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10.12.2013

Gleichberechtigung Wissenschaftlerinnen erhalten weniger Geld für Studien als Forscher.

Und ihre Arbeiten werden seltener publiziert als die ihrer männlichen Kollegen. Das schreiben unabhängig voneinander zwei Forscherteams aus Großbritannien und Kanada in den Fachblättern BMJ OPEN und NATURE. Das britische Team stützt sich auf die Auswertung von mehr als 6000 Studien des vergangenen Jahrzehnts, sowie die Finanzierung von Forschungsprojekten. Diese legen den Schluss nahe, dass sich die Benachteiligung von Wissenschaftlerinnen seit 2000 nicht verändert habe. Die kanadische Forschergruppe hat die Autorennennung von 5,4 Millionen Fachartikeln analysiert. Zusätzlich zu der Beobachtung, dass Frauen deutlich seltener publiziert wurden als Männer - obwohl es mehr Studentinnen gebe als Studenten - stellte das Team aus Montreal fest, dass Studien von Wissenschaftlerinnen auch noch seltener zitiert wurden als die ihrer Kollegen.

[gä]

Quelle: alphagal/eurekalert

Geophysik Die niedrigste Temperatur der Erde liegt jetzt bei unter minus 90 Grad.

Sie wurde vom NASA-Satellit Landsat im August 2010 in einem  Gebirge der östlichen Antarktis gemessen. Die Temperaturen sanken in dieser Region auf minus 93 bis minus 94,7 Grad - das sind gut vier Grad unter dem bisherigen Kälterekord, der an der russischen Südpolarstation Vostock gemessen wurde. Die Werte präsentierten US-Forscher auf der Jahrestagung der Amerikanischen Geophysikalischen Union in San Francisco. Einen offiziellen Rekord stellen sie jedoch nicht dar, da sie vom Weltall aus gemessen wurden.

[gä]

          

Quelle: the guardian/bbc/spiegel

Medizin Der Nobelpreisträger für Medizin, Randy Schekman, will Fachmagazine boykottieren

Fachblätter wie SCIENCE, CELL oder NATURE verfälschten durch ihren Einfluss die Arbeit von Wissenschaftlern, begründet der Forscher in der britischen Tageszeitung THE GUARIDIAN seine Entscheidung. Im Einzelnen kritisiert Randy Schekmann, dass die Journale die Zahl der von ihnen veröffentlichten Artikel willkürlich begrenze. Die wissenschaftliche Bedeutung messen Fachblätter aber darin, wie oft sie zitiert werden -  Redakteure wählten daher oft Studien mit einer großen, öffentlichen Wirkung aus und nicht nach wissenschaftlichen Kriterien. Der Forscher kündigte an, künftig keine Studien mehr in CELL, NATURE oder SCIENCE veröffentlichen zu wollen. Randy Schekman erhielt heute in Stockholm seinen Nobelpreis. 

[gä]

Quelle: the guardian

Raumfahrt Eine Marsreise würde das Krebsrisiko der Astronauten etwas erhöhen.

Das notiert ein internationales Forscherteam, an dem Wissenschaftler des DLR und der Christian Albrechts Universität in Kiel mitgearbeitet haben, in SCIENCE. Das Team stützt sich auf Messdaten des Marsrovers Curiosity. Diese umfassen 300 Marstage und zeigen, dass ein entsprechend langer Aufenthalt die Strahlenbelastung eines Raumfahrers um 0,32 Sievert erhöhte. Einschließlich Hin- und Rückreise ergäbe sich eine Strahlenbelastung von gut 0,8 Sievert. Das ist etwas mehr, als Astronauten während ihrer gesamten Laufbahn ausgesetzt sein dürfen. Ein Flug zum Mars und zurück würde das Krebsrisiko der Reisenden um rund drei Prozent erhöhen, so die Wissenschaftler weiter.

[gä]

Quelle: science/idw/spiegel

Umwelt Die kommenden EU-Grenzwerte für Feinststaub schützen die Menschen schlecht.

Als Feinststaub werden in der Luft schwebende Partikel bezeichnet, die kleiner als 2,5 Mikrometer sind. Sie gelten als besonders gefährlich, weil sie in die Blutbahn eindringen und zum Beispiel Allergien, Asthma oder Krebs auslösen können. Die EU führt daher einen verbindlichen Grenzwert für diese Partikel ab 2015 ein - er wird allerdings mehr als doppelt so hoch liegen wie von der WHO empfohlen und sollte überdacht werden. Zu diesem Schluss kommen Forscher aus den Niederlanden in THE LANCET.  Die Umweltmediziner hatten 22 Studien mit den Daten von 367.000 Menschen in 13 westeuropäischen Ländern ausgewertet. Sie stellten fest, dass eine Erhöhung der Belastung mit besonders feinen Staubpartikeln um fünf Mikrogramm pro Kubikmeter die Sterbewahrscheinlichkeit um rund sieben Prozent erhöhe.

[gä]

09.12.2013

Zoologie Bettwanzen überleben Minustemperaturen länger als gedacht

Kleidungsstücke oder Gegenstände, in denen sich Bettwanzen eingenistet haben, sollten in den Tiefkühlschrank gelegt werden. Allerdings können Bettwanzen tiefe Temperaturen länger schadlos überstehen, als bislang angenommen wurde. Im "Journal of Economic Entomology" berichten US-amerikanische Insektenforscher über die Ergebnisse einer aktuellen Versuchsreihe. Demnach sterben Bettwanzen zu 100 Prozent ab, wenn sie mindestens 80 Stunden, also dreieinhalb Tage lang einer Temperatur von minus 16 Grad Celsius ausgesetzt werden. Bei minus 20 Grad Celsius sterben alle Wanzen-Stadien bereits nach 48 Stunden. Die Forscher entdeckten, dass Wanzen–Eier sogar Temperaturen von bis zu minus 25 Grad überleben können – allerdings nur für kurze Zeit. [mawi]

Biologie Regensburger Forscher entdecken Archaeen auf menschlicher Haut

Bekannt ist, dass diese Mikroorganismen unter extremen Umweltbedingungen leben können - etwa in der Nähe von heißen Quellen am Grunde der Tiefsee. Regensburger Forscher haben jetzt entdeckt, dass Archaeen auch auf der Haut von Menschen leben. Bei einigen Versuchspersonen hätten Archaeen bis zu zehn Prozent sämtlicher auf der Haut befindlichen Mikroorganismen ausgemacht. Es handele sich um Archaeen, die in den Stickstoffkreislauf eingebunden sind. Möglicherweise seien sie am Aufbau des Säuremantels der Haut beteiligt, so die Forscher. Viele Fragen seien aber noch offen - etwa wie sich die Zahl der Archaeen auf die Hautgesundheit auswirke. Unklar ist auch, ob die Zahl der Archaeen auf der Haut im Laufe des Lebens schwankt – oder stabil bleibt. [mawi]

Biologie Nur wenige Arten altern so wie der Mensch

Gängige Theorien gehen davon aus, dass die Wahrscheinlichkeit zu sterben mit dem Alter zunimmt – wie beim Menschen. Max-Planck-Forscher aus Rostock und Odense haben Sterblichkeiten von 46 Arten untersucht und so unterschiedlichste Alterungsmuster entdeckt. So gebe es Arten wie den Süßwasserpolypen Hydra oder den Einsiedlerkrebs. Deren Sterblichkeit verändere sich über das gesamte Leben nicht. Ihr Körper scheine auch nicht zu degenerieren, während die Lebenszeit verstreicht. Bei anderen Arten werde mit zunehmendem Alter die Wahrscheinlichkeit zu sterben sogar immer kleiner. Das gelte für Korallen wie die Farbwechselnde Gorgonie, für Eichen oder auch die Kalifornische Gopherschildkröte. In der Natur gebe es beinahe alle denkbaren Typen von Lebensverläufen, so die Forscher im Fachblatt "Nature". Um zu verstehen, warum die Evolution das Altern geschaffen hat, müssten umfangreichere Daten über alle Arten gesammelt werden. Bislang gebe es Daten vor allem zu Säugetieren und Vögeln, kaum aber zu wirbellosen Arten, oder zu Algen, Pilzen und Bakterien. [mawi]

Medizin Mit einer Knochenmarktransplantation allein lässt sich HIV nicht heilen

Zwei Patienten, von denen Ärzte hofften, dass sie nach einer Knochenmarktransplantation von ihrer Krebserkrankung, einem Lymphom, geheilt wären und gleichzeitig auch die HI-Viren in ihrem Körper aus eigener Kraft und ohne Medikamente kontrollieren könnten, haben beide einen Rückfall erlitten. Beide Männer würden wieder eine Kombinationstherapie gegen HIV einnehmen, teilten die Mediziner des Brigham and Women's Hospital in Boston mit. Aids-Forscher hatten gehofft, dass dank der Knochenmarktransplantation ein neues Immunsystem aufgebaut wird, das alle infizierten Zellen im Körper der Patienten aufspürt und zerstört. 2008 war in Berlin ein Patient nach einem ähnlichen Konzept behandelt worden. Dieser kommt seitdem ohne AIDS-Medikamente aus. Der Mann hatte allerdings Stammzellen von einem Spender mit einer seltenen genetischen Variante erhalten, die Blutzellen unempfindlich für das AIDS-Virus macht. Das Virus kann diese Zellen nicht infizieren.  [mawi]

Geologie Im Indischen Ozean gibt es das heißeste flüssige Wasser der Erde

Es strömt im sogenannten Edmond-Hydrothermalfeld am Zentralindischen Rücken in 3300 Metern Wassertiefe aus einem Black Smoker-Kamin. Die mittlere Temperatur liege bei 418 Grad Celsius. Mit einem Tauchroboter seien vereinzelt Spitzenwerte von bis zu 436 Grad gemessen worden, teilten deutsche Ozeanographen an Bord des Forschungsschiffs "Sonne" heute mit. Unter normalen Umständen verdampft Wasser ab 100 Grad. Das Wasser, das aus Black Smokern strömt, bleibt wegen der hohen Drücke flüssig. Die im Edmond-Feld gemessenen Temperaturen von 418 Grad entsprechen etwa dem Maximum dessen, was in der Wassertiefe bei Drücken von 330 bar physikalisch möglich ist, ohne dass das Wasser siedet. [dr/hk]

06.12.2013

Tsunami Glitschiger Ton löste Erdbeben aus

Eine dünne Lage glitschiger Ton in der Erdkruste war für den verheerenden Tsunami an der Küste Japans im März 2011 verantwortlich. Das berichten japanische Forscher im Fachmagazin "Science".

Die Wissenschaftler untersuchten von einem Bohrschiff aus die Grenzschicht der beiden tektonischen Platten, die sich bei dem Erdbeben gegeneinander verschoben hatten. Die Bohrproben aus mehr als 800 Meter unter dem Meeresgrund zeigten, dass die sogenannte Störungszone in einer nur fünf Meter dicken Schicht aus Ton lag. Üblicherweise rechnen Geologen bei Erdbeben mit rund zehn Mal so dicken Störungszonen.

Messungen ergaben, dass die dünne Tonschicht im feuchten Zustand und unter hohem Druck viel rutschiger werden kann als übliche Gesteinsschichten.

Bei dem Seebeben, das den Tsunami auslöste, hatten sich die Platten entlang der Störungszone zum Teil um mehr als 50 Meter gegeneinander verschoben. //luh//

Quelle: Science/DOI: 10.1126/science.1243719

Duft Taufliegen riechen Orangen für die Eiablage

Taufliegen der Art "Drosophila melanogaster" sind bei der Suche nach einem geeigneten Eiablageplatz wählerischer als bisher gedacht. Forscher des Max-Planck-Instituts für chemische Ökologie in Jena fanden in Verhaltensexperimenten heraus, dass die Tiere ihre Eier bevorzugt auf Zitrusfrüchte ablegen. Die Insekten besitzen im Hirn einen Duftrezeptor, der spezifisch auf Zitrusduft anspricht.

Die Eiablage auf Orangen ist von Vorteil, weil parasitäre Wespen, die sich von den Fliegenlarven ernähren, Zitrusfrüchte meiden. Derselbe Duft, der die Fliegen anlockt, schreckt die Wespen ab.

Taufliegen, denen die Forscher den Zitrusduft-Rezeptor ausgeschaltet hatten, konnten ihre Lieblingsfrüchte nicht mehr von anderen Früchten unterscheiden.

Die Studie ist in der Fachzeitschrift "Current Biology" erschienen. //luh//

Quelle: Current Biology/DOI 10.1016/j.cub.2013.10.047

Sonne Forscher entlarven gewaltige Hitzewirbel

Seit mehr als 50 Jahren postulieren Astrophysiker, dass es auf der Sonne riesige Konvektionszellen geben müsse, welche die Hitze tief aus dem Inneren des Sterns an die Oberfläche transportieren. Jetzt glauben Forscher der NASA in jahrelangen Bildfolgen der Forschungssonde "Solar Dynamics Observatory" erstmals Hinweise dafür gefunden zu haben. Den Beobachtungen nach soll es sich um riesige Wirbelstrukturen handeln, die ständig das äußerste Drittel des Sonneninneren durchmischen. Sie haben einen Durchmesser von mehreren Hunderttausend Kilometern und können über Monate hinweg bestehen.

Bisher waren von der Sonne nur deutlich kleinere, körnerartige Konvektionsmuster an der Oberfläche bekannt. Diese sogenannten Granulen und Supergranulen sind nur rund 1000 beziehungsweise 30.000 Kilometer groß und bleiben maximal einen Tag lang aktiv. Die Studie ist im Magazin "Science" erschienen. //luh//

Quelle: Science/DOI: 10.1126/science.1244682

Vogeljagd Krokodile nutzen Stöckchen als Köder

Vögel sind eine so beliebte wie flüchtige Beute von Krokodilen. Um sie leichter fangen zu können, haben die Reptilien eine besondere Strategie entwickelt. US-Forschern berichten im Fachmagazin "Ethology, Ecology and Evolution", dass Krokodile gezielt Stöckchen und kleine Zweige sammeln, um sie dann als Köder aus ihrem Maul ragen zu lassen.

Wenn Vögel auf der Suche nach Nestbaumaterial sich den im Schlamm getarnten Krokodilen nähern, brauchen diese nur noch zuzuschnappen.

Den Trick mit den Stöckchen nutzen die Krokodile nur während der Paarungszeit der Vögel, weil diese nur dann Material für den Nestbau suchen.

Nach Angaben der Forscher ist dies der erste bekannte Fall, dass ein Raubtier nicht nur Objekte als Lockmittel nutzt, sondern dabei auch saisonale Verhaltensweisen seiner Beute berücksichtigt. //luh//

Quelle: Etholody, Evology & Evolution/DOI: 10.1080/03949370.2013.858276

Biologie Zitronenhaie behalten ihre Kinderstube bei

Man kennt es von Aalen, Lachsen oder Meeresschildkröten. Wenn es darum geht, Nachwuchs in die Welt zu setzen, kehren die Weibchen an den Ort zurück, an dem sie selbst geboren wurden.

US-Forscher haben das gleiche Verhalten jetzt erstmals auch bei Zitronenhaien nachgewiesen. Diese Art kommt rund um die Bahama-Inseln vor. Trächtige Zitronenhai-Weibchen schwimmen für die Geburt gezielt in jene Lagunen, in denen sie selbst das Licht der Welt erblickten. Das konnten die Wissenschaftler anhand von DNA-Tests an den Haien zeigen.

Auch andere Haiarten könnten einen solchen Trieb besitzen. Die Studie, im Magazin Molecular Ecology erschienen, liefere neue Argumente dafür, die Fischerei in bestimmten Meeresregionen zum Schutz der Haie einzuschränken, so die Forscher.

Zitronenhaie werden typischerweise erst nach rund 14 Jahren geschlechtsreif. Die Rückkehr der trächtigen Hai-Weibchen an ihren Geburtsort konnten die Wissenschaftler erst nachweisen, nachdem sie Gendaten aus 17 Untersuchungsjahren analysiert hatten. // luh//

Quelle: Molecular Ecology /DOI: 10.1111/moe.12583

Weltall Das Jade-Kaninchen kreist schon um den Mond

Genau 112 Stunden nach dem Start hat der erste chinesische Mondrover die Umlaufbahn des Mondes erreicht. Das berichtete die staatliche Nachrichtenagentur Xinhua. Das Mondfahrzeug namens Yutu, was übersetzt Jade-Kaninchen bedeutet, soll Mitte Dezember auf dem Mond aufsetzen. China würde damit zur dritten Nation nach den USA und der früheren Sowjetunion, der eine Mondlandung gelungen ist.

Yutu ist ein goldfarbenes Fahrzeug mit sechs Rädern und Solar-Flügeln. Es soll mit einem Tempo von bis zu 200 Metern pro Stunde über den Mond rollen und dabei Steigungen von bis zu 30 Prozent bewältigen.

Der Name des Rovers geht zurück auf ein weißes Kaninchen aus der Landesmythologie, das als Haustier der Mondgöttin Chang'e auf dem Mond lebte. //luh//

Quelle: Agenturen

05.12.2013

Neurologie Zu viele Reize schaden dem Gehirn von Babies

Das hat eine Mäusestudie gezeigt, die heute im Fachblatt NATURE veröffentlicht ist. US-amerikanische Forscher hatten jungen Mäusen ab dem 15 Lebenstag täglich zehn Stunden lang einem Gemisch aus verschiedenen Tönen, natürlichen Geräuschen und weißem Rauschen ausgesetzt. Nach zehn Tagen wurden die Jungmäuse untersucht und dabei stellten die Forscher überraschend fest: Entgegen aller Erwartungen führte eine wiederholte und anhaltende Stimulation zu einer verringerten Gefäßdichte im Gehirn. Konkret bedeutete das: die Bildung neuer Verzweigungen war um 70 Prozent niedriger und das Längenwachstum der Adern um 80 Prozent geschrumpft.  In weiteren Versuchen konnten die Forscher feststellen, dass die Auswirkungen einer kurzfristigen  Reizüberflutung noch umkehrbar sind, nach einem Monat aber könne das Gehirn Defizite nicht mehr ausgleichen.

Was für Mäusebabies gelte, sei auf den Menschen übertragbar. Bei Säuglingen könne eine Überstimulation zu einer dauerhaft veränderten Gefäßarchitektur im Gehirn führen. Eine wissenschaftliche Absage an zu frühe Lernanreize. //[tj]//

Quelle: NATURE

Schwarmintelligenz Zankende Erdmännchen treffen die besten Entscheidungen

Besser auf jeden Fall, als wenn es keinen Konflikt in der Gruppe gäbe. Zu diesem Ergebnis kommt eine Studie zum Thema Schwarmintelligenz.  Untersucht hatten sie Erdmännchen. Bei der Futtersuche beispielsweise zeigte sich ganz klar: Gruppen mit unterschiedlichen Interessen wählen die reichhaltigeren Futterplätze als Gruppen mit vollkommen übereinstimmenden Interessen.

Die Studie belege: Gemeinsame Entscheidungen, die ohne Interessenskonflikt zustande kommen, sind häufig überraschend schlecht. Dies liege daran, dass gleichgesinnte Tiere oftmals in denselben Situationen die gleichen Fehler machen, im Kollektiv lassen sie sich nicht mehr gegenseitig ausgleichen. Sehr wahrscheinlich  - so die Forscher - seien die Studienergebnisse auch auf menschliche Gruppenentscheidungen anwendbar. //[tj]//

Quelle: MPIB Pressemitteilung

Paläontologie Schaben könnten die mächtigen Kothaufen der Dinos verputzt haben

Das vermuten slowakische Forscher im Fachorgan PLOS ONE. Kotbrocken der Dinosaurier hätten gut sieben Liter umfassen können und es seien auch bis zu 13 Zentimeter lange Holzstücke in versteinerten Kothaufen gefunden worden. Die Frage war lange, wer derartige Riesenhaufen beseitigt haben könnte. Nun legt eine Bernsteinanalyse nahe, dass es wohl die Schaben waren.

Kotreste in einer aus dem Libanon stammenden in Bernstein eingeschlossenen Schabe ließen diesen Schluss zu. Die Forscher hatten die Schabenlarve mit der sogenannten Synchrotron-Mikrotomografie untersucht. Im Darm fanden sie Holzpartikel, deren Form und Größe auf die Verdauung durch einen großen Pflanzenfresser deute. Da damals noch keine großen Säugetiere oder Reptilien lebten, müssten die Partikel von Dinosauriern stammen. //[tj]//

Quelle: PLOS One

Krebsforschung Die Lebenserwartung von Krebspatienten in Europa steigt

Das ist das Ergebnis der Studie EUROCARE 5, die die Daten von 10 Millionen Krebspatienten in 29 europäischen Ländern auswertet. Wie im Fachblatt The Lancet Oncology veröffentlicht, leben die Deutschen nach einer Krebsdiagnose am längsten. Wobei die Prognose von der jeweiligen Krebsart abhängt: Nach fünf Jahren leben 84 Prozent der Frauen mit einer Brustkrebsdiagnose noch, bei Lungenkrebspatienten nur noch 16 Prozent der Patienten.

In Osteuropa sind die Überlebenschancen von erwachsenen Krebspatienten am schlechtesten: sie liegen 15 bis 30 Prozent unter denen in Westeuropa. Als Grund führten die Wissenschaftler ein schlechter finanziertes Gesundheitswesen an aber auch Faktoren wie anderen Lebensbedingungen und einen anderen Lebensstil. //[tj]//

Quelle: The Lancet Oncology

Lärmforschung Formel 1- Zuschauer riskieren ihr Gehör

Während eines Rennens sind die Zuschauer einem Vielfachen der Lärmdosis ausgesetzt, die als täglicher Grenzwert gilt. US-amerikanische Akustikforscher haben  eine bis zu 85 mal höhere Lärmbelastung gemessen. Dabei hänge der Geräuschpegel aber stark davon ab, wo sich ein Zuschauer an der Rennstrecke aufhält: Am lautesten ist es an der Ausfahrt einer Haarnadelkurve, am leisesten vor einer S-Kurve.

Die Empfehlung der Forscher: Während des Rennens einen ausreichenden Gehörschutz tragen. //[tj]//

 

Quelle: Pressemitteilung des American Institute fo Physiscs, Agenturen

04.12.2013

Raumfahrt Private Raumfahrtfima bringt erstmals TV-Satelliten ins All.

Dis US-Firma SpaceX hat als weltweit erstes privates Raumfahrtunternehmen einen Kommunikationssatelliten auf eine geostationäre Erdumlaufbahn im All befördert. Der Auftrag kam vom Satellitenbetreiber SES aus Luxemburg.  Der Start der Rakete des Typs "Falcon 9" erfolgte vom Weltraumbahnhof Cape Canaveral in Florida. Er stellt den Einstieg von SpaceX ins lukrative Satellitengeschäft dar.  Nach Unternehmensangaben sind für die nächsten Jahre bereits knapp 50 weitere Starts mit einem Wert von rund vier Milliarden Dollar geplant.  Die Luxemburger SES, weltweit die Nummer zwei auf dem Satellitenmarkt, hatte ihre Produkte bisher von europäischen Ariane- oder russischen Proton-Raketen befördern lassen.

[luh]

Anthropologie Der "Millenium Man" ist kein direkter Vorfahr des Menschen.

Im Jahr 2000 entdeckten Anthropologen in Kenia die Überreste eines vor sechs Millionen Jahren ausgestorbenen Frühmenschen. Damals stellten sie die These auf, dass diese nach dem  Fundjahr als "Millenium Man" benannte Art – offiziell als Orrorin tugenensis bezeichnet – ein direkter Vorfahr des Menschen sein könnte. Dem haben US-Forscher nun widersprochen.   Sie verglichen 13 Merkmale des Oberschenkelknochens des "Millenium Man" mit denen von heutigen Menschen, Menschenaffen sowie Fossilien früherer Affen- und Homininenspezies. Den Analysen nach entwickelte sich der moderne Mensch nicht direkt aus Orrorin tugenensis. Allerdings könnte es eine der ersten Spezies gewesen sein, die sich aufrecht auf zwei Beinen fortbewegte, schreiben die Forscher im Magazin "Nature Communications".

[luh]

Quelle: Nature Communications / doi:10.1038/ncomms3888

Medizin Viele Ergebnisse von Medikamententests werden nicht publiziert.

Klinische Studien untersuchen die Wirksamkeit und Nebenwirkungen neuer Medikamentenwirkstoffe. Allerdings werden nur rund die Hälfte der Studien später auch öffentlich publiziert – zumindest in den USA. Das berichten französische Forscher im Magazin PLoS Medicine.   In den USA müssen seit 2008 alle klinischen Versuche, die der Zulassung von Medikamenten dienen, per Gesetz in einer zentralen Datenbank erfasst werden. Die Forscher verglichen, welche der dort hinterlegten Ergebnisse auch in Fachmagazinen erschienen. Dabei zeigte sich, dass knapp die Hälfte der überprüften Studien gar nicht veröffentlicht wurde. Bei den publizierten Arbeiten fehlten häufig wichtige Angaben zur Wirksamkeit, aber auch ernsten Nebeneffekten der getesteten Wirkstoffe.

[luh]

Quelle: PLoS Medicine / doi: 10.1371/journal.pmed.1001566

Biologie Killerwale jagen nachts nach Gehör.

Orcas können ihre Beute auch bei absoluter Dunkelheit erwischen, ohne ihre eigene Echoortung einzusetzen. Das haben britische Biologen herausgefunden.   Sie statteten Killerwale mit speziellen Aufnahmegeräten aus, um die Geräusche der Tiere bei der Jagd zu erfassen. Es zeigte sich, dass die Orcas auch nachts jagen. Dabei verzichten sie aber auf eigene Klicklaute zur Orientierung, um ihre Beute nicht vorzuwarnen. Vielmehr hören sie auf die Geräusche ihrer potentiellen Opfer, beispielsweise den Rufen von Seehunden, um sich lautlos anzupirschen.   Die Forscher präsentierten ihre Ergebnisse bei Tagung der US-amerikanischen Gesellschaft für Akustik in San Francisco.

[luh]

Informationstechnologie Es passen mehr Daten in eine Glasfaser.

Schweizer Forscher  haben ein Verfahren entwickelt, mit dem sich kurze, schnell aufeinander folgende Laserlichtpulse besser gegeneinander abgrenzen lassen. Mit der Technik lässt sich die Menge der in einem Glasfaserkabel übertragenen Daten um das Zehnfache steigern. Sie könnte helfen, bestehende Telekommunikationsnetze effektiver zu nutzen.   In Glasfasern werden Daten in Form kurzer Lichtpulse übertragen, die digitale Einsen und Nullen repräsentieren. Die Dichte dieser Lichtpulse und damit die Datenrate sind allerdings beschränkt, weil es bei einer zu schnellen Abfolge zu störenden Interferenzen kommen kann.   Die neue Technik beeinflusst das Lichtspektrum der Laserpulse so, dass sie auch bei ultrakurzen Abständen noch eindeutig erkannt werden können.  Nach Angaben der Forscher ließe sich die nötige Elektronik auf einfachen Sende- und Empfängerchips integrieren. Die Studie erscheint im Fachmagazin Nature Communications.

[luh]

Quelle: Nature Communications

Ökologie Bienen sind weitaus nützlicher für die Landwirtschaft als bisher gedacht.

Sie sorgen nicht nur für die Bestäubung von Pflanzen, sondern steigern offenbar auch Menge und Qualität der Ernte. Das berichten Wissenschaftler der Universität Göttingen in der Fachzeitschrift Proceedings of the Royal Society B.  Die Forscher machten Experimente mit Erdbeerpflanzen. Auf einem Versuchsfeld bauten sie neun Arten an, wobei jeweils ein Teil der Pflanzen so abgedeckt wurden, dass sie nicht mehr durch Bienen, sondern nur noch durch windverblasene Pollen befruchtet werden konnten. Jene Erdbeerpflanzen, die von Bienen bestäubt wurden, lieferten schwerere, festere und rotere Früchte, die sich zudem auch länger hielten.  Der treibende Faktor für bessere Erträge und Qualität sei die Produktion von hormonellen Wachstumsregulatoren, die bei der Bestäubung durch die Bienen ausgelöst würde, so die Forscher. Solche Effekte gebe es wahrscheinlich auch bei anderen Nutzpflanzen.

[luh]

Quelle: Proc Roy Soc B // DOI: 10.1098/rspb.2013.2440

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