der Universität Hohenheim. Die Wissenschaftler hatten den Text des Vertrages einer Analyse unterzogen, bei der sie Syntax und Vokabular untersuchten. Dabei suchten die Forscher mithilfe eines Programms nach sehr langen Sätzen, Fachbegriffen oder langen, zusammengesetzten Worten. Das Ergebnis bewerteten sie auf einer Skala von 0 – unverständlich bis 20 – sehr verständlich mit 3,48. Die durchschnittliche politikwissenschaftliche Doktorarbeit erreicht immerhin 4,7, Artikel der Bildzeitung 16,8. Zu Abwertung führten unter anderem Worte wie „Spitzenclusterwettbewerbe", „Landesbasisfallwert“, oder „Transphobie“ sowie eine Satzlänge, die oft 30 Worte überschreitet und bis zu 86 erreichen kann.

[gä]

Quelle: idw

Ökologie Ökologisch gesehen steht der Mensch nicht am Ende der Nahrungskette.

Er steht vielmehr auf einer Stufe mit Tieren wie dem Schwein oder den Heringen. Zu diesem Ergebnis kommen Forscher aus Frankreich. Die Wissenschaftler hatten berechnet, auf welcher Trophieebene der Mensch wissenschaftlich anzusiedeln sei. Mit der Trophieebene verdeutlichen Ökologen die Stellung eines Lebewesens in der Nahrungskette mithilfe eines Werts von 1 bis 5. Er errechnet sich aus der Diät des Lebewesens – Bodenbakterien, die Licht verwenden, erhalten den Wert 1, Eisbären oder Orcas, die fast nur andere Fleischfresser vertilgen, 5. Der Mensch erhält auf dieser Skala den Wert 2,21. Wie die französischen Forscher weiter schreiben, fällt dieser Wert regional unterschiedlich aus. Er korreliert dabei sehr genau mit Indikatoren der Weltbank für die Entwicklungsstufe einer Region. Nach ihrer Auffassung (der Forscher) ergibt sich aus ihren Berechnungen ein einfacher Index, mit dem die Entwicklungsstufe einer Region, Tendenzen in der Ernährung und die ökologischen Folgen für die Welt interpretiert werden können.

[gä]

     

Quelle: nature/spektum/pnas

Neurologie Die Hirne von Mann und Frau sind unterschiedlich verschaltet.

Das notieren Forscher der University of Pennsylvania und Kollegen in PNAS. Die Wissenschaftler hatten mithilfe eines Magnetresonanztomografen die räumliche Struktur von Neuronen untersucht. Dabei entdeckten sie, dass im Großhirn von Frauen mehr Verbindungen zwischen den beiden Hirnhälften ausgebildet waren, bei Männern dagegen waren die Nervenzellen innerhalb der Hirnhälften enger verknüpft. Die Forscher vermuten, dass Frauen deshalb analytische und intuitive Informationen besser kombinieren könnten, Männer hingegen Wahrnehmungen und Handlungen. Dieser Unterschied bildet sich offenbar erst während der Pubertät aus. Bei unter 13-jährigen ließ sich kaum ein Unterschied erkennen, so die Wissenschaftler weiter. Die Wissenschaftler haben 949 Männer und Frauen im Alter von 8 bis 22 Jahren untersucht.

[gä]

Quelle: pnas

Paläontologie Das Futter formte den Schnabel der Saurier.

Warum manche Saurierarten einen Schnabel entwickelten, ist unter Paläontologen Gegenstand der Diskussion. Eine wichtige These ist, dass der Schnabel leichter als ein Kiefer ist. Saurier, die fliegen konnten, hätten es daher mit einem Schnabel leichter gehabt. Ein Forscherteam aus Großbritannien widerspricht jetzt dieser These. Die Wissenschaftler hatten berechnet, wie sich die Kräfte beim Kauen verteilen und welchen Belastungen die Saurierschädel ausgesetzt waren. Das Ergebnis zeige, so das Team in PNAS, dass die festen Schnäbel die Kaukräfte besser verteilen und so den Schädel stabiler werden ließen. Diese Entwicklung habe sich sehr wahrscheinlich eingestellt, als die betreffenden Saurierarten damit begannen, Pflanzen statt Fleisch zu fressen.

[gä]

Quelle: pnas

02.12.2013

Genforschung Mäuse geben Angst über die Gene weiter

Männliche Mäuse können schlechte Erfahrungen, die sie im Laufe ihres Lebens gemacht haben, über Generationen hinweg an ihre Nachkommen vererben. Das berichten Forscher aus Atlanta im Fachmagazin „Nature Neuroscience“.  Sie hatten Mäuse darauf konditioniert, den Duft von Kirschblüten mit Angst in Verbindung zu bringen. Auch in den beiden folgenden Generationen war diese Verbindung noch nachzuweisen, obwohl der Nachwuchs nie gelernt hatte, den Duft mit Furcht zu assoziieren. In den Spermien der Mäuseväter konnten die Forscher Veränderungen an der DNA nachweisen, die für dieses Phänomen verantwortlich sein dürfte.  Den Experten nach sind jedoch weitere Studien nötig, die den Mechanismus aufklären, über den die genetische Information in Veränderungen im Gehirn umgesetzt wird. //[ar]//

Quelle: Nature Neuroscience http://dx.doi.org/10.1038/nn.3594

Physik Der Rote Planet ist eine gigantische CO2-Pumpe

In warmen Regionen des Mars gibt der Boden des Planeten Kohlendioxid ab, während er in schattigen Gegenden das Gas wieder einsaugt. Diesen bisher unbekannten Mechanismus beschreiben Forscher der Universität Duisburg-Essen im Fachblatt „Nature Physics“.  Neben einem starken Temperaturgefälle weise der Mars noch eine weitere Eigenschaft auf, die diesen Mechanismus ermögliche: Der Druck seiner Atmosphäre liegt nur bei wenigen Millibar. Bei deutlich höheren Drücken,  wie etwa auf der Erde, funktioniere dieser Gasaustausch durch das Erdreich nicht.  Entdeckt haben die Forscher diese Zusammenhänge durch Laborexperimente an einer Schicht Staub, die dem Marsboden in seiner oberen Lage ähnelt. //[ar]//

Quelle: Nature Physics DOI: 10.1038/nphys2821

Gedächtnisforschung Das räumliche Umfeld hilft beim Erinnern

Erinnerungen sind eng mit Orten verknüpft. Das konnte ein deutsch-amerikanisches Forscherteam zeigen. Wie sie im Fachblatt „Science“ berichten, belegt das menschliche Gedächtnis Inhalte mit räumlichen Informationen, die beim Abrufen der Erinnerungen aktiviert werden.  In einem virtuellen Gedächtnisexperiment sollten Probanden verschiedene Gegenstände an unterschiedliche Orte ausliefern und sich anschließend an möglichst viele Objekte erinnern. Dabei wiesen genau jene Nervenzellen eine erhöhte Aktivität auf, die den Lieferort beim Abspeichern der Inhalte kodiert hatten.  Dass bestimmte Nervenzellen den Ort einer Person abbilden, war bereits bekannt. Nun habe sich herausgestellt, dass dieselben Zellen  auch eine wichtige Rolle bei Gedächtnisprozessen spielen. //[ar]//

Quelle: Science, idw 10.1126/science.1244056

Neurologie Soldaten leiden unter Langzeitfolgen von Gehirnerschütterungen

Soldaten, die durch eine Explosion eine leichte Gehirnerschütterung erlitten haben, zeigen auch mehr als vier Jahre später noch Veränderungen an Nervenzellen im Gehirn, die für eine kognitive Beeinträchtigung verantwortlich sein könnten. Das berichten Mediziner aus St. Louis heute auf einer Fachtagung der Radiologischen Gesellschaft von Nordamerika.  Die Wissenschaftler hatten Soldaten  mit Hilfe eines speziellen Verfahrens untersucht, das auf der Magnetresonanz-Tomographie beruht. Dieses Verfahren stellt Schäden fest in der weißen Substanz des Gehirns, die vor allem der Signalweiterleitung dient. Bei allen untersuchten Soldaten fanden die Mediziner solche Veränderungen. Als Vergleichsgruppe dienten gesunde Probanden.  Außerdem konnten die Forscher zeigen, dass die Gehirnschäden korreliert waren mit einer geringeren Aufmerksamkeit und einem schlechteren Gedächtnis. //[ar]//

Quelle: Eurekalert

Astronomie Der Komet ISON hat seinen Vorbeiflug an der Sonne nicht überlebt.

Das berichtet heute das Max-Planck-Institut für Sonnensystemforschung in Katlenburg-Lindau. Nach jüngsten Berechnungen sei der feste Kern des Kometen schon vor dem Sonnenvorbeiflug  in zwei oder mehr Stücke zerbrochen, wie eine Sprecherin des Instituts erklärte.  Während der Sonnenpassage am Donnerstagabend habe es zwar noch aktive Teile gegeben, die Staub spuckten. Inzwischen gebe es diese Emissionen aber nicht mehr. Das erhoffte Licht-spektakel  am vorweihnachtlichen Himmel werde es definitiv nicht geben. //[ar]//

Quelle: dpa

Onkologie Forscher entdecken eine Schwachstelle von Krebs-Stammzellen

Kanadische Wissenschaftler haben einen Ansatz gefunden, mit dem sich widerstandsfähige Krebszellen bekämpfen lassen. Gegen diese Krebs-Stammzellen wirken nur wenige Medikamente. Außerdem haben sie die Fähigkeit, sich selbst zu regenerieren und auch andere Krebszellen zu bilden.  Die Forscher aus Toronto haben bei Mäusen eine Eiweißverbindung gefunden, die eine wichtige Rolle spielt für das Überleben von Darmkrebs-Stammzellen, das Protein BMI-1. Sie konnten eine Substanz entwickeln, die dieses Protein im Körper abfängt. Mit ihr ließ sich das Wachstum von Krebszellen im Versuch an Mäusen beeinträchtigen, wie die Wissenschaftler in „Nature Medicine“ berichten. Die Forscher hoffen nun, mit Hilfe der Substanz ein Medikament entwickeln zu können, mit dem sich eine Darmkrebs-Therapie unterstützen ließe. //[ar]//

Quelle: Nature Medicine, http://dx.doi.org/10.1038/nm.3418

29.11.2013

Genforschung Fachblatt zieht eine umstrittene Genmaisstudie zurück

Ein Jahr  nach der Veröffentlichung einer umstrittenen Studie zur Krebsgefahr durch Genmais hat das Fachmagazin „Food and Chemical Toxicology“ beschlossen, die Arbeit zurück zu ziehen. Es gebe Bedenken, dass die Zahl der Versuchstiere zu niedrig gewesen sei. Außerdem sei der Rattenstamm, der verwendet wurde, für das Experiment nicht geeignet gewesen. Das teilte der zuständige Verlag Elsevier gestern im amerikanischen Cambridge mit.  Eine Forschergruppe von der Universität Caen im Westen Frankreichs hatte im November 2012 berichtet, dass gentechnisch veränderter Mais bei Ratten Krebs verursache. Zahlreiche Wissenschaftler hatten damals das Design der Studie kritisiert. [ar]

Quelle: Elsevier, dpa, http://www.elsevier.com/about/press-releases/research-and-journal

Entomologie Ohrenkneifer sind Meister der chemischen Verteidigung

Insekten der Ordnung Dermaptera, bekannt als Ohrenkneifer oder Ohrwürmer, schützen sich mit einer Wolke von Chemikalien gegen Bakterien, Pilze und Parasiten. Das berichten Forscher aus Gießen im „Journal of Insect Physiology“.  Sie hatten untersucht, welche Substanzen sich in dem Sekret befinden, mit dem sich die Insekten  gegenüber ihren Fressfeinden verteidigen. Dabei stellten sie auch fest, dass die Ohrwürmer ständig von einem feinen Nebel des Sekrets umgeben sind.  Weil die Tiere unterirdisch leben, sind sie besonders häufig Bakterien und anderen Pathogenen ausgesetzt, gegen die sie offenbar die chemische Verteidigung entwickelt haben. [ar]

Quelle: Journal of Insect Physiology, BBC http://dx.doi.org/10.1016/j.jinsphys.2013.09.

Psychologie Der Bauch kennt das Herz

Das Bauchgefühl sagt verlässlicher die langfristige Qualität einer Partnerschaft vorher als Antworten auf einen Fragebogen. Das berichten Forscher aus den USA im Fachmagazin „Science“.  Die Wissenschaftler hatten rund 140 frisch verheiratete Paare über vier Jahre hinweg begleitet und regelmäßig darüber befragt, wie zufrieden sie mit ihrer Partnerschaft seien. Dazu mussten die Paare in einem Fragebogen Auskunft über die Qualität ihrer Beziehung geben. Gleichzeitig wurden sie einem Test unterzogen, der ihre innere Einstellung der Partnerschaft gegenüber abbilden sollte: Die Probanden mussten einordnen, ob ein bestimmter Begriff eher positiv oder negativ besetzt sei. Dabei wurde die Reaktionszeit der Probanden erfasst, nachdem sie ein Bild ihres Partners gesehen hatten.  Diese Reaktionszeit  ist nach Angaben der Forscher ein gutes Maß dafür, ob die Ehe auch noch nach vier Jahren glücklich ist. [ar]

Quelle: Science, Nature News 10.1126/science.1243140

Archäologie Forscher finden die älteste Latrine der Welt

Forscher aus Argentinien haben hunderte Stücke von versteinertem Kot gefunden. Die fossilen Hinterlassenschaften sind rund 240 Millionen Jahre alt und deuten darauf hin, dass der Fundort als eine gemeinsame Latrine genutzt wurde, und zwar von pflanzenfressenden Reptilien, die zu den Vorläufern der Säugetiere zählen. Diese sogenannten Dicynodontia trafen sich offenbar an der Latrine, um ihr Sozialleben zu pflegen, wie die Forscher in den „Scientific Reports“ berichten. Denn solch ein Verhalten sei auch heute noch bei Säugetieren zu beobachten. Von Reptilien kannte man es aber bisher nicht. [ar]

Quelle: Scientific Reports, http://dx.doi.org/10.1038/srep03348

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